Management von Sportvereinen. Rechtsformen im Sport, Kunden einer Sportorganisation, Wandel von Managementherausforderungen


Einsendeaufgabe, 2020

28 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Aufgabe C1
1.1 Vereinsgründung
1.2 Ideale Rechtsform für neu gegründete Profisportvereine
1.3 Rechtsformwechsel von Profisportvereinen
1.3.1 Vorteile
1.3.2 Nachteile

2 Aufgabe C2
2.1 Kunden einer Sportorganisation
2.1.1 Kunden des Sektors Markt
2.1.2 Kunden des öffentlichen Sektors
2.1.3 Kunden des dritten Sektors
2.2 Sportorganisation: Tölzer Eissport GmbH
2.2.1 Kunden der Tölzer Löwen
2.2.2. Maßnahmen des Kundenbeziehungsmanagements

3 Aufgabe C3
3.1 Wandel von Managementherausforderungen in eingetragenen Sportvereinen
3.2 Kundenbeziehungsmanagement des EC Bad Tölz
3.2.1 Veränderungsmöglichkeiten

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Drei Sektoren Modell

Abbildung 2: Kunden von Non-Profit Organisationen

1 Aufgabe C1

1.1 Vereinsgründung

Um heutzutage einen Verein gründen zu können, muss man sogenannte „Pflichtvorschriften“ beachten. Der rechtliche Rahmen für die eingetragenen Vereine befindet sich im BGB §§ 52-79.1 Damit die Vereinsgründung tatsächlich umgesetzt werden kann, sind fünf Vorschriften notwendig und erforderlich:2

1. Die Vereinssatzung muss nach dem BGB und der hierzu vorliegenden Rechtsprechung folgende Bestimmungen enthalten: Vereinsname, Vereinssitz, den Zweck und die Zweckverwirklichung des Vereins, Form des Eintritts und Austritts der Mitglieder, Mitgliedsbeiträge und Beitragspflichten, Zusammensetzung sowie Bildung des Vorstands, Einberufung der Mitgliederversammlung sowie Beurkundungen der Versammlungsbeschlüsse. Die Satzung bezieht sich somit fast nur auf Formalien und nicht auf materielles Recht. Es wird gefordert, dass nur bestimmte Bereiche geregelt werden, nicht, wie sie zu regeln sind. Das Amtsgericht bzw. das Finanzamt kann den Satzungsentwurf auf Richtigkeit prüfen.3
2. Die Existenz von Mitgliedern: Es existiert kein „Ein-Mann-Verein“. Es muss mindestens sieben Gründungsmitglieder geben, die zusammen einen Verein gründen wollen.
3. Richtlinien und Ordnungen erstellen auf der Grundlage der Satzung: U.a. Geschäftsordnung, Beitragsordnung und Finanzordnung müssen geregelt werden.
4. Es findet eine Gründungsversammlung statt: Sobald der Verein gegründet worden ist, werden bei der Gründerversammlung Vereinsgründer, künftige Mitglieder und Interessierte eingeladen. Die Einladung ergeht an die jeweiligen Adressaten schriftlich per Post.4 In der Versammlung werden die Tagesordnung und der Satzungsentwurf verfasst sowie Erstmaßnahmen besprochen. Es wird empfohlen, in die Tagesordnung die Beschlussfassung über Vereinsgründung und Vereinsatzung, sowie die Wahlen der Vereinsämter, aufzunehmen. Des Weiteren ist es ratsam, eine Teilnehmerliste bereitzuhalten, in die sich die Anwesenden eintragen können und an diese Kopien der Tagesordnung zu verteilen. In der Versammlung werden ein Leiter und ein Protokollant bestimmt, der alles schriftlich erfasst. Abschließend muss die Gründungssatzung von mindestens sieben Mitgliedern unterschrieben werden.
5. Den Verein beim Vereinsregister anmelden: Damit schlussendlich alles rechtlich korrekt verläuft, muss der Verein beim Amtsgericht die Eintragung ins Vereinsregister veranlassen. Für die Durchführung werden das Anmeldeschreiben der Satzung, die Unterschriften im Original, die Kopie der Satzung und das Gründungsprotokoll benötigt. Zuvor hat der Verein noch die Aufgabe, die Unterschriften der sieben Gründungsmitglieder notariell beglaubigen zu lassen.

