Wenn Redaktionelles und Werbung sich kaum mehr unterscheiden


Seminararbeit, 1997
16 Seiten

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Inhalt

1 EINLEITUNG

2 PRINTMEDIEN UND WERBUNG
2.1 Allgemeine Situation
2.2 Bedeutung der Werbung für die Pressekonzentration
2.3 Die Situation in Österreich

3 VERWISCHUNG VON WERBUNG UND REDAKTIONELLEM
3.1 Strikte Trennung von redaktionellem Teil und Anzeigenteil
3.2 Formen redaktioneller Werbung
3.3 Der Einfluß von Öffentlichkeitsarbeit auf den Journalismus
3.4 Das Übergreifen der Werbung in den Textteil

4 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

5 ANHANG
5.1 Verzeichnis der Abbildungen
5.2 Bibliographie
5.3 Thesenpapier zur vorliegenden Proseminararbeit

1 Einleitung

Die Werbung ist ein für viele Mitglieder in unserer Gesellschaft wichtiger Aspekt des täglichen Lebens.

Für den Konsumenten stellt sich Werbung in sehr vielfältigen Formen dar: er betrachtet sie entweder als notwendig und nützlich, er kann sie natürlich auch als eher lästig empfinden (was bei einem Großteil der Bevölkerung zutrifft), oder sie als unterhaltsam bezeichnen1.

Für die Printmedien (wie natürlich auch für die elektronischen Medien) stellt die Werbung einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar. Ohne die Einnahmen aus der Werbung könnten viele, besonders kleinere, auflagenschwächere Zeitungen nicht überleben.

Auch für die Wirtschaft ist Werbung lebensnotwendig, da sie wohl der einzige Weg ist, den Konsumenten über ihre Erzeugnisse oder Dienstleistungen zu informieren und geschickt zum Kauf zu verleiten.

Über die Zusammenhänge, die zwischen Wirtschaft, Werbung und den Printmedien bestehen, wie diese drei Faktoren sich gegenseitig beeinflussen und wie sich diese Beeinflussung auf die Berichterstattung in Zeitungen und Zeitschriften auswirkt, möchte ich in meiner Proseminararbeit versuchen, Auskunft zu geben.

Um Mißverständnissen vorzubeugen möchte ich gleich eingangs erklären, daß ich meine schriftlichen Arbeiten nicht geschlechtsneutral formuliere, da das ständige Hinzufügen der weiblichen Form meiner Meinung nach nicht nur dem Schreiber die Arbeit erschwert, sondern auch die Lesbarkeit des Textes beeinträchtigt. Ich hoffe, daß jene emanzipierten Frauen, die möglicherweise meine Proseminararbeit lesen werden, so wie ich genug Selbstvertrauen besitzen, um über den Mangel an spezifisch weiblichen Formen in der deutschen Sprache hinwegsehen zu können.

2 Printmedien und Werbung

2.1 Allgemeine Situation

Die sogenannte Verlagspresse stellt in demokratisch regierten Staaten die erwünschte Form der Printmedien dar, sie soll ein möglichst breites Publikum erreichen, darf aber keine politischen Eigeninteressen verfolgen und soll von Kapital und Organisationen unabhängig recherchieren2.

Da aber die Erlöse aus dem freien Verkauf und den Abonnements bei Weitem nicht ausreichen würden um die anfallenden Produktionskosten zu decken, sind Zeitungsverlage dazu gezwungen, einen Teil ihres Printmediums an Werbungsinserenten zu verkaufen. Um Leserschwund durch zu hohe Verkaufspreise zu vermeiden muß ein Printmedium deshalb mindestens 65% seiner Einnahmen aus dem Anzeigenerlös beziehen3. Der prozentuelle Anteil des Anzeigenteiles einer Zeitung darf allerdings nicht zu hoch sein, da Zeitungen einen Mindestanteil von 30% redaktionellem Inhalt aufweisen müssen, um in den Genuß der verbilligten Beförderung durch die Post zu kommen4.

