Das Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, eine mögliche Exkursion in das Bahnhofquartier Münster anzufertigen und didaktisch aufzuarbeiten. Somit werden zwei Teilziele verfolgt: Zum einen sollen die nötigen theoretischen Grundlagen für das Thema dargestellt werden. Und in einem zweiten Schritt soll ein mögliches Resultat der Exkursion skizziert werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung der möglichen Analyse des Quartiers. Auf diesen beiden Bausteinen aufbauend soll im Anschluss eine Prognose und Einschätzung über die Zukunft des Bahnhofsviertels getroffen werden. Welche Veränderungen wird es dort in Zukunft noch geben und welchen Wert hat das Bahnhofsviertel für die Stadt Münster?
Durch die zwei Ebenen der Hausarbeit stützt sich die Literatur zum einen auf einen ausgewählten didaktischen Apparat, wobei vor allem G. Rinschede mit dem Werk "Geographiedidaktik" die Basis des didaktischen Teiles darstellt. Der fachliche Teil der Arbeit stützt sich auf ganz unterschiedliche Literatur. Das Thema ist erst eine neuere Entwicklung, sodass es bisher nur wenige Sekundärliteratur gibt und mehrere Quellen aus dem Internet bezogen werden müssen.
Schon seit vielen Jahren ist die Neugestaltung des Hauptbahnhofes in Münster in Planung. Anfang 2015 begann dann der Abriss und Wiederaufbau des Hauptgebäudes. Auch schon zuvor kann man im Gebiet eine Umbruchsituation erkennen: Weitere Gebäude im Umfeld werden abgerissen, neugebaut oder renoviert. Neben dem großen Schwerpunkt im Bahnhofsviertel – dem Neubau des Hauptbahnhofs – ist ebenso im gesamten Gebiet der Fokus auf eine neue Quartiersgestaltung ganz aktuell ein Gesprächsthema.
Mitte Februar 2016 werden nochmals neue Planungskonzepte vorgestellt. Es solle kein totes Viertel geben, sondern eines mit vielen gemischten Nutzungen, heißt es. Somit bietet die Aktualität des Themas sowie die räumliche Nähe des Gebiets für die Region Münster, ein gutes praktisches Beispiel neben dem theoretischen Unterricht in der Schule.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Theorie
2.1.1 Theoretischer Teil: BID und ISG
2.1.2 Vorstellung der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V.
2.2 Praktisch-Didaktischer Teil
2.2.1 Analyse und Einordnung des Themas
2.2.2 Methodische Planung: Durchführung und Ergebnisse
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Hausarbeit ist die didaktische Aufarbeitung einer Exkursion in das Bahnhofsviertel in Münster, um Schülern theoretische Grundlagen der Stadtentwicklung und Stadtstrukturen handlungsorientiert zu vermitteln.
- Grundlagen von Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG)
- Methodik der Exkursionsdidaktik im Geographieunterricht
- Strukturanalyse des Bahnhofsviertels Münster
- Praktische Planung von Unterrichtseinheiten im städtischen Raum
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Theoretischer Teil: BID und ISG
In Deutschland sind Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG) inzwischen bundesweit verteilt, sie sind die deutsche Version der nordamerikanischen Business Improvement Districts (BID). BIDs entwickeln sich dort in den 70er Jahren, als sich einige Akteure zusammen schließen, um einen drohenden wirtschaftlichen Niedergang ihrer Region entgegen zu wirken. In der Zeit davor scheiterten geplante Projekte oftmals durch fehlendem Engagement vieler Geschäftsleute oder den vorhandenen finanziellen Mitteln. Dank dieser neuen Entwicklung wird von allen Anliegern eine bestimmte Abgabe bezogen. Diese Abgaben bieten eine stabile Finanzierungsgrundlage und alle Immobilienbesitzer werden in die Verantwortung gezogen. Dabei wird ein Gebiet in den Blickwinkel genommen, welches zuvor räumlich abgegrenzt wird und sich meist als ein innerstädtischer Bereich charakterisieren lässt. (vgl. VOGEL, S. 33f.)
