Die Geschichte der Türkei im Bezug zur islamischen Welt


Hausarbeit, 1998
7 Seiten, Note: 1

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Inhaltsverzeichnis

1 DAS OSMANISCHE REICH
1.1 Der Weg zur Großmacht
1.2 Niedergang und Ende 2 DIE REPUBLIK ATATÜRKS

2.1 Reform der Gesellschaft
2.2 Entstehung der Demokratie 3 DIE MODERNE TÜRKEI

3.1 Auf dem Weg nach Europa
3.2 Die innenpolitischen Probleme der Türkei
3.3 Der Erfolg der Islamisten 4 WOHIN GEHT DIE TÜRKEI?

4.1 Die geopolitische Lage nach dem Ende des Kalten Krieges
4.2 Zwischen gestern und heute 5 LITERATURVERZEICHNIS

1 Das Osmanische Reich

1.1 Der Weg zur Großmacht

Die Türken (nach ihrem Staatsgründer Emir Osman auch Osmanen genannt) waren ursprünglich ein kriegerisches Volk von Nomaden und Viehzüchtern in Zentralasien. Als sie im 10 Jhd. von Mongolen und Seldschuken bedrängt wurden, mußten sie ihre Heimat im Altai-Gebiet verlassen. Im 13. Jhd. tauchten sie in Anatolien, dem Kernland der heutigen Türkei, auf und nahmen den islamischen Glauben an.

Während der Regierungszeit Osmans (ca. 1300 - 1326) und seinen Nachfolgern Orchan (1326 - 59) und Murad I. (1359 - 89) eroberten die Osmanen große Teile Anatoliens und des Balkans und brachten das byzantische Reich - und damit das orthodoxe Christentum - in arge Bedrängnis.

Das byzantische Reich erfuhr seinen Todesstoß im Jahre 1453, als Mehmed II. ("Der Eroberer") nach langer Belagerung Konstantinopel einnahm. Für das christliche Abendland war das ein großer Schock. Das politische und kulturelle Zentrum des griechisch-orthodoxen Christentums, Konstantinopel, wurde in Istambul umbenannt und islamisiert. Die bedeutendste Kirche des östlichen Mittelmeerraums, die Hagia Sophia, wurde zur Moschee umgebaut.

Unter der Regierungszeit Selims I. (1512 - 20) und Suleimans I. ("Der Prächtige") (1520 - 66) wurden große Teile Nordafrikas, Syrien, Mesopotamien, Ungarn, Teile Arabiens und nahezu der komplette Balkan dem Osmanischen Reich einverleibt. Istambul war nun die Hauptstadt der islamischen Welt.

Die türkische Expansion nach Europa stoppte zweimal vor Wien, 1529 und 1683, das nicht eingenommen werden konnte, und in der Seeschlacht von Lepanto (im Golf von Korinth) 1571, wo die türkische Flotte gegen die päpstliche und venezianische verlor. Der Schock, daß eine islamische Großmacht mitten in Europa stand, saß tief.

1.2 Niedergang und Ende

Doch nach 1600 setzte der Niedergang der Osmanenherrschaft ein. Im Osmanenreich gab es durch die absolute Herrschaft des Kalifen, die sich auf die Elitetruppe der Janitscharen stützte (zwangsweise zum Islam bekehrte Christen), keinen staatstragenden Adel. Auf diese Art konnte kein türkischer Nationalstaat entstehen, zumal im osmanischen Großreich die Türken in der Minderheit waren. Das Osmanenreich blieb im späten Mittelalter stecken, so daß man im 19. Jhd. dem militärischen Druck Österreichs und Rußlands, sowie dem Nationalbewußtsein der Balkanvölker, die auf Selbstständigkeit drängten, wenig entgegenzusetzen hatte.

Auch arabische Bewegungen, die auf eine Rückbesinnung des Islam auf seine Wurzeln drängten, setzten der Osmanenherrschaft im 19. Jhd. stark zu, wie die Wahhabiten in Arabien und der Mahdi-Aufstand im Nordsudan. Diese Strömungen des Islam sahen in der Herrschaft des Kalifen eine verderbte Art des Islam an und waren der Überzeugung, daß die Türken den muslimischen Glauben nur oberflächlich übernommen hatten.

Den Gnadenstoß erhielt das Osmanische Reich durch die militärische Niederlage im ersten Weltkrieg. 1923 wurde von Mustafa Kemal Atatürk die heutige türkische Republik ausgerufen und 1924 das Kalifat abgeschafft.

2 Die Republik Atatürks

2.1 Reform der Gesellschaft

Gestützt auf seine "Republikanische Volkspartei" und das ihm ergebene Militär schuf Atatürk innerhalb kurzer Zeit die Rahmenbedingungen für eine radikale Umwälzung der gesellschaftlichen Struktur in Richtung Moderne und damit einen Bruch mit der islamischen Tradition. So wurde der Gregorianische Kalender, das Lateinische Alphabet, eine europaorientierte Gesetzgebung, das Frauenwahlrecht und der Sonntag als wöchentlicher Feiertag (anstelle des Islamischen Freitags) eingeführt. Atatürk schaffte auch die traditionelle Polygamie und den Islam als Staatsreligion ab.

Das nach seinem Gründer benannte "kemalistische" System setzte auf die Entwicklung eines türkischen Nationalstaates, Industrialisierung und Umformung von Staat und Gesellschaft nach europäischem Vorbild. Staat und Religion wurden strikt getrennt, die Hagia Sophia, das Islamische Zentrum des Osmanenreichs, wurde zum Museum umfunktioniert. Dies bedeutete einen Austritt der Türkei aus der Islamischen Völkergemeinschaft und eine Hinwendung zum Westen. Dieser Schritt ist einmalig für ein Land mit einer muslimischen Bevölkerung (99%).

2.2 Entstehung der Demokratie

Atatürks Staat stützte sich auf eine kleine bürokratische Elite, die in einer Einheitspartei organisiert war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das kemalistische System zu einer pluralistischen Demokratie erweitert, in dem sich das gesamte politische Spektrum frei entfalten konnte. Der Staat zog sich bis 1980 aus dem Wirtschaftsleben zurück und ließ Freiraum für eine kapitalistisch orientierte Marktwirtschaft.

Von westlichen Verhältnissen blieb die Türkei allerdings weit entfernt. Die Armee hat ihre entscheidende Rolle in Atatürks Staat behalten und sieht sich als "Hüter des kemalistischen Erbes". So putschte das Militär 1960, 1971 und 1980 gegen die jeweilige Regierung, weil die Offiziere den Kemalismus in Gefahr sahen. Der immense Einfluß der Militärs steht vor allem der Einhaltung der Menschenrechte im Wege.

3 Die moderne Türkei

3.1 Auf dem Weg nach Europa

Die Türkei stellt eine in der Islamischen Welt einmalige Staatsform dar, und fällt von daher schon aus dem Nahen Osten heraus. Sie wurde von der westlichen Welt anders betrachtet als ihre arabischen Nachbarstaaten, wie Syrien oder der Irak.

Durch ihre prowestliche Orientierung und strategisch günstige Lage (Kontrolle des Schwarzmeerausgangs, gemeinsame Grenze mit der Sowjetunion) hatte sie in der NATO zur Zeit des "Kalten Krieges" eine besondere Stellung. Politisch sah die türkische Staatsführung ihre Zukunft auch an Europa orientiert und war schon in den 60er Jahren ein wichtiger Handelspartner der Europäischen Union.

In den frühen 80er Jahren erlebte die Türkei einen Wirtschaftsaufschwung, das Exportgeschäft florierte, die Infrastruktur wurde verbessert, und der Tourismus für die Türkei zu einer wichtigen Devisenquelle. Auch hatte die Türkei schon früher vom deutschen Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit profitiert, dadurch daß die türkischen Gastarbeiter in der BRD einen großen Teil ihres Verdienstes in der Heimat investierten.

Auch kulturell orientierte sich die türkische Gesellschaft am Westen.

