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Gewaltprävention in der Fansozialarbeit

Jugendliche Fußballfans und lebensorientiertes sozialpädagogisches Handeln

Titel: Gewaltprävention in der Fansozialarbeit

Bachelorarbeit , 2020 , 35 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Maurice Krüger (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Fußball und seine Fans sind definitiv kein klassisches Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit. Zunächst muss daher erläutert werden, hinter welchem Hintergrund der Einsatz von Sozialarbeiter/Innen gefordert und realisiert wurde. Es gilt also herauszuarbeiten, was Fansozialarbeit leisten kann und soll. Hierbei stellt sich die Frage nach der Einordnung
der Arbeit mit Fußballfans innerhalb der Sozialen Arbeit und ihrer Organisation. Wie also treten Sozialarbeiter/Innen mit Fans in Kontakt und nach welchen Prinzipien arbeiten sie?

Ferner muss definiert werden, wer als Adressat/In dieser sozialpädagogischen Maßnahmen gilt. Hierzu wird zunächst definiert, ab wann man im Kontext des Fußballsports als Fan beschrieben werden kann. Darüber hinaus gibt es verschiedene Ausdifferenzierungsmöglichkeiten. Da es in dieser Arbeit primär um den Gewaltaspekt im Fußball und dessen Prävention geht, werden die Fangruppierungen der Ultras und Hooligans näher erläutert. Ferner wird herausgearbeitet, ob sich aus ihnen eine Kernzielgruppe der Fansozialarbeit herausbildet. Daraufhin bedarf es einer näheren Betrachtung dieser Gruppierung in Hinblick auf ihren jugendkulturellen Zusammenschluss und die Bedeutung dessen für die gewaltpräventive Arbeit mit ihren Mitgliedern. Im Anschluss wird der derzeitige Stand der Präventionsarbeit mit Fußballfans näher beschrieben. Es wird also erläutert, welche Möglichkeiten die Soziale Arbeit hat, von Fans ausgehende Gewalt zu vermindern und um welche Formen von Gewalt es sich hierbei handelt. Um einen konkreteren Einblick in die Arbeit von Fan-Projekten zu gewinnen, werden Projekte mit präventiver Zielsetzung am Beispiel des Dortmunder Fan-Projekts beschrieben. Im Anschluss daran erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Gewaltprävention in Hinblick auf die Gesellschaft. Im letzten Teil der Arbeit erfolgt die Betrachtung der Fansozialarbeit in Hinblick auf Möglichkeiten und Grenzen ihrer Lebensweltorientierung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Soziale Arbeit mit Fußballfans

3 Fußballfans als Adressat/Innen Sozialer Arbeit

3.1 Wann ist man ein Fan?

3.1.1 Ultras

3.1.2 Hooligans

3.2 Hauptzielgruppe präventiver Maßnahmen der Fansozialarbeit

3.2.1 Ultras als Jugendkultur

3.2.2 Die Lebenswelt der Ultras

4 Zum Stand der Gewaltprävention in der Fansozialarbeit

4.1 Dimensionen der Gewaltprävention

4.2 Gewaltpräventive Maßnahmen am Beispiel des Dortmunder Fan-Projekts

4.2.1 „Young Generation Dortmund“

4.2.2 „Die Street-Tour“

4.2.3 „Das BVB Lernzentrum“

4.3 Gewaltprävention im Fußball – Zur Zufriedenstellung der Gesellschaft !?

5 Fansozialarbeit zwischen Prävention und Repression

5.1 Auswirkungen repressiver Maßnahmen auf die Lebenswelt der Ultras

5.2 Möglichkeiten und Grenzen lebensweltorientierter Fansozialarbeit

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle der Fansozialarbeit bei der Gewaltprävention im Fußball unter besonderer Berücksichtigung der Lebensweltorientierung. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Fansozialarbeit trotz struktureller Repression durch Institutionen als lebensweltorientierte Praxis wirksam bleiben und die Interessen der jugendlichen Fans vertreten kann.

  • Struktur und Lebenswelt von Fußballfans (Ultras und Hooligans)
  • Die Entstehung und Entwicklung der Fansozialarbeit
  • Dimensionen der Gewaltprävention im Fußball
  • Praxisbeispiele präventiver Arbeit am Dortmunder Fan-Projekt
  • Spannungsfeld zwischen pädagogischer Prävention und ordnungspolitischer Repression

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Ultras

Anders als die 'normalen Fans' treten Ultra-Anhänger als sehr homogene Gruppe auf, die außerordentlich strukturiert und organisiert ist (vgl. Winands 2015, S. 75). Ihr Ziel ist es durch Choreographien, Sprachgesänge, Kurvenshows oder ähnlichen Stimmung in die Ränge des Stadions zu bringen (Pilz 2012, S. 63). Außerdem nimmt der Fußball weitaus mehr Platz in ihrem Leben ein, denn ein Ultra „verkörpert die Ultra-Mentalität nicht nur am Spieltag, sondern idealerweise in jeder Minute seines Lebens“ (Langer 2012, S. 120). Die damit verbundene hohe Identifikation und große Emotionalität sieht Langer als möglichen Auslöser der Gewalt, die von Ultras ausgeübt wird (vgl. ebd.).

Jedoch kann es nicht verallgemeinernd so dargestellt werden, dass von ihnen stets Gewalt ausgeht. Nach Sommerey kann man unter Ultras sowohl friedliche, gewaltbereite als auch gewaltsuchende Fans finden (vgl. 2010, S. 42). Zudem muss die Art und Motivation, die zur Gewalt führt, genauer betrachtet werden. So werden Gewaltvorkommnisse ihrerseits nicht beschrieben als lustvolle oder geplante Gewalt, sondern kann als reaktiv und instrumentell bezeichnet werden. Gemeint ist damit, dass die Gruppierungen Gewalt nur anwenden „als Antwort auf staatliche Interventionen und Repressionen“ oder als „Mittel zum Zweck, um zum Beispiel das eigene Revier gegenüber Angriffen zu verteidigen“ (Herold 2012, S. 147).

Ebenso ist es wichtig die Handlungen der Fans nicht ausschließlich aus dem Blickwinkel der Gesellschaft zu betrachten, sondern sich auf ihre Ebene zu begeben. Unter den Gruppierungen ist es vielmehr Gang und Gebe sich während der Spieldauer zu beschimpfen oder bedrohen, es gehört für sie zum Erlebnis Fußball schlichtweg dazu (vgl. Langer 2012, S. 120). Außerdem muss hinzugefügt werden, dass auf diese Demonstration von Macht nur selten konkrete gewalttätige Handlungen folgen (vgl. ebd., S. 121). Doch trotzdem haben Anhänger der Ultra-Gruppierungen mit Stigmatisierungen zu kämpfen, die den Fans sicherlich ebenfalls Zündstoff geben, weiter brisant auf Interventionen und Sanktionen zu reagieren. Denn so werden bereits Personen, die nur ein einziges Mal auffällig werden, in der 'Datei Gewalttäter Sport' dokumentiert und geraten somit in den Fokus der Polizei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Fußballs als Lebenswelt ein und umreißt die Problematik von Ausschreitungen sowie die Relevanz der Fansozialarbeit.

2 Soziale Arbeit mit Fußballfans: Dieses Kapitel erläutert die Ziele und Aufgaben der Fansozialarbeit, wie die Gewalteindämmung und die Beziehungsarbeit zu den Jugendlichen.

3 Fußballfans als Adressat/Innen Sozialer Arbeit: Hier werden unterschiedliche Fankategorien, insbesondere Ultras und Hooligans, hinsichtlich ihrer Struktur und Lebenswelt analysiert.

4 Zum Stand der Gewaltprävention in der Fansozialarbeit: Das Kapitel behandelt die Dimensionen der Prävention und illustriert diese anhand von Projekten des Dortmunder Fan-Projekts.

5 Fansozialarbeit zwischen Prävention und Repression: Die Analyse des Spannungsverhältnisses zwischen repressiven staatlichen Sicherheitsmaßnahmen und dem lebensweltorientierten pädagogischen Ansatz steht hier im Zentrum.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Fans positiv wahrzunehmen und ihre Bedürfnisse jenseits der Problemperspektive zu unterstützen.

Schlüsselwörter

Fansozialarbeit, Fußballfans, Gewaltprävention, Ultras, Hooligans, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Jugendkultur, Repression, Prävention, Partizipation, Fan-Projekte, Fan-Identität, Sicherheitskonzepte, Sozialpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Handlungsfeld der Fansozialarbeit und deren Beitrag zur Gewaltprävention im Kontext von Fußballfans.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Lebenswelt von Ultras und Hooligans, die theoretische Einordnung der Fansozialarbeit sowie das Spannungsfeld zwischen pädagogischer Prävention und ordnungspolitischer Repression.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es herauszuarbeiten, wie Fansozialarbeit als lebensweltorientierte Praxis wirksam bleiben kann, ohne an den repressiven gesellschaftlichen Strukturen zu scheitern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis von Fachliteratur, sozialpädagogischen Konzepten und exemplarischen Fallbeispielen, wie dem Dortmunder Fan-Projekt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Adressaten, die Analyse von Gewaltpräventionsdimensionen und die kritische Auseinandersetzung mit der Repressionsproblematik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fansozialarbeit, Gewaltprävention, Lebensweltorientierung, Ultras und Soziale Arbeit.

Welche Bedeutung haben "Strukturmaximen" in der Fansozialarbeit laut Autor?

Strukturmaximen dienen als Prinzipien der Jugendhilfe, um die soziale Arbeit mit Fußballfans an deren Lebenswelten auszurichten und ganzheitliche Unterstützung zu ermöglichen.

Inwiefern beeinflussen repressive Maßnahmen die Arbeit der Sozialarbeiter?

Repressive Maßnahmen können die pädagogische Arbeit erschweren, da sie zur Stigmatisierung der Fans beitragen und das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Sozialarbeitern und Fans gefährden.

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Details

Titel
Gewaltprävention in der Fansozialarbeit
Untertitel
Jugendliche Fußballfans und lebensorientiertes sozialpädagogisches Handeln
Hochschule
CVJM-Hochschule
Note
1,3
Autor
Maurice Krüger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
35
Katalognummer
V981101
ISBN (eBook)
9783346335203
ISBN (Buch)
9783346335210
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugend Sport Ultras
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maurice Krüger (Autor:in), 2020, Gewaltprävention in der Fansozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/981101
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  35  Seiten
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