Die Kuba-Krise


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

9 Seiten, Note: sehr gut


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Kathrin Valerius

Die Kubakrise (,,Raketenkrise")

Schritte zur Unabhängigkeit - ein kurzer Abriss über die kubanische Geschichte

Kuba wurde im Jahr 1763 im Tausch gegen Florida spanische Kolonie. Seitdem hat es auf der Insel mehrere Aufstände gegen die Kolonialherren gegeben, doch das Ziel - die Unabhängigkeit - wurde erst später erreicht. Durch einen Aufstand, der von José Martí vorbereitet worden war, begann der Spanisch - Amerikanische Krieg (1898), in dem Spanien unterlag. Im Frieden von Paris (10. Dez. 1898) entließ Spanien die Kolonie in die Unabhängigkeit.

Vom amerikanischen Protektorat zu Castros Revolution

Zunächst wurde Kuba jedoch von einer US-amerikanischen Militärregierung geleitet (bis zum 20. Mai 1902). Kuba erhielt danach zwar den Status einer Republik, doch die USA behielten sich ein Interventionsrecht vor1. In dieser Zeit geriet der Inselstaat immer mehr in eine politische und vor allem wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA (so waren die Vereinigten Staaten beispielsweise Hauptabnehmer für kubanischen Zucker und Tabak). Dennoch annektierten die Vereinigten Staaten Kuba nicht, sondern übernahmen nur die ,,Treuhandschaft" für die Insel, bis sie wieder einigermaßen politisch stabil sei. Unruhen und Aufstände führten dazu, dass die USA immer wieder Gebrauch von ihrem Interventionsrecht machten. Die Truppen der Vereinigten Staaten wurden zwar 1922 größtenteils abgezogen2, aber erst 1934 hielten die USA eine kubanische Regierung für so stabil, dass sie auf ihr Interventionsrecht verzichteten3.

Fulgencio Batista y Zaldívar, der seit 1940 kubanischer Präsident war und 1944 die Wahlen verlor, riß 1952 die Macht mit Hilfe der Armee erneut an sich und machte sich so zum Diktator.

In der Regierungszeit Batistas entwickelte sich Kuba zum Tummelplatz amerikanischen Kapitals. Besonders in den Zuckerrohranbau flossen viele Investitionen.

Der kubanische Widerstand gegen Batistas Diktatur gipfelte in der Revolution, angeführt von Fidel Castro Ruz, einem jungen Anwalt, und dem argentinischen Arzt Ernesto ,,Che" Guevara.

Nach der Machtübernahme durch Castro im Februar 1959 wurden bald die kubanische Landwirtschaft und Industrie verstaatlicht. Davon waren auch einige US-Unternehmen betroffen (hauptsächlich Zucker- und Erdölraffinerien). Der gesamte amerikanische Besitz auf der Insel wurde bis Ende 1960 enteignet. Es handelte sich dabei um Vermögenswerte von etwa einer Milliarde US-Dollar.

Bruch mit den USA

Als Reaktion hierauf verhängten die USA (unter Präsident Eisenhower) ein Handelsembargo. Doch diese Maßnahme bewirkte, dass Kuba sich wirtschaftlich und militärisch immer mehr der Sowjetunion annäherte. Während die Vereinigten Staaten im Januar 1961 alle diplomatischen Beziehungen zu Kuba abbrachen, funktionierten die diplomatischen Beziehungen Kubas zur UdSSR sehr gut.4

Die USA hatten ihren Einfluss auf Kuba weitgehend verloren. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges bedeutet dies immerhin eine Niederlage gegen die UdSSR.

Castro bekannte sich nun öffentlich zum Kommunismus (16. April 1961). Mit Hilfe der Sowjetunion hatte er in Kuba ein sozialistisches Regime errichtet (am 2. November 1961 verkündete er den sozialistischen Charakter der Republik Kuba). Gewissermaßen hat Kuba so seine Abhängigkeit von den USA gegen eine Abhängigkeit von der UdSSR eingetauscht. Dadurch wird erneut deutlich, wie hier die Interessen der beiden Großmächte miteinander in Konflikt gerieten.

Invasion in der Schweinebucht

Auf die USA wirkten die Abkommen, die Kuba mit der Sowjetunion schloß, wie ein Schock: deshalb unterstützte das State Department das Vorhaben der (hauptsächlich in Florida lebenden) Exilkubaner, eine Invasion in der sog. ,,Schweinebucht" (Playa Girón) zu starten. Die Vereinigten Staaten sahen ihre Sicherheitsinteressen bedroht. Das Unternehmen war ein letzter Versuch, den Einfluß auf Kuba zurück zugewinnen. Die Vorbereitungen dazu hatten bereits ein Jahr zuvor unter Eisenhower begonnen. Kennedy als sein Nachfolger genehmigte den Plan. Als die rund 1300 Exilkubaner am 17. April 1961 unter der Leitung der CIA in der Bucht landeten, waren sie überzeugt, dass ihre Aktion in Kuba eine Gegenrevolution auslösen würde. Ihr Ziel war der Sturz der Castro - Regierung. Doch das Gegenteil war der Fall: Castros Position wurde durch den Vorfall enorm gestärkt. Die Invasion scheiterte innerhalb weniger Tage. 1179 Exilkubaner wurden gefangengenommen. Diese Gefangenen wurden später gegen amerikanische Medikamente und Lebensmittel im Wert von ca. 50 Mio $ ausgetauscht. Für Castro war dieses ,,Schweinebuchtfiasko" ein glänzender Sieg, in den Vereinigten Staaten jedoch machte sich - ausgelöst durch den Kalten Krieg - eine übersteigerte Furcht breit, vor allem, da die Sowjetunion mit einer Intervention auf Kuba drohte.

Am Rande des Atomkriegs

Schon ein Jahr später stellte sich heraus, dass die Angst der Amerikaner, so dicht vor ihrer Küste (praktisch ,,vor der Haustür") einen kommunistischen Staat als gefährlichen Gegner zu haben, durchaus begründet war: Kuba einigte sich im Juli 1962 mit der UdSSR über die Stationierung von sowjetischen Mittelstreckenraketen mit nuklearen Sprengköpfen an mehreren Standorten auf der Insel (siehe Karte). Ende August unterschrieb Ernesto Guevara den Vertrag über die Raketenstationierung, und bald darauf begann der Bau der Abschußrampen.

Der Vorteil für Kuba liegt auf der Hand: dank sowjetischer Waffen und technischer Berater war Kuba auf dem Weg, das militärisch bestgerüstete Land Lateinamerikas zu werden. Die Sowjetunion verfolgte mit der Installierung dieser Waffen hauptsächlich vier Ziele:

1. Absicherung des Castro - Regimes gegen eine erneute Invasion
2. Etablierung eines sowjetischen Vorpostens in der amerikanischen Hemisphäre (als Ausgleich zu den in der Türkei stationierten nordamerikanischen Raketen)
3. Gewinn einer zusätzlichen nuklearen Stellung gegenüber den USA und der Möglichkeit, der waffentechnischen Überlegenheit der USA zu begegnen (· Gleichgewicht der Kräfte wiederherstellen)
4. Ausgleich der strategischen Überlegenheit der USA und Erreichen eines Vorteils in der Berlin-Krise. (Hätten die USA auf Kuba gegen die Stationierung der Raketen interveniert, wären sowjetische Truppen in Westberlin einmarschiert!)