1.2 Ideale Rechtsform für neu gegründete Profisportvereine

Die meisten Idealvereine sind sog. „eingetragene Vereine (e.V.). Die wichtigsten weiteren Rechtsformen für Profispitzensportclubs sind die AG, die KGaA und die GmbH & Co KG. Die GbR oder die OHG sind ebenfalls existent, allerdings sind diese nicht so üblich wie die o.g. Rechtsformen. Die ersten vier werden nun genauer erläutert. Wichtige Aspekte sind hierbei die Finanzierungsmöglichkeiten und die Haftungsbeschränkungen der verschiedenen Rechtsformen.5

- e.V.: Wie schon in Kapitel 1.1 erwähnt wurde, muss eine Satzung beschlossen werden, die insbesondere den Zweck des Vereins beinhaltet, von mindestens sieben Personen unterschrieben wird und die im Vereinsregister eingetragen ist.6 Der e.V. verfolgt keine wirtschaftlichen Zwecke. Der Vorstand vertritt den Verein.7 Mitglieder leisten Mitgliedsbeiträge, wodurch nur geringfügige Beträge in den Verein fließen. Sollte es jemals einen Insolvenzfall geben, haften die Vorstandsmitglieder mit ihrem Privatvermögen.8 Als Beispiele für diese Rechtsform können kleinere Bundesligavereine wie der 1.FSV Mainz 05 und der SC Freiburg genannt werden.
- AG: Bei einer AG verkauft der Verein Gesellschaftsanteile in Form von Aktien, um Eigenkapital aufnehmen zu können. Zudem besteht eine Emissionsfähigkeit. Der Aufsichtsrat, der von den Aktionären bestimmt wird, wählt den Vorstand. Der Verein muss daher die Mehrheit der Aktien in eigener Hand halten. Vereine wie bspw. der FC Bayern, die Eintracht Frankfurt oder der Hamburger SV sind Aktiengesellschaften.9 Eine weitere Möglichkeit ist die Beteiligungsfinanzierung durch strategische Partner wie z.B. Audi, Allianz oder Adidas beim FC Bayern. Das Grundkapital muss mindestens 50.000 Euro betragen und die Haftung erstreckt sich auf das Vermögen der AG.10
- KGaA: Die KGaA ist „eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit“, eine juristische Person. „Sie besteht aus mindestens einem persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementär), der den Gesellschaftsgläubigern unbeschränkt haftet und den Kommanditaktionären, die an dem in Aktien zerlegten Grundkapital beteiligt sind, ohne jedoch persönlich für die Gesellschaftsverbindlichkeiten zu haften. Dabei können auch Komplementäre Kommanditaktien zeichnen und somit zugleich Kommanditaktionär sein.“ Somit lässt sich erkennen, dass die KGaA eine Mischform zwischen Kommandit- und Aktiengesellschaft ist. Deshalb gelten die Vorschriften der Aufbringung und Erhaltung des Grundkapitals über die Aktiengesellschaft. Ebenso wie die AG muss der Mindestbetrag 50.000 Euro betragen. Die drei Organe der KGaA sind die persönlich haftenden Gesellschafter, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung der Kommanditaktionäre.11 Hannover 96, FC Augsburg oder Borussia Dortmund sind jeweils eine GmbH & Co. KGaA.12
- GmbH & Co. KG: Hier handelt es sich um eine Mischform aus den Rechtsformen GmbH und KG. „Per Definition bleibt die GmbH & Co. KG allerdings eine Kommanditgesellschaft und damit eine Personengesellschaft.“ Bei der KG haftet normalerweise der Komplementär der Gesellschaft mit seinem Privatvermögen, aber da die GmbH & Co. KG keine Person ist, haftet natürlich die GmbH. Diese haftet unbeschränkt mit ihrem Gesellschaftsvermögen.13 Die Stammeinlage beträgt mindestens 25.000 Euro. Wenn die Absicht besteht, die Anzahl der Investoren zu beschränken, gibt es keinen Börsengang und die GmbH ist für den Profisportverein eine geeignete Rechtsform.14 Beispielsweise ist der VFL Wolfsburg eine GmbH und eine 100-prozentige Tochter der Volkswagen AG oder Bayer 04 Leverkusen die GmbH und die Bayer AG alleinige Gesellschafterin.15

Für Profisportvereine ist die Rechtsform e.V. im Vergleich zu den anderen Rechtsformen im Finanzierungsbereich klar ein Nachteil. Die betrachteten Kapitalgesellschaften haften jeweils beschränkt mit dem Gesellschaftsvermögen. Um die bestmögliche Kapitalaufnahme zu gewährleisten, eignen sich die AG und KGaA als ideale Rechtsformen. Die KGaA ist wegen der guten Möglichkeit zur Eigenkapitalaufnahme vorzuziehen, wobei die verbandsrechtliche Stimmverteilungsregelung beachtet werden muss. Im Gesamten ist die GmbH die sinnvollste Form, wenn der Kreis der Investoren reduziert werden soll.

