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Aristotelische Tugendethik und kantische Pflichterfüllung im moralischen Dilemma. Ein kurzer Aufriss

Titel: Aristotelische Tugendethik und kantische Pflichterfüllung im moralischen Dilemma. Ein kurzer Aufriss

Essay , 2020 , 6 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Adam Ladkani (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Dieser Essay verhandelt ein moralisches Dilemma aus der Sicht der aristotelischen Tugendethik, sowie der Pflichterfüllung nach Kant. Dabei werden die beiden Ansätze miteinander verglichen.

Aristoteles ist sicherlich einer der berühmtesten Philosophen der Antike. Der Schüler des Platon war nicht nur wegweisend für die Philosophiegeschichte, er fungierte auch als Lehrer Alexanders, Beiname "der Große", welcher später große Teile Kleinasiens unter griechische Herrschaft zwang.

Philosophiegeschichtlich steht Aristoteles einerseits für einen die Naturwissenschaften fundierenden Materialismus, andererseits ist sein ethisches Hauptwerk, die "Nikomachische Ethik" (es ist nicht ganz klar, weshalb sie so heißt, Nikomachos war auch der Name seines Sohnes), ein bedeutsamer Schritt zur Grundlegung einer eudämonistischen Ethik, wie sie im Hellenismus und später in Rom praktiziert wurde. Eudaimonia heißt so viel wie "einen guten Dämon haben" und die Zielsetzung dieser philosophischen Richtung zeigt sich wesentlich in der Anleitung zu einem glücklichen Leben. Aristoteles beginnt seine ethische Überlegung mit der Analogie des Bogenschützen - wie dieser kann der Denker sein Ziel besser erreichen, wenn er mit klarem Blick exakt "ins Schwarze" zielen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Aristoteles und die eudämonistische Ethik

2. Die Goldene Mitte und der menschliche Ergon

3. Der kategorische Imperativ und die Deontologie Kants

4. Vergleich der ethischen Ansätze und Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den fundamentalen Unterschied zwischen der aristotelischen Tugendethik und der deontologischen Ethik Immanuel Kants im Kontext moralischer Dilemmata.

  • Gegenüberstellung von Eudämonismus und Pflichtethik
  • Die Rolle der Vernunft bei der Bestimmung des richtigen Handelns
  • Analyse des kategorischen Imperativs als Maßstab für Moralität
  • Diskussion der menschlichen Natur und emotionaler Neigungen im ethischen Urteil

Auszug aus dem Buch

Der kategorische Imperativ und die Deontologie Kants

"Handle stets nach der Maxime, von der Du zugleich wollen kannst, dass sie Grundlage allgemeiner Gesetzgebung wäre!" Der Imperativ ist kategorisch, er stellt keine wenn-dann-Relation auf, sondern beansprucht "stets" Beachtung. Der kategorische Imperativ ist vielfach als Zuchtinstrument eines strengen preußischen Lehrmeisters interpretiert worden, aber eigentlich liefert Kant mit dem kategorischen Imperativ einen Maßstab, an dem jedes Individuum sein eigenes Verhalten auf Moralität abprüft. Da es laut Kant nichts gibt, was man als "absolut gut" ansehen kann, außer dem reinen guten Willen, hilft dieser Maßstab, sich selbst auf die Reinheit des eigenen guten Willens zu überprüfen.

Konkret auf ein moralisches Dilemma bezogen entfaltet Kant tatsächlich einen gewissen Anleitungscharakter, jedoch, in dieser Hinsicht abstrakter als Aristoteles, ohne dem Individuum die inhaltliche Bewertung abzunehmen. Der kategorische Imperativ scheint einen Tyranenmord auch erst einmal nicht zuzulassen, kann doch niemand wollen, dass Mord allgemein akzeptiertes Verhalten sei. Andererseits ist der kategorische Imperativ eine Aufforderung zu aktivem ethischen Verhalten und nicht passiv wie die "goldene Regel": "Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füg' auch anderem Anderen zu!". Demnach kann auch niemand wollen, dass das Zuschauen beim Durchführen von Grausamkeit zu einem allgemein akzeptierten Verhalten oder gar zu Gesetzen würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Aristoteles und die eudämonistische Ethik: Dieses Kapitel führt in das Leben und die ethische Grundausrichtung des Aristoteles ein und erläutert das Ziel des menschlichen Strebens nach Eudaimonia.

