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Das Denken und das Politische bei Hannah Arendt. Was hat das Denken mit politischer Praxis zu tun?

Titel: Das Denken und das Politische bei Hannah Arendt. Was hat das Denken mit politischer Praxis zu tun?

Seminararbeit , 2020 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Herbert Gross (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit Hannah Arendt und ihrem Werk "Vita Activa". Konkret soll die Frage beantwortet werden, was das Denken bei Hannah Arendt mit politischer Praxis zu tun hat. Die Verbindung der beiden Welten, der 'Vita contemplativa' und der 'Vita activa' ermöglicht, eine Linie zu zeichnen, wie Denken in der Politik praktisch werden kann. Dieser Bogen bildet das Geländer für diese Arbeit, in der auch für das Verständnis nötige Begriffe eingeführt sowie anhand vorliegender Rezeptionen und eigener Gedanken die vorgebrachten Argumente kritisch betrachtet werden.

Die Politik erlebt in heutigen Zeiten eine Renaissance. Wir sehen dies beispielsweise beim entschlossenen Handeln während der Corona-Pandemie, oder auch beim zunehmenden Eintreten für die Demokratie gegen Rechtsterrorismus und Populismus. Den Menschen als Verstandeswesen zeichnet die Fähigkeit zum Denken aus. Somit scheint auch evident, dass das Denken auch in der Politik die Basis bildet, denn Politik ohne Denken scheint nicht vorstellbar. Allerdings ist somit nicht gesagt, welche Rolle genau das Denken in der Politik spielt oder anders formuliert: Wie manifestiert sich das Denken in den politischen Handlungen?

Eine seriöse Diskussion erfordert, sich klar zu machen, was wir unter Denken und Politik verstehen. Von möglichen Alternativen wird in dieser Proseminararbeit die Konzeption von Hannah Arendt zugrunde gelegt. Hannah Arendt gilt – unabhängig von ihrer eigenen Einschätzung – als Philosophin und Politologin; sie hat sich - motiviert durch ihre Untersuchungen im berühmten Eichmann-Prozess - einerseits damit befasst, was Denken auszeichnet. Und andererseits hat sie in ihrem Werk „Vita activa“ mit dem Begriff des Handelns für Politik eine neue Definition festgelegt

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Das Denken bei Hannah Arendt

2.1.1. Was ist Denken?

2.1.2. Kann jeder denken?

2.1.3. Auswirkungen des Denkens

2.1.4. Abgrenzung zum Denken: Konkret werden durch Urteilen (als Politisches Denken)

2.2. Das Politische bei Hannah Arendt

2.2.1. Was ist Politik bei Hannah Arendt?

2.2.2. Erscheinungsraum und politischer Körper

2.2.3. Handeln und Sprechen

2.3. Wenn das Denken politisch gebraucht wird - Urteilen in Ausnahmesituationen

2.4. Querblick: Was ist nun die Praxis bei Hannah Arendt?

2.5. Kritik an Hannah Arendts Konzeption

3. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen dem menschlichen Denken und der politischen Praxis im Denken von Hannah Arendt. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das als kontemplativ verstandene Denken in politisches Handeln übergehen kann und welche Rolle die Urteilskraft dabei spielt, um in einer pluralen Welt Orientierung zu finden und gesellschaftlich relevante Prozesse zu initiieren.

  • Die philosophische Definition des Denkens bei Arendt als einsames Zwiegespräch.
  • Das Konzept des politischen Handelns als Raum der Freiheit und Pluralität.
  • Die Funktion der Urteilskraft als Bindeglied zwischen theoretischem Denken und konkretem Handeln.
  • Die Relevanz von Ausnahmesituationen für die politische Wirksamkeit des Denkens.
  • Die kritische Reflexion von Arendts Konzeption im Kontext moderner gesellschaftlicher Herausforderungen.

