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Soziale Erwünschtheit im Arzt-Patienten-Gespräch. Abfrage medizinisch relevanter Informationen

Title: Soziale Erwünschtheit im Arzt-Patienten-Gespräch. Abfrage medizinisch relevanter Informationen

Term Paper , 2020 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jenny Smolka (Author)

Psychology - Social Psychology
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Ziel der Arbeit ist es, zu evaluieren, inwiefern Antwortverzerrungen im Gespräch zwischen Arzt und Patient vermieden werden können. Die Forschungsfrage lautet konkret: Wie können Tendenzen sozial erwünschter Äußerungen bei Abfrage medizinisch relevanter Informationen in der Anamnese im Arzt-Patienten-Gespräch vermieden werden?

Welcher Patient würde beim Arzt auf Nachfrage seinen Drogenkonsum wahrheitsgetreu angeben? Wer Angst vor gesellschaftlicher Ablehnung hat, verzerrt seine Antwort und folglich die Wahrheit. Die Arbeit thematisiert diese Antwortverzerrung, genannt Soziale Erwünschtheit und transferiert sie auf den medizinischen Kontext des Arzt-Patienten-Gesprächs. Die gewählte Grundthematik fällt in den Gegenstandsbereich der Sozialpsychologie, da sich diese auseinandersetzt mit dem Versuch zu verstehen und zu erklären, wie Denken, Fühlen und Verhalten von Individuen durch die tatsächliche, vorgestellte oder implizite Anwesenheit anderer beeinflusst werden.

Häufig fußen sozialpsychologische Untersuchungen ausschließlich auf Selbstbeurteilungen, da diese unter anderem von Probanden schnell und einfach durchgeführt werden können. Selbstbeurteilungen sind jedoch besonders anfällig für Antwortverzerrungen. Der Effekt der sozialen Erwünschtheit bedroht dabei die Konstruktvalidität psychologischer Tests und stellt somit die allgemeine Gültigkeit der Testergebnisse infrage.

Folglich ist es von hoher Bedeutung, weiterhin Forschung zu diesem Thema zu betreiben, um Entstehungsbedingungen sozial erwünschter Antworten zu ermitteln und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Das vor allem, um das grundsätzliche Gütekriterium der Validität zu erhöhen. Ferner bietet es sich an, von bereits gewonnenen Erkenntnissen zu profitieren durch den Transfer auf andere Kontexte – wie hier ein Anamnese-Gespräch. Da Hausärzte ihre Patienten oftmals lebenslang betreuen, ist es bedeutsam, schon beim Erstkontakt mit dem Hausarzt sozial erwünschte Antworttendenzen mittels erforschter Methodik reduzieren oder gar vollständig vermeiden und Vertrauen aufbauen zu können.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beispiel: Patient X

2.1 Bedeutung der Hausarztversorgung

2.2 Anamnese und Exploration

3 Soziale Erwünschtheit

3.1 Definition und Typen

3.2 Entstehungsbedingungen

4 Vermeidung sozialer Erwünschtheit

4.1 Rational-Choice-Ansatz

4.2 Wording-Effekte

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sozialen Erwünschtheit in der medizinischen Anamnese und evaluiert Strategien zur Vermeidung von Antwortverzerrungen, insbesondere bei sensiblen Themen wie dem Drogenkonsum im Arzt-Patienten-Gespräch.

  • Analyse des psychologischen Phänomens der sozialen Erwünschtheit (Impression Management).
  • Anwendung des Rational-Choice-Ansatzes zur Identifikation von Verzerrungsdeterminanten.
  • Untersuchung von Wording-Effekten auf die Antwortqualität.
  • Übertragung theoretischer sozialpsychologischer Erkenntnisse auf das klinische Anamnesegespräch.
  • Entwicklung praktischer Handlungsempfehlungen für Hausärzte.

