Winston Churchills Rolle im 2. Weltkrieg


Seminararbeit, 2000
19 Seiten

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Gliederung:

1. Biographie Winston Churchill

2. Der Mann des Schicksals

3. ,,Blut-, Schweiß- und Tränenrede"

4. Das Verlangen nach der Kapitulation Hitlers

5. Amerika - Die Rettung

6. Die vier entscheidenden Taten Churchills von 1940-1941

7. Triumph und Tragödie

8. Das Jahr in dem alles schief ging - 1942

9. Die Zukunft Großbritanniens

10. Stalin aus Europa! - Oder auch nicht?
10.1. Die Konferenz von Teheran
10.2. Die Fehleinschätzungen
10.3. Teheran, der Wendepunkt des Krieges

11. Begriffsklärung

12. Bildmaterial Seite

13. Literatur- und Bildquellen

14. Eigenständigkeitserklärung

1. Biographie Winston Leonard Spencer Churchill

Am 30. November1874 wird Winston Churchill in Schloss Blenheim bei Woodstock (Oxford) geboren. Er ist der Sohn des konservativen Politikers Lord Randolph Churchill und der Amerikanerin Jennie Jerome. Von 1876 bis 1879 verbringt er seine Kindheit in Dublin. Zwischen 1881 und 1892 geht Churchill in Ascot, Brighton und Harrow zur Schule. Danach ist er zwei Jahre Kadett in Sandhurst. Im Januar 1895 stirbt sein Vater. Im März des selben Jahres wird er Leutnant beim vierten Husarenregiment und im November ist er Kriegsberichterstatter in Kuba. Im Jahre 1896 beginnt er mit einem Selbststudium in Indien. Er nimmt an der Schlacht bei Omdurman und der Sudanexpedition teil (1898). 1899 tritt er aus der Armee aus und probiert es mit einer Unterhauskandidatur, die jedoch erfolglos ist. Er wird Kriegsberichterstatter im Burenkrieg und wird gefangen genommen, kann jedoch flüchten. Diese Flucht bringt ihm nationale Berühmtheit. 1900 ist er als Offizier reaktiviert und nimmt am Burenkrieg teil. Im selben Jahr wird er als Mitglied der Konservativen Partein ins Unterhaus gewählt. Er wechselt zur liberalen Partei, wo er dem sozialreformerischen Flügel angehört (1904). Durch den Wahlsieg der liberalen Partei 1906 wird Churchill Unterstaatssekretär für die Kolonien. 1908 wird Churchill Wirtschaftsminister unter der Regierung von Herbert H. Asquith und heiratet Clementine Hozie. 1910 wird er Innenminister unter der selben Regierung. Nach dem keine Einigung mit dem Deutschen Reich, 1909, über eine Begrenzung der Rüstung erzielt werden kann, treibt Churchill als erster Lord der Admiralität die britische Flottenrüstung energisch voran. 1915: Das scheitern der Dardanellen Expedition veranlasst Churchill aus der Regierung auszuscheiden. Er tritt als Offizier in die Armee ein. 1916 kehrt er als Abgeordneter ins Parlament zurück. Von Premierminister David Lloyd George wird Churchill 1917 in die Regierung zurück berufen. 1917/1918 ist Churchill Rüstungs- beziehungsweise Munitionsminister. Als Kriegs- und Luftfahrtsminister von 1918 bis 1921 leitet er die britische Demobilisierung. 1921/1922 wird Churchill Kolonialminister. Aufgrund des Zerfalls der Liberalen Partei, 1924, kehrt Churchill zu den Konservativen zurück. Im Amt des Schatzkanzlers von 1924 bis 1929 führt er den Goldstandart von 1914 wieder ein. Ohne politisches Amt widmet sich Churchill, in den Jahren 1929 bis 1939, vor allem seinen historischen Arbeiten. Seine Stellungnahme gegen Arthur Chamberlains Politik der Beschwichtigung und seine Warnung vor den Gefahren des nationalsozialistischem Regimes stoßen in der Öffentlichkeit auf wachsende Resonanz. Am 4. September 1939 wird er erneut erster Lord der Admiralität. Ein Jahr später, am 10. Mai, nach dem Beginn des deutschen Westfeldzuges gegen Frankreich wird Churchill unter öffentlichem Druck Premier- und Verteidigungsminister einer neu gebildeten Koalitionsregierung und Parteiführer der Konservativen. Während des Krieges wird er zum Motor des britischen Widerstandes gegen Adolf Hitler und zum Symbol des Durchhaltewillens seiner Nation. Er ist maßgeblich Initiator der ,,Grand Allianz" zwischen Großbritannien, den USA und der UdSSR. Am 14. August 1941 wird die von Churchill und Roosevelt verkündete Atlantikcharta veröffentlicht. Vom 17. Juli bis 2. August 1945 nimmt Churchill an der Potsdamer Konferenz teil. Nach der Wahlniederlage der Konservativen muss er als Premierminister zurücktreten. Churchill ist von 1945 bis 1951 Führer der konservativen Opposition. In den Jahren 1951 bis 1955 wird Churchill nach dem Wahlsieg der Konservativen Partei erneut Premierminister und setzt sich für eine Entspannung des Ost-West Konflikts ein. 1953 erhält er den Nobelpreis für Literatur für sein Werk ,,The Second World War" und wird geadelt. Am 5. April 1955 tritt er von all seinen Ämtern zurück. Er erhält den Karlspreis der Stadt Aachen im Jahre 1956 für seine Verdienste um die Einigung Europas. 1963 wird Churchill zum Ehrenbürger der USA ernannt und am 24. Januar 1965 stirbt Churchill in London.

