Der Brexit. Was sind die Auswirkungen für deutsche Unternehmen?


Hausarbeit, 2017

18 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzung-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie
2.1 Die Europäische Union
2.2 Die Vorgeschichte des Brexit’s
2.3 Das Ergebnis des Votums
2.4 Die Vorteile der europäischen Länder in Bezug auf den Export

3. Praxis
3.1 Die aktuellen Zahlen des Export
3.2 Die Auswirkungen des Brexits auf den deutschen Export
3.3 Die Auswirkungen des Brexits auf die deutschen Automobilhersteller

4. Fazit

Literaturverzeichnis
Monographien
Internetquellen

Abkürzung-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

EU = Europäische Union

EWG = Europäische Wirtschaftsgemeinschaft

UKIP = United Kingdom Independence Party

BMW = Bayerische Motoren Werke

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wahlergebnisse der 382 Wahlbezirke

Abbildung 2: Ergebnisse der Abstimmung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Außenhandel mit Deutschland

Tabelle 2: Die fünf wichtigsten Exportprodukte

1. Einleitung

Bei einem Referendum diesen Jahres, am 23. Juni 2016, stimmte die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union, dies ist auch bekannt als Brexit. Der eigentliche Austrittsprozess muss gemäß Artikel 50 des Vertrags über die Europäische Union durch die Mitteilung der britischen Regierung an den Europäischen Rat rechtlich wirksam in die Wege geleitet werden. Im Oktober 2016 gab Theresa May, die britische Premierministerin, einen Zeitplan für den Austritt bekannt. Demnach soll Anfang 2017 der Austrittsvorgang in Gang gesetzt werden, so dass nach zweijährigen Verhandlungen frühestens mit einem Austritt im Jahr 2019 zu rechnen wäre. Doch welche Auswirkungen der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union für deutsche Unternehmen, insbesondere für die Automobilbranche hat, wird im Folgenden erläutertet.

Ziel der vorliegenden Seminararbeit ist die Untersuchung der Folgen für deutsche Unternehmen, auf Grund des Austritts des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union. Es wird vor allem auf die Automobilindustrie und den Autohersteller BMW eingegangen, hinsichtlich des Exportes aus deutscher Sicht.

Das erste Kapital der Seminararbeit gibt eine kurze Einleitung zur Brexit Abstimmung. Das Referendum an sich und die Wahlergebnisse sind die Grundlagen der Seminararbeit, welche im zweiten Kapitel näher erläutert werden. Auch werden in diesem Kapitel die Herkunft der Europäischen Union und deren Vorteile in Bezug auf den Export als Europäisches Mitglied veranschaulicht. In Kapitel 3 werden der Exportmarkt, die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, hauptsächlich aus Sicht der Automobilbranche, und die Auswirkungen auf den Export der Firma Bayerische Motoren Werke analysiert. Zum Abschluss folgt das Fazit der Seminararbeit und ein kurzer Ausblick im Kapitel vier.

2. Theorie

2.1 Die Europäische Union

Den Ursprung hat die Europäische Union in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten war damals der Hauptgrund für einen Zusammenschluss. Dahinter stand die Idee, dass europäische Länder, die Handel miteinander treiben, sich wirtschaftlich zusammenschließen und daher kriegerische Auseinandersetzungen vermeiden. Die Grundlage der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft waren die römischen Verträge von 1957, bevor sich die Staaten im Jahr 1958 zu einer wachsende wirtschaftliche Zusammenarbeit vereinten. Anfangs waren es sechs Gründungsländer, Italien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und die Niederlande.1 Seither wurde ein Binnenmarkt geschaffen, dessen Weiterentwicklung hin zur Entfaltung seines vollen Potenzials anhält. Im Laufe der Zeit haben sich immer mehr Länder für einen Beitritt entschieden. Das Vereinigte Königreich trat 1973 der EWG bei und mit einer Mehrheit von 67 Prozent bestätigte die Volksabstimmung 1975 diesen Schritt.2 Historische Meinungsumfragen 1973-2015 zeigten zumeist deutliche Zustimmung der Briten für einen Verbleib in der EU oder EWG. In den 70ern und 80ern wurde der Austritt Großbritanniens aus der EWG hauptsächlich von den Gewerkschaften, Politikern und der Labour Party gefordert, wohingegen seit den 90ern der Austritt aus der EU hauptsächlich von der neu gegründeten United Kingdom Independence Party und einigen Politikern der Konservativen gefordert wurde.3