In Nord-Rhein Westfalen besteht, seit dem Gesetztes Abschluss im Juni 2008, die Möglichkeit eine gesetzliche ISG zu gründen. In diesem Gesetz ist verankert, dass alle Grundeigentümer im Gebiet eine Abgabepflicht gegenüber der ISG haben. So wird verhindert, dass sich die Immobilien Eigentümer aus quartiersbezogenen Prozessen herausziehen können. (vgl. MINISTERIUM FÜR BAUEN/WOHNEN/ STADTENTWICKLUNG/VERKEHR: Gesetz zur ISG) Gleichzeitig wird mit dem Gesetz bewirkt, dass nur die Kommune bzw. die Stadt selbst aktiv an den Stadtentwicklungsprozessen arbeiten. Neue Entwicklungen in vielen Regionen bewirken, dass die Stadt die finanziellen Mittel für Aufwertungsprozesse nicht aufbringen kann. Diese sind aufgrund von gegebenen demographischen Veränderungen aber eine zentrale Rolle, um den Niedergang der Stadt nicht zu beschleunigen. (vgl. PREY, S. 299)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Bahnhofsviertels als Untersuchungsgebiet sowie Erläuterung der Zielsetzung und methodischen Herangehensweise der Arbeit.
2 Hauptteil: Erläuterung der theoretischen Grundlagen zu ISGs sowie detaillierte Planung und Durchführung einer didaktischen Exkursion in das Bahnhofsviertel.
2.1 Theorie: Definition und Erläuterung von Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG) sowie Vorstellung der spezifischen ISG Bahnhofsviertel Münster e.V.
2.1.1 Theoretischer Teil: BID und ISG: Darstellung der Entstehung und Funktionsweise von BIDs und deren Übertragung auf das deutsche ISG-Modell.
2.1.2 Vorstellung der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V.: Beschreibung der Organisation, Struktur und Ziele der lokalen Interessengemeinschaft in Münster.
2.2 Praktisch-Didaktischer Teil: Reflexion über die Anforderungen an eine gelungene Exkursion und die pädagogische Strukturierung der Lerninhalte.
2.2.1 Analyse und Einordnung des Themas: Einbettung der Exkursion in den Geographie-Kernlehrplan der Oberstufe und didaktische Begründung nach Wolfgang Klafki.
2.2.2 Methodische Planung: Durchführung und Ergebnisse: Konkrete Planung der Exkursionsphasen, Arbeitsaufträge für die Schüler sowie Auswertung der erhobenen Quartiersmerkmale.
3 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung des Bahnhofsviertels und Ausblick auf die Schwierigkeiten sowie Potenziale einer zukünftigen Stadtentwicklung.
Schlüsselwörter
Bahnhofsviertel, Münster, Immobilien- und Standortgemeinschaft, ISG, Business Improvement Districts, Stadtentwicklung, Exkursionsdidaktik, Geographieunterricht, Quartiersgestaltung, Standortqualität, Stadtstruktur, Stadtplanung, Maßnahmenkonzept, Standortmarketing, Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Stadtentwicklung des Bahnhofsviertels in Münster und der Rolle lokaler Interessengemeinschaften (ISG) bei der Aufwertung des Gebiets.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Immobilien- und Standortgemeinschaften, die methodische Didaktik einer geographischen Exkursion sowie die Analyse städtischer Transformationsprozesse.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die didaktische Aufarbeitung einer Exkursion in das Bahnhofsviertel, um Schülern der gymnasialen Oberstufe die komplexen Prozesse der Stadtentwicklung praxisnah zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer methodisch-didaktischen Exkursionsplanung für den Geographieunterricht angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte von BID und ISG theoretisch hergeleitet und die spezifische ISG Bahnhofsviertel Münster vorgestellt, gefolgt von der schulpraktischen Exkursionsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Bahnhofsviertel, ISG, Stadtentwicklung, Exkursionsdidaktik und Quartiersaufwertung.
Wie ist die Exkursion für die Schüler strukturiert?
Die Exkursion gliedert sich in einen Einstieg, eine Erarbeitungsphase in Kleingruppen, eine Sicherungsphase zur Ergebniskonsolidierung und eine abschließende Transferphase.
Welche Rolle spielt die ISG für das Viertel?
Die ISG fördert die wirtschaftliche Stabilität, sorgt für eine attraktivere Gestaltung durch Projekte wie Lichtinstallationen und koordiniert Interessen zwischen verschiedenen Akteuren vor Ort.
- Quote paper
- Laura Kriewen (Author), 2016, Das Bahnhofsviertel in Münster als hybrider Freiraum. Didaktisch-methodische Planung einer Exkursion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978720