Die Gleichschaltung


Ausarbeitung, 2000
17 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Grundlagen für die Gleichschaltung

3. Die Gleichschaltung
3.1. Definition
3.2. Die Gleichschaltung der Länder und Gemeinden
3.3. Die Gleichschaltung der gesellschaftlichen Organisationen
3.3.1. Die Parteien
3.3.2. Die Gewerkschaften
3.4. Die Gleichschaltung des geistigen und kulturellen Lebens
3.4.1. Erziehung und Bildung
3.4.1.1. Schulen und Universitäten
3.4.1.2. Die Hitlerjugend (HJ)
3.4.2. Die Gleichschaltung von Kultur und Presse
3.4.2.1. Kultur
3.4.2.2. Presse

3. Fazit

4. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Dieses Referat handelt von der Gleichschaltung, die man mit dem Aufbau des totalitären Staates gleichsetzen kann. Zuerst gehe ich auf die Grundlagen für die Gleichschaltung ein, danach auf die Gleichschaltung an sich. Als erstes Feld beschreibe ich die Gleichschaltung von Ländern und Gemeinden. Das zweite Feld stellen die wichtigsten gesellschaftlichen Organisationen dar (Parteien und Gewerkschaften). Der dritte große Block handelt von der Gleichschaltung des geistigen und kulturellen Lebens, wobei ich auf die Situation in der Erziehung und Bildung (Schulen, Universitäten und die Jugendorganisationen) sowie auf die Gleichschaltung von Kultur und Presse eingehe. Ein Fazit fasst die Folgen dann noch einmal zusammen. Wegen der Vielschichtigkeit des Themas und der begrenzten Seitenzahl werde ich hier nur die wichtigsten Aspekte der Gleichschaltung nennen.

2. Die Grundlagen für die Gleichschaltung oder: der Aufbau des totalitären Staates

Um einen totalitären Staat aufzubauen, musste Hitler erst bestimmte gesetzliche Grundlagen schaffen, die es ihm ermöglichten umstrittene Gesetze zu erlassen und die Macht des Staates in der Gesellschaft auszubauen. Denn Hitler hatte im Reichstag mit der NSDAP ja keine absolute Mehrheit. Diese Tatsache war für seine Zwecke hinderlich. Der erste Schritt Hitlers war, dass er den gleich nach seiner Machtübernahme erfolgten Aufruf der Kommunisten als Vorwand dazu benutzte, um Hindenburg zum Erlassen der ,,Notverordnung zum Schutz des deutschen Volkes"1 am 4.2.1933 zu überreden. Sie sah massive Einschränkungen der Presse- und Versammlungsfreiheit vor, falls eine ,,unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit" drohe, oder dass ,,Organe, Einrichtungen, Behörden oder leitende Beamte des Staates beschimpft oder lächerlich gemacht werden". Durch diese Notverordnung konnte man politische Gegner nach Belieben mundtot machen.

Der nächste Schritt Hitlers wurde durch den Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. auf den 28.2.1933 hervorgerufen. Da man den holländischen Kommunisten Marinus van der Lubbe am Tatort festgenommen hatte, stellte Hitler und die Propaganda Goebbels` den Brand als kommunistisches Komplott dar. Auf Hitlers Antrag erließ Hindenburg am 28.2.1933 die ,,Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat"2 (die sog. Reichstagsbrandverordnung). Nun waren ,,Beschränkungen der persönlichen Freiheit, des Rechts der freien Meinungsäußerung, einschließlich der Pressefreiheit, des Vereins- und Versammlungsrechts, Eingriffe in das Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernmeldegeheimnis, Anordnungen von Haussuchungen und von Beschlagnahmen sowie Beschränkungen des Eigentums auch außerhalb der sonst hierfür bestimmten Grenzen zulässig"3. Außerdem konnte die Reichsregierung nun die Funktion der Landesregierung über nehmen, falls ,,in einem Lande die zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nötigen Maßnahmen nicht getroffen werden".4 Für verschiedene Delikte wurde die Todesstrafe eingeführt und die Möglichkeit des Widerstands gegen eine antidemokratische Regierung wurde sanktioniert. Einen Tag später (1.3.1933) wurde diese Verordnung durch eine zweite Verordnung ,,Gegen hochverräterische Umtriebe" verschärft. Sie verbot die Aufforderung zum Widerstand ,,gegen die Staatsgewalt" und zum Streik oder dessen Organisation 5.

Der letzte Schritt Hitlers Machtergreifung war das Ermächtigungsgesetz. Das Gesetz musste mit 2/3-Mehrheit im Reichstag angenommen werden, da es eine Verfassungsänderung vorsah. Jedoch verfügte Hitler mit NSDAP und DNVP nur über 52% der Reichstagssitze. Deshalb schaltete er von vornherein die 81 KPD-Abgeordneten aus, die zu diesem Zeitpunkt schon verhaftet waren ebenso wie 26 Abgeordnete der SPD. Durch Geschäftsordnungstricks wurden unentschuldigt fehlende oder ausgeschlossene Abgeordnete als anwesend gerechnet, um Verzögerungen zu vermeiden. Zur Annahme des Gesetzes brauchte er nur noch die Zustimmung der BVP und des Zentrums, die er zum einen durch vermeindliche Zugeständnisse (Achtung der Rechte der Kirche und des Reichstags) und zum anderen durch Drohgebärden in seiner Rede und einem SA-Aufmarsch vor und in der Potsdamer Kroll-Oper erreichte. Die letzte Tatsache bestätigte die Ansicht des Zentrums (unter Vorsitz des Prälaten Ludwig Kaas), dass Hitler seine Ziele auch gewaltsam durchsetzen würde und den Reichstag aller Rechte berauben würde. Deshalb erschien dem Zentrum die Annahme des Gesetzes als das kleinere Übel. Nur die SPD (unter Otto Wels) lehnte das Gesetz ab, nachdem Otto Wels sich in seiner Rede couragiert zur Demokratie bekannt hatte. Schließlich wurde das Gesetz mit 441 zu 94 Stimmen angenommen6. Als das Ergebnis bekannt war, sagte Hitler 7:

