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Kritik an der Rhetorik in Platons Dialog "Gorgias"

Titel: Kritik an der Rhetorik in Platons Dialog "Gorgias"

Hausarbeit , 2018 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie der Titel der Hausarbeit bereits verrät, soll es hier um Platons Kritik an der Rhetorik der Sophisten gehen. Als Analysematerial zu Platons Kritik dient der Dialog Gorgias. Bevor der konkrete Bezug zum philosophischen Werk hergestellt wird, soll es zunächst um eine historische Einordnung der Rhetorik gehen. Hier werden wir sehen, welche Bedeutung die Rhetorik zur Zeit Platons hatte und welche gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen überhaupt dazu führten, dass eine Rhetorik als kunstmäßige Fertigkeit entstehen konnte.

In diesem Zusammenhang soll auch die Sophistik kurz angesprochen werden, da der Dialog zwischen Sokrates und einigen Sophisten stattfindet und diese auch für die Verbreitung der Rhetorik in Griechenland eine entscheidende Rolle gespielt haben. Im Anschluss werden wir den Bezug zum Werk herstellen. Bevor jedoch der Inhalt des Dialogs genauer untersucht wird, soll es eine Einordnung des Werkes und der Dialogpartner geben.

Anschließend werden die ersten beiden Dialogteile, also das Gespräch mit Gorgias zum einen und das Gespräch mit Polos zum anderen, zusammengefasst und analysiert, damit die Kritik Platons deutlich wird. In dem Kapitel zum Gespräch mit Gorgias wird es darum gehen, eine Definition der Rhetorik zu finden. Im zweiten Teil wird diese Problematik der Definition weitergeführt und zudem wird es darum gehen, die Macht der Rhetorik einzuordnen. Der dritte Gesprächsteil, also das Gespräch mit Kallikles, wird größtenteils nicht bearbeitet werden, da hier in weiten Teilen der konkrete Bezug zur Rhetorik nicht mehr vorhanden ist. Jedoch werden auch einzelne Stellen dieses Gesprächs berücksichtigt werden.

Im vierten Kapitel wird es nun darum gehen zu schauen, inwieweit die von den Sophisten angewandte Rhetorik von Platon kritisiert wird und in welchen Punkten diese von dem philosophischen Gespräch und deren Grundsätzen unterschieden ist. Das angespannte Verhältnis von Rhetorik und Philosophie wird somit verdeutlicht. Zudem wird es im letzten Teil dieser Arbeit darum gehen aufzuzeigen, inwieweit Platon Lösungen für die kritisierte Rhetorik anbietet und welche Aufgaben er einer philosophischen Rhetorik zuschreibt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Einordnung

2.1 Rhetorik in der Antike

2.2 Die Sophisten

3. Der Dialog Gorgias

4. Gesprächsteilnehmer und Aufbau des Dialogs

4.1 Erster Teil: Das Gespräch mit Gorgias

4.1.1 Definitionsversuche: Was ist Rhetorik?

4.2 Zweiter Teil: Gespräch mit Polos

4.2.1 Rhetorik als Scheinkunst

4.2.2 Rhetorik und Macht

5. Das Verhältnis von Rhetorik und Philosophie bei Platon

5.1 Rhetorik im Gegensatz zum philosophischen Gespräch

5.2 Die „wahre“ Rhetorik

6. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Platons scharfe Kritik an der Rhetorik der Sophisten anhand des Dialogs Gorgias, um das Spannungsverhältnis zwischen rhetorischer Überredungskunst und philosophischem Wahrheitsstreben offenzulegen und Platons Konzept einer „wahren“ Rhetorik zu beleuchten.

  • Historischer Kontext der Rhetorik und der Sophistik in der Antike
  • Strukturelle Analyse des Dialogs Gorgias und seiner zentralen Akteure
  • Untersuchung der rhetorischen Definitionen und deren philosophische Widerlegung
  • Gegenüberstellung von rhetorischer Scheinkunst und philosophischer Dialektik
  • Platons Entwurf einer auf Gerechtigkeit basierenden „wahren“ Rhetorik

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Definitionsversuche: Was ist Rhetorik?

Der Ausgangpunkt des Gesprächs startet mit einer für Platons Stil typischen „Was ist x“-Frage in der Einleitung: Was ist Gorgias? (447d). Diese Frage zielt darauf ab, zu erfahren, welche die Kunst ist, die Gorgias von sich behauptet zu beherrschen. Hier fragt Sokrates nach einer Wesensbestimmung und ist unzufrieden, als nur Attribute der Kunst aufgezeigt werden. Hieraufhin wird geklärt, dass die Kunst Gorgias‘ die Redekunst und Gorgias somit ein Redner sei (449a). Jedoch ist Gorgias nicht nur selber Meister der Redekunst, sondern er rühmt sich auch damit, diese anderen Leuten lehren zu können (449b). Nun folgt die Frage des Sokrates, auf welche Gegenstände sich die Redekunst beziehe. Hier zählt er einzige Analogien zu den Gegenständen anderer Künste auf, um zu verdeutlichen, worauf seine Frage abzielt. So sei der Gegenstand der Weberei das Anfertigen von Gewändern und Sokrates möchte dieses Äquivalent zur Redekunst von Gorgias erfahren (449d). Somit startet Gorgias seinen ersten Definitionsversuch der Rhetorik, indem er sagt, der Gegenstand der Rhetorik sei das Reden.