2. Die Goldene Mitte und der menschliche Ergon: Hier wird die aristotelische Lehre der Mitte als Synthese zwischen Extremen sowie die Verbindung von menschlicher Natur und Vernunftgebrauch dargelegt.

3. Der kategorische Imperativ und die Deontologie Kants: Dieser Abschnitt analysiert Kants Pflichtethik und prüft dessen Anwendbarkeit als moralischer Maßstab in schwierigen Entscheidungssituationen.

4. Vergleich der ethischen Ansätze und Fazit: Das abschließende Kapitel kontrastiert die antike Eudämonie mit der modernen Deontologie und reflektiert über die Rolle der Vernunft und psychologischer Herangehensweisen.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Kant, Tugendethik, Deontologie, Eudaimonia, kategorischer Imperativ, moralisches Dilemma, Vernunft, Pflichtethik, Goldene Mitte, Ergon, Ethik, Philosophie, Handlungsmaxime, Autonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich zweier zentraler philosophischer Strömungen – der Tugendethik des Aristoteles und der deontologischen Pflichtethik von Immanuel Kant – im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit bei der Lösung moralischer Dilemmata.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bestimmung des "guten Lebens", der Rolle von Vernunft und Neigungen, der Definition moralischer Handlungsmaximen und der Frage, wie ethische Prinzipien als Entscheidungshilfe dienen können.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die strukturellen Unterschiede zwischen antiken eudämonistischen Ansätzen und der modernen Pflichtethik herauszuarbeiten und zu zeigen, wie beide Theorien mit moralischen Grenzfällen umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische und komparative philosophische Untersuchung, bei der zentrale Werke der Ethikgeschichte (Nikomachische Ethik, Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre) interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Konzepte der "goldenen Mitte" und des menschlichen "Ergon" bei Aristoteles sowie den "kategorischen Imperativ" bei Kant, um die gegensätzlichen Ansätze zur moralischen Selbstprüfung gegenüberzustellen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Eudaimonia, Pflicht, kategorischer Imperativ, Tugend, Vernunft, Maxime, autonomes Handeln und Deontologie.

Wie unterscheidet Kant laut dem Autor die moralische Pflicht von bloßen Neigungen?

Kant argumentiert, dass Handlungen nur dann moralisch wertvoll sind, wenn sie aus der Pflicht gegenüber einer Maxime geschehen, die als allgemeines Gesetz taugt, und nicht aufgrund von persönlichen Wünschen oder emotionalen Motiven.

Warum betont der Autor die kritische Haltung gegenüber dem eigenen Urteil?

Der Autor weist darauf hin, dass insbesondere bei Kant eine ständige Skepsis gegenüber dem eigenen Urteil geboten ist, sobald man merkt, dass man sich zu stark von den eigenen Gefühlen oder subjektiven Neigungen leiten lässt.

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Details

Titel
Aristotelische Tugendethik und kantische Pflichterfüllung im moralischen Dilemma. Ein kurzer Aufriss
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,0
Autor
Adam Ladkani (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
6
Katalognummer
V980756
ISBN (eBook)
9783346333070
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aristotelische tugendethik pflichterfüllung dilemma aufriss
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Adam Ladkani (Autor:in), 2020, Aristotelische Tugendethik und kantische Pflichterfüllung im moralischen Dilemma. Ein kurzer Aufriss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980756
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Leseprobe aus  6  Seiten
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