2. Der Mann des Schicksals

,,Bis zum Jahre 1940 ist es möglich, ohne das sich am Gesamtbild der Geschichte Englands und der Weltgeschichte etwas ändern würde, die Person Churchill wegzudenken. Ein Glanzlicht würde fehlen, mehr nicht." (3.) Ebenso ist es dann wieder von 1942 an. Aber in den Jahren 1940 und 1941 war Churchill der Mann des Schicksals. In diesen Jahren ist er nicht aus der Geschichte wegzudenken. Würde man Churchill aus der Geschichte dieser Entscheidungsjahre herausnehmen, wäre es nicht mehr die selbe Geschichte. Ohne Churchill wäre die Geschichte völlig anders verlaufen. ,,Hätte es ohne Churchill irgendwann im Herbst 1940 oder im Sommer 1941 einen Kompromissfrieden oder einen Waffenstillstand gegeben? Es ist nicht zu beweisen, aber auch nicht auszuschließen. Hätte Hitler, mit so gewonnener Rückenfreiheit, Russland plangemäß niedergeworfen? Vielleicht nicht, aber vielleicht doch; wenn man bedenkt, an was für einem Haar die Entscheidung von Moskau im Oktober 1941 hing, möchte man eher sagen: Wahrscheinlich ja. Wäre es ohne Churchill zu einem amerikanisch-deutschem Krieg gekommen? Anders gefragt: Wäre es Roosevelt ohne Churchills entscheidenden Anstoß und ständige Mithilfe möglich gewesen, Amerika so, wie es dann gelang, gegen Deutschland zu engagieren? Kaum" (3.). Es ist am Ende nicht Churchills England allein gewesen, das Deutschlands Macht brach und Hitler besiegte. Dazu reichte die Kraft Englands nicht, dazu bedurfte es der Allianz der beiden Weltmächte, Amerika und Russland. Doch wäre England, im Jahr vom Juni 1940 bis zum Juni 1941, nicht so entschlossen gewesen, hätte es diese Allianz zwischen diesen Staaten nie gegeben; und ohne Churchill hätte es wohlmöglich nicht diese Entschlossenheit Englands gegeben. ,,Kurz, ohne den Churchill der Jahre 1940 und 1941 ist es durchaus vorstellbar, das jetzt ein Adolf Hitler über einem großgermanischem SS-Staat thronen würde, der vom Atlantik oder darüber hinaus reichte. Ohne Churchill würde auch möglicherweise heute noch das britische Empire Existieren - allerdings in unbehaglicher Juniorenpartnerschaft mit Hitlers eurasiatischem Festlandsreich, und wahrscheinlich in faschistischer und barbarisierter Form"(1.). Ohne Churchill hätte die Weltgegenrevolution Hitlers vielleicht für das erste gesiegt, es wäre möglicherweise soweit gekommen, dass Hitler nach der Kolonisierung Russlands einen Abrechnungs- und Unterwerfungskrieg mit Amerika geführt hätte und diesen gewonnen hätte. Aber es gab Churchill und so ist die Weltgeschichte anders verlaufen, als von Hitler geplant. Dank Churchill hat sich England 1940 Hitler im entscheidenden Augenblick seines fast schon gelungenen Durchbruchs in den Weg geworfen. England hat dabei seine physische, sowie seine wirtschaftliche Existenz aufs Spiel gesetzt. Sein Empire hat es verloren, seine Wirtschaft ruiniert und seine physische Existenz erfolgreich verteidigt. Dank Churchill ist nicht Deutschland, sondern Russland und Amerika die Beherrscher Europas geworden. Dank Churchill spielt der Faschismus keine Weltrolle mehr, sondern Liberalismus und Sozialismus. Dank Churchill wurde die Weltgegenrevolution niedergeschlagen und die Weltrevolution wurde ermöglicht.

Das meiste davon war nicht Churchills Absicht, obwohl er es für den schlimmsten Fall in Kauf nahm. Er hat geglaubt und gehofft, die in Kauf genommenen Gefahren abzuwenden und ist damit gescheitert. Aber eines hat er gewollt, den totalen Sieg über Hitler und Nazideutschland, und zwar, um jeden Preis. Diesen Sieg hat er erreicht, und das ist sein Triumph.

3. ,,Die Blut-, Schweiß- und Tränenrede"

In seiner ersten Parlamentsrede als Regierungschef, der berühmten ,,Blut-, Schweiß- und Tränenrede" vom 13. Mai 1940 erklärte Churchill, dass seine Politik den Sinn hat Krieg zuführen. Zitat Churchills: ,,Krieg gegen eine monströse Tyrannei, wie sie nie übertroffen wurden ist im finsteren Katalog der Verbrechen der Menschheit" (3.) - und das Ziel, was er verfolgte war Sieg. Zitat Churchills: ,,Sieg um jeden Preis" (3.). Viele der zuhörenden englischen Parlamentarier, welche sich das alles ziemlich ungerührt anhörten mochten es für die ,,barocke Churchillsche Rhetorik" halten, an die sie gewöhnt waren. Es war jedoch, wie sich zeigte, tödlich ernst gemeint. Ein paar Wochen später, nach Dünkirchen (TM Begriffsklärung) , als für einen Augenblick niemand in London wusste, ob Hitler sich gegen Frankreich oder England wendet erklärte Churchill dem Parlament: ,,Ich glaube keinen Augenblick daran, aber wenn es so kommen sollte, dass diese Insel unterworfen ist und verhungert, dann werden unser Empire und unsere Flotte weiterkämpfen, solange, bis die Zeit erfüllt ist und die neue Welt in Waffen zur Befreiung der Alten antritt." (3.) Das war hart; und das Parlament, jedenfalls die konservative Mehrheit, hörte es wiederum in Schweigen an. Dieses Schweigen konnte als Ergriffenheit, Beklommenheit und als stille Ablehnung begriffen werden. Churchill wusste durchzusetzen was er sagte. Als in England noch jedermann ans nackte Überleben dachte, plante Churchill bereits die neue Kriegskoalition mit Amerika und den Totalsieg dieser Koalition - selbst wenn für diesen Sieg Zitat Churchills: ,,diese Insel" (3.) aufgeopfert werden musste. Es ist diese ungeheuerliche Entschlossenheit, die Churchill 1940 zum Mann des Schicksals machte. Meistens hat England in seiner Geschichte, trotz erfolgreichem Verlauf, seine Kriege beizeiten abzubrechen gewusst. Das dies diesmal nicht geschah, ist Churchills Werk.

4. Das Verlangen nach der Kapitulation Hitlers

Der meisten Bevölkerung sprach Churchill nicht aus der Seele, als er sagte das er auch nach dem Verlust dieser Insel weiter kämpfen werde, oder als er vierzehn Tage später, nach der Kapitulation Frankreichs erklärte: Zitat Churchills: ,,Was wir verlangen, ist gerecht, und wir nehmen nichts davon zurück. Kein Jota, keinen I-Punkt lassen wir ab. Tschechen und Polen, Norweger und Holländer und Belgier haben ihre Sache mit der unseren vereint. Sie alle müssen wieder aufgerichtet werden. Die Nazi-Tyrannei, anderseits, muss für immer gebrochen werden." (3.) Mit diesem Ausspruch verlangte Churchill, im Grunde schon 1940, die bedingungslose Kapitulation Hitlers. Churchill hatte fest vor den Feind zu vernichten und er war schlimmstenfalls bereit, dafür Englands Existenz aufs Spiel zusetzen. An Churchills radikale Kindheit könnte man erinnert werden, wenn man seine ,,Schimpfkanonaden" hört, mit denen er Hitler überschüttete. Zitat Churchills: ,,Dieser üble Mensch, diese Verkörperung des Hasses, dieser Brutherd von Seelenkrebs, diese Missgeburt aus Neid und Schande; das Richtschwert in der Faust, werden wir uns an seine Fersen heften." (3.) Mit diesen Reden sprach er den europäischen und auch den englischen Linken aus der Seele, denn diese hatten Hitler als den leibhaftigen Satan zu hassen gelernt. Aber was Churchill trieb, war weder Antifaschismus noch persönlicher Hass auf Hitler. Freilich auch kaum normaler Patriotismus. Es war Ehrgeiz und zwar doppelter Ehrgeiz. Ehrgeiz der Person Churchill und Ehrgeiz des Staatsmannes Churchill. Sein Ehrgeiz für sein Land, als Staatsmann, war trotz allem sein Hauptmotiv. Es ist kein Widerspruch dazu, dass er wie gezeigt sein Land aufs Spiel setzte und den Untergang riskierte. Das Leben Englands aufs Spiel zusetzen, dazu war Churchill bereit. Er war jedoch nicht dazu bereit, sein Land zu blamieren und einen Kompromissfrieden einzugehen.

5. Amerika - Die Rettung

Wenn England jetzt, in äußerster eigener Lebensgefahr, zu seinem Wort stand, dass der Angriff auf Polen Hitler das Leben kosten würde und dieses Wort nun nach der Eroberung Polens durch Hitler wahr machen würde, würde es England eine so große Ehre machen, wie lange nichts in seiner Geschichte. Doch es wurde bisher keine Möglichkeit gesehen, die Übermacht Hitlers zu besiegen. Doch Churchill sah eine Möglichkeit: und diese hieß Amerika. Wenn Amerika jetzt vor die Frage gestellt wurde England entweder zu unterstützen, oder untergehen zu sehen, musste es England unterstützen, denn es konnte sich nicht leisten Hitler zum Herren des Atlantik werden zu lassen. War es aber einmal soweit, das Amerika Englands Krieg unterstützte, so musste es auch ab einem gewissen Zeitpunkt Englands Krieg ganz und gar mitmachen, dafür konnte man sorgen. Churchill meinte, dass die geballte Kraft des Empires und der USA zum totalen Sieg reichte. Vielleicht reichte sie nur knapp. Der Krieg würde lang sein, denn selbst England war noch nicht voll gerüstet und Amerika hatte noch nicht einmal mit Rüstung begonnen. Doch ein langer gemeinsamer Krieg bot neben Schrecken und Leid auch eine Möglichkeit des Zusammenwachsens. Mit dem gemeinsamen Sieg über Hitler und der Vereinigung der englischsprechenden Völker, würde die Welt ihnen zu Füßen liegen. Churchill hatte diese Vision schon in den dunkelsten Tagen des Sommers 1940 vor Augen. Er sprach vor dem Parlament davon, dass England und die USA, Zitat Churchills: ,,in nächster Zeit ein bisschen durch einander gequirlt werden würden." (3.) Er sprach von der künftigen Einheit der englischsprechenden Demokratien, die dahinrollen werde, unaufhaltsam. ,,Man darf über dem Staatsmann Churchill den Dämon Churchill nicht übersehen - über dem Dämon freilich auch nicht den Staatsmann." (3.) Das der Dämon und der Staatsmann zu der Zeit auf ihre höchste Höhe kamen, das macht Churchill zum Mann des Schicksals und das Jahr vom Juni 1940 bis zum Juni 1941 für immer zum Weltjahr Churchills.

6. Die vier entscheidenden Taten Churchills von 1940 bis 1941

Sein Anteil an den englischen Abwehrkriegen 1940 darf nicht überschätzt werden, aber seine wirklichen Taten waren andere, ,,unbesungene." (3.) Entscheidend waren vier:

- Die Ausschaltung aller berühmten Politiker der Appeasement-Schule;
- Der Staatsstreich, mit dem Churchill sich selbst zum Generalissimus machte;
- Die rücksichtslos vorwärts getriebene Mobilisierung, die England in einem kurzen halben Jahr zu einer ,,waffenstarrenden Festung" machte und zu einem bankrottem Land
- Die ,,Privatkorrespondenz" (3.) mit Präsident Roosevelt, in der, unter Ausschaltung aller Diplomaten, Außenminister und Parlamente, die englisch-amerikanische Allianz geschmiedet wurde.

