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Die Entwicklung der Presselandschaft in der Weimarer Republik. Die Trennung von Politik und Unterhaltung

Titel: Die Entwicklung der Presselandschaft in der Weimarer Republik. Die Trennung von Politik und Unterhaltung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Charlotte Steinhauer (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war nicht nur eine Zeit ökonomischer wie auch gesellschaftlicher Veränderungen in Deutschland, auch das Zeitungswesen erfuhr während der sich anschließenden Weimarer Republik einen tiefgreifenden Wandel. So wie sich die Gesellschaft, besonders in der wachsenden Metropole Berlin, zu einer starken Konsumorientierung hin entwickelte, durchlief auch die Tagespresse eine Kommerzialisierung. In dieser Zeit wurde die Zeitung zum Massenmedium und diente nicht mehr der reinen politischen Information eines begrenzten Leserpublikums, sondern der Unterhaltung eines breiten Publikums.

Zwei Tendenzen werden bei der näheren Betrachtung der Tagespresse in der Weimarer Republik deutlich. Zum einen ein steigendes Bedürfnis nach der stets aktuellsten Information sowie nach Ablenkung und Unterhaltung. Dies äußerte sich in der Entstehung neuer Arten von Tageszeitungen, bereits zu Beginn des Jahrhunderts und deren zunehmende Popularität während der folgenden Jahrzehnte. Der Generalanzeiger und das Boulevardblatt setzten sich als dominante Vertreter der täglich erscheinenden Printmedien durch, während es zu einem Rückgang der Auflagen von parteipolitischer Presse kam. Zum anderen zeigt sich jedoch eine steigende Politisierung der auf den ersten Blick damit als unpolitisch erscheinenden Tagespresse.

Die vorgestellten Charakteristika der Presselandschaft zur Zeit der Weimarer Republik leiten auch zu deren Problemstellung. Die zeitgenössische Tagespresse befand sich in einem Spannungsverhältnis zwischen Politik und Unterhaltung. Dieses Verhältnis soll in der hier eingeleiteten Arbeit näher beleuchtet werden. Während die bereits vorliegende Forschung dieses Themenbereichs meist eine einseitige Konzentration, entweder auf die politische Wirkung der Presse oder auf deren unpolitisches Moment, aufweist, soll in dieser Seminararbeit der Frage nachgegangen werden, inwieweit eine solche klare Trennung von Politik und Unterhaltung in der damaligen Tagespresse zu finden ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der Presselandschaft, näher der Tagespresse in der Weimarer Republik

2.1 Allgemeine Entwicklungstendenzen der Tagespresse zu Beginn des 20. Jahrhunderts und deren Ausformung in der Weimarer Republik

2.2 Die Entwicklung des Generalanzeigers zum dominanten Zeitungsmedium

2.3 Das Boulevardblatt als jüngste Form der Massenzeitung

2.4 Krise der parteipolitischen Presse

3. „Unpolitische“ Presse vs. „politische“ Presse?

3.1 Verschiebungen der Machtstrukturen auf dem Zeitungsmarkt

3.2 Zunehmende politische Instrumentalisierung der Tagespresse

3.3 Suche nach neuen Vermittlungsformen: Tendenzen der Kommerzialisierung der parteipolitischen Presse

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Politik und Unterhaltung in der deutschen Tagespresse während der Weimarer Republik und analysiert, inwieweit die damalige Presse eine klare Trennung dieser Bereiche zuließ oder ob eine zunehmende Instrumentalisierung stattfand.

  • Entwicklungstendenzen der Tagespresse in der Weimarer Zeit
  • Rolle und Finanzierung von Generalanzeigern und Boulevardblättern
  • Herausforderungen und Krise der parteipolitischen Presse
  • Marktmacht und politischer Einfluss privater Medienunternehmer
  • Instrumentalisierung der Presse für politische Interessen und Verleumdungskampagnen

Auszug aus dem Buch

2.3 Das Boulevardblatt als jüngste Form der Massenzeitung

Innerhalb der vielfältigen Presselandschaft der Weimarer Republik sticht die immer dominanter werdende Position eines weiteren Zeitungstyps heraus, des Boulevardblatts. Besonders die „(...) Intensivierung der Unterhaltungsfunktion (...)“ (Faulstich 2012, S. 52) und die steigenden wirtschaftlichen Interessen der Verleger der Presse in der Weimarer Republik kristallisieren sich in Inhalt und Form dieses jüngeren Printmediums.

Bereits 1904 brachte der Ullstein-Verlag eine Zeitung heraus, die sich von den klassischen Tageszeitungen unterschied. Die Berliner Zeitung (kurz BZ) am Mittag war mit nur acht Minuten von der telefonischen Berichterstattung über den Druck bis zur Verbreitung über den Straßenverkauf die „(...) schnellste Zeitung der Welt.“ (Asmuss 1993, S. 49-50). Anlass war der Versuch Leopold Ullsteins die Auflage seiner Zeitungen zu erhöhen, indem er den Leserkreis erweiterte. Besonders die unteren Einkommensschichten der Bevölkerung konnten mit den zu abonnierenden Zeitungen nur schwer erreicht werden, denn die nicht unerhebliche Summe von fünf Reichsmark musste im Voraus bezahlt werden.

Durch den direkten Charakter des Straßenverkaufs konnte sich der Leser nun jeden Tag von neuem entscheiden die Zeitung zu kaufen oder nicht. Mit dieser neuen Art der Vermarktung wollte der Verlag sich „(...) der Kaufkraft und den Kaufgewohnheiten des kleinen Mannes auf der Straße anpasse(n).“ (Albrecht, S. 14). Dies führte jedoch auch zu einem täglich neuen Wettbewerb um die Gunst der Käufer, in dem jede neue Zeitungsausgabe so interessant und aktuell sein musste, dass sie gekauft wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel des Zeitungswesens in der Weimarer Republik hin zum Massenmedium und stellt die Forschungsfrage nach der Trennbarkeit von Politik und Unterhaltung.

2. Darstellung der Presselandschaft, näher der Tagespresse in der Weimarer Republik: Dieses Kapitel analysiert die technischen und wirtschaftlichen Entwicklungstendenzen, die zur Dominanz von Generalanzeigern und Boulevardblättern sowie zur Krise der parteipolitischen Presse führten.

3. „Unpolitische“ Presse vs. „politische“ Presse?: Das Kapitel untersucht die Machtverschiebungen auf dem Zeitungsmarkt, die Rolle privater Medieninvestoren und die zunehmende politische Instrumentalisierung vermeintlich unpolitischer Blätter.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Presse der Weimarer Republik in einem ständigen Spannungsfeld zwischen Unterhaltungsanspruch und politischer Propaganda stand, was eine einfache Kategorisierung als „politisch“ oder „unpolitisch“ unmöglich macht.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Tagespresse, Generalanzeiger, Boulevardblatt, Parteipresse, Kommerzialisierung, Massenmedien, Politische Instrumentalisierung, Medienkonzerne, Alfred Hugenberg, Willi Münzenberg, Journalismus, Unterhaltung, Pressekonzentration, Zeitungsmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Struktur und den inhaltlichen Wandel der deutschen Tagespresse während der Weimarer Republik im Kontext von ökonomischen und politischen Einflüssen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Generalanzeigern und Boulevardblättern, der Krise der parteigebundenen Presse und der Rolle privater Verleger.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob eine klare Trennung von politischer Berichterstattung und Unterhaltung in der damaligen Presse existierte oder ob beide Bereiche eng miteinander verflochten waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienhistorische Analyse, die auf der Auswertung vorhandener Forschungsliteratur zur Presselandschaft der Weimarer Republik basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Entwicklungstendenzen, die spezifische Analyse verschiedener Zeitungstypen sowie die Untersuchung der politischen Machtausübung durch Medienunternehmer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Weimarer Republik, Tagespresse, Kommerzialisierung, Boulevardpresse und die Instrumentalisierung durch Medienkonzerne.

Wie haben Verleger wie Alfred Hugenberg die Presse beeinflusst?

Hugenberg nutzte seine Medienkonzerne systematisch zur Verbreitung der politischen Interessen seiner Partei und zur Einflussnahme auf die öffentliche Meinung.

Warum steckten die parteipolitischen Zeitungen in einer Krise?

Sie waren oft nicht profitabel und konnten im harten Wettbewerb mit den populären, kommerziell orientierten Generalanzeigern und Boulevardblättern kaum bestehen.

Inwiefern waren Boulevardblätter politisch wirksam?

Obwohl sie primär auf Unterhaltung abzielten, nutzten sie häufig subjektive Berichterstattung oder Kampagnen, um politische Gegner zu diskreditieren und die politische Stimmung im Land zu beeinflussen.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Entwicklung der Presselandschaft in der Weimarer Republik. Die Trennung von Politik und Unterhaltung
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Geschichtswissenschaftliches Institut)
Note
1,7
Autor
Charlotte Steinhauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
23
Katalognummer
V979834
ISBN (eBook)
9783346332257
ISBN (Buch)
9783346332264
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weimarer Republik Presse Politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Charlotte Steinhauer (Autor:in), 2016, Die Entwicklung der Presselandschaft in der Weimarer Republik. Die Trennung von Politik und Unterhaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/979834
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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