Gandhis Urteil über den Kommunismus


Seminararbeit, 1998

17 Seiten, Note: 1,3


Gratis online lesen

Gandhis Urteil über den Kommunismus

Von Lars Kahnert

,,My claim will live when their socialism is dead."1

1. Einleitung

Ende des zweiten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts erschütterte ein Ereignis die Weltöffentlichkeit. Die bolschewistische Revolution in Rußland hatte unter der Führung Lenins das Zarenregime beseitigt, und die erste kommunistische Republik wurde ausgerufen. Die westliche Welt war in zwei Lager gespalten. Die Kommunisten und deren Sympathisanten feierten die Entmachtung der Bourgeoisie durch das Proletariat, während der Rest der Welt den weiteren Siegeszug des Bolschewismus fürchtete.

Im selben Zeitraum machte im fernen Britisch-Indien eine weitere Gestalt von sich reden. Mohandas Karamchand Gandhi (1869-1948) war nach einem längeren Aufenthalt in Südafrika nach Indien zurückgekehrt und begann, seine Landsleute gegen die britischen Kolonialherren zu mobilisieren. Parallelen zu den Ereignissen in Rußland waren rasch gezogen. Auch hier versuchte einer, sich gegen die herrschende Klasse aufzulehnen und althergebrachte Ordnungen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sollte das Schreckgespenst des Bolschewismus nun auch Indien bedrohen ? War Gandhi ein kommunistischer Revolutionär, der die Weltrevolution vorantreiben würde ? Natürlich stellten sich derartige Befürchtungen und Hoffnungen bald als zu voreilig heraus, wenngleich auch Gandhis Lehre noch weitaus später mitunter als ,,Kommunismus minus Gewalt" oder ,,Kommunismus plus Gott" charakterisiert wurde. Gandhi selbst hat sich jedoch unter dem Eindruck der Ereignisse in Rußland und kommunistischer Agitation in Indien überwiegend kritisch gegenüber der Ideologie sowie deren Umsetzung geäußert und sie mit seinen eigenen Vorstellungen kontrastiert.

Inwieweit für eine Beschreibung eines ,,Gandhismus" eine der oben genannten Verkürzungen zulässig ist, und wie Gandhi den Kommunismus, als auch dessen Rolle in der Welt und in Indien beurteilte, soll im folgenden erläutert werden. Hierbei sollen einige im Systemvergleich relevante Elemente der Lehre Gandhis dargestellt werden, wohingegen allerdings eine ausführlichere Beschreibung der unterschiedlichen Ausformungen kommunistischer und sozialistischer Ideologie in diesem Rahmen nicht möglich ist.

2. Stellungnahmen Marx' und Lenins zur Rolle des Kommunismus in Indien

Marx' Geschichtsverständnis beruhte auf einer evolutionistischen Abfolge unterschiedlicher Produktionsweisen, deren höchste Stufe der Kapitalismus bildet, welcher wiederum durch den Kommunismus abgelöst werden sollte. Die vollständige Ausprägung des Kapitalismus in seiner höchsten Stufe ist nach Marx die unbedingte Voraussetzung für dessen Überwindung. Der Imperialismus sei die logische Konsequenz des kapitalistischen Expansionsdrangs.2

Indien war nach Marx geprägt durch die asiatische Produktionsweise, welche rein statisch ist, und der es an jeglicher innerer Dynamik fehlt. Da ihr kein Evolutionsstreben innewohnt, muß jegliche Veränderung von außen induziert werden. Insofern begrüßte Marx die Präsenz der Briten in Indien, deren Aufgabe es sein mußte, die ,,barbarische" asiatische Produktionsweise zu zerschlagen. England sei hierbei ein ,,unbewußtes Werkzeug der Geschichte", das durch die Einführung des Kapitalismus die geschichtslose Stagnation Indiens durchbräche und somit Indien der kommunistischen Revolution näherbrächte.

Im Gegensatz zu Marx, dessen Geschichtsverständnis auf einer weltweit uniform gedachten Evolutionsskala der Produktionsweisen beruhte, schrieb Lenin den Unabhängigkeitsbewegungen der ,,unterdrückten Völker in Asien" für die kommunistische Internationale eine weitaus bedeutendere Rolle zu. Lenins Interpretation des Marxismus sah schon im Imperialismus die höchste Stufe des Kapitalismus. Im Gegensatz zur absolut dekadenten und fortschrittshemmenden westlichen Bourgeoisie maß er der östlichen ein großes progressives Potential bei, weshalb im Osten durchaus die Bourgeoisie mit Unterstützung des bäuerlichen Proletariats Träger einer kommunistischen Revolution sein könne, die sich im Falle Indiens gegen die britische Kolonialmacht richten würde. Zweitens entlaste der Imperialismus das westliche Proletariat vom Druck der kapitalistischen Ausbeutung zu Ungunsten der Kolonialbevölkerung, wodurch das revolutionäre Potential im Westen vermindert würde.

Im Kampf gegen das internationale Kapital müsse sich also das westliche Proletariat mit den bourgeoisiegeführten nationalen Befreiungsbewegungen im Osten verbünden. Die Stufe des Kapitalismus könne in den agrarisch strukturierten Nationen Asiens übersprungen werden, wenn dabei Sowjets aus höher entwickelten Nationen helfend zur Seite stünden.

