"Schluss mit Überfluss!" Zu welchen Gunsten und Kosten sollte ein Unternehmen aus heutiger Perspektive geführt werden und warum?


Essay, 2020

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Einleitung
Struktureller Aufbau

Hauptteil
Der Mensch
Die Wirtschaft
Die Umwelt
Der stetige Wachstumsdrang und Unternehmen in ihrer Beziehung zur Umwelt
Mitarbeiter und ihre Macht
Philosophieren heißt zweifeln
Schluss mit Überfluss!

Schlussteil

Literaturverzeichnis

Anhang

Einleitung

Das Kunstwerk „der Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch entstand um das Jahr 1500 herum und zeigt eine ganz besondere Geschichte in Form eins Triptychons (Anhang). Auf dem linken Flügel des Bildes sieht man die Schöpfung, Adam und Eva im Paradies. Große Vogelschwärme ziehen umher, es sind noch andere Tiere zu erkennen und einige religiöse Bildmotive.

Interessanter wird das Ganze im mittleren Teil des Bildes. Hier werfen die Totsünden ihren ersten Schatten voraus. Überbevölkerung, Ausschweifungen, Exzess und alles im Überfluss vorhanden.

Der rechte Flügel des Bildes gleicht einem Albtraum. Eine düstere und verbrannte Szenerie. Ein Paradies, das angegriffen und zerstört wurde.

Vor dem heutigen Hintergrund könnte dieses Bild nicht aktueller sein, obwohl es schon vor über 500 Jahren entstanden ist. Momentan spielt sich ein ähnliches Bild auf der Erde ab. Während die Schöpfung bzw. die Entstehung der Erde schon lange zurück liegt befindet sich die Menschheit gerade im Zustand des mittleren Bildes von Hieronymus Bosch und droht sogar zu kippen auf die rechte Seite „die Hölle“, wenn viele Dinge in Zukunft unverändert bleiben.

Aktuelle Probleme wie der Klimawandel, die Flüchtlingskrise, große politische Bewegungen des rechten Lagers, künstliche Intelligenz und der damit befürchtete Wegfall vieler Jobs und andere Herausforderungen zeigen, dass das Paradies des Wohlstands droht zu zerfallen.

Dreh und Angelpunkt bei diesen Problemen sind die vielen multinationalen Unternehmen dieser Welt und die Macht ihrer Industrie, in der sie agieren. Schließlich sind es längst nicht nur Politiker, welche Politik betreiben, sondern auch Unternehmen, die mit ihrer Macht und ihrem Kapital viel bewegen können und dies schon längst tun (Kentrup, Hoffjan, & Lachmann, 2013). Nur machen sie das auch zu Gunsten der Menschen und der Umwelt? Vor diesem Hintergrund stellt sich eine zentrale Frage, die im weiteren Verlauf tiefer behandelt wird:

„Zu welchen Gunsten und Kosten sollte ein Unternehmen aus heutiger Perspektive geführt werden und warum?“

Struktureller Aufbau

Nach der anfänglichen Einleitung wird zunächst der aktuelle Zustand der Welt erfasst. Dabei wird auf die Dimension des Menschen an sich eingegangen, daraufhin die Veränderung der Unternehmen im aktuellen Zeitgeschehen und anschließend die Auswirkungen auf die Umwelt, die mit dem modernen Leben einhergeht. Aufgrund der Tatsache, dass Unternehmen in diesem komplexen Geflecht des Wandels eine zentrale Rolle spielen, werden diese vertiefend betrachtet. Dabei geschieht eine Unterteilung, in der Unternehmen von außen betrachtet werden in ihrem Zusammenspiel zwischen Umwelt und Konsumenten sowie die Betrachtung des Innenlebens eines Unternehmens mit dem Fokus der reziproken Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Anschließend nimmt die Philosophie inhaltlich einen Teil ein. Die Philosophie hat die Eigenschaft bestehende Auffassungen einer Zeit zu hinterfragen und neue Dinge in Betracht zu ziehen. Reflexion ist hier ein großes Stichwort. Diese Fähigkeit ist heute wie gestern wichtig, um unsere Demokratie am Leben zu halten. Ein Zitat vom Philosophen und Begründer der Essayistik Michel de Montaigne bringt es auf den Punkt: „Philosophieren heißt zweifeln.“ Gerade die Disziplin der Ethik, welche die Frage nach dem guten und schlechten Handeln analysiert kann helfen Unternehmen, Gesellschaften und Individuen bessere Entscheidungen treffen zu lassen. Abschließend kommt es zum Rückgriff auf die Einleitung und einer Beantwortung der anfänglichen Fragestellung.

