In dieser Hausarbeit soll die "Anomietheorie" von Èmile Durkheim und Robert Merton erläutert und diskutiert werden.
Zu Beginn der Arbeit wird eine Definition von abweichendem Verhalten vorgestellt sowie auf die Reaktionen der Gesellschaft bezüglich Devianz eingegangen, um einen kleinen Einblick von Devianz zu bekommen. Danach werden die Eufunktionen und Dysfunktionen von abweichendem Verhalten vorgestellt. Um auf die Vielfalt der unterschiedlichen Theorien abweichenden Verhaltens aufmerksam zu machen, werden einige kurz angesprochen und dann auf die Anomietheorie von Èmile Durkheim konzentriert.
Da Èmile Durkheim, als Begründer der Anomietheorie, eine große Rolle in dieser Hausarbeit spielt, wird eine biographische Darstellung seines Lebens in die Arbeit einfließen. Weiterhin wird auf die Präzisierung der Anomietheorie durch Robert Merton eingegangen und in diesem Zusammenhang die individuellen Formen der Anpassung vorgestellt. Danach wird die Anomietheorie von Merton einer kritischen Beurteilung unterzogen. Hierbei wird die Kritik von außen, das heißt durch Vertreter konkurrierender Theorien, dargestellt. Im nachfolgenden Kapitel der Arbeit soll noch einmal auf die allgemeine Kritik der Anomietheorie eingegangen werden, um einige Defizite zu beleuchten. Danach werden der Stellenwert der Anomietheorie und die modernen Konstellationen von Anomie im 21. Jahrhundert diskutiert. Zum Schluss wird unter Berücksichtigung der in der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse ein abschließendes Fazit zur Anomietheorie gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition abweichenden Verhaltens
2.1 Reaktionen auf abweichendes Verhalten
2.2 Eufunktion und Dysfunktion abweichenden Verhaltens
3. Theorien abweichende Verhalten
3.1 Èmile Durkheim und seine Ansätze der Anomietheorie
3.1.1 Das Leben des Soziologen Èmile Durkheim
3.1.2 Die Gedanken der Anomietheorie von Èmile Durkheim
3.2 Präzisierung der Anomietheorie durch Robert Merton
3.2.1 Kulturelle Struktur
3.2.2 Die Sozialstruktur
3.3 Anpassungstypen von Robert Merton
3.3.1 Innovation
3.3.2 Ritualismus
3.3.3 Rückzug
3.3.4 Rebellion
3.4 Kritisierungen an der Theorie von Merton
3.5. Kritisierungen an die Anomietheorie im Allgemeinen
4. Anomietheorie heute- ihr Stellenwert im 21. Jahrhundert
5. Fazit der Studentin
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anomietheorie im Kontext der Soziologie, wobei der Fokus auf den Ansätzen von Èmile Durkheim und Robert Merton liegt. Ziel ist es, zu analysieren, wie gesellschaftliche Rahmenbedingungen und soziale Strukturen abweichendes Verhalten (Devianz) bedingen und welche Relevanz diese Theorie für die Interpretation moderner gesellschaftlicher Probleme im 21. Jahrhundert besitzt.
- Definition und gesellschaftliche Reaktion auf abweichendes Verhalten
- Die Anomietheorie von Èmile Durkheim und ihre biographischen Wurzeln
- Mertons Erweiterung durch soziale Strukturen und Anpassungstypen
- Kritische Würdigung der theoretischen Ansätze
- Anwendung der Anomietheorie auf aktuelle Probleme wie Arbeitslosigkeit und Medienkonsum
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Die Gedanken der Anomietheorie von Èmile Durkheim
Im folgenden Abschnitt werde ich die Ansätze der Anomietheorie von Èmile Durkheim erläutern. Zuerst werde ich jedoch den Begriff der Anomie definieren, da ich dies für das weitere Verständnis für Wichtig halte.
Der Begriff Anomie stammt aus dem griechisch- neulateinischen und bedeutet so viel wie „Gesetzeslosigkeit“. Anomie ist ein Zustand mangelnder sozialer Ordnung. 18
Lamnek definiert Anomie als einen Zustand der Regel- und Normlosigkeit der von Durkheim zur Erklärung sozialer Desintegrationserscheinungen als Folge der sozialen Arbeitsteilung eingeführt wurde.19
Durkheim bezieht sich im Rahmen der Anomietheorie vor allem auf die Beziehungen der Gesellschaftsmitglieder untereinander die auf Grund der Arbeitsteilung unzureichend seien. Grundsätzlich geht er davon aus, dass Arbeitsteilung ein Organisationsprinzip menschlichen Zusammenlebens ist und zu gesellschaftlichen Differenzierungen führt. Diese Aussage stützt, er in dem er belegt, dass in Gesellschaften mit geringer Arbeitsteilung die Differenzen der einzelnen Gesellschaftsmitglieder nur sehr gering zu verzeichnen sind. Als Folge der Arbeitsteilung sind Menschen nur noch in geringem Maße wirtschaftlich unabhängig. Sie sind auf andere Menschen in wechselseitiger Beziehung angewiesen, da jeder durch seine spezielle Tätigkeit einen Teil zum Ganzen beiträgt. Diese Gesellschaft bezeichnet Durkheim als soziales System in dem die von ihm bezeichnete „ mechanische Solidarität“ durch eine so genannte „ organische Solidarität“ ersetzt werden muss, die ihre Basis auf der Einsicht des Individuums gründet, dass jeder von jedem abhängig ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Relevanz der Anomietheorie sowie der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2. Definition abweichenden Verhaltens: Erörterung der Begriffe Devianz und abweichendes Verhalten unter Berücksichtigung juristischer und soziologischer Perspektiven.
3. Theorien abweichende Verhalten: Systematische Einführung in soziologische Erklärungsmodelle für abweichendes Verhalten mit Fokus auf Anomie.
4. Anomietheorie heute- ihr Stellenwert im 21. Jahrhundert: Analyse moderner anomischer Zustände wie Arbeitslosigkeit und Medieneinflüsse.
5. Fazit der Studentin: Zusammenfassende Bewertung der theoretischen Ansätze und Reflexion über die Anwendbarkeit auf aktuelle gesellschaftliche Phänomene.
Schlüsselwörter
Anomietheorie, Èmile Durkheim, Robert Merton, Devianz, abweichendes Verhalten, soziale Struktur, organische Solidarität, Anomie, Arbeitsteilung, Anpassungstypen, Kriminalität, Normen, soziale Integration, Systemintegration, moderne Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziologische Anomietheorie, insbesondere die Theorien von Durkheim und Merton, um das Phänomen abweichenden Verhaltens in der Gesellschaft zu erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Devianz, die Konzepte der sozialen Solidarität, die Anpassungstypen nach Merton sowie die Anwendung dieser Modelle auf moderne Probleme wie Arbeitslosigkeit und Medienkonsum.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Ursachen von abweichendem Verhalten durch das Prisma der Anomietheorie zu verstehen und zu prüfen, ob diese klassischen Theorien auch heute noch zur Erklärung gesellschaftlicher Defizite taugen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit soziologischen Klassikern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen durch Durkheim, die Erweiterung durch Mertons Strukturkonzept sowie die kritische Reflexion und Übertragung in die moderne Zeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Anomietheorie, Devianz, Arbeitsteilung, soziale Struktur, Anpassungstypen, Anomie und Integration.
Wie definiert Durkheim den Begriff Anomie in dieser Arbeit?
Durkheim versteht Anomie als Zustand der Regel- und Normlosigkeit, der oft als Folge einer zu schnell verlaufenden sozialen Arbeitsteilung auftritt.
Was besagt die Kritik der „reinen Taxonomie“ an Merton?
Die Kritik besagt, dass Mertons Definitionen der Anpassungstypen zu abstrakt und rein begrifflich festgelegt sind, ohne die komplexen Realbedingungen ausreichend zu berücksichtigen.
Welchen Einfluss hat Arbeitslosigkeit auf anomische Zustände?
Arbeitslosigkeit führt laut der Arbeit zu Unzufriedenheit, Zukunftsängsten und Identitätsverlusten, was insbesondere bei Jugendlichen die Wahrscheinlichkeit erhöht, in kriminelle Milieus abzurutschen.
- Arbeit zitieren
- Jasmin Geisler geb. Schnell (Autor:in), 2006, Die Anomietheorie nach Èmile Durkheim und Robert Merton. Eine kritische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980769