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Die Poetizität der Sprache

Title: Die Poetizität der Sprache

Essay , 2020 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Helene Fraas (Author)

Speech Science / Linguistics
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Die Arbeit soll sich anhand von vier Betrachtungsweisen der Poetizität, als charakteristische literarische Sprachverwendung, widmen. Die Bestimmung gewisser Kriterien für den Literaturbegriff ist eng verknüpft mit dem Konzept der Poetizität bzw. Literarizität. Die Poetizität/Literarizität gilt als ein aus dem zwanzigsten Jahrhundert resultierendes Phänomen, welches die Selbstreferenzialität von Sprache betrachtet und in der literaturwissenschaftlichen Forschung hinsichtlich mehrerer Perspektiven zugänglich ist. Bis heute gelten Bezug nehmend darauf die Auslegungen von Roman Jakobsen als Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Beschäftigung damit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Poetizität als Phänomen

3. Untersuchung des Konnektors "also"

4. Poetizität in der literaturwissenschaftlichen Diskussion

5. Das Drei-Komponenten-Modell von Miall und Kuiken

6. Musikalische Beschaffenheit von Sprache in literarischen Texten

7. Die Eigentümlichkeit poetischer Sprache

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Poetizität bzw. Literarizität und analysiert, durch welche sprachlichen, funktionalen und ästhetischen Kriterien ein Text als poetisch definiert werden kann. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit linguistische Merkmale, wie Konnektoren oder musikalische Strukturen, zur Konstitution eines poetischen Geflechts beitragen und wie sich diese von nicht-literarischen Sprachverwendungen abgrenzen lassen.

  • Kriterien für den Literaturbegriff und Poetizität
  • Linguistische Indikatoren am Beispiel des Konnektors "also"
  • Diskussion theoretischer Positionen von Roman Jakobson bis Simone Winko
  • Die Rolle der musikalischen Beschaffenheit von Sprache
  • Ansätze zur kognitiven und rezeptionsorientierten Textverarbeitung

Auszug aus dem Buch

Die musikalische Beschaffenheit der Sprache in literarischen Texten

Um tiefergreifend einen besonderen Aspekt der Poetizität zu betrachten, widmet sich Alessandra D’atena der Auseinandersetzung mit der musikalischen Beschaffenheit der Sprache in literarischen Texten.

Dazu werden (...) verschiedene Leseweisen erprobt, die sich auf die lautlichen beziehungsweise rhythmischen Strukturen des Textes richten, der (...) eine eigene musikalische Wirklichkeit kreiert, für deren Erfassung es einer spezifisch „musikalischen Sprachkompetenz“ (D’ Atena in diesem Band: 57) bedarf.30

Hierbei sollen neben der Bildung der musikalischen Beschaffenheit eines Textes das Entstehen der Sprachzeichenkörper, die Betrachtung der damit einhergehenden Emotionen sowie die Bedeutungskonstruktionen, auf der Ebene der aus dem Text hervorgehenden Wirklichkeit, eine Rolle spielen.31

Die Wendungen ‚das Musikalische’ und die ‚musikalische Beschaffenheit der Sprache’ sind metaphorisch zu verstehen und beruhen auf bestimmten Ähnlichkeiten zwischen der lautlichen Gestalt der Sprache in Texten und der Musik in Musikstücken, sowie zwischen der Verarbeitung des in der Sprache und in der Musik verwendeten hörbaren Materials.32

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Literaturbegriff und das Phänomen der Poetizität ein, wobei die Selbstreferenzialität von Sprache als zentraler Ausgangspunkt benannt wird.

2. Die Poetizität als Phänomen: Es werden die theoretischen Grundlagen nach Roman Jakobson dargelegt, die Poetizität als Abweichung von der Norm und durch spezifische formale Elemente charakterisieren.

3. Untersuchung des Konnektors "also": Anhand von Kafkas "Der Prozess" wird analysiert, wie linguistische Phänomene wie Konnektoren als Indikatoren für poetische Gestaltung fungieren können.

4. Poetizität in der literaturwissenschaftlichen Diskussion: Hier werden unterschiedliche fachwissenschaftliche Positionen der 1970er bis 1990er Jahre gegenübergestellt, die nach universalen Kriterien für Literarizität suchen.

5. Das Drei-Komponenten-Modell von Miall und Kuiken: Das Kapitel stellt ein Modell vor, das stilistische und narrative Merkmale mit den Rezeptionsprozessen der Leser kombiniert.

6. Musikalische Beschaffenheit von Sprache in literarischen Texten: Dieser Abschnitt exploriert die Analogie zwischen Sprachstruktur und Musik sowie die Bedeutung von Rhythmus und Lautgestalt für die poetische Wahrnehmung.

7. Die Eigentümlichkeit poetischer Sprache: Es wird die Auffassung diskutiert, dass poetische Sprache eine fiktionale Wirklichkeit konstruiert und durch Suggestion wirkt, statt nur Informationen zu transportieren.

8. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Poetizität kein inhärentes Texteigenschaftsmerkmal ist, sondern ein komplexes Zusammenspiel von Sprachgebrauch, situativen Kontexten und individuellen Rezeptionsleistungen darstellt.

Schlüsselwörter

Poetizität, Literarizität, Roman Jakobson, Sprachverwendung, Literaturwissenschaft, Konnektoren, Franz Kafka, Ambiguität, musikalische Beschaffenheit, Rezeption, Ästhetizität, Sprachzeichenkörper, Entautomatisierung, Textverarbeitung, fiktionale Wirklichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Definition von Poetizität und der Frage, welche Merkmale einen Text als literarisch auszeichnen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung umfasst die linguistische Analyse literarischer Texte, die Rolle von Konnektoren, musikalische Sprachstrukturen und die kognitionspsychologische Rezeption von Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Mechanismen poetischer Gestaltung zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese zur Konstitution von Literatur beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturtheoretische Analyse durchgeführt, die verschiedene Forschungsansätze vergleicht und durch konkrete Textbeispiele, etwa von Franz Kafka, untermauert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Debatten zur Poetizität sowie spezifische Untersuchungen zur musikalischen Beschaffenheit von Sprache und zum Gebrauch von Konnektoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Poetizität, Literarizität, Ambiguität, Ästhetizität und die funktionale Sprachbetrachtung nach Roman Jakobson.

Wie unterscheidet sich "also" in Kafkas Roman von der Verwendung in nicht-literarischen Texten?

Im Roman weist der Konnektor ein breiteres Gebrauchsspektrum und einen höheren Variabilitätsgrad auf, während er in nicht-literarischen Texten eher eine konklusive und erläuternde Funktion mit geringerer Variation erfüllt.

Welche Rolle spielt Musik für die poetische Qualität eines Textes?

Die musikalische Beschaffenheit von Sprache, etwa durch Metrum oder repetitive lautliche Muster, hilft dabei, eine spezifische ästhetische und emotionale Wirklichkeit im Text zu konstruieren.

Warum ist die Definition von Poetizität laut der Autorin schwierig?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es keine einzelne "Weltformel" für Literarizität gibt, da die Wahrnehmung eines Textes stark von individuellen, situativen und konventionellen Faktoren abhängt.

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Details

Title
Die Poetizität der Sprache
Grade
1,3
Author
Helene Fraas (Author)
Publication Year
2020
Pages
12
Catalog Number
V978222
ISBN (eBook)
9783346329004
ISBN (Book)
9783346329011
Language
German
Tags
Poetizität Poetizität der Sprache Brigitte Kronauer Simone Winko Literarizität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helene Fraas (Author), 2020, Die Poetizität der Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978222
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