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Die Demaskierung eines dämonischen Intriganten. Die Figur des "Armeniers" in Schillers "Geisterseher"

Title: Die Demaskierung eines dämonischen Intriganten. Die Figur des "Armeniers" in Schillers "Geisterseher"

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M. A. Alexandra Mohr (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Von 1787 bis 1789 veröffentlichte Friedrich Schiller sein Erzählfragment "Der Geisterseher" in mehreren Fortsetzungen und erzielte einen immensen Publikumserfolg. Die Thematisierung einer politischen Verschwörung traf den Nerv der Zeit.
Schiller verknüpft hier geschickt verschiedene Elemente miteinander. So greift er auf Erzählstrukturen eines Abenteuerromans zurück und taucht ebenfalls partiell in den Bereich der Psychologie und ihrer Studien ein.
Im Zentrum des Fragments steht ein Prinz, dessen gesellschaftliche Position die katholische Kirche zu missbrauchen plant, um die Macht über eine der einflussreichsten Dynastien zu erlangen. Der Prinz verirrt sich in einer dicht gestrickten Intrige, die von einem mysteriösen Fremden, genannt der "Armenier", inszeniert wurde.
Es ist offensichtlich, dass Schiller an verschiedenen Textstellen seines prosaischen Fragments auf die realen Vorgänge innerhalb der ihn umgebenden Gesellschaft eingeht. Er spiegelt die Angst vor Verschwörungen wider und zeigt insbesondere das Misstrauen der Gesellschaft gegenüber der Magie und ihren Auswirkungen. Seine mysteriöse Figur des "Armeniers" verkörpert beide Gesichtspunkte: Die Maske, die er trägt, lässt ihn als magische Figur erscheinen, seine intriganten Schachzüge machen ihn zu einem ernst zu nehmenden politischen Gegner.
Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wird zum einen die Intrige und ihre Struktur analysiert, sowie ein Blick auf ihren Initiator geworfen. Dabei wird insbesondere die Rolle seiner Helfer erörtert.
Anschließend wird eine Diskussion beleuchtet, die sich mit dem Einfluss des "Geistersehers" auf nachfolgende Schauerromane und auf moderne Mystery-Serien befasst. Dabei liegt auch an dieser Stelle der dämonische Charakter im Zentrum der Betrachtung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Intrige und ihre Varianten

Das gespannte Netz der Intrige im „Geisterseher“

Das Opfer: Ein Prinz auf Abwegen

Das Mittel zum Zweck: Die schöne Griechin

Die rechte Hand des Dämonen

Der „Geisterseher“ und die „X-Files“: Eine klare Rezeption?

Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert die komplexe Intrigenstruktur in Friedrich Schillers Fragment „Der Geisterseher“ und untersucht die manipulative Rolle des zentralen Gegenspielers, des „Armeniers“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Inszenierung von Mythen und psychologische Beeinflussung ein gesellschaftlich hochstehender Protagonist in die Abhängigkeit katholischer Machtinteressen geführt wird, sowie Parallelen zu modernen Mystery-Erzählungen aufzuzeigen.

  • Analyse der Intrigenformen nach Gustav Adolf Pourroy im Kontext des Romans.
  • Untersuchung der psychologischen Manipulation des Prinzen und seiner Entfremdung vom eigenen Glauben.
  • Dekonstruktion der Rollen von Helfershelfern wie der „schönen Griechin“, des Sizilianers und Biondellos.
  • Vergleichende Analyse der Erzählstrukturen und des mystischen Gegenspielers mit modernen Mystery-Serien (am Beispiel der „X-Files“).

Auszug aus dem Buch

Die Intrige und ihre Varianten

Bevor genau auf die Intrige des „Armeniers“ im „Geisterseher“ eingegangen wird, soll das Wesen der Intrige an sich erklärt werden. Gustav Adolf Pourroy unterscheidet in seinem Werk folgende drei Grundformen der Intrige: den Billardstoß, den Achillesschuss und das Komplott. Bei dem Billardstoß gehe der Intrigant folgendermaßen vor:

„Der Intrigant selbst bleibt in der Tarnung. Er manipuliert die Öffentlichkeit von der Deckung aus und zieht mit der erregten Schadenfreude die Lacher auf seine Seite.“

Dagegen seien bei der Variante des Achillesschusses die Handlungen des Intriganten nicht verdeckt, aber die Absicht, die dahinter stecke, könne nicht eindeutig enttarnt werden. Der Intrigant decke hier die Schuld des Opfers auf, Voraussetzung sei hier natürlich, das Opfer habe sich etwas zu schulden kommen lassen.

Bei der dritten Variante, dem Komplott, würden sich häufig mehrere Parteien zusammenschließen, welche dann gemeinsam gegen ein Opfer agieren:

„Das in der Regel geheime Bündnis ist eine starke Waffe in der intriganten Konfliktaustragung. Das Opfer ahnt noch nichts, und doch ist die Taktik des verderblichen Spiels bereits beschlossen. (...) Sicher, der erfahrene Intrigant muß darauf achten, daß sein Vasall das Wissen um den Plan nicht ausnutzt und ihm als Überläufer schadet oder daß er aussteigt. Hier liegt die eigentliche Schwäche dieser an sich starken Grundart der Intrigen; (...).“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der politischen Verschwörung und der psychologischen Dimensionen in Schillers Fragment.

Die Intrige und ihre Varianten: Theoretische Herleitung der Intrigenformen nach Pourroy als Grundlage für die Analyse der Handlung.

Das gespannte Netz der Intrige im „Geisterseher“: Darstellung des „Armeniers“ als Initiator einer komplexen Intrige, die auf der gezielten Nutzung von Mythen und Angst basiert.

Das Opfer: Ein Prinz auf Abwegen: Analyse des Prinzen als labiles Opfer, dessen rationales Weltbild durch gezielte Manipulation systematisch untergraben wird.

Das Mittel zum Zweck: Die schöne Griechin: Untersuchung der Rolle der „Griechin“ als emotionales Lockmittel, das den Prinzen endgültig in die Abhängigkeit treibt.

Die rechte Hand des Dämonen: Erörterung der Funktionen und der psychologischen Taktik der Helfershelfer, die das soziale Umfeld des Prinzen infiltrieren.

Der „Geisterseher“ und die „X-Files“: Eine klare Rezeption?: Komparative Untersuchung von Schillers Werk und moderner Mystery-Unterhaltung hinsichtlich Authentizität und Erzählstruktur.

Schlussbetrachtung: Fazit über das offene Geheimnis des „Armeniers“ und die bleibende Bedeutung des Fragments für das Schauer-Genre.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Der Geisterseher, Intrige, Armenier, Macht, Manipulation, Psychologie, Geheimorganisation, Schauerroman, The X-Files, Mystery, Verschwörung, Identität, Religion, Mythos

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Struktur von Intrigen und Machtmissbrauch in Schillers Romanfragment „Der Geisterseher“ sowie die manipulative Vorgehensweise der zentralen Figur, des „Armeniers“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die literarische Analyse von Intrigenformen, die Psychologie des Prinzen als Opfer, die Funktion von Geheimbünden und der Vergleich mit modernen Mystery-Formaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Dekonstruktion der Machtstrategien des Armeniers und die Aufdeckung, wie durch gezielte Desinformation und psychologische Unterwanderung ein Thronanwärter in die Abhängigkeit geführt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf literaturtheoretische Konzepte der Intrige (nach Pourroy) und komparatistische Ansätze zur Wirkungsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Intrige dargelegt, die Handlungsstränge um den Prinzen und seine Helfer analysiert und ein Vergleich zur Serie „The X-Files“ gezogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Intrige, Macht, Manipulation, Schauerroman, Identität, Mystery und Geheimbund.

Wie beeinflusst die Maskerade des Armeniers das Schicksal des Prinzen?

Die Maskerade verhindert eine rationale Einordnung des Armeniers durch den Prinzen, wodurch dieser sich von einem skeptischen Rationalisten in einen emotional manipulierten Glaubenden wandelt, der den Armenier fälschlicherweise als Wegweiser akzeptiert.

Warum wird im letzten Kapitel der Vergleich zur Serie „The X-Files“ gezogen?

Der Vergleich dient dazu, Schillers Einfluss auf die moderne Mystery-Dramaturgie aufzuzeigen, insbesondere die Ähnlichkeiten in der Nutzung von „Authentizität“ und der Darstellung undurchsichtiger Machtstrukturen.

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Details

Title
Die Demaskierung eines dämonischen Intriganten. Die Figur des "Armeniers" in Schillers "Geisterseher"
College
Humboldt-University of Berlin  (Germanistische Institute / Neuere deutsche Literatur)
Course
Der Erzähler Schiller
Grade
1,7
Author
M. A. Alexandra Mohr (Author)
Publication Year
2003
Pages
27
Catalog Number
V9813
ISBN (eBook)
9783638164245
ISBN (Book)
9783638641289
Language
German
Tags
Intrige Armenier Schiller
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Alexandra Mohr (Author), 2003, Die Demaskierung eines dämonischen Intriganten. Die Figur des "Armeniers" in Schillers "Geisterseher", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9813
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