,,Jetzt können Sie verschwinden. Ich brauche Sie nicht mehr!" Durch das Ermächtigungsgesetz vom 24.3.1933 konnten Gesetze von der Reichsregierung beschlossen werden und von der Verfassung sogar abweichen. Weiterhin konnte die Reichsregierung nun mit anderen Staaten Verträge schließen und brauchte dafür nicht die Zustimmung anderer Institutionen 8. Das Gesetz war auf vier Jahre befristet 9, wurde noch zweimal verlängert und galt somit bis zum Ende des Dritten Reichs.

Mit dem Ermächtigungsgesetz vereinigte Hitler die Exekutive und Legislative in seiner Hand. Er war Diktator. Die ,,Notverordnung zum Schutz des deutschen Volkes" und ,,zum Schutz von Volk und Staat" bilden sozusagen die ,,Verfassung" des Dritten Reichs, da alle späteren Entscheidungen des Regimes damit legitimiert wurden. Damit wurden Judenverfolgung, Gestapo und auch die Gleichschaltung erst ermöglicht.

3. Die Gleichschaltung

,,Wenn der Staat alles ist, wird er von einem Tag zum anderen auch alles besitzen, und was man ihm vorenthält, stiehlt man ihm."

Gobineau10

3.1. Definition

Unter Gleichschaltung werden all jene Maßnahmen verstanden, die den gesellschaftlichen Pluralismus aufheben und alle Lebensbereiche auf die nationalsozialistische Ideologie ausrichten sollen. Ziel ist die totale Erfassung des Menschen, der in allen Bereichen des Lebens unter dem Einfluss der Partei stehen und so zu einem ,,neuen Menschen" geformt werden soll 11.

Um den Menschen total zu kontrollieren, müssen alle Lebensbereiche von der Staatsmacht beherrscht werden. Diesen Vorgang, den man Gleichschaltung nennt werde ich im Folgenden beschreiben.

3.2. Die Gleichschaltung der Länder und Gemeinden

Der wichtigste Teil der Ländergleichschaltung spielte sich nach den Reichstagswahlen vom 5.3. bis zum 9.3.1933 ab. Und zwar forderten die Nationalsozialisten die Umbildung der Länderparlamente nach der Sitzverteilung im Reichstag, da die meisten Länderregierungen keine parlamentarische Mehrheit besaßen und wie in Bayern, Württemberg, Hessen, Sachsen und Hamburg nur noch geschäftsführend im Amt waren 12.

Um diese Forderungen zu bekräftigen, organisierten SA-Männer oder auch Parteiaktivisten Demonstrationen des sog. ,,Volkszorns", wobei sie das Hissen der Hakenkreuzfahne auf Rathäusern und Regierungsgebäuden forderten und mit ihrer Erstürmung drohten. Dies nutzte der Reichsinnenminister Frick dann aus, um gemäß der ,,Reichstagsbrandverordnung" die Landesregierung abzusetzen. Darauf setzte er einen Kommisar, meistens ein führendes NSDAP-Mitglied, und ernannte auch kommisarische Polizeipräsidenten, was den Nationalsozialisten überall in Deutschland die Kontrolle der Polizeigewalt sicherte. Dieser Vorgang spielte sich in den meisten Ländern und Städten so ab. Der einzige der jedoch nennenswerten Widerstand leistete, war der bayrische Ministerpräsident Held 13.

Im Folgenden besiegelte Hitler die Gleichschaltung der Länder durch Reichsgesetze. Am 31.3.1933 erließ er das ,,Vorläufige Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich". Danach konnten die Landesregierungen ohne Zustimmung der Landtage Gesetze erlassen und die Verwaltung neu ordnen, d. h. auch politisch zu säubern. Außerdem wurden die Landtage nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen neu gebildet. Dabei wurde die Zahl der Mandate verringert und die KPD-Sitze gestrichen 14.

Am 7.4.1933 erließ Hitler des ,,Zweite Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich". Nach diesem Gesetz wurden insgesamt elf Reichsstatthalter eingesetzt außer in Preußen, da dort Hitler diese Funktion ausübte. Die Reichsstatthalter waren ,,für die Beobachtung der vom Reichskanzler aufgestellten Richtlinien der Politik zuständig". Sie hatten das Recht ,,den Landtag aufzulösen, den Ministerpräsidenten einzusetzen und zu entlassen, Beamte und Richter zu ernennen und abzusetzen." Die Statthalter waren somit Beauftragte der Reichsregierung und Landesvertreter zugleich 16.

