Die Ikonographie der Bombe (H-Bombe in der Öffentlichkeit)


Seminararbeit, 1998
15 Seiten, Note: 1

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Inhaltsverzeichnis

I. - Einleitung

II. - Filmisches Quellenmaterial

III. - Der zeitgeschichtliche Hintergrund

IV. - Nukleare Mentalität
1. Pragmatismus
2. Die Ikonographie der Bombe

Strahlendermatitis (Derm-; -titis) f: (engl.) radiation dermatitis; syn. Radiodermatitis acuta; nach Einwirkung inoisierender Strahlung auf die Haut auftretende Strahlenreaktion, deren Symptome sich nach unterschiedl. Latenzzeiten entwickeln; in Abhängigkeit von der Höhe der verabfolgten Strahlendosis unterscheidet man klinisch drei Schweregrade: St. 1. Grades: bei 3-4 Gy (300-400 rd) tritt nach wenigen Std. ein reversibles Früherythem auf, das bei Strahlendosen ab 6 Gy (600 rd) in ein düster- rotes Erythem [...] mit vorübergehender Blockierung der Talgdrüsenfunktion übergeht; bereits ab 3,8 Gy (380 rd) kommt es zu passagerem Haarausfall (4- 8 Wo.). Nach ca. 6 Wo. resultiert eine fleckige od. diffuse, über Jahre bestehende Hyperpigmentierung der bestrahlten Haut. St. 2. Grades: Bei Strahlendosen von 8-10 Gy (800-1000 rd) tritt eine schwere Hautreaktion mit entzündl. Rötung , Ödem- u. Bläschenbildung (feuchte Desquamation) auf. Als Folge einer Schädigung der Hautkapillaren kommt es 3-4 Wochen nach Strahlenexposition zum sog. Hauterythem, im weiteren Verlauf zur Hautatrophie mit bleibendem Verlust der Haare, Talgdrüsen und Nägel. St. 3. Grades: Bei noch höheren Strahlendosen kommt es nach wenigen St. zu einer toxischen Strahlenschädigung der Haut mit Flüssigkeitsabsonderungen (Dermatitis exsudativa) sowie tiefer primärer Gewebenekrotisierung (akutes Strahlenulkus) mit schlechter Heilungstendenz; es resultieren zusätlich irreparable Schäden der Haarbälge (ab 16 Gy bzw. 1600 rd) u. der Schweißdrüsen (ab 25 Gy bzw. 2500 rd). [...] auf dem Boden chron. Bindegewebeveränderungen können sich nach Jahren maligne Hauttumoren (u.a. Plattenepithelkarzinome u. Basaliome) entwickeln. S. Strahlenulkus, Strahlenkrebs, Strahlenschäden.1

I. - Einleitung

,,We must learn to live in a world where we have the hydrogen bomb." Lyndon B. Johnson, späterer US-Präsident, wirkt entspannt, als er voll Vertrauen in die Kamera spricht. ,,We must learn to live in a world where we have the hydrogen bomb - and the enemy of freedom has the hydrogen bomb." Durch das Fenster, vor dem der Senator Platz genommen hat, blitzt in stolzem Weiß die Kuppel des Washingtoner Capitols. Johnson fährt fort: ,,It can destroy any city. That means: Forth Worth, Dallas, Houston, San Antonio, [ein diebisches Lächeln fliegt ihm über das Gesicht] Amarillo, [zart wird das Lächeln breiter...] El Paso [...schießt in Johnsons Mundwinkel], - even: Johnson City!"2

Das wars! Die einstudierte Pointe saß. Johnson nickt noch einmal seelig und dann wird der Bildschirm schwarz. Die Presse-Erklärung ist beendet.

Dieses krude Medienspektakel fand 1953 statt. Zu bewundern aber ist die schwarz-weiß Aufnahme dieses Johnson-Interviews auch heute noch - in der satirischen Film-Kollage ,,Atomic Cafe"3.

Und eine weitere Sequenz des Films sei eingangs zitiert. Sie stammt aus einem amerikanischen Propagandafilm der fünfziger Jahre:

Die Vereinigten Staaten befinden sich ,,under Nuklear Attack". Der Atomschlag steht unmittelbar bevor. In einem Keller irgend wo in den USA führt ein Familienvater Frau und Kinder in seine Strategie für die kommenden Minuten ein: ,,If there is an explosion we´ll wait about a minute after it´s all over, and we´ll go upstairs and take a look around - see if it´s alright for us to clean up."4 Er tätschelt zuversichtlich seinen sichtlich verstörten Sohn, der in einer Ecke kauert.

Nach dem imaginären Atom-Blitz versammelt sich die freilich noch intakte amerikanische Muster-Familie im von der Atomexplosion nur leicht zerrütteten Wohnzimmer. Der Vater fordert gelassen seinen Sohn auf, einige Scherben wegzufegen, (neben einem schief hängenden Bild einziger Rückstand der Detonation) blickt dann seitlich in die Kamera und sagt: ,,Nothing to do now, but wait for orders from the authoroties - and relax!"5

Es ist das Selbstportrait einer stolzen Nation, das uns hier vorgeführt wird - einer Nation von freiheitsliebenden Individualisten. Ihr Motto: take it as it comes. Was die politischen Eliten vorleben, wirkt im propagandistischen Leitbild des kleinen Mannes fort. Der american way of life wird fortbestehen, und sei es auch unter einem ganzen Hagel von Wasserstoff-Bomben. Mit ein wenig Humor und Schaufel und Besen, so die Botschaft, läßt sich noch jedes Problem aus der Welt schaffen. Man geht pragmatisch zu Werke.

Was heute wie ein kindischer Witz, wie ein Hohn auf die noch immer in den Silos wartenden Interkontinental-Raketen wirkt, war in der Zeit, der sich diese Arbeit widmet, Höhe und Stand des öffentlichen Diskurses6. Doch die Banalisierung der Nuklearthematik, die kollektive Weigerung, die reale ,,Kraft" dieser fürchterlichen Waffe zu realisieren, muß bei genauerer Betrachtung stutzig machen. Denn ob banal oder seriös behandelt - verwoben mit der Kommunistenhatz beschäftigte die nukleare Bedrohung die amerikanische Öffentlichkeit zu dieser Zeit wie kein zweites Thema. Nur unzureichend begriffen war die ,,Bombe" das Thema Nummer Eins im Amerika der frühen fünfziger Jahre.

Wieso faszinierte der Schrecken der ,,Bombe" so den medialen Diskurs und welche mentalen Strukturen entstanden daraus? - Das ist die Fragestellung dieser Proseminar-Hausarbeit.

Untersucht werden dabei nicht die vereinzelten Stimmen der Kritiker des nuklearen Systems oder die Voraussetzungen, die zu seiner Installierung führten, sondern die Auswirkungen, die das System der wechselseitigen Vernichtung der Blöcke auf breite Schichten der amerikanischen Bevölkerung hatte. Hierbei wird nicht zwischen sozialen Schichten und Klassen differenziert: Im Fokus dieser Untersuchung steht das Echo, das der im nuklearen System verfangene Durchschnittsamerikaner in den Medien hinterließ. Von hier aus sollen Rückschlüsse auf eine spezifische ,,nukleare Mentalität" versucht werden.

Der Begriff der nuklearen Mentalität meint in diesem Falle die Vielzahl der psychologischen Impulse, die zur untersuchenden Zeit vom nuklearen System ausgingen und im Individuum zu einer bestimmten Konditionierung führten. Die individualpsychologischen Auswirkungen dieses Systems auf den Einzelnen werden dabei als so grundlegend begriffen, daß sie über innergesellschaftliche Grenzen hinaus wirksam waren. Sie werden als das primäre Dispositiv der Zeit aufgefaßt. Ihre Summe im Subjekt bildete die nukleare Mentalität.

Diese Mentalität zu untersuchen, ist Sinn und Zweck dieser Arbeit.

Während der erste Abschnitt der Einleitung diente, werden im zweiten Abschnitt einige methodische und quellentheoretische Anmerkungen gemacht. Da diese Hausarbeit (ungewöhnlicher Weise) auf filmischem Quellenmaterial basiert, welches unter künstlerisch- kreativen Vorzeichen zusammengestellt ist, muß der Quellenkritik hier einiger Raum gewährt werden.

Der dritte Abschnitt bringt einige grundlegende zeitgeschichtliche Informationen, speziell zum Begriff der Nationalen Sicherheit und seiner Entstehung.

Hier wird versucht, die verteidigungspolitische Atmosphäre im Amerika des nuklearen Zeitalters darzustellen.

Der vierte Abschnitt, der das Wesen der nuklearen Mentalität beschreibt, gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil widmet sich dem spezifisch amerikanischen Pragmatismus und analysiert dessen Aufgehen in der nuklearen Mentalität. Damit in Zusammenhang stehend wird die ,,Dissoziation" als charakteristisches Merkmal der Massen ausgewiesen. Es wird verdeutlicht, daß sie zu einer Säkularisierung bestimmter Persönlichkeitsteile im Einzelnen (nämlich der privaten Emotionen) führt, die vom öffentlichen Diskurs ausgegrenzt werden.

Der zweite Teil des vierten Abschnitts greift diese These auf und zeigt, wie jene Persönlichkeitsteile sich in einer quasi-religiösen Bewegung der Bombe zuwenden, die dadurch einen sakralen Charakter erhält.