Die Bedeutung der Leninschen Interpretation des Marxismus besteht also darin, daß er der kommunistischen Ideologie eine aktuelle Relevanz sowohl für das damals noch überwiegend agrarisch geprägte Rußland, aber auch insbesondere für die Kolonialländer beibrachte. Die Revolutionäre mußten nicht mehr auf die volle Ausprägung des Kapitalismus ,,warten", sondern konnten diese Stufe in ihrem Streben nach einer kommunistischen Wirtschafts- und

Staatsform auch überspringen. Damit war der Kommunismus auch eine Ideologie für die anti- imperialistischen Freiheitsbewegungen in den Kolonien geworden.

3. Anlässe für Gandhis Auseinandersetzung mit dem Kommunismus und der historische Hintergrund

Gandhi hat immer wieder betont, er kenne den Kommunismus nicht wirklich. So schreibt er 1924: ,,I must confess that I do not know the meaning of Bolshevism."3 Oder: ,,I am yet ignorant of what exactly Bolshevism is.", denn: ,,I have not been able to study it."4 Trotz immer wiederkehrender derartiger Beteuerungen scheint er als politisch interessierter Mensch sehr wohl weitaus mehr als nur eine ungefähre Vorstellung von den Geschehnissen, die seine Zeit prägten, gehabt zu haben.

Sein schon frühes Interesse an der Situation in Rußland erklärt sich durch seine Freundschaft mit dem Humanisten und Anti-Imperialisten Tolstoi, dessen Konzeption einer Welt der Freiheit und Gleichheit er Inspiration für sein eigenes Denken verdankt. Bereits im Jahre 1908 riet Tolstoi in seinem ,,Letter to a Hindu" den indischen Unabhängigkeitskämpfern: ,,Resist not evil, but share not in evil yourselves, in the violence of the administration, courts, tax collectors and what is the main thing, the army, and no one in the world will ever enslave you."5 Dieser Rat erinnert in verblüffender Weise an die Leitlinien der Non-Cooperation Campaign, die Gandhi 1919 in Indien anführte.

Gandhi äußerte sich erfreut über die russische Revolution 1905 und stellte zwischen der Situation in Rußland mit seiner hungernden Bevölkerung und dem Zarenregime, sowie der indischen unter dem British Raj große Ähnlichkeiten fest. Wenn er auch die Gewalttätigkeit der Revolutionäre verurteilte, so betonte er doch: ,,The current movement in Russia is a great lesson to us."6

Am bedeutsamsten, wie schon eingangs erwähnt, war natürlich der Eindruck, den die Revolution in Rußland von 1917 in der Weltöffentlichkeit und natürlich auch bei Gandhi hinterließ, und der weltweit, und damit auch in Indien, der Idee des Kommunismus sowohl zu anwachsender Popularität verhalf, als auch Reaktionen von starker Ablehnung fand. Gandhis unmittelbares Urteil war gespalten. Zum einen würdigte er den Patriotismus und die Aufopferungsbereitschaft der russischen Revolutionäre und nannte Lenin einen ,,Master Spirit"7, andererseits verurteilte er deren gewaltsame Methoden.

Als Reaktion auf den 2. Kongreß der Kommunistischen Internationale von 1920, auf dem Lenin sich mit seinen oben erläuterten Vorstellungen durchsetzen konnte und eine Resolution zur Unterstützung der nationalen Befreiungsbewegungen verabschiedet wurde, gründete M.N. Roy, ein indischer Exilkommunist, 1920 in Taschkent eine asiatische Zentrale der Komintern zur Schulung von Auslandsindern für eine indische Befreiungsarmee. Dieser Plan mußte jedoch bald aufgegeben werden. Roy kehrte nach Moskau zurück und betrachtete sich fürderhin als Bindeglied zwischen der Komintern und den indischen Kommunisten. Ab 1922 publizierte er die Zeitschrift ,,The Vanguard of Indian Independence", die er nach Indien schmuggeln ließ, um dort kommunistisches Gedankengut zu verbreiten. Im fernen Moskau war man jedoch über die wirklichen Verhältnisse auf dem indischen Subkontinent im allgemeinen schlecht informiert. So wurde die Non-Cooperation Campaign Gandhis zwar von Roy wegen ihres Anti-Modernismus mit Skepsis betrachtet, seine Gesinnungsgenossen hießen sie aber zunächst als vermeintlich bolschewistische Agitation willkommen. Auch als 1930 aus Moskau an die 1924 durch Satya Bhakta gegründete Communist Party of India (CPI) die Order ging, eine revolutionäre Massenbewegung einzuleiten, um den konterrevolutionären Charakter von Gandhis Civil Disobedience Campaign bloßzulegen, wurde die Massenwirksamkeit der indischen kommunistischen Bewegung bei weitem überschätzt.8

Verglichen mit der großen Popularität Gandhis und seiner Kampagnen war der Einfluß der indischen Kommunisten auf die Massen der Bevölkerung verschwindend gering.

In den Jahren nach der Oktoberrevolution herrschte in Indien vor allem unter der britischen Kolonialmacht die Furcht vor einer Ausbreitung des Bolschewismus. Wie schon erwähnt wurde auch bei Gandhis Non-Cooperation Campaign ein bolschewistischer Hintergrund vermutet. Nach dem Massaker von Jalianwala Bag rechtfertigte sich der verantwortliche General Dyer, er habe eine bolschewistische Revolution im Keim ersticken wollen.9

Gandhi wies die Unterstellung zurück, bolschewistische Ziele zu verfolgen, und machte sich statt dessen die Angst für die Propagierung seiner Kampagne vor den Briten zunutze:

,,...[T]here is nothing save satyagraha...that can possibly save India from Bolshevism and even a worse fate."10 In einem Telegramm an den Staatssekretär für Indien Montagu schrieb er: ,,Nothing but civil disobedience...will ever replace criminal disobedience and onrush Bolshevism."11 Gandhis Bewegung würde Indien vor dem Schicksal des Bolschewismus bewahren. Mehr noch: Wer gegen die Civil Disobedience Campaign Widerstand leiste, gieße Öl ins Feuer des Bolschewismus.12

Im Februar 1927 hatte Jawaharlal Nehru auf seiner Europareise am anti-imperialistischen Sozialistenkongreß in Brüssel teilgenommen und im November desselben Jahres noch Moskau besucht. Er kehrte beeindruckt zurück und diskutierte mit Gandhi seine Eindrücke. Er galt als Mentor der 1934 gegründeten Congress Socialist Party, obwohl er ihr nie beitrat.

