Ziel der Arbeit ist es, ein Konzept eines Energiemanagements im Hauptsitz und in den fünf Filialen eines Lebensmitteleinzelhandelsunternehmens zu entwickeln. Der Unternehmer will mit professioneller Unterstützung die Energieeinsparpotenziale seines Unternehmens erkennen und Maßnahmen effizient umsetzen. Als Auftraggeber erwartet er ein umfassendes Leistungsangebot von der Beratung, Planung bis zur Steuerung der Umsetzung der Maßnahmen [6]. Die Dienstleistung eines Facility Managers kann die Einführung eines Energiemanagementsystems, das durch Effizienz und Nachhaltigkeit den Wettbewerb sichern kann, ermöglichen.
Der Lebensmitteleinzelhandel ist eine der energieintensivsten Branchen. Das Angebot an frischen und gekühlten Produkten und Tiefkühlprodukten erfordert einen hohen Energieeinsatz. Die Kunden erwarten frische Produkte und eine ansprechende Warenpräsentation in einer angenehmen Atmosphäre. Steigender Weltenergiebedarf und Ressourcenknappheit führen zu steigenden Energiepreisen. Sinkender Energieverbrauch kann durch Investitionen in erneuerbare Energien und energieeffiziente Anlagen erreicht werden. Die Verbrauchsreduzierungen unterstützen nicht nur die ökonomische, sondern auch die ökologische Nachhaltigkeit. Dadurch können Vorteile im Wettbewerb und in der Außendarstellung des Unternehmens erreicht werden. Die Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter kann entscheidend zur Energieeinsparung beitragen. Außerdem kennen sie die Kundenbedürfnisse und können einen Zielkonflikt zwischen Energieeinsparung und Kundenzufriedenheit vermeiden. Der Unternehmer muss sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren.
Die DIN EN 15221 für Facility Management soll eine professionelle Tätigkeit gewährleisten. Ein Energieaudit nach der Norm DIN EN 16247 ermöglicht die Bewertung des Ist-Zustandes des Energieverbrauchs. Durch die Einführung eines Energiemanagementsystems nach der Norm DIN ISO EN 50001 soll eine Organisation durch systematischen Aufbau eines Managementsystems eine kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung, der Energieeffizienz, des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs erreichen. Ein Energieaudit ist in dieses Konzept integriert. In dem Fallbeispiel entscheidet sich der LMEH-Unternehmer für die schrittweise Einführung des Energiemanagementsystems nach der DIN EN ISO 50001 für seinen Hauptsitz und den fünf Filialen durch einen Facility Energiemanager.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Herangehensweise
2 Definitionen
2.1 Facility Management
2.2 Energiemanagement
3 Normen
3.1 DIN EN 15221
3.2 DIN EN 16247
3.3 DIN EN ISO 50001
4 Fallbeispiel
4.1 Vorstellung des Unternehmens
4.2 Konzept des Facility Managers
4.3 Maßnahmen
4.3.1 Lichttechnik
4.3.2 Kühl- und Kältetechnik
4.3.3 Heizungs- und Lüftungstechnik
4.3.4 Photovoltaik
5 Schlussbetrachtung
5.1 Zusammenfassung
5.2 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein praxisnahes Konzept zur Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 für ein Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen mit fünf Filialen zu entwickeln, um Energieeinsparpotenziale systematisch zu erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit durch Effizienzsteigerung und Nachhaltigkeit zu sichern.
- Grundlagen des Facility Managements und Energiemanagements
- Analyse relevanter Normen wie DIN EN 15221, DIN EN 16247 und DIN EN ISO 50001
- Konzeptionelle Einführung eines Energiemanagements in einer Filialstruktur
- Umsetzungsmaßnahmen in den Bereichen Licht-, Kühl-, Kältetechnik sowie Heizung, Lüftung und Photovoltaik
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Lichttechnik
Die Beleuchtung gehört in den Geschäftsräumen des LMEH-Unternehmens zu den größten Energieverbrauchern. Die Dena-Studie zu Energiemanagement im Handel bestätigt diese Aussage [5, S. 30]. Die Lichtlösungen sollen die Energiekosten verringern. Dabei muss die Wirkung auf das Kaufverhalten der Kunden berücksichtigt werden. Die Umwelt wird vom Menschen etwa zu 80 Prozent mit den Augen wahrgenommen. Licht beeinflusst die Atmosphäre, weckt Emotionen, unterstützt die Warenpräsentation und lenkt den Kunden im Geschäftsraum. Das Beleuchtungsniveau ist in den Verkaufsbereichen unterschiedlich. Durch die Leuchtdichteverteilung wird der Raum strukturiert. Die Lichtfarben schaffen die Raumatmosphäre und unterstützen die Produktwirkung. Lange Öffnungszeiten erfordern lange und kostengünstige Beleuchtungszeiten. Diese Anforderungen erfüllen mit großem Einsparpotential Beleuchtungslösungen mit LED-Technologie. LED-Leuchten gehören zu den energieeffizientesten Beleuchtungskörpern. Große Einsparpotentiale ergeben sich durch eine lange Lebensdauer und durch geringen Wartungsaufwand. Außerdem steigert der Einsatz von LED-Beleuchtungen das Unternehmensimage hinsichtlich ökologischer Nachhaltigkeit. Sie sind ein Beispiel „grüner“ Technologie mit modernem Image [18].
