Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Die empirische Anthropologie in Kants "Kritik der ästhetischen Urteilskraft"

Titel: Die empirische Anthropologie in Kants "Kritik der ästhetischen Urteilskraft"

Essay , 2020 , 7 Seiten

Autor:in: Piero Giordanetti (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Beitrag setzt sich zum Ziel, aufzuzeigen, daß sich die "Kritik der ästhetischen Urteilskraft" auch als Dokument bewerten läßt, um unsere Kenntnis von Kants Anthropologie um 1790 zu erweitern, also zu einer Zeit, die uns durch keine uns erhaltene Vorlesungsnachschrift zugänglich ist. Es soll die These bewiesen werden, daß nicht wenige Lehrstücke der "Kritik der ästhetischen Urteilskraft" eine empirisch-anthropologische Theorie enthalten. Die Analyse wird sich auf einige dieser Themen konzentrieren: nämlich auf die Rolle der unwillkürlichen produktiven Einbildungskraft in der "Allgemeinen Anmerkung zur Analytik", auf die Unterscheidung zwischen Affekten und Leidenschaften, auf den Rekurs auf die leibnizsche Lehre der dunklen Vorstellungen im § 28 der »Analytik des Erhabenen«, und auf die in Anlehnung an Epikur und Burke entwickelte Theorie von Vergnügen und Schmerz. Die Berücksichtigung dieser Themen trägt dazu bei, die Kenntnis der Kantischen Theorie zu vertiefen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die »Allgemeine(n) Anmerkung zur Analytik«

2. In den Aufgabenbereich der empirischen Anthropologie gehört auch die Unterscheidung zwischen Affekten und Leidenschaften

3. Auf die »Beobachtung des Menschen« bezieht sich auch der § 28

4. In der »Allgemeinen Anmerkung zur Exposition der ästhetischen reflektierenden Urteile«

Zielsetzung & Themen

Der Beitrag untersucht die Rolle und Bedeutung der empirischen Anthropologie innerhalb von Kants "Kritik der ästhetischen Urteilskraft". Ziel ist es zu belegen, dass die Schrift nicht nur transzendentalphilosophische Aspekte enthält, sondern auch anthropologische Lehrstücke integriert, die unsere Kenntnis von Kants Denken um 1790 erweitern.

  • Untersuchung der unwillkürlichen produktiven Einbildungskraft in der "Allgemeinen Anmerkung zur Analytik".
  • Differenzierung zwischen Affekten und Leidenschaften im Kontext der Ästhetik des Erhabenen.
  • Analyse der leibnizschen Lehre von den dunklen Vorstellungen im § 28.
  • Beziehung zwischen Vergnügen, Schmerz und dem menschlichen Körper.

Auszug aus dem Buch

4. In der »Allgemeinen Anmerkung zur Exposition der ästhetischen reflektierenden Urteile«

In der »Allgemeinen Anmerkung zur Exposition der ästhetischen reflektierenden Urteile« tritt die Anthropologie offen zutage. Unter diesem Gesichspunkt verdienen die Untersuchungen Burkes und die von ihm geleistete physiologische Erklärung des Schönen und Erhabenen berücksichtigt zu werden, indem sie innerhalb einer empirischen Anthropologie verwertet werden können. Daß nämlich keine Vorstellung, indem sie das Gefühl des Lebens affiziert, indifferent sein kann und immer mit Vergnügen und Schmerz verbunden werden muß und daß Vergnügen und Schmerz die Verbindung der Seele mit dem Körper voraussetzen, kann nach Kant nicht geleugnet werden.

Kant negiert, daß es einen Zustand der Indifferenz der Vorstellungen geben kann, wenn Vergnügen und Schmerz berücksichtigt werden. Betrachtet man sie in subjektiver Hinsicht und sieht man von ihrem Ursprung ab, so ist jede Vorstellung mit einem Gefühl des Vergnügens oder des Schmerzes notwendig verbunden, weil sie das Lebensgefühl affiziert. Alle Vorstellungen, unabhängig davon, daß sie einen sinnlichen oder intellektuellen Ursprung haben, affizieren nämlich das Lebensgefühl. Unter diesem Terminus versteht Kant nicht das Gefühl des Lebens, das für den Geschmack konstitutiv ist, nicht das »menschliche Leben«, sondern das »tierische Leben«.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die »Allgemeine(n) Anmerkung zur Analytik«: Dieses Kapitel thematisiert die produktive und unwillkürliche Einbildungskraft und verdeutlicht, wie Kant Beispiele wie Kaminfeuer oder rieselnde Bäche nutzt, um das ästhetische Interesse über rein geometrische Formen hinaus zu erweitern.

