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Farbe als das Weibliche und Sinnliche. Symbolismus der Medusa in Bezug auf Roger de Piles' Theorie

Titel: Farbe als das Weibliche und Sinnliche. Symbolismus der Medusa in Bezug auf Roger de Piles' Theorie

Seminararbeit , 2019 , 23 Seiten , Note: 1

Autor:in: Madeleine Zimmer (Autor:in)

Kunst - Ikonographie, Motive, Symbole
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Seminararbeit behandelt den disegno-colorito-Wettsreit in der Malerei aus der Gender-Perspektive und analysiert einerseits dir Beziehung zwischen Farbe und Schminke und die Feindlichkeit gegenüber dem Sinnlichen/Weiblichen die in Anlehnung an Jacqueline Lichteinsteins Aufsatz "Making Up Representation: The Risks of Femininity" am Medusa-Mythos näher erforscht wird.

Texte können als Beispiel für einen bestimmten Diskurs über Weiblichkeit dienen, können aber, wie Lichtenstein meint, keinesfalls die allgemeine Feindseligkeit gegenüber der Weiblichkeit in Frankreich des 17. Jahrhunderts bezeugen und sind daher als ein isoliertes Phänomen zu betrachten. Am Beispiel von La Bruyere macht sie auf die lange Tradition aufmerksam, welche das Subjekt der Frau nie vom problematischen Begriff des Schmückens, en. ornament, getrennt hat, und erklärt deren Ursprung.

La Bruyere bedient sich einer zu der Zeit bereits überkommenen Vorstellung, welche die Kritik an Frauen mit der Verachtung von Schminke verbindet und sie unter den gleichen ästhetisch-moralischen Aspekten verurteilt. Bereits seit der Antike meinte man, dass die Verführung durch Schminke mit den weiblichen Reizen korrespondiert und dazu dient, um zu täuschen und zu betrügen. Es scheint, als ob man sich diesen künstlichen Glanz nur in Verbindung mit dem weiblichen Geschlecht vorstellen konnte, dem seit jeher vorgeworfen wurde, sein wahres Wesen verstecken zu wollen und es deshalb auf das vorgetäuschte Erscheinungsbild angewiesen war. So werden Frauen mit Schminke gleichgesetzt, da beide die gleiche Substanz haben oder vielmehr durch das Fehlen derselben definiert sind. Man könnte meinen, dass die Vorwürfe an das Wesen der Frau ihre Ausprägung und, nach manchen Kritikern, sogar ihre Bestätigung im komplizierten Begriff des Schminkens finden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

2. SCHMINKE IN DER MALEREI

Reize des Kolorierens

3. DER VOROLYMPISCHE URSPRUNG DES MYTHOS DER MEDUSA

4. DIE ENTWICKLUNG DES MEDUSA-MYTHOS

Ikonographie und Theorien zum Mythos

5. DER BEGRIFF MÊTIS UND DIE ENTKÖRPERUNG DER RHETORIK

Metis und Medusa als Symbole der „unvollkommenen“ Körper und der weiblichen Intelligenz

6. CONCLUSIO

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturhistorische Verknüpfung von Weiblichkeit, Sinnlichkeit und dem Begriff des „Schmückens“ bzw. der Farbe. Ausgehend von Jacqueline Lichtensteins Theorie über die Risiken der Femininität analysiert die Arbeit, wie weibliche Figuren wie Medusa und Metis im kunsthistorischen und rhetorischen Diskurs als Symbole für Gefahr, Täuschung und „unvollkommene“ Körper instrumentalisiert wurden, um die patriarchale Ordnung zu festigen.

  • Die historisch-kritische Auseinandersetzung mit der Diskriminierung von Farbe und Weiblichkeit.
  • Die Untersuchung der Medusa-Figur als ambivalentes Symbol zwischen Schöpfung und Zerstörung.
  • Die Analyse der „Entkörperung“ der Rhetorik und die Unterdrückung weiblicher Intelligenz.
  • Der Vergleich von Medusa als „Laster“ mit Ester als „Tugend“ in der frühneuzeitlichen Wahrnehmung.
  • Die Reflexion über die Wirkung von Kunst und Betrachterbeziehung (disegno vs. colorito).

Auszug aus dem Buch

4. DIE ENTWICKLUNG DES MEDUSA-MYTHOS. Ikonographie und Theorien zum Mythos

In ihrem Aufsatz „The Ferocious and the Erotic: “Beautiful” Medusa and the Neolithic Bird and Snake“betrachtet M. Robbins Dexter die Figur der Medusa im kulturübergreifenden Kontext und der langen Ikonographie, um auf die komplexe Funktion der Medusa aufmerksam zu machen. Der Mythos bietet Einblick in das unglückliche Schicksal einer Frauenfigur, das, wie so oft in der Geschichte, von einer männerdominierten Gesellschaft geschrieben und geprägt wurde und die auch dementsprechend das Bild von einem weiblichen Monster etabliert hat. Moderne Ansätze und die Hinterfragung der Quellen gibt der Figur der Medusa ihren wahren Wert zurück, anstatt das komplexe Thema der Weiblichkeit und der verkörperten Intelligenz in den Schatten zu stellen.

Als die erste antike literarische Quelle zu Medusa gilt das Werk Homers „Ilias und Odysee“um 750 vor Christus zu datieren. In seiner Überlieferung wird Medusa nicht mit Namen genannt, aber als Gorgone referenziert und ohne explizite schlangen- oder flügelartige Attribute beschrieben. Erst 50 Jahre später wird Medusa in Verbindung mit Perseus gesetzt und zwar in Hesiods „Theogonie“, einem Werk, das die Abstammung der Götter und die Abfolge ihrer Herrschafft behandelt. Er schreibt über die Begegnung von Medusa und Poseidon, schildert aber den Akt zwischen den beiden nicht als Vergewaltigung. Was aus seinem Werk erkennbar ist, ist die oft übersehene und eigentliche Schönheit Medusas: sie war anziehend und attraktiv genug, dass Poseidon auf einer mit Blumen übersäten Wiese mit ihr geschlafen hat. Diese Beschreibung impliziert, das Medusa ursprünglich nicht als grotesk oder boshaft dargestellt wurde und das sie in literarischen Quellen auch als schöne junge Frau bekannt war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung führt in die Thematik der weiblichen Schminke und des Ornaments ein und verknüpft sie mit der historischen Kritik an Weiblichkeit und Verführung in der bildenden Kunst des 17. Jahrhunderts.

2. SCHMINKE IN DER MALEREI: Das Kapitel behandelt die Analogie zwischen dem „Kolorieren“ in der Malerei und der weiblichen Verführung, wobei Farbe als flüchtig, trügerisch und weiblich-gefährlich diskreditiert wurde.

3. DER VOROLYMPISCHE URSPRUNG DES MYTHOS DER MEDUSA: Hier wird der vorolympische Kontext der Medusa analysiert, die ursprünglich als ambivalente Göttin von Leben und Tod sowie als Vermittlerin zwischen Welten fungierte.

4. DIE ENTWICKLUNG DES MEDUSA-MYTHOS: Dieses Kapitel verfolgt die ikonographische Transformation der Medusa von einer schönen Frau zu einem monströsen, durch Männer dominierte Objekt der Gewalt und Bestrafung.

5. DER BEGRIFF MÊTIS UND DIE ENTKÖRPERUNG DER RHETORIK: Die Arbeit untersucht hier die Verbindung zwischen weiblicher Intelligenz (Mētis) und Medusa, die beide als Verkörperung einer „unvollkommenen“ und dämonisierten Rhetorik abgelehnt wurden.

6. CONCLUSIO: Das Schlusskapitel vergleicht die „sündige“ Medusa mit der „tugendhaften“ Ester und plädiert für eine kritische Neubewertung der diskriminierenden Strukturen im kunsthistorischen Diskurs.

Schlüsselwörter

Medusa, Weiblichkeit, Kolorismus, Ornament, Rhetorik, Mētis, Geschlechterkampf, Ikonographie, Kunstgeschichte, Disegno, Verführung, Entkörperung, Schönheit, Perseus, Femininität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die kunsthistorische und philosophische Abwertung von Farbe, Weiblichkeit und Rhetorik durch die Analyse der Medusa-Figur und der Theorie von Roger de Piles.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Verbindung von Make-up und Weiblichkeit, die Transformation des Medusa-Mythos, der Kampf zwischen Disegno und Colore sowie die Entkörperung der Rhetorik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diskriminierende Strukturen und das patriarchale Stigma gegenüber Weiblichkeit in Kunst und Sprache funktionieren und durch eine kritische Perspektive hinterfragt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die kunsthistorische Quellen, klassische Mythologie und feministische Theorien (wie von Lichtenstein und Cixous) kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Debatte über Schminke und Farbe in der Malerei des 17. Jahrhunderts sowie eine detaillierte ikonographische und mythologische Untersuchung der Medusa-Figur und des Begriffs der Mētis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medusa, Weiblichkeit, Kolorismus, Rhetorik, Mētis und Geschlechterkampf geprägt.

Inwiefern spielt der Begriff „Mētis“ eine Rolle für die Interpretation von Medusa?

Mētis steht für eine verkörperte, schlaue Intelligenz, die sowohl bei der Göttin Metis als auch bei Medusa von einer männerdominierten Philosophie als „unvollkommen“ und bedrohlich diskreditiert wurde.

Warum wird im Fazit die Figur der Ester als Gegenmodell zu Medusa eingeführt?

Ester dient als Beispiel dafür, wie eine Frau durch Mäßigung und Tugend Einfluss ausüben kann, ohne die patriarchale Ordnung zu stören, was den krassen Kontrast zu der als „gefahrvoll“ stigmatisierten Medusa verdeutlicht.

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Details

Titel
Farbe als das Weibliche und Sinnliche. Symbolismus der Medusa in Bezug auf Roger de Piles' Theorie
Hochschule
Universität Wien  (Kunstgeschichte)
Note
1
Autor
Madeleine Zimmer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V980072
ISBN (eBook)
9783346334718
ISBN (Buch)
9783346334725
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kunst medusa gender kunsttheorie farbe disegno colore colorito renaissance de piles schminke repräsentation weiblichkeit wettsreit mythos
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Madeleine Zimmer (Autor:in), 2019, Farbe als das Weibliche und Sinnliche. Symbolismus der Medusa in Bezug auf Roger de Piles' Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980072
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