Schönheit im Spiegel der Zahl. Inwiefern wandelt sich die Bedeutung der Zahl für die gesellschaftliche Bewertung menschlicher Schönheit?


Bachelorarbeit, 2019

54 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

Abstract

1. Einleitung

2. Eine kleine Geschichte der Schönheit

3. Zählen statt Erzählen - Objektivität von Zahlen

4. Die geordnete Welt der Antike
4.1. Pythagoras und die Ordnung der Welt
4.2. Polyklets Kanon
4.3. Vitruv und die Architektur des Körpers

5. Proportion in der Renaissance
5.1. Das antike Vorbild
5.2. Albrecht Dürer als Kunsttheoretiker
5.3. Proportionslehre

6. Ganz normale Schönheit im 19. Jahrhundert
6.1. Adolphe Quetelet und der L'homme moyen
6.2. Francis Galton und der schöne Durchschnitt

7. Bewertung und Optimierung im 20. Jahrhundert
7.1. Attraktivitätsforschung
7.2. Technologien des Selbst

8. Digitale Schönheit im 21. Jahrhundert
8.1. Das Schönheitsideal Sozialer Medien
8.2. Errechnete Schönheit

9. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang

Abstract

Immer mehr Menschen haben das Bedürfnis, schön zu sein. Jedoch meinen sie, ihr Körper entspreche einem bestimmten Ideal nicht. Aber wodurch wird körperliche Schönheit definiert? Woran wird festgemacht, wie groß eine Brust, wie symmetrisch eine Nase und wie schlank eine Taille zu sein hat? Braucht man ein Maßband, eine Waage oder Likes und FollowerInnen um die eigene Schönheit festzustellen oder reicht es aus, sich einfach nur schön zu fühlen? Die Bachelorarbeit untersucht die Frage, welche sich wandelnde Rolle Zahlen bei der gesellschaftlichen Bewertung menschlicher Schönheit in verschiedenen Epochen zukommt. Schönheit wird von der Antike bis ins 21. Jahrhundert durch das Medium der Zahl (re-)konstruiert und es wird deutlich, welche Kraft in Zahlen liegt, weil man sie für objektiv hält. Sie haben das Potenzial, Normen zu generieren, an denen sich Menschen ausrichten - und Schönheitsideale gehören zu den mächtigsten Normen unserer Gesellschaft.

1. Einleitung

62,3 Kilo. Gestern waren es noch 59,9 Kilo. Scham kommt in mir auf, wenn ich auf die schwarze Zahl auf dem Display meiner Waage sehe. Ich hatte mich wohl wieder nicht unter Kontrolle. Heute muss ich auf das Abendessen verzichten. Im nachfolgenden Blick in den Spiegel erkenne ich nur das, was mir das kleine Gerät aus Glas und Metall bereits vermittelt hat: Zu dick, nicht schön.

Meine Erfahrungen als Teenager sind kein Einzelfall. Aktuelle Statistiken verlautbaren einen deutlichen Anstieg von Essstörungen, gerade bei jungen Menschen.1 Die Wahrnehmung des eigenen Körpers als nicht gut genug, nicht schön genug, löst einen inneren Kampf aus. Und der Maßstab des eigenen Erfolgs sind häufig Zahlen. Das Gewicht, das sich endlich dem Ideal nähert, der Taillenumfang, der nicht mehr weit von den heiß ersehnten 60 Zentimetern2 entfernt ist, der Body Mass Index, der zwischen Normal- und Über- beziehungsweise Untergewicht entscheidet oder die Likes, die in die Höhe schießen.

Schönheit im Spiegel der Zahl, darum soll es in der vorliegenden Abschlussarbeit gehen. Zahlen haben Macht und eine besondere Bedeutung im Bezug auf Schönheit, die - je nach Ort und Zeit - verschiedene Formen annehmen kann. Inwiefern wandelt sich die Bedeutung der Zahl für die gesellschaftliche Bewertung menschlicher Schönheit? Um dieser Frage nachzugehen, werden folgend die Schönheitsideale verschiedener historischer Epochen anhand prägnanter Beispiele untersucht. Es geht nicht darum, eine kohärente und vollständige Geschichte der Schönheit und ihrer (Re-)Konstruktion durch Zahlen zu schreiben, sondern wichtige Ausschnitte dieser Geschichte zu beleuchten und dabei bedeutende Umbrüche hervorzuheben. Um den gegebenen Rahmen nicht zu sprengen, konzentriere ich mich ausschließlich auf die westliche Kultur und die Schönheit des menschlichen Körpers.

Der Begriff der Schönheit ist bekanntlich sehr variabel, subjektiv und nicht abschließend definiert. Deshalb verstehe ich Schönheit im Rahmen dieser Arbeit vereinfacht als Wohlgefallen, das durch visuelle Betrachtung ausgelöst wird. Ein kleine Geschichte der Schönheit soll dennoch in Kapitel Zwei erzählt werden. Denn obwohl sie subjektiv wahrgenommen wird, besteht seit der Antike ein Interesse an Gesetzmäßigkeiten menschlicher Schönheit. Meine These ist es, dass Zahlen das entscheidende Mittel sind, um diese Gesetzmäßigkeiten zu definieren.

Um diese These zu belegen, wird zuerst erörtert, wodurch das Vertrauen in Zahlen generiert wird, welches zu ihrer Allgegenwart im Schönheitsdiskurs führt. Darauf folgt eine Untersuchung der Antike, in der der Ansatz Pythagoras sowie das Werk Vitruvs und Polyklets behandelt wird. Anschließend wird Albrecht Dürers Proportionslehre stellvertretend für die renaissancistischen Schönheitsuntersuchungen thematisiert. Das 19. Jahrhundert wird anhand der Forschung Adolphe Quetelets und Francis Galtons analysiert. Danach folgt die Darstellung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bevor ich abschließend zeitgenössische Phänomene wie Soziale Medien und Künstliche Intelligenz mit der Bewertung von Schönheit in Verbindung setze.

Wie sich zeigen wird, hat sich die Entscheidungshoheit darüber, was als schön anzusehen ist, im Laufe der Zeit verschoben. Aufgrund dessen kommen in dieser Arbeit sowohl KünstlerInnen, als auch NaturwissenschaftlerInnen, MedizinerInnen, SoziologInnen sowie weitere GeisteswissenschaftlerInnen zu Wort. Basis der Überlegungen sind die Ansätze von beispielsweise Albrecht Dürer, Adolphe Quetelet, Umberto Eco, Theodore Porter, Bettina Heintz und Daniela Döring.

Bevor jedoch die erste Epoche, die Antike, beleuchtet wird, soll nun eine kleine Geschichte der Schönheit erzählt und daraufhin erörtert werden, warum das Vertrauen in Zahlen so umfassend ist.

2. Eine kleine Geschichte der Schönheit

Es gibt unzählige Personen und Disziplinen, die den Begriff Schönheit gebrauchen, ohne dass es einen universellen Konsens darüber gibt, was er bedeutet. In den verschiedensten Umgebungen wird wie selbstverständlich von einem schönen Tag, einer schönen Bluse oder einem schönen Körper gesprochen. Doch was steckt dahinter?

Der Medientheoretiker und Philosoph Florian Arndtz behauptet: „So wie es nicht die perfekte Schönheit gibt, erst recht nicht die eine perfekte Erklärung dazu, so gibt es auch kein Ideal der wissenschaftlichen Aufarbeitung.“3 Dennoch wird durch diverse Instanzen versucht, eine3 4 solche Aufarbeitung vorzunehmen. Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wird, wie in der Einleitung eingeführt wurde, Schönheit vereinfacht als visuell ausgelöstes Wohlgefallen aufgefasst. Ich schließe mich mit meinen Untersuchungen Umberto Eco an, der „von dem Prinzip aus[geht], dass Schönheit nie etwas Absolutes und Unveränderliches war, sondern je nach der historischen Epoche und dem Land verschiedene Gesichter hatte.“5 Selbst innerhalb eines Landes und einer Epoche können verschiedene Schönheitsideale vorkommen. Konstant ist jedoch die positive Konnotation der Schönheit, sie stellt einen erstrebenswerten Wert dar.6 Als Ausnahme ist hier einzig die Kritik der Oberflächlichkeit anzuführen, die sich aus dem vereinnahmenden Streben nach Schönheit ergeben kann. An dieser Stelle soll eine kleine Geschichte der Schönheit Einblick in die Vielseitigkeit des Begriffs geben. Seit der Antike wurde versucht, Schönheit durch Regelhaftigkeit einzufangen. Die grundlegende Überzeugung der sogenannten Großen Theorie nach Wladislav Tatarkiewicz ist, dass Schönheit objektiven Kriterien folgt. Dazu gehören Proportion, Symmetrie und Harmonie.

Schön ist demnach dasjenige, dessen Teile in harmonischen Proportionen zueinander und zum Ganzen stehen. [.] Der Eindruck des Schönen stellt sich zwangsläufig dort ein, wo diese Gesetze der Proportion angemessen berücksichtigt werden und damit etwas harmonisch zum Ausdruck gebracht wird.7

Als Korrespondenzbegriff zum Guten und Wahren, hat die Schönheit bereits seit vorchristlicher Zeit engen Zusammenhang mit sittlich­moralischen Qualitäten. Wer und was gut ist, ist somit auch schön.

In der Renaissance war Schönheit ein Ideal, das in der Kunst erreicht wird, um die Natur zu übertreffen.8 Als Grundlage für ihre Bestimmung galten die Zehn Bücher über die Architektur9 (33-22 v.Chr.) von Vitruv. Seine „Angaben entsprechender Maß- und Zahlenverhältnisse erschienen als ein verbindlicher Kanon für vollkommene Schönheit.“10

Seit dem 18. Jahrhundert beschäftigt sich die philosophische Ästhetik mit dem Schönen und es geschieht eine Hinwendung zum Subjekt. Schönheit gilt nun als Ausdruck einer sinnlich bestimmten Subjektivität, und liegt nicht mehr im Objekt. Die berühmte Aussage „Schönheit liegt im Auge des Betrachters.“ fasst dies gut zusammen, obwohl sie bereits vom Griechen Thukydides (5. Jahrhundert v.Chr.) stammt.11 Ein bekannter Philosoph, der sich mit subjektiver Ästhetik befasste, ist Immanuel Kant. Kant zufolge ist das schön, was in bloßer Betrachtung gefällt, und dem kein Interesse zugrundeliegt. Etwas Schönes bedarf keiner begrifflichen Einordnung.12 Kant beschreibt außerdem eine Normalidee des schönen Menschen, nach der jeder Mensch in seinem Kopf die Bilder aller ihm bekannter Personen übereinanderlegt. Was als Synthese dieser Bilder herauskommt, erachtet der Mensch als schön.13

In der Medizin und den Naturwissenschaften, die sich im 19. Jahrhundert verstärkt auffächerten und verbreiteten, wurde oft auf den antiken Zusammenhang zwischen Schönem und Gutem zurückgegriffen. Beispielsweise gab es in der Kraniologie die Annahme, dass „das Innen und Außen, das Sichtbare und das Unsichtbare in direkter Korrelation zueinander stehen. [. ] Zwischen der Geometrie des Schädels und dem menschlichen Geist herrsch[e] absolute Kongruenz.“14 Ein schönes Äußeres ließ auf einen guten Charakter, sowie Gesundheit schließen.

In der Mathematik ist das Schöne zugleich das Wahre, und das Wahre ist in der Regel das Gute.15 Wenn eine Theorie visuell in einen Graphen übertragen wird und der Graph eine gleichmäßige Form annimmt, wird die Theorie eher bestätigt als bei einer unregelmäßigen Verteilung der Daten. Schönheit meint in diesem Fall Ordnung und ist [. ] ein Kürzel für Kohärenz.16 Wenn Schönheit also ein Kriterium für die Wahrheit von Mathematik ist und Mathematik und Zahlen oft das Kriterium menschlicher Schönheit sind, muss die Frage gestellt werden, ob es sich hierbei um ein selbstbestätigendes System handelt.

Seit dem letztem Jahrhundert gibt es vermehrt Untersuchungen der Attraktivitätsforschung, um Schönheit zu definieren und zu rekonstruieren. „[Attraktivitätsforscher] definieren Schönheit [. ] als in der Evolution begründetes, hartes, weitgehend objektivierbares Faktum mit wenig kulturellen und sozialen Einflüssen, welches damit begründet ist, dass ,nur die Schönsten überleben'“.17 Hier wird also Schönheit als interesseloses Wohlgefallen, wie Immanuel Kant sie definierte, von Attraktivität abgegrenzt, die man als zweckgebundene Schönheit verstehen kann und die für das Gehirn mit einer Belohnung winkt. In der Attraktivität liegt evolutionsbiologisch betrachtet ein Versprechen zur erfolgreichen Fortpflanzung. Darauf wird in Kapitel 7 vertieft eingegangen.

Natürlich ist der Schönheitsbegriff noch vielfältiger und omnipräsenter als die hier genannten Beispiele seiner Verwendung, jedoch soll für diese Arbeit meine obige Definition genügen.

3. Zählen statt Erzählen - Objektivität von Zahlen

An dieser Stelle soll ein grundlegendes Verständnis dafür entwickelt werden, weshalb Zahlen allgegenwärtig sind und Menschen ihnen besonders seit dem 19. Jahrhundert vertrauen.

Das Vertrauen in Zahlen gründet sich auf ihre Aura der Objektivität. Was in Zahlen ausgedrückt wird, scheint der Wahrheit zu entsprechen und somit objektiv zu sein. Der heutige Objektivitätsbegriff ist ein Amalgam vieler Bedeutungskomponenten.18 Im Alltagsgebrauch wird er oft mit Fairness, Verlässlichkeit, Korrektheit oder Wahrheit gleichgesetzt und gilt als fern von persönlichen Einschätzungen.19 „Objektiv ist ein Urteil, eine Aussage dann, wenn es mit der Wirklichkeit übereinstimmt und keine Spuren menschlicher Herkunft mehr trägt, d.h. nicht verzerrt ist durch subjektive Faktoren.“, so die Soziologin Bettina Heintz.20 Seit im Anschluss an die Aufklärung im 19. Jahrhundert im Rahmen epistemischer Umbrüche viele Wissenschaftsfelder neu entstanden, wurde auch das Verlangen nach der Objektivität immer größer. Im Zuge der Aufklärung wurde nur noch das als legitimes Wissen anerkannt, was durch die Nutzung des Verstandes zu erklären ist. Dadurch geschah eine Abwendung vom religiösen Weltverständnis. Es bestand das Bedürfnis, „anstelle des Wunders ein Gesetz zu setzen.“21 In den Laboren wurde geforscht, um die Gesetze zu entdecken, die das Leben bestimmen. Wie sollte jedoch das, was an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit von einer bestimmten Person beobachtet wurde, so kommuniziert werden, dass es universell verständlich und prüfbar ist? Aus dieser Problematik heraus entwickelten sich zahlreiche Messverfahren, die das Beobachtete in standardisierten, vergleichbaren Einheiten festhielten. Wie Theodore Porter in Trust in Numbers feststellt, verlieh dieses Vermessen der wissenschaftlichen Praxis Bedeutung.22 Zu Beginn war das Auge der WissenschafterInnen das bedeutendste Erkenntnisinstrument, doch mit der Zeit wurden immer mehr instrumentelle Techniken eingesetzt, die unabhängig von Ort, Zeit und persönlichen Einschätzungen waren. Theodore Porter behauptet, dass Quantifizierung ein Kommunikationsmedium ist. Dieses wird vor allem dann in Anspruch genommen, wenn Sender und Empfänger sich nicht persönlich kennen und die Kommunikation schriftlich erfolgt.23 „For a measurement has the advantage of greater objectivity, as shown by the fact that measurements give consistent results in the hands of observers all over the world.“24 Dies entspricht dem Ideal der mechanischen Objektivität, einem Begriff, der von Lorraine Daston und Peter Galison geprägt wurde.25 Es ist ein regelbasiertes Vorgehen, das keinen Raum für persönliche Vorurteile oder Präferenzen lässt. Dieses Ideal „unterstellt, dass apparategestützte und quantitative Messverfahren zuverlässiger sind als Verfahren, die auf direkter Beobachtung beruhen.“26 Als Ergebnis der Untersuchungen entstehen Zahlen, die die Handschrift ihrer Autoren verbergen und somit den Eindruck erwecken, „interpretationsfreie Beschreibungen der Wirklichkeit zu sein.“27 Damit die Ergebnisse der Messverfahren kommunizierbar werden, muss jedoch sichergestellt sein, dass die Einheiten und Verfahren vereinheitlicht sind.

Heute ist es für uns selbstverständlich, dass 1 Meter 100 cm entspricht und der Luftdruck an jedem Ort der Welt auf dieselbe Weise gemessen wird. Historisch gesehen ist diese Vereinheitlichung aber ein relativ neues Phänomen. Viele der heute gebräuchlichen Masseinheiten und Messverfahren wurden erst im Laufe des 19. Jahrhunderts festgelegt und nach teilweise langen Auseinandersetzungen international für verbindlich erklärt.28

Es wird ersichtlich, dass „Wissen [...] nicht mehr im geheimen Erfahrungsschatz der Meisterinnen und Meister [liegt], sondern in der instrumentellen Technik des Vermessens, die durch Patent und Zahl beglaubigt wird.“29

Neben der mechanischen Objektivität seien hier auch die numerische und die soziale Objektivität erwähnt. Bei der numerischen Objektivität geht es darum, durch möglichst viele Messungen zu einem Ergebnis zu kommen, um so „Ausreißern“ weniger Bedeutung zukommen zu lassen. So kann der Ausschluss der zufälligen oder individuellen Störungen garantiert werden.30 Soziale Objektivität hingegen meint öffentliche Beglaubigung. Nur, weil ein einzelner Wissenschaftler etwas beobachtet, und eine Gesetzmäßigkeit erkannt zu haben behauptet, bedeutet es nicht, dass diese als universales Wissen angesehen wird. Wenn jedoch glaubwürdige Zeugen, nämliche andere Wissenschaftler, das Beobachtete bestätigen, wird aus der einzelnen Beobachtung ein wissenschaftliches Faktum, welches weiter verbreitet werden kann.31

Dass die Zahl eine Aura der Objektivität hat, liegt allerdings nicht nur daran, dass die als vertrauenswürdig konnotierte Wissenschaft Zahlen produziert, sondern auch am Charakter der Zahl selbst. Zahlen gelten als exakter und genauer als sprachliche Äußerungen. Sie sind schwerer negierbar32. Denn im Gegensatz zu empirischem Wissen, welches auf Erfahrung beruht, beruht das Wissen der Mathematik auf Denken und kann somit nicht durch Erfahrungen widerlegt werden.33 Die Struktur von Sprache ist binär, sie weist immer über sich hinaus und erzeugt somit Kontingenz.34 Zahlen hingegen sprechen für sich selbst. Sie müssen nicht erst in Sprache übersetzt werden, sondern zeigen direkt etwas.35 Bereits Leibniz forderte mit „Calculemus, lasst uns rechnen!“36, dass Sprache in der Wissenschaft durch Zahlen ersetzt wird, weil was formalisiert ist, keiner Interpretation bedarf und somit auch nicht zu Fehlinterpretationen führt.37 Außerdem sind Zahlen „in ihrer Außenwirkung eigentlich immer schon verifiziert [...], da sie nur durch den Einsatz genau der aufwendigen Verfahren, mittels derer sie produziert worden sind, widerlegt werden können.“38 Damit Zahlen produziert werden, muss vorher gemessen werden. Deshalb hängt das Vertrauen in die Objektivität von Zahlen stark davon ab, wie glaubwürdig die Verfahren und Apparaturen sind, die sie produziert haben.39 Das Aufkommen der Vermessung machte qualitativ Verschiedenes durch die Zuordnung von Zahlen vergleichbar. Denn Zahlen sind abstrakte und zerlegbare Einheiten, die verrechen- und interpretierbar sind.40 Wenn man Aussagen prozessierbar machen möchte, „scheint kein Medium besser geeignet als die Zahl, die sich in formalen Verfahren darstellen lässt und jene technische Universalität bereitstellt.“41 Lord Kelvin sagte 1883: „When you can measure what you are speaking about and express it in numbers you know something about it; but when you cannot measure it in numbers, your knowledge is of a meagre and unsatisfactory kind.“42

Hier sei noch einmal hervorgehoben, dass die Motivation für die Produktion von Zahlen in den meisten Fällen das Generieren von objektivem und sicherem Wissen ist. Untersuchungsergebnisse sollen vergleichbar und so kommunizierbar gemacht werden, dass sie unabhängig von Ort, Zeit und persönlicher Prägung verstanden werden.

Doch auch bereits in der Antike, lange vor dem 19. Jahrhundert, wurde Zahlen vertraut, was allerdings eine andere Begründung als ihre wissenschaftliche Objektivität hat. Darauf wird im folgenden Kapitel im Rahmen des antiken Schönheitsideals eingegangen.

4. Die geordnete Welt der Antike

Sowohl die griechische als auch die römische Antike beschäftigte sich intensiv mit der Frage, was Schönheit sei und wie man sie darstellen könne. Der Legende zufolge suchte der Maler Zeuxis vergeblich nach einem Vorbild für die schöne Helena und so baute er sie aus den fünf schönsten Frauen der Welt zusammen. Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe, war anscheinend so schön, dass sie einen Schönheitswettstreit gegen Hera und Athene gewann und auch die Göttin der Schönheit ist. Doch was lag ihrer Schönheit zugrunde? Sowohl Philosophen wie Platon und Sokrates, Mathematiker wie Pythagoras als auch Künstler wie Polyklet und Vitruv versuchten Antworten zu finden.43 Auf die Mathematik und die Kunst wird hier genauer eingegangen.

4.1. Pythagoras und die Ordnung der Welt

Pythagoras behauptete als erster circa 600 vor Christus, dass die Zahl allen Dingen als Grundprinzip dient. Er begriff die Welt als ein Ganzes, das einem einzigen Gesetz folgt, durch das sie regiert wird. Dazu wird die Welt als eine Form gedacht - und Schönheit und Form gehörten im antiken Griechenland untrennbar zusammen.44 Deshalb versuchten Pythagoras und seine Anhänger, Schönheit durch Zahlen zu erklären. Sie glaubten, dass Zahlen eine sittliche und magische Kraft innewohnt, die Symmetrie genannt wird. Dabei geht es nicht um spiegelbildliche Symmetrie, sondern um Kommensurabilität. Das bedeutet, dass einem Objekt eine eigene Maßeinheit innewohnt, „von der sich seine Abmessungen als ganze Zahlen ableiten lassen.“45 Die Pythagoreer nutzten die Zahl, um eine ästhetisch mathematische Sicht des Universums zu entwerfen: „Alle Dinge existieren, weil sie eine Ordnung haben, und sie sind geordnet, weil sich in ihnen mathematische Regeln realisieren, die zugleich die Bedingung für die Existenz von Schönheit sind.“46 Die Idee ganzzahliger Verhältnisse als Grundlage der Schönheit, die Proportion, wurde auf verschiedene Künste angewandt. Die antike Architektur der Tempel basierte beispielsweise auf ausgeglichenen, symmetrischen Dreiecken und Quadraten. Vitruv gab dazu genaue Anweisungen in seinem Werk Zehn Bücher über die Architektur (1. Jahrhundert vor Christus), welches ausschlaggebend für die Proportionsstudien der Renaissance ist. Auch wurde von Mathematikern behauptet, der Goldene Schnitt als göttliche Proportion mit seinem Verhältnis 0,6180339 sei mit seinem Potenzial zur unendlichen Erweiterung wesentlich für das Empfinden von Schönheit.47 Den Theorien Pythagoras' folgend nutzten auch die Künstler der Antike, besonders die Bildhauer und Architekten, das Prinzip der Proportion, um Schönheit darzustellen.

4.2. Polyklets Kanon

„Proportion aber besteht in einer Zahl; folglich kommt jede Kunst durch eine Zahl zustande. Dank der Zahl ist alles wohlgeraten.“48 Folgt man dieser Aussage des Philosophieprofessors Elmar Waibl, kommt man der Kunst der Antike sehr nahe. Bildhauer versuchten, die Schönheit in Stein zu meißeln, die sie in der Welt sahen und von der sie bei den Dichtern lasen. Sie mussten ihr eine Form geben. Und die gute Form erforderte Symmetrie und Proportion. Deshalb „hat der Künstler zwei gleiche Augen geschaffen, die Zöpfe gleichmäßig verteilt, zwei gleiche Brüste, Arme und Beine, einen gleichmäßigen und rhythmischen Faltenwurf, symmetrisch hochgezogene Mundwinkel in dem typisch vagen Lächeln, das diese Statuen kennzeichnet.“49

Das richtige Maß bedeutete auch, die Körper fern von Extremen darzustellen. Der schöne Körper durfte demnach weder zu dick, noch zu dünn sein.50 Der griechische Bildhauer Polyklet (5. Jahrhundert vor Christus) entwickelte einen Körperkanon, der die idealen Verhältnisse aller Glieder zueinander definierte. Erwin Panofsky nennt Polyklet den Vater beziehungsweise den Gesetzgeber der klassisch-griechischen Anthropometrie.51 Sein Werk war so einflussreich, dass sich viele Künstler auf ihn bezogen. So bildete sich ein Kanon weniger Körpertypen in der Kunst heraus.

Polyklet glaubte, genau wie Pythagoras, dass Zahlen die menschliche Gestalt bestimmen. Aufgrund dieser Annahme entwickelte er seine Schrift Kanon und eine gleichnamige Statue. Darin legte er proportionale Größen fest, die für ihn der Inbegriff der menschlichen Schönheit waren.52 Seine Proportionslehre geht „von den organischen Maßen der Körperglieder aus, deren mittleres, also stimmiges und ausgewogenes Verhältnis die Grenzen der Schönheit markiert.“53 Es geht hier um ein relatives Verhältnis der Teile zueinander und nicht um absolute Durchschnittsmaße, wie es bei Quetelets L’homme moyen in Kapitel 6 der Fall ist. Der Kanon konstituiert sozusagen ein Gitternetz zur Kontrolle der Proportion. Dieses Netz lässt sich beliebig vergrößern oder verkleinern, die Verhältnisse der Gitter zueinander bleiben jedoch konstant.54

Man geht davon aus, dass der Fuß mit einer Länge von 32 2/3 Zentimetern das Maßsystem seines Werks war. Die Abstände zwischen beispielsweise Basis und Wulst des Oberschenkelhalses betrugen mit genau 49 Fingern die halbe Gesamthöhe des Menschen.55 Beachtlich ist bei dieser Einheit, dass die Zahlen direkt aus dem Körper gewonnen werden und nicht auf einem körperfernen Dritten beruhen. Sowohl die Originalschrift als auch die Statue Polyklets sind nicht mehr vorhanden, dennoch bestätigen zahlreiche Erwähnungen des Kanon in späteren Schriften seine Existenz. Außerdem beziehen sich viele antike Statuen in ihrem Aufbau auf die Originalstatue. Welche Zahlen Polyklets Kanon zugrunde lagen, lässt sich heute nur noch an den Repliken nachmessen. „Nicht nur die Idee, daß Körperformen mathematisch berechenbar sind, sondern auch die allgemein gültigen Zahlen, Proportionen und Vergleichswerte, die sich daraus ergaben, wurden zum Schlüssel des Körperkanons.“56 Besonders in der Renaissance bezogen sich Leonardo Da Vinci, Albrecht Dürer und viele weitere Künstler auf das Werk und entwickelten es weiter, indem sie beispielsweise Maßverhältnisse für den weiblichen Körper entwickelten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Die Statue des Doryphoros Maßverhältnisse für den weiblichen Körper geht in ihren Roportionen aut Polyklet Kanon zurück und entwickelten. wurde oft koPiert

4.3. Vitruv und die Architektur des Körpers

Ein weiterer antiker Künstler, der im Bezug auf die Konzeption des schönen Körpers von Bedeutung war, ist Vitruv (1. Jahrhundert vor Christus). Der römische Architekturtheoretiker entwickelte in seinem Werk Zehn Bücher über die Architektur klare Prinzipien, nach denen zum Beispiel Tempel gebaut wurden. Diese Prinzipien folgen den idealen Proportionen des menschlichen Körpers. „Denn kein Tempel kann ohne Symmetrie und Proportion eine vernünftige Formgebung haben, wenn seine Glieder nicht in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen, wie die Glieder eines wohlgeformten Menschen.“57 Vitruv drückt, ähnlich wie Polyklet, die richtigen Proportionen des Körpers als Teile des Ganzen aus. Das zugrundeliegende Maß ist hier jedoch nicht der Fuß, sondern der Kopf:

Der Körper des Menschen ist so geformt, dass das Gesicht vom Kinn bis zum oberen Ende der Stirn und dem unteren Rand des Haarschopfes 1/10 beträgt, die Handfläche von der Handwurzel bis zur Spitze des Fingers ebenso viel, der Kopf vom Kinn bis zum höchsten Punkt des Scheitels 1/8 [...] Vom unteren Teil des Kinns aber bis zu den Nasenlöchern ist der dritte Teil der Länge des Gesichts selbst, ebenso viel die Nase von den Nasenlöchern bis zur Mitte der Linie der Augenbrauen. Von dieser Linie bis zum Haaransatz wird die Stirn gebildet, ebenfalls 1/3 [...].

Ferner ist natürlicherweise der Mittelpunkt des Körpers der Nabel. Liegt nämlich ein Mensch mit gespreizten Armen und Beinen auf dem Rücken, und setzt man die Zirkelspitze an der Stelle des Nabels ein und schlägt einen Kreis, dann werden von dem Kreis die Fingerspitzen beider Hände und die Zehenspitzen berührt. Ebenso, wie sich am Körper ein Kreis ergibt, wird sich auch die Figur eines Quadrats an ihm finden. Wenn man nämlich von den Fußsohlen bis zum Scheitel Maß nimmt und wendet dieses Maß auf die ausgestreckten Hände an, so wird sich die gleiche Breite und Höhe ergeben, wie bei Flächen, die nach dem Winkelmaß quadratisch angelegt sind.58

Der sogenannte vitruvianische Mensch wurde vielfach aufgegriffen, besonders bekannt ist eine Zeichnung von Leonardo Da Vinci. Wo Pythagoras die Welt als eine Form aufgegriffen hat, die dem Gesetz der Zahl unterliegt, so tut Vitruv dies mit dem menschlichen Körper. Ist ein Mensch wohlproportioniert, also nach antikem Verständnis schön, so ergeben sich seine Maße aus arithmetischen Zahlenreihen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Der Vitruvianische Mensch ist die Darstellung der idealisierten Körperproportionen, die von Vitruv festgelegt wurden.