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Erscheinungsraum und politischer Körper

„Handeln und Sprechen […etablieren…] ein räumliches Zwischen“26, den sog. Erscheinungsraum, in dem Menschen voreinander „ausdrücklich in Erscheinung treten“27. Dies bedeutet nicht nur eine Ansammlung von Menschen, sondern, dass sich Menschen durch ihr Handeln und Sprechen so zeigen, wie sie sind. Allerdings ist dieser Raum nicht permanent vorhanden, da viele Menschen dies bewusst nicht wollen und auch nicht permanent können.28

Den politischen Körper gebiert sein Machtpotenzial.29 Realisierte Macht entsteht dann, „wenn Worte und Taten untrennbar miteinander verflochten erscheinen“30, also da, wo Worte Wirklichkeiten enthüllen und Taten neue Bezüge etablieren und festigen, kurz: neue Realitäten schaffen.31

Macht „entsteht zwischen Menschen, wenn sie zusammen handeln“32. Der Charakter der Macht ist maßlos, nicht berechenbar und flüchtig. Da Macht durch Miteinander-Handeln entsteht, ist sie per se nicht begrenzbar und bedarf der Kontrolle, die sich z.B. durch Mächte anderer Gruppen ergeben. Aufgrund der Pluralität ist sie auch nicht berechenbar. Und sie bedarf des ständigen Miteinanders, sonst fällt der Erscheinungsraum und somit der politische Raum in sich zusammen.33

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die Relevanz der Politik in der heutigen Zeit und führt Hannah Arendts Konzepte von Vita activa und Vita contemplativa als theoretischen Rahmen für die Untersuchung ein.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die Begriffe Denken, Handeln und Urteilen bei Arendt, beleuchtet die Entstehung politischer Räume und diskutiert die Anwendbarkeit dieser Theorie sowie ihre kritischen Aspekte.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Denken und Handeln für Arendt eine Einheit bilden, wobei das Denken erst in Krisenzeiten durch die Urteilskraft politische Wirksamkeit entfaltet.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Denken, Handeln, Politik, Urteilskraft, Vita activa, Vita contemplativa, Erscheinungsraum, politischer Körper, Pluralität, Natalität, Ausnahmesituation, Sokrates, Philosophie der Praxis, Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von philosophischem Denken und politischer Praxis unter Berücksichtigung der Philosophie von Hannah Arendt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des Denkens, dem Konzept des politischen Handelns, der Bedeutung der Pluralität und der Rolle der Urteilskraft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, wie sich das Denken bei Hannah Arendt manifestiert und auf welche Weise es in politisches Handeln übergehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Proseminararbeit, die zentrale Begriffe anhand von Arendts Werken und aktueller Fachliteratur analytisch interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Denkens, des politischen Raums (Handeln/Sprechen), die Bedeutung der Urteilskraft in Krisen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Arendts Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Namen Hannah Arendt sind die Begriffe Denken, Handeln, Urteilskraft, Politik, Freiheit und Erscheinungsraum für das Verständnis essenziell.

Warum ist das Denken laut Arendt oft eine "marginale Angelegenheit"?

Da das Denken als ein „stummes Zwiegespräch“ nicht auf praktische Ziele oder unmittelbare Erkenntnis ausgerichtet ist, erscheint es im gesellschaftlichen Alltag als zweckfrei und damit marginal.

Inwiefern kann das Denken dennoch politische Relevanz erlangen?

Das Denken gewinnt durch das Urteilsvermögen in historischen Krisensituationen politische Relevanz, indem es den Mainstream hinterfragt und als Basis für gemeinsames politisches Handeln dient.

Was versteht man unter dem "Erscheinungsraum" bei Arendt?

Dies ist ein durch Handeln und Sprechen zwischen Menschen geschaffener Raum, in dem Individuen als sie selbst in Erscheinung treten und gemeinsam Macht generieren.

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Details

Titel
Das Denken und das Politische bei Hannah Arendt. Was hat das Denken mit politischer Praxis zu tun?
Hochschule
Hochschule für Philosophie München
Note
1,0
Autor
Herbert Gross (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V978621
ISBN (eBook)
9783346336941
ISBN (Buch)
9783346336958
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arendt Denken Urteilen Politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Herbert Gross (Autor:in), 2020, Das Denken und das Politische bei Hannah Arendt. Was hat das Denken mit politischer Praxis zu tun?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978621
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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