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Verlassene Felder im semiariden Südostspanien. Regeneration der Vegetation und Reduktion der Bodenerosion?

Titel: Verlassene Felder im semiariden Südostspanien. Regeneration der Vegetation und Reduktion der Bodenerosion?

Bachelorarbeit , 2018 , 56 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Dominik Prinz (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der Untersuchung ist es, herauszufinden, ob es der Vegetation gelingt sich auf verlassenen Feldern im semiariden Südostspanien wiederherzustellen. Dabei ist eine natürliche Regeneration der Vegetation gemeint, d.h. ein Wiederherstellungsprozess der Vegetationsbedeckung, der durch sekundäre Sukzession ohne dem Eingreifen des Menschen erfolgt. Folglich wird nach den Ursachen, die der erfolgreichen Vegetationsregeneration auf ehemaligen Ackerflächen zugrunde liegen, gefragt, falls eine solche festgestellt werden kann.

Es sollen die Hauptfaktoren, die für die Vegetationserholung auf verlassenen Feldern verantwortlich sind, identifizieren werden bzw. jene Faktoren ausfindig gemacht werden, die die Entwicklung einer Vegetationsdecke hemmen. Ein weiteres Ziel ist es herauszufinden, ob sich die Bodenerosion durch Wasser aufgrund der Regeneration der Vegetation reduziert. Dabei wird angenommen, dass sich durch die Pflanzenwiederbesiedelung die Infiltration erhöht, die Wasserrückhaltekapazität im Boden verbessert, sich der Abfluss somit verringert und die Erosion abnimmt. Die Wechselwirkung von Vegetation und Boden steht bei der Untersuchung im Vordergrund. Aus diesen Zielen leiten sich folgende Forschungsfragen ab, die am Ende beantwortet werden sollen: Ist nach der Aufgabe von Ackerflächen mit einer Regeneration der Vegetation zu rechnen? Verringert sich die Bodenerosion auf verlassenen Feldern durch die erfolgreiche Vegetationsregeneration?

Im vergangenen Jahrhundert führten landwirtschaftliche Veränderungen einerseits zu einer intensivierten Nutzung in produktiven Gebieten und andererseits zu Landaufgaben in Ungunsträumen. Vor allem ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche Ackerflächen im mediterranen Raum aufgegeben. Abhängig von den Umweltbedingungen kann die Entwicklung verlassener landwirtschaftlicher Flächen stark variieren. Ziel der vorliegenden Arbeit war es die Vegetationsdynamik sowie die Erosionsprozesse auf verlassenen Feldern im semiariden Südostspanien zu analysieren. Dazu wurden mehrere Studien zitiert. Die Analyse zeigte, dass die Aufgabe, je nach den spezifischen Standortbedingungen, sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf die Bodenentwicklung haben kann. In den ersten Jahren nach dem Verlassen, wenn die Felder brachliegen und Krustenbildung auftritt, sind erhöhte Erosionsraten wahrscheinlich. Unter günstigen klimatischen Bedingungen aber regeneriert sich die Vegetation und die Bodenerosion nimmt ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ziele und Forschungsfragen

3. Methodik und Aufbau

4. Begriffsdefinitionen

4.1. Desertifikation

4.2. Semiaridität

5. Untersuchungsgebiet

5.1. Klima

5.2. Natürliche Vegetation

5.3. Gesteinsuntergrund

5.4. Agrarwirtschaft

6. Landflucht und Aufgabe landwirtschaftlicher Flächen

6.1. Landaufgabe als globales Problem

6.2. Aktuelle Entwicklungen im ländlichen Südostspanien

7. Theoretisch-konzeptionelle Grundlagen und Problembeschreibung

7.1. Landnutzung in der Mediterraneis

7.2. Vegetationsbedeckung und Bodenerosion

8. Analyse

8.1. Vegetationssukzession auf verlassenen Feldern

8.2. Vegetation und Erosion auf unterschiedlichen Flächen

8.3. Vegetation und Erosion auf Terrassenfeldern

8.4. Gesteinsuntergrund als wesentlicher Faktor

9. Diskussion der Analyseergebnisse

10. Synthese und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Auswirkungen der Aufgabe landwirtschaftlicher Flächen im semiariden Südostspanien auf die Vegetationsdynamik sowie auf Erosionsprozesse durch Wasser, um zu klären, ob eine natürliche Regeneration der Vegetation die Bodenerosion signifikant reduzieren kann.

