Das Internet der Dinge am Beispiel von Haus- und Haushaltstechnik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Internet der Dinge - Begriffserklärung und Bedeutung

3 Erläuterung des Smart Home Konzepts

4 Marktentwicklung und Marktpotenzial des Smart Home

5 Anwendungsfelder des IoT im Bereich Smart Home
5.1 Haustechnik
5.2 Haushaltstechnik

6 Entwicklungsprognose des Internets der Dinge

7 Schlussfolgerungen und Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

Die Wirtschaft wird von technischen Innovationen dominiert. Im Zuge der Digitalisierung vollziehen sich nicht nur ökonomische, sondern auch viele soziale Wandlungsprozesse. In der Gesellschaft lässt sich eine Veränderung der Kommunikation verzeichnen. Durch das Internet schließen sich Millionen von Computern zu einem globalen und äußerst vielfältigem Netzwerk zusammen.

Auch wenn das Internet bereits sehr gut in das Privat- und Berufsleben der meisten Menschen integriert ist, lassen sich immer noch weitere bahnbrechende Entwicklungen verzeichnen. Täglich werden neue technische Produkte, Softwares und Apps vorgestellt. Im Oktober 2016 wurde prognostiziert, dass ,,[d]er Umsatz mit Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik [...] im laufenden Jahr auf 160,5 Milliarden Euro und damit erstmals über 160 Milliarden Euro steigen [wird].“ (Bitkom, 2016, §1).

Bisher beschränkte sich dich das technische Wirkungsfeld des Internets auf alle digitalen Informationen, die beispielsweise von einem Smartphone Display oder einem Computer Bildschirm abgelesen werden konnten. Aufgrund einer der größten Trends in der IT Branche soll sich dies jedoch schon bald ändern. Das Internet der Dinge (engl. „Internet of Things“, kurz IoT) wird zukünftig eine Verbindung zwischen physischen Gegenständen, die zum Leben und Arbeiten verwendet werden, und der digitalen Welt des Internets herstellen. Milliarden von Dinge sollen vernetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Sensoren aller Art, Maschinen, Haustechnik, Fahrzeuge, Warenverpackungen und viele weitere Dinge (Bullinger H., Hom- pel T., 2007).

Im Rahmen dieser Hausarbeit wird die Vision des Internets der Dinge am Beispiel des Smart Home Konzepts vorgestellt. Besonders die Anwendungsfelder der Haus- und Haushaltstechnik werden hierbei weiter vertieft. Aufbauend auf diesen Informationen folgt eine Entwicklungsprognose des IoT. Alle Erkenntnisse werden abschließend im Fazit zusammengefasst.

2 Internet der Dinge - Begriffserklärung und Bedeutung

Das Internet ist ein großes Netzwerk, das aus vielen Teilnetzwerken besteht und darauf abzielt Kommunikation zu ermöglichen und Daten auszutauschen. Durch das Internet der Dinge wird dieses System durch einen neuen Aspekt erweitert (Schnürer, 2014).

„Das IoT beschreibt ein dynamisches Netzwerk physischer und visueller Objekte, die eingebettete Technologien zur Kommunikation, intelligenten Wahrnehmung und Interaktion mit deren Umwelt beinhalten [...]. Der Grundgedanke besteht in der Allgegenwärtigkeit einer Vielzahl an Dingen, [,..][welche] dazu in der Lage [sind], miteinander autonom zu kommunizieren und zusammen an der Erreichung eines gemeinsamen Ziels zu arbeiten.“ (Anzengruber, Jünger, Rusnjak, Schallmo, Werani, 2017, Seite 312)

Neben den Begriffen Internet of Things (IoT) und Internet der Dinge (IdD) sind noch einige andere Bezeichnungen, wie beispielsweise „Ubiquitous Computing“ (UC) und „Pervasive Computing“ (PC) bekannt, welche im Wesentlichen synonym zum IoT gebraucht werden (Brand, Grimm, Hülser, Zweck, 2015).

Im Jahre 2015 wurde von Experten des IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) geschätzt, dass das Internet der Dinge in wenigen Jahren über 50 Milliarden Dinge miteinander verbinden wird. Bis 2020 sollen bereits 100 Milliarden Gegenstände vernetzt sein. Darüber hinaus sind auch Menschen miteinander verbunden, welche beispielsweise Smartphones nutzen. Gegenstände, die vernetzt werden sollen, sind zum Beispiel Fahrzeuge, Maschinen, Haustechnik, Sensoren, Warenverpackungen und vieles Anderes (Andelfinger, Hänisch, 2015).