Häufig steht hinter einem Printmedium auch ein großes, finanzkräftiges Unternehmen aus Industrie oder Wirtschaft, von dem die Zeitung das nötige Kapital bezieht. In diesem Fall spricht man von einer Kapitalpresse, sie wird einseitig in den Dienst der eigenen Sache gestellt, wobei es hier nicht unbedingt das Hauptziel eines Mediums ist, gewinnbringend zu produzieren, da das Unternehmen im Hintergrund ohnehin von der Umwegrentabilität der positiven Berichterstattung profitiert5.

2.2 Bedeutung der Werbung für die Pressekonzentration

Durch diese sehr starke Abhängigkeit der Presse von der Werbewirtschaft ergibt sich eine bedenkliche Konsequenz: da nur Zeitungen mit hoher Auflage für Inserenten interessant sind erhöht jede Steigerung der Auflage die Attraktivität eines Printmediums für die Werbewirtschaft. Die Werbegelder konzentrieren sich deshalb auf die großen Zeitungen mit hoher Auflage, die durch die hohen Einnahmen dazu befähigt werden, noch höhere Auflagen zu produzieren und so noch attraktiver für Werbetreibende zu werden. So werden die großen Verlage immer größer, während kleine Zeitungen nicht mehr gewinnbringend produzieren können und deshalb vom Markt verschwinden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Pressekonzentration in Europa: Die größte Konzentrationstendenz findet man in der Schweiz, während der Zeitungsmarkt in Spanien das stärkste Wachstum zeigt. Österreich weist Europaweit die geringste Zeitungsdichte auf, während in Norwegen die größte Vielfalt an Zeitungen herrscht6.

Die Gefahr hierbei ist, daß sich der Zeitungsmarkt irgendwann nur noch auf wenige, große Zeitungen beschränkt und deshalb keine Meinungsvielfalt mehr vorzufinden sein wird. Dies wiederum stellt ein demokratiepolitisches Problem dar, da die Bevölkerung eines Staates, in dem nur mehr eine einzige oder einige wenige Zeitungen existieren, mit Hilfe dieser Printmedien beliebig manipulierbar wäre7.

2.3 Die Situation in Österreich

Wie auch in anderen europäischen Ländern leidet der österreichische Zeitungsmarkt unter einer hohen Konzentration der Tagespresse, welche an der Zahl der publizistischen Einheiten, die es in einem Staat gibt, gemessen wird. Eine publizistische Einheit stellt eine selbständige Zeitung dar, die aber wiederum in mehreren Ausgaben erscheinen kann. So ist zum Beispiel die ,,Kronen Zeitung" eine einzige publizistische Einheit, obwohl sie täglich in mehreren Ausgaben erscheint (für jedes Bundesland eine Ausgabe)8.

Wie aus Abbildung 1 ersichtlich hat die Anzahl der Vollredaktionen von 1988 bis 1994 um eine neue Zeitung zugenommen, die Dichte bleibt aber mit nur 2,0 Zeitungen pro Million Einwohner weiterhin sehr gering.

Bemerkenswert ist, daß ein Großteil aller in Österreich für die Werbung getätigten Ausgaben auf diese 17 Tageszeitung entfällt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anteil der Printmedien am Werbeaufkommen in Österreich9

1989 investierte Österreichs Wirtschaft insgesamt 10,46 Mrd. ATS in die klassische Medienwerbung, dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 1,29 Mrd. ATS, 1995 betrug das Gesamtwerbeaufkommen bereits 15,91 Mrd. ATS10.

Wie aus obiger Tabelle ersichtlich, stellen die Printmedien die stärkste der verschiedenen Werbeträgergruppen dar, mehr als 50% des Gesamtwerbeaufkommens entfällt auf Österreichs Zeitungen und Zeitschriften. 1995 wurden somit 9,223 Mrd. ATS für die Werbung in Printmedien ausgegeben.

Auf die österreichischen Tageszeitungen, die der stärkste Werbeträger innerhalb der Printmedien sind, entfallen Einnahmen in der Höhe von 5, 123 Mrd. ATS11.

3 Verwischung von Werbung und Redaktionellem

Die Leserschaft einer Zeitung betrachtet es als selbstverständlich, daß die Inhalte der redaktionellen Texte unabhängig von Drittinteressen recherchiert und gestaltet werden, sie messen also diesem Teil eine weitaus höhere Glaubwürdigkeit bei als dem Anzeigenteil12.