II. - Filmisches Quellenmaterial

Diese Untersuchung basiert zu großen Teilen auf der satirischen Film-Kollage ,,Atomic Cafe". Der Film bietet einen Zusammenschnitt von militärinternen Dokumentaraufnahmen, Propagandafilmen, öffentlichen Statements führender US-Politiker, Talk-Runden und Straßeninterviews zum Thema Nuklearbedrohung, immer in Verbindung und im Wechselspiel mit Bildern von dem realen Schrecken der Atomwaffe. Die Autoren des Films verzichten dabei auf jegliche übergeordnete Komentierung. Durch die direkte Verquickung von grauenvollen Bilddokumenten mit den Euphemismen der amerikanischen Nuklearpropaganda wird der Rezipient jedoch implizit auf den Widerspruch gestoßen, der in der Nuklearpropaganda lag und liegt.

Obwohl sich diese Untersuchung einem ähnlichen Ziel verpflichtet wie der Film und auch die Motivation dieser Arbeit sich nicht maßgeblich von der der Autoren von ,,Atomic Cafe" unterscheiden mag, ist jedoch der Weg, der zu beschreiten ist, ein gänzlich anderer. Denn der Film ,,Atomic Cafe" erhält seine Faszination durch den kreativen Schnitt von archiviertem Filmmaterial mit dem Ziel, eine affekthafte Stimmung zu erzeugen, die anschließend vom Rezipienten reflektiert wird. Oder eben auch nicht. Einer wissenschaftlichen Arbeit hingegen muß der Gefühlsweg ebenso verschlossen bleiben, wie die letztliche Offenheit der gebrachten Aussage7. Denn während ein Kunstwerk aus den Affekten des Betrachters sein Kapital schlagen darf, muß der Wissenschaft dieser Weg versagt bleiben. Sie muß Aufgrund der Forderung nach Intersubjektivität und Koherenz der Aussage eine subjektive Betrachtung zu vermeiden suchen. Deshalb nutzt diese Arbeit den Film ausschließlich als Materialsammlung, gleichsam als Edition, und als solche (und als nichts anderes) wird er hier verwendet.

Diese Untersuchung versucht, im Gegensatz zum Film, hochgradig bewu ß t hinter die Fassaden der Propaganda schauen, um die sie bedingenden Strukturen der nuklearen Mentalität aufzudecken. Der Film wird herangezogen, da sich die gebotenen Quellen hervorragend zur Analyse der nuklearen Mentalität eignen.

Durch den Gebrauch von filmischem Quellenmaterial ergeben sich einige methodische und theoretische Implikationen, die im Folgenden kurz skizziert werden sollen: Da ist das Problem der Zitierweise, die Frage nach der Gestaltung eines Fußnotenkomplexes, in dem zitierte Quellen nachgewiesen werden. Da hierauf in keinem Fall verzichtet werden kann, wurde für diese Arbeit ein, zugegebenermaßen etwas ,,unorthodoxer" Weg des Nachweises ersonnen: Die in der Analyse verwendeten Sequenzen werden in den Fußnoten mit Minuten gekennzeichnet. Bei einem mit Zeitzählwerk ausgerüsteten VHS-Recorder ergibt sich so eine Zuverlässige Methode zum Aufspüren der Quellen; ähnlich der Seitenzahlangabe einer Quellenedition. Die Zählung beginnt am Anfang des Films, nicht am Anfang des Bandes.8

Die dem Film entnommenen sprachlichen Zitate werden soweit möglich im englischen Original wiedergegeben. Die Transskription erfolgte durch den Autor. Erscheint ein Zitat auf deutsch, wird die Synchronfassung zitiert, die das Original in diesem Falle überlagerte. Für die deutsche Bearbeitung ist Ute Friedsam verantwortlich.

Von einem der Grundpfeiler der Historiographie, dem Postulat der ,,Textualität der Geschichtswissenschaft", abzuweichen jedoch, bedarf in jedem Fall der dezidierten theoretischen Begründung. Dieses gilt ebenso für mit Zeitzeugen geführte Interviews, die so genannte ,,oral-history", wie auch für die Verwendung von Bild- und Filmaufnahmen als Quelle wissenschaftlichen Arbeitens.

Sprache ist ein in sich geschlossenes logisches Konstrukt, das auf einer Konvention der Bedeutung der von ihr verwandten Symbole bzw. Zeichen und der Regelhaftigkeit ihrer Aneinanderreihung beruht. Im wissenschaftlichen Diskurs unter dem Postulat der Eindeutigkeit9 verwandt, ist das Wort ein ideales Medium für den intersubjektiv Wissenstransfer. Hieraus erklärt sich die Forderung nach der Textualität der Geschichtswissenschaft ebenso, wie die Forderung nach textlichen Quellen. Bei der Untersuchung von Filmmaterial jedoch, scheint generell ein stärkeres subjektives Moment vorhanden zu sein, als bei der Deutung schriftlicher Quellen.