  • Vegetationssukzession nach landwirtschaftlicher Nutzungsaufgabe
  • Wechselwirkungen zwischen Bodenbeschaffenheit und Erosionsraten
  • Rolle des Untergrundgesteins bei der Erosionsanfälligkeit
  • Einfluss von Landnutzungspraktiken (insb. Terrassenfeldbau)
  • Zukunftsperspektiven im Kontext des Klimawandels

Auszug aus dem Buch

8.1. Vegetationssukzession auf verlassenen Feldern

Die sekundäre Vegetationssukzession in semiariden Gebieten unterscheidet sich von jenen in humiden Regionen. In der gemäßigten oder tropischen Klimazone werden verlassenen Felder in der Regel von Wald bewachsen. In semiariden mediterranen Gebieten ist dies nur selten zu beobachten, da die umliegende Vegetation, aufgrund von fehlendem Wasser und jahrhundertelangem Einfluss des Menschen, oft baumfrei ist. Die potentielle Vegetation im semiariden Südosten der iberischen Halbinsel ist extremen Trockenstress ausgesetzt und muss Methoden entwickeln, um sich an diese Bedingungen anzupassen. Die Vegetation auf den verlassenen Feldern erholt sich im Regelfall. Kräuter und Sträucher besiedeln bereits nach weniger als fünf Jahren die ehemaligen Anbauflächen. Nichtsdestotrotz ist aufgrund des Wassermangels in semiariden Gebieten die Regeneration der Vegetation eingeschränkt.

Ziel einer Studie in der Provinz Alicante war es die sekundäre Vegetationssukzession auf Terrassenfeldern, die zwischen 1946 und 1956 aufgegeben wurden und für den Trockenfeldbau genutzt wurden, zu untersuchen. Die Böden des Gebietes bildeten sich über Mergel und kalkhaltigem Grundgestein. Die Terrassen wurden zum Teil mit Pinus halepensis (Aleppo-Kiefer) aufgeforstet. Umgeben sind die ehemaligen Anbauflächen von Busch- und Grasvegetation mit den Arten Stipa tenacissima (Halfagras), Brachypodium retusum (Zwenke), Erica multiflora (Vielblütige Heide) sowie Quercus coccifera (Kermes-Eiche). Auf den ehemaligen Feldern mischten sich zu den übergebliebenen Kulturpflanzen (Johannisbrotbäume, Mandelbäume, Olivenbäume) Aleppo-Kiefern und die zuvor genannten Sträucher und Gräser. Das bedeutet, dass eine Wiederbesiedlung der halb-natürlichen Vegetation (98% der Ackerfläche) stattgefunden hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die voranschreitende Desertifikation und Bodenerosion im semiariden Südostspanien infolge menschlicher Eingriffe und veränderter Landnutzung.

2. Ziele und Forschungsfragen: Das Kapitel definiert das Untersuchungsziel, die natürliche Vegetationsregeneration und deren Einfluss auf die Erosionsreduktion zu analysieren.

3. Methodik und Aufbau: Hier wird das Vorgehen als Literaturarbeit dargelegt, wobei Studien zu Erosionsprozessen und Vegetationssukzession zusammengeführt werden.

4. Begriffsdefinitionen: Es erfolgt eine wissenschaftliche Klärung der Kernbegriffe Desertifikation und Semiaridität für den regionalen Kontext.

