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Der Bildungsbegriff bei Aristoteles

Title: Der Bildungsbegriff bei Aristoteles

Seminar Paper , 1998 , 20 Pages , Grade: 1

Autor:in: Sven Szalies (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Aristoteles wurde im Jahre 384 v. Chr. in Stagira auf der Chalkidike (Nordgriechenland) geboren. Sein Vater Nikomachus war Leibarzt unter dem makedonischen König Amyntas II. Seine Mutter Phaistis entstammte ebenfalls einer ärztlichen Familie. Vom Leben des jungen Aristoteles ist nichts überliefert.

Mit 18 Jahren tritt Aristoteles in die Akademie Platons in Athen ein, die zu dieser Zeit ein Mittelpunkt wissenschaftlicher Forschung war. Schon bald erkennt der Lehrer Platon die ungewöhnliche Begabung seines Schülers und führt mit ihm oft ausgedehnte Gespräche über philosophische, politische und naturwissenschaftliche Themen. Aristoteles verbringt dort fast zwei Jahrzehnte, erst als Schüler, später selbst als Lehrer. Aristoteles wird von seinem Lehrer Platon stark in seinem eigenen Denken beeinflußt, allerdings entwickelt er während dieser Zeit auch eigene Gedankengänge, die die Theorien Platons kritisieren. Eine Reihe von bedeutsamen Arbeiten machen ihn in ganz Griechenland bekannt.
Nach dem Tode Platons im Jahre 347 v. Chr. verläßt Aristoteles die Akademie in Athen und geht nach Assos (an der kleinasiatischen Küste) an den Hof des Fürsten Hermeias, eines ehemaligen Mitschülers. Dort geht er im Kreis Gleichgesinnter weiterhin seinen Studien nach und entwickelt immer mehr eine kritische Selbständigkeit. Nach zwei Jahren verläßt er den Hof und geht auf die nahe Insel Lesbos zu seinem Freund und Schüler Theophrast. Im Jahre 342 v. Chr. wird Aristoteles schließlich von König Phillip II von Makedonien an dessen Hof berufen um die Erziehung seines vierzehnjährigen Sohnes Alexander zu übernehmen. Aristoteles nimmt an und leitet die Erziehung von Alexander bis zu dessen Thronbesteigung im Jahre 336 v. Chr.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Leben des Aristoteles

2. Die Werke des Aristoteles

3. Gesellschaft und Staat

3.1. Der Staat als Ganzes

3.2. Das gute Leben

3.3. Gesetz und Herrschaft

3.4. Der ideale Staat

3.5. Erziehung und Unterricht

3.6. Zusammenfassung

4. Die Grundlagen der Paideia

4.1. Die Paideia in der aristotelischen Literatur

4.2. Das Werden und die Natur

4.3. Das „Worumwillen“ der Paideia

4.3.1. Logos

4.4. Das „Wohin“ der Paideia

4.4.1. Ethos

4.4.2. Die Seelenteile des Logos und das Aletheuein

4.5. Das „Woraus“ der Paideia

4.6. Das „Wodurch“ der Paideia

4.7. Zusammenfassung

5. Eigener Kommentar

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Bildungsbegriff (Paideia) bei Aristoteles, wobei das Hauptziel darin besteht, die theoretischen Grundlagen von Erziehung, Staat und menschlicher Entwicklung in seinem philosophischen System zu analysieren und deren Bedeutung im Kontext der Polis zu erläutern.

  • Biografischer Kontext und Werkübersicht des Aristoteles
  • Die enge Verknüpfung von Staatslehre und Erziehungszielen
  • Struktur und Altersstufen des aristotelischen Erziehungsprogramms
  • Ontologische und methodische Grundlagen der Paideia (Werden, Logos, Ethos)

Auszug aus dem Buch

3.1. Der Staat als Ganzes

Die Erziehungsziele von Aristoteles sind sehr eng verknüpft mit seiner Vorstellung von einem Staatsleben. In dieser Hinsicht unterscheidet er sich kaum von seinem ehemaligen Lehrmeister Platon, da auch bei ihm die Staatstheorie (Gesetzesstaat) eng mit der Erziehungslehre verknüpft ist. Aristoteles hat sehr konkrete Vorstellungen, wie ein idealer Staat aufgebaut sein soll. Er beschreibt einen Wunschstaat, der zwar einen Idealzustand darstellt, aber nicht als ein bloßes Phantasiegebilde abgestempelt werden darf (Ingemar Düring, 1966, S.478). Sein Entwurf des schlechthin besten Staates gründet in der Vorstellung, daß jeder Staatsbürger seine ihm eigene Aufgabe in einer Gemeinschaft zu erfüllen hat. Der Staat ist dabei ein Ganzes, der Staatsbürger ein Teil von ihm. Die Bürger des Staates bilden also aus vielen Teilen (d. h. Individuen) das Ganze, nämlich den Staat. Für Aristoteles ist ein Ganzes ein Ganzes, wenn erstens keines von seinen Teilen fehlt, zweitens alle Teile ein Ganzes ergeben. Das Ganze ist daher ursprünglicher als das Einzelne (Paul Egger, 1989, S.167).