Diese Tatsache ist der Grund für die erhöhte Attraktivität des redaktionellen Teiles für Werbetreibende, die den Textteil gerne verstärkt für werbliche Zwecke nutzen würden13

3.1 Strikte Trennung von redaktionellem Teil und Anzeigenteil

,,Einflußnahme Außenstehender auf Inhalt und Form der Information ist unzulässig. Dazu zählen nicht nur Interventionen und Pressionen, sondern auch Geschenke. Wer im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Journalist Geschenke annimmt oder persönliche Vorteile in Anspruch nimmt, die geeignet sein könnten, Einfluß auf Berichterstattung und/oder Kommentierung zu nehmen, verstößt gegen die Grundsätze für die publizistische Arbeit.

Zweifelsfrei ist dies der Fall, wenn

- mit der Einladung zu Pressekonferenzen angebotene Firmengutscheine, Geld oder Geldeswert angenommen werden;
- bei Pressekonferenzen, -fahrten, -vorführungen Geschenke angenommen werden oder Journalisten an Sachwertverlosungen teilnehmen;
- Journalisten an Informationsveranstaltungen teilnehmen, die ohne redaktioneller Notwendigkeit mit Reisen oder Aufenthalten auf Kosten der Veranstalter verbunden sind;
- Journalisten ihre beruflichen Kontakte mißbrauchen, um von Institutionen, Firmen usw. besondere Begünstigungen zu erlangen."14

Dies hat der Österreichische Preserat im ,,Ehrenkodex für die österreichische Presse" unter Punkt 2 festgelegt.

In den ,,Selbstbeschränkungen der österreichischen Werbewirtschaft", welche ein konsumentenpolitischer Beirat unter Mitarbeit von Vertretern des Fachverbandes Werbung beim Bundesministerium für Handel, Gewerbe und Industrie erarbeitete, sprechen sich die Werbewirtschaft einerseits und die Zeitungsherausgeber andererseits übereinstimmend für eine saubere Trennung von bezahlten Einschaltungen und redaktionellen Inhalten aus15.

Diese Grundsätze stellen keine rechtlichen Haftungsgründe dar, sie wollen lediglich die Erhaltung der Berufsethik gewährleisten, sind also vielmehr als eine Art moralischer Richtlinien zu betrachten. Es wird also an das Gewissen der Printmedien und ihrer Mitarbeiter appelliert, eine negative Haltung gegenüber redaktioneller Werbung einzunehmen und diese nach Möglichkeit zu verhindern. Auffällig ist, daß die Grundhaltung einer Publikation in dieser Beziehung um so negativer ist, je höhere Auflagen das Mediums erzielt16.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Einstellungen der Publikationen zu redaktioneller Werbung nach Auflage17

Die gesetzliche Grundlage zur Einhaltung dieser strikten Trennung bildet das am 1.1.1982 in Kraft getretene ,,Mediengesetz", welches im § 26 vorschreibt:

,,Kennzeichnung entgeltlicher Veröffentlichungen: § 26. Ankündigungen, Empfehlungen sowie sonstige Beiträge und Berichte, für deren Veröffentlichung ein Entgelt geleistet wird, müssen in periodischen Medien als

,,Anzeige", ,,entgeltliche Einschaltung" oder ,,Werbung" gekennzeichnet sein, es sei denn, daß Zweifel über die Entgeltlichkeit durch Gestaltung oder Anordnung ausgeschlossen werden können."18

Mit redaktionellen Veröffentlichungen darf also nicht das Ziel verfolgt werden, das Geschäft eines fremden Unternehmens zu fördern, da diese Vorgehensweise einen bedenklichen Eingriff in den Wettbewerb darstellt.

3.2 Formen redaktioneller Werbung

- Eine Möglichkeit, Werbung im Textteil eines Printmediums unterzubringen stellen redaktionell gestaltete Anzeigendar. Dabei wird zwar das Layout der Publikation auch für das Inserat verwendet, die Anzeige wird aber explizit als solche gekennzeichnet19. Trotz dieser Kennzeichnung profitieren diese Inserate von der erhöhten Glaubwürdigkeit des

Textteiles.

Abbildung 4: Redaktionelle Werbung, explizit als solche gekennzeichnet

- Immer öfter werden auch von redaktionsexternen Institutionen vorformulierte Textein Zeitungen abgedruckt oder aber solche Texte im Sinne des Interessenten von der Redaktion verfaßt20. Da diese Beiträge nicht als Werbung gekennzeichnet werden, kann der Leser die dahinterstehenden Absichten kaum erkennen, sie werden ihm unter dem Deckmantel eines unabhängig recherchierten Beitrages präsentiert.

- Wird ein bestimmtes Produkt in einem Text genannt oder auf einem Photo abgebildet spricht man von ,,Product Publicity". Dabei kann es sich zwar auch um rein informative PR- Beiträge handeln, diese Möglichkeit wird aber immer stärker für die direkte Werbung genutzt21.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: ,,Product Publicity" zugunsten von ,,Honda" und der ,,Österreich Werbung"22

- In Form eines Trendberichtes oder einer Produktvorstellung, bei dem häufig weder Marken noch Produktnamen genannt werden oder im Bild gezeigt werden, wird redaktionelle Werbung als PR für ganze Berufsgruppengenutzt23. Beispielsweise tauchen gerade in der Vorweihnachtszeit gehäuft Berichte über Juweliere und Schmuckhändler auf, die bevorzugt in Zeitungsbeilagen publiziert werden.

3.3 Der Einfluß von Öffentlichkeitsarbeit auf den Journalismus

Ein immer höherer Anteil der Beiträge in den Printmedien basiert nicht auf eigener Recherche, sondern wurde von einem PR-Unternehmen übernommen und nach mehr oder weniger intensiver Weiterverarbeitung abgedruckt. Doch nicht nur bei journalistischer Recherche, sondern auch bei den Nachrichtenagenturen spielt Öffentlichkeitsarbeit eine dominierende Rolle24.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6 : Dominanz standardisierter Quellen (Öffentlichkeitsarbeit) in Medienbeiträgen, Prozentaufschlüsselung der Primärquellen25

Durch Öffentlichkeitsarbeit werden nicht nur die Themen der Medienberichterstattung initiiert, auch das Timing, wann welche Nachrichten erscheinen liegt in der Hand der PR, da Pressekonferenzen und Pressemitteilungen die Berichterstattung unmittelbar auslösen26.

3.4 Das Übergreifen der Werbung in den Textteil

Da Printmedien, wie schon weiter oben ausführlich erwähnt, wirtschaftlich in hohem Maße von ihren Anzeigenkunden abhängig sind, ist eine Zeitung dazu gezwungen, ihren Anzeigenkunden soweit als möglich entgegenzukommen, um sie nicht an Konkurrenzunternehmen oder andere Medien, wie zum Beispiel das Radio oder das Fernsehen, zu verlieren.

Der erste Schritt dazu ist, daß treue Anzeigenkunden, die dem Zeitungsunternehmen hohe Einnahmen bescheren, nicht so leicht kritisiert werden27.So kommt es dazu, daß die Inhalte eines Printmediums indirekt durch bestimmte Auftraggeber bestimmt werden, man kann also von einer indirekten Form der Zensur sprechen.

Um große Inserenten nicht zu verlieren, oder aber um neue wichtige Kunden zu gewinnen sehen sich manche Redaktionen dazu gezwungen, dem Kunden zu seiner Werbeeinschaltung eine redaktionelle Veröffentlichung als Draufgabe oder als Gegenleistung dazuzugeben28.

Diese Form der ,,Werbehilfe" für Anzeigenkunden ist zwar sowohl nach den Grundsätzen des Pressekodex als auch nach dem Mediengesetz unzulässig, wird aber dennoch immer wieder eingesetzt

Die Initiative dazu kann von verschiedenen Seiten ausgehen:

-Druck von außen: Anzeigenkunden drohen mit Stornierung von Aufträgen, Anzeigenentzug und dem Abwandern zur Konkurrenz, werden nicht in der Publikation bestimmte Themen aufgegriffen oder Texte nach ihren Wünschen veröffentlicht29.

-Druck von Innen: Die Initiative zu solchen Koppelgeschäften kann aber auch von der Redaktion selbst ausgehen. Hier verspricht die Anzeigenabteilung einer Zeitung oder Zeitschrift einem potentiellen, aber noch unschlüssigen Großinserenten als Zugabe zum Inserat einen kurzen redaktionellen Beitrag30.

- Korruption 31: Der Anzeigenkunde versucht, den Journalisten einer für ihn interessanten Publikation durch Geschenke oder Einladungen, die über das normale Maß einer Pressefahrt hinausgehen, für sich zu gewinnen. Der dadurch freundlich gestimmte Zeitungsmitarbeiter verfaßt daraufhin den Kunden zuliebe einen redaktionellen Artikel, in dem er sich wohlwollend über das vom Inserenten hergestellte Produkt äußert.

Da derartige, unerlaubte Geschäfte verständlicherweise nur mündlich vereinbart werden, ist es natürlich kaum möglich, sie nachzuweisen. Außerdem tritt diese Form der Schleichwerbung im Regelfall sehr unauffällig auf, die redaktionellen Texte sind von der Werbeeinschaltung meist durch einige Seiten getrennt. Häufig erscheinen Text und Werbung nicht einmal in derselben Ausgebe einer Publikation, so daß ein Zusammenhang nicht mehr erkennbar ist32.

Für die redaktionelle Berichterstattung zugunsten eines Großinserenten werden häufig ungewöhnliche Ereignisse zum Anlaß genommen, beispielsweise wird gerne über Messeerfolge, Sonderangebote, neue Geschäftseröffnungen oder Jubiläen geschrieben33.

Gerne und häufig wird auch über von bestimmten Firmen gesponserte Ereignisse berichtet, wobei in rund zwei Dritteln dieser Artikel der Name der Sponsoren oder ihrer Produkte genannt wird34.

Diese Art der Berichterstattung erscheint häufig in Zeitungsbeilagen, die einem bestimmten Thema gewidmet sind und eine Mischform aus redaktioneller Berichterstattung und Werbung darstellen.

Auch in diesen Sonderbeilagen ist allerdings werbliche Unterstützung einzelner Unternehmen unzulässig, es sollte hier über wirtschaftliche Zusammenhänge, Ereignisse oder Anlässe von allgemeinem Interesse berichtet werden, wobei auch diese Beiträge als neutrale Information gestaltet werden sollten35.

4 Zusammenfassung und Ausblick

Ich hoffe, daß es mir gelungen ist, die Zusammenhänge zwischen Werbewirtschaft und den Printmedien deutlich zu machen sowie die Gründe für das Vorkommen redaktioneller Werbung zu erklären.

Da diese Form der Schleichwerbung im Regelfall nur mündlich vereinbart wird, kann sie kaum nachgewiesen und damit auch nicht unterbunden werden. Um den Anteil der redaktionellen Werbung trotzdem möglichst gering zu halten kann man aber nur an das Gewissen der dafür Verantwortlichen appellieren, so wie dies schon mit dem Ehrenkodex der österreichischen Presse oder den Selbstbeschränkungen der österreichischen Werbewirtschaft versucht wird.

Es liegt es allerdings an jedem einzelnen Leser, seine Tageszeitung mit offenen Augen zu lesen und sich seine eigene Meinung zu einzelnen Artikeln zweifelhafter Herkunft zu machen.

5 Anhang

5.1 Verzeichnis der Abbildungen

- Abbildung 1: Pressekonzentration in Europa: Die größte Konzentrationstendenz findet man in der Schweiz, während der Zeitungsmarkt in Spanien das stärkste Wachstum zeigt. Österreich weist Europaweit die geringste Zeitungsdichte auf, während in Norwegen die größte Vielfalt an Zeitungen herrscht. 5

- Abbildung 2: Anteil der Printmedien am Werbeaufkommen in Österreich 6

- Abbildung 3: Einstellungen der Publikationen zu redaktioneller Werbung nach Auflage 9

- Abbildung 4: Redaktionelle Werbung, explizit als solche gekennzeichnet 10

- Abbildung 5: ,,Product Publicity" zugunsten von ,,Honda" und der ,,Österreich Werbung" 11

- Abbildung 6 : Dominanz standardisierter Quellen (Öffentlichkeitsarbeit) in Medienbeiträgen, Prozentaufschlüsselung der Primärquellen 12

5.2 Bibliographie

- Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90

- Projektteam Lokaljournalisten (Hg.): ABC des Journalismus, Verlag Ölschläger, München 1990

- Baerns, Barbara: Öffentlichketisarbeit oder Journalismus? Zum Einfluß im Mediensystem. Verlag Wissenschaft und Politik Berend von Nottbeck, Köln 1991

- Guth, Thomas: Die Bedeutung der Wirtschaftswerbung für die Pressefreiheit. Diplomarbeit, Wien 1987

- The European Newspaper Publishers´Association (Hg.): Europeans Read Newspapers, Brüssel 1996

- Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber und Zeitungsverleger (Hg.): Pressehandbuch. Medien und Werbung in Österreich, Wien 1990 und 1996

5.3 Thesenpapier zur vorliegenden Proseminararbeit

iG-3.2 Grundprobleme der journalistischen Vermittlung: Printmedien Univ.Ass.Dr. Fritz Hausjell WS 96/97

Thesenpapier zum Thema:

Wenn Redaktionelles und Werbung sich kaum mehr unterscheiden

bearbeitet von Pia Lichtblau 9507170

Printmedien und WerbungPrintmedien sind in hohem Maße von Einnahmen aus der Werbung abhängig, da Verkaufserlöse nicht ausreichen würden, um gewinnbringend zu produzieren.

Werbung im

redaktionellen TeilTextteil einer Zeitung erscheint dem Leser glaubwürdiger und ist daher für die Werbewirtschaft besonders interessant. Obwohl im Mediengesetz sowie im Ehrenkodex der österreichischen Presse eine strikte Trennung dieser beiden Teile vorgeschrieben ist, gestatten vor allem kleinere Zeitungen redaktionelle Werbung immer wieder, um Anzeigenkunden nicht zu verlieren.

Die Initiative dazu kann von verschiedenen Seiten ausgehen:

- Druck vom Kunden
- Lockangebot von der Redaktion selbst
- Korruption

Redaktionelle Werbung kann in verschiedenen Formen auftreten:

- redaktionell gestaltete Anzeigen
- von redaktionsexternen Stelle vorformulierte Texte
- ,,Product Publicity"
- PR für ganze Berufsgruppen

Da derartige Koppelgeschäfte nur mündlich vereinbart werden, sind sie allerdings nur schwer nachweisbar.

Literatur:

- Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90

- Projektteam Lokaljournalisten (Hg.): ABC des Journalismus, Verlag Ölschläger, München 1990

- Baerns, Barbara: Öffentlichketisarbeit oder Journalismus? Zum Einfluß im Mediensystem. Verlag Wissenschaft und Politik Berend von Nottbeck, Köln 1991

- Guth, Thomas: Die Bedeutung der Wirtschaftswerbung für die Pressefreiheit. Diplomarbeit, Wien 1987

- The European Newspaper Publishers´Association (Hg.): Europeans Read Newspapers, Brüssel 1996

- Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber und Zeitungsverleger (Hg.): Pressehandbuch. Medien und Werbung in Österreich, Wien 1990 und 1996

[...]


1 Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber und Zeitungsverleger (Hg.): Pressehandbuch. Medien und Werbung in Österreich, Wien 1990, S 10

2 Eigene Mitschrift aus der VO PRINTMEDIEN iG-3.1 von Herrn Prof. Langenbucher im SS 1996

3 Guth, Thomas: Die Bedeutung der Wirtschaftswerbung für die Pressefreiheit. Diplomarbeit, Wien 1987, S 67

4 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 243

5 Eigene Mitschrift aus der VO PRINTMEDIEN iG-3.1 von Herrn Prof. Langenbucher im SS 1996

6 The European Newspaper Publishers´Association (Hg.): Europeans Read Newspapers, Brüssel 1996

7 Eigene Mitschrift aus der VO PRINTMEDIEN iG-3.1 von Herrn Prof. Langenbucher im SS 1996

8 Eigene Mitschrift aus der VO PRINTMEDIEN iG-3.1 von Herrn Prof. Langenbucher im SS 1996

9 Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber und Zeitungsverleger (Hg.): Pressehandbuch. Medien und Werbung in Österreich, Wien 1990 und 1996

10 Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber und Zeitungsverleger (Hg.): Pressehandbuch. Medien und Werbung in Österreich, Wien 1990 und 1996

11 Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber und Zeitungsverleger (Hg.): Pressehandbuch. Medien und Werbung in Österreich, Wien 1996

12 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 241

13 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 242

14 Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber und Zeitungsverleger (Hg.): Pressehandbuch. Medien und Werbung in Österreich, Wien 1990, S 708

15 Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber und Zeitungsverleger (Hg.): Pressehandbuch. Medien und Werbung in Österreich, Wien 1990, S 714

16 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 249

17 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 249

18 Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber und Zeitungsverleger (Hg.): Pressehandbuch. Medien und Werbung in Österreich, Wien 1990; S 714

19 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 243

20 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 242

21 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 242

22 Photo erschienen in:,,Die Presse spezial Auto & Motor", Samstag, 7.Dezember 1996, S 20

23 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 243

24 Baerns, Barbara: Öffentlichkeitsarbeit oder Journalismus? Zum Einfluß im Mediensystem. Verlag Wissenschaft und Politik Berend von Nottbeck, Köln 1991, S 87

25 Baerns, Barbara: Öffentlichketisarbeit oder Journalismus? Zum Einfluß im Mediensystem. Verlag Wissenschaft und Politik Berend von Nottbeck, Köln 1991, S 87

26 Baerns, Barbara: Öffentlichketisarbeit oder Journalismus? Zum Einfluß im Mediensystem. Verlag Wissenschaft und Politik Berend von Nottbeck, Köln 1991, S 98

27 Guth, Thomas: Die Bedeutung der Wirtschaftswerbung für die Pressefreiheit. Diplomarbeit, Wien 1987, S 114

28 Projektteam Lokaljournalisten (Hg.): ABC des Journalismus, Verlag Ölschläger, München 1990, S 679

29 Projektteam Lokaljournalisten (Hg.): ABC des Journalismus, Verlag Ölschläger, München 1990, S 679; Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil.

Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 243

30 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 244

31 Projektteam Lokaljournalisten (Hg.): ABC des Journalismus, Verlag Ölschläger, München 1990, S 679

32 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 244

33 Projektteam Lokaljournalisten (Hg.): ABC des Journalismus, Verlag Ölschläger, München 1990, S 683

34 Hänecke, Frank: Die Trennung von Werbung und redaktionellem Teil. Ergebnisse einer Schweizer Studie zu Presse und Sponsoring in: Media Perspektiven 4/90, S 244

35 Projektteam Lokaljournalisten (Hg.): ABC des Journalismus, Verlag Ölschläger, München 1990, S 657

16 von 16 Seiten

Details

Titel
Wenn Redaktionelles und Werbung sich kaum mehr unterscheiden
Hochschule
Universität Wien
Autor
Jahr
1997
Seiten
16
Katalognummer
V97675
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wenn, Redaktionelles, Werbung
Arbeit zitieren
Pia Lichtblau (Autor), 1997, Wenn Redaktionelles und Werbung sich kaum mehr unterscheiden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97675

Kommentare

  • Gast am 17.7.2001

    Danke für diesen Artikel!.

    S.g. Fr. Pia Lichtblau!

    Eine impertinente Schleichwerbung auf der Titelseite (m)einer steirischen Tageszeitung, als redaktioneller launiger Text verpackt, hat mich verärgert und im Internet nach Artikeln zu diesem Themenkreis suchen lassen. Und erfreulicherweise sehr rasch Ihre hochinformative Hausarbeit finden lassen! Auch wenn die Arbeit bereits von 1997 ist, war sie für mich sehr interessant und hilfreich.
    Dafür nochmals mein Dank!

    mfg Wolfgang Weninger, Graz

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