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Lernen und Gedächtnis. Prinzipien für Lehr-Lernsituationen basierend auf Erkenntnissen der Gedächtnisforschung

Titel: Lernen und Gedächtnis. Prinzipien für Lehr-Lernsituationen basierend auf Erkenntnissen der Gedächtnisforschung

Hausarbeit , 2020 , 31 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Psychologie - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit dem Zusammenhang von Lernen und Gedächtnis auseinander. Dabei können Erkenntnisse aus der Gedächtnisforschung auf die praktische Anwendung in Lehr-Lernsituationen wie Schul-, Aus- und Weiterbildung transferiert werden. Die Relevanz dieser Arbeit begründet sich schlichtweg darin, dass wir uns einen Großteil unseres Lebens in Ausbildung befinden. Angefangen von der Schule über Ausbildung oder Studium bis hin zu Fort- und Weiterbildungen – effektives und nachhaltiges Lernen ist zentral. So ist diese Thematik nicht nur für Lehrende, Bildungsforscher oder Politiker relevant, sondern auch für jeden Lernenden.

Ziel dieser Arbeit ist die dem effektiven Lernen zugrundeliegenden Gedächtnisprozesse zu erläutern und daraus folgernde Prinzipien und Implikationen für Lehr-Lernsituationen aufzuzeigen.
Dabei wird in Kapitel 2 zunächst auf wichtige Begriffe eingegangen. In Kapitel 3 wird die zeitlichen Dimensionen des Gedächtnisses dargestellt. Darauf folgen in Kapitel 4 die inhaltlichen Dimensionen des Gedächtnisses. Der Abruf von Gelerntem mit all seinen Phänomenen wird in Kapitel 5 beschrieben. Kapitel 6 widmet sich dem Vergessen. Schließlich werden theoretische Überlegungen in Kapitel 7 auf die Praxis der Lehr-Lernsituationen bezogen und in Kapitel 8 kritisch betrachtet. Die in Kapitel 7 benannten Prinzipien und Grundsätze werden in Kapitel 8 anhand konkreter Implikationen veranschaulicht. Abschließend folgt in Kapitel 9 ein Fazit sowie ein Ausblick auf weiter Forschungsmöglichkeiten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1. Lernen

2.2. Gedächtnis

3. Zeitliche Einteilung des Gedächtnisses

3.1. Drei-Stufen-Modell nach Atkinson und Shiffrin (1968)

3.2. Arbeitsgedächtnismodell nach Baddeley und Hitch (1974)

3.3. Theorie der Verarbeitungstiefe nach Craik und Lockhart (1972)

4. Inhaltliche Einteilung des Gedächtnisses

4.1. Explizites-deklaratives und implizites-prozedurales Gedächtnis

4.2. Episodisches und semantisches Gedächtnis

5. Abruf aus dem Gedächtnis

5.1. Voraktivierungseffekte (Priming)

5.2. Kontexteffekte

5.3. Effekte der emotionalen Verfassung

5.4. Positionseffekte

6. Vergessen

6.1. Scheitern der Enkodierung

6.2. Scheitern des Abrufs

6.3. Interferenz

6.4. Speicherzerfall

6.5. Absichtliches Vergessen

7. Nachhaltiges Lernen in Lehr-Lernsituationen

7.1. Prinzipien der Gestaltung von Lehr-Lernsituationen

7.1.1. Konstruktiv-interaktives Lernen für bessere Behaltensleistung

7.1.2. Der Effekt von Vorwissen auf die Lernleistung

7.2. Kognitive Lernstrategien

7.2.1. Elaborationsstrategien

7.2.2. Organisationsstrategie

7.2.3. Wiederholungsstrategie

8. Kritische Diskussion

8.1. Implikationen für Lehr-Lernsituationen im schulischen sowie fort- und weiterbildenden Umfeld

8.2. Kritik am eigenen Vorgehen und Limitationen dieser Arbeit

9. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen Lernprozessen und der menschlichen Gedächtnisleistung, um daraus fundierte Prinzipien für die Gestaltung effektiver Lehr-Lernsituationen abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie theoretische Erkenntnisse der Gedächtnisforschung auf die praktische Anwendung in schulischen sowie aus- und weiterbildenden Kontexten transferiert werden können, um nachhaltiges Lernen zu fördern.

  • Grundlagen von Lernen und Gedächtnis
  • Gedächtnismodelle zur zeitlichen und inhaltlichen Strukturierung
  • Phänomene des Informationsabrufs und Ursachen des Vergessens
  • Anwendung kognitiver Lernstrategien zur Wissensoptimierung
  • Transfer der Forschungserkenntnisse in die Bildungspraxis

Auszug aus dem Buch

7.1.1. Konstruktiv-interaktives Lernen für bessere Behaltensleistung

Besonders effektiv für eine gute Lern- und Erinnerungsleistung ist ein interaktiver und konstruktiver Umgang mit dem Lernstoff. Chi und Wylie (2014) unterscheiden in ihrem vorgeschlagenen „ICAP“-Modell vier Formen von Lernaktivitäten: passives, aktives, konstruktives und interaktives Lernen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Lernleistung deutlich höher ist, je komplexer und mehrstufiger kognitive Prozesse bei der Aneignung des Lernstoffes ablaufen. Je intensiver und aktiver ein Lehrender mit dem Lernstoff umgeht und die Informationen be- und verarbeitet, desto besser die Erinnerungsleistung.

Chi und Wylie gehen davon aus, dass beim interaktiven und konstruktiven Lernen komplexere kognitive Prozesse ablaufen als bei passivem und aktivem Lernen. Zurückzuführen ist dies, auf die Theorie der Verarbeitungstiefe nach Craik und Lockhart (1972), die besagt, dass für eine erfolgreiche und nachhaltige Speicherung von Informationen, also ein effektives Lernen, besonders die Tiefe der Verarbeitung relevant ist (Vgl. Kapitel 3.3.). Je intensiver wir uns also mit den zu lernenden Inhalten auseinandersetzen, desto tiefer die Verarbeitung und folglich desto nachhaltiger und effektiver die Speicherung von Informationen. Bei der Vermittlung von Lernstoff im (Aus- und Weiter-)Bildungsalltag scheint es demnach sinnvoll zu sein, Inhalte zu diskutieren, zu bewerten und zu interpretieren, beispielsweise in Diskussionsrunden in der Klasse. Ebenso kann es sinnvoll sein Gelerntes in eigenen Worten, zum Beispiel dem Sitznachbarn, zu erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die fundamentale Bedeutung des Gedächtnisses für das menschliche Leben und leitet daraus die Notwendigkeit ab, Lernprozesse durch gedächtnispsychologische Erkenntnisse zu optimieren.

2. Begriffsbestimmung: Hier werden die Kernbegriffe Lernen als erfahrungsbasierte Verhaltensänderung und Gedächtnis als System zur Speicherung und Wiedergewinnung von Informationen definiert.

3. Zeitliche Einteilung des Gedächtnisses: Dieses Kapitel erläutert klassische Modelle wie das Drei-Stufen-Modell und das Arbeitsgedächtnis, um die zeitlichen Dimensionen der Informationsverarbeitung zu verdeutlichen.

4. Inhaltliche Einteilung des Gedächtnisses: Die Unterscheidung zwischen expliziten (deklarativen) und impliziten (prozeduralen) sowie episodischen und semantischen Gedächtnissystemen steht hier im Vordergrund.

5. Abruf aus dem Gedächtnis: Es werden Methoden und Einflussfaktoren des Abrufs, wie Priming, Kontexteffekte und emotionale Zustände, detailliert beschrieben.

6. Vergessen: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Ursachen des Vergessens, darunter Enkodierungsfehler, Interferenz, Speicherzerfall und Verdrängung.

7. Nachhaltiges Lernen in Lehr-Lernsituationen: Hier werden praktische Gestaltungsgrundsätze und kognitive Lernstrategien wie Elaboration und Organisation zur Verbesserung der Behaltensleistung vorgestellt.

8. Kritische Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, wobei Limitationen benannt und konkrete Implikationen für die Bildungspraxis abgeleitet werden.

9. Fazit und Ausblick: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und schlägt weiterführende Forschungsansätze vor, beispielsweise die Einbeziehung digitaler Medien.

Schlüsselwörter

Gedächtnisforschung, Lernprozesse, Verarbeitungstiefe, Langzeitgedächtnis, Arbeitsgedächtnis, Lehr-Lernsituationen, Wissenserwerb, Lernstrategien, Enkodierung, Behaltensleistung, Vorwissen, Interferenz, Vergessenskurve, Konstruktiv-interaktives Lernen, Abrufhilfen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen kognitiven Gedächtnisprozessen und der Gestaltung von effektiven Lehr-Lernsituationen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit umfasst theoretische Gedächtnismodelle, Ursachen des Vergessens, kognitive Lernstrategien sowie deren praktische Anwendung in der Schule und Erwachsenenbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, Erkenntnisse der Gedächtnisforschung auf die Praxis zu transferieren, um herauszufinden, wie man Lerninhalte effektiver und nachhaltiger vermitteln kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Fachquellen und Theorien zum Thema Lernen und Gedächtnis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Gedächtnismodelle, Abruf, Vergessen) und die darauffolgende Anwendung (Lernprinzipien und Lernstrategien).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gedächtnisforschung, Lernstrategien, Verarbeitungstiefe, Behaltensleistung und Lehr-Lernsituationen.

Warum spielt die "Verarbeitungstiefe" eine so große Rolle für das Lernen?

Die Arbeit stellt dar, dass Informationen umso besser behalten werden, je intensiver und bedeutungsvoller sie verarbeitet werden, was durch aktives und konstruktives Lernen erreicht wird.

Welchen Einfluss hat das Vorwissen auf den Lernerfolg?

Vorwissen dient als Ankerpunkt für neue Informationen, was die Interpretation, Selektion und logische Strukturierung des Lernstoffs signifikant erleichtert.

Inwiefern können Lehrer oder Dozenten den Abruf von Wissen erleichtern?

Durch die Gestaltung kontextreicher Lernumgebungen, die Nutzung von Bildern und Grafiken sowie das Setzen von Assoziationshilfen können Lehrkräfte den späteren Abruf des Wissens fördern.

Wie unterscheidet sich die Wiederholungsstrategie von anderen Lernstrategien?

Während reines, passives Wiederholen oft weniger effizient ist, erweisen sich elaborative Strategien, wie das Einbetten in Geschichten oder visuelle Vorstellungen, als deutlich nachhaltiger für das Langzeitgedächtnis.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lernen und Gedächtnis. Prinzipien für Lehr-Lernsituationen basierend auf Erkenntnissen der Gedächtnisforschung
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
31
Katalognummer
V981476
ISBN (eBook)
9783346337061
ISBN (Buch)
9783346337078
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lernen gedächtnis prinzipien lehr-lernsituationen erkenntnissen gedächtnisforschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Lernen und Gedächtnis. Prinzipien für Lehr-Lernsituationen basierend auf Erkenntnissen der Gedächtnisforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/981476
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Leseprobe aus  31  Seiten
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