Vitruvs Maßverhältnisse haben sich langfristig als Orientierung für Proportionsstudien durchgesetzt. Noch heute lernt man in fast allen Zeichenkursen zuerst, wie man ausgehend vom Kopf des Modells den Rest des Körpers konzipiert. Vitruv hat demnach, ähnlich wie Polyklet, einen Kanon des Körpers erstellt, dem viele bildende Künstler folgten und heute noch folgen.

Hier sei hervorgehoben, wie stark Zahlen das Weltbild der Antike prägen. Sie sind die Grundlage aller Existenz, so auch der Existenz der Schönheit. Sie definieren die idealen Verhältnisse der Teile im Kosmos zueinander sowie die idealen Proportionen der Körperteile des Menschen. Es geht nicht um absolute Maße in einer vereinheitlichten metrischen Einheit, sondern um ein potenziell ins Unendliche erweiterbares System von Zahlenfolgen. Die Zahlen sind Ausdruck einer alles umfassenden Metaphysik.

5. Proportion in der Renaissance

In diesem Kapitel werden die Schönheitsuntersuchungen der Renaissance stellvertretend anhand von Albrecht Dürers Proportionslehre behandelt.

Ulrich Renz fragt in Schönheit - Eine Wissenschaft für sich: „Wie sieht sie nun aus, die perfekte Schönheit der Renaissance?“ und gibt als Antwort: „Vor allem muss der Körper den wiedergeborenen klassischen Proportionsidealen entsprechen.“59 Renaissance bedeutet Wiedergeburt, und so lebten in dieser Epoche die antiken Ideale und Vorbilder wieder auf. Schönheit in der Renaissance war vor allem ein Ideal, das in der Kunst erreicht wird, um die Natur zu übertreffen.60 Daraus ergibt sich, weshalb die Renaissance hier anhand eines ihrer bedeutenden Künstlers behandelt wird. Natürlich ist Albrecht Dürer nicht der einzige Künstler, der sich mit der Thematik auseinandergesetzt hat, allerdings wird innerhalb seines Oeuvres ein wichtiger Umbruch im Verständnis von Schönheit deutlich.

5.1. Das antike Vorbild

Albrecht Dürer knüpft an den antiken Kanon der Schönheit an und verschreibt sich dem Versuch, „die Schönheit per Gesetz zu definieren und setzt so den in der griechisch-klassischen Proportionslehre angelegten normativ-ästhetischen Charakter fort.“61 Normativ heißt in diesem Zusammenhang, dass die Proportionslehre als Richtschnur dient, an der Schönheit (im wahrsten Sinne des Wortes) gemessen wird. Albrecht Dürer beruft sich auf die antiken Beispiele, die im vorherigen Kapitel aufgeführt wurden. Polyklets Kanon prägt Dürers Studien stark, wobei er diesen erstmals um Proportionsmaße für den weiblichen Körper erweitert.62 Ebenso bezieht er sich auf Vitruv, den er in Vier Bücher über menschliche Proportion zitiert:

Die haben also gesprochen, daß der menschliche Leib also sei: Daß das Angesicht vom Kinn bis auf hin, da das Haar anfängt, sei der zehnte Teil des Menschen. Und eine ausgestreckte Hand sei auch so lang. Aber der Kopf des Menschen sei ein acht Teil, ein sechs Teil von der Höhe der Brust bis hinauf, da das Haar anfängt, und vom Haar bis zum Kinn in drei Teile geteilt63

[...]


1 Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung (Hrsg.): Zahl der Schönheits­operationen weiter gestiegen. In: Ärzteblatt.de. Unter: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/94803/ Zahl-der-Schoenheitsoperationen-weiter-gestiegen. [aufgerufen am 03.06.2019] sowie Burger: Warum nehmen Essstörungen zu?. In: Spektrum Wissenschaft. Unter: https://www.spektrum.de/news/ essstoerungen-wie-magersucht-nehmen-zu/1439050. [aufgerufen am 03.06.2019].

2 im Falle von weiblichen Körpern, für männliche Körper gelten andere Idealmaße.

3 Arndtz: Schönheit (v)errechnen, In: Heller, Krewani und Prümm (Hrsg.): AugenBlick, S. 95.

4 Eco: Die Geschichte der Schönheit, S. 14.

5 vgl. Liessmann: Schönheit, S. 7.

6 Ebd., S. 18.

7 vgl. Ebd., S. 24.

8 (Original: De architectural

9 Liessmann: Schönheit, S. 25.

10 vgl. Liessmann: Schönheit, S. 28f.

11 vgl. Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 69.

12 Ebd., S. 160.

13 Pethes et.al. (Hrsg.): Menschenversuche, S. 362.

14 Heintz: Die Innenwelt der Mathematik, S. 146.

15 Ebd., S. 146.

16 Posch: Projekt Körper, S. 21.

17 vgl. Heintz: Die Innenwelt der Mathematik, S. 252.

18 vgl. Heintz: Zahlen, Wissen, Objektivität, In: Mennicken, Vollmer: Zahlenwerk, S. 67.

19 Heintz: Die Innenwelt der Mathematik, S. 252.

20 Döring: Schönheit nach Maß, S. 44.

21 vgl. Porter.: Trust in Numbers, S. 72.