1.3 Rechtsformwechsel von Profisportvereinen

Wie in Kapitel 1.2 dargestellt können die Fußballbundesligavereine als bestes und bekanntestes Beispiel für den Rechtsformwechsel im Profisport genannt werden. „Die Bundesliga ist nicht mehr ein Wettbewerb der Vereine, sondern auch einer der Rechtsformen.“ So kann bspw. die Lizenzspielerabteilung der Vereine in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert werden oder der komplette Verein umgewandelt werden. Die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilug ist im Fußball die einzig sinnvolle Variante. Der DFB erlaubt den Vereinen nur eine Teilnahme an der Bundesliga, wenn sie die „50+1 Regel“ beachten. Diese besagt, dass die Mannschaft ein e.V. sein muss und mindestens die Hälfte der Stammanteile plus einen weiteren Stimmanteil besitzen muss. Der e.V. bleibt bestehen, jedoch erhält er Anteile oder Gesellschaftsrechte an der Kapitalgesellschaft. Im Jahr 2014 traf es z. B. den Hamburger SV, oder den VFB Stuttgart mit derartigen Ausgliederungsvorhaben. Im Folgenden sollen die Vor- und Nachteile dieser Vorhaben aufgezeigt werden.

1.3.1 Vorteile

Ein Rechtsformwechsel zu einer Kapitalgesellschaft bringt im Profifußball hinsichtlich der Finanzierung mehrere Vorteile mit sich. „Sollte die Profiabteilung insolvent gehen, haftet beispielsweise nicht der Stammverein, der Breitensport kann wie gewohnt fortgeführt werden. Zudem lässt sich durch den Verkauf von Unternehmensanteilen Eigenkapital auf dem Kapitalmarkt beschaffen.“16 Logischerweise lässt sich auch Fremdkapital einfacher generieren. Obwohl sich Investoren beteiligen, leben alle Vereine noch von Zusammenhalt, Tradition und vor allem ihren Fans. Das zeigt, dass Investoren kein Patentrezept für Erfolg sind, sie aber einen Verein in eine wirtschaftlich höhere Ebene aufsteigen lassen können. Die deutsche Bundesliga will keine Zustände wie sie vergleichsweise in der englischen Premier League zu finden sind, wo geldgierige Investoren Einfluss nehmen auf eine Änderung der Vereinsmerkmale wie Vereinslogos, Vereinsfarben oder Clubwappen.

Abschließend ist noch festzustellen, dass bei einem eingetragenen Verein die Führung ehrenamtlich erfolgt. Sobald er in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt worden ist, wird professionell und mit einem hohen wirtschaftlichen Streben gearbeitet. Trotzdem ist die Mitgliederversammlung immer noch als höchstes Vereinsgremium anzusehen und bestimmt über die Geschicke der Kapitalgesellschaft.17

1.3.2 Nachteile

Generell besteht die Gefahr einer stärkeren wirtschaftlichen Spreizung, wenn die Rechtsform eines Vereins hin zu einer Kapitalgesellschaft geändert wird und Investoren mit einsteigen. Bestes Beispiel hierfür ist der wirtschaftsstärkste Verein FC Bayern, der in der Saison 2016/17 in derselben Liga wie der SV Darmstadt spielte, jedoch etwa 15-mal so viel Umsatz erwirtschaftete wie dieser. Auf dem Platz messen sich beide Gegner elf gegen elf. Geld schießt keine Tore, aber das Duell entbehrt jeglicher Fairness, da der FC Bayern die teureren und besseren Spieler besitzt. Schlussendlich bedeutet dies, dass wirtschaftlich große Clubs einen stärkeren Anteilsverkauf haben und viel mehr davon profitieren können als kleinere Vereine. Dies führt zur „[...] Spreizung zwischen armen und reichen Clubs und einer Verstärkung der negativen Effekte des Rattenrennens.“18 Ein weiterer Nachteil ist, dass die Rentabilität eines Fußballclubs neben dem sportlichen Erfolg als konkurrierendes Ziel steht. Im e.V. ist der sportliche Erfolg im Regelfall die erste Priorität und die Rentabilität nur ein Nebenziel. Bei einer Kapitalgesellschaft hingegen muss die Beteiligung rentabel und anfangs sogar noch wichtiger sein als der sportliche Erfolg.19

2 Aufgabe C2

2.1 Kunden einer Sportorganisation

Bevor erläutert wird, wer als Kunde einer Sportorganisation verstanden wird, muss geklärt werden, was eine Sportorganisation überhaupt ist. Grundsätzlich gliedert man diese in drei Kategorien:

1. Organisationen mit privat-erwerbswirtschaftlicher Trägerschaft - Sektor: Markt
2. Organisationen mit öffentlicher Trägerschaft - Öffentlicher Sektor
3. Organisation mit privat-freigemeinnütziger Trägerschaft - Dritter Sektor

Ein Träger ist eine Institution oder eine Person, die Personal und Sachmittel zur Verfügung stellt und somit das Handeln einer Organisation ermöglicht.20

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Drei Sektoren Modell

(Quelle: Eigene Darstellung an Anlehnung an SRH Fernhochschule-Sportorganisation, S.26)

Anschließend wird beschrieben, wer der Kunde im Sektor Markt, im Öffentlichen Sektor und im dritten Sektor ist.

2.1.1 Kunden des Sektors Markt

Im Sektor Markt ist das Ziel der privat-erwerbswirtschaftlichen Organisationen der maximale Gewinn. In diesem Sektor sind die sogenannten „Forprofit“ Unternehmen zu finden. Beispiele hierfür sind Fitnessstudios, Sportreiseveranstalter, Sportgerätehersteller, Sporteventveranstalter und ähnliche. Zu ihren Kunden zählen im Allgemeinen alle Menschen von jung bis alt, die Geld für Sportprodukte oder eine Sportdienstleistung ausgeben, weil sie Sport betreiben oder einen Sportartikel erwerben wollen. Aber auch Profisportvereine wie beispielsweise die Fußballbundesligavereine gehören zur „Forprofit“ Organisation, weil sie neben dem sportlichen Erfolg auch den wirtschaftlichen Erfolg anstreben. Das Team mit den besten Spielern kann im Normalfall das beste Produkt (die beste „Show“ oder das beste Spiel) liefern. Die Kunden des Zuschauersports sind sportbegeisterte Personen bzw. Fans, die gerne Sport anschauen und Geld für die Sportdienstleistung ausgeben.

[...]


1 Vgl. Geckle (2000), S.19-20

2 Vgl. Geckle (2000), S. 20-57

3 Vgl. Pfeffer&Röcken (2016), S.13

4 Vgl. Wörle-Himmel (2010), S.159

5 Vgl. Versandhaus Neumeyer-Abzeichen (2015)

6 Vgl. Deutscher Bundestag (2008), S. 4

7 Vgl. Deutsches Ehrenamt

8 Vgl. Kern, Hass & Dworak (2002), S. 400

9 Vgl. Tagesspiegel (2015)

10 Vgl. Kern, Hass & Dworak (2002), S.401-402

11 Vgl. Latta, S.6-7

12 Vgl. Kicker

13 Vgl. firma.de (2019)

14 Vgl. Kern, Hass & Dworak (2002), S.402

15 Vgl Kicker

16 Vgl Tagesspiegel (2015)

17 Vgl. Tagesspiegel (2015)

18 Vgl. Leister - Fußballwirtschaft (2018)

19 Vgl. Schewe (2012), S. 71-72

20 Vgl. SRH Fernhochschule (2016), S. 25-26

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Management von Sportvereinen. Rechtsformen im Sport, Kunden einer Sportorganisation, Wandel von Managementherausforderungen
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1.3
Autor
Jahr
2020
Seiten
28
Katalognummer
V982766
ISBN (eBook)
9783346338648
ISBN (Buch)
9783346338655
Sprache
Deutsch
Schlagworte
management, sportvereinen, rechtsformen, sport, kunden, sportorganisation, wandel, managementherausforderungen
Arbeit zitieren
Julian Kornelli (Autor:in), 2020, Management von Sportvereinen. Rechtsformen im Sport, Kunden einer Sportorganisation, Wandel von Managementherausforderungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/982766

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