Der Stadtbezirk Tiergarten-Moabit


Seminararbeit, 2000

8 Seiten, Note: 1,7


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte von Moabit
2.1. Lage
2.2. Erste Ansiedlungen
2.3. Vor dem 1. Weltkrieg
2.4. Zwischen den Weltkriegen
2.5. Nach dem 2. Weltkrieg
2.6. Gegenwart und Zukunft
3. Lageplan

4. Die Heilandskirche
4.1. Erbauung und Geschichte
4.2. Gliederung und Beschreibung
4.3. Grundriss und Ansicht

5. Das Rathaus
5.1. Bau
5.2. Zweck und Baubeschreibung
5.3. Grundriss und Ansicht

6. Die Arminiusmarkthalle
6.1. Geschichte
6.2. Materialien und Aufbau
6.3. Nutzung
6.4. Grundriss und Ansicht

7. Literaturnachweis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit behandelt die Geschichte von Tiergarten-Moabit. Es werden einige Bauwerke, wie Kirche, Rathaus und Markthalle, anhand ihrer Baubeschreibung und Baugeschichte genauer dargestellt.

2. Die Geschichte von Moabit

2.1. Lage

Moabit, ein Arbeiterbezirk in der Mitte Berlins, ist ein Stadtteil des Verwaltungsbezirkes Tiergarten1und grenzt sich durch die natürlichen Grenzen: Spree, Berlin-Spandauer- Schifffahrtskanal und Charlottenburger Verbindungskanal, von diesem ab.

2.2. Erste Ansiedlungen

Im Jahr 1717 siedelten sich französische Hugenotten, ,,die als Glaubensflüchtlinge im Berliner Raum Asyl"2unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm I fanden, an. Bei diesen Flüchtlingen findet wahrscheinlich auch der Name Moabit seinen Ursprung, da im Französischem mit ,,terre de moab" das alttestamentarische Moabiterland gemeint ist.3 Ebenfalls ist die Abstammung von ,,terre maudit", was verfluchtes Land bedeutet, oder vom slawischen Wort ,,moch" für Moor möglich.4

2.3. Vor dem 1. Weltkrieg

In der Mitte des 19. Jahrhunderts florierte in Moabit die Industrialisierung, denn die "Insellage" war nicht mehr vorhanden, da um 1820, mit Hilfe der finanziellen Unterstützung des Hofrats Baillif, die erste Klappbrücke gebaut wurde. Es wurden Fabriken, ein Kraftwerk, der Spandauer Kanal und Häfen, wie auch der Hamburger Bahnhof errichtet.5 Nachdem 1848 die ersten Zellengefängnisse in Moabit fertiggestellt wurden, entstanden in den folgenden Jahren noch andere Haftanstalten, sowie Gerichte. Die Einwohnerzahl Moabits stieg daraufhin innerhalb von einigen Jahren explosionsartig an, was zur Folge hatte, dass die Pockenepidemie sich dort rapide verbreiten konnte. Daraufhin wurde in Moabit das zweite Krankenhaus Berlins gebaut.6

2.4. Zwischen den Weltkriegen

Während der Revolution 1918 wurde Moabit zu einem historischen Ort, denn Philipp Scheidemann rief die bürgerliche Republik von einem Fenster in Moabit aus.

Ab 1933, als die NSDAP an die Macht kam, wurden Juden aus Moabit direkt nach Auschwitz deportiert. Im 2. Weltkrieg wurde Moabit stark zerbombt, ,,Der Beussel-Kiez und das Hansa-Viertel waren stark bis völlig zerstört".7

2.5. Nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg mußte vor allem Aufbauarbeit geleistet werden, da viele Gebäude total zerstört waren.8Die Teilung der Stadt 1961 machte Moabit zu einem Randbezirk im Westteil, was nach der Wiedervereinigung 1989 sich zum Gegenteil wandelte, da er nun wieder einen Bestandteil des Zentrums von Berlin darstellt.