Erstmals wurde der Begriff „Internet of Things“ 2002 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) verwendet (Bullinger, 2012). Die Zukunft des Computers wurde zu dieser Zeit meist sehr euphorisch beschrieben. Die Wissenschaftler F. Sprenger und C. Engemann beschreiben die damalige Vorstellung des IoT mit den Worten „unsichtbar, smart, miniaturisiert, räumlich verteilt und allgegenwärtig.“ (Engemann, Sprenger, 2015, Seite 7).

Diese damaligen Aussichten haben sich teilweise als unrealistisch herausgestellt. Die größten Schwachstellen des IdD sind in den Bereichen Datenschutz, Privatsphäre und informationstechnische Sicherheit. Eine typische Gefahr in diesem Gebiet sind veraltete Systeme, welche von einer Vielzahl der aktuellen Verschlüsselungsalgorithmen nicht unterstützt werden. Außerdem wird häufig aufgrund einer begrenzten Rechenleistung der vernetzten Geräte auf wichtigen Malwareschutz verzichtet. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass nur sehr wenige Hersteller neue Sicherheitstechnologien in den Geräten einbauen. Hier reichen klassische Anti-Viren-Programme und Firewalls oft nicht mehr aus, um die Technologie vor Hackern zu schützen (Brandner, 2016).

3 Erläuterung des Smart Home Konzepts

Eines der relevantesten Anwendungsgebiete des IoT stellt der Gebäudebereich dar. Smart- House Konzepte zeichnen sich, im Unterschied zu konventionellen Gebäuden, durch eine informationstechnische Vernetzung einzelner gebäudespezifischer Bereiche aus. Die Gebäude werden mit intelligenten Technologien ausgestattet und ermöglichen den Betrieb über Fernzugriffe oder auch ohne unmittelbare Nutzereingriffe (Bullinger, 2012).

Hierbei wird im privaten Wohnumfeld auch von Smart Homes und im Nutzgebäudebereich von Smart Buildings gesprochen. Neben dem Begriff Smart Home, gibt es eine Vielzahl von Begriffen, die synonym verwendet werden können. Dazu zählt zum Beispiel „Intelligentes Wohnen“, „Elektronisches Haus“ und „Smart Living“ (Ahmad, 2016).

Entwicklungen im Bereich Smart Home sind durch die fortschreitende Digitalisierung begünstigt worden. Die Verbreitung technischer Geräte im Wohnungsumfeld und deren Ausstattung mit eingebetteter technischer Intelligenz, nimmt immer mehr zu. Zudem werden immer weitere Funktionen entwickelt, die eine Vernetzung der Geräte untereinander verbessern und die technische Kommunikation vereinfachen (Strobel, 2015).

Zu den Hauptzielen des Smart Homes zählt eine Maximierung der Wohn- und Lebensqualität, erhöhte Sicherheit, sowie eine effiziente Energienutzung. Dadurch, dass es zahlreiche Möglichkeiten des Fernzugriffs im Smart Home gibt, soll ein höherer Komfort ermöglicht werden. Dazu zählt beispielsweise eine automatische Raumtemperaturregelung oder eine Jalousiesteuerung, welche sich nach dem aktuellen Lichteinfall richtet. Energie soll dadurch effizienter genutzt werden, dass zum Beispiel die Be- und Entlüftung der Räume kontrolliert wird und sich die Lichtsteuerung an das Tageslicht anpasst. Außerdem soll es einige Funktionen im Smart Home geben, welche zu einer erhöhten Sicherheit beitragen. Beispiele hierfür sind Bewegungsmelder, Einbruch- und Rauchmeldesysteme, sowie Windwächter (Andelfinger, Hänisch, 2015).

Die Vernetzung eines Gebäudes kann jedoch auch einige Risiken mit sich bringen. Eine Befragung von 5000 Haushalten in den größten europäischen Ländern hat gezeigt, dass viele Menschen diesbezüglich sehr besorgt sind. 59 Prozent der Menschen in Europa und 61 Prozent der Deutschen befürchten, dass unbefugte Menschen die Steuerung über die intelligenten Technologien übernehmen könnten (Frankfurter Allgemeine, 2016).

