Die Arbeit verfolgt die Intention, mit gezielten Indikatoren die Differenzen und Übereinstimmungen der Managementberichte nach nationaler und nach internationaler Rechnungslegung nebeneinander zu stellen und zu beurteilen. Dabei sollen die wesentlichen Merkmale beider Instrumente hervorgehoben werden. Zusätzlich wird die Problematik der Berichterstattung nach den IFRS PS MC beleuchtet. Überdies wird die Vorgehensweise der Berichtsinstrumente mit aktuellen Themen hinterfragt. Hierbei wird im Zuge der derzeitigen Umstände der Umgang mit der Covid-19-Pandemie im Lagebericht und im Management Commentary betrachtet.
Im Zuge der fortlaufenden Globalisierung hat sich auch die Rechnungslegung weiterentwickelt. Durch die im Jahr 2002 eingeführten International Financial Reporting Standards (IFRS) waren erstmalig internationale Vorschriften vorhanden. Berichtsinstrumente wie der Lagebericht sind nicht nur nach dt. Rechnungslegung, sondern auch in vielen anderen Nationen ein bedeutsamer Bestandteil des Finanzberichts. Die verschiedenen Rechnungslegungen besitzen analog ihrer unterschiedlichen Grundsätze und Handhabungen wesentliche Differenzen in den jeweiligen lageberichtsähnlichen Texten.
Allgemeingültige Regelungen für die Berichterstattung eines Lageberichtes fallen allerdings nicht unter die grundsätzlichen IFRS-Vorschriften. Das International Accounting Standards Board veröffentlichte zur Ergänzung für den Lagebericht im Jahr 2010 eine Richtlinie (IFRS Practice Statement 1 Management Commentary), welche jedoch nicht verpflichtend anzuwenden sind.
Die fortlaufenden Bearbeitungen machen ersichtlich, dass die Informationsfunktion des Lageberichts und von lageberichtsähnlichen Berichten auch in Zukunft durch die zunehmende wirtschaftliche Dynamik nicht an Aufmerksamkeit verlieren wird. Desto bedeutsamer ist die Überarbeitung der Aktualität und der Verwendbarkeit von internationalen Managementberichten, um zum einen die Globalisierung in den Finanzberichterstattungsnormen ersichtlich zu machen und zum anderen damit die Adressaten eine vereinfachte Handhabung sowie eine gute Gegenüberstellung der Managementberichte erhalten können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Forschungsfrage
1.2 Aktueller Forschungsstand
1.3 Gewählte Vorgehensweise
1.4 Hypothesen
2 Lageberichtsähnliche Berichte in der Rechnungslegung
2.1 Internationale und deutsche Rechnungslegungsvorschriften
2.2 Management Commentary
3 Gegenüberstellung der Berichtsinstrumente
3.1 Entstehung und Entwicklung
3.1.1 Entstehung und Entwicklung des Management Commentarys
3.1.2 Entstehung und Entwicklung des Lageberichts
3.1.3 Gegenüberstellung der Entstehung und Entwicklung
3.2 Rechtliche Grundlage
3.2.1 Rechtliche Grundlage des Management Commentarys
3.2.2 Rechtliche Grundlage des Lageberichts
3.2.3 Gegenüberstellung der rechtlichen Grundlage
3.3.1 Ziel, Funktionen und Grundsätze des Management Commentarys
3.3.2 Ziel, Funktionen und Grundsätze des Lageberichts
3.3.3 Gegenüberstellung der Ziele, Funktionen und Grundsätze
3.4.1 Inhalte des Management Commentarys
3.4.2 Inhalte des Lageberichts
3.4.3 Gegenüberstellung der Inhalte
3.5 Umgang mit Covid-19
3.5.1 Umgang mit Covid-19 im Management Commentarys
3.5.2 Umgang mit Covid-19 im Lagebericht
3.5.3 Gegenüberstellung des Umgangs mit Covid-19
4 Zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschiede
5 Ergebnis
6 Reflexion
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Projektarbeit verfolgt das Ziel, die Differenzen und Übereinstimmungen zwischen dem "Management Commentary" nach IFRS und dem deutschen "Lagebericht" systematisch zu vergleichen und die wesentlichen Merkmale beider Instrumente sowie deren Anwendung in der Praxis zu analysieren.
- Vergleich der Entstehung und rechtlichen Rahmenbedingungen beider Berichtsinstrumente
- Analyse der Ziele, Funktionen und qualitativen Berichterstattungsgrundsätze
- Gegenüberstellung der inhaltlichen Anforderungen an die Berichterstattung
- Untersuchung der Handhabung aktueller Herausforderungen am Beispiel der Covid-19-Pandemie
- Ableitung von Gemeinsamkeiten und zentralen Unterschieden für eine bessere Vergleichbarkeit
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Entstehung und Entwicklung des Lageberichts
Die ursprüngliche Fassung des Handelsgesetzbuchs aus 1897 forderte einen Bericht, welcher den Vermögensgegenstand und die Verhältnisse in einem Unternehmen zeigt. Die Obligation, im ersten Quartal des Jahres einen Geschäftsbericht für das vergangene Geschäftsjahr zu erstellen, wurde 1931 mit einer Notverordnung durch den Reichspräsidenten im HGB veröffentlicht. Dabei sollte die Veröffentlichung des Lageberichtes die Hoffnungen der Bevölkerung, welche während der Inflation und der Wirtschaftskrise vermindert wurden, wieder stabilisieren. Durch das Gesetz kamen die Erläuterung des Jahresabschlusses sowie die Benennung von Ereignissen nach dem Schluss des Geschäftsjahres hinzu. Somit waren damals auch die Funktionen des Anhangs eingeschlossen.
Im Jahr 1937 hatte man die Fassung auch in das Aktiengesetz miteinbezogen. Inhaltlich war das Berichtsinstrument in den sog. Erläuterungsbericht und in den sog. Lagebericht unterteilt. Der Erläuterungsbericht beinhaltete allgemeine und spezielle Abschlusserläuterungen. Der Lagebericht sollte den Geschäftsverlauf, die Lage eines Unternehmens und wesentliche Kriterien nach Ende des Geschäftsjahres aufnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der globalen Rechnungslegung ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Vergleichbarkeit von Management-Berichten.
2 Lageberichtsähnliche Berichte in der Rechnungslegung: Dieses Kapitel erläutert die internationalen und nationalen Vorschriften sowie das Konzept des Management Commentarys.
3 Gegenüberstellung der Berichtsinstrumente: In diesem umfangreichen Hauptteil werden Entwicklung, rechtliche Grundlagen, Ziele, Inhalte und der Umgang mit Covid-19 detailliert gegenübergestellt.
4 Zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Dieses Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und stellt die wesentlichen Übereinstimmungen sowie Divergenzen heraus.
5 Ergebnis: Das Ergebnis diskutiert die Praxisrelevanz und Akzeptanz des Management Commentarys im Vergleich zum etablierten Lagebericht.
6 Reflexion: Dieses Kapitel hinterfragt die gewählte Methodik und zieht ein kritisches Fazit zur Forschungsfrage.
7 Fazit und Ausblick: Der abschließende Teil bietet einen Rückblick auf die Arbeit und einen Ausblick auf künftige Entwicklungen in der internationalen Berichterstattung.
Schlüsselwörter
Management Commentary, Lagebericht, IFRS, HGB, Rechnungslegung, Geschäftsbericht, Finanzberichterstattung, DRS 20, Unternehmenssteuerung, Konzernlagebericht, Berichterstattungsgrundsätze, Covid-19, Harmonisierung, Investoreninformation, Kapitalmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem IFRS-basierten Management Commentary und dem deutschen handelsrechtlichen Lagebericht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen, die inhaltlichen Anforderungen, die Zielsetzungen und die tatsächliche Anwendung dieser Instrumente in der Unternehmenspraxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch gezielte Indikatoren die Differenzen und Übereinstimmungen bei der Berichterstattung nach nationaler und internationaler Rechnungslegung zu vergleichen und zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine direkte Gegenüberstellung (direkter Vergleich) der beiden Berichtsinstrumente anhand definierter Kriterien verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Entstehung, die rechtliche Basis, die Ziele/Funktionen, die inhaltlichen Vorgaben sowie eine Untersuchung des Umgangs mit der Covid-19-Pandemie in beiden Berichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Management Commentary, Lagebericht, IFRS, HGB, Rechnungslegung und Harmonisierung.
Wie wirkt sich die Covid-19-Pandemie auf die Berichterstattung aus?
Die Arbeit zeigt, dass während bei IFRS keine expliziten zentralen Vorgaben gefunden wurden, das deutsche Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) spezifische fachliche Hinweise für Lageberichte bereitstellte.
Warum wird der Management Commentary in der Praxis seltener angewendet?
Die Arbeit stellt fest, dass aufgrund einer fehlenden expliziten Rechtsverbindung und eines schwierigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses das Instrument international bisher nur eine geringe Akzeptanz erfährt.
- Arbeit zitieren
- Sandra Gasch (Autor:in), 2020, Die wesentlichen Merkmale des Management Commentary nach IFRS in Abgrenzung zum Lagebericht nach nationaler Rechnungslegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978544