Die Zeit spielt eine wesentliche Rolle im Leben und lässt sich aus verschiedenen Blickwinkeln definieren. Relevant für die vorliegende Arbeit ist die Betrachtung der Zeit in der Sprachwissenschaft. Hier wird auf die Temporalität bzw. die sprachlichen Mitteln der Zeitreferenz im Deutschen eingegangen. So werden Tempora in den deutschen Grammatiken kurz dargestellt und ihre Bedeutungsvarianten anhand von zwei Beispielen (Tempora nach Engel und Weinrich) verdeutlicht. Wie das Verhältnis zwischen der objektiven Zeit und dem Tempus aussieht, wird hier auch behandelt. Dabei erfolgt eine Abgrenzung zwischen den Begriffen Tempus, Aspekt und Aktionsarten, auch die Unterscheidung vom absoluten und relativen Gebrauch der Tempora scheint hier von Bedeutung.
Wie temporale deiktische Dimension zum Ausdruck gebracht werden, soll in der vorliegenden Arbeit auch gezeigt werden.
Im nächsten Punkt werden die unterschiedlichen sprachlichen Mittel der Temporalität im Deutschen (pragmatische, lexikalische und grammatische Mittel) präsentiert. Da die Adverbien eine große Rolle für die Temporalität spielen, werden sie ausführlich behandelt.Wie die Temporalität im DaF- Unterricht vermittelt wird, soll es anhand bestimmter Lehrwerke erklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I Tempus und Temporalität
I.1 Darstellung der Tempora in den deutschen Grammatiken
I.2 Abgrenzung von Tempus, Aspekt und Aktionsarten
I.3 Das Verhältnis zwischen der objektiven Zeit und dem Tempus
I.4 Unterscheidung vom absoluten und relativen Gebrauch der Tempora
I.4.1 Der absolute Gebrauch von Tempora
I.4.2 Relativer Gebrauch der Tempora
I.5 Semantische Beschreibungen der Tempora
I.5.1 Tempora nach Engel
I.5.2 Tempussystem nach Weinrich
I.5.2.1 Die einzelnen Tempora nach Weinrich
I.6 Temporale Deixis
II Ausdrucksmittel der Temporalität im Deutschen
II.1 Pragmatische Mittel
II.2 Lexikalische Mittel
II.2.1 Allgemeines
II.2.2 Tempus- Adverbien nach Weinrich
II.2.2.1 Tempus-Adverbien
II.2.2.2 Sequenz-Adverbien
II.2.2.3 Frequenz-Adverbien
II.3 Grammatische Mittel
II.3.1 Konjugationssystem nach Weinrich
II. 3.1.1 Einfache Tempus- Konjugation
II.3.1.2 Klammerbildende Tempus-Konjugation
III Vermittlung der Temporalität im Fremdsprachenunterricht DaF
Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Ausdrucksmittel der Temporalität im Deutschen, um aufzuzeigen, wie Zeitlichkeit durch pragmatische, lexikalische und grammatische Mittel sprachlich realisiert wird und wie diese im Fremdsprachenunterricht vermittelt werden können.
- Grundlagen von Tempus, Aspekt und Aktionsarten
- Unterscheidung zwischen absolutem und relativem Gebrauch der Tempora
- Analyse der Ausdrucksmittel (pragmatisch, lexikalisch, grammatisch)
- Betrachtung von Tempussystemen (nach Engel und Weinrich)
- Vermittlung der Temporalität in der Grundstufe des DaF-Unterrichts
Auszug aus dem Buch
I.6 Temporale Deixis
Deiktische Ausdrücke verweisen in der kanonischen Sprechsituation auf Personen, Räume, Zeiten, Modalität, soziale Beziehungen usw., wobei das Orientierungszentrum für die Interpretation derjenigen Ausdrücke durch den Sprecher und die unterschiedlichen Gesichtspunkte seiner Situation gegeben ist.
