Ziel dieser Arbeit ist es, die wirtschaftliche Entwicklung seit der Wiedervereinigung in den beiden ehemaligen Teilen Berlins darzustellen und miteinander zu vergleichen. Dabei gilt es, die im Titel aufgeworfene Frage nach einem Zusammenwachsen der neuen Hauptstadt der BRD zu beantworten.
Dazu ist ein chronologisches Vorgehen unbedingt notwendig, um die Entwicklung verfolgen zu können. Daraus ergeben sich anschließend Erklärungen für die aktuelle räumliche Struktur.
Zu Beginn der Arbeit gehe ich kurz auf die naturräumliche Struktur der Region ein, um einen allgemeinen Überblick über die Lage Berlins und das Naturpotential zu ermöglichen. Um die Ausgangssituation unmittelbar nach der Wende erklären zu können, wird im dritten Kapitel die historische Entwicklung Berlins beschrieben.
Neben der wirtschaftsräumlichen Entwicklung Berlins in den neunziger Jahren, erschien es mir wichtig, auch auf die Bevölkerungs- und Stadtentwicklung sowie die Raumplanung einzugehen, da sich diese vier Punkte gegenseitig beeinflussen. Ein kurzer Überblick über den Wissenschaftssektor und dessen Verflechtungen mit der Wirtschaft rundet diesen Teil der Arbeit ab. Anschließend werde ich die wichtigsten Punkte noch einmal zusammenfassen, um dann im fünften Kapitel (Resümee) auf die Leitfrage (Westberlin + Ostberlin = Berlin?) einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Naturraum- und Landschaftsstruktur von Berlin und Brandenburg
3. Berlin von seiner Entstehung bis 1990
3.1 Historischer Rückblick vom 12. Jahrhundert bis 1941
3.2 Die (Wirtschafts-) räumliche Entwicklung in Ost- und West-Berlin bis 1989
4. Die räumliche Entwicklung nach der Wende
4.1 Bevölkerungsentwicklung
4.2 Stadtentwicklung und Raumordnung
4.2.2 Raumordnung und Verkehr
4.3. Wirtschaft
4.3.1. Verarbeitendes Gewerbe
4.3.2. Der tertiäre Sektor
4.3.3. Das Innovationspotential
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die wirtschaftliche Entwicklung in den beiden ehemaligen Teilen Berlins seit der Wiedervereinigung darzustellen, miteinander zu vergleichen und die Frage nach einem Zusammenwachsen der neuen deutschen Hauptstadt zu beantworten.
- Historische Entwicklung Berlins und strukturelle Trennung während der Teilung
- Wirtschaftsräumliche Transformation und demographische Veränderungen nach 1990
- Herausforderungen der Stadtplanung, Raumordnung und des Verkehrswesens
- Deindustrialisierungsprozesse sowie die Entwicklung des Dienstleistungssektors
- Innovationspotenziale und die Rolle Berlins als Metropole im europäischen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.1 Historischer Rückblick vom 12. Jahrhundert bis 1941
Berlin, dessen Namensgebung nie eindeutig geklärt werden konnte, ist für europäische Verhältnisse recht jung. Seine Ursprünge liegen am Ende des 12. Jahrhunderts. Die Stadt entwickelte sich aus zwei wendischen Kaufmannssiedlungen, Berlin (1244) und Cölln (1237), zu beiden Seiten der Spree im heutigen Bezirk Mitte. Günstig am Schnittpunkt mittelalterlicher Handelsstraßen gelegen, nahmen die beiden Städte einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung (Stapelrecht, Mitglied der Hanse) und vereinigten sich 1307 zu einer Union (Doppelstadt). Im 15 Jhdt. wurde der von der geistlichen Seite vernachlässigte Handelsplatz Berlin, zur Hauptstadt der Mark Brandenburg. Denn die Hohenzollern, seit Beginn des Jahrhunderts Herrschergeschlecht in der Mark, bauten Berlin zu ihrer Residenzstadt aus. Diese hatten, ähnlich den Hugenottenflüchtlingen, die infolge des Dreißigjährigen Krieges hier eine neue Heimat gefunden hatten, einen starken Einfluß (holländischer und französischer Stil) auf die Architektur und Wirtschaftsstruktur.
Vierhundert Jahre lang entwickelte sich die Union, u.a. besonders im Bereich der Verkehrswege, bevor es 1709 zur Gründung einer Einheitsgemeinde Berlin kam. Es wurden Landwege und die natürlichen Wasserwege ausgebaut und miteinander verbunden (z.B. Havel-Oder-Kanal 1620). In dieser Zeit wurde mit der „Akademie der Künste“ auch der Grundstein für ein reges geistiges Leben in Kunst und Wissenschaft gelegt. Unter der Regentschaft Friedrichs II (1740-1786), erreichte der Einfluß des Militärs auf die Hauptstadt von Brandenburg-Preußen seinen Höhepunkt. „Das Leben Berlins war durch Hof, Militär und Beamtenschaft bestimmt, das Stadtbild durch Schlösser und Palais, durch Kasernen, Ministerien und andere staatliche Bauten geprägt.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur wirtschaftlichen Entwicklung und räumlichen Struktur von Berlin im Kontext der Wiedervereinigung.
2. Naturraum- und Landschaftsstruktur von Berlin und Brandenburg: Analyse der naturräumlichen Gegebenheiten, der klimatischen Bedingungen und der geologischen Voraussetzungen der Region.
3. Berlin von seiner Entstehung bis 1990: Historischer Abriss von den Anfängen als Handelsplatz bis hin zu den wirtschaftlichen und räumlichen Divergenzen zwischen Ost- und West-Berlin in der Zeit der Teilung.
4. Die räumliche Entwicklung nach der Wende: Untersuchung der demographischen Trends, der raumplanerischen Herausforderungen und der wirtschaftlichen Transformation in den 1990er Jahren.
5. Resümee: Synthese der Ergebnisse zur wirtschaftlichen Integration Berlins und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung als Metropole.
Schlüsselwörter
Berlin, Wiedervereinigung, Wirtschaftsgeschichte, Stadtentwicklung, Raumordnung, Deindustrialisierung, Dienstleistungssektor, Bevölkerungsstruktur, Infrastruktur, Berlin-Brandenburg, Innovationspotenzial, Hauptstadtfunktion, Transformation, Speckgürtel, Stadtplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung und der räumlichen Struktur von Berlin nach der Wiedervereinigung, um zu untersuchen, wie die beiden ehemals geteilten Stadtteile zusammenwachsen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Bevölkerungsentwicklung, die raumplanerische Stadtentwicklung, den Strukturwandel der Industrie und die Entwicklung des tertiären Sektors.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich West- und Ostberlin nach der Wiedervereinigung zu einer funktionalen Einheit entwickelt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine chronologische Analyse der historischen Entwicklung sowie auf die Auswertung wirtschaftsgeographischer Daten und Planungskonzepte der 1990er Jahre.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Ausgangslage bis 1989, die demographischen und raumordnerischen Entwicklungen nach der Wende sowie den industriellen und dienstleistungsorientierten Strukturwandel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wirtschaftsraum Berlin, Transformation, Deindustrialisierung, Stadtentwicklung und polyzentrische Struktur geprägt.
Warum war das Konzept der „Dezentralen Konzentration“ für die Region so wichtig?
Es sollte eine unkontrollierte Zersiedelung im Umland (den sogenannten Speckgürtel) verhindern und die Entwicklung der Region Berlin-Brandenburg durch den Ausbau von Zentren steuern.
Welche Rolle spielt der Sektor der unternehmensbezogenen Dienstleistungen für Berlin?
Dieser Sektor ist ein zentraler Hoffnungsträger für die wirtschaftliche Zukunft Berlins, da er die strukturellen Defizite des verarbeitenden Gewerbes ausgleichen soll, wenngleich er lange hinter anderen Großstädten zurückblieb.
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- Sven Müller (Author), 2000, Berlin = Westberlin + Ostberlin? Wirtschaftliche Entwicklung und aktuelle Struktur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97815