Hauptteil

Der Mensch

Wir leben aktuell in der westlichen Welt in einer Überflussgesellschaft. Unser Wirtschaftssystem basiert auf stetigem Wachstum und die Menschen können mehr konsumieren als in der bisherigen Menschheitsgeschichte. Doch hat das auch zu mehr Glück geführt? Nein, denn es „[…] zeigt sich dasselbe Bild: steigende durchschnittliche Einkommen, konstantes Glück, obwohl der materielle Wohlstand seit dem 2.Weltkrieg enorm angestiegen ist“ (Binswanger, 2010, S. 283).

Es leben mehr Menschen denn je auf dieser Erde (UN DESA (Population Division), 2019), wir werden alle älter (OECD; World Bank; Nationale statistische Ämter, 2019) und die Welt wird immer „kleiner“. Kleiner aus der Perspektive, dass wir alle enger mit einander vernetzt sind. Der Kapitalismus hat es geschafft binnen weniger Jahre ein massives Netz auszurollen, welches sehr vielen Menschen heutzutage ein Smartphone verschafft hat (Newzoo, 2019).

Dies führt zu einer Disruption der Art und Weise wie wir kommunizieren. Im privaten Sinne können dadurch die Menschen jeweils am anderen Ende der Welt sein und dennoch in Echtzeit miteinander in Kontakt stehen und so neue Freundschaften entstehen lassen.

Aufgrund dieses schnellen Wandels sind oftmals Dinge, die heute noch selbstverständlich sind, morgen wieder ganz anders. Unsere Lebenswelt ändert sich ständig und der Mensch wird ruhelos. Das spiegelt sich unter anderem in der sinkenden Aufmerksamkeitsspanne wieder (Gausby & Consumer Insights Lead, Microsoft Canada, 2015).

Mit dem Tempo der heutigen Zeit versucht die Weltbevölkerung natürlich standzuhalten indem sie ihre eigene Effizienz steigert. Man versucht sich in allen Lebensbereichen zu optimieren, um so ein Gefühl der Kontrolle zu erlangen in einer immer undurchschaubareren Zukunft. Arbeit und Privates lässt sich wegen den digitalen Errungenschaften wie das Smartphone, immer weniger voneinander trennen und die Produktivität sowie Beschleunigung frisst sich in den Alltag. Keine Zeit zu haben wird fast schon als Statussymbol gesehen und so häufen sich psychische Erkrankungen und damit einhergehende Ausfallzeiten bei der Arbeit (BPtK).

Darüber hinaus hat sich das Erwerbsmodell verändert. Der gradlinige Lebenslauf, in dem man 40 Jahre im selben Unternehmen verbringt, nimmt ab. Die Menschen sehnen sich nach sinnstiftender Arbeit und wollen ihrer Leidenschaft nachgehen. Damit geht einher, dass sich der Führungsstil verändert hat, weg von aufgaben- und machtorientierter hin zu mitarbeiter- und bedürfnisorientierter Führung.

Die Wirtschaft

Die Wirtschaft hat ebenfalls eine ganz neue Dimension angenommen. Unternehmen agieren von nun an nicht bloß in ihrem Markt, in welchem sie sich positioniert haben, sondern international und stehen mit anderen Unternehmen aus aller Welt in Konkurrenz. Das Tempo, in dem die Unternehmen reagieren müssen, hat folglich zugenommen. Man muss die Konkurrenz und vor allem auch seine Kunden im Auge behalten, denn nicht nur die Umwelt verändert sich schneller denn je, sondern auch die Menschen werden in ihrem Verhalten immer unberechenbarer. Nicht nur die Menschen außerhalb des Unternehmens haben sich gewandelt, sondern auch diejenigen, die sich im Unternehmen befinden, die Mitarbeiter. Der Aspekt ein attraktiver Arbeitgeber zu sein ist von großer Bedeutung, um gute und langfristige Mitarbeiter für ein Unternehmen finden zu können. Und dieser Punkt sollte nicht nur nach außen repräsentiert werden, sondern auch von innen gelebt werden, denn sonst sind die neuen Mitarbeiter schneller weg als gedacht. Abgesehen von den veränderten Bedürfnissen der Menschen in Unternehmen hat sich die Digitalisierung auch längst in die Unternehmen eingeschlichen und nimmt eine enorme Rolle ein. Ganze Geschäftsbereiche müssen umgestellt werden aufgrund des digitalen Fortschritts, ansonsten wird man nicht mehr lange mit der Konkurrenz standhalten können. Darüber hinaus wird Künstliche Intelligenz in Zukunft viele Aufgaben übernehmen, die heute noch von Menschen gemacht werden (Henning, 2019).

Damit bricht ein neues Zeitalter ein und die Folgen davon sind noch nicht auszumalen. Es ist vergleichbar mit der Industrialisierung, wo der Agrarstaat von einem Industriestaat abgelöst wurde und nun bricht ein digitales Zeitalter an, wo auch ganze Sektoren durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden und neue entstehen lassen.

Die Umwelt

Unternehmen oder Organisationen im Allgemeinen stehen immer in Wechselbeziehung mit ihrer Umwelt. Mit Umwelt ist jetzt nicht die Konkurrenz gemeint oder Stakeholder, Lieferanten etc., sondern die Umwelt im Sinne der Natur. Natürlich verbrauchen Unternehmen Ressourcen und wirken so unmittelbar auf die Umwelt ein. Die Klimakrise ist aktuell neben der Digitalisierung eine der größten und folgenreichsten Herausforderungen der Menschheitsgeschichte. Der steigende Meeresspiegel, häufigeres Auftreten von Dürren, der stetige Temperaturanstieg, Artensterben und das massive Plastikproblem unserer Zeit sind nur paar ein paar Folgen der Klimakrise, die wir heute schon spüren. Es spüren größtenteils diejenigen, die gar nicht die Verursacher des Klimawandels sind, während wir in den Industriestaaten weiterhin unseren Wohlstand auf Pump genießen. Auch wenn die amerikanische Regierung und viele andere Menschen die Existenz des Klimawandels leugnet, ist er schon längst Realität (Batthyany, 2017).

Wir sollten jedoch angesichts dieser Probleme nicht im Ausmalen von katastrophalen Szenarien versinken, sondern die Energie darauf aufwenden, den Wandel der damit zwingend einhergehen muss auf individueller sowie globaler Ebene, in die Wege zu leiten. Für diesen Wandel müssen viele politische Entscheidungen her. Doch diese politischen Entscheidungen und Beschlüsse sind nichts wert, wenn die riesigen und machtvollen Lobbys der großen Industrien gegen die Umweltpolitik ankämpfen und am Status quo festhalten.

Ein anschauliches Beispiel für diesen vehementen Kampf der Lobbys ist das Verbot von Plastiktüten in den USA. Die USA ist der größte Verbraucher von Plastiktüten auf der Welt und in einigen Bundesstaaten konnte sich die Politik durchsetzen und die Plastiktüten aus den Läden verbannen. Doch in andere Bundesstaaten hat die Öl- und Plastikindustrie so stark gegen das Verbot gekämpft, sodass jetzt in diesen Bundesstaaten es gar nicht mehr möglich ist Tütenverbote durchzubringen. Denn nicht nur die Tüten an sich haben jetzt weiterhin bestand, sondern sie verbieten sogar Tütenverbote in Zukunft überhaupt erst durchbringen zu können (Barth, 2018).

Der stetige Wachstumsdrang und Unternehmen in ihrer Beziehung zur Umwelt

Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass Unternehmen eine derart große Macht haben und in der Lage sind politisch große Einflussnahme zu nehmen. Das liegt wohl und übel am System in dem Unternehmen agieren. Dieses System zwingt die Unternehmen von Jahr zu Jahr effizienter zu werden und mehr Profit zu machen. Profitabilität steht an erster Stelle, denn sonst holt die Konkurrenz einen früher oder später ein. Per se ist der Wachstumsgedanke unseres Wirtschaftssystems jedoch nicht schlecht. Schließlich ist dieses System auch dafür verantwortlich, dass der Wohlstand weltweit stetig gewachsen ist und die Leute Arbeit finden.