Doch damit war die Ländergleichschaltung noch nicht abgeschlossen. Am 30.1.1934 verkündete Hitler das ,,Gesetz über den Neuaufbau des Reiches". Es hob die Landtage auf, übertrug die Rechte der Länder auf das Reich, unterstellte die Landesregierungen der Reichsregierung und den Reichsstatthalter dem Reichsinnenminister 17.

Mit diesem Gesetz wurde der Föderalismus in Deutschland abgeschafft. Das Reich wurde zum zentral regierten Einheitsstaat. Alle Macht über das Reich ging nun von Hitler in Berlin aus. Auch die Polizei wurde nun einheitlich von Berlin aus kontrolliert.

Die Auflösung des Reichsrats am 14.2.1934 18 war nun eine logische Folge, obwohl sie eigentlich dem Artikel 2 des Ermächtigungsgesetzes widersprach, nach dem Gesetze nur von der Reichsverfassung abweichen konnten, wenn sie nicht den Reichstag oder den Reichsrat als solche zum Gegenstand hatten.

Damit war die Gleichschaltung der Länder abgeschlossen.

3.3. Die Gleichschaltung der gesellschaftlichen Organisationen

3.3.1. Die Parteien

Zuerst und am härtesten gingen die Nazis gegen Kommunisten und Sozialisten vor. Schon kurz nach der Machtergreifung verbot Göring am 2.2.1933 alle Zusammenkünfte und Kundgebungen der Kommunisten in Preußen und ließ Hausdurchsuchungen durchführen 19.

Am 4.2.1933 erließ Hindenburg die ,,Notverordnung zum Schutz des deutschen Volkes", die es ermöglichte politische Gegner praktisch mundtot zu machen. Nach der ,,Reichstagsbrandverordnung" (28.2.1933) und ihrem Zusatz vom 1.3.1933 erreichte der NS- Terror gegen die Kommunisten seinen Höhepunkt. In den Arbeiterquatieren wurden Massendurchsuchungen durchgeführt und etwa 10.000 Kommunisten verhaftet. Alle kommunistischen Zeitungen wurden verboten (auch das SPD-Blatt ,,Vorwärts") und ihre Einrichtungen beschlagnahmt. Die kommunistischen Kampfgruppen wurden entwaffnet, ,,Terroristen" erschossen oder unschädlich gemacht 20. Jedoch verzichteten die Gewerkschaften auf den Ausruf des Generalstreiks 21. Nach den Reichstagswahlen vom 5.3.1933 wurden im Reichstag alle kommunistischen Mandate gestrichen, in den Länderparlamenten geschah dies nach dem ersten Gleichschaltungsgesetz vom 31.3.1933 22. Damit war die KPD als politische Partei praktisch abgeschafft und am 26.5.1933 wurde der ganze Parteibesitz beschlagnahmt. Nicht viel besser erging es den anderen Parteien. Die SPD war ohnehin durch ihre augenscheinliche Nähe zu den Kommunisten schon gefährdet und Hitler brauchte sie im Reichstag auch nicht mehr, nachdem das Ermächtigungsgesetz verabschiedet worden war. Die Ausschaltung der SPD wurde durch die Auflösung der Gewerkschaften am 2.5.1933 23 und durch die Beschlagnahmen des SPD- und des Reichsbannervermögens vorbereitet. Am 18.6.1933 rief die Exil-SPD in Prag zum Sturz Hitlers auf, was als Vorwand dazu diente die SPD am 22.6.1933 zu verbieten 24. Nachdem die SPD verboten wurde, resignierten auch die anderen Parteien. Am 26.6.1933 wurden Abgeordnete der BVP, des Zentrums und der DNVP verhaftet. Einen Tag später am 27.6.1933 lösten sich die DVP und die DNVP, die am gleichen Tag ein ,,Freundschaftsabkommen" mit den Nazis schloss, selbst auf. Durch das ,,Freundschaftsabkommen" wurden alle verhafteten DNVP-Mitglieder freigelassen und ihre Abgeordneten als Hospitanten in die NSDAP aufgenommen. Am 28.6.1933 wurde die DDP verboten, am 4.7.1933 löste sich die BVP selbst auf, da nach Meinung ihrer Mitglieder die Parteiziele von Hitler in ,,monumentaler Form" verwirklicht worden seien. Am 5.7.1933 löste sich das Zentrum als letzte demokratische Partei selber auf 25.

Am 11.7.1933 sagte Frick, dass die Gleichschaltung vollzogen sei, und Hitler hielt die nationale Revolution für beendet 26. Am 14.7.1933 (am selben Tag wurde die Bastille in Paris erstürmt)wurde das ,,Gesetz gegen die Neubildung von Parteien" verkündet, was Goebbels dazu hinriss den endgültigen Sieg über die Ideen der Aufklärung zu proklamieren. Das Gesetz erklärte die NSDAP zur einzigen Partei Deutschlands und stellte das Aufrechterhalten oder Neubilden einer Partei unter Strafe 27. Ebenfalls am 14.7.1933 wurde das ,,Gesetz über die Volksbefragung" verabschiedet, durch das das Regime manchen Entscheidungen ein scheindemokratisches Deckmäntelchen umhängen konnte 28.

Schließlich wurde die Gleichschaltung der Parteien am 1.12.1933 durch das ,,Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat" abgerundet. Durch das Gesetz wurde die NSDAP zur ,,Trägerin des deutschen Staatsgedankens" und zu einer ,,Körperschaft des öffentlichen Rechts" erklärt, Rudolf Heß und Ernst Röhm wurden Regierungsmitglieder und NSDAP- und SA-Mitglieder wurden einer eigenen Gerichtsbarkeit unterstellt. Es wurden dann Handlung oder Unterlassungen bestraft, die die NSDAP in irgendeiner Weise gefährdeten. Bei SA-Mitgliedern wurde ,,insbesondere jeder Verstoß gegen Zucht und Ordnung" bestraft 29.

3.3.2. Die Gewerkschaften

Die Gleichschaltung der Gewerkschaften lief nach dem Muster der nationalsozialistischen Doppelstrategie von ,,Zuckerbrot und Peitsche" ab. Im April 1933 wurde der 1. Mai zum ,,Tag der nationalen Arbeit" erklärt 30. Zu diesem Zeitpunkt stand der Plan der Nationalsozialisten aber schon fest die Gewerkschaften aufzulösen, was ein Eintrag aus Goebbels` Tagebuch vom 17.4.1933 zeigt 31. Zu der Teilnahme an den Ersten-Mai- Demonstrationen riefen sowohl ADGB (,,Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund") als auch die Nazi-Propaganda auf. Der ADGB wollte bei den Veranstaltungen nicht im Abseits stehen und fürchtete um seine Existenz, weshalb man auch Grundsätze der Sozialdemokratie verwarf und sich zu Gesprächen mit der noch unbedeutenden ,,Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation"(NSBO) bereit fand, um Pluspunkte bei Hitler zu sammeln. Dies war jedoch vergebens. Denn insgeheim wurde unter Robert Ley (Stabsleiter der politischen Organisation der NSDAP) und Reinhold Muchow (NSBO) schon ein Plan zur Gleichschaltung der Gewerkschaften ausgearbeitet. Er beinhaltete unter anderem die Weisung: ,,Die Übernahme der Freien Gewerkschaften muss in einer Form vor sich gehen, dass dem Arbeiter und Angestellten das Gefühl gegeben wird, dass sich diese Aktion nicht gegen ihn, sondern gegen ein überaltertes und mit den Interessen der deutschen Nation nicht übereinstimmendes System richtet" 32

Schließlich nahmen am 1. Mai sowohl die Freien Gewerkschaften als auch ihre Gegner geschlossen an den Veranstaltungen teil. Doch nach dem berauschenden Fest vom Vortag besetzte die SA Gewerkschäftshäuser, Büros, Banken und Redaktionen der Gewerkschaften und beschlagnahmte deren Vermögen. Eine Anzahl führender Gewerkschaftler wurde in ,,Schutzhaft" (d. h. Internierung in einem Konzentrationslager) genommen (u. a. auch der ADGB-Vorsitzende Theodor Leipart). In den folgenden Tagen unterstellten sich noch die Hirsch-Dunkerschen Gewerkschaften und der "Deutschnationale Handlungsgehilfen- Verband" dem Aktionskomitee von Robert Ley 33.

Als Ersatz für die Gewerkschaften wurde die Deutsche Arbeitsfront (DAF) gegründet. Zunächst gab es heftige Streitigkeiten zwischen NSDAP, Reichsarbeitsministerium und wirtschaftlichen Interessenverbänden über die Aufgaben der DAF. Die NSBO versuchte sogar arbeits- und marktpolitische Forderungen zu formulieren 34.

Dies alles war vielen Unternehmern ein Dorn im Auge, weshalb im Juni 1933 sogenannte ,,Treuhänder der Arbeit" eingesetzt wurden, die der Aufsicht des Reichsarbeitsministeriums unterstanden. Sie sollten in Streitfällen zwischen Unternehmern und Arbeiterschaft schlichten, was allerdings meistens zugunsten der Unternehmer geschah, da die Treuhänder aus der staatlichen und privatwirtschaftlichen Arbeits- und Wirtschaftsverwaltung stammten 35. Im November 1933 verlor die DAF schließlich ihre gewerkschaftliche Funktion und übernahm dafür Erziehungs- und Betreuungsaufgaben, was am 27.11.1933 durch die Gründung der KdF (,,Kraft durch Freude") ihren Ausdruck fand. Die KdF betreute den Arbeiter im Alltag bis in die Freizeit hinein. Es gab verschiedene KdF-Organisationen, die z. B. Theateraufführungen, Weiterbildungskurse, Sportveranstaltungen und vor allem Wanderfahrten und Fernreisen anboten36. Es sollte sogar einen billigen (ca. 1000 RM) ,,KdF-Wagen" (den späteren Volkswagen) geben und der ,,Volksempfänger" ermöglichte vielen Menschen erstmals die Anschaffung eines Radios37. Diese Maßnahmen sowie die Erziehung der Jugend trugen zur Schaffung des sogenannten ,,gleichgeschalteten Staatsbürgers" (s. Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus II, S. 27 sowie in Buchners Kolleg Geschichte, S.415) bei.

Nach der Umorganisation gaben die im ,,Reichsstand der Deutschen Industrie" organisierten Arbeitgeber ihre Vorbehalte auf und traten der DAF bei 38. Die DAF war nun ,,Organisation aller schaffenden Deutschen der Stirn und der Faust" 39.