Auszug aus dem Buch

3.1 Definition und Typen

Bei einer geforderten Selbsteinschätzung tendieren Personen dazu, diejenige Antwort zu geben, von der sie erwarten, dass sie sozial erwünscht respektive gebilligt ist. Ergo wird die tatsächlich zutreffende Antwort verzerrt. Dahinter steckt Angst vor gesellschaftlicher Ablehnung oder Nachteilen (Dorsch – Lexikon der Psychologie, 2017, S. 1576). Das tritt unter anderem bei Fragen zur Sexualität oder Drogenkonsum auf (Stocké, 2004, S. 303). Zu unterscheiden sind vier Typen der sozialen Erwünschtheit, die sich in dem jeweiligen Motiv unterscheiden: impression management, self deception, egoistic bias und moralistic bias. Das Motiv des Patienten X‘ ist das impression management, zu Deutsch Eindrucksmanagement (Dorsch – Lexikon der Psychologie, 2017, S. 1576). Hierbei steuert der Patient den Eindruck, den sich der Arzt von ihm macht, intentional in sozial erwünschter Weise (Stapf & Heil, o. J., o. S.). Dadurch ergibt sich der Begriff der „Fremdtäuschung“. Auf das impresssion management wird im nachfolgenden Kapitel näher eingegangen. Die Typen self deception, unbewusste Selbsttäuschung; egoistic bias, Übertreibung des eigenen Status‘ und moralistic bias, Inanspruchnahme angesehener Attribute sind hier auf Bezugnahme des Beispiels irrelevant und bedürfen keiner weiteren Betrachtung (Dorsch – Lexikon der Psychologie, 2017, S. 1576).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das sozialpsychologische Problem der Antwortverzerrung durch soziale Erwünschtheit ein und verknüpft dieses mit der klinischen Bedeutung der Anamnese.

2 Beispiel: Patient X: Dieses Kapitel stellt ein Fallbeispiel eines jugendlichen Patienten vor, bei dem die Abfrage von Drogenkonsum durch einen fremden Arzt ohne Vertrauensbasis erfolgt.

3 Soziale Erwünschtheit: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Begriffs, die verschiedenen Typen der Verzerrung und die psychologischen Entstehungsbedingungen detailliert erläutert.

4 Vermeidung sozialer Erwünschtheit: Das Kapitel überträgt den Rational-Choice-Ansatz und Erkenntnisse zu Wording-Effekten auf das Anamnesegespräch, um praktische Leitfäden zur Wahrheitsfindung zu entwickeln.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert weitere Forschung zur Validität in Kontexten, in denen klassische Anonymisierungsstrategien nicht anwendbar sind.

Schlüsselwörter

Soziale Erwünschtheit, Antwortverzerrung, Anamnese, Arzt-Patienten-Gespräch, Sozialpsychologie, Rational-Choice-Ansatz, Eindrucksmanagement, Wording-Effekte, Suchtanamnese, Validität, Gesprächsführung, Patientenbeziehung, Diagnostik, Selbstbeurteilung, Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Problematik, dass Patienten bei medizinischen Befragungen unbewusst oder bewusst falsche Angaben machen, um in einem besseren Licht zu erscheinen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Theorie der sozialen Erwünschtheit, die Rolle von Anonymität und Privatheit sowie die Auswirkung der Fragestellung auf die Qualität medizinischer Daten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Methoden zu evaluieren, wie Mediziner durch geschickte Gesprächsführung und Beachtung sozialpsychologischer Faktoren die Ehrlichkeit des Patienten fördern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sozialpsychologischer Modelle, insbesondere des Rational-Choice-Ansatzes, und wendet diese auf ein konkretes klinisches Fallbeispiel an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der sozialen Erwünschtheit sowie die praktische Anwendung von Lösungsansätzen zur Reduzierung von Antwortverzerrungen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Soziale Erwünschtheit, Anamnese, Eindrucksmanagement, Rational-Choice-Theorie und ärztliche Gesprächsführung charakterisieren.

Welche Bedeutung hat der Rational-Choice-Ansatz in diesem Kontext?

Der Ansatz erklärt das Antwortverhalten als Abwägungsprozess des Befragten, wobei der Patient versucht, das Risiko für negative Sanktionen zu minimieren und sein Anerkennungsbedürfnis zu maximieren.

Warum ist das Beispiel des Patienten X für die Argumentation wichtig?

Patient X dient als praktisches Szenario, um aufzuzeigen, wie äußere Bedingungen, wie ein fehlendes Vertrauensverhältnis zum Arzt, die soziale Erwünschtheit provozieren.

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Details

Title
Soziale Erwünschtheit im Arzt-Patienten-Gespräch. Abfrage medizinisch relevanter Informationen
College
University of Applied Sciences Hamburg  (Gesundheit und Pflege)
Course
Sozialpsychologie
Grade
1,0
Author
Jenny Smolka (Author)
Publication Year
2020
Pages
12
Catalog Number
V979585
ISBN (eBook)
9783346330154
ISBN (Book)
9783346330161
Language
German
Tags
Soziale Erwünschtheit Sozialpsychologie HFH Medizin Arzt Patient Anamnese Lügen Wahrheit Vertrauen Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jenny Smolka (Author), 2020, Soziale Erwünschtheit im Arzt-Patienten-Gespräch. Abfrage medizinisch relevanter Informationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/979585
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