Die EU ist eine einzigartige wirtschaftliche und politische Vereinigung von derzeit 28 europäischen Ländern, die zusammen einen Großteil des europäischen Kontinents ausmachen. Was als reine Wirtschaftsgemeinschaft begann, ist nun zu einer Organisation geworden, die vom Umweltschutz über Klimawandel und Gesundheit bis hin zu Außenbeziehungen und Sicherheit, Migration und Justiz zahlreiche Politikfelder abdeckt.4 Diesem Wandel wurde 1993 durch Umbenennung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in Europäische Union Rechnung getragen. Die Europäische Union beruht auf dem Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit. Ihr gesamtes Handeln stützt sich auf demokratisch und freiwillig von allen Mitgliedstaaten vereinbarte Verträge. Ferner gilt in der EU der Grundsatz der repräsentativen Demokratie. Die Bürgerinnen und Bürger sind auf Unionsebene direkt im Europäischen Parlament vertreten, die Mitgliedstaaten im Europäischen Rat und im Rat der Europäischen Union. Zu den Errungenschaften der EU gehören mehr als ein halbes Jahrhundert Frieden, Stabilität und Wohlstand, ihr Beitrag zur Steigerung des Lebensstandards und die Einführung einer einheitlichen europäischen Währung, des Euro, welche jedoch nicht in allen Ländern eingeführt wurde.5 Anfangs, 1999/2002 wurden der Euro in 12 Mitgliedstaaten eingeführt. 2012 wurde die EU für ihren Einsatz für Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte in Europa mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.6

Durch die Abschaffung der Grenzkontrollen, bekannt als Schengener Abkommen, zwischen EU-Ländern, genießen die Bürgerinnen und Bürger im größten Teil Europas Reisefreiheit. Gleichzeitig ist das Arbeiten, Reisen und Leben im europäischen Ausland einfacher geworden. Der gemeinsame Binnenmarkt ist der wichtigste Bestandteil der Wirtschaft in der EU, der den weitgehend freien Verkehr von Kapital, Dienstleistungen und Waren, sowie die Freizügigkeit der Menschen ermöglicht. Ein weiteres Hauptziel besteht darin, dieses wertvolle Gut weiterzuentwickeln, um zu sichern, dass alle europäischen Bewohner den größten Nutzen aus der Gemeinschaft ziehen können. Eines der zentralen Ziele der EU ist es, die Menschenrechte weltweit zu fördern, vor allem aber innerhalb ihrer Grenzen. Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Freiheit, Menschenwürde, Wahrung der Menschenrechte, freie Arbeitsplatzwahl und Gleichheit, dies sind die Grundwerte der EU. Im Jahr 2009 ist der Vertrag von Lissabon in Kraft getreten, seither sind alle diese von der Europäischen Union garantierten Rechte in der Charta der Grundrechte verankert.7 Die auf 28 Mitgliedstaaten erweiterte EU ist weiterhin bestrebt, ihre Organe noch demokratischer und transparenter zu gestalten. Das direkt gewählte Europäische Parlament erhielt zusätzliche Befugnisse, und die Rolle der engen Zusammenarbeit mit den EU-Organen arbeitenden nationalen Parlamente wurde gestärkt. Gleichzeitig stehen der europäischen Bevölkerung immer mehr Wege zur Teilnahme an politischen Prozessen offen.

