Schlink, Bernhard - Der Vorleser - Regiebuch


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
5 Seiten

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Autor: Thomas Neiß

Bernhard Schlink´s "Der Vorleser"-Regiebuch

 

 


Rolle

Text

Regieanweisung

Spiel- und Sprechanweisung

Erzähler

,,Wir befinden uns am Ort des ersten KZ-Prozesses, einem Saal des Schwurgerichts. In wenigen Minuten beginnt ein weiterer Tag der Gerichtsverhandlung. Alle Beteiligten befinden sich auf ihren Plätzen und erwarten das Hohe Gericht."

Steht im Hintergrund, setzt sich dann
Michael: Schreibend
Hanna:
Starrer Blick an die Wand gerichtet

Ruhiges, klares Sprechen

Michael

Innerer Monolog 1: ,,Hanna, was machst du bloß? Du schaffst dir durch dein Verhalten nur Feinde! Merkst du denn nicht, dass du den Richter mit deinem Widerspruch provozierst und auch die anderen Frauen durch dein bedingungsloses Zugeben gegen dich stellst? Es wäre doch eigentlich alles so einfach. Niemand könnte dir doch nachweisen, dass du Mitschuld am Tod der Frauen in der Kirche hast. Du kannst zwar nicht leugnen an diesem Ort gewesen zu sein, es klingt allerdings sehr unglaubwürdig, dass eine Handvoll Frauen ein ganzes Dorf an der Befreiung der Opfer hätte hindern können. Auch die Selektionen könnte man dir nicht anlasten. Immerhin gab es da ja noch einen Kommandanten und andere Wachmannschaften, die eben für diese Gräueltaten verantwortlich waren.
Wenn ich dir doch nur helfen könnte! Aber so lange du nicht merkst, dass du durch dein Verhalten zwischen alle Fronten gerätst, werden dich die Anwälte der anderen so lange in die Ecke drängen, bis du Dinge zugibst, die du gar nicht getan hast."

Zuerst schreibend, dann innehaltend und aufschauend (nachdenklicher Blick)
Hanna und gegnerischer Anwalt: unbeweglich verharrend

Ruhiges, langsames Sprechen (später erregt)
Nach Fragen immer innehaltend

Anwalt einer anderen Frau (Anklageführer gegen Hanna)

,,Sie haben gesagt, dass sie die Gefangenen bewusst in den Tod geschickt haben. Das gilt aber nur für sie, nicht wahr? Was die anderen Frauen gewusst oder getan haben, wissen sie nicht. Sind es nicht nur Vermutungen, die sie letztlich aber mit nichts beweisen können?"

Steht auf, geht in die Mitte und schaut Hanna an
Hanna: blickt starr geradeaus
Michael: schreibt

Klare, laute und herausfordernde Sprache

Der Vorleser - Regiebuch des 7.Kapitels im 2.Teil
von Meike Nieder, Christoph Götz und Thomas Neiß


Rolle

Text

Regieanweisung

Spiel- und Sprechanweisung

Hanna

,,Aber wir alle wussten..."

Blickt zum ersten Mal in Richtung des Anwalts

Zögerndes, zurückhaltendes Sprechen

Anwalt

,,Ja, ,,wir alle" zu sagen ist einfacher als ich, ich bin es gewesen, ich allein. War es nicht so, dass sie, sie ganz allein, im Lager ihre Lieblinge hatten, junge Mädchen, die sie von Zeit zu Zeit zu sich nahmen?"

Zeigt anklagend auf Hanna

Laut und herausfordernd

Hanna

,,Ich glaube, dass ich nicht die einzige war, die..."

zögernd
 

Anwalt

,,Liebe Frau Schmitz, kann es sein, dass sie ,,wissen" sagen, wo sie aber nur glauben können und ,,glauben", wo sie einfach erfinden? Ist es nicht auch die Wahrheit, dass ihre Lieblinge dann nach einiger Zeit in einen Transport nach Auschwitz kamen?"

Unterbricht Hanna, Kopfschütteln nach der ersten Frage
 

Hanna
 
Antwortet nicht
 

Anwalt

,,Ja, das war ihre spezielle, ihre ganz persönliche Selektion, nicht wahr? Haben sie es verdrängt oder wollen sie ihre Tat damit rechtfertigen, dass es alle gemacht haben? Aber..."

aufbrausend

Anklagender Unterton

Tochter

,,O Gott! Wie habe ich das vergessen können?"

Schlägt sich die Hände vors Gesicht

Entsetzter Tonfall

Anwalt

,,Sprechen sie nur weiter, Frau Zeugin!"

Fordert sie ruhig auf weiter zu reden
 

Tochter

,,Ja, sie hatte Lieblinge, immer eine von den jungen, zarten und schwachen, und die nahm sie unter ihren Schutz und sorgte, dass sie nicht arbeiten mussten, brachte sie besser unter und versorgte und verköstigte sie besser, und abends holte sie sie zu sich. Und die Mädchen durften nicht sagen, was sie abends mit ihnen machte, und wir dachten, dass sie mit ihnen...auch weil sie alle in den Transport kamen...Spaß und sie dann sattgehabt. Aber so war es gar nicht, und eines Tages hat doch eines geredet, und wir haben gewusst, dass die Mädchen ihr vorgelesen haben, Abend um Abend. Das war besser, als wenn sie... auch besser, als wenn sie sich an dem Bau zu Tode gearbeitet hätten. Aber war es wirklich besser?"

Steht von ihrem Platz auf

Erregtes, hektisches Sprechen

Rolle

Text

Regieanweisung

Spiel- und Sprechanweisung

Hanna

Innerer Monolog: ,,Jetzt ist es also gesagt. Was Michael wohl in diesem Moment denkt? Sieht er jetzt die Verbindung zwischen seinem Vorlesen und meiner Vergangenheit? Weiß er, dass ich nicht lesen und schreiben kann?"

Senkt den Blick nach unten, nach dem Monolog dreht sie sich zu Michael um und schaut ihn für einen kurzen Moment an
Michael und Anwalt: Unbeweglich

Verzweifeltes Sprechen

Michael

Innerer Monolog 2: ,,Jetzt sieht sie mich an, direkt mich. Sie wusste die ganze Zeit, dass ich da war. Ihr Blick war so leer, so ganz ohne Hoffnung, wie erschöpft und angespannt sie aussieht, Ringe unter den Augen und Falten, die mir noch nie aufgefallen sind. Hanna, sag ihnen doch, dass du nur die Schwachen zu dir genommen hast, um sie vor der unerträglichen Arbeit zu bewahren und ihnen die letzten Tage vor Auschwitz einigermaßen erträglich zu machen. Oder gab es noch einen anderen Grund...?"

Reagiert auf den Blick Hannas

Nachdenkliches Sprechen

4 von 5 Seiten

Details

Titel
Schlink, Bernhard - Der Vorleser - Regiebuch
Autor
Jahr
2000
Seiten
5
Katalognummer
V98318
Dateigröße
379 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Drei Darsteller werden benötigt
Schlagworte
Bernhard Schlink, der Vorleser, Regiebuch
Arbeit zitieren
Thomas Neiß (Autor), 2000, Schlink, Bernhard - Der Vorleser - Regiebuch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98318

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