Frankfurt am Main


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

5 Seiten, Note: 12 Punkte


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Frankfurt am Main

1. Beschreiben Sie am Beispiel von Frankfurt am Main Ver ä nderungen in der Stadtstruktur, die durch eine zunehmende Terti ä risierung der Wirtschaft verursacht wurden.

Frankfurt ist ein bedeutendes internationales Banken- und Finanzzentrum. Es liegt dort eine Branchenvielfalt der Wirtschaft vor, wobei der Dienstleistungssektor stark dominiert: Frankfurt ist eine Hochburg des Tertiären Sektors. Insgesamt sind in Frankfurt über 60% aller Berufstätigen im Dienstleistungsbereich beschäftigt (Stand: 1985). In der Peripherie ist diese Zahl abnehmend, sie liegt bei 50 bis 60%, wobei sie auf unter 40% sinkt, je weiter man sich von der Stadtgrenze entfernt.

Anhand der nun dargestellten Bebauung des Citybereichs lässt sich gut die Vorherrschaft des Tertiären Sektors nachvollziehen. Frankfurt, vor allem die City, hat sich zu einem Gebiet entwickelt, das einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Dienstleistungen aufweist. Das Hauptgeschäftszentrum, bestehend aus Bahnhofsviertel, Innen- und Altstadt, ist der Sitz von Behörden, Stadtverwaltung, Banken und Versicherungen. Es gibt kulturelle Einrichtungen wie Museen und eine Oper, besonders in der Altstadt viele Kirchen. Im weiteren Stadtgebiet verteilt sind eine Universität, Krankenhäuser, Post, Nachrichtenwesen, Großhandel, Kaufhäuser, Großhotels, Fluggesellschaften und Reisebüros, Gaststätten, die sogar in einem eigenen Viertel zusammengefasst sind und Eisen- und U-Bahn. Dies sind alles Dinge, die dem Dienstleistungssektor zuzuordnen sind.

Zu Beginn der 90er Jahre waren in Frankfurt über 400 Kreditinstitute aus aller Welt vertreten, worunter auch die 10 größten Banken der Welt waren. Über 20% des deutschen Bankgeschäfts werden in Frankfurt abgewickelt, und die gesamte Bilanzsumme dieser Geschäfte beträgt mit 800 Mrd. Mark mehr als ein Drittel des deutschen Bruttoinlandprodukts. Auch der Beitrag zum Inlandsprodukt von anderen oben genannten Bereiche dieses Wirtschaftssektors hat in den letzten Jahren ständig zugenommen.

An der Frankfurter Wertpapierbörse werden rund 70% des Umsatzes aller deutschen Börsen erzielt. Unter den Devisenbörsen Deutschlands gilt sie als die ,,Leitbörse". Ebenfalls sehr bedeutend ist die Tatsache, dass zahlreiche Messen in Frankfurt stattfinden. Frankfurt ist ein Messeplatz mit höchstem Internationalisierungsstandard.

Die Konzentration des Bankgewerbes in der City Frankfurts, mit anderen Worten die Vergrößerung des Tertiären Sektors, ist besonders an der hohen baulichen Dichte durch Bürohäuser zu erkennen. Die nahezu ungebrochene Nachfrage nach Büroraum beweist, dass die Attraktivität Frankfurts ständig wächst. Im City-Bereich ist die Arbeitsplatzdichte im Dienstleistungssektor in den Jahren von 1961 bis heute (Stand: 1992) jedoch etwas geringer geworden. So fiel sie beispielsweise in verschiedenen Ortsteilen von 470 auf 400, von 380 auf 320 und von 230 auf 200 Beschäftigte pro Hektar. Im äußeren Bereich der Stadt halten sich Rückgang und Zunahme der Arbeitsplatzdichte mit durchschnittlich ca. 30 Beschäftigten pro Hektar im Vergleich der oben genannten Jahre ungefähr die Waage, wobei örtlich doch ein gewisser Anstieg dieser Zahl zu verzeichnen ist.

Die Stellung Frankfurts als bedeutendes Finanz- und Dienstleistungszentrum soll in den kommenden Jahren noch weiter ausgebaut werden. Aber neben dem so dominierenden Bankgewerbe spielen auch andere Bereiche des Tertiären Sektors eine Rolle wie beispielsweise Handel und Verkehr. (s. dazu auch Aufg. 2)

Mit Ausnahme des Ortsteils Höchst, wo der Industriezweig Chemie am bedeutendsten ist, dominiert in allen übrigen Teilen Frankfurts der Dienstleistungssektor über den beiden anderen Wirtschaftsbereichen mit Anteilen von teilweise bis zu 75% oder mehr. Allgemein hat der Tertiäre Sektor ja in der Wirtschaft der heutigen Zeit auch einen größeren Stellenwert als die Agrar- und Forstwirtschaft oder das verarbeitende Gewerbe. In Frankfurt erreicht er den sehr hohen Prozentanteil unter anderem durch die Agglomeration der Kreditinstitute in der City, durch Werbewirtschaft, Versicherungen, Buchverlage oder Rauchwarenhandel.

Das Vorkommen von Industrie ist im Vergleich zu den Dienstleistungen eher mäßig zu nennen, und ist primär in Schienen- bzw. Autobahnnähe vorhanden. Es muss aber auch erwähnt werden, dass Frankfurt trotz der fortschreitenden Tertiärisierung der Wirtschaft einer der produktivsten und dynamischsten Industriestandorte Deutschlands ist, überwiegend in den Gruppen Chemie (Höchst), Elektrotechnik und Metall, gefolgt von Nahrungs- und Genussmittel, Feinmechanik, Optik und Textilindustrie.

Die höchsten Beschäftigtenzahlen liegen in der City, beim Rhein/Main-Flughafen und in Höchst vor. Sie reichen von knapp 50,000 bis ca. 70,000 Beschäftigten pro jeweiligem Ortsteil, wogegen in den übrigen Stadtteilen nur 1,000 bis 10,000 Personen pro Ortsteil beschäftigt werden. Unter Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Ortsteile nur unwesentliche Differenzen in der Größe ihrer Flächen zueinander aufweisen, wird hier noch einmal die starke Konzentration der Beschäftigten in der City deutlich.

In den Jahren von 1960 bis 1985 erfolgte eine Veränderung der Bevölkerungsdichte in Frankfurt. Im äußeren nordwestlichen Stadtbereich ist eine starke Zunahme der Bevölkerung von 101-150% zu verzeichnen, im Westen war die Zunahme nicht ganz so extrem. Rund um das Zentrum Frankfurts, mit Ausnahme des Südostens, gab es eine schwache bis mäßige Zunahme der Bevölkerungsdichte von 1-50%. Im City- Bereich erfolgte ein Rückgang der Bevölkerung um bis zu 50%. Dort dominieren nämlich mehr und mehr die Niederlassungen von Dienstleistungsunternehmen, es ist kaum Platz für Wohnungen, ganz zu schweigen von Häusern. Wohngebiete liegen also auf Grund der so zahlreich vorkommenden Unternehmen primär außerhalb des Hauptgeschäftszentrums. Der große Teil der Bevölkerung zog sich in ruhigere Vororte der Großstadt zurück, wobei aber natürlich auch direkt in der City Wohnmöglichkeiten in begrenzter Zahl zur Verfügung stehen.

2. Erl ä utern Sie am Beispiel des Frankfurter Rhein/Main-Flughafens die Bedeutung des Flugverkehrs f ü r das Wirtschaftsleben.

Frankfurt am Main wird auch die ,,Verkehrsdrehscheibe" genannt, und zwar aus dem Grund der hervorragenden Anbindung dieser Stadt an das Verkehrsnetz. Als ein besonders wichtiger Punkt gilt hier der Rhein/Main-Flughafen. Die Inbetriebnahme dieses Flughafens im Jahre 1936 bedeutete ein Weiterbestehen Frankfurts als Handels- und Verkehrsmittelpunkt. Seine zentrale Lage innerhalb Europas, die eine interkontinentale Verteilerfunktion im Flugverkehr bedeutet, sowie gut ausgebaute Schienen- und Straßenverbindungen mit in- und ausländischen Ballungszentren sind die Standortvorteile dieses Flughafens.

Nach London-Heathrow ist Frankfurt der zweitgrößte Passagierflughafen in Europa. Im Luftfrachtverkehr nimmt er europaweit den ersten Rang ein.

Der Flughafen besteht neben den allgemeinen Bebauungen im wesentlichen aus der Flughafenverwaltung, Serviceeinrichtungen, und Fracht- und Fluggastabfertigung, also aus Dingen, die dem Dienstleistungssektor zugeordnet werden. Außerdem befindet sich ein US-Luftstützpunkt auf dem Gelände und zahlreiche Parkplätze werden gestellt.

In der Nähe des Flughafens haben sich verschiedene flughafenorientierte Unternehmen angesiedelt. Neben der Nähe zum Flughafen suchen sie außerdem die Anbindung an das Straßennetz, was ihre Ansammlung bei Autobahnauf- und abfahrten deutlich macht, z.B. in Niederrad, Neu-Isenburg oder Kelsterbach. Dort befinden sich die Zentralverwaltungen von Industrie-, Handels-, Verkehrs- und Reiseunternehmen, wobei ein großer Teil dieser Unternehmen seinen Sitz im Ausland hat. Dies weist auf internationale Handelsbeziehungen hin.

Weitere Dienstleistungsunternehmen außerhalb des Flughafens sind in unmittelbarer Nähe vorhanden, wie beispielsweise Speditionen und Verkehrsvermittlung, die mit 81 Einrichtungen bei Kelsterbach vertreten sind. Weitere Unternehmen, in Kelsterbach gleich zwölf Mal, andernorts weniger oft vorhanden, sind die Wirtschaftsberatung, Handelsvermittlung und Marktforschung. Drei Großhotels befinden sind in geringer Entfernung vom Flughafen, und mehrere für die Bordversorgung zuständige Unternehmen sind vertreten.

Auch Industrieunternehmen sind, wenn auch meist nur vereinzelt, vorhanden. Im Bereich von Neu-Isenburg bis Dreieich ist jedoch eine kleine Ansammlung des verarbeitenden Gewerbes vorzufinden. Gefertigt werden Dinge hauptsächlich im chemischen Bereichaber auch in der Metallindustrie, im Maschinen- und Gerätebau, in der Textilindustrie und im Druckgewerbe.

Der Rhein/Main-Flughafen ist also die Ursache für das Entstehen der zahlreichen flughafenorientierten Dienstleistungsunternehmen vor Ort und stellt folglich deren Existenzgrundlage dar bzw. optimiert Verkehrsnetzanbindung, Dauer von Transporten und Handelsbeziehungen der bereits ansässigen Industriebetriebe. Er gewährleistet rasche Anbindung an den Markt, d.h. Kunden und Abnehmer werden zügig beliefert. Er ist zudem ein Umschlagplatz für verschiedene Güter, Export wird in großem Rahmen betrieben, was auch dadurch deutlich wird, dass der Flughafen weltweit im Luftfrachtverkehr an dritter Stelle steht.

Es werden also zahlreiche Arbeitsplätze durch das Vorhandensein des Flughafens geschaffen. Zum einen durch die Entstehung von Unternehmen in der Umgebung, zum anderen stellt natürlich auch der Flughafen selbst eine große Zahl von Arbeitsplätzen zur Verfügung. Als der viertgrößte Arbeitgeber in der Bundesrepublik beschäftigt er nach aktuellen Angaben ca. 50,000 Menschen.

MA: Diercke Weltatlas S.38/39

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5 von 5 Seiten

Details

Titel
Frankfurt am Main
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
1999
Seiten
5
Katalognummer
V97931
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frankfurt, Main
Arbeit zitieren
Lennart Kage (Autor), 1999, Frankfurt am Main, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97931

Kommentare

  • Gast am 27.3.2001

    Kritik.

    Die arbeit is nich schlecht, aba könnte bessa sein.
    Vorallm die zweete Uffgabe wurde nicht janz korreckt erfüllt.

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