Es lag nicht in der Absicht Kubas oder der Sowjetunion, die Raketenbasen vor den USA geheimzuhalten: im Gegenteil sollte ihre Entdeckung Teil des Mechanismus der Abschreckung sein. Mitte Oktober wurden von amerikanischen Aufklärungsflugzeugen Fotos gemacht, die die Abschußrampen zeigten. Man war sich sofort darüber im klaren, dass diese Basen die gesamte amerikanische Ostküste bedrohten. Die Raketen waren fast einsatzbereit, als der amerikanische Präsident J. F. Kennedy am 22. Oktober 1962 in einer Fernsehansprache die Öffentlichkeit in ausmalenden Worten über die dramatische Situation informierte, was die Angst in der Bevölkerung in Panik umschlagen ließ. Gleichzeitig forderte er die UdSSR ultimativ auf, die Raketenbasen abzubauen und die bereits stationierten Raketen abzuziehen. Zusätzlich verhängte er eine "Quarantäne" über Kuba5, um die Lieferung weiterer Waffen zu verhindern und bat die Organisation Amerikanischer Staaten und die UNO um Vermittlung.

Auszug aus der Fernsehansprache Kennedys:

Im Laufe der letzten Wochen haben eindeutige Beweise die Tatsache erhärtet, dass derzeit auf dieser unterdrückten Insel mehrere Anlagen für Angriffsraketen errichtet werden. Der Zweck dieser Anlagen kann nur darin bestehen, die Möglichkeit eines Atomschlages gegen die westliche Hemisphäre zu schaffen ... Wir werden das Risiko eines weltweiten Atomkrieges nicht voreilig eingehen Wir werden dieses Risiko aber auch nicht scheuen, falls es zu irgendeinem Zeitpunkt eingegangen werden muß .

Am 25. Oktober konfrontierte der amerikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Adlai Stevenson, die sowjetische Delegation mit Fotos von U2- Aufklärungsflugzeugen.

Zunächst mobilisierten die USA, Kuba und die UdSSR, und zeitweilig bestand tatsächlich die Gefahr eines nuklearen Zusammenstoßes der beiden Weltmächte. Daraufhin gab es nach dem vermittelnden Eingreifen des UNO-Generalsekretärs einen geheimen Briefwechsel zwischen Kennedy und dem sowjetischen Ministerpräsidenten Nikita Chruschtschow. In einem Brief protestierte Chruschtschow gegen die von den USA verhängte sogenannte ,,Quarantäne", indem er versicherte, die 18 Frachter, die sich auf dem Weg nach Kuba befanden, hätten keine Waffen mehr an Bord. Diese Aussage erklärt aber nicht, warum 2 der Schiffe die Kontrollen passierten, während die restlichen abdrehten und wieder in Richtung Heimat fuhren. Außerdem wehrte sich Chruschtschow vehement dagegen, die Raketen auf Kuba als ,,Offensivwaffen" zu bezeichnen. Sie seien vielmehr bloße ,,Defensivwaffen", um Kuba vor der Bedrohung durch die USA zu schützen.

Auf die Forderung Chruschtschows, die Amerikaner müßten zuerst die Raketen aus der Türkei abziehen, bevor die Sowjetunion ihre Stützpunkte auf Kuba abbauen könne, ging Kennedy jedoch nicht ein.

Am 27. Oktober wurde eine amerikanische U2 über Kuba abgeschossen. Daraufhin erreichte die Krise ihren Höhepunkt, als in der Nacht auf den 28. Oktober in den USA die Reservisten der Luftlandetruppen einberufen wurden (man zog einen Luftangriff auf die kubanischen Stellungen in Erwägung, worauf eine Invasion folgen sollte).

Entschärfung des Konflikts

Schließlich lenkte die Sowjetunion als erste ein. Gegen Mittag des 28. Oktober veröffentlichte der sowjetische Rundfunk ein Schreiben Chruschtschows, das die Demontage der Raketenbasen zusicherte. Im Gegenzug erklärten sich die Vereinigten Staaten bereit, auf eine neue Invasion in Kuba zu verzichten.6 Als ,,freiwillige" Leistung bewilligte Kennedy auch den Abzug der nordamerikanischen Raketen aus der Türkei. (Chruschtschow war nicht bekannt, dass dies von den USA schon länger vorgesehen war.)

In einem gemeinsamen Schreiben der beiden Großmächte an die Vereinten Nationen wurde der Konflikt Anfang Januar 1963 offiziell beigelegt, nachdem sich die Krise im November 1962 immer weiter entschärft hatte. Am 21. November war die erhöhte Kampfbereitschaft und die Urlaubssperre in der UdSSR rückgängig gemacht worden, und die Demontage der Raketenbasen vollzog sich unter der Kontrolle von UNO-Vertretern.

Reaktionen auf die Krise

-Während in den USA das Nachgeben Chruschtschows auf die Entschlossenheit und das geschickte Taktieren des amerikanischen Präsidenten zurückgeführt wurde, sah die sowjetische Öffentlichkeit darin eine erfolgreiche Abwendung einer vom Territorium der USA aus geplanten ,,imperialistischen Invasion"7 auf der Insel.

-In Kuba herrschte nach dem Ende der Krise Enttäuschung über das Einlenken Chruschtschows. Man fühlte sich als "Vertragspartner" betrogen, denn ohne die sowjetischen Atomraketen hatte die Insel viel an strategischem Wert verloren. Tatsache ist, dass Kuba im Machtpoker der Großmächte eine eher passive Rolle gespielt hat - die Entscheidungen wurden über die Köpfe der Kubaner hinweg getroffen. Fidel Castro hat später seine Enttäuschung diesbezüglich geäußert.

-Die Kubakrise hatte der Weltöffentlichkeit die Gefahr eines Dritten Weltkriegs und die Konsequenzen des möglichen Atomwaffeneinsatzes deutlich vor Augen geführt. Ein Umdenken sowohl in den Köpfen der Politiker als auch der Bevölkerung wurde dadurch ausgelöst.

So begannen beispielsweise die Supermächte, Instrumente für ein effizientes Krisenmanagement zu entwickeln, z.B. richteten sie den ,,heißen Draht" zwischen Moskau und Washington ein (1963), es folgten ähnliche Einrichtungen zwischen Moskau und Paris (1966) sowie zwischen Moskau und London (1967).

-Wie sehr sich die Weltöffentlichkeit von der Krise betroffen fühlte zeigt sich in der Tatsache, dass sogar das Schweizer Militär Anfang der 60er Jahre ernsthaft erwog, (eine begrenzte Zahl von) Atomwaffen in sein Arsenal aufzunehmen!

Nachbetrachtung

- Bei der Bewertung der Kubakrise stellt man fest, dass es sich um einen wirklichen Auswuchs des Kalten Krieges handelt. Die Krise steht ganz im Zeichen des Ost-West- Konfliktes. Der Interessenkonflikt zwischen den USA und der UdSSR wird nicht auf dem Staatsgebiet der beiden Mächte ausgetragen. Zusätzlich wird die weltpolitische Dimension der Krise dadurch betont, dass Kennedy in einem Brief an Chruschtschow die möglichen Auswirkungen einer Verständigung zwischen den USA und der Sowjetunion auf die Entspannungspolitik zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt anspricht.

-Der Ausgang der Kubakrise zeigt, wie gut damals die atomare Abschreckung funktionierte: Es ist sehr wahrscheinlich, dass es vor der Entwicklung von Atomwaffen bei einem derartigen Konflikt bereits zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den beiden großen Machtblöcken gekommen wäre. Ein "Dritter Weltkrieg" wäre wohl leichter vom Zaun gebrochen worden, als es heute (glücklicherweise!) der Fall zu sein scheint.

Man könnte die Kubakrise durchaus als Höhepunkt und Wendepunkt des Ost-West- Konfliktes bezeichnen.

Auszug aus einer Rede John F. Kennedys vom 10. Juni 1963:

Nach welchem Frieden streben wir? Nicht nach einer Pax Americana, die der Welt durch amerikanische Kriegswaffen aufgezwungen wird. Ich spreche hier von dem echten Frieden - jenem Frieden, der das Leben auf Erden lebenswert macht, ... nicht nur ein Friede für Amerikaner, sondern ein Frieden für alle Menschen. Nicht nur Frieden in unserer Generation, sondern für alle Zeiten.