Nehru hatte als Sympathisant sozialistischer Ideen einen nicht geringen Einfluß auf Gandhi.

In den dreißiger Jahren bis zu seinem Tode bildete vor allem die kommunistische Agitation in Indien selbst Anlaß für Gandhis Äußerungen in Bezug auf den Kommunismus. Ab Ende der dreißiger und in den vierziger Jahren führten Auseinandersetzungen von Congressmitgliedern mit indischen Kommunisten zu Sanktionen gegenüber der CPI. Gandhi bemühte sich um einen Ausgleich durch fortwährenden Dialog, was ihn jedoch nicht davon abhielt, die gewaltsamen Methoden der Kommunisten scharf zu verurteilen.

Gandhi beschäftigte sich erst spät, nämlich während seiner Inhaftierung 1942-44, mit der kommunistischen Ideologie, indem er Standardwerke von Marx, Engels und Lenin las. Die Wahl seiner Begriffe war bis dahin sehr undifferenziert und unterschied nicht zwischen Kommunismus, Sozialismus, Bolschewismus, auch nicht zwischen marxistischer und leninistischer Doktrin. Dies änderte sich mit der Gründung der Congress Socialist Party, die sich in ihrer Ideologie von der CPI unterschied, und in seinem Interview mit Louis Fischer 1946 bringt er die Differenzierungen zwischen den Ideologien klar zum Ausdruck:

,,[...] L. F. [What would you say of ] Marx ?

G. The Communists have corrupted the Marxist teaching to suit their purpose.

L. F. What about Lenin ?

G. Lenin started it. Stalin has since completed it. When the communists come to you, they want to get in the Congress and control the Congress and use it for their own ends.

L. F. So do the socialists. My communism is not very different from socialism. It is a harmonious blending of the two. Communism, as I have understood it, is a natural corollary of socialism.

G. Yes, you are right. There was a time when the two could not be distinguished. But today socialists are very different from communists. [...]"13

Gandhi mit seinem holistischen Menschenbild (s. Kap. 4.1.) lagen Pauschalurteile fern. Immer wieder unterschied er zwischen Ideologie, deren Anhänger und deren Methoden. ,,I hope, I am almost sure, that real Bolshevism is much better than Mr. M.N. Roy's."14 Ständig bemüht um die Aufrechterhaltung des Dialogs mit Kommunisten und Sozialisten wechseln sich Lob für Tapferkeit und Patriotismus, sowie persönliche Sympathiebekundungen mit harscher Kritik an der Methode ab: ,,[The communists] seem to have made trouble-making their profession. I have friends among them. Some of them are like sons to me. But it seems they do not make any distinction between fair and foul, truth and falsehood."15 Nie spricht er jedoch in der Auseinandersetzung mit der CPI absolute Urteile aus, sondern zeigt sich ständig bemüht, sich eines besseren belehren zu lassen und seine vorläufige Meinung zu revidieren. Nachdem der CPI- Vorsitzende P.C. Joshi Gandhi den Kontakt geradezu aufgekündigt hatte, richtete Gandhi dennoch einen weiteren Brief an ihn - mit der Anrede ,,Brother Joshi".16

Im folgenden Kapitel sollen nun die Ansichten Gandhis, die er gegenüber der marxistisch- leninistischen Theorie und deren Mitteln zur Errichtung eines kommunistischen Systems vertrat, beleuchtet werden.

4. Kommunismus versus ,,Gandhismus"

4.1. Das Menschenbild

Ein grundlegendes Moment der marxistisch-leninistischen Ideologie ist die Klassendialektik. Die strikte Unterscheidung der Klassen und die Betonung derer Gegensätze zum einen, sowie die kollektive Zusammenfassung der Klassen und deren gemeinsame ,,Feindfront" zum anderen bilden der Theorie nach Grundvoraussetzungen für den Erfolg der Entwicklung einer Gesellschaft hin zum Kommunismus. Der kollektive Klassenkampf ist das Mittel zur Beseitigung der gesellschaftlichen Ungleichgewichte. Der Kommunist tut also zwei Dinge: Erstens teilt er die Gesellschaft in zwei konkurrierende Klassen, zweitens faßt er die jeweiligen Klassen zu homogenen Einheiten mit gleichen Qualitäten, Bedürfnissen und Rechten jedes einzelnen zusammen.

