Diese Unterrichtstunde wird durch einen fiktiven Brief der Schulleitung zur Änderung der Klassensprecherwahl eingestimmt. In diesem Brief wird vorsätzlich gegen die Wahlgrundsätze verstoßen. Die Schüler sollen die „Neuerungen“ mit den Wahlgrundsätzen vergleichen und in der Phase der Wertung nochmals argumentativ mit den Wahlgrundsätzen umgehen. Zum Abschluss der Einheit werden verschiedene Wahlen in der Schule thematisiert.
Der Rahmenplan Sozialkunde von Mecklenburg-Vorpommern stellt für die Jahrgangsstufe 8 Schule als Ort von Demokratie als verpflichtenden Lehrplanbestandteil in den Mittelpunkt. In der Stunde: Wir wählen den Klassensprecher - Welche Grundsätze sind im Wahlverfahren zu beachten? handelt es sich um eine Einzelstunde innerhalb der Unterrichtseinheit: Gemeinsam leben und lernen in der Schule. Durch die zwei vorangegangenen Unterrichtsstunden, in denen die Schüler wichtige Eigenschaften eines Klassensprechers und die Wahlgrundsätze kennengelernt haben, können die Schüler der Klasse 8 in dieser Stunde die Klassensprecherwahl unter Beachtung der Wahlgrundsätze handlungsorientiert durchführen.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse
2. Sachanalyse
2.1 Polity
2.2 Policy
2.3 Politics
3. Didaktische Analyse
Detaillierter Verlaufsplan (tabellarisch)
4. Ziele in den Kompetenzbereichen (Stundenziele)
5. Methodische Überlegungen
6. Abschlussreflexion
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist es, Schülern der 8. Klasse durch eine handlungsorientierte Klassensprecherwahl grundlegende demokratische Prozesse und Wahlgrundsätze näherzubringen und sie zur aktiven Mitwirkung zu befähigen.
- Vermittlung der fünf Wahlgrundsätze (allgemein, unmittelbar, frei, gleich, geheim)
- Praktische Durchführung einer Klassensprecherwahl als exemplarisches Beispiel für Demokratie
- Entwicklung von politischer Urteils- und Handlungsfähigkeit
- Reflektion über die Bedeutung von Wahlen und politischer Partizipation in der Schule
- Anwendung der Methode "Think-Pair-Share" zur Erschließung komplexer Wahlprozesse
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse
Bereits 1973 hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, dass eine Klassensprecherwahl in Deutschland rechtlich verpflichtend ist. Dieser Beschluss wurde in den verschiedenen deutschen Schulgesetzen in unterschiedlicher Ausprägung implementiert. Im Schulgesetz von Mecklenburg-Vorpommern heißt es, dass die Schüler für eine Amtsperiode von zwei Jahren den Klassensprecher und einen Stellvertreter wählen.
In Artikel 38 Abs. 1 und Artikel 28 Abs. 1 des Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland steht, dass Wahlen allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim abgehalten werden müssen. Diese Grundsätze erlangen für das gesamte Wahlverfahren von der Kandidatenaufstellung über die Stimmabgabe und -auswertung bis zur Bekanntmachung des Wahlergebnisses an Bedeutung.
Die Allgemeinheit der Wahl besagt, dass alle Staatsbürger das aktive und passive Wahlrecht wahrnehmen können. Niemand darf aufgrund von politischen, wirtschaftlichen oder sonstigen Gründen ausgeschlossen werden. Aus Artikel 38 Abs. 2 des Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland folgt, dass das Wahlrecht an ein bestimmtes Mindestwahlalter gebunden werden kann. Die Unmittelbarkeit der Wahl soll gewährleisten, dass die Volksvertreter direkt durch die Bürger gewählt werden. Der Grundsatz der freien Wahl untersagt es Druck oder Zwang von außen auszuüben. Nur freie Wahlen sichern den Gewählten die entsprechende demokratische Legitimation. Ferner muss der Stimmberechtigte immer unter mehreren Kandidaten auswählen können. Gleichheit der Wahl bedeutet, dass jeder gleich viele Stimmen hat und jede Stimme gleich gewichtet wird. Die geheime Wahl gewährleistet, dass jeder Wähler seine Stimme unbeobachtet abgeben kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsanalyse: Analyse der Lernvoraussetzungen, Gruppendynamik und Rahmenbedingungen des Sozialkundeunterrichts in der betreffenden 8. Klasse.
2. Sachanalyse: Theoretische Herleitung der rechtlichen Rahmenbedingungen und Grundsätze von Wahlen, unterteilt in Polity, Policy und Politics.
3. Didaktische Analyse: Einordnung der Unterrichtsstunde in den Rahmenplan und Begründung des methodischen Vorgehens anhand des Prinzips der Handlungsorientierung.
Detaillierter Verlaufsplan (tabellarisch): Übersicht über den zeitlichen Ablauf, die Lehrer- und Schülertätigkeiten sowie die eingesetzten Sozialformen der Stunde.
4. Ziele in den Kompetenzbereichen (Stundenziele): Definition der angestrebten Lernziele bezüglich politischer Urteils- und Handlungsfähigkeit sowie methodischer Kompetenzen.
5. Methodische Überlegungen: Erläuterung und Begründung der didaktischen Entscheidungen, des methodischen Ablaufs und der praktischen Umsetzung der Wahl im Unterricht.
6. Abschlussreflexion: Evaluation der Unterrichtsstunde durch den Lehrkörper, inklusive Rückblick auf Zielerreichung und Ausblick für weitere Unterrichtseinheiten.
Schlüsselwörter
Klassensprecherwahl, Wahlgrundsätze, Demokratieerziehung, Sozialkundeunterricht, Handlungsorientierung, Politikdidaktik, Partizipation, politische Urteilsbildung, Grundgesetz, Schule, Mitbestimmung, Schülervertretung, Politikkompetenz, Politik, Wahlverfahren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Unterrichtslangentwurf im Fach Sozialkunde für die 8. Klasse dar, bei dem eine Klassensprecherwahl durchgeführt und reflektiert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Vermittlung der fünf Wahlgrundsätze (allgemein, unmittelbar, frei, gleich, geheim) und deren praktische Anwendung in einer realitätsnahen Schulsituation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Schülern durch die Klassensprecherwahl demokratische Prozesse praktisch erfahrbar zu machen und sie zur verantwortungsbewussten Partizipation anzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Stunde basiert auf dem fachdidaktischen Prinzip der Handlungsorientierung nach Sybille Reinhardt sowie der Unterrichtsmethode „Think-Pair-Share“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Bedingungs- und Sachanalyse, die didaktische Begründung, den detaillierten Verlaufsplan sowie die methodischen Überlegungen zur Durchführung der Wahl.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Klassensprecherwahl, Wahlgrundsätze, Demokratie, Partizipation und Handlungsorientierung definiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Polity, Policy und Politics in der Sachanalyse wichtig?
Diese dreidimensionale Betrachtung ermöglicht eine ganzheitliche Analyse: Polity (Struktur/Regeln), Policy (Inhalte/Ziele) und Politics (Prozess/Akteure) bilden das Fundament für das Verständnis von Wahlen.
Welche Bedeutung hat die Reflexion der Methode „Think-Pair-Share“?
Die Reflexion dient dazu, die Effektivität dieser Methode zur Erarbeitung der Wahlgrundsätze zu bewerten und für zukünftige Unterrichtsplanungen zu optimieren.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Schäfer (Autor:in), 2020, Wir wählen den Klassensprecher. Welche Grundsätze sind im Wahlverfahren zu beachten? (Regionalschule, Sozialkunde Klasse 8), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/977965