Völkerkundliche Anthropologie in "Reise um die Welt" von Georg Forster

Die Bedeutung seiner Tahiti-Beschreibungen für den Forschungszweig der Völkerkunde


Hausarbeit, 2016

26 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Georg Forster im Spiegel seiner Zeit
2.1 Vorstellung Georg Forster
2.2 Das europäische Weltbild im Zeitalter der Aufklärung des 18. Jahr­ hunderts
2.3 Der Reisebericht in der Epoche der Aufklärung
2.4 Die „Menschenkenntnis“ als Forschungsfeld des 18. Jahrhunderts

3. „Reise um die Welt“
3.1 Kurze Vorstellung der Reise
3.2 Darstellungsverfahren und Forschungsmethodik in den Tahiti-Beschrei­ bungen

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die zumeist spanischen und portugiesischen Entdeckungsfahrten des 15. Jahrhun­derts standen nicht nur im Interesse des Handels und der Erschließung neuere Verkehrswege oder der christlichen Missionierung.1 Auch imperiale Absichten, wie die Eroberung neuer Territorien, die ökonomische Ausbeutung dieser Länder und ihrer indigenen Bewohner wurden verfolgt.2 Die Seeleute, die die jeweiligen Kapitäne für ihre Fahrten anheuerten, waren in aller Regel ungebildet, konnten weder lesen noch schreiben.3 Was sie erlebten erzählten sie auf ihren Landgängen im Kontakt mit anderen Seefahrern oder, wenn sie trotz aller Gefahren einer See­reise, wieder in die Heimat zurückkehrten, den Daheimgebliebenen. Beispiele für schriftliche beziehungsweise publizierte Reiseberichte aus ihren Reihen, wie die „Warhafftige Historia“, die der Landsknecht Hans Staden verfasste, der 1548 in portugiesischem Auftrag nach Brasilien reiste und dort in Gefangenschaft geriet, sind selten. In diesem Fall verdankte das Werk seine Popularität wohl auch nicht nur dem fesselnden Thema der Reisen in ferne, unbekannte Länder oder den darin beschriebenen Begegnungen mit Menschenfressern oder Fabelwesen, sondern auch dem sich gerade entwickelnden Buchmarkt, der eine stetig anwachsende Le­serschaft bediente.4 Später bildete sich mit dem „phantastischen Reisebericht“ so­gar eine eigene literarische Sparte für diese kreative Art der Berichterstattung her­aus. Bei weitem seriöser erschienen damals schon die Reiseberichte, die von ei­gens für die Expeditionsfahrten als Chronisten verpflichteten Gelehrten und Wis­senschaftlern erstellt wurden. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich eine „zweite Phase der Entdeckungsseefahrten“ .5 Dieser neue Typus, der nicht mehr ausschließlich imperiale Interesse und Wünsche verfolgte, zeichnete sich nicht nur durch eine weiterentwickelte Schifffahrtstechnik mit ersten Spezialisierungen und eine strukturierte Reiseorganisation aus, sondern auch und vor allem durch die dem herrschenden Zeitgeist der Aufklärung entsprechend veränderten For­schungsinteressen als neue Aufgabenstellungen und Zielsetzungen.6 Intellektuelle Denker wie Diderot, Locke, Hume, Rousseau, Voltaire und Kant, um nur einige beispielhaft zu nennen, diskutierten das Naturrecht, die Idee des freien Bürgers und die grundsätzliche Urteilsinstanz der Vernunft. Die den Fortschritt der Menschheit behindernden Gefüge sollten durch rationales vernünftiges Denken überwunden werden. Aus diesen Ideen heraus generierten sich in den Naturwis­senschaften neue Forschungsansätze, die konstant den Menschen als Desiderat zentralisierten. Kontroversen um die Monogenie, nach der alle Menschen von ei­nem einzigen Elternpaar abstammen sollten oder der das Gegenteil behauptenden These der Polygenie sollten mittels empirischer Untersuchungen beendet werden können.7 Hypothesen, wie die von Georges Buffon vertretene Klimatheorie, die Hautfarbe der Menschen betreffend, sollten bewiesen oder widerlegt werden.8 So fand 1771 der Bericht des Weltreisenden Louis-Antoine de Bougainville und ins­besondere seine darin enthaltenen Schilderungen einer paradiesischen Insel na­mens Tahiti große Aufmerksamkeit in den zeitgenössischen Salons. „Weltumseg- lungen sind seit Kurzem das universelle Thema aller Gesellschaften“ wusste Dr. Johann Reinhold Forster, ein anerkannter Naturwissenschaftler und Prediger.9 1772 bot die britische Royal Society Forster an, die zweite Expeditionsreise des Royal Navy Kapitäns James Cook als wissenschaftlicher Chronist zu begleiten. Er nahm das Angebot an und handelte zudem aus, seinen erst 17-jährigen Sohn Georg als Zeichner mitnehmen zu dürfen.10 Zu Georgs Talenten zählten unter an­derem auch eine hohe Sprachbegabung und ein besonderes Sprachgefühl. Diese Talente zeigten sich auch später in der von ihm verfassten Reisebeschreibung „Reise um die Welt“ über seine Erlebnisse während dieser Expeditionsfahrt. Ale­xander Kosenina schrieb Jahrhunderte später, dass eben jene Reisebeschreibung ein Gründungsdokument der in der Entstehung begriffenen Völkerkunde dar- stellt.11 Aber was genau führte zu dieser Aussage? Was verstand man im 18. Jahr­hundert unter Völkerkunde, damals noch Menschheitsgeschichte genannt? In wel­chem Bewusstsein, mit welcher Weltanschauung, aus welcher Perspektive ver­fasste er seine Reisebeschreibung? Kannte und nutzte er wissenschaftliche Me­thoden zur Strukturierung seiner Aufzeichnungen? Folgte er den gegebenenfalls gewählten Methoden konstant? Und letztlich: Welche Bedeutung hatte sein Be­richt für den Forschungszweig der Völkerkunde beziehungsweise der völkerkund­lichen Anthropologie seiner Zeit? Um diese Fragen im begrenzten Rahmen einer Hausarbeit beantworten zu können, werden hier nur seine Aufzeichnungen zum Besuch der Insel Tahiti aus seiner Publikation „Reise um die Welt“ herangezogen. Im ersten Teil dieser Hausarbeit wird die Person Georg Forster vorgestellt. Um zu erkennen, welche Überzeugungen und Strömungen sein Denken beeinflussten und mit welchem Wissenstand er seine Berichte verfasste, soll auch auf die zu seiner Zeit herrschende Weltvorstellung eingegangen werden. Anschließend folgt ein Exkurs in die Geschichte der literarischen Reiseberichte des 18. Jahrhunderts. Der zweite Teil der Arbeit stellt das Forschungsfeld der „Menschenkenntnis“ des 18. Jahrhunderts und dessen Erkenntnisinteressen vor. Im dritten Teil wird zunächst die zweite Weltreise James Cooks und damit der Kontext, in dem der Reisebericht Georg Forsters entstanden ist, kurz vorgestellt, bevor sich das nächste Kapitel der Analyse der dieser Arbeit zugrunde gelegten Aufzeichnungen widmet. Dabei sol­len sowohl seine Forschungsmethodik, als auch seine Darstellungsverfahren er­fasst werden. Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und ne­ben einer Beantwortung der Ausgangsfragen auch eine Einordnung der Bedeutung seines Reiseberichts für den aufstrebenden naturwissenschaftlichen Forschungs­zweig der „Menschenkenntnis“ ermöglichen.

2. Georg Forster im Spiegel seiner Zeit

2.1 Vorstellung Georg Forster

Durch die Herkunft des Urgroßvaters mit britischen Wurzeln versehen, wurde Jo­hann George Adam Forster am 27. November 1754 in Nassenhuben bei Danzig als Sohn des Predigers und Naturwissenschaftlers Johann Reinhold Forster gebo- ren.12 Der Vater übernahm, wie es zu dieser Zeit nicht unüblich war, seine schuli­sche Ausbildung in den Fächern Latein, Französisch und der „Rechenkunst“ selbst.13 Schon in früher Kindheit zog er Georg als Hilfskraft für seine For­schungsprojekte heran, wodurch der Junge sicherlich seltener von Altersgenossen als von Erwachsenen umgeben war. Im Alter von zehn Jahren begleitete Georg seinen Vater, der eine wissenschaftliche Auftragsarbeit des russischen Kaiserho­fes angenommen hatte, auf der langen und beschwerlichen Reise nach St. Peters­burg und entlang der Wolga Richtung Süden. Dort besuchte Georg, neben seiner Projektarbeit für den Vater, erstmals und für wenig mehr als ein halbes Jahr eine Schule.14 Für kindliches Spiel oder Heimweh nach der Mutter und den Geschwis­tern scheint es weder Zeit noch Verständnis gegeben zu haben. Schon im Jahr da­rauf reiste der Vater mit Georg von Russland aus, ohne einen entsprechenden Ar­beitsauftrag erhalten zu haben, statt nach Hause, weiter nach England. Um erste Einkünfte zu erzielen, ließ er den 12-jährigen Georg die „kurze russische Ge­schichte“ von Michail Wassiljewitsch Lomonossow zur Publikation übersetzen. Zudem stellte er, vermutlich um sich bekannt zu machen und damit die Auftrags­lage zu verbessern, seinen Sohn und dessen Arbeit der Society of Antiquaries in London vor.15 Georgs Kenntnisse und Fähigkeiten weiteten sich während der Rei­sen stetig aus. Seine fremdsprachlichen Befähigungen waren ohnehin schon früh „von höchster Qualität“, sodass sein Vater ihm oft und gerne seine eigenen Über­setzungsarbeiten überließ, unter die dieser jedoch stets seine eigene Unterschrift setzte.16

2.2 Das europäische Weltbild im Zeitalter der Aufklärung des 18. Jahrhun­derts

Schon die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts war mit den europäischen Hegemoni­alkriegen und den mehr oder weniger im steten Streit liegenden 300 Territorial- staaten auf deutschem Gebiet geprägt von politischen Ereignissen. Das geltende feudale Ständemodell dieser Zeit schrieb die Macht ungebrochen dem Adel zu. Der Dritte Stand lebte unter zumeist prekären wirtschaftlichen Verhältnissen. Zu­gang zu Bildung beziehungsweise Schulen, die meist kirchliche Träger hatten, hatten in aller Regel nur die Mitglieder der Oberschicht. Aus den humanistischen Ideen der späten Renaissance des frühen 17. Jahrhunderts und deren Fokussierung auf den Menschen anstatt Gottes als Zentrum der Welt, hatte sich ein allgemeines, neues Interesse an den Naturwissenschaften entwickelt. Angefacht durch die auf­klärerischen Debatten der Dichter und Denker, die sich gegen den absolutistischen Staat und die apodiktische Bevormundung durch die Kirche richteten, entwickelte sich allmählich eine neues Verständnis des Dritten Standes als Bürgertum, das ge­bildet und ökonomisch erfolgreich sein konnte. Freie Bürgerschaft und Selbstbe­stimmung, sowie Freiheit und Gleichheit wurden in dieser Zeit ebenso diskutiert, wie die Natur des Menschen. Nach Jean-Jacques Rousseau war der Mensch von Natur aus beziehungsweise von Geburt an gut und frei. Erst das Leben in der Ge­sellschaft und die damit einhergehende Erziehung ließe ihn zum schlechten Men­schen werden und lege ihm zudem Ketten an. Über allen Debatten lag Einver­nehmen über die von Immanuel Kant behauptete natürliche und prinzipielle Ur­teilsinstanz der Vernunft.17 Der Einzelne sollte seinen Verstand nutzen und sich in seinem Denken nicht mehr durch religiösen Glauben und Obrigkeit gängeln las­sen. Mit der Vernunft sollten auch Vorurteile und Aberglaube überwunden und religiöse Toleranz ermöglicht werden. Der sogenannte Fortschrittoptimismus, der sich daraus entwickelte, sollte zu Emanzipation und Glückseligkeit führen. Auch die Literatur wurde durch diese neuen Paradigmen beeinflusst und spielte reziprok eine wichtige Rolle für die Entwicklung und Verbreitung dieses „neuen Den- kens“.18 Mit dem Anspruch auf Verständlichkeit und Anschaulichkeit des Ge­schriebenen und dem aufklärerischen Ideal des Bildungs- und Erziehungsziels hin zu einem gebildeten und moralischen Leben jedes Menschen, verband sie die füh­renden Personen dieser Bewegung und ihre Ideen mit dem peu a peu emporkom­menden Bürgertum. Im „Literaturstreit“ der 1740er Jahre fand sich ein Gegendis­kurs, der die vollständige verstandesmäßige Ausrichtung der Literatur kritisierte. Es bildeten sich neue Gattungen, wie die Satire, die nicht nur Kritik an Personen oder konkreten Missständen aufgriff, sondern auch einen pädagogischen Nutzen bedienen sollte und die Fabel, die als beispielhafte Erzählung moralische Werte vermitteln sollte. Die bestehenden Herrschaftsgefüge sollten, im Sinne René Descartes, genauso examiniert werden, wie der vorhandene Wissensbestand.19 Um auch dem Volk Zugang zu diesem Wissensbestand zu verschaffen, veröffent­lichten Denis Diderot und Jean-Baptiste le Ronde d'Alembert 1751 die berühmte „Encyclopédie“, die das gesamte tradierte Wissen dieser Zeit beinhalten sollte. In allen Bereichen der Wissenschaften entfachten Debatten zu gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen und pädagogischen Fragen, die sich aus der Skepsis am tradierten Wissen und an den geltenden Strukturen nährten. Alles sollte neu gedacht, geprüft und erforscht, beobachtet und belegt oder eben wiederlegt wer­den. Das Wohl des Volkes sollte nun über das der herrschenden Klasse gestellt werden und der Staat im Dienste des Volkes stehen. Aus diesem neuen Weltbild und dem damit einhergehenden Lebensgefühl heraus, aus dem Konsens der Den­ker, die Erfahrung, Vernunft und Sinneswahrnehmung zu Erkenntnisquellen be­stimmten, entwickelten sich unter dem naturwissenschaftlichen Überbau neue Forschungsinteressen deren konstanter gemeinsamer Nenner der Mensch als De­siderat darstellte. Die Anthropologie, die „Menschenkenntnis“, war einer dieser neuen Forschungszweige.20 Das Bedürfnis im Sinne dieser neuen Ideen zu for­schen und zu verstehen generierte auch ein neues Reiseinteresse. In Anlehnung an die oben beschriebene „erste Phase der Entdeckungsfahrten“, die vorwiegend im­periale Zielsetzungen verfolgte, bahnte sich eine „zweite Phase der Entdeckungs­fahrten“ an, der nun zusätzlich wissenschaftliche Fragestellungen und Zielsetzun­gen zugrunde gelegt wurden.21

2.3 Der Reisebericht in der Epoche der Aufklärung

Was die reisenden Wissenschaftler, als Feldforscher, in der Fremde an Neuheiten entdeckten und an Daten sammelten, interessierte neben den langsam anwachsen­den Lesegesellschaften des Bürgertums und den Salons der Oberklasse auch ihre Kollegen in Europa, insbesondere in England.22 Ihre Berichte wurden, oft Monate, wenn nicht Jahre nach Abschluss der Reise, für die verschiedenen Adressatenkrei­se und deren Interessen, wissenschaftlicher oder unterhaltender Natur, literarisch aufbereitet und publiziert. Die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Formen des Reiseberichts, wie beispielsweise den fiktionalen Sujets Reiseroman und Rei­seerzählung oder der Reisedichtung zum wissenschaftlich orientierten Sach­Reisebericht als Transfermedium entwickelte sich dabei unter Berücksichtigung der verschiedenen Interessen der angezielten Leserschaft.23 Das 1754 von Johann Heinrich Zedler herausgegebene Universal Lexikon schreibt

Reisebeschreibungen, Reisebuch, Franz. Itineroire, Lat. Itinerarium, oder ein solches Buch, darinnen man entweder seine eigenen oder anderer ihre Reisen be­schreibet, und darinnen hauptsächlich erzählet, wenn und wie man von einem Orte zum anderen gekommen, was einem an jedem merckwürdiges entweder begegnet oder zu Gesichte gekommen.“24

Die Beobachtungen und Zeichnungen von „Merckwürdigem“, von Menschen, Tieren, Pflanzen und Landschaften aus fernen, fremden Ländern stellten für die Masse der Leser die einzige Möglichkeit dar, sich ein Bild von diesen unerreich­baren, unbekannten Orten und deren Bewohner zu machen.25 Auch das Gros der Gelehrten konnte oder wollte die Strapazen und Gefahren einer teuren Reise, bei der ein wissenschaftlicher Gewinn letztlich nicht garantiert werden konnte, nicht auf sich nehmen. Und nur wenige von ihnen wurden von Regierungen und wis­senschaftlichen Gesellschaften mit einem konkreten Auftrag auf die Reise ge­schickt. Die Auftraggeber übernahmen neben der Zahlung eines Honorars auch die Kosten für die Reisen der Wissenschaftler. Gleichzeitig beanspruchten sie, quasi im Gegenzug, das Eigentumsrecht an den von den Gelehrten verfassten Be­richten. Daraus kann wohl geschlossen werden, dass die zu erwartenden Einkünfte aus den späteren Publikationen bereits in die Finanzierung der Reisen einkalku­liert wurden.26 Die daheimgebliebenen Gelehrten beschäftigten sich mit dem Neuen und Fremden mittels der Datensammlungen ihrer feldforschenden Kolle- gen. Sie trugen Bekanntes zusammen, verarbeiteten das vorgelegte Wissen vor Ort und ebneten damit, als sogenannte Lehnstuhlwissenschaftler, dem Einfluss der Feldforschung auf den europäischen Akademiebetrieb den Weg.27 Wesentliche literarische Gattungen dazu waren die Lexika und Enzyklopädien. Das komplexe Genre der (Auto-)Biographien, zu dem neben der Reiseliteratur auch Log- und Tagebücher zählten, war damit auch eine der wichtigsten Quellen der aufkläreri­schen Forschung.28 Die Werke wurden mit mehr oder weniger ästhetischem An­spruch verfasst und schwankten allzu häufig zwischen Fakt und Fiktion.29 Zumin­dest die von Wissenschaftlern verfassten Berichte enthielten in aller Regel ver­gleichsweise sorgfältige Dokumentationen des Erlebten und Beobachteten. In Ze- dlers Universal Lexikon findet sich zu dieser Problematik folgende Erläuterung:

„Man hat die wahren von denen, so fingirte Reisen in sich fassen, wohl zu unter­scheiden. Die ersteren, deren an der Zahl gewiß nicht wenige im Drucke zum Vor­schein gekommen, haben ihren ganz guten Nutzen, wenn sie von einem, der Wahr­heit liebet und Wissenschafften besitzt, abgefasst worden sind, in aller Art der Ge­schichte. Es sind aber der gleichen wenige vorhanden und die schlechten haben da­gegen viele Fabeln in die Historie gebracht.“30

[...]


1 Horst Gründer: Eine Geschichte der europäischen Expansion. Von Entdeckern und Eroberern zum Kolonia­lismus. Stuttgart: Konrad Theiss Verlag 2003, S. 126 ff.

2 Eberhard Berg: Zwischen den Welten. Über die Anthropologie der Aufklärung und ihr Verhältnis zu Entde­ckungs-Reise und Welt-Erfahrung mit besonderem Blick auf das Werk Georg Forsters, Berlin: 1982, S. 17.

3 Urs Bitterli: Die „Wilden“ und die „Zivilisierten“. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1982, S. 23.

4 Eberhard Berg: Zwischen den Welten, S. 38.

5 Yomb May: Georg Forsters literarische Weltreise. Dialektik der Kulturbegegnung in der Aufklärung. Berlin: Walter de Gruyter 2011, S. 41.

6 Urs Bitterli: Die „Wilden“ und die „Zivilisierten“, S. 20.

7 Urs Bitterli: Die „Wilden“ und die „Zivilisierten“, S. 326, 331.

8 Tanja van Hoorn: Dem Leibe abgelesen: Georg Forster im Kontext der physischen Anthropologie des 18. Jahrhunderts. In: Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung, Bd. 23. Tübingen: Max Niemeyer Verlag GmbH 2004, S. 26-27, 30-32, 35.

9 Klaus Harpprecht: Georg Forster oder die Liebe zur Welt. Eine Biographie. 2. Auflage. Reinbek/ Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2007, S. 72.

10 Klaus Harpprecht: Georg Forster oder die Liebe zur Welt, S. 72-74.

11 Alexander Kosenina: Literarische Anthropologie. Die Neuentdeckung des Menschen. Hrsg. von Iwan- Michaleangelo D’Aprile. Berlin: Akademie Verlag 2008, S. 29.