Der Idealstaat, der jetzt näher beschrieben werden soll, besitzt als Richtmaß für alle Bürger die Tugend. Erst der, der die Tugend besitzt, nämlich Weisheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Besonnenheit, kann das „Leben als Vollbürger“ (bios politikos) erreichen (Düring, S.481). Als Vollbürger ist jeder dazu verpflichtet, sein Möglichstes für das Gemeinwesen zu tun, d. h. sich voll und ganz in den Dienst der Polis zu stellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Leben des Aristoteles: Umfasst die Biografie des Philosophen von seiner Geburt in Stagira über seine Zeit in Platons Akademie bis hin zur Gründung seiner eigenen Schule, dem Lykeion.

2. Die Werke des Aristoteles: Bietet einen Überblick über die erhaltenen Schriften, ihre editorische Zusammenstellung durch Andronikus von Rhodos und die Einteilung in esoterische und exoterische Texte.

3. Gesellschaft und Staat: Analysiert die Staatstheorie des Aristoteles, die Rolle des Bürgers im Ganzen, das Ideal des guten Lebens sowie die staatlich gelenkte Erziehung.

4. Die Grundlagen der Paideia: Untersucht die philosophischen Grundbegriffe der Paideia, insbesondere das Werden, die Naturanlage, die verschiedenen Ursachen des Seins und den Einfluss von Logos und Ethos.

5. Eigener Kommentar: Reflektiert kritisch über die Aktualität aristotelischer Theorien und deren Bedeutung für das moderne Wissenschaftsverständnis und die heutige Erziehungspraxis.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Paideia, Erziehung, Staat, Polis, Tugend, Logos, Ethos, Werden, Glückseligkeit, Muße, Staatsbürger, Gesellschaftsklassen, Unterricht, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Erziehungsphilosophie des Aristoteles und analysiert, wie er den Bildungsbegriff in den Kontext eines idealen Staatsaufbaus integriert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die aristotelische Staatslehre, die Entwicklung des Menschen durch Erziehung (Paideia) sowie die metaphysischen Grundlagen seines Denkens bezüglich Werden und Sein.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die philosophische Herleitung des Bildungsbegriffs bei Aristoteles nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie das Individuum zur Tugendhaftigkeit geführt werden soll, um den Anforderungen der Polis zu entsprechen.

Welche methodische Herangehensweise wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologisch-philosophische Analyse, basierend auf der Sekundärliteratur zu Aristoteles, um seine verstreuten Ausführungen zur Paideia systematisch zu ordnen und zusammenzuführen.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Staatslehre, die formalen Entwicklungsstufen des Kindes, die vier Sparten des Unterrichts (Lesen/Schreiben, Zeichnen, Leibesübung, Musik) und die ontologischen Grundlagen wie Logos und Ethos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Aristoteles, Paideia, Polis, Tugend, Erziehung und Glückseligkeit.

Wie begründet Aristoteles den Vorrang des Staates in der Erziehung?

Aristoteles argumentiert, dass eine private Erziehung die Einheit des Staates gefährden würde, da nur eine gemeinsame, staatlich geregelte Erziehung die Gleichheit der Bürger und deren Ausrichtung auf das Gemeinwohl garantieren kann.

Was versteht Aristoteles unter der „rechten Mitte“?

Die rechte Mitte bezeichnet für Aristoteles sowohl in der Erziehung als auch im ethischen Handeln das Streben, Extreme zu vermeiden und ein gesundes Maß in allen Bereichen des menschlichen Lebens zu wahren.

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Details

Title
Der Bildungsbegriff bei Aristoteles
College
University of Frankfurt (Main)  (Erziehungswissenschaften)
Course
Bildungsbegriffe aus der Zeit von Platon bis Augustinus
Grade
1
Author
Sven Szalies (Author)
Publication Year
1998
Pages
20
Catalog Number
V9805
ISBN (eBook)
9783638164160
Language
German
Tags
Bildungsbegriff Aristoteles Bildungsbegriffe Zeit Platon Augustinus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Szalies (Author), 1998, Der Bildungsbegriff bei Aristoteles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9805
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