5. Untersuchungsgebiet: Das Kapitel beschreibt die klimatischen, geologischen und agrarischen Charakteristika des südöstlichen Spaniens.

6. Landflucht und Aufgabe landwirtschaftlicher Flächen: Hier werden die globalen sowie spezifisch regionalen Ursachen und Folgen der landwirtschaftlichen Nutzungsaufgabe analysiert.

7. Theoretisch-konzeptionelle Grundlagen und Problembeschreibung: Das Kapitel erläutert die historische Landnutzung und die theoretischen Zusammenhänge zwischen Vegetation und Bodenerosion.

8. Analyse: Der Hauptteil untersucht detailliert die Vegetationssukzession, den Einfluss des Gesteinsuntergrunds sowie die Erosionsprozesse auf unterschiedlichen Flächen und Terrassen.

9. Diskussion der Analyseergebnisse: Die Ergebnisse der verschiedenen Studien werden synthetisiert, um die komplexen Einflussfaktoren auf Erosion und Regeneration kritisch zu diskutieren.

10. Synthese und Ausblick: Das Abschlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen, überprüft die Hypothesen und gibt einen Ausblick auf künftige Herausforderungen durch den Klimawandel.

Schlüsselwörter

Bodenerosion, Desertifikation, Vegetationsregeneration, Landaufgabe, Semiaridität, Südostspanien, Sukzession, Terrassenfelder, Infiltration, Bodenqualität, Klimawandel, Agrarwirtschaft, Matorral, Sedimentabtrag, Ökosystemdynamik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich verlassene landwirtschaftliche Flächen im semiariden Südostspanien entwickeln, insbesondere ob die Vegetation natürlich nachwächst und dadurch die Bodenerosion verringert wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Vegetationssukzession, Bodendegradation, erosive Prozesse durch Wasser sowie die Rolle von Standortfaktoren wie Gesteinsuntergrund und Bodenbearbeitung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu identifizieren, ob sich halb-natürliche Vegetation auf Brachflächen wiederherstellt und welche Faktoren diese Erholung sowie die damit verbundene Bodenerhaltung positiv oder negativ beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, in der die Ergebnisse zahlreicher vorliegender Studien analysiert und zusammengeführt werden, um den aktuellen Forschungsstand zu synthetisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Sukzessionsprozesse auf ehemaligen Feldern, vergleicht Erosionsraten auf unterschiedlichen Standorten (insb. Terrassen) und untersucht den Einfluss des geologischen Untergrunds auf die Bodenstabilität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Bodenerosion, Desertifikation, Vegetationsregeneration, Landaufgabe, Semiaridität und Ökosystemdynamik.

Warum sind Terrassenfelder besonders erosionsanfällig nach ihrer Aufgabe?

Die Arbeit zeigt, dass nach der Aufgabe die notwendige Bodenbearbeitung entfällt, was zu Krustenbildung führt. Zudem stürzen Terrassenmauern mit der Zeit ein, was die Erosion beschleunigt.

Hat Mergel einen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse?

Ja, Böden über Mergel gelten als besonders erosionsanfällig und schwierig für die natürliche Vegetationsregeneration, da sie spröde, wasserundurchlässig und arm an organischem Material sind.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verlassene Felder im semiariden Südostspanien. Regeneration der Vegetation und Reduktion der Bodenerosion?
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Geografie und Regionalforschung)
Note
2,0
Autor
Dominik Prinz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
56
Katalognummer
V975761
ISBN (eBook)
9783346326171
ISBN (Buch)
9783346326188
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verlassene Felder Bodenerosion Vegetation Südostspanien semiarid Bodendegradation Vegetationssukzession field abandonment
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Prinz (Autor:in), 2018, Verlassene Felder im semiariden Südostspanien. Regeneration der Vegetation und Reduktion der Bodenerosion?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/975761
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Leseprobe aus  56  Seiten
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