Gandhis Konzeption verhält sich beiden Punkten genau entgegengesetzt. Sein Menschenbild ist holistisch, er glaubte nicht an konkurrierende Klassen als gesellschaftsbestimmendes Prinzip, sondern aneine,,vast human family",17 die die gesamte Menschheit umfaßt. Die Menschheit und jede Gesellschaft setzt sich hingegen nach Gandhi aus Individuen zusammen mit unterschiedlichsten Begabungen und Bedürfnissen. Den Kommunismus mit seinen gleichmachenden Bestrebungen bezeichnete er als ,,a system which enslaves the body and the mind."18

Gandhi stritt die Existenz und auch die Ungerechtigkeit von Klassengegensätzen, der Produktions- und Pachtbedingungen allerdings nicht ab. ,,Labour, capital, classes and masses are as old as the hills." 19 Was es aber zu bekämpfen gelte, sei nicht die ausbeuterische Klasse, sondern das System als die alleinige Ursache für soziale Ungerechtigkeit. Kapitalisten und Großgundbesitzer seien lediglich Opfer, Werkzeuge des Systems und nicht an sich - aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schicht - schlecht, es gebe durchaus auch sich aufopfernde Menschen unter ihnen.20 Auch hier zeigt sich wieder Gandhis differenzierende Sichtweise.

Die Aufhebung der sozialen Unterschiede sei also nicht durch einen Klassenkampf zu lösen, sondern durch die Bekehrung und Veränderung des einzelnen. Durch eine vorbildliche Lebensweise nach den Prinzipien der Wahrheit und der Gewaltlosigkeit könne man an das Pflichtgefühl der Besitzenden appellieren und so ein Gefühl der Verbundenheit und des Vertrauens schaffen. ,,...[If] we propagate economic equality through non-violent means..., these capitalists will out of shame realize that they ought not eat sweets and don brocades while their brethren were without food and clothing."21 Statt auf den Klassenkampf vertraut Gandhi auf die Fähigkeit zur Einsicht bei jedem einzelnen. Auch der Anfang einer solchen Bewegung liege - im Gegensatz zu einer kommunistischen kollektiven Bewegung - in der Lebensführung jedes Individuums.22 Statt wie die Kommunisten zuvor die Massen mobilisieren zu müssen, um soziale Gerechtigkeit schaffen zu können, fängt Gandhi hier und jetzt selbst mit Satyagraha, seiner Methode des Festhaltens an der Wahrheit und der Gewaltlosigkeit, an.

Gandhis Vision einer Gesellschaft gleicher Individuen und der Solidarität scheint auf den ersten Blick sein Festhalten an Varna als ordnendem Prinzip zu widersprechen. Für ihn ist es aber ein ,,gesundes", die Gesellschaft festigendes Prinzip, das durch deren Unterteilung in Gruppen mit unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten ungleiche Konkurrenz und Unterdrückung verhindern solle. Allerdings setzte er sich besonders in seinen späteren Jahren für das Los der Harijans ein und verlangte von jedem Varna, gemäß des Shudradharma zu leben, d.h., der Allgemeinheit zu dienen.

4.2. Die Vorstellungen von Wirtschaft und Staat

Die Doktrin des Kommunismus strebt nach Revolution und Enteignung der Kapitalisten die Verstaatlichung der Produktionsmittel an. In diesem Punkt stieß der Kommunismus auf die Kritik Gandhis, der eine Enteignung und auch Verstaatlichung ablehnte, und als Alternative in der Diskussion mit Kommunisten sein Konzept des Trusteeship, d.h. der Verwaltung oder der Treuhandschaft, vertrat.

Demnach sollten Unternehmer und Großgrundbesitzer zwar nominell Eigentümer der Produktionsmittel bleiben, diese aber als Trustees zum Wohle der Allgemeinheit gerecht verwalten und sich nicht an ihnen bereichern. Arbeiter und Pächter sind gleichberechtigte Teilhaber, denen auch ihr gerechter Anteil am erwirtschafteten Gewinn zusteht. Für die Trustees solle Profitdenken durch Liebe für die Menschheit als Motivation ersetzt werden. Sie sollten ihre Gewinne nicht verschwenden und jede Art von Luxus zum Wohle der Allgemeinheit aufgeben.

Trusteeship würde eine Beseitigung des sozialen Ungleichgewichts ohne die Anwendung von Gewalt bedeuten und sei damit dem Klassenkampf der Kommunisten moralisch weitaus überlegen. Eine Enteignung der Kapitalisten und Großgrundbesitzer würde einen großen Verlust bedeuten; stattdessen könnten sie als Trustees ihre besonderen Fähigkeiten zum Wohle aller einsetzen. Würden die Kapitalisten enteignet, so verarmten sie auch noch, während die Masse der Bevölkerung ohnehin schon in Armut lebte,23 und die Arbeiterschaft würde davon nicht profitieren.

Zur Durchsetzung dieses Konzepts vertraute Gandhi auf die Einsicht und Moral der Unternehmer. Es beruht auf Freiwilligkeit. ,,...[All] the capitalists will have the opportunity of becoming statutory trustees. But such a statute will not be imposed from above. It will have to come from below. When the people understand the implications of trusteeship and the atmosphere is ripe for it, the people themselves...will begin to introduce such statutes. Such a thing coming from below is easy to swallow. Coming from above, it is liable to prove dead weight."24

In diesem Zitat ist ein weiteres Argument enthalten für Gandhis Konzept des Trusteeship. Nach dem kommunistischen Modell schafft der neugegründete Staat auf legislative Weise soziale Gerechtigkeit. Sie wird der Gesellschaft gewissermaßen aufoktroyiert. Das beinhaltet Zwang, und Zwang ist eine Form von Gewalt. Demgegenüber ist Gandhis auf Freiwilligkeit beruhende und wiederum den Willen und die Bereitschaft des einzelnen berücksichtigende Strategie harmlos und ihr Ergebnis von Bestand. Gandhis Ansatz würde man heute auf neudeutsch als ,,bottom-up", im Gegensatz zum kommunistischen ,,top-down", bezeichnen. In diesem Zusammenhang steht auch Gandhis Forderung nach so wenig Staat wie möglich, nach Dezentralisierung, einer Stärkung, bzw. Wiederbelebung der Panchayats und der subsistenten Village Republics. ,,I look upon the increase of the power of the state with the greatest fear, ...it does greatest harm to mankind by destroying individuality, which lies at the root of all progress."25 Der Staat an sich sei ohnehin ein abstrakter Begriff, der gar kein Eigentum besitzen könne, ohne die Verantwortung tatsächlich an Personen zu übertragen. Er sei eine unbeseelte Maschine, ein Ausdruck von Gewalt und könne das Trusteeship von Individuen nicht ersetzen. Der Staat an sich wurde von Gandhi allerdings nicht abgelehnt, nur solle er dem Volk dienen, dessen Willen ausführen und sich nicht zu einer eigenständigen Kraft entwickeln, die das Volk reglementiert und bestimmt.