Im Frühjahr 1934 wurde die Organisation der DAF durch das ,,Gesetz zur Ordnung der Nationalen Arbeit" besiegelt. Die DAF zählte zuletzt ca. 25 Mio. Mitglieder und war neben der Freizeitgestaltung noch für die fachliche Berufsausbildung und -förderung und die politische Schulung der Arbeiter zuständig 40.

3.4. Die Gleichschaltung des geistigen und kulturellen Lebens

3.4.1. Erziehung und Bildung

3.4.1.1. Schulen und Universitäten

In den Schulen wurden 1933 neue Lehrpläne und Unterrichtsinhalte eingeführt. Es gab bis zu fünf Stunden Sport in der Woche, Geschichte und Deutsch wurden an nationalen, ,,völkischen" Zielsetzungen orientiert (Als Aufsatzthemen gab es z. B.: ,,Führer und Volk als wirkende Kräfte im Leben der Nation", ,,Der Soldat - das deutsche Mannesideal") und Biologie wurde durch das Fach ,,Rassenkunde" erweitert 41.

Durch das ,,Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" (Es verfügte die Entlassung von jüdischen und politisch missliebigen Beamten.) vom 7.4.1933 wurden im Schulbereich 22% der Schulräte entlassen 42.

An den Universitäten wurden aufgrund dieses Gesetzes vom 7.4.1933 bis zum 13.4.1933 prominente Staatsrechtler, Nationalökonomen, Soziologen und Historiker beurlaubt und entlassen. Ca. 15% der Hochschullehrer wurden entlassen und zur Auswanderung getrieben. Über 7600 Akademiker, darunter 1700 Hochschullehrer und 12 Nobelpreisträger, emigrierten 1933/34 in die USA 43.

Die Hochschullehrer wurden nicht mehr gewählt, sondern vom Reichserziehungsministerium, das am 1.5.1934 unter Leitung von Bernhard Rust gegründet wurde, bestimmt. Die Lehrbefähigung für Professoren wurde nun nicht mehr von den Universitäten erteilt, sondern vom Reichserziehungsministerium unter der Voraussetzung, dass der Hochschullehrer an einer nationalsozialistischen Schulung, dem ,,Dozentenlager", teilgenommen hatte 44. Ebenfalls eine wichtige Rolle an den Universitäten spielte der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB), in dem die Mitgliedschaft ab 1933 praktisch zwingend war. Er unterstützte den ,,Kampfbund für Deutsche Kultur" von Alfred Rosenberg bei der Säuberung von Akademien, Universitäten und Bibliotheken 45. Am 10.5.1933 fand in den Haupt- und Universitätsstädten die ,,Aktion wider den undeutschen Geist" des NSDStB statt. Dort wurden Bücher und Zeitschriften verbrannt, die auf seit April 1933 veröffentlichten schwarzen Listen zu finden waren. Bei der Bücherverbrennung in Berlin verkündete Goebbels: ,,Hier sinkt die geistige Grundlage der Novemberrepublik zu Boden." Angesichts der Tatsache, dass Werke von Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Berthold Brecht, Karl Marx Heinrich Heine u. v. a. m. verbrannt wurden, kann man bei Goebbels Zitat von Ulrich von Hutten in der gleichen Rede nur von einem schreiendem Zynismus sprechen: ,,Oh, Jahrhundert, oh Wissenschaft, es ist eine Lust zu leben."46

3.4.1.2. Die Hitlerjugend (HJ)

Die Hitlerjugend wurde 1926 als ,,Bund Deutscher Arbeiterjugend" gegründet. Ab 1939 war die Mitgliedschaft Pflicht. Jungen und Mädchen von 10 bis 14 Jahren waren im ,,Jungvolk" bzw. im ,,Jungmädelbund" organisiert. Die Jungen kamen von 14 bis 18 Jahren in die eigentliche HJ und die Mädchen in den ,,Bund Deutscher Mädel" (BDM) 47.

Kurz nach der Machtergreifung werden alle anderen Jugendorganisationen verboten und zwangsweise in die HJ eingegliedert, was ihre Mitgliederzahl auf ca. 5 Mio. ansteigen ließ 48. Am 1.12.1936 wurde das ,,Gesetz über die Hitlerjugend" erlassen. Es erklärte die HJ zur ,,Staatsjugend" und legte ihre Aufgaben fest: ,,Die gesamte deutsche Jugend ist außer in Elternhaus und Schule in der HJ körperlich, geistig und sittlich im Geiste des Nationalsozialismus zum Dienst am Volk und zur Volksgemeinschaft zu erziehen."49 Um diese Ziel zu erreichen wurde in der HJ das Bedürfnis der Jugendlichen nach Freiheit, Selbständigkeit, Gemeinschaft und Abenteuer ausgenutzt 50. Wöchentlich musste man an einem ,,Heimatabend" und an einem Sportnachmittag teilnehmen. Außerdem organisierte die HJ Ausflüge, Ferienlager, Sportveranstaltungen und verschiedene Feierstunden 51.