3.2 Die innenpolitischen Probleme der Türkei

Die Entwicklung der Türkei zu einem Staat nach westlichem Vorbild ging nicht ohne Probleme vonstatten. In den ländlichen Gebieten Zentralanatoliens ist vom Wirtschaftswachstum, das sehr auf Öffnung nach außen orientiert ist, nicht viel angekommen. Die Einkommensunterschiede sind sehr groß, vor allem im Südosten hat die breite Masse kaum ein Auskommen, was zu einer Landflucht geführt hat, die die sozialen Probleme in den slumartigen Vorstädten v.a. von Istambul verschärfte.

Auch ließ sich die Arbeitslosigkeit bislang nicht in den Griff kriegen - die Schaffung neuer Arbeitsplätze hinkt dem Bevölkerungswachstum hoffnungslos hinterher. Die Arbeitslosenquote liegt bei ca. 20%.

Das größte innenpolitische Problem der Türkei ist allerdings die Eskalation des Kurdenkonfliktes. Die Forderung der Kurden im Südosten Anatoliens auf nationale Selbstbestimmung wird von vielen türkischen Politikern und den Militärs als Gefahr für die nationale Einheit und damit für das Erbe des Kemalismus gesehen. Als in den 80er Jahren die militante Kurdenorganisation PKK zu terroristischen Aktionen und Guerillakrieg überging, setzte die Politik auf eine militärische Lösung des Kurdenproblems. De facto herrscht in Südostanatolien Krieg zwischen der türkischen Armee und der PKK, mit Massakern an der Zivilbevölkerung von beiden Seiten.

Die Kurdenfrage berührt seither vor allem die Menschenrechtslage in der Türkei. Die Kurden werden, wenn sie sich zu ihrer Nationalität bekennen, unterdrückt. Intellektuelle und Journalisten, die sich zu diesem Thema äußern, bekommen immensen staatlichen Druck zu spüren. Folter von politischen Gefangenen ist keine Seltenheit, eher die Regel. Seit 1990 verletzt die Türkei auch permanent das Völkerrecht, indem sie Militäroperationen gegen die PKK auf irakischen Territorium durchführt (im kurdischen Nordirak ist nach dem Golfkrieg ein Machtvakuum entstanden, was die PKK als Rückzugsgebiet und Nachschubweg benutzt).

3.3 Der Erfolg der Islamisten

In den letzten Jahren hat die islamistische Wohlfahrtspartei (Refah Partisi) von Necmettin Erbakan beachtliche Wahlerfolge verzeichnen können - die Refah stellt in vielen Städten, u.a. in Istambul, den Bürgermeister, und nach dem Ende der Koalition Yilmaz/Ciller Juni 1996 ist Erbakan Ministerpräsident der Türkei (in einer Koalitionsregierung mit Tansu Cillers DYP). Der Erfolg der Islamisten ist u.a.auf das Versagen der traditionellen Parteien zurückzuführen (keine Lösung der innenpolitischen und sozialen Probleme, scheitern der letzten "kemalistischen" Koaltion durch persönliche Konflikte zwischen Mesut Yilmaz und Tansu Ciller). Aber die Refah hat es sehr wohl verstanden, die traditionellen Parteien, die den Kemalismus vertreten, als "antiislamisch" darzustellen.

Viele Türken - vor allem auf dem Land und in den Vorstädten - sind trotz 70 Jahren Kemalismus stark in ihrer islamischen Tradition verhaftet. Auf dem Land gibt es noch die Polygamie und nichtstaatliche Eheschließungen (durch einen Imam), obwohl es illegal ist. Die Masse der Bevölkerung ist mit den Prinzipien des Kemalismus einverstanden, versucht diese aber, mit der Tradition zu vereinbaren. Der Kemalismus hat sich über weite Strecken bei der Modernisierung des Landes an Europa orientiert (sogar in die türkische Sprache sind viele französische Lehnwörter eingegangen), und hat das Prinzip des Laizismus teilweise als Atheismus verstanden und ist damit an die Grenzen dessen gestoßen, was die breite, in den Traditionen aus der Zeit des osmanischen Reiches verwurzelte, Masse weltanschaulich mitzutragen bereit war.

