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Erbschaftssteuer. Effizienz und Gerechtigkeit

Titel: Erbschaftssteuer. Effizienz und Gerechtigkeit

Hausarbeit , 2017 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit sollen vor allem soziopolitische und ökonomische Aspekte der Erbschaftssteuer dargestellt werden. Es soll Effizienz, Gerechtigkeit und Leistungsfähigkeit in Kontext einer „liberalen und meritokratischen Demokratie“ unter besonderer Berücksichtigung der Dilemmata zwischen Gerechtigkeit und Effizienz, demokratischer Gleichheit und individuellem Anspruch untersucht werden.

Das weltweite Vermögen ist sehr ungleich verteilt, Tendenz zunehmend. Die 62 reichsten Personen der Welt besitzen so viel Vermögen wie die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung. Auch in Deutschland geht die Vermögensschere auseinander. Im Jahr 2013 verfügten die oberen zehn Prozent der deutschen Bevölkerung über 51,9 Prozent des gesamten Nettovermögens, während es im Jahr 1998 noch 45,1 Prozent waren. Die direkt aus dieser Vermögensungleichheit resultierenden „sehr realen ungleichen Lebensbedingungen“ stehen im Widerspruch zur Leistungsgerechtigkeit aller Bürger in einer demokratischen marktwirtschaftlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.

Dieser zunehmenden Vermögensungleichheit liegen vor allem zwei Mechanismen zugrunde:
Zum einen die Tatsache, dass das Vermögen sich durch Verzinsung und weitere Rendite progressiv vermehrt. Je größer das Vermögen, umso schneller erfolgt dessen Akkumulation durch „leistungslose“ Kapitaleinkünfte.
Zum anderen das Konzept der Erbschaft, also der Übertragung unverdienten Vermögens durch Vererbung oder/und Schenkung. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erbschaft

3 Das deutsche Erbrecht

4 Erbschaft und Vermögensungleichheit

5 Erbschaftssteuer

6 Erbschaftssteuer und Gerechtigkeit

7 Effizienz der Erbschaftssteuer

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die sozioökonomischen und finanzwissenschaftlichen Aspekte der Erbschaftssteuer im Kontext einer liberalen, meritokratischen Demokratie, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen Gerechtigkeitsansprüchen und wirtschaftlicher Effizienz analysiert wird.

  • Historische und rechtliche Entwicklung des Erbrechts
  • Zusammenhang zwischen Vererbung und Vermögenskonzentration
  • Rolle der Erbschaftssteuer als Instrument der Umverteilung
  • Konflikt zwischen individueller Verfügungsfreiheit und gesellschaftlicher Solidarität
  • Auswirkungen der Erbschaftssteuer auf Familienunternehmen und Investitionsanreize

Auszug aus dem Buch

4 Erbschaft und Vermögensungleichheit

Privateigentum und Erbschaftsregelung potenzieren die kapitalistische Produktionsweise, indem die „Mehrproduktabschöpfung“ (Mehrwert nach Marx) eine unbegrenzte Kapitalakkumulation (Vermögenskonzentration) erlaubt. Diese „Ungleichheit erster Ordnung“ entspringt im Wesentlichen den ungleichen Machtverhältnissen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf dem Arbeitsmarkt und der Einkommensungleichheit (zwischen Lohn und Profit) (Kaufmann und Stützle 2015:93), die allein schon disparate Verhältnisse innerhalb einer Generation verursachen. Diese drei Grundlagen einer liberalen Gesellschaft, Gewinnorientierung (Profit), Privateigentum und Vererbung, haben die aktuelle Verteilung des gesamten Nettovermögens nach Bevölkerungsdezilen im Jahr 2012 in Deutschland zur Folge (Abb. 2). Danach besitzt die ärmste Hälfte der Bevölkerung praktisch kein Vermögen, das erste Dezil hat sogar Schulden. Während das zehnte Dezil über 57,5 Prozent des ganzen Nettovermögens (Vermögen nach Besteuerung) verfügt. Sie ist damit ein Spiegelbild der globalen Vermögensverteilung (Piketty 2014:501).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende weltweite Vermögenskonzentration und identifiziert Erbschaften als einen zentralen Mechanismus, der diese Ungleichheit über Generationen hinweg reproduziert.

2 Erbschaft: Dieses Kapitel erläutert die etymologischen Wurzeln und die heutige juristische Definition von Erbschaft als Übertragung von Eigentum und Vermögen von Todes wegen.

3 Das deutsche Erbrecht: Es werden die drei zentralen Erbschaftstitel (Erbvertrag, Testament und gesetzliche Erbfolge) dargestellt, die den Rahmen für die Verfügungsfreiheit des Erblassers in Deutschland bilden.

4 Erbschaft und Vermögensungleichheit: Hier wird der Zusammenhang zwischen der Logik der Kapitalakkumulation (r > g) und der durch Vererbung tradierten intergenerationalen Ungleichheit dargelegt.

5 Erbschaftssteuer: Das Kapitel beschreibt die Besteuerung von Nachlässen als ein Instrument zur sozialen Stabilisierung und stellt die aktuelle Situation der Erbschaftssteuer in Deutschland vor.

6 Erbschaftssteuer und Gerechtigkeit: Es wird die normative Debatte über das Leistungsprinzip und die moralische Rechtfertigung von Erbschaften als "unverdientes Vermögen" geführt.

7 Effizienz der Erbschaftssteuer: Dieses Kapitel diskutiert die ökonomischen Pro- und Contra-Argumente bezüglich der Auswirkungen einer Erbschaftssteuer auf Sparanreize und Familienunternehmen.

8 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass eine progressive Erbschaftssteuer trotz wirtschaftspolitischer Bedenken zur Begrenzung sozioökonomischer Ungleichheit unverzichtbar ist.

Schlüsselwörter

Erbschaftssteuer, Vermögensungleichheit, Kapitalakkumulation, Privateigentum, Umverteilung, Erbrecht, Leistungsprinzip, Meritokratie, Familienunternehmen, Finanzwissenschaft, Soziale Gerechtigkeit, Thomas Piketty, Generationengerechtigkeit, Erbschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftspolitische und ökonomische Bedeutung der Erbschaftssteuer als Mittel zur Bekämpfung wachsender Vermögensungleichheit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen des deutschen Erbrechts, die Auswirkungen der Kapitalakkumulation und die ethische sowie ökonomische Abwägung zwischen Steuergerechtigkeit und wirtschaftlicher Effizienz.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die Legitimation und das notwendige Ausmaß einer Erbschaftssteuer im Kontext einer meritokratischen Demokratie zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse finanzwissenschaftlicher und soziologischer Konzepte, ergänzt durch die Auswertung statistischer Daten zur Vermögensverteilung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine rechtliche Bestandsaufnahme, eine ökonomische Analyse von Vermögensungleichheiten durch Vererbung und eine Diskussion über die Effizienz- und Gerechtigkeitsaspekte der Erbschaftssteuer.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Erbschaftssteuer, Vermögenskonzentration, Generationengerechtigkeit und Leistungsprinzip charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die im Text beschriebene „Erbanfallsteuer“ von der „Nachlasssteuer“?

Die Nachlasssteuer besteuert das Gesamtvermögen vor der Verteilung, während die Erbanfallsteuer, wie sie in Deutschland praktiziert wird, den Erwerb nach der Verteilung des Erbes bei den einzelnen Erben besteuert.

Welche Rolle spielt die Ungleichung r > g nach Thomas Piketty in der Argumentation?

Die Formel (Kapitalrendite > Wachstumsrate) dient als Beleg dafür, dass sich Vermögen durch Kapitaleinkünfte schneller vermehrt als durch Arbeitseinkommen, was die Erbschaft als zentralen Treiber für wachsende Ungleichheit hervorhebt.

Warum wird im Fazit betont, dass Betriebsvermögen gesondert behandelt werden sollten?

Aufgrund von Befürchtungen, dass eine zu hohe Steuerbelastung bei Erbfällen von Familienunternehmen die Existenz dieser Betriebe gefährden und somit negative Folgen für Arbeitsplätze und die Gesamtwirtschaft nach sich ziehen könnte.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erbschaftssteuer. Effizienz und Gerechtigkeit
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Sozialökonomie
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V979367
ISBN (eBook)
9783346329844
ISBN (Buch)
9783346329851
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erbschaft Erbschaftssteuer Effizienz Gerechtigkeit Finanzpolitik Sozialökonomie Interdisziplinär
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2017, Erbschaftssteuer. Effizienz und Gerechtigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/979367
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Leseprobe aus  18  Seiten
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