In einigen Punkten macht Gandhi Zweiflern an seinem Trusteeship-Konzept allerdings auch Zugeständnisse, die verwundern, da er damit etwas von seinem idealistischen Festhalten an Prinzipien abweicht. Er selbst nennt sie ,,intelligent exceptions".26 Er sah ein, daß nicht alle Industriebetriebe, vor allem die kapitalintensiveren, privat geführt werden könnten. Auch Schlüsselzweige der Wirtschaft, wie Banken, Versicherungen oder Verkehr, sollten in der Hand des Staates liegen. Doch solle auch hier der Staat wie ein Trustee handeln: ,,...not for profit, but for the humanity, love taking the place of greed."27 Versagt ein Trustee in seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, so soll er, wenn auch unter so wenig Gewaltanwendung wie möglich, enteignet werden können.28

Marx richtete sich zwar gegen den privaten Besitz von Produktionsmitteln, nicht aber gegen Technologie und Industrie an sich. In der Sowjetunion und bei den Leninisten war Industrialisierung und Mechanisierung, insbesondere auch in der Landwirtschaft, zu einem Symbol des Fortschritts geworden. Gandhi jedoch hatte immer eine Abneigung gegen Maschinen und Mechanisierung gehegt. Maschinen hülfen wenigen, sich an den Massen zu bereichern. Die zugrundeliegende Philosophie sei nicht mehr nur die Erleichterung der Arbeit, sondern bloße Geldgier. Mechanisierung vernichte Arbeitsplätze, die Indien so dringend brauche. Man könne nicht Arbeit einsparen, während Millionen ohne Arbeit sind und in Hunger leben.29 Das Problem sei also nicht, Freizeit zu schaffen, sondern die Untätigkeit zu beseitigen. Industrie bringe Ausbeutung mit sich, nicht nur der Arbeiter durch Unternehmer, sondern auch zwischen Nationen; man denke an den Tuchhandel zwischen England und Indien. Aus moralischen Gründen sollte in Indien eine Industrialisierung unterbleiben: ,,God forbid that India should ever take to industrialism after the manner of the West...The economic imperialism of a single tiny island Kingdom (England) is keeping the world in chains. If an entire nation of 300 million took to similar economic exploitation, it would strip the world bare like locusts."30

Allerdings war Gandhis Abneigung gegen Maschinen keine absolute. Er richtete sich nur gegen Maschinen, die den Menschen Arbeit abnehme, welche auch von Hand verrichtet werden könnte, nicht aber gegen solche, die die Arbeit tatsächlich erleichtern. Die erlesenste Maschine sei der menschliche Körper selbst. Besonders beeindruckt zeigte Gandhi sich ferner von der ,,Singer Sewing-Machine". Auch die Nähnadel und - nicht zu vergessen - das von ihm selbst propagierte Spinnrad seien ja immerhin auch Maschinen.

Stattdessen betont Gandhi die Bedeutung der Handarbeit, sowohl zur Sicherung von Beschäftigung der Massen als Alternative zu einer Mechanisierung, als auch zur Reinigung der Seele und Entwicklung der Persönlichkeit. Jeder sollte durch körperliche(!) Arbeit für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen. Er nannte dieses Konzept ,,Bread Labour". ,,The needs of the body must be supplied by the body."31 Geistige Arbeit dürfe lediglich zur intellektuellen Befriedigung und zum selbstlosen Nutzen der Gesellschaft betrieben werden, nicht aber für den Lebensunterhalt. In diesem Zusammenhang ist auch Gandhis ,,Spinning Resolution" zu sehen, in der er im Juni 1924 von allen Congress-Mitgliedern verlangte, monatlich eine bestimmte Menge selbst gesponnenes Garn abzuliefern.

In der marxistischen Lehre ist der Begriff des Kapitals durch die Produktionsmittel besetzt. Angesichts der schlechten Arbeitsbedingungen und Arbeiterstreiks in Indien rief Gandhi immer wieder die Arbeiter auf, sich in starken Gewerkschaften zu organisieren und sich bewußt zu werden, daß allein ihre Arbeit Kapital sei. Geld an sich habe keinen Wert. Es entstünde erst durch Arbeit. Wären sich die Arbeiter dieser Tatsache bewußt, so könnte das einen Klassenkampf verhindern. ,,[If labour had] in one hand truth and in the other non- violence,...it would be invincible."32

4.3. Materialismus oder Spiritualität ?

Der Marxismus gibt sich offen atheistisch. Die Feststellung Marx', Religion sei Opium für das Volk ist weithin bekannt. Der Kommunismus reduziert die gesellschaftlichen Beziehungen auf das Materielle. Gandhi mit seinem Streben nach Moral, Wahrheit und Gott mußte eine solche Weltanschauung geradezu widerwärtig erscheinen.