Und der Konsum steigt, denn dieser hält das System aufrecht. Um diesen Konsum aufrecht zu erhalten betreiben die Firmen aggressives Marketing. Marketing ist eine Methode, um die Bedürfnisse der Kunden genau zu erfassen, um so Bedürfnisse gezielter zu befriedigen und vor allem um neue Bedürfnisse, die vorher nicht da waren zu wecken. Im besten Fall kauft der Konsument jedes Mal das neuste Produkt, obwohl er schon genug von den anderen hat, weil das Marketing der großen Firmen es schafft neue Begierden im Konsumenten zu wecken auch wenn der Unterschied zum vorherigen Produkt nicht so groß ist. Um hier noch einmal den Umweltaspekt aufzugreifen, sollte man wissen, dass die Auswirkungen auf die Umwelt für die Unternehmen zweitrangig sind. Denn sie stecken im Zahnrad des Wachstums fest und stehen in Konkurrenz mit anderen. Daher ist davon auszugehen, dass die Verkaufszahlen und der damit steigende Profit im Fokus stehen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte, Bewegungen wie Fridays for Future und der polarisierenden Wirkung der Klimaaktivistin Greta Thunberg, springen die Unternehmen auf das Pferd der Umweltfreundlichkeit mit auf.

Tun sie das aus Liebe zur Umwelt?

Das kann man bezweifeln. Es hat sich einfach durch die Medienpräsenz dieser Thematik ein neuer Markt für Marketingzwecke eröffnet, wo jedes Unternehmen darum kämpft als umweltfreundlicher nach außen hin zu gelten. Das Thema hat einen eignen Begriff und nennt sich Greenwashing. Umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Marketing bildet hier den Kern von neuen Kampagnen. Dabei ändert sich in Wirklichkeit wenig an den Praktiken der Firmen.

Eines der meist zitiertesten Beispiele zum Thema Greenwashing ist von der Ford Motor Company. Mit ihrer Kampagne „It isn`t easy being green” für ihren Hybrid-SUV Escape haben sie sich als besonders umweltfreundlich präsentiert. Dabei hatten die Autos den schlechtesten CO2-Ausstoß und die schlechteste Kraftstoffeffizienz im Vergleich zu anderen großen Automobilherstellern. Mit Greenwashing werden die Konsumenten getäuscht und es birgt Gefahr, dass sie nicht unterscheiden können zwischen Produkten, die wirklich umweltfreundlich sind und solchen die es nicht sind, aber so dargestellt werden. Und am Ende dieser Folgenkette leidet die Umwelt nach wie vor, weil so die Gefahr besteht, dass einige Konsumenten nicht mehr viel Wert auf Umweltschutz bei ihrem Konsum legen, denn sie werden ja sowieso von Unternehmen getäuscht (Furlow, 2010).

Sollte es nicht Standard sein, dass die Firmen den Umweltaspekt in ihren Produkten von vornherein mitberücksichtigen?

Ja das sollte Standard sein, denn langfristig sägen sich die Unternehmen mit dieser Haltung den Ast ab, auf dem sie sitzen. Sie beuten ihre eigenen Ressourcen aus, ohne die langfristigen Folgen zu berücksichtigen. Unternehmen und die Politik wälzen oftmals die Verantwortung für umweltbewusste Entscheidungen auf den Konsumenten ab. Schließlich haben wir alle selbst die Wahl zwischen Produkten, die unter fairen Bedingungen oder unter fragwürdigen Umständen hergestellt werden. Der Konsument hat die Kraft zur Veränderung und diese herbeizuführen, denn die Nachfrage regelt das Angebot. Angesichts der aktuellen Umstände ist es jedoch absurd den Individuen, die Verantwortung dafür zu geben ob sie Konsumentscheidungen zu Gunsten der Umwelt treffen. Und wenn letztendlich doch die Verantwortung beim Konsumenten bleibt, dann sollten die Güter wenigstens preisgeben wie viel Emissionen sie verursachen oder noch besser wir lassen den Preis einfach sprechen und drehen den Spieß um. Denn oft heißt es im Volksmund ökologische Produkte können sich nur die Besserverdiener leisten und tatsächlich sind auch viele nachhaltige Produkte teurer aber warum? Die Politik sollte unökologische Produkte teurer werden lassen und ökologische günstiger, denn wenn es um den Preis geht ist die unsichtbare Hand des Marktes wie einst Adam Smith beschrieb zuverlässig. Günstigere Produkte haben meist eine höhere Nachfrage zumindest in der breiten Bevölkerung. Fest steht, dass der Umweltaspekt in der Wertschöpfungskette von Unternehmen großer und fester Bestandteil sein sollte und dem kann die Politik mit Auflagen verhelfen.

