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Die polymorphen Wunderwesen in Jutta Persons "Korallen" (2019). Natur (wieder) achten lernen

Título: Die polymorphen Wunderwesen in Jutta Persons "Korallen" (2019). Natur (wieder) achten lernen

Trabajo Escrito , 2020 , 20 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Alexander Bärtl (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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In dieser Arbeit wird angenommen, dass die Koralle als Motiv fungiert, um einen naturkundlichen Text ästhetisch zu gestalten und gleichzeitig zeitgenössische Probleme abzubilden. Somit gilt als Forschungsfrage für diese Hausarbeit: Wie wird das Thema der Korallen in zeitgenössischen Texten in den gesellschaftlichen Fokus gerückt? Als Untersuchungsgegenstand dient hierzu Jutta Persons Buch "Korallen: Ein Portrait". Daher ergeben sich für die literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse weitere Untersuchungsfragen: Wie erscheinen die Korallen in den Texten? Welche (rhetorischen) Mittel werden genutzt? Wie wird die Beziehung zwischen Wissen und Darstellung plausibel gemacht? Welche Wirkungen haben die genannten Aspekte auf den/die Leser*in?

Da sich diese Arbeit insbesondere auf die Aspekte von Nature Writing bezieht, ist zunächst ein an die Analyse vorangehender, theoretischer Einblick über Nature Writing erforderlich. Hierzu wird auf Fischers Natur im Sinn Bezug genommen, der in seinem teils empirisch, teils theoretisch angelehntem Werk Merkmale und gesellschaftliche Aufgaben von Nature Writing benennt. Es soll gezeigt werden, wie in Korallen (natur-)wissenschaftliches und geschichtliches Wissen ästhetisch dargestellt werden, um der/dem Rezipient*in/en die Symbolik der Korallen sinnlich zu vergegenwärtigen und gleichzeitig über gesellschaftspolitische Probleme aufmerksam zu machen.

"Korallen haben die mächtigsten Bauwerke errichtet, die je von Lebewesen geschaffen wurden." Bei den Versuchen, die Unterwasserlebewesen besser zu verstehen, "verschwimmen die Grenzen von Natur und Kultur bis hin zum Mystischen". Während die Korallenmythologie vor allem die Ambiguität und die kulturelle Symbolik der Koralle behandelt, wird sich in der Korallenforschung in den letzten Jahrzehnten vermehrt mit den Wechselwirkungen zwischen Klima(-wandel) und Korallen auseinandergesetzt. Somit ist Nature Writing als besondere Schnittstelle zu betrachten, die (vermeintlich) wissenschaftliche Erkenntnisse bzw. Theorien für die Gesellschaft fruchtbar machen kann. Oder mit den Worten von Ludwig Fischer: "[L]iterarische Texte [machen] in der Imagination ein ‚bewegendes‘ Nacherleben von Naturerfahrungen möglich und [sie können] auch andere als die faktisch vorherrschenden Bezüge zur Natur sinnlich vergegenwärtigen, ‚vor die Sinne stellen‘."

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Natur medialisiert

3 Persons ‚Symbiose‘ von Wissen und Ästhetik

3.1 Zwischen Mythologie, Literatur und Wissenschaft: Die Geschichte der Korallen

3.2 Der Realgrund der Imagination: Die Beschaffenheit und Funktion von Korallen

3.3 Eine Kooperation mit der Natur?: Korallen in Zeiten des Klimawandels

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Buch "Korallen: Ein Portrait" von Jutta Person im Kontext des Genres "Nature Writing". Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das Thema der Korallen in zeitgenössischen Texten ästhetisch aufbereitet wird, um sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln als auch gesellschaftspolitische Probleme, insbesondere den Klimawandel, in den Fokus der Rezipient*innen zu rücken.

  • Analyse der Schnittstelle zwischen naturwissenschaftlichem Wissen und literarischer Ästhetik.
  • Untersuchung der rhetorischen Mittel zur Evokation von Empathie und gesellschaftskritischem Bewusstsein.
  • Reflexion über das Verhältnis von Mensch und Natur im Zeitalter des anthropogenen Klimawandels.
  • Deutung der Koralle als Metapher für komplexe, symbiotische Ökosysteme.

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Realgrund der Imagination: Die Beschaffenheit und Funktion von Korallen

Doch beschränkt sich diese Ambiguität nicht nur auf die Versteinerung:

Zwischen hart und weich, zwischen stabilem Skelett und fleischigem Körper, zwischen versteinerter Hülle und pulsierenden Polypen entsteht ein neuer Spielraum für die Vorstellung eines Tierwesens, das aus unendlich vielen Einzeltieren besteht und Kathedralen auf dem Meeresgrund errichtet.

Person beschreibt hier auf spielerische Weise die Ambiguität von Korallen. Die Anapher „zwischen“ schafft einen angenehmen Sprachrhythmus. Syntaktisch erfahren die Attribute eine Steigerung in der Wortlänge und Silbenanzahl, wodurch sich der Satz fast lyrisch liest und seine Eingängigkeit potenziert wird. Mit dem Begriff der Kathedrale wird bereits die Vielschichtigkeit und Schönheit von Korallenriffen angedeutet, die Person am Ende der Einleitung noch einmal ausführlicher umschreibt: „Diejenigen ohne zentrales Nervensystem bauen Tempel, Schlösser, Parks und Städte von größter Komplexität, was wiederum bedeuten kann, dass Komplexität möglicherweise etwas anderes ist, als wir im Allgemeinen glauben.“ Die Anthropomorphisierung vereinfacht einerseits das Ansprechen affektiver Quellen und verringert andererseits die Distanz zwischen Mensch und Natur-Subjekt. Dadurch kann Person sich und die/den Leser*in vor die Aufgabe stellen, sich selbst und das Verständnis von Komplexität zu hinterfragen und zu reflektieren. Mit der „Beobachtung des Selbst“ wird „Aufmerksamkeit für unsere eigene Naturhaftigkeit wie für unsere kulturelle Existenz“ evoziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Korallen als naturkundliches Motiv und Darlegung der Forschungsfrage sowie des methodischen Vorgehens anhand von Jutta Persons Werk.

2 Natur medialisiert: Theoretische Grundlegung des Nature Writing als Genre, das ästhetische Gestaltung mit gesellschaftspolitischem Impuls und Wissensvermittlung verknüpft.

3 Persons ‚Symbiose‘ von Wissen und Ästhetik: Analyse der ästhetischen Strategien in Persons Buch, die mythologische, historische und naturwissenschaftliche Perspektiven miteinander verweben.

3.1 Zwischen Mythologie, Literatur und Wissenschaft: Die Geschichte der Korallen: Untersuchung der historischen und kulturellen Bedeutung der Koralle sowie der metatextuellen Reflexion über deren Wahrnehmung.

3.2 Der Realgrund der Imagination: Die Beschaffenheit und Funktion von Korallen: Analyse der rhetorischen Mittel, mit denen die komplexe biologische Beschaffenheit der Koralle sinnlich erfahrbar gemacht wird.

3.3 Eine Kooperation mit der Natur?: Korallen in Zeiten des Klimawandels: Auseinandersetzung mit der ökologischen Gefährdung der Korallen und dem Aufruf zum kooperativen Handeln als gesellschaftspolitischem Appell.

4 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur ästhetischen Vermittlung von Naturwissen und Ausblick auf weiterführende interdisziplinäre Untersuchungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Nature Writing, Korallen, Jutta Person, Klimawandel, Symbiose, Ästhetik, Literaturwissenschaft, Anthropomorphismus, Metapher, Naturwahrnehmung, Wissensvermittlung, Protestenergie, Ökosystem, Gesellschaftspolitik, Interdisziplinarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Buch "Korallen: Ein Portrait" von Jutta Person und analysiert, wie das Motiv der Koralle als Brücke zwischen naturwissenschaftlichem Wissen und literarischer Ästhetik genutzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Rolle des "Nature Writing", die Bedeutung von Korallen in Mythologie und Wissenschaft, sowie die Darstellung der ökologischen Auswirkungen des Klimawandels.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie mittels literarischer Mittel eine sinnliche Vergegenwärtigung von Natur geschaffen wird, um gesellschaftspolitische Probleme bewusst zu machen und zum Handeln zu bewegen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Analyse stützt sich auf literaturwissenschaftliche Ansätze der Erzähltheorie, Rhetorik-Analyse sowie die theoretischen Grundlagen des "Nature Writing" nach Ludwig Fischer.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die mythologischen, biologischen und klimatischen Aspekte der Korallendarstellung bei Person unter Einbeziehung von rhetorischen und erzähltheoretischen Analysekriterien untersucht.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Nature Writing, Symbiose, anthropogener Klimawandel, ästhetische Distanz und gesellschaftspolitischer Impuls.

Wie spielt das Konzept der "Symbiose" eine Rolle in der Analyse?

Der Begriff dient sowohl als biologisches Erklärungsmuster für die Lebensweise der Korallen als auch als ästhetisches Prinzip für das "tentakuläre" Erzählen im Buch.

Warum wird der Dokumentarfilm "Chasing Coral" im Fazit erwähnt?

Er wird als Beispiel für eine weiterführende, medienübergreifende Analyse genannt, um zu zeigen, wie andere Gattungen die Wissensvermittlung durch dramaturgische Elemente intensivieren können.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Die polymorphen Wunderwesen in Jutta Persons "Korallen" (2019). Natur (wieder) achten lernen
Universidad
Dresden Technical University
Calificación
1,0
Autor
Alexander Bärtl (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
20
No. de catálogo
V977885
ISBN (Ebook)
9783346329028
ISBN (Libro)
9783346329035
Idioma
Alemán
Etiqueta
Literatur Narrativität Naturkunde Nature Writing Analyse Stilmittel Rhetorik Germanistik Erzählung Erzählende Biologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Alexander Bärtl (Autor), 2020, Die polymorphen Wunderwesen in Jutta Persons "Korallen" (2019). Natur (wieder) achten lernen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/977885
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