Ökologischer Landbau


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

6 Seiten, Note: 13 Punkte


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1. Definition:

- seit 1942
- nach verbindlichen Richtlinien arbeitende Gruppen von Landwirten und Gärtnern, die ganz ohne mineralische Düngemittel und chemische Pflanzenschutzmittel wirtschaften
- EU-Verordnung regelt die Grundregeln für Ökologischen Landbau und Tierhaltung
- erfreut sich steigender Beliebtheit, zumal die Nachfrage nach deren (teureren, weil höherer Arbeitseinsatz nötig) ,,Öko-Produkten"

2. Ziele:

- einen möglichst geschlossenen betrieblichen Nährstoffkreislauf erreichen
- Futter- und Nährstoffgrundlage soll der eigene Betrieb sein
- die Bodenfruchtbarkeit erhalten und mehren
- Tiere besonders artgemäß halten
- Förderung bewährter Kultursorten und Zuchtrassen, besonders im Bezug auf Schädlingsresistenz und Tiergesundheit

3. Maßnahmen:

- kein Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln, Anbau wenig anfälliger Sorten in geeigneten Fruchtfolgen, Einsatz von Nützlingen, mechanische Unkraut- Bekämpfungsmaßnahmen (Hacken und Abflammen)
- keine Verwendung leicht löslicher mineralischer Düngemittel, Ausbringen von organisch gebundenem Stickstoff in Form von Mist oder Mistkompost, Grunddüngung durch Stickstoff sammelnde Pflanzen (Leguminosen) und Einsatz langsam wirkender natürlicher Düngestoffe
- Pflege der Bodenfruchtbarkeit durch ausgeprägte Humuswirtschaft
- abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen mit vielen Fruchtfolgegliedern und Zwischenfrüchten
- keine Verwendung chemisch-synthetischer Wachstumsregulatoren oder Hormone
- begrenzter, streng an die Fläche gebundener Viehbesatz
- Fütterung der Tiere möglichst mit hofeigenem Futter, wenig Zukauf von Futtermitteln, keine Futterzusatzstoffe, Anwendung geeigneter Zuchtmethoden
- Mist - großflächige Anwendung, wenig Gülle

4. Voraussetzungen für Expansion des Öko-Landbaus

- ökol. Bewußtsein und entsprechendes Kaufverhalten der Verbraucher
- großes Engagement von Lebensmittelketten und potenten Verarbeitungsunternehmen
- flächendeckendes Angebot von Öko-Erzeugnissen und durch Reduzierung von
Distributionsgebühren geringere und damit nachfragestimulierende Verbraucherpreise
- staatliche Förderung der Erzeugung und Vermarktung
- effiziente Organisation der berufsständischen Vertretung und ihre Kooperationsfähigkeit mit Wirtschaftspartnern
- ideelle Unterstützung durch Politik, Institutionen und Personen des öffentlichen Lebens
- einheitliches und unverwechselbares Erscheinungsbild der Öko-Produkte, unterstützt durch ein einheitliches Öko-Zeichen

5. Auswirkungen auf Umwelt Bodenschutz

- Förderung von Humusbildung und Bodenleben
- Feldern und Wiesen der Ökobauern - Biomasse, mikrobiologische Aktivität höher als im konventionellen Landbau, natürl. Bodenfruchtbarkeit steigt an
- Krumenverluste durch Erosion werden weitgehend vermieden. Gewässerschutz
- Belastung des Grund- und Oberflächenwassers mit Nährstoffen (z. B. Nitrate) geringer
- Verzicht auf chemisch-synthetische Mittel schließt Kontaminationen mit Pflanzenschutzmitteln aus
- da Viehhaltung an Fläche gebunden, fallen meist nicht mehr Nährstoffe durch Mist und Gülle an, als den Pflanzen auf den hofeigenen Flächen problemlos zugeführt werden kann

Artenschutz

- Förderung der Vielfalt des Tier- und Pflanzenlebens durch Verzicht auf chemischsynthetische Pflanzenschutzmittel und das niedrige Düngeniveau
- häufig mehr Arten als auf den konventionell bewirtschafteten Flächen.

6. Situation in Deutschland

- relativ starke Position (Skandinavien, Griechenland und Österreich wirtschaften mehr ökologischer Landbau)
- Deutschland hat zweitgrößten Öko-Flächenanteil in der EU
- 1998 Umsatz ,,Öko-Produkte" 4 Mrd. DM (2% des Gesamtumsatzes von Lebensmitteln)
- 1/3 der ,,Öko-Produkte" in Lebensmittelmärkten verkauft,2/3 direkt ab Hof, Naturkostfachgeschäfte
- Österreich-70%, Dänemark-90%, Großbritannien-67% in Lebensmittelmärkten
- 1998 rund. 9.200 Betriebe auf 416.500 ha = 1,8 % der Betriebe auf etwa 2,4 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche
- 1997 ca. 8200 Betriebe (+12,6 %) auf 26.800 ha (+6,9 %)
- Organisation dieser Betriebe in Verbänden (Dachverband = Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau mit den Verbände Demeter-Bund, Bioland, Naturland, Biokreis Ostbayern, Arbeitsgemeinschaft Naturnaher Obst- und Gemüsebau (ANOG), Bundesverband Ökologischer Weinbau (BÖW), Gäa, Ökosiegel und Biopar
- Richtlinien der AGÖL-Verbände strenger als die EG-Öko-Verordnung:
- mindestens 95 % der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen (EG-Öko-Verordnung) schon bei 70 %
- EG-Öko-Verordnung teilweise Umstellung eines Betriebes auf ökologischen Landbau
- bei den AGÖL-Mitgliedsverbänden Umstellung immer den gesamten Betrieb notwendig
- seit 1999: Ökozeichen, um Vermarktung und Handel von Öko-Produkten zu verbessern der
- seit Juni 1999: Öko-Prüfzeichen GmbH macht das Zeichen bekannt und unterstützt damit die Vermarktung gekennzeichneter Produkte in Zusammenarbeit mit dem Handel

7. Vor- und Nachteile

Nachteile:

- geringeres Ertragsniveau
- höherer Arbeits- und Zeitaufwand
- höheres Risiko für die Marktqualität
- höhere Verkaufspreise
- nährstoffanspruchsvolle und pflanzenschutzintensive Kulturen (z.B.: Mais, Zuckerrüben, Sonderkulturen wie Kern- und Steinobst, Wein, Hopfen) nicht oder nur im geringerem Umfang angebaut werden
- setzt ökol. Bewusstsein bei Käufern vorraus

Vorteile:

- umweltverträglich
- schont die Ressourcen und trägt zur Entlastung der Agrarmärkte bei Überschusserzeugnissen bei

8. Vergleich von ökologischem und konventionellen Landbau im Bezug auf:

a)Preise

- alternativ erzeugte Produkt teuerer
- 100 l Milch ökologisch: 79 DM konventionell: 62 DM
- Doppelzentner Weizen ökologisch: 98 DM konventionell: 41 DM
- Doppelzentner Kartoffeln ökologisch: 52 DM konventionell: 20 DM
- Jahreseinkommen je Familienarbeitskraft: ökologisch: 26025 DM konventionell: 23487 DM

b)Aufwand

- Düngemittel (DM je ha): ökologisch: 31 DM konventionell: 261 DM
- Pflanzenschutz (DM je ha) ökologisch: 2 DM konventionell: 65 DM
- Futtermittel (DM je ha) ökologisch: 420 DM konventionell: 600 DM

c)Erträge

- Milch (l je Kuh) ökologisch: 3714 konventionell: 4373
- Weizen (Doppelzentner je ha) ökologisch: 37 konventionell: 54
- Kartoffeln (Doppelzentner je ha) ökologisch: 190 konventionell: 282

9. Förderung des ökologischen Landbaus

- Einstieg schwierig, da erst nach Umstellungszeit von zwei bis drei Jahren Öko-Ware verkaufen dürfen
- erst nach mindestens zwölf Monaten in Umstellung dürfen die Erzeugnisse pflanzlichen Ursprungs als Umstellungsware vermarktet werden
- in Deutschland seit1989 Umstellung auf ÖL mit öffentlichen Mitteln gefördert
- bis 1992 geschah dies in einer Variante des Extensivierungsprogramms der EU - im gesamten Betrieb keine Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel, Tierhaltung den Grundregeln des ökologischen Landbaus entsprechen
- Förderungsdauer - 5 Jahre
- Finanzierung teilen sich die EU, Bund und Länder
- Alte Bundesländer EU trägt 50 %, in neuen Ländern 75 %
- nationalen Anteil zahlt entweder das jeweilige Bundesland allein oder er gemeinsam von Bund und Ländern (Verhältnis von 60 : 40)
- 1997 130 Millionen DM unterstützt, Forschung auf diesem Gebiet in den Bundesforschungsanstalten und Universitäten gefördert
- Vermarktung wird vom Staat ebenfalls unterstützt
- 1997 ca. 129 Mio Förderungen (EU-, Bund-, Ländermittel)
- 15.800 DM für jeden geförderten Betrieb bzw. 330 DM / ha
- in Österreich über 600 DM / ha bei Umstellung und Beibehaltung

Quellen:

- Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL)
- Stiftung Ökologie und Landbau (SÖL)
- Öko-Prüfzeichen GmbH

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Details

Titel
Ökologischer Landbau
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2000
Seiten
6
Katalognummer
V97786
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Landbau
Arbeit zitieren
Dirk Saalbach (Autor), 2000, Ökologischer Landbau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97786

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