Bilder sind offener, vieldeutiger, auch verschwenderischer - bieten aber gerade dadurch eine ganze Palette von Deutungsmöglichkeiten, die der stringenteren Sprache verborgen bleiben. Bei der Verwendung von Filmmaterial besteht demnach die Gefahr, daß sich der Historiker durch die Bilder korrumpieren läßt: Der Fokus der Untersuchung verschiebt sich von der geleisteten sprachlichen Aussage, die die Geschichtswissenschaft erst determiniert, hin zu etwaigen ,,Nebenkriegsschauplätzen", zu Peripherien der Visualitäten und Stimmungen. Gerade diese Stimmungen aber sollen in dieser Untersuchung erfaßt und reflektiert werden; sind sie doch selbst Ausdruck bzw. Symptom der sie hervorbringenden Mentalität.

Eine Sprache-Bild Aufzeichnung kann Einsichten bringen, die der Textquelle als höchster Abstraktionsform, als ausschließlich sprachliche Symbolisierung eines Geschehens, verborgen bleiben. Denn beim Text werden alle Begleitumstände subtrahiert. Gerade aber diese können wertvolle Einsichten liefern, will man sich einem so komplexen Thema wie einer Mentalitätsanalyse nähern. Ein Beispiel hierfür wäre die am Anfang der Einleitung gebrachte Beschreibung der Erklärung von Lyndon B. Johnson. Das Filmmaterial hat es in diesem Falle erlaubt, gleichsam zwischen den Zeilen zu lesen. Auch diesen Mut muß ein Historiker aufbringen.

Rainer Krause schreibt in einer Aufsatzsammlung über Wahrnehmungstheorien: ,,Das Signal der Körperperipherie hat einen spezifischen interaktiven Aufforderungscharakter an den Handlungspartner. Ein Wutgesicht oder Schrei ist ein potenter Auslöser einer Emotion beim Anderen."10 Ähnlich potent mag sich auch ein Lächeln auswirken. Es ist, wie Sprache auch, Kommunikation, die immer auch analysierbar sein muß. Hierin ist die wesentliche Überlegenheit von filmischem Quellenmaterial zu sehen.

Man darf sich dadurch aber nicht zu grenzenlosem Optimismus verleiten lassen. Walter Benjamin schreibt: ,,Das Publikum fühlt sich in den Darsteller nur ein, indem es sich in den Apparat [das Technikum Kamera] einfühlt"11. Die Hermeneutik scheint bei dieser Betrachtungsweise verquer: Der Apparat selbst schafft sich ein eigenes Kontinuum als Projektionsfläche, hinter dem das eigentliche Geschehen zurückzutreten scheint. Das Dargestellte verliert seine ihm inherente Aura, wird technisch geglättet; erscheint clean. Der Flim schafft sich seine eigene ,,Wirklichkeit". Dieses ist immer auch zu bedenken, wenn man sich ihm zuwendet.

III. Der zeitgeschichtliche Hintergrund

Zwei Jahre nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, im Jahre 1947, geisterte erstmals der Begriff der ,,nationalen Sicherheit" durch die Denkschriften der Washingtoner Bürokratie. Man war siegreich gewesen im folgenschwersten Krieg der Geschichte und verfügte über die fürchterlichste Waffe, die der Mensch bis dato geschaffen hatte - und dennoch verspürten die Chef-Verwalter der neu entstandenen Supermacht ein Gefühl der Unsicherheit und Schutzbedürftigkeit, das auf den ersten Blick verwundern muß.

Im gleichen Jahr verabschiedete der Amerikanische Kongreß ein Gesetz, welches die zunächst diffusen Ängste der politischen Eliten konzeptionalisierte und fest in den Interessenkanon der USA fügte - den National Security Act.

Die Konstellation des ,,Kalten Krieges" begann sich zu formieren. Der National Security Act selbst umfaßte im Wesentlichen zwei Punkte: der alte Auslandsgeheimdienst der USA wurde in der CIA (Central Intelligence Agency) neu begründet, und es wurde ein Nationaler Sicherheitsrat (National Security Council) berufen, der die direkte Beratung des Präsidenten in Krisensituationen zur Aufgabe hatte. Durch diese strukturellen Änderungen versuchten die USA ihrer neuen Stellung als Supermacht gerecht zu werden, die ein aggressiveres Auftreten gegenüber anderen Staaten verlangte. Darüber hinaus wurden Ängste abgebaut und gleichsam ausgetrocknet: ,,Wir tun was", das dachte sich wohl mancher Bürokrat zu dieser Zeit, und er sollte Recht behalten: die Gangart wurde schärfer, der Einfluß der ,,Hawks", der militärischen Hardliner, auf die Politik wuchs.

Der National Security Act war aber nicht nur eine Reaktion auf die äußerlich veränderte Weltlage; er war gleichsam ein therapeutisches Instrument gegen die diversen Traumata, die die Nation durch den 2. Weltkrieg erlitten hatte: Da war zunächst das Münchner Abkommen von 1938, welches, durch die hanebüchene Dreistigkeit der Nationalsozialisten bedingt, ein tiefes Mißtrauen gegen alles hinterließ, was Ende der Dreißiger Jahre unter dem Begriff des Appeasement verstanden wurde. Es war die Erfahrung des Scheiterns jeglicher (wohlmeinender) Diplomatie einer radikalen Macht gegenüber.

Ein weiteres Trauma hatte der japanische Angriff auf Pearl Harbor bewirkt. Durch den überaus erfolgreichen seegestützten Luftschlag gegen den strategischen Stützpunkt der U.S. Pazifikflotte war das amerikanische Urvertrauen in die eigene Unverwundbarkeit verloren gegangen, welches sich dank der geographischen Lage Nordamerikas, über Jahrhunderte entwickeln konnte.

Aber letztlich war es die Katastrophe von Hiroshima selbst, die die amerikanische Administration beunruhigte: zwar hatte es schon vorher verheerende Luftangriffe auf Ballungszentren gegeben12. Aber seit die ,,Fähigkeit" bestand, mit einer einzigen Waffe eine ganze Großstadt zu vernichten, mußten die strategischen Konzepte der Kriegsführung von Grund auf überdacht werden; zumal zu dieser Zeit absehbar war, daß der Ideologie-Feind Rußland in Bälde selbst im Besitz der ,,Bombe" sein werde. Man begann zu begreifen, daß man eine Waffe geschaffen hatte, die alle bis dahin geltenden Regeln des militärischen Kräfteverhältnisses relativierte.13,,Die Amerikaner begannen sich [demnach] um ihre nationale Sicherheit zu sorgen, als es diese prinzipiell nicht mehr geben konnte."14 Lifton und Markusen schreiben weiterhin, ,,daß die Fixierung der USA auf ihre nationale Sicherheit durch ihre eigene Atombombe [erst] ausgelöst wurde".15

Präsident Eisenhower thematisierte in einer bemerkenswert offenen Rede diesen neuen Konflikt: ,,Wir sind von allen Seiten bedroht, von innen wie von außen und wir fragen uns, was wohl aus uns werden wird." Er geht auf die Zündung der ersten H-Bombe ein, und fährt dann fort: ,,Dieses Anwachsen an Macht und Zerstörungskraft, diese Entwicklung von der Muskete und der kleinen Kanone bis hin zur Wasserstoffbombe innerhalb einer einzigen Generation ist bezeichnend für das, was mit uns geschehen ist. Der wissenschaftliche Fortschritt hat unser soziales Bewußtsein weit hinter sich gelassen. Wir haben uns wissenschaftlich sehr weit entwickelt, ohne in der Lage zu sein, mit diesen Dingen auch gefühls- und verstandesmäßig richtig umzugehen. Und das ist einer der Gründe für die tiefe Besorgnis, die wir empfinden. Die Wasserstoffbombe ist hierfür lediglich ein dramatisches Symbol."16

Daß die Wasserstoffbombe weit mehr war, als nur ein ,,dramatisches Symbol", daß sie die höchst gegenständliche Bedingung der ,,tiefen Besorgnis" war, die sein Volk nach Meinung des Präsidenten befangen hatte - dieses soll im folgenden Abschnitt gezeigt werden.

IV. Nukleare Mentalität

1. Pragmatismus

Auf dem wohl weltweit faßbaren Fundament der Todesangst und der Faszination der ,,Bombe" sind neben dem Urvertrauen in die eigene Stärke die suggestive Kraft des amerikanischen Pragmatismus und die christliche Religiosit ä t und ihre Symbolik die entscheidenden Faktoren für die ureigen amerikanische Variante der nuklearen Mentalität. Während aber der Pragmatismus der Eliten von Administration, Militär und Wissenschaft in einem Glauben an die Dynamik von Technik und Fortschritt aufging und erst zur Installation des nuklearen Systems führte17, war seine Ausprägung in breiten Bevölkerungsschichten eine gänzlich andere. Sie zielte auf das Leben, den Alltag mit seinen Problemen und Problemchen - kurz auf Haus und Hof. In der klassischen amerikanischen Kleinfamilie richtete sich das pragmatische Denken aufs Private, war immanente Regel für Arbeit, Einkauf und Erziehung. Aus ihm erwuchs, so das Selbstverständnis des Mittelstandes, erst die Stärke und Kraft des Landes in seiner Gesamtheit. Der Pragmatismus ist zur betrachteten Zeit gleichsam Lebensform und -ideal des mittelständischen Amerika.

Aber auch hier, im privaten Bereich, brachen durch die Medien transportiert, jene Impulse ein, die in ihrer Gesamtheit die nukleare Mentalität sind. Denn die Atomwaffe faszinierte und wurde mehr und mehr primärer Gegenstand des öffentlichen Diskurses. Dies geschah, da die Atombombe einerseits eine latente Todesangst im Alltag installierte (jene tiefe Beunruhigung, von der Eisenhower sprach), und anderseits eine auratische Anziehungskraft auf die Massen ausübte, bedingt durch die rasende Urgewalt der elementarsten Energien, die die Wissenschaft zu entfesseln gelernt hatte.

Durch die im Grunde schlichte Struktur des nuklearen Systems (zwei Blöcke, eine Waffe) wurde es nun zum Allgemeinplatz im Mediendiskurs: Existenziell im Wortsinne, konnte jeder auf Grund seiner Überschaubarkeit dazu Stellung nehmen. Die Medienmaschinerie begann zu arbeiten.

Plumpe Propaganda verwob sich mit nuklearen Aufklärungsfilmen und einem blühenden Traktatwesen zu einem Potpourri nuklearer Symbolik. Um ,,die Bombe" entstand eine schillernde Subkultur, die das ihr immanente Grauen gleichsam zu verdecken trachtete: Die Jugend pflegte Kneipen mit so illustren Namen wie ,,Atomic Cafe"18 zu frequentieren und schlürfte dort dampfende Atomic Cocktails19. Die passende Musik boten Lowell Blenchard oder die Five Stars mit Songs wie ,,Jesus hits like an atomic bomb" und ,,Atom Bomb Baby"20.

Der erwachsene Mittelstand ging derweil zielgerichteter zu Werk:

Weiße Stoffe kamen in Mode, da sie die Hitze des ,,Blitzes" nicht so leicht absorbierten und es wurden Kreationen wie das ,,atomic protection device"21 präsentiert - eine schwarze (!) Kiste, rund 1, 50 mal 1,50 m groß, mit einem Deckel versehen. Sie versprach den angemessenen Schutz gegen die neuen Wasserstoffbomben im Megatonnen-Bereich.

Diese Stilblüten des mittelständischen Pragmatismus, die heute nur noch durch ihren morbiden Charme bestechen, waren gleichzeitig die krudesten Hervorbringungen der nuklearen Mentalität, wie auch ihr potentester Ausdruck. Was sie zeigen: Der nukleare Schrecken wurde nicht reflektiert, sondern (vorbewu ß t) im Alltag adaptiert und pragmatisch verarbeitet. Die tragenden Schichten des Landes wogen sich während einer akuten Bedrohung dadurch in Sicherheit, daß sie sich der Bedrohung mimetisch näherten. Das nukleare System ging in einem Proze ß der Verschmelzung im amerikanischen Alltag auf.

Dieser Wirklichkeitsverlust bei gleichzeitig beibehaltenem Realitätssinn wird hier unter dem Begriff der Dissoziation zusammengefaßt. ,,´Dissoziation` oder ´Abtrennung` bedeutet, einen Teil des Geistes vom Ganzen zu lösen, so daß die einzelnen Elemente in gewissem Maße eigenständig wirken. ,,Pyschische Abstumpfung" ist jene Form der Dissoziation, bei der sich ein funktionales zweites Selbst bildet, das zwar mit dem ursprünglichen Selbst verbunden bleibt, aber mehr oder weniger eigenständig wirkt"22

Die Abstumpfung der amerikanischen Mittelschicht im Angesicht der Todesdrohung wird so beschreibbar: Der dissoziative Mechanismus der nuklearen Mentalität wirkt in der dynamischen Verselbstst ä ndigung des sozial interaktiven Pers ö nlichkeitsteils in der Addaption des Schreckens, bei gleichzeitiger Isolierung des seelisch-privaten Bereiches in seiner Todesangst.

Der Diskurs selbst trägt sich durch die Addaption des Schreckens und fordert seine Reproduktion vom Einzelnen. Dieser gewährt und nutzt den Diskurs gleichzeitig als Stimulanz sowohl seines pragmatischen Interesses, als auch seiner Stimmungen. Die Bombe wird in die Oberflächen des Alltags integriert, während Angstgefühle als individuell-privat vom Diskurs ausgegrenzt werden. Eine diametrale Bewegung innerhalb der Persönlichkeitsstruktur der Massen läßt den emotionalen Teil des Selbst einsam und in permanenter Todesangst zurück. Oberflächlich verbindend, entwickelt die nukleare Mentalität auf tieferer Ebene eine säkularisierende Kraft, die die im öffentlichen Diskurs nicht überwindbare Todesangst des Einzelnen auf eine mystische Ebene hebt.

2. Die Ikonographie der Bombe

Die Unterdrückung der tiefen Angstgefühle der Massen bietet das Fundament für den zweiten wesentlichen Grundpfeiler der nuklearen Mentalität: Ihre sich christlicher Metaphorik bedienender Religiösität.

Religiöse Stimmungen bieten im Gegensatz zur Wissenschaft einen gefühlsbetonten Zugang zum Wesen der Dinge. Sie entstehen immer dann, wenn die äußeren, vielleicht bedrohlichen Lebensumstände rational nicht (mehr) faßbar sind.

