Die Philosophie Epikurs


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

4 Seiten


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,,Die Weisheit ist keinen Schritt über Epikur hinausgekommen und oftmals viele tausend Schritt hinter ihn zurück."

Friedrich Nietzsche

Andererseits ist Epikur aber bereits seit Jahrhunderten vor allem Inbegriff des zügellosen Freigeistes, Atheisten und Bildungsfeindes:

,,Ich weiß nicht, was ich mir als das Gute vorstellen soll, wenn ich die Lust des Geschmackes, die Lust der Liebe, die Lust des Hörens und die lustvollen Bewegungen beim Anblick einer schönen Gestalt beiseite lasse."

Epikur

Biographisches:

- 341 v. Chr. auf Samos als Sohn eines athenischen Siedlers.
- seit dem fünfzehnten Lebensjahr Unterricht in Philosophie, zunächst bei dem Platoniker

Pamphilos, bald aber bei Nausiphanes, der ein Anhänger Demokrits war und Epikur mit der Atomlehre, der Ethik und der Logik vertraut machte.

- 306 Gründung einer eigenen Schule in Athen, des ,,Gartens" . · + um 270 in Athen

Philosophie:

Epikurs eigenes philosophisches System beruht im Wesentlichen auf der Auseinandersetzung mit Aristoteles und Demokrit. Besonders prägend war aber die geistige Situation seiner Zeit, die beherrscht war durch politisch-soziale Ungewißheit und das Gefühl einer religiösen Leere (bedingt durch die aufklärerische Sophistik). Stattdessen traten individuelle Werte mehr und mehr in den Vordergrund.

Die (Glückseligkeit der Seele) wurde mehr und mehr zu einem Ziel der Philosophie, das über die ,,Befreiung von Leidenschaften" oder, moderner ausgedrückt, über ein ausgeglichenes Leben zu erreichen war. Nur so war der ständige innere Kampf zwischen Vernunft und Leidenschaften zu einem positiven Ende zu bringen1.

Wie zu seiner Zeit üblich teilt auch Epikur die Philosophie in drei Bereiche, Ethik, Logik

(Kanonik) und Physik ein. Die Logik liefert für ihn die bloße Methologie für die Physik, die allerdings vollkommen im Dienste der Ethik steht.

Logik:

,,Wenn uns nicht Anwandlungen von Argwohn vor den Himmelserscheinungen quälten oder vor dem Tode, er könnte uns irgendwie betreffen, dazu die Tatsache, daß wir die Grenzen der Schmerzen und Begierden nicht erkennen, so benötigten wir der Naturforschung nicht."

Epikur

Zur Erkenntnis gelangen wir über: · Sinneswahrnehmung

- den aus wiederholter Wahrnehmung entstehenden Allgemeinbegriff · das Gefühl

Die Basis der Erkenntnis ist also die Sinneswahrnehmung. Lust und Schmerz zeigen, was der menschlichen Natur fremd oder eigen ist, sie sind die einzigen absoluten Werte.

Physik:

Alles besteht aus Atomen, die sich auf a-kausale Weise bewegen. Wenn sie sich verdichten oder kollidieren, entstehen komplexe Körper. Epikur schließt so einen göttliche gelenkten Determinismus aus; zwar existieren Götter, doch sie wohnen irgendwo außerhalb des Kosmos ein uneingeschränkt glückliches Leben, das frei von Geschäften, Sorgen und Leidenschaften ist. Die Götter dienen dem Menschen aufgrund ihrer Glückseligkeit als Vorbild, er sollte ihnen deshalb höchste Verehrung erweisen.

Die menschliche Angst vor dem Jenseits ist unbegründet; die Seele entsteht, stirbt und zerfällt zugleich mit dem Körper.

Ethik:

Ziel des Lebens ist die absolute Lust , die durch Abwesenheit von

körperlichem Leid und durch eine Seele, die frei von Furcht, also ausgeglichen ist , entsteht. Der Körper will nur:

,,Nicht hungern, nicht dürsten, nicht frieren." Die Seele will:

,,Nicht Angst haben."

Dieses Ziel darf der Mensch nie aus dem Blick verlieren, vor allem muß er jede seiner

Handlungen sorgfältig abwägen, da bloße Sinnenlüste keinen wirklichen Schmerz beseitigen können, aber durchaus seine Ursache sein können. Deshalb muß man auch oft verzichten, manchmal sogar momentanen Schmerz in Kauf nehmen, um später einen größeren Lustgewinn zu erreichen.

Wie ist dieses Ziel nun zu erreichen?

Die Abwesenheit körperlichen Leides ist für Epikur kein besonderes Problem: die Intensität von Schmerz ist immer antiproportional zu dessen Dauer; das macht ihn nicht nur erträglich, dieses Bewußtsein sorgt auch dafür, daß Schmerz für die Glückseligkeit bedeutungslos wird.

,,Den glückseligen Tag feiernd und zugleich als letzten meines Lebens vollendend schreibe ich euch dies: ihn begleiten Blasen- und Darmkoliken, die keine Steigerung zulassen. Doch all dem widersetzt sich die Freude meines Herzens über die Erinnerung an die von uns abgeschlossenen Erörterungen..."

Epikur

Schwieriger wird es mit der Ausgeglichenheit der Seele. Sie ist zu erreichen durch die

Befreiung von der Furcht vor dem Tod und den Göttern, was durch das Studium der Natur zu erreichen ist und die Befreiung von nichtigen Bedürfnissen; dies gelingt durch philosophische Einsicht.

Erstrebenswert sind für Epikur in erster Linie nur die Dinge, die zur Erfüllung unserer grundlegenden Bedürfnisse dienen. Diese sind aber leicht zu erreichen, so daß sie uns keine Schwierigkeiten machen. Alles was darüber hinausgeht, ist für unser Glück nicht von

Bedeutung:

,,Den Menschen nutzt der naturwidrige Reichtum ebensowenig wie das Nachfüllen von Wasser in ein schon gefülltes Gefäß, denn offenbar fließt beides wieder nach außen ab."

Epikur

Epikur empfiehlt also ein genügsames Leben, der Mensch soll unabhängig von äußeren Einflüssen werden . So ist auch sein Ausspruch:

,,Lebe im Verborgenen!"

zu deuten.

Ist die Glückseligkeit einmal erreicht, lebt der Mensch wie Zeus selbst; ihre Qualität wird von ihrer Dauer nicht beeinflußt. Sie ist der Höhepunkt des Lebens, der Mensch ist vollkommen von ihr erfüllt und hat keine Wünsche mehr; er kann dann ruhig sterben

Quellen:

Epikur Briefe Sprüche Reclam 1997

Werkfragmente

Lutz, Bernd (hrsg.) Metzler Philosophen Metzler 1995

Lexikon

[...]


1 Diese Vorstellung hat bei den Griechen eine lange Tradition. Bereits im 5. Jahrhundert galt die Beherrschung der Affekte und Leidenschaften als Tugend; bei den homerischen Helden hingegen ist dies vollkommen unbekannt. Im Gegenteil, bei ihnen wird noch kräftig gelacht, geweint, gelitten und gesoffen...

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Details

Titel
Die Philosophie Epikurs
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V98098
Dateigröße
360 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie, Epikurs
Arbeit zitieren
Jan Schenkenberger (Autor), 2000, Die Philosophie Epikurs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98098

Kommentare

  • Gast am 8.2.2001

    Wahrheit oder Dichtung?.

    Freilich können Epikur`s Texte so interpretiert werden, wie es hier geschehen ist. Bei einer Objektiven Analyse derselbigen stellst du jedoch schnell fest, daß die Grundlage der epikureischen Lehre nicht etwa seine Atomtheorie, sondern vielmehr seine Erkentnistheorie ist.
    Auserdem ist Epikurs "Lust" keineswegs so einfach zu erklären, wie es im vorliegenden Text geschehen ist. Meine Hauptkritik liegt also darin, daß er leicht einen falschen Eindruck über Epikur und seine Lehre erweckt, auch wenn der objektive Anteil des Textes weitgehend richtig ist.

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