Vor diesem Hintergrund (zusätzlich zu den ungelösten sozialen Problemen) sind die Wahlerfolge der Islamisten zu sehen. Die Masse der Bevölkerung möchte ihre Wurzeln in der Islamischen Tradition nicht verlieren und sucht nach einem Kompromiß zwischen Modernisierung und den traditionellen Elementen ihrer Kultur.

4 Wohin geht die Türkei?

4.1 Die geopolitische Lage nach dem Ende des Kalten Krieges

Das Ende der Sowjetunion hat im Kaukasusgebiet und Zentralasien einen Gürtel von Staaten hinterlassen, von denen die meisten eine turkstämmige, muslimische Bevölkerung haben (wie u.a. Aserbeidschan, Turkmenistan oder Kasachstan). In diesen Staaten sind - wie überall in der ehemaligen Sowjetunion - nationale und religiöse Strömungen sehr stark. Nationale Bewegungen nennen sich in den turksprachigen Ländern Zentralasiens meist "Panturkismus", das soll bedeuten: Politische Einigung aller "Türken" (einschließlich deren verwandte Völker wie Usbeken, Kasachen, Kirgisen usw.) unter Führung der Republik Türkei, also zum Beispiel ein Zusammenschluß dieser Länder, ähnlich der EU, in Vorder- und Zentralasien. Türkische Missionsstationen haben sich in diesen Ländern bereits fest etabliert. Aber da auch handfeste wirtschaftliche (Ölvorkommen am Kaspischen Meer) und politische Interessen (Einfluß in Zentralasien) auf dem Spiel stehen, steht die Türkei in der Region nicht ohne Konkurrenz da. Auch Missionare aus Saudi-Arabien und dem Iran versuchen, die Moslems in Zentralasien "auf Linie" zu bringen. Der laizistisch ausgerichteten Türkei könnte von daher die Rolle zufallen, den fundamentalistischen Einfluß in der Region zurückzudrängen. Allerdings ist der "Panturkismus" für die Türkei selbst nicht unproblematisch. Das laizistische Selbstverständnis und der Druck aus Europa im Thema Demokratie und Menschenrechte beißt sich mit den Vorstellungen der zentralasiatischen Panturkisten. Diese sehen die Zunkunft in einer Synthese von Panturkismus und Islam als Alternative zum Westen. Wenn die Türkei in dieser Region politisch tätig ist, wird ihr der Spagat zwischen diesen unterschiedlichen Positionen schwerfallen.

4.2 Zwischen gestern und heute

Der Wahlsieg der Islamisten markiert deutlich einen Abschnitt in der Geschichte der Türkei. Die bisher einseitig nach dem Westen ausgerichtete, laizistische Republik besinnt sich auf ihre Wurzeln. Es steht zwar nicht zu befürchten, daß der türkische Staat fundamentalistisch wird - dafür sind die kemalistischen Elemente zu stark (staatsloyale Intelligenzia, das Militär und der Altkemalist Demirel als Staatspräsident), aber es ist für meine Einschätzung doch deutlich, daß die Türkei sich in Zukunft außer nach Europa auch nach Asien hin öffnen wird (die Vollmitgliedschaft in der EU ist ihr mittelfristig verwehrt, der erste Staatsbesuch Erbakans war im Iran usw.).

Gerade nach 70 Jahren Kemalismus und gleichzeitigem Ende des "Kalten Krieges" steht die

Türkei und das türkische Volk vor einem Identitätsproblem. Und eben dies muß zwischen gestern und heute, zwischen islamischer Tradition und Fortschritt ausbalanciert werden.

5 Literaturverzeichnis

- Wissen im Überblick - Geschichte, London 1977

- Bassam Tibi - Die fundamentalistische Herausforderung, München 1992

- Sigrid Hunke - Allah ist ganz anders, Bad König 1990

- Informationen zur politischen Bildung: Der Islam im Nahen Osten, 01/1993

- Der Spiegel Special 1/1998- Rätsel Islam (Bericht über Istambuls islamistischen Bürgermeister)

- Der Spiegel, Nr. 25/96 (Interview mit Necmettin Erbakan)

- Der Spiegel, Nr. 28/96 (Bericht: "Der Aufstieg der Islamisten")

- Der Spiegel, Nr. 34/96 (Bericht "Neue Allianzen im Osten")

- Der Spiegel, Nr. 35/96 (Interview mit Präsident Demirel)

- Der Spiegel, Nr. 15/97 (Bericht "Erbakan hetzt gegen Bonn")

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Details

Titel
Die Geschichte der Türkei im Bezug zur islamischen Welt
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Veranstaltung
Bibel und Koran als Quelle politischer Einstellungen
Note
1
Autor
Jahr
1998
Seiten
7
Katalognummer
V98191
Dateigröße
412 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Türkei, Bezug, Welt, Bibel, Koran, Quelle, Einstellungen
Arbeit zitieren
Andreas Meier (Autor), 1998, Die Geschichte der Türkei im Bezug zur islamischen Welt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98191

Kommentare

  • Gast am 12.3.2001

    Der Wg zur Islam ist kein Rueckschritt.

    Den Schlusswort sehe ich als Angriff auf Islam, da Islam hier als Gegenteil vom Fortschritt dargestellt wird. Die moderne Welt war nur mit Hilfe der Tuerken durch den Aufmarsch nach Westen moeglich. Die Westeuropaer haben damals geschlafen. Nur mit Hilfe von Islam war ein Fortschritt moeglich. Wo im Westen leute hingerichtet wurden, weil die behauptet haben, die Erde sei rund, konnten die Islamisten schon das Sonnensystem und die Mondbewegungen erklaeren. Die Moderne wissenschaft ist der Islam viel Schuldig geblieben.....

  • Gast am 13.7.2001

    Guck nicht in den Spiegel.

    Es mehr Zeitschriften,als den "Spiegel".
    Lies sie und du wirst in Sachen Islam
    einiges mehr verstehen. "Den" Islam gibt es nicht

  • Gast am 2.8.2001

    niveaulos.

    Nach dem Durchlesen dieses Referats kann ich sagen: "Spiegeltexte als Grundlage für ein Referat zu nehmen, ist nicht allzu sinnvoll."

    Das Referat ist einfach niveaulos. Hier nur einige Kritikpunkte:

    1. Nach meinem Wissen sind die Seldschuken ein türkischer Stamm, der maßgeblich an der Gründung des Osmanischen Reiches beteiligt war.
    2. Es kommt mir so vor, als hätte der Referent aus einem sehr alten Buch direkte Zitate ohne Kennzeichnung entnommen worden.
    3. Viele Äußerungen machen mangelnde Sachkenntnisse deutlich.
    4. Dass Menschenrechtsverstöße in der Türkei existieren, möchte ich nicht in Frage stellen, jedoch erscheint mir die Formulierung "Massaker an der Zivilbevölkerung" von Seiten des Militärs bezüglich des Kurdenkonfliktes sehr weit hergeholt.
    5. Der kemalistische Laizismus basiert auf dem Prinzip, dass die Religion Privatsache des Einzelnen ist. Er beabsichtigt also keinen Atheismus.
    6. Der Begriff "türkische Missionsstationen" ist wirklich zum totlachen. Wo hast du das denn her???? Ach ja, aus dem Spiegel.
    7. Türken und Identitätsproblem? Die Türken sind eine sehr geschichtsbewußte Nation. Als Gründer des Osmanischen Reiches, in dem sich die Türken zahlreiche Elemente von Hochkulturen (Ägypter, Griechen, Araber, Perser, Römer und viele viele mehr)aneigneten und zu einem eigenen Stil entwickelten, ist es fragwürdig, von einem Identitätsproblem zu sprechen. Es ist Teil der türkischen Identität, immerwährende fremde kulturelle Einflüsse aufzunehmen und spielerisch zu vereinen. Insofern sind die Türken mit den antiken Römern zu vergleichen. Ein Volk mit einer derartigen Geschichte wird mit einem immensen Selbstbewußtsein in die Zukunft blicken.

  • Gast am 9.4.2003

    Warum so zynisch, soll das eine rhetorische Floskel sein?.

    Der erste Absatz ist pure Ironie und steht nicht im Zeichen des Muslemismus. Ich kann meiner Empörung keinen Ausdruck verleihen!
    Da ist doch Gift im Pott!

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