Im Jahre 1919 unterschied er Bolschewismus von Satyagraha folgendermaßen: ,,Bolshevism is the necessary result of modern materialistic civilization. Its insensate worship of matter has given rise to a school which has been brought up to look upon material advancement as the goal and which has lost all touch with the finer things of life. Self-indulgence is the Bolshevic creed, self-restraint is the satyagraha creed."33

Der Stellenwert, den die Moral nach Gandhi im Gegensatz zum Materialismus im Streben des Menschen einnehmen solle, wurde schon in seinem Konzept des Trusteeship deutlich. Moral, die Suche nach der Wahrheit und Gewaltlosigkeit seien materialistischem Denken bei weitem überlegen. Wer die Wahrheit erkenne, werde über materielles Streben erhaben sein und zum Wohle aller in Selbstgenügsamkeit leben. Dies bedeute auch, daß jeder nur soviel verbrauche, wie es seinen Bedürfnissen entspricht. Durch seine Methode des Satyagraha versucht Gandhi im Unterschied zum Kommunismus die Menschen nicht über materialistische, ökonomische Argumente zu erreichen, sondern über seinen eigenen vorbildlichen Lebenswandel ideell zu überzeugen und an ihre Moral zu appellieren. Da die Moral die letzte Wahrheit darstelle, sei sie über den Klassenkampf erhaben. Sie einige Kapitalisten und Arbeiter, sowie verfeindete Religionsgemeinschaften.

Im Gegensatz zur marxistischen Doktrin ist Satyagraha nicht atheistisch, sondern wird in Gottes Namen durchgeführt, ,,begleitet von ständigen Gebeten."34 Auch Swadeshi zu verfolgen und Khadi zu tragen sei ein religiöser Akt.35 Das Ziel Gandhis war die Errichtung einer Gesellschaft mit moralischen Prinzipien, eines Reichs Gottes, bzw. Ramarajya oder Khudai Sultanat auf Hindi, bzw. Urdu. Gandhis Gotteskonzeption ist hierbei nicht jenseitig, sondern durchaus diesseitig mit dem Heilsweg des Constructive Work im Hier und Jetzt zur Errichtung des Ramarajya.

Gandhi war sich bewußt, daß er sein Ziel niemals würde erreichen können. Sein Konzept solle eher eine Richtung angeben für gesellschaftliche Veränderungen. ,,Man will ever remain imperfect, and it will always be his part to try to be perfect. So that perfection in love or non- possession will remain an unattainable ideal, as long as we are alive, but towards which we must ceaselessly strive."36 Er verglich sein Ideal mit einem Euklidischen Punkt oder einer Geraden, die nur in der Theorie existiert, die aber unabdingbar ist zur Lösung einiger Probleme in der Geometrie. Auch hierin unterscheidet sich die spirituelle Lehre Gandhis von der rationalen kommunistischen, die ja ,,real existieren" sollte.

Die Spiritualität in Gandhis Konzept und Argumentationsweise hat darüberhinaus noch eine starke patriotische Komponente. Die Wurzel der hohen Werte und Prinzipien, die das Streben nach Ramarajya dem westlichen unbeseelten Materialismus so überlegen machen, sei in der alten hinduistischen Literatur zu finden. Im Mahabharata und in der Bhagavadgita seien auch schon Sozialismus oder Kommunismus beschrieben, im Unterschied zu den westlichen Systemen allerdings inklusive Moral. Auch die Vedas, Shastras und Upanischaden zeigten unzählige Beispiele für urindischen Sozialismus. Dazu fragte Gandhi rhetorisch: ,,What can Lenin, the Communist leader, add to this? Why are we so infatuated by him?"37 Der Kommunismus und Sozialismus des Westens, ebenso wie der Klassenkampf seien dem indischen Wesen fremd. Ramarajya hingegen basiere auf alten indischen Traditionen und sei eine Form eines dem westlichen moralisch überlegenen, indigenen indischen Sozialismus.38

Gandhi unterscheidet also zwischen einem westlichen Sozialismus, bzw. Kommunismus und einem seiner Vorstellung entsprechenden indischen. Er selbst nennt sich immer wieder einen Sozialisten und Ramarajya Sozialismus, da dieses Konzept auch die Gleichheit aller zu einem Grundprinzip erhebe. Zu Sozialisten sagte er, er sei schon Sozialist gewesen, bevor sie überhaupt geboren waren, schon in Südafrika habe er für die Gleichheit gekämpft. Als Sympathisant des Sozialismus protestierte Nehru gegen die Vereinnahmung des Begriffs durch Gandhi: ,,A strange way to dealing with the subject of socialism is to use the word, which has a clearly defined meaning in the English language, in a totally different sense. A person who declares himself to be an engine driver and then adds that his engine is made of wood and is drawn by bullocks is misusing the word engine driver."39

Das wichtigste Element zur Propagierung seiner moralischen Vorstellungen war die vorbildhafte Lebensführung. In diesem Punkte kritisiert er oftmals die Kommunisten. Sie seien unglaubwürdig, da sie nicht nach ihren Prinzipien lebten. Er selbst hingegen lebe kommunistisch.

4.4. ,,What builds on force ends by force" - Die Rolle der Gewalt

Nach kommunistischer Vorstellung soll die kapitalistische Gesellschaft durch eine Revolution, mit der die Enteignung der Kapitalisten einhergeht, auf die Stufe des Kommunismus gehoben werden. Die Doktrin bekennt sich offen zur Gewalt. Die Wahl der Mittel spielt eine untergeordnete Rolle im Vergleich zum erreichbaren Ziel, dem Seligkeitszustand des Kommunismus.40

Wie im vorangegangenen Abschnitt deutlich geworden sein sollte, diente Gandhi das ohnehin unerreichbare Ziel lediglich als Leitlinie für sein alltägliches Handeln in der Welt. Für ihn hätte die Maxime ,,Der Weg ist das Ziel" gelten können, wohingegen Marx selbst das kommunistische Streben mit ,,Der Zweck heiligt die Mittel" charakterisiert.41 Hinzu kommt natürlich, daß Gandhi das Attribut des Vaters der Gewaltlosigkeit trägt und auch schon die Mittel des Kommunismus an sich strengstens verurteilt. Hier sind wir schließlich am wichtigsten Reibungspunkt zwischen gandhianischer und marxistisch-leninistischer Lehre angelangt - der Haltung gegenüber der Gewalt.

Gandhi erkennt als kompromißloser Gegner gewaltsamer Methoden neben der offenen revolutionären Gewalt im Kommunismus auch verschiedene Formen struktureller Gewalt, die seinem Konzept widersprechen. Gewalt existiere in der Kollektivierung durch die Unterdrückung der Individualität und der Persönlichkeit des Menschen. Gewalt repräsentiere auch der Staat, der mit seiner überragenden Macht Zwang ausübe und der Gesellschaft seine Doktrin überstülpe. Die Herrschaft des Proletariats sei millionenfache Autokratie.42 Prinzipiell ließen sich fast alle Kritikpunkte, die Gandhi gegenüber dem Kommunismus anführte, unter seinem relativ weit gefaßten Gewaltbegriff subsumieren.

Non-Violence oder Gewaltlosigkeit war für Gandhi neben der Wahrheit ein Grundprinzip seiner Lebensführung und Anschauungsweisen. Gewaltlose Mittel seien gewalttätigen moralisch überlegen. Er war der festen Überzeugung, daß gewaltlose Methoden zwar nicht unbedingt immer schneller, dafür aber nachhaltiger zum Ziel führten, als gewaltsame. Gewalt sei daher ein Zeichen von Ungeduld und Schwäche, Gewaltlosigkeit dagegen von Stärke und Ausdauer. Große Veränderungen ließen sich nur durch Geduld herbeiführen, wohingegen in Gewalt der Samen für Mißerfolg liege.43

Gandhi sah Indien der Gewalt durch die britische Kolonialherrschaft ausgesetzt, wandte sich aber dagegen, gleiches mit gleichem zu vergelten. ,,Armed conspiracies against something satanic is like matching satans against satan."44 Eine gewaltsame Revolution zur Erlangung der Unabhängigkeit könne niemals eine Massenbewegung werden, da, anders als bei

Satyagraha, nicht alle daran teilhaben könnten. Eine erfolgreiche Revolution würde folglich nur die Herrschaft der Briten durch die der Revolutionäre ersetzen.45 ,,If we win power by any means other than ahimsa, the swaraj will most certainly not be the swaraj of the poor."46

Wirklicher Sozialismus sei nur durch Truth und Non-Violence zu erreichen.

Gandhi hat sein ganzes Leben zur Gewaltlosigkeit aufgerufen. So ermahnte er ständig die in seinen Augen übereifrigen und unbedachten Revolutionäre, die Anschläge verübten.

Andererseits zollte er ihnen Respekt für ihren Mut und ihren Patriotismus. Die Anwendung von Gewalt sei immernoch viel besser als Feigheit, die er verabscheute.

5. Schluß

Gandhi hat den Kommunismus verabscheut. Zugleich hat er sich aber auch selbst als Kommunisten bezeichnet. Wie ist dieser Widerspruch zu lösen?

Sicherlich ist die Gewalt der zentrale Kritikpunkt Gandhis an der kommunistischen Ideologie. Insofern hätte die Gleichung ,,Gandhismus" gleich Kommunismus minus Gewalt durchaus ihre Berechtigung. Mashruwala meint dazu, der Faktor ,,minus Gewalt" habe in dieser Gleichung ein derartiges Gewicht, daß sie gleichermaßen widersinnig sei, wie die Aussage ,,Blau ist gleich grün minus gelb".47 Gandhi selbst sagte zu Kommunisten: ,,You must eliminate violence. And when you do, you will find that there is not much difference between you and me. Both of us desire the welfare of the starving millions."48

Die Gewaltlosigkeit Gandhis ist ein großes Wort, das weitaus mehr Aspekte beinhaltet, als nur die Abwesenheit physischer Gewalt. Gebraucht man den Begriff der Non-Violence im Sinne Gandhis, bzw. sieht man Gewalt als deren Gegenteil an, so könnte man der Gleichung wohl recht geben, wenn auch der Kommunismus, wie Mashruwala meint, in der Tat reichlich gerupft dastünde.

Gandhi bezeichnete sich in der Auseinandersetzung mit Kommunisten stets als denwahren, denbesserenoder gar deneigentlichenKommunisten. Er tat dies in der Überzeugung, den moralischen, den überlegeneren Weg gewählt zu haben und mit seiner Methode mit den Prinzipien der Wahrheit und der Gewaltlosigkeit dem gemeinsamen Ziel näher zu kommen als seine Widersacher.

Literatur

Bandhyopadhyaya, J. (1973): Mao Tse-Tung and Gandhi. Bombay. Dandavate, M. (1977): Marx and Gandhi. Popular Prakashan, Bombay.

Fischer, L. (1954): Gandhi: His Life and Message for the World. Mentor Books, New York. Fischer, L. (19956): The Life of Mahatma Gandhi. Bhavan's Book University, Bombay.