Beispielsweise mit einer CO2-Steuer, die aktuell kontrovers diskutiert wird. Ein Problem bei der CO2-Steuer wäre, dass es nicht viel bringt, wenn nur Deutschland oder selbst die EU dieses Konzept durchsetzt. Unternehmen, die in der EU ansässig sind und hier produzieren, würden schnell das Weite suchen und ihre Standorte in Länder verlagern, wo es solche Auflagen nicht gibt wie zum Beispiel in Südostasien. Das tun die Unternehmen ohne hin schon, nur wäre das Ausmaß ein viel Größeres.

Eine gute Gegenidee ist der aktuelle Entwurf der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen. Sie plädiert für einen Klimazoll. Nur wie soll das ganze funktionieren?

Das Konzept des Klimazolls am Beispiel einer Zwiebel:

„Ein Kilo des Gemüses kostet in der Herstellung in Deutschland etwa 30 Cent, in Neuseeland sind es 20 Cent. Neuseeländische Zwiebeln könnten in Europa überhaupt nur zu konkurrenzfähigen Preisen angeboten werden, weil die Kohlendioxidemissionen auf dem Transportweg von Europa nicht mit Abgaben belegt werden. Denn wenn die EU etwa eine CO₂-Steuer einführen würde, dann würden davon im Ausland hergestellte Waren nicht erfasst werden“ (Pinzler, 2019).

Das Beispiel der Zwiebel zeigt, dass es durchaus attraktiv erscheint Güter im Ausland herstellen zu lassen wo schlicht und einfach, das Klima beispielsweise günstiger ist für den Anbau von Zwiebeln. Es werden jedoch die langen Transportwege und die damit verbundenen Emissionen außer Acht gelassen, die dafür notwendig sind, um die Zwiebel aus Neuseeland nach Deutschland zu bringen. Natürlich werden die Kosten, die die Umwelt tragen muss, nicht auf den Landwirt in Neuseeland abgewälzt und er kann hier weiterhin gute Geschäfte machen. Im Kern des Klimazolls steht jedoch gerade dieser Gedanke. Denn eine CO2-Steuer auf EU Ebene würde den Zwiebel Verkäufer aus Neuseeland nicht daran hindern seine Zwiebeln in Europa zu verkaufen. Ein Klimazoll schon. Hier würden die Emissionen mit in den Preis eingerechnet werden und der Neuseeländer müsste an der EU-Grenze Zollgebühren zahlen.

Wie man sieht Handlungsansätze gibt es viele und man könnte die Liste an Vorschlägen weiterführen, aber zusammenfassend lässt sich sagen: Die Unternehmen müssen es deutlicher spüren, dass ihr bisheriges wirtschaften nicht mehr tragfähig ist für die Zukunft. Die Klimakrise wird uns früher oder später dazu zwingen den aktuellen Lebensstil zu verändern. Treffender könnte der Satz von Karl Schiller nicht sein: "So viel Markt wie möglich und so viel Staat wie nötig." Momentan ist mehr Staat gefragt als Markt, denn wie man sieht schert sich der Markt nicht großartig um die Umwelt und wenn der Markt es nicht tut, sollte der Staat eingreifen. Viele Liberale würden jetzt anmerken, dass dies im Widerspruch zum freien Markt steht. Doch um viele unserer jetzigen Freiheiten, die wir genießen in Zukunft wahren zu können sind Einschränkungen, die der Umwelt zu Gute kommen unumgänglich. Darüber hinaus sollte man mehr an die moralische Verpflichtung der Unternehmen appellieren ihre Umwelt entsprechend würdigend und schonend zu behandeln und sie nicht scharmlos auszubeuten. Sie sind auch nur Gast auf dieser Erde und bedienen sich an den natürlichen Ressourcen, als hätten sie diese selbst geschaffen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
"Schluss mit Überfluss!" Zu welchen Gunsten und Kosten sollte ein Unternehmen aus heutiger Perspektive geführt werden und warum?
Hochschule
Hochschule Hamm-Lippstadt
Veranstaltung
Ethik für Wirtschaftspsychologen
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
25
Katalognummer
V978196
ISBN (eBook)
9783346337306
ISBN (Buch)
9783346337313
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Überfluss, Klimawandel, Konsum, Greenwashing, Ethik, Wirtschaft, Kapitalismus, Postwachstumsökonomie
Arbeit zitieren
Christian Hermann (Autor:in), 2020, "Schluss mit Überfluss!" Zu welchen Gunsten und Kosten sollte ein Unternehmen aus heutiger Perspektive geführt werden und warum?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978196

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