2.2 Die Vorgeschichte des Brexit’s

Seit der Unterhauswahl 2010 amtierte der konservative David Cameron als Premierminister in Großbritannien, von 2010 bis 2015 in einer Koalition mit den Liberaldemokraten, nach den Wahlen 2015 in Alleinregierung der Konservativen. Cameron war verhalten pro-europäisch eingestellt, aber er sah sich einer immer stärker werdenden Opposition durch die United Kingdom Independence Party ausgesetzt. Kontinuierlich stieg der Stimmenanteil bei jeder Wahl. Als die EU-Skeptiker in der Konservativen Partei die Idee eines EU-Mitgliedschaftsreferendums wiederbelebten, wies Cameron dieses Anliegen in einer Rede im Juni 2012 noch zurück,8 erklärte aber schon am nächsten Tag, er wolle in Bezug auf die EU, das Beste für das Vereinigte Königreich erreichen.9 Im Januar 2013 kündigte der Premierminister Cameron schließlich an, im Fall seiner Wiederwahl 2015 werde er im Jahr 2017 ein Referendum im Vereinigten Königreich, über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union abhalten lassen.10

Zuvor wolle er mit den europäischen Partnern verhandeln, um eine Reform der Europäischen Union insbesondere in Bezug auf Einwanderung und staatliche Souveränität zu erreichen. Ed Miliband, Oppositionsführer, warf Cameron am gleichen Tag in der Parlamentsdebatte vor, das Referendum als Reaktion auf erhöhte Umfragewerte der EU-kritischen UKIP vorzuschlagen.11 Im März 2014 nutzt Cameron die Situation um den Druck auf die EU zu erhöhen. Er stellt sieben Forderungen zum Verbleib in der EU. Dazu gehören strengere Einwanderungsregelungen, der Abbau von Handelsschranken mit Ländern in Amerika und Asien, sowie eine größere Zurückhaltung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Bei der Europawahl 2014 zeigte sich die zunehmend EU-skeptische Grundstimmung im Land deutlich, denn die UKIP wurde mit 27,5 Prozent stärkste Kraft.12 Im November 2014 verknüpft der britische Premier die Frage des EU Austritts mit Forderungen zur Migrationspolitik. So sollen Einwanderer aus EU Ländern nach Großbritannien erst nach vier Jahren Wohngeld, Kindergeld und andere Leistungen beanspruchen können. März 2015, die Tories um Cameron erringen einen furiosen Sieg bei der Parlamentswahl und die absolute Mehrheit. Der Premier erneuert seine Ankündigung eines EU Referendums und knüpft seine politische Zukunft daran. Cameron fordert weitgehende EU-Reformen. Vor allem sollen nicht Euro Länder wie Großbritannien der Euro Gruppe gegenüber nicht benachteiligt werden. Erneut droht er mit einem EU Austritt. Im Dezember 2015 wurde das von David Cameron nach der Parlamentswahl eingebrachte Gesetz über ein EU- Referendum verabschiedet.13

In Artikel 1 wurde der Wortlaut der Abstimmungsfrage festgelegt „Soll das Vereinigte Königreich ein Mitglied der Europäischen Union bleiben oder die Europäische Union verlassen? Die Antwortmöglichkeiten waren Mitglied der Europäischen Union bleiben und Die Europäische Union verlassen“.14 Cameron gibt seinen Ministern in der Frage eines EU Austritts freie Hand. Sie dürfen vor dem geplanten Referendum sowohl für als auch gegen einen Austritt Werbung machen. Die EU Institutionen lehnen es ab, sich auf ein mögliches Votum der Briten für einen Austritt des Landes aus der EU einzurichten. Es gebe keinen Plan B. Das Institut für Weltwirtschaft mahnt, ein Brexit wäre eines der11 12 13 14 größten Risiken für die Weltwirtschaft. In der Woche vor dem Referendum eröffnen Befürworter und Gegner die heiße Phase des Wahlkampfes. Cameron warnt eindringlich vor Sicherheitsrisiken im Falle eines Austrittes. Londons Ex-Bürgermeister Boris Johnson, prominentester Befürworter eines EU-Ausstieges, lässt durchblicken, Migration solle ein zentrales Wahlkampfthema werden. Aus einer TV-Fragestunde zum, Brexit gehen weder Premier David Cameron noch der Chef der euroskeptischen UKIP Partei, Nigel Garage, als eindeutiger Sieger hervor. Kurz vor dem Referendum liegen beide Lager lange in etwa Kopf an Kopf. Viele Wähler sind allerdings noch unentschlossen, ob sie für oder gegen einen Brexit stimmen sollen. Am Tag vor der Abstimmung sprach Cameron: „Diese Bürger werden den Ausschlag geben. Je nachdem was noch passiert und für welche Seite sie sich entscheiden, kann es ein sehr knappes Rennen werden. Es gibt aber Hoffnung, für die EU-Anhänger.“15

2.3 Das Ergebnis des Votums

Mit vier Prozent Vorsprung haben sich die Brexit-Befürworter durchgesetzt. Schottland, Nordirland und der Großraum London waren mehrheitlich für den Verbleib.16 In den 382 Wahlbezirken wurde wie folgt abgestimmt.

Abbildung 1: Wahlergebnisse der 382 Wahlbezirke

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BBC, 2016, o.S.

[...]


1 Vgl. Pfetsch F. R., Die Europäische Union, 2005, S. 31.

2 Vgl. Pfetsch F.R., Die Europäische Union, 2005, S. 46f.

3 Vgl. Elvert J., Die Europäische Integration, 2006, S. 83.

4 Vgl. den Boer P., Europäische Erinnerungsorte 3: Europa und die Welt, 2012, S. 97ff.

5 Vgl. Portisch H., Was jetzt, 2011, S. 67ff.

6 Vgl. http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2012/, Zugriff 08.12.2016.

7 Vgl. Opilio A., 1000 Fragen und Antworten zum Europarecht, 2004, S. 32f.

8 Vgl. https://www.theguardian.com/politics/2012/jun/29/cameron-no-eu-referendum, Zugriff am 08.12.2016.

9 Vgl. http://www.telegraph.co.uk/news/politics/david-cameron/9367479/David-Cameron-We-need-to-be- clear-about-the-best-way-of-getting-what-is-best-for-Britain.html, Zugriff am 08.12.2016.

10 Vgl. http://www.kas.de/wf/de/33.33341, Zugriff am 08.12.2016.

11 Vgl. http://www.bbc.com/news/uk-politics-21148282, Zugriff am 08.12.2016.

12 Vgl. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukip-gewinnt-europawahl-in-grossbritannien-cameron-un- ter-druck-a-971673.html, Zugriff am 08.12.2016.

13 Vgl. http://researchbriefings.parliamentuk/ResearchBriefing/Summary/CBP-7214#fulheport, Zugriff am 08.12.2016.

14 http://www.legislation.gov.uk/ukpga/2015/36/crossheading/the-referendum/enacted, Zugriff am 08.12.2016.

15 https://www.euractiv.de/section/eu-innenpolitik/news/der-typische-brexit-befuerworter-will-aus-angst- vor-ueberfremdung-den-austritt/, Zugriff am 13.12.2016.

16 Vgl. http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-06/wahlergebnisse-grossbritannien-eu-referendum, Zu griff am 08.12.2016.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Brexit. Was sind die Auswirkungen für deutsche Unternehmen?
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,0
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V978185
ISBN (eBook)
9783346337689
ISBN (Buch)
9783346337696
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brexit, Seminararbeit, Hausarbeit, FOM, EU, Europäische Union, Vorteile, Nachteile, Export, Zahlen, Auswirkungen
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Anonym, 2017, Der Brexit. Was sind die Auswirkungen für deutsche Unternehmen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978185

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