Da die nukleare Mentalität das eigentliche Wesen der Bombe der Reflexion vorenthält, muß der Einzelne seine säkularisierten Ängste durch mystische Stimmungen kanalisieren: ,,Wir haben uns wissenschaftlich sehr weit entwickelt, ohne in der Lage zu sein, mit diesen Dingen auch gefühls- und verstandesmäßig richtig umzugehen."23

Diese von Eisenhower konstatierte Divergenz zwischen wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt, führt im Extremfall der Nuklearwaffen zur Mystifizierung des technischen Objektes. Es wird von der Ö ffentlichkeit nicht rational, sondern mytisch bzw. kultisch begriffen.

Der langjährige Wissenschaftsredakteur der ,,New York Times", William Laurence, schrieb nach dem erfolgreichen ,,Trinity" Test: ,,Wäre der erste Mensch dabei gewesen, als Gott die Welt schuf und sagte: ´Es werde Licht`, er hätte vielleicht etwas ähnliches gesehen wie wir."24 In diesem Fall tritt die Atomwaffe in engen Zusammenhang mit der Schöpfungslegende auf. Nach Laurences Worten setzt ihre Detonation Energien frei, denen der Genesis vergleichbar; jenen Energien die Gott selbst entfesselte, als er die Welt erschuf.

Rund ein Jahrzehnt nach dem Trinity-Test, als die USA die erste Wasserstoffbombe erfolgreich gezündet hatte, war es wieder Laurence, der sich emphatisch zu Wort meldete: ,,Diese aufgehende Supersonne erschien mir wie das Symbol einer neuen Ära", in der die Kernwaffen einen, ,,weltumspannenden Schutzschirm bilden würden", bis ,,die Menschheit fähig sein wird, ihre atomaren Schwerter zu Pflugscharen zu machen, die gewaltigen Energien des Wasserstoffs in den Weltmeeren zu nutzen und eine beispiellose Ära des Wohlstandes zu eröffnen."25

Der Physiker und vehemente Verfechter der Atombombe, Edward Teller, der bezeichnender Weise den Spitznamen ,,Apostel der Superbombe"26 trug, gab sich ebenfalls jenem auch Laurences Artikel durchdringenden quasi-religiösen Pathos hin: Er fühlte in direktem Zusammenhang mit der Atombombe den ,,Reiz des Unendlichen" und die ,,Keime des Morgen".27

Der Schrifftsteller Elias Canetti schreibt über die Isolierung des Einzelnen im katholischen Gebetsritus: ,,Auf mehr als eine Weise wird die Verbindung unter den Gläubigen selber verhindert. Sie predigen nicht zueinander; das Wort des einfachen Gläubigen hat keinerlei Heiligkeit. Was immer er erwartet, was immer den mannigfachen Druck, der auf ihm lastet, lösen soll, kommt von höherer Stelle; was ihm nicht erklärt wird, versteht er nicht einmal. Das heilige Wort wird ihm vorgekaut und dosiert verabreicht, es wird, eben als Heiliges, vor ihm gesch ü tzt."28

Der Diskurs über die ,,Bombe", der im Ganzen von der Verbindung seiner Teilnehmer lebt, unterminiert diese, sobald die Ebene tiefer wird. Im Angesicht der Todesangst wirkt er vereinzelnd. Der Mechanismus ist ähnlich dem, den Canetti für das kollektive christliche Gebet beschreibt.

Und ebenso wie der Katholizismus das Heilige vor dem Gläubigen schützt, um es als heilig erhalten zu können, schützt der Diskurs im nuklearen System ,,die Bombe" vor der wirklichen Erklärung. Mit Canettis Worten: ,,eben als Heiliges". Die Massen, die der Bombe durch Adaption im Alltag huldigen, lenken ihre Todesangst vergeblich auf den Gegenstand ihrer Angst: ,,Die Bombe" wird vom Diskurs weder erkl ä rt noch verstanden.

Die Angst vor dem nuklearen Holocaust wird nun durch eine mystische Gedankenbewegung verklärt und so partiell überwunden.

Die Hybris der Bombe ruft quasi-religiöse Zustände hervor. Die ,,Supersonne" wird zur Ikone der Massen.

,,Daher gleicht die nukleare Ideologie einer säkularen Religion, die in den Fundamentalismus abgleitet", schreiben Lifton und Markusen in ihrer Untersuchung. ,,Allerdings wird nicht das Wort der Bibel oder einer politischen Partei heilig gehalten, sondern die nüchterne, alleszerstörende Waffe. Dieses ,,Ding" übernimmt die Funktion des ,,Wortes", wird als Antwort auf alle Fragen beschworen - ob Politik oder Moral, Strategie oder Taktik, Nation oder Welt, Leben oder Tod, Körper oder Seele betreffend."29

Diese Untersuchung wollte zeigen, wie tief die nukleare Bedrohung mit dem politischen und privaten Handeln im Amerika der fünfziger Jahre verbunden war. Folgt man ihren Thesen, war die Atomwaffe nicht nur Gegenstand der verteidigungspolitischen Debatte der Washingtoner Administration. Vielmehr drang sie tief in das Bewußtsein der amerikanischen Massen ein und schuf sich dort gleichsam eine eigene Mentalität. Eine Mentalität, die ebenso Wirkung wie Ursache für den Zustand der ,,höchsten Absurdität"30 war, in dem die Welt zu dieser Zeit befand.