2. In den Aufgabenbereich der empirischen Anthropologie gehört auch die Unterscheidung zwischen Affekten und Leidenschaften: Hier wird dargelegt, wie Kant Affekte und Leidenschaften aus der transzendentalen Geschmackskritik ausschließt und sie stattdessen anthropologisch unter dem Aspekt ihrer Vereinbarkeit mit dem Erhabenen und der Freiheit des Gemüts bewertet.

3. Auf die »Beobachtung des Menschen« bezieht sich auch der § 28: Der Autor zeigt auf, wie Kants Theorie des Erhabenen durch empirische Beobachtungen des menschlichen Verhaltens, insbesondere in Gefahrensituationen, gestützt wird, wofür die Anthropologie-Vorlesungen den notwendigen Rahmen bieten.

4. In der »Allgemeinen Anmerkung zur Exposition der ästhetischen reflektierenden Urteile«: Dieses Kapitel erläutert die anthropologische Fundierung von Vergnügen und Schmerz als Affektionen des Lebensgefühls, wobei die untrennbare Verbindung von körperlichen Prozessen und seelischen Vorstellungen nach Kant hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Empirische Anthropologie, Kritik der ästhetischen Urteilskraft, Immanuel Kant, Einbildungskraft, Affekte, Leidenschaften, Erhabenes, Geschmack, Lebensgefühl, dunkle Vorstellungen, Körperlichkeit, transzendentale Exposition, Philosophie, Ästhetik, Wahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Der Text untersucht die bisher oft vernachlässigte Rolle der empirischen Anthropologie innerhalb von Kants "Kritik der ästhetischen Urteilskraft" und argumentiert für eine stärkere Einbeziehung anthropologischer Motive in der Kant-Forschung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Einbildungskraft, die Unterscheidung von Affekten und Leidenschaften, die Theorie der dunklen Vorstellungen sowie die körperliche Bedingtheit von Vergnügen und Schmerz im ästhetischen Urteil.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass die "Kritik der ästhetischen Urteilskraft" ein wertvolles Dokument für Kants anthropologische Überlegungen um 1790 darstellt und diese keineswegs nur als irrelevante Einzelbemerkungen abzutun sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor führt eine analytische Untersuchung durch, die den Text der "Kritik der ästhetischen Urteilskraft" mit Kants Anthropologie-Vorlesungen und seinen Reflexionen in Beziehung setzt.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden vier spezifische anthropologische Themenkomplexe detailliert analysiert, um aufzuzeigen, wie Kant empirische Beobachtungen in seine transzendentale Argumentation integriert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Empirische Anthropologie, Transzendentale Kritik, Lebensgefühl, Einbildungskraft und das Verhältnis zwischen Seele und Körper.

Wie unterscheidet Kant in diesem Kontext zwischen Affekten und Leidenschaften?

Kant ordnet Affekte dem Gefühl und Leidenschaften dem Begehrungsvermögen zu; während Affekte die Freiheit des Gemüts hemmen, heben Leidenschaften sie vollständig auf, womit beide für eine transzendentale Geschmackskritik ungeeignet sind.

Welche Rolle spielt der Körper bei Kant laut dieser Analyse?

Der Körper ist die unentbehrliche Grundlage für alles Vergnügen und jeden Schmerz, die als Affektionen des "tierischen Lebens" gelten, wohingegen Geschmack und Achtung a priori sind und den Körper nicht als Bedingung voraussetzen.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die empirische Anthropologie in Kants "Kritik der ästhetischen Urteilskraft"
Hochschule
Università degli Studi di Milano  (Filosofia)
Autor
Piero Giordanetti (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
7
Katalognummer
V978553
ISBN (eBook)
9783346318046
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anthropologie kants kritik urteilskraft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Piero Giordanetti (Autor:in), 2020, Die empirische Anthropologie in Kants "Kritik der ästhetischen Urteilskraft", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978553
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  7  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum