Der Ursprung des Antisemitismus im Islam

Ein Vergleich des Antisemitismus unter Muslimen im 7. Jahrhundert bis zur Gegenwart


Bachelorarbeit, 2020

30 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
Definitionen

2. Ursprung der Judenfeindlichkeit im Islam von 622 n. Chr. bis 627 n. Chr
2.1. Die Entstehung des Korans und Parallelen zum Judentum
2.2. Ereignisse undBegegnungen zwischen Muhammad und den Juden von 622 n. Chr. bis 627 n.Chr
2.2.1. Muhammad und derjüdische Stamm Banu Qaynuqa'
2.2.2. Muhammad und derjüdische Stamm Banu Nadir
2.2.3. Muhammad und der jüdische Stamm Banu Qurayza
2.3. AntisemitischeStereotype im 7. Jahrhundert
2.3.1. Juden als Ungläubige
2.3.2. Juden als Verräter

3. Antisemitismus bei Muslimen in der Gegenwart
3.1. AntisemitischeStereotype in der Gegenwart
3.1.1. Juden als Zionisten
3.1.2. Juden als Herrscher über die Finanz- und Wirtschaftssysteme
3.1.3. Juden als Ungläubige und Verräter
3.1.4. Juden und die Ritualmordlegende
3.2. Ausgewählte Beispiele von Antisemitismus in der Gegenwart

4. Antisemitische Motive unter Muslimen in der Gegenwart und deren Wurzeln im Mittelalter von 622 n. Chr. bis 627 n. Chr.
4.1. DasMotiv desAntizionismus
4.2. Das Motiv der Juden als Ungläubige und Verräter

5. Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der Geschichte der Menschheit hat der Antisemitismus eine weitzurückführende Tradition. Oft wird der Begriff Antisemitismus im Zusammenhang mit den Nationalsozialisten und dem zweiten Weltkrieg konnotiert und assoziiert. Tatsächlich lässt sich der Antisemitismus jedoch bis in die Antike zurückführen. Im jungen Christentum wurde behauptet, dass die Juden den Messias Jesus getötet und dadurch den göttlichen Heilsplan abgelehnt haben. Im Mittelalter intensivierte sich die Judenfeindlichkeit. Die Juden wurden als Brunnenvergifter, Lügner, Christusmörder und als geldgieriges Volk betitelt, wodurch es oft zu Auseinandersetzungen zwischen der Zivilbevölkerung und den Juden kam und diese letztendlich von der Gesellschaft ausgestoßen wurden. Nach derNiederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg musste ein Sündenbock gefunden werden. Es müsse ein erkennbarer Feind festgemacht werden, um die Wut der Massen auf diesen zu richten. Falls es keinen gäbe, müsse einer erfunden werden. Dabei kamen die Juden gut gelegen, da diese seit Jahrhunderten verfolgt wurden und für die Gesellschaft eine Last darstellten. Die Nationalsozialisten nutzten antisemitische Propaganda, um das Volk gegen die Juden aufzuspielen und den bevorstehenden Holocaust zu rechtfertigen. Ihren Höhepunkt erreichte der Antisemitismus demnach mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten, welcher über 6 Millionen jüdische Opfer abverlangte.

Man meint, dass mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges der Antisemitismus nachgelassen hätte. Auch wenn es bei weitem nicht das Ausmaß des Holocausts annimmt, ist die Judenfeindlichkeit in der heutigen Gesellschaft stets präsent und nicht zu unterschätzen. In östlichen, muslimischen Ländern werden Juden heute noch zu Unrecht behandelt. Ihnen werden Zionismus, Mord, Lügen und weitere Schandtaten vorgeworfen. Durch die Flüchtlingswellen im 21. Jahrhundert lassen sich vermehrt Migranten in der Bundesrepublik finden, die eine offensichtliche Judenfeindlichkeit aufweisen. Einen Zugang zu antisemitischen Erfahrungen bietet diejüdische Israelin Alexandra Margalith. Sie erzählt, wie sie im Dezember 2014 ihre Familie in Berlin besucht hatte. Alexandra ging durch Berlin und sprach am Telefon mit ihrem Mann auf Hebräisch. Sie bemerkte drei vermutlich arabischstämmige Männer, welche sie wegen ihrer „Judensprache“ bespuckt und beschimpft haben. Einer der Männer habe mit dem Finger das symbolische Messer am Hals in ihre Richtung gedeutet. Im März 2016 fuhr sie mit dem Zug von Duisburg nach Köln, wo sie sich von einem arabisch aussehenden Mann den Satz: „Dich kriegen wir auch noch, Judensau“, anhören durfte. Und dies nur, weil sie eine Stofftasche mit der Aufschrift „Judenbeutel gegen Antisemitismus“ auf dem Schoß gehabt hat. Im Jahr 2017 wurde ein 14-Jähriger jüdischer Junge von nachweislich arabisch- und türkischstämmigen Mitschülern nach antisemitischen Beleidigungen auch körperlich angegriffen. Der Schüler sah keinen anderen Ausweg, als die Gemeinschaftsschule in Friedenau zu verlassen.1

Dies waren nur ausgewählte, im Vergleich harmlose Beispiele von Antisemitismus im Alltag vonjüdischen Mitbürgern in der Gegenwart. Die Beispiele verdeutlichen, dass der Antisemitismus tatsächlich in der Gegenwart präsent ist. Doch woher stammt dieser Hass unter vielen Muslimen gegen eine Volksgruppe, welche bereits über Jahrhunderte verfolgt wird und ein unvorstellbares Leid erlitten hat?

Diese Bachelorarbeit soll eine Antwort auf diese Frage liefern. Anknüpfungspunkt ist hierbei das Mittelalter, wobei die Offenbarung und der Schreibprozess des Korans eine ausschlaggebende Rolle spielen, da der Prophet Muhammad, welcher zur Entstehung der Schrift beigetragen hat, zu seiner Lebenszeit in Medina stets von Juden umgeben war und diese oftmals negativ dargestellt hat. Zeitlich befinden wir uns daher am Anfang des 7. Jahrhunderts. Behandelt werden soll hierbei der Ursprung des Antisemitismus im Islam und dessen Entwicklung, um dann den entsprechenden Vergleich zwischen dem Antisemitismus im Mittelalter und dem Antisemitismus in der Gegenwart aufzustellen. Dafür werden zunächst diverse Motive und Auseinandersetzungen, welche die Juden als „Feinde“ darstellten, aufgelistet und erläutert werden. Das Werk von Johan Bouman („Der Koran und die Juden“) erweist sich hierbei als nützliche Quelle, da es sich mit der Auseinandersetzung zwischen dem Prophet Muhammad und den jüdischen Stämmen Medinas befasst. Im Nachgang soll untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen den judenfeindlichen Motiven im Mittelalter und der Judenfeindlichkeit bei Muslimen in der Gegenwart gibt. Ziel der Arbeit ist es daher festzustellen, ob die antisemitischen Motive der Gegenwart Parallelen zu denen des frühen Mittelalters aufweisen oder gar dort wurzeln. Da der Koran auf judenfeindliche Aspekte untersucht wird, wird für die Wiedergabe der Koranzitate die Übersetzung von Rudi Paret benutzt. Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese Bachelorarbeit sich ausschließlich mit dem Antisemitismus, welcher von Muslimen ausgeht, befasst. Der Holocaust als Höhepunkt des Antisemitismus wird nicht als zentraler Punkt in dieser Arbeit aufgeführt werden. Um Missverständnisse zu vermeiden werden zunächst die Begriffe „Antisemitismus“ und „Antijudaismus“ getrennt voneinander definiert. Hinzu kommt der Begriff des „modernen Antisemitismus“, welcher ebenfalls relevant für diese Arbeit ist.

Definitionen

Antisemitismus

Lediglich eine einzige Definition für den Begriff „Antisemitismus“ zu finden, erwies sich in der Vergangenheit als unüberwindbar. Im modernen Sprachgebrauch wird der Begriff „Antisemitismus“ als Oberbegriff fürjegliche Formen der Judenfeindlichkeit verwendet, was oftmals zu Missverständnissen führen kann. Eine genaue Definition des Begriffes bietet die international renommierte New Yorker Antisemitismusforscherin Helen Fein. Sie definiert Antisemitismus als Da sowohl in der Geschichte, als auch in der Gegenwart der Judenfeindschaft jedoch unterschiedliche Erscheinungsformen auftauchen, werden dementsprechend differenzierte Begriffe benutzt. Die vier chronisch-angeordneten Begriffe nennen sich: „christlicher Antijudaismus“, „rassistischer Antisemitismus“, „sekundärer Antisemitismus“ und „israelbezogener (antizionistischer) Antisemitismus“. Die letzten drei Begriffe lassen sich in der Wissenschaft unter den Begriff „moderner Antisemitismus“ kategorisieren.3

„eine anhaltende latente Struktur feindseliger Überzeugungen gegenüber Juden als Kollektiv, die sich bei Individuen als Haltung, in der Kultur als Mythos, Ideologie, Folklore sowie Einbindung und in Handlungen manifestieren [...], die dazu führen und/oder darauf abzielen, Juden als Juden zu entfernen, zu verdrängen oder zu zerstören.“2

Antijudaismus

Antijudaismus oder „Christlicher Antijudaismus“ bezeichnet eine „religiös motivierte, aber auch kulturell, sozial und ökonomisch determinierte Form des Ressentiments gegen Juden vom Mittelalter bis zur Neuzeit“.4 Auch dort sind antijüdische Mythen des „Ritualmordes“, des „Brunnenvergifters“ oder des „Wucherers“ bekannt. Für diese Arbeit spielt der Antijudaismus keine wichtige Rolle, da dieser christlich motiviert war.

Moderner Antisemitismus

Rassistischer Antisemitismus

Bei dieser Art von Antisemitismus werden Juden als minderwertige „Rasse“ konstruiert, wobei sie den „reinrassigen“ und überlegenen „Ariern“ gegenüberstehen. Diese Theorie beruht sich auf die Aussage von Rassentheoretikern aus dem 19. Jahrhundert welche behauptet, dass eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschenrassen nachweisbar sei. Juden wurden durch Begriffe wie „Anti-Volk“ und als „volkszersetzend“ und für schlechte Taten der modernen Zivilisation verantwortlich gemacht.5 Die nationalsozialistische Rassentheorie basierte auf diesem Mythos von der sogenannten „Reinheit der Rasse“, wodurch die Juden im Nachgang als die gefährlichsten Feinde im „weltgeschichtlichen Endkampf ‘ betitelt wurden, dessen Folge der Holocaust war. Der Völkermord ausgehend von den Nationalsozialisten wird auch als „eliminatorischer Antisemitismus“ bezeichnet.

Sekundärer Antisemitismus Der Ursprung des sekundären Antisemitismus lässt sich auf die Zeit nach dem Holocaust datieren. Typische Merkmale waren ein gewisses Schamgefühl und die Schuldabwehr. Es konnte nicht nachvollzogen werden, weshalb Wiedergutmachungszahlungen an Israel geleistet wurden. Folglich wurde beklagt, wie lange die „unschuldigen Kinder und Enkel noch für die Verbrechen ihrer Väter zahlen sollten“. Dadurch wird die sogenannte Opferrolle von den Tätern eingenommen. Den Juden wurde hier außerdem unterstellt, dass sie den Holocaust ausnutzten, um die Opferrolle einzunehmen.

Antizionistischer Antisemitismus Der antizionistische Antisemitismus weist Parallelen zu dem sekundären Antisemitismus auf, da auch hier eine Täter-Opfer-Umkehr stattfindet. Das Hauptmerkmal hierbei ist jedoch die „Verteufelung Israels“, wodurch Juden, Israelis, Zionisten, Rassisten und sogar Nazis gleichgestuft werden. Dieser Antisemitismus unterscheidet sich von den anderen Arten dadurch, dass er sich als „Antirassismus“ darzustellen versucht, indem Israel als ein rassistischer Staat angegriffen wird.6 Diese Art von Antisemitismus ist unter Muslimen weit verbreitet.

2. Ursprung der Judenfeindlichkeit im Islam von 622 n. Chr. bis 627 n. Chr.

Wie bereits bekannt, erwies und erweist es sich noch immer als äußerst schwierig, den Koran einheitlich zu deuten. So liefern die Aussagen des Korans und die damit einhergehenden Worte Gottes unterschiedliche Definitionsmöglichkeiten. Im Koran werden Juden in mehreren Passagen als „Feinde Allahs“ bezeichnet. Beispielsweise steht in Sure 3,32: „Allah liebt die Ungläubigen nicht“.7 Nun lässt sich darüber streiten, ob man laut Koran ungläubig ist, wenn man einer anderen Religion nachgeht, als dem Islam. Demnach kann man behaupten, dass nicht nur Juden, sondern alle anderen Vertreter anderer Religion ebenfalls ungläubig sind. Das würde darauf schließen, dass nicht nur Juden die Feinde Allahs sind.

Doch wie kommt es dazu, dass primär die Juden eine solch negative Haltung ausgehend von Muslimen ertragen mussten und auch immer noch müssen? Dies gilt es in den folgenden Kapiteln zu klären.

2.1. Die Entstehung des Korans und Parallelen zum Judentum

Der Koran ist das heilige Buch des Islam und beinhaltet die Gesamtheit der Offenbarungen des Propheten Muhammad.8 Der Koran wurde hauptsächlich in den arabischen Gebieten um Mekka und Medina herum dem Propheten Muhammad offenbart. Er lebte 12 Jahre lang in seiner Vaterstadt Mekka und predigte dort seine koranischen Offenbarungen, bis er im Jahr 622 n. Chr. die Stadt verlassen musste, da er als Prophet deutliche Ablehnungen von den Mekkanem erhielt. Von dort aus wanderte er in eine Oasenstadt namens Yathrib aus, die nach seiner Ankunft „Medinat an-nabi“ (Stadt des Propheten, abgekürzt: Medina) genannt wurde. Dort lebte und predigte Muhammad bis zu seinem Tod im Jahr 632 die Offenbarungen des Korans. Die Hauptdogmen des Korans wurden zu der Zeit bis 622 n. Chr. in Mekka festgelegt. Die Zeit in Medina hingegen zeigt, dass die Offenbarungen gegen die Juden einen immer feindlicher werdenden Charakter einnahmen.9 Daher würden sich die Auseinandersetzungen mit den Juden auf die Jahre nach 622 n. Chr. datieren lassen. Bevor dieses Szenariojedoch eintraf, konnte man bereits Parallelen vom Koran zum Judentum aufweisen. So ist die Rede von einem „Schöpfer“ der Menschheit in beiden Religionen. In Sure 55,26-27 steht: „Alle, die auf der Erde sind, werden vergehen. Aber dein Herr, der Erhabene und Ehrwürdige, bleibt bestehen“. Im Judentum ist das ähnlich: „Ein König lebt noch heute hier, ist aber morgen im Grabe, aber der König aller Könige lebt und bleibt in alle Ewigkeit“ (Babyl. Talmud Berakot 28b).10 Im Judentum wird der Mensch mit der höchsten Position, also der König, im Gegensatz zu Gott betrachtet. Weitere Parallelen zum Judentum sind beispielsweise das Bild von den Geschehnissen der Endzeit, die Auferstehung der Toten aus ihren Gräbern und das nachfolgende Gericht. Im nachfolgenden Gericht wird entschieden, ob die eigenen Taten mit der Offenbarung im Koran übereinstimmen und man entsprechend gutes erfährt, oder ob man auf Grund seiner Taten und Ungläubigkeit den Weg in die Hölle findet. Laut Muhammad sind es die Offenbarungen des Korans, die zu ihm heruntergeschickt werden. Allerdings sind Thematik und Inhalt von Muhammads Offenbarungen und der jüdischen Überlieferung beinahe identisch.11 Dies waren nur einige ausgewählte Beispiele. Mit Sicherheit lassen sich weitere Gemeinsamkeiten der beiden Religionen auffmden. Relevant hierbei ist jedoch nicht die Anzahl an Gemeinsamkeiten der beiden Religionen, sondern vielmehr Muhammads Gründe für die Übernahme der verschiedenen Aspekte aus derjüdischen Religion.