Die Ausschaltung der Appeaser und somit die vorbeugende Ausschaltung aller Kompromissfriedensmöglichkeiten vollzog Churchill mit einer bei ihm ungewohnten ,,politischen Meisterschaft." (3.) Ein Scherbengericht über die ,,schuldigen Männer" (3.), wie es die Linken fordernden, lehnte er ab: Zitat Churchills: ,,Wenn die Gegenwart über die Vergangenheit zu Gericht sitzen will, wird sie die Zukunft verlieren." (3.) Er gab allen Prominenten der Appeasement-Periode hohe Ämter, die sie voll beschäftigen, aber zugleich auf ,,harmlose Nebengleise" (3.) abschoben. Der eine wurde Justizminister, der andere Erziehungsminister, ein anderer wurde als Botschafter nach Madrid geschickt und sein härtester Konkurrent, Lord Halifax, wurde Ende des Jahres Botschafter in Washington mit außergewöhnlichen Ehren und unter der Beibehaltung seines Sitzes im Kriegskabinett, aber weg war er. Chamberlain starb; und schon kurz nach seinem Tod zwang Churchill die Konservativen seiner Partei ihn zum Parteivorsitzendem zu wählen. Der Generalissimus Churchill war nicht unfehlbar. Er machte den typischen Fehler aller ,,Amateurstrategen (und letzten Endes war er ein Amateurstratege wie Stalin und wie Hitler)"

(3.), von seinen Streitkräften zuviel zu verlangen. Bei der Flotte und der Luftwaffe ging das, immer wieder wurden ihnen unerfüllbare Aufgaben gestellt, doch sie kämpften mit ungeheurem Todesmut den Krieg hindurch, aber für die Wehrpflichtarmee von fünf Millionen war Churchill ein bedenklicher Kriegsherr. Er überforderte sie ständig und das bekam ihrer Moral schlecht. Es bedurfte der Spezialbegabung General Montgomerys (TM Begriffsklärung), die Wehrpflichtarmee wieder ,,gesundzupflegen" (3.) und ihr schließlich doch noch einen achtbaren Endspurt abzugewinnen.

Aber ein großes Verdienst kann dem Generalissimus Churchill keiner nehmen. Er machte aus den drei Wehrmachtteilen, die im ersten Weltkrieg und zu Beginn des zweiten alle ihr Eigenleben führten eine Einheit. Fiaskos der Zusammenarbeit von Heer und Flotte gab es unter ihm nicht mehr. Die gewaltigen, immer gesteigerten ,,Organisationsleistungen" der großen ,,amphibischen Landungsoperationen" (2.) in Nordafrika, in Sizilien, in Italien und in der Normandie sind sein Werk, er machte sie möglich. ,,Es ist eine Leistung, die ihn, trotz mancher Husarenstreiche und militärischer Phantastereien, schließlich doch unter die großen Feldherren aller Zeiten einreihte." (2. )

Churchills dritte Tat war die fast überstürzte und mit äußerster Rücksichtslosigkeit vorangetriebene Totalmobilisierung. Ostern 1940 waren die Strandpromenaden Englands noch voller Spaziergänger und die Straßen, die an die See führten, voller Autos, vor den Luxushotels standen noch Portiers und in den Industriestädten gab es eine Million Arbeitslose. Seine erste Gesetzesvorlage, am 22. Mai 1940 stellte jede Person und jeden persönlichen Besitz vorbehaltlos England zu Kriegszwecken zu Verfügung. Nach sechs Monaten gab es in England keinen Arbeitslosen mehr, auf den Strandpromenaden exerzierte die Armee und in den Hotels saßen Kriegsbehörden. In den Fabriken wurden 24 Stunden am Tag Waffen hergestellt und die letzten Devisenvorräte (TM Begriffsklärung) wurden aufgebraucht.

Selbst aus dem Bankrott, den Churchill hingenommen hatte, wusste er eine Kriegswaffe zu machen. Mit der Waffe des englischen Bankrottes hatte er Amerika endgültig in der Zange, nach dem er es mit dem brennenden London schon moralisch unter Druck gesetzt hatte. Denn das war Churchills vierte und entscheidende Tat, die ,,Einspinnung" und Einspannung Amerikas in den englischen Krieg, die er von der ,,glühendsten" Werbung, bis zur ,,kältesten" Erpressung betrieb. Er tat das in einer nie abreißenden ,,Privatkorrespondenz" (3.) mit Präsident Roosevelt.

7. Triumph und Tragödie

Für Churchill persönlich zerfiel der Krieg in drei klar abgesetzte Perioden.

Die Erste dauerte von Mai 1940 bis Dezember 1941. In dieser Zeit drohte ihm Gefahr, tödliche, unmittelbare Gefahr, allerdings nur vom Feind, von Hitler. Diese Gefahrenperiode bestand Churchill glorreich.

Nach dem Dezember 1941 war Hitler nicht mehr ernsthaft gefährlich England gegenüber. Von Dezember 1941 bis November 1942 kam die Gefahr für Churchill von der politischen Seite seiner Heimat. Es gab plötzlich wieder Kritik und Opposition (TM Begriffsklärungen) und Kräfte, die ihn stürzen wollten. Er meisterte auch diese Gefahr. In der dritten Phase von 1942 bis Kriegsende, hatte er seine Ruhe. In dieser Periode wurden seine Verbündeten seine wahren Gegner: Stalin und seit Ende 1943 auch Roosevelt; und gegen sie verlor Churchill. Der Endsieg über Hitler schmeckte ihm bitter, denn er besiegelte zugleich seine Niederlage gegen Stalin und Roosevelt.

8. Das Jahr in dem alles schief ging - 1942

Die Jahre 1940 und 1941 hatten, bei tödlicher Gefahr, achtbare Abwehrerfolge gebracht. Von Ende 1942 gab es dann fast nur noch Siege, aber dazwischen, 1942, ging einfach alles schief. Beispiele vieler fehlgeschlagener Operationen sind: Zum einen eroberten die Japaner Malaya und Burma und bedrohten Indien, die Kronkolonie Englands. Rommel besiegte die Nilarmee und drang tief nach Ägypten vor. Singapur kapitulierte kläglich, die Flotte wurde erbarmungslos im Pazifik, im Indischen Ozean, im Mittelmeer und auf dem Eismeer verkleinert. Die U-Bootangriffe und die damit verbundenen Handelsschiffverluste nahmen überhand. Indien wollte die Unabhängigkeit und Gandhi und Nehru (TM Begriffsklärungen) gingen zum letzten mal in englische Gefängnisse. ,,Alte Erinnerungen wurden wach - an den Reaktionär Churchill, der vor Hitlers Zeit eigentlich immer Unrecht gehabt hatte." (3.) Am meisten wurden Churchill jedoch die sich anhäufenden Niederlagen auf dem Feld und zur See verübelt.

Man hatte Churchill ,,engagiert", da er was vom Krieg verstand, ,,offenbar verstand er doch nicht so viel, wie er glaubte. Die Dinge wurden ja immer schlimmer statt besser!" (3.) Im Juli gab es einen Misstrauensantrag im Parlament und sogar ein Gegenkandidat fand sich. Dieser Gegenkandidat, Sir Stafford Cripps, war ein Außenseiter der Linken, wie Churchill einer der Rechten war. Dieser Mann wollte eindeutig als Churchills Gegenkandidat kandidieren, doch es gelang Churchill, ihm einen Aufschub abzugewinnen, der bis zu den großen Operationen in Nordafrika dauern sollte. Da diese Operationen gewonnen wurde, änderte sich die Stimmung in England und im Parlament schlagartig und Churchill war gerettet und Cripps somit gescheitert. Churchill setzte ihn als Luftrüstungsminister ein und er wurde ihm nie wieder gefährlich. Unter der Oberfläche der Kritik an Churchills Kriegsführung steckte doch eher eine tiefere Kritik an seiner Gesamtpolitik, welche die Krisen von 1942 verursacht hatten. Es hatte sich das Gefühl breit gemacht, dass er ein zugewagtes Spiel spiele; ,,und dieses Gefühl war berechtigter als die vorrübergehende Enttäuschung über seine militärische Kriegsführung." (3.)

9. Die Zukunft Großbritanniens

In der großen Allianz, die Churchill und Hitler in dem beinah ,,mystischem" (3.)

Zusammenwirken, das ihre Beziehungen von Anfang bis Ende kennzeichnet, 1941 zustande gebracht hatten, war England unzweifelhaft der kleinste und schwächste Partner. Churchill sah das alles auch, aber er sah auch eine Möglichkeit. Er glaubte einen Weg zu sehen, wie England, obwohl es der kleinste Partner war, die Koalition beherrschen und lenken könnte. Er wollte den Sieg nicht unvollständig bleiben lassen oder gar ,,verstümmeln". Er wollte nicht nur Hitler vernichten, sondern gleich in einem Zug Stalin mit ausschalten und bei dieser Aktion Roosevelt mit Einspannen. So fest einspannen, dass er sich nie wieder von England lösen konnte. Um das zu verwirklichen brauchte er einen Kriegsverlauf, der Russland aus Europa raushielt. Das würde nur gelingen, wenn die amerikanische Offensive sich nicht Westeuropa, sondern Osteuropa zum Ziel macht. Derselbe Stoß, der Deutschlands Macht brach, sollte zwischen Europa und Russland einen stählernen Riegel schieben. Wenn das gelang, würden die vereinigten Armeen Englands und Amerikas allein in Europa stehen und allein Europa beherrschen. Russland würde über seine Grenzen hinaus kommen und Frankreich würde nicht wieder Kriegsschauplatz werden. Es würde ,,unberührt und unversehrt wieder auftauchen." (3.) Churchill traute sich ernsthaft zu, in der neuen Kombination von England und Amerika, welche Europa beherrschen und besetzen würde, tonangebend zu bleiben. ,,Eine blendende Vision. Aber wie sie verwirklichen? Wie diese Strategie durchsetzen?" (3.) Das politische Ziel, das er verfolgte, konnte Churchill nie darlegen. Russland gegenüber schon gar nicht, aber auch Amerika gegenüber nicht. Die strategischen Gründe sprachen alle dagegen. Churchill wusste, dass der riesige Umweg über Nordafrika, anstatt über Frankreich, anzugreifen einen großen Zeitverlust und Schwächung bedeutet. ,,Doch die amerikanischen Militärs, mit Eisenhower (TM Begriffsklärungen) und Marshall (TM Begriffsklärungen) an der Spitze, wurden nie müde, es händeringend klarzumachen." Aber Churchill hatte einen Trumpf: England war Amerika sowohl in der Kriegsführung, als auch in der Kriegsvorbereitung zwei Jahre zurück. Wenn es nicht tatenlos warten wollte, bis es in zwei der drei Jahren seinen eigenen Krieg führen konnte, so musste es Englands Krieg, so wie er war übernehmen um erst nach und nach mit ihren Kräften nachzurücken. Und zu dieser Zeit war England bereits in Nordafrika engagiert. Weder Roosevelt noch Stalin hatten Interesse daran Churchills Südstrategie und ihren politischen Hintergedanken zu unterstützen. Stalin wollte diese sogar hintertreiben und er tat alles was er konnte, um dies zu verwirklichen. Trotzdem setzte Churchill diese Strategie durch. Er tat das im Sommer 1942, während ihm ,,an allen Fronten die Schläge um die Ohren prasselten und während ihm zu Hause der Boden unter den Füßen wankte." (3.) Der Churchill von 1942 war nicht mehr der Mann des Schicksals. Sein überkühnes Spiel, was er begann, ging verloren und ohne das er es wusste, war der Zeitpunkt, zu dem er Weltgeschichte gemacht hatte schon vorbei. Der Höhepunkt seiner persönlichen Kraft war im Jahre 1942. Die Zeit, in der er in die Weltgeschichte einging, war ohne das er es merkte schon vorbei.

10. Stalin aus Europa! - Oder auch nicht?

Am Ende des Jahres 1942, hatte Churchill alle dort, wo er sie haben wollte. Hitler und Stalin bekämpften sich im tiefsten Russland, Rommel war geschlagen und das Mittelmeer somit geöffnet und die Amerikaner marschierten an der Seite Englands in Nordafrika auf. Alles war bereit zum Sprung über das Mittelmeer im nächste Jahr. Churchill schien die Welt zur Jahreswende 1942/1943 in seiner Hand zu halten, denn inzwischen war auch der Luftangriff auf Deutschland gestartet worden und bereits in vollen Zügen. Ein Jahr später lag seine Strategie und somit seine Politik ,,in Trümmern." (1.) Er hatte darauf gebaut, dass es im Krieg unmöglich ist einen strategischen Ansatz rückgängig zu machen. Er hatte den Amerikanern, während er sie auf die Mittelmeerstrategie mit Taten festlegte, die Westinvasion mit Worten immer zugestanden. Er hatte nicht damit gerechnet, beim Wort genommen zu werden. Er hatte es nicht für möglich gehalten, dass die Amerikaner es über sich bringen würden, die gewaltige Mittelmeerkampagne, in der er sie hineinmanövriert hatte und in die sie zunächst alles hinein gesteckt hatten, was zur Hand war, abzubrechen, alles umzudirigieren, sechs Monate Zeitverlust in Kauf zu nehmen und noch einmal mit einem ganz anderen Ansatz von vorn zu beginnen. Doch genau das, zu Churchills Entsetzen, taten sie. Ende 1943, nach zwei Jahren Rüstung und Mobilisierung, war Amerika so weit, dass es seinen eigenen Krieg führen konnte. Und dazu war Amerika jetzt auch entschlossen. Es war nicht mehr darauf angewiesen England Hilfsdienste zu leisten.

10.1. Konferenz von Teheran

Auf der Gipfelkonferenz in Teheran, Ende November 1943, verbündete sich Roosevelt mit Stalin gegen Churchill. ,,Und Churchill blieb nichts anderes übrig, als zähneknirschend nachzugeben und sein strategisch-politisches Werk vom vorigen Jahr der Spitzhacke preiszugeben." (1.) In Teheran wurde das beschlossen, was dann im Sommer 1944 in die Tat umgesetzt wurde und was die Nachkriegsgeschichte Europas geprägt hat. Die Auflösung der Churchillschen Südstrategie und ihr Ersatz durch die Invasion Frankreichs. Das war nicht nur eine strategische, sondern auch eine hochpolitische Entscheidung. Es bedeutete, dass Russland nicht von Europa abgeriegelt wurde, sondern das sich die Ost- und Westmächte in der Mitte Europas begegnen. Churchills Vision eines restaurierten, konservativen, unter anglo - amerikanischer Führung stehenden Europas wurde damit zur Utopie. Nachkriegseuropa würde entweder ein linkes, demokratisches, oder geteiltes Europa sein. Das alles war den Teilnehmern der Teheran-Konferenz klar, aber ausgesprochen hat es niemand. Es wurde ausschließlich mit strategischen Mitteln argumentiert und auf diesem Gebiet ist Churchills Position im Jahre 1943 sehr schwach geworden.

10.2. Die Fehleinschätzungen

Churchill hatte mit aller Welt zwei Fehleinschätzungen geteilt. Er überschätzte die Luftmacht Großbritanniens und unterschätzte gleichzeitig die Kraft, Stärke und Ausdauer Russlands. Er glaubte, dass die große Bombenoffensive, die 1943 eingesetzt hatte, Deutschlands Heimatfront zermürben und kapitulationsreif machen würde und er glaubte, dass Russland, trotz seiner wiederholten Wintererfolge, sich nur gerade so am Leben halten und in den Sommerfeldzügen weiterhin alle Hände voll zu tun haben würde, Leningrad, Stalingrad und Moskau zu verteidigen. Er spekulierte damit, dass Deutschland immer noch tief in Russland stecken würde und zur gleichen Zeit in Deutschland Chaos und Auflösung herrschen würde. Auf diese Lage war seine Strategie zugeschnitten. Es war so gedacht gewesen, dass die Mittelmeerländer den landenden Westalliierten aufatmend in die Arme fallen und tiefstem Dank verpflichtet sind und die Briten und Amerikaner eines Tages siegreich im unverteidigtem Sachsen und Schlesien stehen ohne große Kämpfe durchführen müssen. ,,Aber so war es ja bekanntlich nicht gekommen." (1.) Der Bombenangriff auf Deutschland als ebenso zwecklos wie zuvor in England. Die deutsche Kriegsproduktion lief weiter auf vollen Touren und die Heimatfront in Deutschland stand wie vorher. Die deutsche Ostarmee jedoch war nicht mehr das was sie mal war. Sie waren den Russen jetzt materiell und moralisch eindeutig unterlegen und aus diesem Grund trieben die Russen sie 1943 von Stalingrad fast bis zu den Grenzen Rumäniens und Polens. Die Mittelmeerarmeen jedoch saßen immer noch im weit südlich von Rom gelegenen Cassino fest. Wenn das Jahr 1943 weiter so verlaufen würde wie es bisher verläuft, würden die Russen in Berlin stehen und die Westalliierten immer noch im tiefsten Italien festsitzen ohne in das Kriegsgeschehen eingreifen zu können. Unter solchen Umständen war Churchill in diesem strategischen Gespräch, das in Teheran geführt wurde, ohne jegliche Argumente. Churchill fehlte, bei all der gewaltigen Beredsamkeit, sein ganzes Leben lang eine Gabe, die Gabe des Überredens. Churchill, der eher ein Krieger und ein Egozentriker (TM Begriffsklärungen) war, hatte diese Gabe nicht und er richtete auch sein verhalten danach, dass er sie nicht hatte. Churchill machte instinktiv Politik durch Strategie. Er zog es vor, selbst als Generalissimus zu handeln und seine politischen Argumente mit Truppen- und Flottenbewegungen zu liefern. Das war sein angeborener Stil, er konnte es nicht anders. Drei Jahre hatte er mit diesem strategischem Mittel erfolgreich Politik betrieben, aber jetzt lies ihn dieses Mittel im Stich und damit war er wehrlos geworden.

10.3. Teheran, der Wendepunkt des Krieges

Teheran war für Churchill der Wendepunkt des Krieges und darüber hinaus auch ein Wendepunkt seines Lebens. Mitten in die Konferenz fiel sein 69. Geburtstag. Bis dahin hatte man ihm die physische und psychische Anspannung, die der Krieg ihm abverlangte, kaum angesehen beziehungsweise angemerkt. ,,Plötzlich, noch während der Konferenz, wurde er zum alternden, beinah, stundenweise, zum alten Mann - langatmig, unkonzentriert, fahrig." In Konferenzpausen sprach er von einem zukünftigem Krieg, den man sich jetzt einbrockte. Den Krieg den er meinte sei der Krieg mit Russland. Zitat Churchills: ,,Das wird ein noch schrecklicherer Krieg werden als dieser. Aber ich werde nicht mehr da sein. Ich werde schlafen. Millionen Jahre werde ich schlafen." (3.) Dieser Ausspruch klang nicht wie von einem Staatsmann. Er klang eher wie von einem Seher. Zwischenein ermannte er sich und spielte den guten Verlierer, um dann gleich wieder, mit allzu durchschaubarer List den Siegern etwas abzuhandeln. Die Westinvasion war beschlossen, er stand zu seinem Wort, sie würde stattfinden, bis zum 1. Mai, oder wenigstens in der Maiperiode. Churchill gab sich jedoch nicht zufrieden mit dem Ergebnis der Konferenz. Er versuchte, dass halbe Jahr, welches zwischen der Konferenz und dem 1. Mai lag auszufüllen. Er überlegte sich, die Türken zu einem Kriegseintritt zu drängen, um eine Balkankampagne auszulösen und so das halbe Jahr auszufüllen. ,,Roosevelt und Stalin tauschten vielsagende Blicke. Sie ließen dem alten Winston gnädig sein Steckenpferd. Mochte er versuchen die Türkei in den Krieg zu ziehen." (3.) Roosevelt und Stalin verließen sich auf die vorsichtigen Türken und sie behielten Recht, denn die Türken ließen sich nicht in diesen Krieg mit hinein ziehen.

11. Begriffsklärungen

Dünkirchen

Im 2. Weltkrieg, zwischen dem 27. Mai und 4. Juni 1940, wurden von Dünkirchen aus über 335 000 alliierte Soldaten mit Kriegsschiffen und kleinen Privatbooten in äußerster Bedrängnis evakuiert, während die deutsche Wehrmacht zu den Kanalhäfen durchbrach. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 71 000.

General Montgomery

Montgomery, Bernard Law, 1. Viscount Montgomery of Alamein (1887-1976), britischer

General, der im 2. Weltkrieg bei den Siegen der Alliierten über die Achsenmächte in Afrika und Europa eine herausragende Rolle spielte. 1942, während des 2. Weltkrieges, wurde Montgomery zum Befehlshaber der britischen 8. Armee in Afrika ernannt. Von El Alamein in Ägypten aus unternahm er eine erfolgreiche Offensive gegen die deutsch-italienischen Truppen unter General Erwin Rommel, die sich zuerst aus Ägypten und dann aus Libyen zurückziehen mussten. 1943 errang Montgomery an der Mareth-Linie in Südtunesien einen weiteren Sieg über Rommel und 1943/44 war er an der Landung der Alliierten in Sizilien und deren Vormarsch durch Süditalien beteiligt. 1944 befehligte er die britische 21. Heeresgruppe bei der alliierten Landung in der Normandie und beim Vorstoß nach Deutschland.

Devisen

Devisen, im weiteren Sinn Ansprüche von Inländern auf Zahlungen in fremden Währungen aus ausländischen Bankguthaben oder auf im Ausland zahlbare Bankschecks und Wechsel. Im engeren Sinn versteht man unter Devisen die Bankguthaben bei ausländischen Währungen, die im so genannten Devisenverkehr eingesetzt werden.

Opposition

Die Institution der politischen Opposition als Gegenpart zur Regierung entstand mit der Herausbildung des Verfassungsstaates in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Großbritannien. Hier waren die Ersten Minister, da ihnen die britischen Könige seit Georg I. zunehmend die Führung der Regierungsgeschäfte überließen, mehr und mehr auf die Unterstützung des Parlaments angewiesen und mussten daher versuchen, die Mehrheit der Abgeordneten hinter sich zu bringen. Diejenigen Abgeordneten, welche die Politik des Ersten Ministers nicht unterstützten, nahmen im Unterhaus gegenüber (opposite) den Regierungstreuen Platz.

Jawaharlal Nehru

Mit 16 Jahren ging er nach England und studierte an der Harrow School und der Universität Cambridge. 1912 kehrte er nach Indien zurück und war dort einige Jahre als Rechtsanwalt tätig. 1919 trat er dem Indischen Nationalkongress (Indian National Congress: INC) bei, der größten nationalistischen Organisation Indiens unter der Führung Mahatma Gandhis (TM Begriffsklärungen). Nehru wurde bald zu einem der führenden Köpfe in der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Zwischen 1921 und 1945 wurde er aufgrund seiner Aktivitäten für die indische Freiheitsbewegung insgesamt neunmal von den Briten verhaftet. 1929 bis 1936 war Nehru Präsident des INC. Nehru unterstützte zwar Gandhi bis zu dessen Tod 1948; er teilte allerdings nicht Gandhis Glauben an den passiven Widerstand als geeignetes Mittel, um Indien von der britischen Herrschaft zu befreien. Stattdessen trat er für ein aggressives Programm ein, das alle Mittel außer bewaffnetem Widerstand gegen die Briten zuließ.

Mohandas Karamchand Gandhi

Gandhi war der Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung und Verfechter des gewaltlosen Widerstands zur Durchsetzung politischer Ziele. Er studierte in London Jura und ließ sich 1891 in Bombay als Anwalt nieder. 1893 ging er als Rechtsberater einer indischen Firma nach Durban in der britischen Kronkolonie Natal in Südafrika, wo er sich als Angehöriger einer ,,niederen Rasse" behandelt sah. Empört darüber, dass indischen Einwanderern in großem Umfang bürgerliche Freiheiten und politische Rechte verweigert wurden, nahm er unverzüglich den Kampf für die Grundrechte der Inder in Südafrika auf.

Dwight David Eisenhower

Als einer der besten Planungsexperten arbeitete Eisenhower Einsatzpläne für die amerikanischen Truppen auf dem europäischen Kriegsschauplatz aus. Im Juni 1942 erhielt Eisenhower vom Stabschef der Armee, George C. Marshall, das Kommando über die USStreitkräfte in Europa. Er leitete die alliierten Landungen in Nordafrika, Sizilien und Italien und führte die groß angelegten Operationen zum Erfolg.

Im Januar 1944 wurde Eisenhower - mittlerweile im Rang eines Generals - Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, die in Frankreich landen sollten. Eisenhower überwachte die Vorbereitung der Luft-, See- und Landstreitkräfte sowie die strategische Planung und legte in alleiniger Entscheidung das Datum der Invasion auf den 6. Juni 1944 fest (Landung in der Normandie). Bis zum Kriegsende trug Eisenhower die gesamte Verantwortung für Strategie und Verwaltung der alliierten Streitkräfte, die schließlich über 4 500 000 Mann stark waren. Im Dezember 1944, nachdem er die deutsche Ardennenoffensive abgewehrt hatte, erhielt er den neu geschaffenen höchsten Militärrang eines General of the Army. Aus strategischen und logistischen Überlegungen heraus wollte Eisenhower den Gegner auf breiter Front angreifen und ließ daher alle seine Armeen mehr oder weniger zeitgleich vorrücken. Eisenhowers Taktik stand im Gegensatz zu der riskanteren Strategie des britischen Kommandanten, des Feldmarschalls Bernard Montgomery, der den Angriff auf ein Gebiet konzentrieren und die Truppen gleich einer Speerspitze vorstoßen lassen wollte. Als Oberbefehlshaber und Entscheidungsträger setzte Eisenhower seinen Plan am Ende durch. Fachwissen und Erfahrung machten Eisenhower zu einem überlegenen militärischen Strategen, Charisma und Takt zu einem geschickten Diplomaten im Umgang mit manchmal schwierigen Verbündeten oder Untergebenen. Am 8. Mai 1945 nahm Eisenhower im Namen der USA die deutsche Kapitulation entgegen. Anschließend war er Oberbefehlshaber der amerikanischen Besatzungstruppen in Deutschland und als solcher zeitweise Mitglied des Alliierten Kontrollrates.

George Catlett Marshall

1939 wurde Marshall zum Generalstabschef der US-Armee befördert. In den folgenden zwei Jahren leitete er die Vorbereitungen für eine mögliche Teilnahme der USA am 2. Weltkrieg. Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 war Marshall verantwortlich für die Ausbildung, Organisation und Stationierung der amerikanischen Truppen auf allen Kriegsschauplätzen und für die Ernennung der Kommandierenden aller größerer Operationen. Als einer der wichtigsten Berater Präsident Franklin D. Roosevelts nahm er an den Konferenzen der Alliierten in Casablanca, Quebec, Teheran, Jalta und Potsdam teil.

Egozentriker

Ein Egozentriker ist ein Mensch, der nur an sich und seinen Vorteil denkt. Er ist noch stärker als ein Egoist.

12. Bildmaterial

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Churchill als Kadett in Sandhurst

(links)

und vor seinem Haus in London (rechts)

Churchill und Clementine

(unten)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Giraud, Roosevelt, de Gaulle und Churchill (v.l.n.r.): Auf der Casablanca-Konferenz im Januar 1943 Stalin, Roosevelt und Churchill (v.l.n.r.) auf der Konferenz in Tehran

13. Literatur- und Bildquellen

1. Christian Graf von Krockow; ,,Churchill eine Biographie des 20. Jahrhunderts"; 1. Auflage Hamburg : Hoffmann und Campe, 1999

2. John Charmley; ,,Churchill das Ende einer Legende"; Verlag Ullstein GmbH, 1995

3. Sebastian Haffner; ,,Churchill"; Rowohlt Taschenbuchverlag GmbH; 50.-52. Tausend August 1991

4. Winston S. Churchill; "Weltabenteuer im Dienst"; Paul List Verlag, Leipzig/München 1954

5. W. G. Truchanowski; ,,Winston Churchill - Eine politische Biographie";7. Auflage, VEB

Deutscher Verlag der Wissenschaft, Berlin 1987

6. Andrew Roberts; ,,Churchill und seine Zeit"; Deutscher Taschenbuchverlag; Deutsche Erstausgabe September 1998

7. Microsoft Encarta 1999; Microsoft

8. " The TIMES Illustrated History of the World"; Verlag Orac im Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1996

9. Meyers großes Taschenlexikon in 24 Bänden; 6., neu bearbeitete Auflage; Meyers Lexikonredaktion, Wien, Zürich, Leipzig, Mannheim 1998

10. ,,Geschichte Politik und Gesellschaft 1"; Cornelsen, 2. Auflage, Bielefeld 1988

11. ,,Geschichte Politik und Gesellschaft 2"; Cornelsen, 1. Auflage - 2. Druck, Berlin 1994

14. Eigenständigkeitserklärung

Hiermit erkläre ich, dass ich dieses Projekt eignständig erarbeitet habe.

Philipp Thomas, Klasse 12, LGE1

19 von 19 Seiten

Details

Titel
Winston Churchills Rolle im 2. Weltkrieg
Autor
Jahr
2000
Seiten
19
Katalognummer
V97752
Dateigröße
622 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Winston, Churchills, Rolle, Weltkrieg
Arbeit zitieren
Philipp Thomas (Autor), 2000, Winston Churchills Rolle im 2. Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97752

Kommentare

  • Gast am 10.3.2001

    zu viele fakten.

    Das Referat ist im großen und ganzen gut. Ich arbeite gerade selber an einem Churchill Referat. In deinem Referat sind zu viele Fakten . Dadurch wirkt es sehr trocken und langweilig.Geschichtlich ist es gut gelungen, jedoch rückt die Person Churchill ein bisschen zu sher in den Hintergrund.
    Trotzdem: empfehlenswert

    mfg
    Jenirolle

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