Gandhi, M.K. (o.J.): The Collected Works of Mahatma Gandhi. [Sammlung] Publishing Division, Ministry of Information and Broadcasting, Government of India, New Delhi. Bände 4-90.

Gandhi, M.K. (1951): Towards Non-violent Socialism. Navajivan Publishing House, Ahmedabad.

Gandhi, M.K. (1997): An Autobiography or The Story of my Experiments with Truth. Navajivan Publishing House, Ahmedabad.

Jain, R.C. (1967): The Great Revolution. Institute of Bharatological Research, Sri Ganganagar.

Kataria, S. (1990): Gandhi and Socialism. S. 45-63 in: Gandhi's Reactions to World Affairs. Kanishka Publishing House, Delhi.

Mashruwala, K.G. (1956): Gandhi and Marx. Navajivan Publishing House, Ahmedabad. Sayid, D.H. (1995): Exporting Communism to India: Why Moscow Failed. National Institute of Historical and Cultural Research, Islamabad.

[...]


1 M.K. Gandhi in: Interview to Louis Fischer. Collected Works of Mahatma Gandhi (CWG), Bd. 85, S. 7

2 s. Saiyid 1995

3 Bolshevism or Dicipline? Young India 21.8.1924. Collected Works of Mahatma Gandhi (CWG) 25: 19

4 My Path. Young India 11.12.1924. CWG 25: 424

5 Kataria 1990: 53, zit. nach E.N. Komarow (1969) Mahatma Gandhi and the Russian Revolution. S. 54

6 Russia and India. CWG 5: 413

7 My Notes. Navajivan 21.10.1928. CWG 37: 380

8 Sayid 1995: 175

9 J. Lütt, persönliche Kommunikation

10 Letter to S.R. Hignell, 18.6.1919. In: CWG 15: 377

11 Cable to E.S. Montagu, 24.6.1919. In: CWG 15: 387

12 CWG 16: 13

13 Interview to Louis Fischer. Harijan 4.8.1946. CWG 85: 8

14 Meaning of Bolshevism. Young India 1.1.1925. CWG 25: 531

15 Answers to Questions. Harijan 6.10.1946. CWG 85: 367

16 Letter to P.C. Joshi. 5.2.1945. CWG 79: 95

17 Speech at AICC Meeting, Bombay. Harijan 29.9.1940. CWG 73: 17

18 Interview to Louis Fischer. Harijan 4.8.1946. CWG 85: 8

19 Discussion with Midnapore Political Workers. Amrita Bazar Patrika 5.1.1946. CWG 82: 335

20 Speech at Labour Meeting, Parel. Young India 26.3.1931. CWG 45: 299

21 A Talk. Biharni Komi Agmam 7.4.1947. CWG 87: 230

22 Speech at Gandhi Seva Sangh Meeting-IV. 4.3.1936. CWG 62: 231

23 A Talk. Biharni Komi Agmam 7.4.1947. CWG 87: 230

24 Answers to Questions. The Hindu 26.1.1946, Harijan 31.3.1946. CWG 83: 27

25 Interview to Nirmal Kumar Bose. The Hindustan Times 17.10.1935. CWG 59: 319

26 Discussion with G. Ramachandran. Young India 13.& 20.11.1924. CWG 25: 251

27 a.a.O.

28 Interview to Nirmal Kumar Bose. The Hindustan Times 17.10.1935. CWG 59: 319

29 Discussion with G. Ramachandran. Young India 13.& 20.11.1924. CWG 25:251

30 The Menace of an Industrialized India. Young India 20.12.1928. Gandhi 1951: 31

31 Duty of Bread Labour. Harijan 29.6.1935. Gandhi 1951: 17

32 Discussion with Midnapore Political Workers. Amrita Bazar Patrika 5.1.1946. CWG 82: 335

33 CWG 15: 168-9

34 Bolshevism or Discipline ? Young India 21.8.1924. CWG 25: 19

35 The Moral Issue. Young India 24.11.1924. CWG 21: 484

36 Interview to Nirmal Kumar Bose. The Hindustan Times 17.10.1935. CWG 59: 318

37 Talk with Manu Gandhi. 11.6.1947. CWG 88: 132

38 Letter to Mirabehn. The Pioneer 3.8. 1934. CWG 58: 249

39 Kataria 1990: 62, zit. nach S.D. Tripathi, Gandhian Perspectives on Socialism and Social Transformation, Gandhi Marg, Vol. 19, April-Juli 1975, S. 169

40 Interview to `Liverpool Post' and `Mercury'. The Hindu 14.4.1924. CWG 23: 294

41 Dandavate 1977: 106

42 Meaning of Bolshevism. Young India 1.1.1925. CWG 25: 531

43 Discussion with M.R. Masani and N.R. Malkani. The Hindustan Times 4.8.1935. CWG 58: 27

44 My Friend, the Revolutionary. Young India 9.4.1925. CWG 26: 492

45 A Revolutionary's Defence. Young India 12.2.1925. CWG 26: 140

46 Letter to Premabehn Kantak. 10.9.1935. CWG 61: 404

47 Mashruwala 1956: 37-8

48 Discussion with M.R. Masani and N.R. Malkani. The Hindustan Times 4.8.1935. CWG 58: 29

17 von 17 Seiten

Details

Titel
Gandhis Urteil über den Kommunismus
Note
1,3
Autor
Jahr
1998
Seiten
17
Katalognummer
V97679
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gandhis, Urteil, Kommunismus
Arbeit zitieren
Lars Kahnert (Autor), 1998, Gandhis Urteil über den Kommunismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97679

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Gandhis Urteil über den Kommunismus



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden