Die Rosenkreuzer


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

4 Seiten


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Geschichte

Man könnte einen deutschen Theologen mit Namen Johann Valentin Andreae (1586-1654) als Gründer des Rosenkreutertums sehen. Er war ein Freund der Reformation und Bewunderer Luthers, doch fand er, die Reformation hätte weiter gehen sollen. Sein Bestreben war eine Synthese zwischen Glauben und Erkennen. Um seine Ideale bekannt zu machen erfand er eine literarische Figur, Christian Rosencreutz. In seinem Buch beschrieb er dessen Leben in 15. Jahrhundert. Der Jüngling aus niederem Adel hat bis zu seinem16. Lebensjahr in einem Kloster gelebt, von wo er dann mit einem Ordensbruder eine Pilgerreise nach Jerusalem antritt. Doch als sie in Zypern sind, stirbt sein Begleiter, und so landet der junge Mann schließlich nicht in der Heiligen Stadt, sondern in Damaskus. Dort studiert er arabische Wissenschaften und die Kabbalah. Nach Europa zurückgekehrt hofft er, seine neuen Ideen werden dankbar aufgenommen werden, doch natürlich ist niemand an neuem Gedankengut interessiert, vergessen wir nicht, dass wir uns noch im Mittelalter befinden... Christian Rosencreutz zieht sich in Deutschland zurück, gründet aber mit 3 Gleichgesinnten die Bruderschaft des Rosenkreuzes.

Es folgten weitere Schriften, entweder von Andreae selbst oder von seinen Freunden verfaßt, darunter auch ,,Die chymische Hochzeit des Christiani Rosencreutz anno 1459". Dies ist eine Sammlung von Träumen des Christian Rosencreutz, aber auch von dessen Ängsten. Die Ideen fanden großen Anklang, doch im dreißigjährigen Krieg ging die Bewegung praktisch unter. Es gab bis in unser Jahrhundert kurze Aufblühen der Rosenkreuzergesellschaft in verschiedenen Formen. Zum Beispiel in England, wo die Freimaurer einiges Gedankengut der Rosenkreuzer in ihre Lehre aufgenommen haben, ohne dass zwischen den beiden eigentlich eine Beziehung bestehen würde.

In seinem Buch ,,Die Theosophie des Rosenkreuzes" gibt Rudolf Steiner den etwas verrosteten Idealen ein neues Image. Es wird jetzt stark auf Esoterik gebaut, was eigentlich gar nicht so aus der Luft gegriffen ist. Er verlängert das Gedankengut der Rosenkreuzer bis in die Mysterienschulen des alten Ägyptens unter Pharao Echnaton.

Symbole

Symbole sind bei den Rosenkreuzern sehr beliebt, sie sollen das fassen, was Worte nicht ausdrücken können. Auch sollen sie den Studierenden den Weg in sein Inneres und damit zur höheren Macht weisen.

Das beliebteste Symbol ist ein goldenes Kreuz, in deren Mitte eine Rose blüht. Der Ursprung dieses Sinnbilds ist nicht ganz geklärt. Es könnte christliche Wurzeln haben, denn es kam zum Beispiel in leicht anderer Form in Luthers Wappen vor. Oder es könnte aus der Alchimie kommen, das ist die mittelalterliche Chemie, eine zum Teil etwas Wissenschaft.

Gruppen

Aus der Idee des Rosenkreuzertums sind viele Gemeinschaften entstanden, deren einige ich euch jetzt nennen möchte: 1865 ,,Societas Rosicrucianum in Anglia" - Rosenkreuzergesellschaft in England; 1888 "Hermetic Order of the Golden Dawn" - Hermetischer Orden der goldenen Dämmerung". In diesem Jahrhundert:: 1909 ,,Internationale Rosenkreuzer - Gemeinschaft"; 1916 ,,Antiquus Mysticus Ordo Rosae Crucis A. M. O. R. C.", von dem ich euch später noch einiges sagen werde. Und 1924/5 das ,,Lectorium Rosicrucianum", von dem ihr vielleicht schon Plakate im Bus gesehen habt. Daneben gibt es noch eine Anzahl kleinerer Gruppen, z.B. die ,,Esoterische Gemeinschaft Sivas".

Der rosenkreuzerische Orden des Grals

Dies ist eine hier wenig bekannte Zweiggruppe der Rosenkreuzer, welche ich euch kurz vorstellen möchte, sei es auch nur, um einen Kontrast zu A. M. O. R. C. herzustellen. Ich weiß nicht, wie viele von euch die Legende vom Gral kennen, sie ist eine der Tafelrunde - Geschichten. Jedenfalls ist der Gral eine Schale, in welcher jemand das Blut Jesu auffing, als er gekreuzigt wurde.

Sie haben nun dieses Symbol für ihre Vereinigung gewählt, dessen Darlegung seiner Ziele ich euch kurz vorlesen möchte.

,,Die ritterliche Institution verkörpert die hohen Ideale vom edlen Herzen, Wohltätigkeit, Treue, Aufrichtigkeit, Lauterkeit, Sittlichkeit und Tapferkeit. Vor allen aber ist ein Ritter eine ehrenhafte Person. Unter den Regeln der Ritterschaft durchläuft ein Kandidat die Stände von Page oder Diener, zu Schildknappe und wird schließlich zum Ritter."

Ihre Ziele sind:

1. Die mystischen und esoterischen christlichen Lehren und die hohen spirituellen und moralischen Ideen des Rosenkreuzes zu fördern.
2. Die Ritterschaft und das damit verbundene ehrbare Leben zu fördern, bei welchem der Mensch, die Gesellschaft sich selbst erhebt.
3. Soziales Elend zu hindern in dem man wohltätige Organisationen unterstützt.

A. M. O. R. C.

Und nun zum ,,Antiquus Mysticus Ordo Rosae Crusis." , auf deutsch ,,alter mystischer Orden des Rosenkreuzes". Er wurde 1916 durch den Parapsychologen und Theosophen H. Lewis Spencer gegründet. Auf die Frage ,,Was ist A. M. O. R. C. antwortet der Orden, er vermittle uralte Weisheiten, die seit den Zeiten des Hermes Trismegistos den Menschen eine größere Freiheit brächten. Ich zitiere:

(***Umschlagsinnenseite***)

A. M. O. R. C. bezeichnet sich als einziger legitimer Zweig des Rosenkreuzertums. Das wichtigste Element des Studiums ist die Mystik, man versucht also sein Inneres zu nutzen, um zum Allerhöchsten zu gelangen. So soll man tiefen inneren Frieden und Ausgeglichenheit finden, denn, ich zitiere, ,,unser Bewußtsein ist ein Funke des großen, göttlichen Bewußtseins und somit unsterblich. Sinn der Schöpfung ist, sich durch mehre Wiedergeburten hindurch zu umfassenderen Existenzformen weiterzuentwickeln." Sie drücken sich ebenfalls mit den Worten aus Goethes Faust aus: ,,Wer immer strebend sich bemüht, /den können wir erlösen." Goethe übrigens zählen sie auch zu ihren Sympathisanten.

Ihr habt mich nun schon einige Male vom Studierenden reden hören. Ja, wie funktioniert denn das? Den Mitgliedern werden leihweise Monographien nach Hause gesandt, die sie dann studieren. Danach wird das Lehrmaterial wieder zurückgesandt. Man arbeitet auf verschiedenen Lehrgraden, steigt also so quasi immer höher in der Welt des Esoterischen. Ich möchte euch kurz einige Themen nennen, die man behandelt:

In den einführenden Lehrgraden: Geschichte der Rosenkreuzer, Symbolik, Gesundheit, Aura, Abstimmung mit kosmischen Kräften, erste Darstellung zur Reinkarnation und zum Gesetz vom Karma.

In den beginnenden und aufsteigenden Lehrgraden: Die Seinslehre der Rosenkreuzer, das Bewußtsein und seine Dualität, philosophische Entwicklung des Menschen und sein Gottesbild, Selbstheilung, Erreichung höheren Bewußtseins.

Die oberen und hohen Studiengrade: höhere Astrologie, das esoterische Tarot, Rosenkreuzerische Schriften und die Kabbalah.

Die Kabbalah ist eine ursprünglich jüdische mystische Lehre, von der ein großer Teil Numerologie ist.

A.M.O.R.C. bezeichnet sich als eine überkonfessionelle, unabhängige Vereinigung, die keinen Gewinn erstrebt. Mitgliederbeiträge werden nur zur Erhaltung der Organisation verwendet. - Sie will das Lernen überhaupt, vor allem in philosophischem Gebiet, so wie die Kunst fördern. Angeblich kann man die Mitgliedschaft jederzeit kündigen.

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Details

Titel
Die Rosenkreuzer
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V98058
Dateigröße
365 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rosenkreuzer
Arbeit zitieren
Eva Mann (Autor), 2000, Die Rosenkreuzer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98058

Kommentare

  • Gast am 8.5.2001

    Rosenkreuzer.

    Die Hausaufgabe ist sehr oberflächlich recherchiert worden.
    Es wird hier gänzlich der Bezug zu den Mysterienschulen unterschlagen der die Zusammenhänge der Rosenkreuzerei klarer macht (Ägypter; Pythagoreer, Platon Sokrates ....).

    In allen Kulturen sind es gerade diese, die den Prozess der gesellschaftlichen Entwicklung mit beeinflusst haben.

    Dieser Aufsatz stellt nichts anders als eine Schulmeinung da.

    C

  • Gast am 24.9.2001

    ein paar nützliche Infos.

    Ein ganz nützlicher Artikel, ich selbst beschäftige mich schon seit Jahren mit dem Thema Rosenkruzer. Alle hier gegebenen Infos sind im wesentlichen richtig.

    LLL

  • Gast am 25.4.2003

    Gratuliere zur gelungenen Studie!.

    Eine hervorragende Studie die Sie da betrieben haben. Christian Rosenkreuz ist eine Mystikfigur und man kann definitiv jederzeit aus dem Orden A.M.O.R.C austreten. Die Personen die sich damit nicht identifizieren können kommen eingentlich zu den vereinbarten Treffen nicht mehr und scheiden dann eigentlich von selber aus.Wie gesagt mein Lob an diese Arbeit es war schön sie zu lesen. Mit freudlichen Grüßen Amschel

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