Auch wenn sich viele Nutzer eine höhere Sicherheit ihres Hauses durch Smart Home Konzepte versprechen, wird genau dieser Bereich von vielen Sicherheitsexperten kritisiert. Oftmals sind die Systeme so mangelhaft konfiguriert, dass die Überwachung über das Internet ungeschützt einsehbar ist. Auf der Defcon 2016 wurde berichtet, dass 12 von 16 der untersuchten Blutooth-Schlösser von IoT-Produkten geknackt werden konnten (Morawietz, 2017). Des Weiteren wurde festgestellt, dass „alle Komponenten, die Zugang zum heimischen Netz und dadurch vielleicht Zugriff auf das Internet haben, [...] potenziell angreifbar [seien].“ (Morawietz, 2017, Smart Home, Industrie und öffentliche Infrastruktur gefährdet, §4).

Wichtige Anwendungsfelder im Smart Home Bereich sind zum Beispiel Haustechnik, Facility Management, Sicherheitstechnik, Servicerobotik, Unterhaltungselektronik und Haushaltstechnik (Bullinger, 2012).

4 Marktentwicklung und Marktpotenzial des Smart Home

Obwohl das Smart Home Konzept schon seit längerem bekannt ist, ließ sich erst ungefähr seit 2005 ein starkes Marktwachstum verzeichnen. Zahlreiche Studien prognostizieren den Anstieg des Smart Home Marktes. Das Marktforschungsunternehmen Research&Markets erwartet beispielsweise, dass der SH-Marktwert in Europa bis 2020 auf 13,81 Milliarden Dollar ansteigen wird. Außerdem wird eine zweistellige jährliche Wachstumsrate vermutet (Ußler, 2007).

Eine representative Befragung von der Splendid Research GmbH gibt einen Überblick über den deutschen Smart Home Markt im Jahr 2016. Es wurden 1.017 in Deutschland lebende Personen zwischen 18 und 69 Jahren bezüglich des Status Quo, des Marktpotenzials, sowie der Konsumenteneinstellung im Smart Home Markt befragt. Auf Abbildung 1 wird deutlich, dass in diesem Jahre 29,4% der Deutschen bereits Smart Home-Anwendungen nutzten. Die restlichen 70,6% teilte sich in Interessenten und Ablehner auf. Dabei gaben 50,2% der Probanden an, dass sie an den Anwendungen interessiert seien und 20,4% lehnten diese ab. Das Marktpotenzial wurde auf 30,2 Milliarden Euro geschätzt (Splendid Research, 2016).

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. sieht das Marktpotenzial in Deutschland bei 19 Milliarden Euro jährlich bis 2025 (Strobel, 2015).

Obwohl es im Bereich Smart Home weltweit große Entwicklungspotenziale gibt, muss insbesondere bei deutschen Kunden zunächst eine Akzeptanzschwelle überwunden werden, damit sich dieser Markt langfristig etablieren kann.

5 Anwendungsfelder des IoT im Bereich Smart Home

5.1 Haustechnik

Die Haustechnik umfasst alle technischen Einrichtungen und Systeme, die fest mit einem Gebäude verbunden sind. Dies lässt sich in die Gebiete Trinkwasserversorgung, Gebäudeentwässerung, Müllbeseitigung und Energieversorgung einteilen. Insbesondere die Energieversorgung ist für viele einzelne Prozesse in einem Gebäude entscheidend. Dazu zählt zum Beispiel das Heizen, Lüften und Kühlen von Räumen, der Betrieb von Licht- und Fernmeldeanlagen, sowie die Warmwasserbereitung (Detsch, o.D.). „Die Digitalisierung in der Haustechnik bedeutet eine umfassende, intelligente Vernetzung von allen Bestandteilen, die die Gesamtheit der Technik in einem Haus ausmacht.“ (Strobel, 2015, Kooperation statt Konkurrenz §4).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Das Internet der Dinge am Beispiel von Haus- und Haushaltstechnik
Hochschule
Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V978244
ISBN (eBook)
9783346335494
ISBN (Buch)
9783346335500
Sprache
Deutsch
Schlagworte
internet, dinge, beispiel, haus-, haushaltstechnik
Arbeit zitieren
Charlotte Gehm (Autor:in), 2017, Das Internet der Dinge am Beispiel von Haus- und Haushaltstechnik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978244

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