22 vgl. Heintz: Zahlen, Wissen, Objektivität, In: Mennicken, Vollmer: Zahlenwerk, S. 65.

23 Polanyi: Personal Knowledge, S. 55. Deutsch: Denn eine Messung hat den Vorteil größerer Objektivität, was daran zu erkennen ist, dass Messungen beständige Ergebnisse in den Händen von BeobachterInnen auf der ganzen Welt produzieren. (Übersetzung der Verfasserin).

24 siehe dazu Daston und Galison: Das Bild der Objektivität, In: Geimer (Hrsg.): Ordnungen der Sichtbarkeit.

25 Heintz: Zahlen, Wissen, Objektivität, In: Mennicken, Vollmer: Zahlenwerk, S. 76.

26 Ebd., S. 81.

27 Heintz: Die Innenwelt der Mathematik, S. 257f.

28 Döring: Schönheit nach Maß, S. 156.

29 vgl. Döring: Zeugende Zahlen, S. 116.

30 vgl. Heintz: Die Innenwelt der Mathematik, S. 255.

31 Negation meint hier nicht die einfache inhaltliche Umkehr einer Aussage durch das hinzufügen des Wortes „nicht“ oder im Falle der Zahl ihre Umkehr in einen negativen Wert. Gemeint ist Widerlegbarkeit und die Auflösung ihrer Gültigkeit.

32 vgl. Heintz: Die Innenwelt der Mathematik, S. 52.

33 vgl. Heintz: Zahlen, Wissen, Objektivität, In: Mennicken, Vollmer: Zahlenwerk, S. 78.

34 Das gleiche gilt für Bilder. Auch sie zeigen direkt etwas.

35 Leibniz zitiert nach Mayer: Ein großer Geist, der sich verzettelte. In: Knop, Carsten: Frankfurter Allgemeine. Unter: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/zum-300-todestag-des-gelehrten- gottfried-wilhelm-leibniz-14523816.html. [aufgerufen am 27.06.2019].

36 vgl. Heintz: Die Innenwelt der Mathematik, S. 12.

37 Pethes et.al. (Hrsg.): Menschenversuche, S. 357.

38 vgl. Heintz: Zahlen, Wissen, Objektivität, In: Mennicken, Vollmer: Zahlenwerk, S. 74.

39 vgl. Duttweiler: Leben nach Zahlen, S. 247.

40 Döring: Zeugende Zahlen, S. 111.

41 Thomson, William: Electrical Units of Measurement (1883) in “Popular Lectures Vol. I, S. 73 Deutsch: Wenn du messen kannst, wovon du sprichst und es in Zahlen ausdrücken kannst, weißt du etwas darüber. Kannst du es jedoch nicht in Zahlen messen, ist dein Wissen mager und unbefriedigend. (Übersetzung der Verfasserin).

42 vgl. Eco: Die Geschichte der Schönheit, S. 48.

43 vgl. Ebd., S. 61.

44 vgl. Hersey: Verführung nach Maß, S. 62.

45 Eco: Die Geschichte der Schönheit, S. 61.

46 vgl. Deuflhard: Was ist ein schönes Gesicht?, S. 9.

47 vgl. Waibl: Ästhetik und Kunst von Pythagoras bis Freud, S. 37f.

48 Eco: Die Geschichte der Schönheit, S. 72f.

49 vgl. Ebd., S. 89.

50 vgl. Döring: Schönheit nach Maß, S. 16. Anthropometrie beschreibt die Wissenschaft der Vermessung des menschlichen Körpers.

51 Döring: Schönheit nach Maß, S. 16.

52 Ebd., S. 17.

53 vgl. Hersey: Verführung nach Maß, S. 62.

54 vgl. Berger: Zum Kanon des Polyklet. In: Beck, Bol, Bückling (Hrsg.): Polyklet. Der Bildhauer der griechischen Klassik, S. 157 und 160 f.

55 Hersey: Verführung nach Maß, S. 77.

56 Vitruv zitiert nach Eco: Die Geschichte des Schönheit, S. 75.

57 Vitruv in 10 Büchern über Architektur.

58 Renz: Schönheit, S. 22f.

59 vgl. Liessmann: Schönheit, S. 24.

60 Döring: Schönheit nach Maß, S. 16.

61 vgl. Ebd., S. 12.

62 Vitruv zitiert nach Dürer zitiert nach Steck: Albrecht Dürer als Kunsttheoretiker, S. 59.

63 Steck: Albrecht Dürer als Kunsttheoretiker, S. 62.

Ende der Leseprobe aus 54 Seiten

Details

Titel
Schönheit im Spiegel der Zahl. Inwiefern wandelt sich die Bedeutung der Zahl für die gesellschaftliche Bewertung menschlicher Schönheit?
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Künste und Medien)
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
54
Katalognummer
V975586
ISBN (eBook)
9783346327055
ISBN (Buch)
9783346327062
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schönheit, Mathematik, Geschichte, Social Media, Malerei, Rechnen, Medien
Arbeit zitieren
Judith Böttger (Autor), 2019, Schönheit im Spiegel der Zahl. Inwiefern wandelt sich die Bedeutung der Zahl für die gesellschaftliche Bewertung menschlicher Schönheit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/975586

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