Die Obst- und Gemüseabteilung befindet sich in allen Geschäftsräumen im Eingangsbereich. Dort soll der Kunde sein Schritttempo verlangsamen, um eine angenehme Atmosphäre zu erfahren, die durch die Farbenvielfalt und Frische der Produkte ausgestrahlt wird. Der Einsatz von LED-Leuchten erzeugt eine sehr gute Farbwiedergabe und warme Lichtfarben. Vitamine und Frische bleiben durch den IR- und UV-Strahlenschutz für die empfindliche Ware erhalten. Besondere Akzentuierung wird durch den Einsatz von LED-Punktlichtleuchten erreicht [18].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit erläutert die Bedeutung einer effizienten Energieversorgung im energieintensiven Lebensmitteleinzelhandel und setzt das Ziel, ein Energiemanagementkonzept zu entwickeln.
2 Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe Facility Management als ganzheitliches Managementkonzept und Energiemanagement als Prozess zur Effizienzsteigerung definiert.
3 Normen: Das Kapitel stellt relevante europäische Regelwerke vor, darunter DIN EN 15221 für Facility Management sowie DIN EN 16247 und DIN EN ISO 50001 für Energieaudits und Energiemanagementsysteme.
4 Fallbeispiel: Dies ist der Hauptteil, der die Einführung eines schrittweisen Energiemanagementkonzepts für ein Unternehmen mit fünf Filialen beschreibt, inklusive der Unternehmensvorstellung, der organisatorischen Umsetzung durch einen Facility Manager und spezifischer technischer Maßnahmen.
5 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt ein Fazit zur Empfehlung, Energiemanagementsysteme professionell in Unternehmen zu integrieren.
Schlüsselwörter
Energiemanagement, Facility Management, Lebensmitteleinzelhandel, Energieeffizienz, DIN EN ISO 50001, Energieaudit, Nachhaltigkeit, Lichttechnik, Kühltechnik, Kältetechnik, Photovoltaik, Energiekosten, Einsparpotenziale, Prozessmanagement, Filialstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung eines Konzeptes für ein Energiemanagementsystem in einem Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den zentralen Themen gehören Facility Management, die Einführung von Energiemanagementsystemen, relevante Industrienormen sowie konkrete technische Optimierungsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Reduktion von Energiekosten und der Ressourcenverbrauch in einem Unternehmen, um wettbewerbsfähig und nachhaltiger zu wirtschaften.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Anwendung eines praxisorientierten Fallbeispiels für ein LMEH-Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Vorstellung des Modellunternehmens, die Rolle des Facility Managers bei der Implementierung sowie technische Maßnahmen in Bereichen wie Licht-, Kälte- und Heizungstechnik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Energieeffizienz, Energiemanagement, Nachhaltigkeit, Facility Management und Filialbetrieb.
Wie spielt der Facility Manager eine Rolle bei der Umsetzung?
Er fungiert als zentraler Koordinator, der die Energiepolitik festlegt, den Workflow entwickelt und zwischen strategischen Managementebenen und operativen Prozessen vermittelt.
Welche Bedeutung haben Photovoltaikanlagen im Konzept?
Sie dienen der Eigennutzung von Strom, um die Abhängigkeit vom Netz zu verringern und einen Imagegewinn durch CO2-neutrale Stromerzeugung zu erzielen.
- Quote paper
- Sabine Scholle (Author), 2016, Energiemanagement im Lebensmitteleinzelhandel. Konzeptentwicklung an einem Beispielunternehmen für den Hauptsitz und fünf Filialen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/981541