2.6. Gegenwart und Zukunft

Aufgrund der Lage in nächster Umgebung des neuen Regierungsviertels, wird Moabit mit vielen Neubauten, wie z. B. dem Bundesinnenministerium, versehen. So unterliegt die Struktur, vor allem im Osten von Moabit, einem Wandel, denn dort leben Regierungsangestellte am Moabiter Werder, und gegenüber, an der Stelle vom Lehrter Stadtbahnhof, entsteht der neue Zentralbahnhof Berlins.9

3. Lageplan

4. Die Heilandskirche

4.1. Erbauung und Geschichte

Die Besiedlungsdichte stieg Ende des 19. Jahrhunderts in Moabit so sehr an, dass die im Jahr 1835 gebaute St. Johannis-Kirche nicht mehr genug Platz für alle Gemeindemitglieder bieten konnte. So wurde 1885 bei Kaiser Wilhelm II um eine weitere Kirche gebeten. 1889 legte der Kaiser den kleinen Tiergarten als Bauort für die neue Kirche fest und durch Zuschüsse und Spenden konnte am 22.03.1892, nach Plänen des Architekten Friedrich Schulze,10mit dem Bau begonnen werden. Am 20.06.1894 war das Bauwerk, die Heilandskirche, fertiggestellt.11

Nach dem 1. und vor allem 2. Weltkrieg war das Gebäude, vor allem der Dachstuhl, weitgehend zerstört und es mußten Gelder für den Wiederaufbau, der 1956 begonnen und 1960 fertiggestellt wurde, gesammelt werden. Die Wiedereinweihung fand am 26.05.1960 statt.12

4.2. Gliederung und Beschreibung

Die kreuzförmige, im märkischem Kreuzverband aus Klinkern gemauerte Kirche,ähnelt einem Zentralbau, mit hauptsächlich gotischen Stilelementen. Im Westen befindet sich der 91,50m hohe, schlanke, gotische Kirchturm. Die Fassaden im Norden und Süden werden von farbigen Glasfenster, wie auch von Fensterrosen geschmückt.

Im Inneren entsteht durch Kreuzrippen- und Sterngewölbe eine Vierung. ,,Die Orgelempore und die Seitenemporen auf gedrungenen korinthischen Säulen, die von flachen Korbbögen überspannt werden" und mit Backsteinen eingefasst sind, gestalten, neben einem Galsmosaik als Altargemälde, den Innenraum.13

4.3. Grundriss und Ansicht

5. Das Rathaus

5.1. Bau

Das Rathaus wurde nach Plänen von Richard Ermisch von 1935-36 am früheren Arminiusplatz errichtet. Im Jahre 1941 mußten sechs zusätzliche Büroräume eingebaut werden.

In den Kriegsjahren wurden Teile des Westflügels, wie auch Teile des Hauptflügels zerstört, wobei die anderen Bauteile nur leichte Beschädigungen erlitten. Diese Kriegsschäden wurden ab 1948 behoben und 1951 gleichzeitig mit der ,,Umgestaltung der Vorhalle am Haupteingang abgeschlossen".

Im Juni 1952 begann man, nach dem Entwurf von Karl Fritz, mit dem Anbau eines Sitzungssaales, der im März 1953 fertiggestellt und eingeweiht wurde.14

5.2. Zweck und Baubeschreibung

Das schlichte, hellgrau verputzte Gebäude ist dreiflüglig aufgebaut und beinhaltet Keller, Erdgeschoss und vier weitere Geschosse.

Die Fassade im Mittelflügel ist teilweise mit hohen Fenstern versehen, unter welchen eine dreiachsige, nach vorne versetzte Eingangshalle herausragt. Ebenfalls befindet sich in diesem Teil des Rathauses, auf den Grundriss projiziert, ein rechteckiger Turm mit einer Uhr auf dem Satteldach.

Die Seitenflügel verfügen über ein Walmdach mit kleinen Gaupen, die Fassaden sind mit niedrigen, rechteckigen Fenstern versehen.

Der Mittelflügel ist aufgeteilt in zehn, die Seitenflügel an den Stirnseiten in drei und längs in vierzehn Achsen.

Auf der Rückseite, in der Mitte des Hauptflügels, befindet sich der angebaute Sitzungssaal.15

5.3. Grundriss und Ansicht

6. Die Arminiusmarkthalle

6.1. Geschichte

Die erste Markthalle Berlins wurde 1856 am Alexanderplatz erstellt und ihr folgten 15 weitere in anderen Bezirken.

Die Arminiusmarkthalle, in der Bremer Strasse 9, wurde als zehnte Markthalle zwischen 1890-91 gebaut. Geplant wurde das Gebäude von Hermann Blankenstein im neoklassizistischem Stil, obwohl in der Zeit der Erbauung die barocken und renaissancehaften Formen im Vordergrund standen.

Die von Blankenstein gewählte Dachkonstruktion ist nicht mehr vorhanden, denn ursprünglich ,,befand sich über dem Haupteingang ein pavillonartiger Glasaufbau".16

6.2. Materialien und Aufbau

Die Markthalle besteht aus glasierten und unglasierten Backsteinen, welche enorm wetterbeständig, kostengünstig und haltbar sind. Diese aus Terrakotta gebrannten Steine dienen auch für Palmetten und Akroterien zur Fassadengestaltung.

Gußeiserne Säulen teilen das Gebäude in drei Schiffe auf, was durch die Geometrie des vorhandene Baugrundstück nahe lag. Diese Dreiteilung läßt in der Mitte einen großen Gang entstehen, der Zugang zu den jeweilig numerierten Reihen verschafft.17

6.3. Nutzung

Das denkmalgeschütze Gebäude wird heute noch für den gleichen Zweck benutzt, für den es auch gebaut wurde, nämlich zum Verkaufen von Nahrungsmitteln. Es sind ca. 80 Händler, welche ein breites Angebot an Lebensmittel, internationalen Spezialitäten und Haushaltswaren führen. Die nostalgische Umgebung und der besondere Flair lassen viele Bürger in der Arminiusmarkthalle einkaufen und genießen.18

6.4. Grundriss und Ansicht

7. Literaturnachweis

Berliner Akzente (Zeitschrift), April/Mai 2000, Berlin, 2000

Berlin - 750 Jahre Kirchen und Klöster (HB Bildatlas), Hamburg 1987

Saeger, Olaf, Moabiter Details - Schatten im Paradies, Berlin 1995

Schilling, Ulrike, Mehr als je thut die thätige Liebe noth, Berlin 1992

Voigt, Brigitta, Tiergarten - Bezirk im Herzen Berlins, Berlin 1997

WEKA, Berlin Tiergarten - grüner Bezirk im Zentrum der Hauptstadt, Mering 1999

Wirth, Rave, Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin - Bezirk Tiergarten, Berlin 1955

Wörner, Martin; Mollenschott, Doris; Hüter, Karl-Heinz; Architekturführer Berlin, Berlin 1995, 5. Auflage, ursprünglich 1989 Berlin, Architekturführer Berlin

[...]


1 Saeger, 1995, Seite 5-6

2 Saeger, 1995, Seite 5

3 WEKA, 1999, Seite 3

4 Saeger, 1995, Seite 5

5 Voigt, 1997, Seite 4

6 WEKA, 1999, Seite 4

7 WEKA, 1999, Seite 6-7

8 Saeger, 1995, Seite 7

9 WEKA, 1999, Seite 8-9

10 Berlin - 750 Jahre Kirchen und Klöster, 1987, Seite 105

11 Schilling, 1992, Seite 10

12 Schilling, 1992, Seite 91-95

13 Wirth, Rave,1955, Seite 52

14 Wirth, Rave,1955, Seite 70

15 Wirth, Rave,1955, Seite 71

16 Wörner, Mollenschott, Hüter, 1997, Seite 106

17 Wörner, Mollenschott, Hüter, 1997, Seite 106

18 Berliner Akzente, 1999, Seite 14

7 von 8 Seiten

Details

Titel
Der Stadtbezirk Tiergarten-Moabit
Veranstaltung
Grundlagen Baugeschichte 1
Note
1,7
Autor
Jahr
2000
Seiten
8
Katalognummer
V98015
Dateigröße
368 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadtbezirk, Tiergarten-Moabit, Grundlagen, Baugeschichte
Arbeit zitieren
Sonja Honold (Autor), 2000, Der Stadtbezirk Tiergarten-Moabit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98015

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