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Die Bedeutung der Erzählstruktur in Trainspotting für den Roman

Title: Die Bedeutung der Erzählstruktur in Trainspotting für den Roman

Term Paper (Advanced seminar) , 1998 , 42 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Maritta Schwartz (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Erzählstruktur des Romans
Trainspotting und deren Bedeutung für den Roman. In diesem Zusammenhang sollen die formale Struktur des Romans, die einzelnen Erzähler und Erzählperspektiven sowie das räumlich-zeitliche Gefüge, Figurenrelationen und –konstellationen und die verschiedenen Aspekte des im Roman geschaffenen Wirklichkeitsmodells untersucht werden.
Formale Grobstruktur:
Zunächst einmal wirkt der formale Aufbau des Romans recht
ungewöhnlich. Was auf den ersten Blick wie eine gängige Einteilung in
Hauptteile und einzelne Kapitel aussieht, stellt sich alsbald als lose Aneinanderreihung einzelner Episoden dar, die unter verschiedenen Leitmotiven zusammengefaßt worden sind. Der thematische Bezug dieser Leitmotive zu den Kapitelinhalten ist ebenfalls nur in loser Form vorhanden.
Bei jenen Kapiteln bzw. Episoden handelt es sich um in sich geschlossene Einheiten mit wechselnden Ich-Erzählern bzw. einer personalen Erzählsituation. Dieser sehr unkonventionelle Aufbau überrascht nicht, wenn man weiß, daß es sich bei einigen der Episoden tatsächlich um Kurzgeschichten handelt, die bereits zwei Jahre vor Erscheinen des Romans in Zeitschriften veröffentlicht worden waren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formale Grobstruktur

3. Gattungseinordnung

4. Der Raum

4.1 Handlungsschauplätze

4.1.1 Zusammenfassung

4.2 Musik

4.3 Fernsehen, Filme, Zeitschriften

4.3 Sprache

4.4 Drogen, Alkohol, Fußball, Aids u.a.

4.5 Raum als Teil des Wirklichkeitsmodells im Roman

5. Die Zeit

5.1 Zeit und Wirklichkeitsmodell

6. Die Figuren

6.1 Figurenkonzepte

6.2 Figurenrelation

6.3 Figurenkonstellation und Wirklichkeitsmodell

7. Die Erzählstruktur

7.1 Die Ich-Erzähler

7.2 Charakterisierung der einzelnen Ich-Erzähler

7.2.1 Renton (Mark Renton)

7.2.2 Begbie (Frank Begbie)

7.2.3 Sick Boy (Simon Williamson)

7.2.4 Spud (Daniel Murphy)

7.2.5 Kelly

7.2.6 Davie Mitchell

7.2.7 Tommy Lawrence

7.2.8 2nd Prize (Rab McLaughlin)

7.3 Personale Erzählsituation

8. Wirkung multiperspektivischen Erzählens

9. Die Handlungsstränge

10. Das Erzählprofil

11. Die Bedeutung der Erzählstruktur – Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Erzählstruktur des Romans "Trainspotting" von Irvine Welsh und untersucht deren maßgebliche Bedeutung für die Konstruktion des Werkes. Im Zentrum steht die Frage, wie durch formale Aspekte, die multiperspektivische Erzählweise sowie die räumlich-zeitliche Gestaltung ein spezifisches Wirklichkeitsmodell entworfen wird, das das Leben der Protagonisten am Rande der Gesellschaft widerspiegelt.

  • Analyse der formalen Struktur und der ungewöhnlichen, episodischen Gliederung des Romans.
  • Untersuchung des Raum-Zeit-Gefüges als tragendes Element für Atmosphäre und Authentizität.
  • Charakterisierung der Figurenkonzepte, Figurenrelationen und deren soziale Konstellationen.
  • Erarbeitung der Funktionen der Ich-Erzählweise im Kontext des Multiperspektivismus.
  • Bewertung der Verknüpfungsformen von Handlungssträngen für die Gesamtwirkung des Romans.

Auszug aus dem Buch

Die Figurenkonzepte

Wir finden in Irvine Welshs Roman Trainspotting sowohl statisch als auch dynamisch angelegte Figuren. Allerdings überwiegen die statisch angelegten Figuren deutlich.

Zur Gruppe der statisch angelegten Figuren gehören auch solche, die zur Gruppe der Hauptpersonen im Roman gehören, nämlich Begbie, Spud, Sick Boy, Second Prize, Allison, Johnny Swan und andere. Diese statisch angelegten Figuren durchleben zwar im Laufe des Romans unterschiedliche Geschehnisse, auch einschneidende (wie z.B. den Tod des Babys Dawn), verändern sich aber nicht durch diese. Die Figuren dieser Gruppe dümpeln vor sich hin, bewegen sich durch das Leben wie Treibholz auf dem Wasser. Dies gilt nicht nur für diejenigen Figuren, die zur Gruppe der Drogensüchtigen gehören, sondern auch für diejenigen, die zur anderen Gruppe Süchtiger gehören, d.h. zur Gruppe der Alkoholiker. Auch suchtfreie Figuren sind statisch angelegt, so z.B. Gav Temperley (Mitarbeiter des Sozialamts), Rentons Eltern, Rentons Bruder und seine Freundin Sharon und Rentons Freundin Hazel.

Daneben gibt es vereinzelte Figuren, die dynamisch angelegt sind. Zu diesen gehört Kelly, die in verschiedenen Situationen versucht, aus sich herauszugehen, über ihren Schatten zu springen und ihren persönlichen Weg im Leben zu finden. Allerdings ist selbst ihre Dynamik sehr verhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Forschungsziel der Arbeit, die formale und erzählerische Struktur von Irvine Welshs "Trainspotting" hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Wirklichkeitsmodell des Romans zu untersuchen.

2. Formale Grobstruktur: Das Kapitel erläutert, warum "Trainspotting" trotz seines ungewöhnlichen, episodischen Aufbaus als Roman und nicht als lose Kurzgeschichtensammlung zu bewerten ist.

3. Gattungseinordnung: Der Autor ordnet den Roman gattungstheoretisch als Mischform eines "Character-Raum-Romans" ein, in dem Figuren und Handlungsort die zentralen Charakteristika bilden.

4. Der Raum: Es wird dargelegt, wie Edinburgh und London als konkrete Handlungsschauplätze sowie kulturelle Elemente wie Musik, Sprache und Konsumgewohnheiten ein lebendiges Wirklichkeitsmodell konstruieren.

5. Die Zeit: Dieses Kapitel thematisiert die komplexe, anachronische Zeitstruktur des Romans, die das innere Chaos und die Perspektivlosigkeit der Protagonisten verdeutlicht.

6. Die Figuren: Die Analyse konzentriert sich auf die Figurenkonzepte, deren relationale Anteile am Text und die soziale Gruppierung, die das "Wirklichkeitsabbild" des Romans tragen.

7. Die Erzählstruktur: Hier werden die Ich-Erzählweise, die Charakteristika der einzelnen Ich-Erzähler sowie die personale Erzählsituation auf ihre multiperspektivische Wirkung hin untersucht.

8. Wirkung multiperspektivischen Erzählens: Der Fokus liegt darauf, wie der multiperspektivische Ansatz den Leser zur komplexen Urteilsbildung über Figuren und Geschehnisse zwingt.

9. Die Handlungsstränge: Das Kapitel analysiert die korrelative Mehrsträngigkeit des Romans und wie diese zur Etablierung eines zentralen Handlungsrahmens beiträgt.

10. Das Erzählprofil: Es wird die Wechselwirkung zwischen dynamisierenden Elementen wie dem ständigen Erzählerwechsel und schematischen Elementen wie den "Junk-Dilemmas" beleuchtet.

11. Die Bedeutung der Erzählstruktur – Zusammenfassung: Abschließend wird resümiert, dass die unkonventionelle Erzählstruktur, insbesondere der Multiperspektivismus, maßgeblich zur Authentizität und lebendigen Wirkung des Romans beiträgt.

Schlüsselwörter

Trainspotting, Irvine Welsh, Erzählstruktur, Multiperspektivismus, Ich-Erzähler, Romananalyse, Wirklichkeitsmodell, Leith, Edinburgh, Drogensucht, Episodenstruktur, Figurenkonstellation, Charakterisierung, Lebenswelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Erzählstruktur von Irvine Welshs Roman "Trainspotting" und analysiert, wie diese Struktur das im Roman entworfene Wirklichkeitsmodell und die Wahrnehmung der Figuren maßgeblich beeinflusst.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der formalen Grobstruktur, dem Raum-Zeit-Gefüge, den Figurenkonzepten, den Erzählperspektiven (insbesondere dem multiperspektivischen Erzählen) und der Handlungsführung des Romans.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie formale und erzählerische Mittel – wie die episodische Struktur, der ständige Wechsel der Ich-Erzähler und der schottische Slang – dazu beitragen, ein authentisches und komplexes Bild der Lebenswelt von Drogenabhängigen in Leith zu erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analyseansätze zur Untersuchung von Raum, Zeit, Figurenrelationen und erzählerischen Grundformen, wobei Autoren wie Edwin Muir, Wolfgang Kayser und Eberhardt Lämmert als theoretische Basis dienen.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der räumlichen Gestaltung durch Schauplätze und Medien, der anachronischen Zeitdarstellung, der Charakterisierung der verschiedenen Ich-Erzähler und der multiperspektivischen Wirkung auf den Leser.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das vorliegende Werk?

Zentrale Begriffe sind neben dem Romantitel vor allem "Erzählstruktur", "Multiperspektivismus", "Wirklichkeitsmodell" und die soziale Problematik des "Drogenmilieus".

Welche besondere Bedeutung haben die sogenannten "Junk-Dilemmas" im Text?

Die "Junk-Dilemmas" fungieren als schematisches Element, das in kursiver Schrift abgesetzt ist und die surrealen Empfindungen von Renton während des Drogenkonsums thematisiert, was eine Abgrenzung zur realistischen Erzählebene schafft.

Warum wird Renton als zentrale Figur der Arbeit hervorgehoben?

Renton besitzt den größten quantitativen und qualitativen Anteil am Text, fungiert als wichtigster Ich-Erzähler und als einzige Figur, die eine tatsächliche, wenn auch vage Entwicklung weg vom "Alltagstrott" des Drogenmilieus zeigt.

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Details

Title
Die Bedeutung der Erzählstruktur in Trainspotting für den Roman
College
Ruhr-University of Bochum  (Englisches Seminar)
Course
HS: Contemporary Culture and Literature in Scotland
Grade
2,5
Author
Maritta Schwartz (Author)
Publication Year
1998
Pages
42
Catalog Number
V9766
ISBN (eBook)
9783638163828
ISBN (Book)
9783640552764
Language
German
Tags
Bedeutung Erzählstruktur Trainspotting Roman Contemporary Culture Literature Scotland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maritta Schwartz (Author), 1998, Die Bedeutung der Erzählstruktur in Trainspotting für den Roman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9766
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