Die Deixis drückt verschiedenes aus: Personaldeixis (ich, du), Objektdeixis (dieser, jener), Textdeixis bzw. Diskursdeixis (bezieht sich auf vorangehende oder folgende Elemente eines Texts), Lokaldeixis und Temporaldeixis. Die drei bekanntesten Elemente der Deixis verbinden sich traditionell mit den Zeigewörtern hier, jetzt, ich. Wichtig hier ist die Temporaldeixis.
Die temporale deiktische Dimension wird sprachlich insbesondere durch Tempora sowie Temporaladverbien, Adjektive, Nomina, Präpositionen usw. zum Ausdruck gebracht. Ehrich (1992, 66f.) unterscheidet bei den Tempora zwischen Tempusbedeutung und temporaler Interpretation des bloßen Tempus und versteht unter dem letzten die nicht adverbial modifizierte Tempusform im isolierten Satz und zählt sie als deiktisch, weil die temporale Interpretation einer Tempusform die situative Beziehung zwischen dem Ereigniszeitpunkt und dem Sprechzeitpunkt und/oder die anaphorische Beziehung zwischen einer gegebenen Ereigniszeit und einer im Diskurs etablierten Antezedentszeit spezifiziert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Umriss der theoretischen Relevanz von Zeit in der Sprachwissenschaft und Darlegung der dreiteiligen Gliederung der Arbeit.
I Tempus und Temporalität: Theoretische Abgrenzung von Begriffen und Analyse verschiedener Tempusdarstellungen in Grammatiken sowie des absoluten/relativen Zeitbezugs.
II Ausdrucksmittel der Temporalität im Deutschen: Detaillierte Beschreibung der pragmatischen, lexikalischen und grammatischen Mittel zur Realisierung von Zeitlichkeit.
III Vermittlung der Temporalität im Fremdsprachenunterricht DaF: Reflexion über die didaktische Einbindung von Zeitkonzepten in verschiedenen Niveaustufen (A1 bis B1).
Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Bedeutung von Zeit in der Sprache und Notwendigkeit der Beherrschung dieser Mittel für den Spracherwerb.
Schlüsselwörter
Temporalität, Tempus, Aspekt, Aktionsarten, Zeitreferenz, Grammatik, Fremdsprachenunterricht, DaF, absolute Zeit, relative Zeit, pragmatische Mittel, lexikalische Mittel, grammatische Mittel, Weinrich, Sprachvermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der sprachlichen Gestaltung der Zeit (Temporalität) im Deutschen, sowohl theoretisch aus sprachwissenschaftlicher Sicht als auch in ihrer didaktischen Anwendung im Unterricht.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Tempussystemen, den verschiedenen sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten von Zeit sowie der methodischen Vermittlung dieser Konzepte für Lernende des Deutschen als Fremdsprache.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Ausdrucksmittel der Zeitlichkeit im Deutschen zu schaffen und praktische Vorschläge für deren Vermittlung im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts zu formulieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und etablierte Ansätze (wie die von Weinrich oder Engel) gegenüberstellt und vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung (Tempus, Aspekt, Aktionsart, Deixis) und die detaillierte Vorstellung der pragmatischen, lexikalischen und grammatischen Ausdrucksmittel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Temporalität, Tempus, Zeitreferenz, Ausdrucksmittel, Sprachvermittlung, DaF-Unterricht und grammatische Konjugationssysteme.
Wie unterscheidet sich der absolute vom relativen Gebrauch der Tempora?
Der absolute Gebrauch orientiert sich direkt an der Sprechzeit des Sprechers, während beim relativen Gebrauch die zeitliche Beziehung zwischen verschiedenen Ereignissen im Kontext (z.B. in Nebensätzen) entscheidend ist.
Welche Rolle spielen die pragmatischen Mittel im DaF-Unterricht?
Die Arbeit betont, dass pragmatische Mittel als wichtige Hilfsmittel dienen, um schon in der Grundstufe Zeitbezüge herzustellen, bevor der Lernende die komplexeren grammatischen Systeme vollständig beherrscht.
- Arbeit zitieren
- Fatiha El Yamouni (Autor:in), 2006, Ausdrucksmittel der Temporalität im Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978848