Dies ist Sokrates allerdings zu ungenau und er erfragt weiter, auf welche Reden sich denn die Rhetorik beziehe, da sich alle Künste auf Reden über den Gegenstand ihrer Kunst beziehen und dies somit nicht der alleinige Punkt der Wesensbestimmung der Rhetorik sein kann (449d-450b). Jedoch verteidigt Gorgias seine Definition und unterscheidet die Rhetorik von den anderen Künsten dadurch, dass diese etwas Handgreifliches an sich hätten und die Rhetorik einzig und allein durch Reden vollzogen werden könne. Dies genügt Sokrates allerdings nicht als Definition, da es auch andere Künste gibt, die nichts Handgreifliches erfordern, wie beispielsweise die Rechenkunst. Gorgias stimmt mit Sokrates überein, dass dies nicht das Wesen der Redekunst sein könne (450c-451a). Somit ist die Frage nach dem Gegenstand der Redekunst nach wie vor ungeklärt. Hierauf verbessert Gorgias seine erste Definition, indem er diese dadurch präzisiert, dass sich die Reden auf die wichtigsten und herrlichsten Dinge der Menschen beziehen (451b-d).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung zur Kritik Platons an der sophistischen Rhetorik im Dialog Gorgias ein und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.

2. Historische Einordnung: Dieses Kapitel verortet die Entstehung der Rhetorik im Kontext der antiken Demokratisierung und erläutert die Rolle der Sophisten als Wanderlehrer.

3. Der Dialog Gorgias: Ein kurzer Überblick über das Werk, das als fiktives Gespräch und wesentlicher Bestandteil von Platons Frühwerk eingeordnet wird.

4. Gesprächsteilnehmer und Aufbau des Dialogs: Diese Sektion stellt die Akteure Sokrates, Gorgias, Polos und Kallikles vor und beschreibt die dreiteilige Struktur der Dialogführung.

5. Das Verhältnis von Rhetorik und Philosophie bei Platon: Hier werden die methodischen Unterschiede zwischen der Rhetorik als Scheinkunst und dem philosophischen Dialektik-Gespräch aufgezeigt sowie Platons Gegenentwurf der „wahren“ Rhetorik erläutert.

6. Schluss: Die Zusammenfassung resümiert, dass Platon die Rhetorik der Sophisten als machtorientiertes Machtinstrument ablehnt, während er eine am Guten und Gerechten ausgerichtete Rhetorik als erstrebenswerte Kunst legitimiert.

Schlüsselwörter

Platon, Gorgias, Sokrates, Rhetorik, Sophistik, Philosophie, Dialektik, Überredung, Gerechtigkeit, Scheinkunst, Macht, Wahre Rhetorik, Antike, Gesprächsführung, Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Platons kritische Auseinandersetzung mit der Rhetorik der Sophisten, wie sie in seinem Dialog Gorgias dargestellt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören der historische Kontext der Rhetorik in der Antike, die Abgrenzung von Rhetorik und Philosophie sowie die Definition der „wahren“ Rhetorik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Platon die zeitgenössische Rhetorik der Sophisten ablehnt und unter welchen Bedingungen er Rhetorik als eine ethisch fundierte, philosophische Kunst betrachtet.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt die Analyse und Zusammenfassung von Textstellen aus dem Dialog Gorgias, unterstützt durch den Rückgriff auf fachwissenschaftliche Sekundärliteratur zur historischen Einordnung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Gespräche mit Gorgias und Polos, die Analyse von Rhetorik als Scheinkunst versus Philosophie und die Erarbeitung von Platons positivem Gegenmodell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Platon, Rhetorik, Sophistik, Philosophie, Dialektik, Gerechtigkeit und Scheinkunst charakterisiert.

Wie unterscheidet Platon laut dem Text zwischen der Rhetorik der Sophisten und der Philosophie?

Die Rhetorik der Sophisten zielt laut Platon rein auf Überzeugung und den egoistischen Nutzen des Redners ab, während das philosophische Gespräch nach Wahrheit und beständigem Wissen sucht.

Was versteht Platon unter der „wahren“ Rhetorik im letzten Teil des Dialogs?

Die „wahre“ Rhetorik ist für Platon eine Kunst, die auf das Wohl der Seele und die Vermittlung von Gerechtigkeit und Besonnenheit ausgerichtet ist, statt das Publikum lediglich zu schmeicheln.

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Details

Titel
Kritik an der Rhetorik in Platons Dialog "Gorgias"
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V978806
ISBN (eBook)
9783346329301
ISBN (Buch)
9783346329318
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Platon Gorgias Rhetorik Philosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Kritik an der Rhetorik in Platons Dialog "Gorgias", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978806
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Leseprobe aus  17  Seiten
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