Ich spreche vom Frieden, weil der Krieg ein neues Gesicht bekommen hat. Ein totaler Krieg ist sinnlos in einem Zeitalter, in dem eine einzige Atomwaffe fast das Zehnfache an Sprengkraft aller Bomben aufweist, die von den gesamten alliierten Luftstreitkräften während des Zweiten Weltkriegs abgeworfen wurden. Und er ist sinnlos in einem Zeitalter, in dem die bei einem Atomkrieg freigesetzten tödlichen Giftstoffe von Wind und Wasser, Boden und Saaten bis in die entferntesten Winkel des Erdballs getragen und sich selbst auf die noch ungeborenen Generationen auswirken würden...

Nur knapp zwei Monate später wurde in Moskau der Vertrag über die Einstellung aller Atomversuche mit Ausnahme unterirdischer Tests unterzeichnet ("Teststoppabkommen"), der als erster konkreter Schritt in Richtung Entspannung und Rüstungskontrolle angesehen werden kann. Innerhalb der nächsten Jahrzehnte hatten die diesbezüglichen Verhandlungen und Konferenzen jedoch nur wechselhaften Erfolg. Das alte Misstrauen war immer noch vorhanden und dauerte bis zum Zusammenbruch der kommunistischen Staaten an. Selbst heute zeigt es sich, dass die USA und Rußland z.T. sehr unterschiedlicher Meinung sind, was weltpolitische Fragen angeht (z.B. amerikanische Intervention im Irak).

Quellen:

-Schüler Duden Geschichte (1988) --> Entdecken und Verstehen, Bd. 3, Cornelsen (1996) · Dieter Kronzucker: Kuba in der Klemme (1981)

-Walter Hanf: Castros Revolution - Der Weg Kubas seit 1959 (1989) Referat:

-F. D. García, O. Sola: Che - Der Traum des Rebellen (1997) Kathrin Valerius

-Meilensteine des 20. Jahrhunderts (1978) --> Fischer Weltgeschichte Bd. 35 13/2 Jan. 1999 · Microsoft Encarta '99

Die Kubakrise (Cuban Missile Crisis)

--> Kuba: spanische Kolonie (18. u. 19. Jhd.) · Aufstände und Freiheitskämpfe · formelle Unabhängigkeit nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg (1898)

--> Kuba wird zunächst amerikan. Protektorat (US-Militärregierung), USA haben Inter ventionsrecht · Gründung der Republik Kuba (1902), starke wirtschaftl. u. politische Abhängigkeit von den USA; Kuba wird zum Tummelplatz amerikanischen Kapitals

--> Revolution · Machtübernahme durch Fidel Castro (1959) · Errichtung kommunistischer Strukturen; Enteignung von US-Besitz auf der Insel · USA verhängen Handelsembargo

--> Bruch mit den USA · Annäherung an die UdSSR => Interessenkonflikt der Großmächte

--> USA sehen durch den kommunistischen Staat direkt "vor ihrer Haustür" ihre Sicherheit bedroht · State Department und CIA unterstützen den Invasionsplan der Exilkubaner

--> Invasion in der "Schweinebucht" (17. April 1961) scheitert · Stärkung der Position Castros (mehr Rückhalt des Regimes in der Bevölkerung)

--> August 1962: Kuba einigt sich mit der UdSSR über die Stationierung von Mittelstrecken- raketen mit Atomsprengköpfen an mehreren Standorten auf der Insel

Ziele der Sowjetunion:

1. Absicherung des Castro-Regimes gegen eine erneute Invasion
2. Etablierung eines sowjetischen Vorpostens in der amerikansichen Hemisphäre
3. Ausgleich der waffentechnischen Überlegenheit der USA
4. Erreichen eines strategischen Vorteils in der Berlin-Krise

--> 14. Oktober 1962: amerikan. U2-Aufklärungsflugzeuge entdecken die Raketenbasen

-intensive Beratung des am. Präsidenten J. F. Kennedy mit seinen Sicherheitsexperten (Beraterstab: Executive Comittee of the National Security Council = EX-COMM)

--> 22. Oktober: Fernsehansprache Kennedys, in der er die Öffentlichkeit über die Situation informiert und gleichzeitig die UdSSR auffordert, die Raketenbasen abzubauen

-Panik in der Bevölkerung

--> Eine "Quarantäne" wird über Kuba verhängt (faktisch: eine Seeblockade)

--> USA, Kuba und UdSSR mobilisieren ihre Streitkräfte

--> Geheimer Briefwechsel zwischen Kennedy und Chruschtschow · Versuche, die Krise zu entschärfen und einen drohenden Atomkrieg abzuwenden wird dadurch erschwert, dass beide Großmächte ihr Gesicht wahren wollen

Verhandlungspunkte: die USA sollen ihre Raketen aus der Türkei abziehen und auf eine neue Invasion in Kuba verzichten, im Gegenzug würden die sowjetischen Basen auf Kuba abgebaut · Kennedy geht zunächst nicht auf Chruschtschows Forderungen ein

--> 27. Oktober: eine U2 wird über Kuba abgeschossen · heikelster Tag der Krise

--> 28. Oktober: Einlenken Chruschtschows: Die Raketenbasen sollen demontiert werden. Daraufhin verzichten die USA offiziell auf eine erneute Invasion in Kuba. Später geht Kennedy auch darauf ein, die Raketen aus der Türkei abzuziehen (gegenseitiges Entgegenkommen als Zeichen des guten Willens)

-Kubakrise ist gleichzeitig Höhepunkt und Wendepunkt des Kalten Krieges!

--> offizielle Beilegung der Krise durch einen gemeinsamen Brief der USA und der UdSSR an die UNO (Anfang Januar 1963)

--> Folge: Verbesserung des Krisenmanagements, z.B. durch Einrichtung eines "Heißen

Drahts" zwischen Washington und Moskau

--> friedliche Einigung der Supermächte · erster Schritt in Richtung Entspannungspolitik

[...]


1 ,,Platt-Amendment": Kuba darf keine Bündnisse und Verträge mit anderen Staaten abschließen und sich nicht mit Auslandskrediten verschulden. Außerdem muß die Pinieninsel (Isla de Pinos, heute Isla de la Juventud) an die USA abgetreten werden.

2 Der Stützpunkt Guantánamo Bay besteht immer noch!

3 Vertrag vom 29. Mai 1934

4 1960: Handels- und Beistandsabkommen mit der Skowjetunion; Kuba erhält außerdem einen Kredit (ca 400 Mio. DM), hauptsächlich zum Kauf von schweren Maschinen

5 Die Bezeichnung "Blockade" wurde vermieden, da sie (im Gegensatz zu einer bloßen Quarantäne) von der Internationalen Staatengemeinschaft als militärischer Akt angesehen worden wäre. Faktisch handelte es sich jedoch um eine Blockade! (· Euphemismus) Dauer: 24. Oktober bis 21. November 1962

6 Weitere bewaffnete Aktionen der Exilkubaner wurden 1962 und 1967 durch die Behörden der USA verhindert.

7 Man beachte die Ausdrucksweise!

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Die Kuba-Krise
Note
sehr gut
Autor
Jahr
1999
Seiten
9
Katalognummer
V97999
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kuba-Krise, Kalter Krieg
Arbeit zitieren
Kathrin Valerius (Autor), 1999, Die Kuba-Krise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97999

Kommentare

  • Gast am 13.1.2002

    Echt Klasse!.

    Ich find den Vortrag echt gelungen!Hat mir im Verständnis der Zusammenhänge sehr geholfen!DANKE!!!!!

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