Literaturliste

Filmisches Quellenmaterial:

Atomic Cafe; Dokumentarfilm von Kevin Rafferty, Jane Loader und Pierce Rafferty, USA, 1982

Verwendete Literatur:

Robert J. Lifton/Eric Markusen, Die Psychologie des Völkermordes - Atomkrieg und Holocaust; Stuttgart, 1992

Walter Benjamin, Illuminationen - Ausgewählte Schrifften I; Frankfurt am Main, 1977

Gertrud Koch (HG.), Auge und Affekt - Wahrnehmung und Interaktion; Frankfurt am Main, 1995

Elias Canetti, Masse und Macht, Frankfurt am Main, 1980

Präsentation und Anhang:

Funk and Wagnalls New Encyclopedia - Nuklear Weapons; CD-Rom Versins, 1996

Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch; Berlin, 1994

[...]


1 Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch; Berlin, 1994

2,,Atomic Cafe" - Dokumentarfilm von Kevin Rafferty, Jayne Loader, Pierce Rafferty; USA, 1982 Im Folgenden als ,,Atomic:" zitiert.

3 Atomic: Min. 43-44

4 Atomic: Min. 77

5 Atomic: Min. 81

6 Der Diskursbegriff wird in dieser Untersuchung ,,inflationär" gebraucht, was keine strikte Anlehnung an Foucault meint.

7 Offenheit der Aussage meint die gewisse ,,Unschärfe", durch die moderne Kunst erst funktioniert: Durch ihre Leerstellen (hier das Ausbleiben von Kommentierungen zu einem überaus kommentierungswürdigen Themenkomplex) wirft sie den Rezipenten auf sich selbst zurück; er muß ,,aktiv" werden, um die Leerstellen zu füllen. Der Film ,,Atomic Cafe" will den Zuschauer dazu verleiten, die Widersprüche des gesehenen zu erkennen, um sie anschließend intellektuell zu verarbeiten.

8 Dies alles geschieht in der Hoffnung, daß der Prüfer die Vorzüge der gewählten Quelle erkennen mag und die Art der Zitierweise im Rahmen einer Proseminararbeit als zumutbar empfindet.

9 Im Gegensatz zum sprachlich-subversiven, sprich künsterischen Diskurs.

10 In: Auge und Affekt - Wahrnehmung und Interaktion. Gesicht - Affekt - Wahrnehmung und Interaktion; Gertrud Koch (HG.), Frankfurt am Main, 1995

11 In: Illuminationen - Ausgewählte Schriften I. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit; Frankfurt am Main, 1977

12 siehe die verheerenden Angriffe auf Hamburg 1943 (erstes Beispiel für das ab nun in Mode kommende sog. ,,area-bombing"), sowie auf Dresden und Tokyo 1945.

13 Zusammengefaßt nach Lifton/Markusen

14 Lifton/Markusen, S. 87

15 Lifton/Markusen, S. 76

16 Atomic: Min. 41- 42 (Synchronfassung)

17 Lifton/Markusen, die Kapitel zwei und vier.

18 Atomic: Min. 71

19 Atomic: Min. 49

20 Atomic: Min. 85 (Abspann)

21 Atomic: Min. 78

22 Lifton/Markusen, S.25 Jener Begriff der Dissoziation, der in der Forschung vor allem auf die Lager-Ärzte im Dritten Reich angewendet wird, ist hier nicht gemeint. Das Wort wird in seinem ursprünglichen Sinn verwendet. Seine (auch von Lifton/Markusen gebrauchte) Konkretisierung durch ,,Spaltung" wird hier als unzureichend betrachtet, da eine Spaltung im beschriebenen Falle ebensowenig vorliegt, wie im Falle der Lagerärzte. Die Konstatierung einer ,,Spaltung" im Bewußtsein gebildeter Massenmörder geht auf das Mißverständnis zurück, daß verinnerlichte (abendländische) Kultur vor Monströsität schützen kann. Das ist jedoch mitnichten der Fall.

23 Siehe Anm. 16

24 Lifton/Markusen, S. 96

25 Lifton/Markusen, S. 97

26 Lifton/Markusen, S. 97

27 Lifton/Markusen, S. 97-98

28 Elias Canetti, Masse und Macht; Frankfurt am Main, 1980, S. 183

29 Lifton/Markusen, S. 98

30 Lifton/Markusen, S. 13

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Die Ikonographie der Bombe (H-Bombe in der Öffentlichkeit)
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1
Autor
Jahr
1998
Seiten
15
Katalognummer
V97584
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ikonographie, Bombe
Arbeit zitieren
Markus Hedrich (Autor), 1998, Die Ikonographie der Bombe (H-Bombe in der Öffentlichkeit), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97584

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