12 Klaus Harpprecht: Georg Forster oder die Liebe zur Welt, S. 28.

13 Klaus Harpprecht: Georg Forster oder die Liebe zur Welt, S. 34.

14 Klaus Harpprecht: Georg Forster oder die Liebe zur Welt, S. 51, 52.

15 Gerhard Steiner (Hrsg.): Georg Forster, Reise um die Welt. Frankfurt a. M.: Insel Taschenbuch 1983, S. 1017, 1018.

16 Klaus Harpprecht: Georg Forster oder die Liebe zur Welt, S. 72.

17 Alexander Kosenina: Literarische Anthropologie, S. 8-9.

18 Uwe Hentschel: Studien zur Reiseliteratur am Ausgang des 18. Jahrhunderts. In: Studien zur Reiseliteratur und Imagologieforschung, Bd. 4. Hrsg. von Uwe Hentschel, Elke Mehnert. Frankfurt a.M.: Peter Lang 1999, S.

19 Eberhard Berg: Zwischen den Welten, S. 28.

20 Eberhard Berg: Zwischen den Welten, S. 63.

21 Yomb May: Georg Forsters literarische Weltreise, S. 44.

22 Yomb May: Georg Forsters literarische Weltreise, S. 44.

23 Iwan-Michaleangelo D’Aprile / Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie Verlag 2008, S. 117.

24 Johann Heinrich Zedler (Verl.): Grosses vollständiges UNIVERSAL LEXICON Aller Wissenschaften und Künste. Bd. 31, S. 194. Halle/ Leipzig: 1754. In: Bayerische Staatsbibliothek (Digitalisat). URL: http://www.zedler-lexikon.de/index.html?c=blaettern&id=280969&- bandnummer=31 &seitenzahl=0194&supplement=0&dateiformat=1 %27 (letzter Zugriff 30.07.2016)

25 Peter J. Brenner: Der Reisebericht in der deutschen Literatur. Ein Forschungsüberblick als Vorstudie zu einer Gattungsgeschichte. Tübingen: Max Niemeyer 1990, S. 275.

26 Klaus Harpprecht: Georg Forster oder die Liebe zur Welt, S. 171.

27 Ralf Eming, Jürgen G. Nagel: Wissenschaft und Kolonialismus. Grundzüge der akademischen Konstruktion außereuropäischer Welten vom 18. Bis zum 20. Jahrhundert. Kurseinheit 2: Kolonialwissenschaften und wis­senschaftlicher Kolonialismus. Hagen: Studienbrief03514 der FernUniversität in Hagen 2011, S. 8.

28 Stefan Hermes / Sebastian Kaufmann (Hrsg.): Völkerkundliche Anthropologie, Literatur und Ästhetik um 1800. Die bisherige Forschung zur literarischen Anthropologie. Erträge und Desiderate. In: Der ganze Mensch - die ganze Menschheit: Völkerkundliche Anthropologie. Berlin: de Gruyter 2014, S. 3-4.

29 Sandra Vlasta: Reisen und davon erzählen, Reiseberichte und Reiseliteratur in der Literaturwissenschaft. In: Literaturkritik.de. URL: http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=21077 (letzter Zugriff 30.07.2016)

30 Johann Heinrich Zedler (Verl.): Grosses vollständiges UNIVERSAL LEXICON. URL: http ://www.zedler- lexikon.de/index.html?c=blaettem&id=280969&- bandnummer=31&seitenzahl=0194&supplement=0&dateiformat= 1%27 (letzter Zugriff 30.07.2016)

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Details

Titel
Völkerkundliche Anthropologie in "Reise um die Welt" von Georg Forster
Untertitel
Die Bedeutung seiner Tahiti-Beschreibungen für den Forschungszweig der Völkerkunde
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V980884
ISBN (eBook)
9783346332738
ISBN (Buch)
9783346332745
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Georg Forster, Reise um die Welt, Völkerkunde, Anthropologie, 18. Jahrhundert, Reiseliteratur, Reisebeschreibungen, Aufklärung, das Fremde, Tahiti
Arbeit zitieren
Sylvia Ellert (Autor), 2016, Völkerkundliche Anthropologie in "Reise um die Welt" von Georg Forster, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980884

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