Um eine spezielle Parteielite zu erziehen, wurden ausgewählte Jugendliche auf Nationalpolitische Lehranstalten (Napola), NS-Ordensburgen oder auf die ,,Adolf-Hitler- Schulen" geschickt 52. Hitler sagte dazu: ,,In meinen Ordensburgen wird der schöne, sich selbst gebietende Gottmensch als kultisches Bild stehen und die Jugend auf die kommende Stufe der männlichen Reife vorbereiten..."53

3.4.1. . Gleichschaltung von Kultur und Presse

Die Voraussetzung für die Gleichschaltung von Kultur und Presse ist die Gründung des ,,Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda" (RMVP) am 13.3.1933 unter Leitung von Joseph Goebbels. Dem Ministerium angeschlossen wurde die am 22.9.1933 gegründete Reichskulturkammer (s. Abb.) mit ihren sieben Abteilungen. Die Zwangsmitgliedschaft war jedoch nur durch einen Ariernachweis möglich und ermöglichte wie das Berufsbeamtengesetz die ,,Säuberung des Kulturbereichs. Nichtmitglieder erhielten keine Arbeitserlaubnis 54.

3.4.2.1. Kultur

Die Kulturpolitik richtete sich gegen sogenannte ,,entartete" Kunst und ,,jüdische" Kunst, gegen ,,Kulturbolschewismus" und ,,Negerkultur" 55. Ziel war eine Rückbesinnung auf arische Werte wie Heldentum, Tapferkeit, Gehorsam, Opferbereitschaft, rastloser Arbeitseinsatz, bäuerliche Lebensweise und Heimatverbundenheit 56. Das sollte z. B. zu einer Erziehung zur ,,Wehrhaftigkeit" dienen.

Maler mussten z. B. in der Reichskammer der bildenden Künste organisiert sein, da sie sonst Malverbot erhielten. Es fanden sogar Ausstellungen über ,,entartete" Kunst wie 1937 in München statt 57. Am 31.5.1938 wurde das ,,Gesetz über die Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst" verkündet, durch das Kunstwerke entschädigungslos eingezogen werden konnten 58.

Durch solche Maßnahmen und durch die Vorgänge an den Universitäten ging das blühende kulturelle Leben der 20er Jahre zugrunde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.4.2.2. Presse

Ebenso wie Künstler in der Reichskammer der bildenden Künste mussten auch alle Journalisten in der Reichspressekammer bzw. in der Reichsrundfunkkammer Mitglied sein, da man sonst Berufsverbot erhielt. Außerdem musste man politisch angepasst und Arier sein (Berufsbeamtengesetz).

Vor allem die Kontrolle der Presse war für das Regime sehr wichtig, da Zeitungen und Zeitschriften die wichtigsten Informationsmedien waren und damit hauptsächlich zur Meinungsbildung beitrugen.

Durch die Rechstagsbrandverordnung war die linke Presse schon früh ausgeschaltet worden. Weiterhin wurden die Führungsposten des ,,Reichsverbandes der Deutschen Presse" mit NSDAP-Mitgliedern besetzt, Verlage und Pressedienste wurden zusammengeschlossen 59. Am 4.10.1933 wurde das ,,Schriftleitergesetz"60 erlassen: ,,Schriftleiter kann nur sein, wer: 1. die deutsche Reichsangehörigkeit besitzt, 2. die bürgerllichen Ehrenrechte und die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter nicht verloren hat, 3. arischer Abstammung ist und nicht mit einer Person nicht-arischer Abstammung verheiratet ist,...". Weiterhin wurden alle Schriftleiter (Redakteure) im ,,Reichsverband der Deutschen Presse" zusammengefasst und dieser zu einer ,,Körperschaft des öffentlichen Rechts erklärt. Durch dieses Gesetz konnte man Redaktionen von missliebigen und ,,politisch unzuverlässigen" Redakteuren säubern. Doch nicht nur dadurch wurde die Presse kontrolliert, sondern vor allem durch die tägliche Reichspressekonferenz, in der festgelegt wurde, was für Informationen in Artikeln verwendet werden durften. Es wurde sogar die Platzierung, sprachliche Regelungen, Länge und ungefährer Wortlaut festgelegt. Die Befolgung dieser Vorschriften wurde ebenfalls bei der Reichspressekonferenz überwacht.

Damit hatte das Regime die Macht Informationen zu lenken und die Bevölkerung nach Belieben zu manipulieren. Diese Tatsache ist vielleicht ein Grund dafür, warum Hitler seinen Krieg bis zum bitteren Ende führen konnte.

3. Fazit

Die Gleichschaltung diente Hitler dazu alle Gruppen der Gesellschaft auf seine Person auszurichten oder sie unter die Fahne des Nationalsozialismus zu stellen. Die Gleichschaltung war abgeschlossen, als Hitler am 2.8.1934 Reichspräsident wurde, da Hindenburg verstorben war. Damit gewann er eine unumschränkte Macht, die gerade durch Kompetenzunklarheiten seine Herrschaft stärkte, da er bei Streitigkeiten derjenige war, der für Ordnung sorgen konnte.

Die Errichtung dieses totalitären Systems war nach ungefähr eineinhalb Jahren abgeschlossen. Sie vollzog sich mit einer Dynamik, die alle ,,Zähmungsversuche" erstickte. Diese Dynamik rührte zum einen von dem Machthunger der Nationalsozialisten wie auch von ihrem ideologischen Fanatismus her, mit dem sie sich überall durchsetzen konnten. Jedoch wurden sie auch gnadenlos unterschätzt, da man sie für zu unerfahren in der Regierungsarbeit hielt, was sich später als ein folgenschwerer Fehler erweisen sollte und auch das Ausland (besonders England mit seiner Appeasement-Politik) lernte nichts aus den Erfahrungen der deutschen innenpolitischen Zähmungstaktik.

So schafften es die Nationalsozialisten die Opposition auszuschalten und ein Einparteiensystem zu errichten, wodurch das Parlament bedeutungslos wurde und nur noch ein Vorführinstrument Hitlers war. Der Föderalismus wurde abgeschafft und ein zentral regierter Einheitsstaat aufgebaut. Die Gewerkschaften und Verbände wurden aufgelöst. Die Presse wurde von oben gelenkt und schon in der Schule wurden die Kinder manipuliert. Diese Manipulation war auf dem ganzem vorgeplanten Lebensweg und in allen Lebensbereichen durch Propaganda und Bespitzelung gegeben.

Durch die faktische Abschaffung der Grundrechte waren die Menschen praktisch vom ,,Führerwillen" abhängig. Sie lebten nun in einem totalitären Staat, in dem man nur durch Anpassung überleben konnte, da man im Prinzip unter ständiger Kontrolle stand. Diese Kontrolle auf der einen Seite und auf der anderen Seite pseudoreligiöser Führerkult und Ideologie können helfen das Dritte Reich ein wenig zu verstehen und auch dabei helfen zu verstehen, wie es zu all den Greueln des Nationalsozialismus kommen konnte.

4. Quellenverzeichnis

Die Gleichschaltung

Die Grundlagen der Gleichschaltung

4.2.1933 ,,Notverordnung zum Schutz des deutschen Volkes" --> Einschränkungen der Presse- und Versammlungsfreiheit

28.2.1933 ,,Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat" (die sog. Reichstagsbrandverordnung) --> Beschränkung der meisten Grundrechte; Reichsregierung kann Funktion der Landesregierungen übernehmen

1.3.1933 ,,Verordnung gegen hochverräterische Umtriebe" als Zusatz zur

Reichstagsbrandverordnung --> Verschärfung der Reichstagsbrandverordnung

24.3.1933 ,,Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Staat" (Ermächtigungsgesetz) --> Reichsregierung kann Gesetze beschließen und Verträge mit anderen Staaten schließen · ,,Verfassung" des Dritten Reichs

Die Gleichschaltung der L ä nder

31.3.1933 ,,Vorläufiges Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich" --> Landesregierungen können Gesetze beschließen; Landtage werden nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen umgebildet

7.4.1933 ,,Zweites Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich" --> Einsetzung von elf Reichsstatthaltern als Beauftragte der Reichsregierung, aber auch als Landesvertreter

30.1.1934 ,,Gesetz über den Neuaufbau des Reiches" --> Auflösung der Landtage, Entmachtung der Länder und ihrer Regierungen

14.2.1934 Auflösung des Reichsrats unter Bruch des Ermächtigungsgesetzes

- zentral regierter Einheitsstaat

Die Gleichschaltung der Parteien

2.2.1933 Verbot aller Zusammenkünfte und Kundgebungen der Kommunisten in Preußen und Hausdurchsuchungen

4.2.1933 ,,Notverordnung zum Schutz des deutschen Volkes" (s. o.)

28.2.1933 ,,Reichstagsbrandverordnung"

1.3.1933 Zusatz zur ,,Reichstagsbrandverordnung" · Verhaftung von ca. 10.000 Kommunisten

5.3.1933 Nach den Reichstagswahlen werden die KPD-Mandate gestrichen.

26.5.1933 Parteibesitz der KPD wird beschlagnahmt

22.6.1933 Verbot der SPD

27.6.1933 Selbstauflösung der DVP und der DNVP (,,Freundschaftsabkommen")

28.6.1933 Verbot der DDP

4.7.1933 Selbstauflösung der BVP

5.7.1933 Selbstauflösung des Zentrums

14.7.1933 ,,Gesetz gegen die Neubildung von Parteien" und ,,Gesetz über die Volksbefragung"

1.12.1933 ,,Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat" --> NSDAP wird zur Einheitspartei

- Einparteienstaat

Die Gleichschaltung der Gewerkschaften

1.5.1933 ,,Tag der nationalen Arbeit" (im April von Hitler zum Feiertag erklärt)

2.5.1933 Zerschlagung der Gewerkschaften durch SA-Verbände (Besetzung von Gewerkschäftshäusern, Büros, Banken und Redaktionen der Gewerkschaften und Beschlagnahmung ihres Vermögens)

--> Gründnung der DAF (Deutsche Arbeitsfront)

Juni 1933 ,,Treuhänder der Arbeit" werden eingesetzt.

Nov. 1933 Verlust aller gewerkschaftlichen Funktionen (Tarifpolitik...)

27.11.1933 Gründung der KdF (,,Kraft durch Freude") --> DAF übernimmt Erziehungs- und Betreuungsaufgaben

- Beitritt der Unternehmer --> Vereinigung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern 1934 ,,Gesetz zur Ordnung der Nationalen Arbeit" --> Organisationsstruktur der DAF wird festgelegt

Die Gleichschaltung von Schulen und Universit ä ten

- nach der Machtergreifung Einführung neuer Lehrpläne und Unterrichtsinhalte (,,völkische" Zielsetzung)

7.4.1933 ,,Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" --> Es verfügte die Entlassung von jüdischen und politisch missliebigen Beamten. · Säuberung der Universitäten

- Hochschullehrer wurden nicht mehr gewählt, sondern vom Reichserziehungsministerium eingesetzt. Die Lehrbefähigung für Professoren wurde nur noch nach der Teilnahme an einer nationalsozialistischen Schulung (,,Dozentenlager") erteilt.

April 1933 Anfertigung von schwarzen Listen für Bücher, Zeitschriften usw.

10.5.1933 Bücherverbrennungen in ganz Deutschland (,,Aktion wider den undeutschen Geist")

Die Hitlerjugend

- Jungen und Mädchen von 10 bis 14 Jahren --> ,,Jungvolk"
- Jungen von 14 bis 18 Jahren --> eigentliche HJ
- Mädchen von 14 bis 18 Jahren --> ,,Bund Deutscher Mädel" (BDM), danach NSFrauenschaft
- nach der Machergreifung Verbot aller anderen Jugendorganisationen oder Zwangseingliederung

1.12.1936 ,,Gesetz über die Hitlerjugend" --> HJ wird zur ,,Staatsjugend" erklärt Ab 1939 ist die HJ-Mitgliedschaft Pflicht.

Die Gleichschaltung von Kultur und Presse

13.3.1933 Gründung des ,,Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda" (RMVP)

22.9.1933 Gründung der Reichskulturkammer, dem RMVP angeschlossen --> Zwangsmitgliedschaft, Ariernachweis

Kultur

- Kulturpolitik gegen ,,entartete" und ,,jüdische" Kunst
- Rückbesinnung auf arische Werte

31.5.1938 ,,Gesetz über die Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst" --> Kunstwerke konnten entschädigungslos eingezogen werden

Presse

4.10.1933 ,,Schriftleitergesetz" --> Säuberung der Redaktionen von politisch

,,unzuverlässigen" und missliebigen Schriftleitern (Redakteuren)

- Reichspressekonferenzen --> Filterung der Informationen und Richtlinien für die Veröffentlichung

- Manipulation der Bevölkerung

[...]


1 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus I, S. 33;

2, 3, 4, 5 J. Benoist-Méchin: Auf dem Wege zur Macht 1925-1937, S. 94/95/97

6 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus I, S. 42/43

7 J. Benoist-Méchin: Auf dem Wege zur Macht 1925-1937, S. 101

8, 9 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus I, S. 44

10 J. Benoist-Méchin: Auf dem Wege zur Macht 1925-1937, S. 106

11 Sellen, Geschichte 2, S. 112

12, 13, 14, 15 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus I, S. 39/40

16 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus I, S. 39 und J. BenoistMéchin: Auf dem Wege zur Macht 1925-1937, S. 115

17 J. Benoist-Méchin: Auf dem Wege zur Macht 1925-1937, S. 119

18 Hildebrand, Das Dritte Reich, S. 6

19 J. Benoist-Méchin: Auf dem Wege zur Macht 1925-1937, S. 91

20, 21 J. Benoist-Méchin: Auf dem Wege zur Macht 1925-1937, S. 97/98

22 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus I, S. 40

23, 24, 25, 26, 27, 28, 29 Informationen zur politischen Bildung,

Nationalsozialismus I, S. 44/45/46/47

30 Sellen, Geschichte 2, S. 113

31, 32, 33 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus I, S. 47/48

34, 35, 36 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus II, S. 27

37 Sellen, Geschichte 2, S. 113

38 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus II, S. 27

39 Sellen, Geschichte 2, S. 113

40 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus II, S. 27

41, 42 Sellen, Geschichte 2, S. 111/112

43 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus I, S. 51

44, 45 Sellen, Geschichte 2, S. 111/112/113

46 Informationen zur politischen Bildung, Nationalsozialismus I, S. 51/52

47 Sellen, Geschichte 2, S. 112

48 Encarta 99 Enzyklopädie, ,,Hitlerjugend"

49 Quellenbuch, Das nationalsozialistische Herrschaftssystem, S.87/88

50 Sellen, Geschichte 2, S. 112

51 Encarta 99 Enzyklopädie, ,,Hitlerjugend"

52 Sellen, Geschichte 2, S. 112

53 Quellenbuch, Das nationalsozialistische Herrschaftssystem, S.88

54, 55 Sellen, Geschichte 2, S. 113/114

56, 57 Buchners Kolleg Geschichte, S. 409

58 Quellenbuch, Das nationalsozialistische Herrschaftssystem, S. 96/97

59 Sellen, Geschichte 2, S. 113

60 Quellenbuch, Das nationalsozialistische Herrschaftssystem, S. 90/91

17 von 17 Seiten

Details

Titel
Die Gleichschaltung
Autor
Jahr
2000
Seiten
17
Katalognummer
V97946
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gleichschaltung
Arbeit zitieren
Sebastian Seng (Autor), 2000, Die Gleichschaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97946

Kommentare

  • Gast am 2.7.2003

    Du bist meine Rettung !!!.

    genau das was ich gesucht habe - muss morgen halten - und hatte keine zeit was vorzubereiten. ich les mir noch einiges dazu durch dass ich halbwegs glaubhaft rüberkomm - verdammt ist das cool :)

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