Man kann vermuten, dass Muhammad vom Hörensagen durch in Arabien lebende Juden mit der jüdischen Religion und dessen Inhalten vertraut wurde. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass Muhammad weder lesen noch schreiben konnte kann man ausschließen, dass er sich das Wissen über die jüdische Religion durch Textüberlieferungen angeeignet hat. Zieht man in Betracht, dass der Koran erst im 7. Jahrhundert durch den Prophet Muhammad offenbart wurde und die jüdische Religion bereits zu der Zeit vor Christus Bestand hatte so kann man behaupten, dass Muhammad einige Aspekte derjüdischen Religion eindeutig übernommen hat. Dass viele Motive aus dem Judentum entnommen wurden, belegte Abraham Geiger, Begründer des deutschen Reform-Judentums, in seiner Dissertation aus dem Jahr 1833 „Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen“. Dort schildert Geiger Muhammads Absicht, „recht Vieles dem Judenthume zu entlehnen und seinem Korane einzuverleiben“.12 Sure 8;31 zeigt, dass den Leuten, die die Offenbarungen zu hören bekamen, jene Tatsache der Motivübernahme bereits bewusst war: „Und wenn ihnen Unsere Zeichen verlesen werden, sagen sie: „Wir haben es bereits gehört. Wenn wir wollten, könnten wir fürwahr etwas Gleichartiges sagen. Das sind nur Fabeln der Früheren.“

In Folge dessen ist zu klären, warum Juden in diesem Kontext dennoch als „Ungläubige“ und Feinde betrachtet wurden/werden, obwohl beide Religionen als „abrahamitische Religionen“ bezeichnet werden, da sie sich in ihrer Herkunft auf Abraham berufen.

2.2. Ereignisse und Begegnungen zwischen Muhammad und den Juden von 622 n. Chr. bis 627 n. Chr.

Bevor es zu den ersten nennenswerten Begegnungen zwischen Muhammed und den Juden in Medina ab 622 n. Chr. kam war bereits bekannt, dass Muhammed über die Existenz der Juden und deren Religion Bescheid wusste. Man kann behaupten, dass Muhammed die für ihn am meisten relevant scheinenden Aspekte derjüdischen Religion übernommen und als Offenbarung bezeichnet hat. Andere Inhalte wurden laut Bouman beliebig verändert und „zurechtgeschrieben“.13 Dadurch können keine einheitlichen Inhalte der beiden Religionen gewährleistet werden, was als Fundament für die folgenden Auseinandersetzungen zwischen Muhammad und den Juden diente. In Medina, wo sich Muhammad im Jahr 622 n. Chr. niedergelassen hat, war ein Aufeinandertreffen mit Juden unumgänglich. In Zuge dessen steht im Koranvers 29;46, welcher wahrscheinlich auf Muhammads Anfangszeit in Medina zurückzuführen ist:

„Und streitet mit den Schriftbesitzern nie anders als aufeine möglichst guteArt - mitAusnahme derer von ihnen, die Frevler sind. Und sagt: Wir glauben an das, was (als Offenbarung) zu uns, und was zu euch herabgesandt w-orden ist. Unser und euer Gott ist einer! Ihm sind wir als muslim ergeben“.14

[...]


1 Vgl. Fischer, Mirjam: Antisemitismus bei Muslimen. https://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/269248/antisemitismus-bei-muslimen (Zuletztaufgerufenam: 16.06.2020)

2 Fein, Helen: The Peristing Question. Sociological Perspectives and Social Contexts ofModemAntisemitism, New York 1987, S. 67.

3 Vgl. Benz, Wolfgang: Was istAntisemitismus? München, 2004, S. 19

4 Ebd.

5 Vgl. Kiefer, Michael: Islamischer, islamistischer oder islamisierter Antisemitismus? 2006, S. 282 f.

6 Ebd., S. 282 ff.

7 Vgl. Bouman, Johan: Der Koran und die Juden. Die Geschichte einer Tragödie. Darmstadt, 1990, S. 3 f.

8 Dudenredaktion (o.J.): „Koran“ aufDuden online. URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Koran (Abrufdatum: 16.06.2020)

9 Vgl. Bouman: Der Koran und die Juden. S. 22 f.

10 Ebd. S. 25

11 nEbd.S.26

12 Vgl. Geiger, Abraham: Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen? Leipzig 1902, S. 22

13 Ebd, S. 34 ff.

14 Ebd, S. 54

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Der Ursprung des Antisemitismus im Islam
Untertitel
Ein Vergleich des Antisemitismus unter Muslimen im 7. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Hochschule
Universität Siegen
Note
2,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
30
Katalognummer
V981228
ISBN (eBook)
9783346336446
ISBN (Buch)
9783346336453
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ursprung, antisemitismus, islam, vergleich, muslimen, jahrhundert, gegenwart
Arbeit zitieren
Özcan Kutlu (Autor), 2020, Der Ursprung des Antisemitismus im Islam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/981228

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