Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Religion

Die religiöse Sekte der Amish People

Entstehungsgeschichte, Mennoniten und Amische, Auswanderung und Verbreitung, Erhalt der Gemeinschaft, Finanzierung, Wirtschaft

Titel: Die religiöse Sekte der Amish People

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 12 Seiten , Note: 1, 0

Autor:in: Dr. phil. Andrea Ehrhardt (Autor:in)

Soziologie - Religion
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Faszination für die Amish-People gründet sich in ihrer deutlichen Abgrenzung von der modernen Welt und ihrer tiefen Verwurzelung in traditionellen Glaubensprinzipien. Dieser Text beleuchtet die facettenreiche Entstehungsgeschichte der Amish-Gemeinschaft, die im 16. Jahrhundert aus den "Schweizer Brüdern" hervorging, einer radikalen Abspaltung von der etablierten Kirche. Die Reise in die Vergangenheit führt durch die Geschichte der Mennoniten, aus denen die Amish durch interne Spaltungen entstanden.

Die Geschichte der Amish ist nicht nur eine Erzählung über religiöse Differenzen, sondern auch über eine bemerkenswerte Auswanderung und Verbreitung. Die Gemeinschaft bewahrte dabei ihre traditionellen Lebensweisen und Werte, selbst als sie sich über verschiedene Regionen der Welt ausbreitete. Dieser Text wirft einen Blick auf die Herausforderungen der Amish in der Diaspora und ihre Bemühungen, ihre einzigartige Identität zu bewahren.

Ein weiterer Fokus liegt auf den Glaubensgrundsätzen, die das Fundament der Amish-Kultur bilden. Die strenge Lebensweise der Amish, geprägt durch Regeln zu Kleidung, Technologie und sozialen Strukturen, wird thematisiert. Dabei wird auch beleuchtet, wie die Amish ihre Gemeinschaft durch traditionelle landwirtschaftliche Methoden und handwerkliche Fähigkeiten erhalten und ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Diese Erkundung der Amish-Welt ermöglicht ein besseres Verständnis für ihre Lebensweise und Überzeugungen. Gleichzeitig wirft sie Licht auf die Herausforderungen, denen sich die Amish in ihrer bewussten Abgrenzung von der modernen Gesellschaft gegenübersehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Entstehungsgeschichte – Namensgebung

a) Die Entstehung der „Schweizer Brüder“ am Anfang des 16. Jahrhunderts

b) Die Umbenennung in Mennoniten

c) Die Spaltung der Mennoniten

2. Mennoniten und Amische – Auswanderung und Verbreitung

3. Glaubensgrundsätze – Lehre

4. Erhalt der Gemeinschaft – Finanzierung – Wirtschaft

a) Erhalt der Gemeinschaft

b) Finanzierung – Wirtschaft

5. Abgrenzung und Umgang mit Außenstehenden

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der Entstehung, Lehre und Lebensweise der Amish-People und untersucht deren historische Wurzeln im Täufertum sowie die soziokulturellen Mechanismen, die den Erhalt ihrer abgeschotteten Gemeinschaft sichern. Ziel ist es, ein Verständnis für die theologischen Grundlagen, die soziale Struktur und die bewusste Abgrenzung von der modernen Gesellschaft zu vermitteln.

  • Historische Ursprünge: Von den Schweizer Brüdern zu den Mennoniten und Amish.
  • Theologische Fundamente: Glaubensgrundsätze, Bedeutung der Taufe und Friedensethik.
  • Soziale Organisation: Gemeinschaftserhalt, Bildungssystem und Wirtschaftsweise.
  • Identität und Abgrenzung: Umgang mit Moderne, Technik und Außenstehenden.
  • Rollenverständnis: Geschlechterrollen und soziale Bindungen innerhalb der Gruppe.

Auszug aus dem Buch

Die Entstehung der „Schweizer Brüder“ am Anfang des 16. Jahrhunderts

Nach der Reformation erfolgten weitere Abspaltungen von der katholischen Kirche. Der für die Entstehung der Gruppe „Schweizer Brüder“ relevante geographische Ausgangspunkt liegt in der Schweiz, Tirol, Süddeutschland sowie Ostfriesland. Konrad Grebel, Georg Blaurock und Felix Manz vertraten die Auffassung, dass man sich exakter an gegebene biblische Gesetze und Gebote halten müsse. Gemeinsam wollten sie die Kirche zu ihrem ursprünglichen, biblischen Fundament zurückbringen. Sie warfen eine Ehe von Kirche und Staat vor und forderten eine strikte Trennung von Staat und Kirche. Diese Gruppe verlangte, die Kirche als ursprünglich freiwillige Institution zu erhalten, in der freiwillige Brüderlichkeit zwischen erwachsenen Gläubigen herrscht. Die Gruppenmitglieder waren der Meinung, dass Kinder nicht automatisch die Religion ihrer Eltern übernehmen und getauft werden dürfen. Sie forderten vehement die Selbstbestimmung der Zugehörigkeit zu Religion, Kirche oder Glaubensgemeinschaft. Die Taufe unmündiger Kinder sei unbiblisch und deshalb ungültig.

Die Glaubenstaufe sei die einzig Gültige. Mündige sollten aufgrund ihres Glaubensbekenntnisses erneut getauft werden. Aus diesem Grund werden die Täufer oft als „Wiedertäufer“ (Anabaptisten) tituliert. Da die Taufe in der Regel nicht wiederholt wird, erfolgt aus ihrer Sicht keine Wiedertaufe.

Durch die Wiedertaufe am 21.01.1525 kam es zum endgültigen Bruch mit der Kirche. Fortan bezeichneten sie sich selbst als „Schweizer Brüder“. Die „Schweizer Brüder“ lebten im Selbstverständnis als „Gemeinschaft glaubender Brüder“. Der Beleg der Wiedertaufe findet sich an neutestamentlicher Stelle in der Apostelgeschichte 19,1-7. Dort findet sich die Schilderung der Begegnung zwischen dem Apostel Paulus und den Jüngern des Täufers Johannes. Paulus fragt, auf welchen Namen sie getauft seien. Woraufhin die Antwort erfolgte, dass ihnen die Johannes-Taufe zu Teil geworden sei. Paulus taufte sie deshalb erneut auf den Namen Jesus. Als Erklärung hierfür gilt, dass Johannes sich als Wegbereiter Jesu verstanden habe und dessen Taufe sei die Bußtaufe zur Sündenvergebung. Die christliche Taufe hingegen erfolgt auf den Namen des Dreieinigen Gottes. Hierin liegt der theologische Unterschied beider Taufen begründet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entstehungsgeschichte – Namensgebung: Das Kapitel beschreibt die Ursprünge der täuferischen Bewegung aus der Reformation heraus und die darauf folgende Differenzierung in Schweizer Brüder, Mennoniten und Amish.

2. Mennoniten und Amische – Auswanderung und Verbreitung: Hier wird der historische Kontext der Verfolgung sowie die daraus resultierende Auswanderung nach Amerika und die weitere Verbreitung der Gemeinschaften erläutert.

3. Glaubensgrundsätze – Lehre: Dieses Kapitel erläutert die theologischen Eckpfeiler, wie etwa das Taufverständnis, die Friedensethik und die Bedeutung des Alten und Neuen Testaments für die Lebensordnung.

4. Erhalt der Gemeinschaft – Finanzierung – Wirtschaft: Der Fokus liegt auf den sozialen Strukturen, dem Bildungssystem und der ökonomischen Unabhängigkeit der Amish, die ihre Gemeinschaft von der Außenwelt isolieren.

5. Abgrenzung und Umgang mit Außenstehenden: Das letzte Kapitel analysiert die bewusste soziale Distanzierung der Gruppe durch Kleidung, Sprache und die strikte Ablehnung weltlicher Einflüsse.

Schlüsselwörter

Amish, Mennoniten, Täufer, Wiedertäufer, Glaubenstaufe, Schweizer Brüder, Gemeindedisziplin, Pazifismus, Abgrenzung, Religion, Lebensführung, Schlichtheit, Bibeltreue, Freikirche, Gemeinschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen Überblick über die Entstehungsgeschichte, die theologischen Glaubensgrundsätze und die soziokulturelle Lebensweise der Amish-People und Mennoniten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die historischen Abspaltungen während der Reformationszeit, die täuferische Lehre, das tägliche Leben in der Glaubensgemeinschaft sowie deren bewusste Abgrenzung zur modernen Welt.

Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?

Ziel ist es, die spezifischen Lebensumstände und die religiöse Überzeugung der Amish und Mennoniten darzustellen und die Mechanismen zu beleuchten, durch die sie ihre Gemeinschaft trotz gesellschaftlicher Einflüsse bewahren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die geschichtliche und religiöse Texte sowie internetbasierte Informationen zur Thematik auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Erläuterung der Glaubenslehren (wie die Schleitheimer Artikel), die Beschreibung des Gemeinschaftserhalts durch eigene Schulen sowie die wirtschaftliche Unabhängigkeit und soziale Isolation der Gruppe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Amish, Mennoniten, Glaubenstaufe, Pazifismus, Gemeinschaftserhalt und Abgrenzung geprägt.

Was bedeutet der Begriff „Rumspringa“ für die jungen Amish?

„Rumspringa“ bezeichnet die Phase zwischen dem Ende der Schulpflicht und dem Beitritt als erwachsenes Mitglied in die Gemeinde, in der den Jugendlichen temporär mehr Freiheiten eingeräumt werden.

Warum lehnen die Amish moderne Technik und Fortschritt ab?

Die Ablehnung beruht auf der Überzeugung, dass technischer Fortschritt die familiäre Einheit und die grundlegende Gemeindestruktur gefährdet und vom Glaubensweg ablenken könnte.

Welche Rolle spielt die Sprache „Pennsylvania Dutch“?

Sie fungiert als verbindendes Element innerhalb der Gruppe und dient zugleich als wirkungsvolles Mittel zur Abgrenzung gegenüber der englischsprachigen Außenwelt.

Wie gehen die Amish mit Verstößen gegen ihre Regeln um?

Bei Regelverstößen oder dem Brechen des Taufversprechens wird der Bann verhängt, was den vollständigen sozialen und kirchlichen Ausschluss des Betroffenen bedeutet, bis dieser Buße tut.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die religiöse Sekte der Amish People
Untertitel
Entstehungsgeschichte, Mennoniten und Amische, Auswanderung und Verbreitung, Erhalt der Gemeinschaft, Finanzierung, Wirtschaft
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Erziehungswissenschaften und Psychologie)
Veranstaltung
HS – Geist, Identität und Gesellschaft
Note
1, 0
Autor
Dr. phil. Andrea Ehrhardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V980925
ISBN (eBook)
9783346333797
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sekte Religion Amish Glaube Gemeinschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. phil. Andrea Ehrhardt (Autor:in), 2006, Die religiöse Sekte der Amish People, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980925
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  12  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum