Maßnahmen der Energiestrategie 2050. Energiegesetz anhand des Kanton Solothurns


Akademische Arbeit, 2019

38 Seiten, Note: 6.0


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist die Energiestrategie 2050?
2.1 Wie ist die Energiestrategie entstanden?
2.2 Massnahmen zur Umsetzung der Energiestrategie 2050
2.2.1 Ausstieg aus der Kernenergie
2.2.2 Förderung der erneuerbaren Energien
2.2.3 Erhöhung Energieeffizienz

3 Das Energiegesetz des Kantons Solothurn

4 Auswirkungen auf die Wirtschaft
4.1 Auswirkungen auf Unternehmen und Privathaushalte

5 Schlussfolgerung

6 Quellenverzeichnis
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Internetverzeichnis
6.3 Abbildungsverzeichnis

7 Feedbackdiagramm

8 Anhang

9.1 Experteninterview
9.2 Überblick über verwendete Masseinheiten
9.3 Umfrage

1 Einleitung

„Sicher* Sauber* Schweizerisch“. (https://www.aargauerzeitung.ch/...131139176)

Die Energiestrategie 2050 ist eine bedeutende Wendung zur Stromversorgung von heute. Es ist ein aktuelles und sehr wichtiges Thema für die ganze Schweiz. Die Bevölkerung hat am 21. Mai 2017 "JA" gesagt und sich somit für den Ausstieg aus der Kernenergie entschieden. Darunter hat man beschlossen, erneuerbare Energie zu fördern und die Energieeffizienz zu erhöhen.

Wir haben uns für dieses Thema entschieden, da es unserer Meinung nach zu einer der wichtigsten politischen Entscheide der Schweiz gehört. Ohne Energie funktioniert nichts mehr. Unsere momentane Versorgung ist sicher und bezahlbar, da stellt sich uns die Frage, warum sich die Schweiz trotzdem für so einen Beschluss entschieden hat.

Die Umsetzung ist ein wesentlicherTeil der Energiestrategie 2050. Unser Ziel ist es, herauszufinden mit weichen Massnahmen man diese Strategie umsetzen will. Welche Massnahmen sind vorgesehen? Wie genau sieht die Umsetzung dieser Massnahmen aus? Kann man diese Strategie bis 2050 umsetzen? Auch die Zukunft ist noch mehr oder weniger unklar, da fragen wir uns, wie es in Zukunft aussehen wird und aufwas wir uns vorbereiten müssen.

Wir stellen uns auch die Frage welche Vor- und Nachteile dieses Konzept bietet. Der Bundesrat, das Parlament und die schweizerische Bevölkerung haben nicht ohne Grund "JA" zur Energiestrategie 2050 gesagt.

Wie erwähnt ist unsere Versorgung heute sehr gut. Die Strompreise sind bezahlbar, die Stromversorgung ist immer gewährleistet und wir sind auf Kurs, was die Senkung der C02 Emissionen betrifft. Unsere Wirtschaft ist genau auf diese Punkte stark angewiesen. Wie wird unsere Wirtschaft davon beeinflusst? Welche Auswirkungen hat die Energiestrategie 2050 auf die schweizerische Wirtschaft? Auch die Kosten sind ein wichtiges Thema. Wie hoch sind die entstehenden Kosten?

Des Weitern mussjeder Kanton die Energiestrategie individuell umsetzen. Der Kanton Solothurn hat dafür ein neues Energiegesetz entwickelt. Wirfragen uns konkret wie dieses Gesetz genau aussieht. Auch andere Kantone sind daran, verschiedene Methoden für die Umsetzung zu entwickeln. Wie sieht es daher bei anderen Kantonen aus im Gegensatz zum Kanton Solothurn? Wie weit sind diese mit der Umsetzung?

Unsere Arbeit gliedern wir nach Einleitung, Hauptteil und Schluss. In der Einleitung erläutern wir, was wir mit dieserArbeit herausfinden wollen. Im Hauptteil stellen wirvor, wie die Energiestrategie entstanden ist und welche Massnahmen vorgesehen sind, um die Energiestrategie 2050 umzusetzen. Wir stellen ebenfalls das Energiegesetz des Kantons Solothurn vor und zeigen welche Auswirkung die Energiestrategie 2050 auf die schweizerische Wirtschaft hat Zum Schluss reflektieren wir unser Thema und zeigen ein Fazit mit Vor- und Nachteilen auf.

Als Quellen verwenden wir die Bücher «Energiestrategie 2050, das Eis ist dünn» und «Abgeschaltet, was mit der Energiewende auf uns zukommt. Zusätzlich verwenden wir diverse Internetseiten, Broschüren, die Auswertung unserer Umfrage und die Informationen, welche wir durch das Interview mit dem Fachexperten erhalten haben.

2 Was ist die Energiestrategie 2050?

2.1 Wie ist die Energiestrategie entstanden?

Nach dem tragischen Atomunfall in Fukushima (Japan) im Jahre 2011 hat sich die Denkweise der schweizerischen Politik in Bezug auf die Energieversorgung regelrecht gewandelt. (Lundsgaard-Hansen, Jens. 2013.11) Dieses gravierende Ereignis war der hauptsächliche Auslöserfür den Umschwung zur Energiestrategie 2050. Deshalb wird dieser Fall auch als der "Fukushima Effekt" bezeichnet. Man stellte sich daher dasselbe Szenario in der Schweiz vor und fragte sich, ob unsere Atomkraftwerke sicher genug sind. Die Sozialdemokratische Partei (SP) und die Grünen witterten nach dem Unglück ihre Chance, den Ausstieg aus der Kernenergie auf eine weitere Stufe zu heben und führten dem Volk vor Augen, dass trotz hohen Sicherheitsbemühungen immerein Risiko besteht. (Lundsgaard-Hansen, Jens. 2013. 15) Hingegen die schweizerische Volkspartei (SVP), die sich darum bemühte, das Volk zu beruhigen. Auch die freisinnig demokratische Partei (FDP) und die christliche Volkspartei (CVP) wollten keine schnellen Schlüsse ziehen. (Lundsgaard-Hansen, Jens. 2013. 16) Doch die Parteien konnten das Volk nicht überzeugen. Das Volk lehnte den Bau von neuen Kraftwerken bewusst ab. So beschloss auch die CVP den Ausstieg aus der Kernenergie anzugehen (Lundsgaard-Hansen, Jens. 2013. 17). In einem Interviewteilte die CVP Präsidentin Doris Leuthard mit, dass derAusstieg aus der Kernenergie möglich sei, aber anstelle derAtom- kraftwerke müssten Gaskraftwerke treten, da sonst die Versorgung mit Energie nicht mehr gewährleistet sei.4 Doch das Ziel mit dem Ausstieg sollte nicht sein, dass dafür die Treibhausgase erhöht werden, und so Umwelt und Mensch weiter geschädigt wird. Fachleute und das Bundesamt für Energie (BFE) rechneten die Zukunft nochmals genau durch und entwickelten so die Energieperspektiven 2035. Diese wurden auf 2050 verlängert und mit neuen Varianten verknüpft. (Lundsgaard-Hansen, Jens. 2013. 20) So war unsere berüchtigte Energiestrategie 2050 geboren. Diese wurde erstmals im November 2016 vors Volk gebracht, Bundesrat und Parlament hatten siejedoch zurAblehnung empfohlen. DasVolk lehnte die Atomausstiegsinitiative ab mit 54.2%. Das Energiegesetz wurde nochmals überarbeitet und es wurden Verordnungsänderungen vorgenommen. Am 21. Mai 2017 wares soweit, das Stimmvolk hatte das revidierte Energiegesetz mit 58,2 % angenommen. (https://www.uvek.admin.ch/...grafiken.html)

Wie man erkennt, hat der Atomunfall in Fukushima eine grosse Bedeutung und war sicher auch ein Grund für den Entscheid der Energiestrategie 2050. Das Volk ist überzeugt vom Atomausstieg und deshalb entschieden sich auch weitere Parteien den Ausstieg anzugehen. So wurde dann die Energiestrategie definitiv angenommen.

Die Abstimmungsergebnisse sehen wie folgt aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: DiagrammAbstimmungsergebnisse Stimmvolk (https://www.srf.ch/...gut)

2.2 Massnahmen zur Umsetzung der Energiestrategie 2050

2.2.1 Ausstieg aus der Kernenergie

Ein Kernkraftwerk ist eine effektive Massnahme zur Erzeugung von Strom. In der Schweiz werden rund 40 % des Energiebedarfs mit Kernenergie abgedeckt. (https://www.kernener- gie.ch/...fragen-antworten.html) Besonders im Winter, wenn die Flüsse wenigerWasserführen, es weniger Sonnenstunden hat und mehr Strom benötigt wird, sind wir ziemlich stark auf Kernenergie angewiesen. Atomkraftwerke sind also ein wichtiger Bestandteil der schweizerischen Stromproduktion. Die Massnahme birgtjedoch grosse Risiken. Durch die Kernspaltung werden hochradioaktive Strahlungen freigesetzt. Die Angst ist darum gross, wenn es zu Störfällen kommt. Derwesentlichste Punkt der Energiestrategie ist die Stilllegung der Kraftwerke bis 2050. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben die Kernkraftwerke in der Schweiz (ausser Mühleberg) keine fixen Abschaltdaten. Solange man die Sicherheitstechnischen Vorgaben der Kraftwerke erfüllt, dürfen diese weiterhin betrieben werden. (https://www.kernener- gie.ch/...fragen-antworten.html) Die Laufzeit eines AKWs ist nach Erfahrungen rund 60 Jahre, gemäss dem Interviewpartner. Die Stilllegung und Nachbetriebsphase dauert nochmals rund 15- 20 Jahre. Nachher ist das Gelände wieder sicher und darf freigegeben werden. (https://www.kernenergie.ch/...akw.html) Die Stilllegung von allen Kraftwerken bis 2050 ist daherwohl eher unwahrscheinlich.

In der Schweiz sind 5 Kernkraftwerke in Betrieb:

- KKW Beznau 1 und 2, Stilllegung ca. im Jahre 2029
- KKW Mühleberg, Stilllegung ca. im Jahre 2019
- KKW Gösgen, Stilllegung ca. im Jahre 2039
- KKW Leibstadt, Stilllegung ca. im Jahre 2040
- Nachbetriebsphase von 15-20 Jahren

Diese Kraftwerke werden bis zur sicheren Stilllegung betrieben. Danach kommen sie nicht mehr in Betrieb. Auch der Bau von neuen Kernkraftwerken ist verboten.

Dies zeigt, dass unsere Atomkraftwerke einen grossen Teil unseres Energiebedarfs decken. DerAusstieg aus der Kernenergie ist eine langandauernde Massnahme und bis 2050 wie vorgesehen, aufgrund der Sicherheit, gar nicht möglich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Massnahmen Energiestrategie 2050 ((https://beatjans.ch/...vernuenftig/)

2.2.2 Förderung dererneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien sind Energiequellen, die sich immerwieder erneuern und regenerieren. Erneuerbare Energien erzeugen kaum Abfälle, im Gegensatz zu fossilen Energieträgern. In der Schweiz stammen 62 % des Stroms aus erneuerbaren Energien davon 57% aus Wasserkraft und 5.9% von übrigen erneuerbaren Energien. Um den Ausbau, dererneuerbaren Energie zu finanzieren ist eine der Massnahmen, das Einspeisevergütungssystem. Die Stromproduktion, insbesondere aus Sonnen- und Windenergie sowie aus Geothermie und Biomasse, macht rasche technologische Fortschritte. Die Produktion von Strom aus solchen Anlagen ist eine kostspielige Sache. Momentan sind die Kosten der Produktion höher als der Erlös aus dem Verkauf des Stroms. Die Betreiber derAnlagen können aber eine sogenannte Einspeisevergütung verlangen. Diese wird überden Netzzuschlag finanziert. Durch die Energiestrategie 2050 wurde der Netzzuschlag von 1.5 Rappen auf2.3 Rappen erhöht pro Kilowattstunde. Das Ziel der Erhöhung ist es, solche Anlagen weiter zu fördern. Weiter haben Betreibervon kleineren Photovoltaik-Anlagen die Möglichkeit, einen Investitionsbeitrag zu beantragen. Dieser deckt höchstens 30% der Kosten. Es ist neuerdings auch möglich einen Investitionsbeitrag für grössere PV-Anlagen, neue Wasserkraftanalgen sowie Erneuerungen von Wasserkraftwerkanlagen zu erhalten. Diese Kosten werden ebenfalls über den Netzzuschlag finanziert. (http://www.bfe.admin.ch/...index.html?lang=de)

Auf den Seiten 6 bis 9 werden die erneuerbaren Energien genauer vorgestellt. Es wird aufgezeigt, wie die Lage in der Schweiz aussieht und welchen Bezug diese zur Energiestrategie 2050 hat:

Wasserkraft Dank der grossen Wasservorkommen und der guten Lage der Schweiz, ist sie perfekt geeignet für das Produzieren von Energie mit Wasserkraftwerken. Bereits zu Beginn der 1970er- Jahre betrug die inländische Stromproduktion aus Wasserkraft 90%. Aufgrund der neuen Atomkraftwerke sank diese Zahl bis 1985 auf 60%.

Gegenwärtig besitzt die Schweiz 650 Wasserkraftwerke mit denen sie 57% der inländischen Stromproduktion herstellt. So zählt die Wasserkraft immer noch zur wichtigsten einheimischen Quelle dererneuerbaren Energien. Die schweizerischen Wasserkraftwerke produzieren pro Jahr durchschnittlich rund 36’327 Gigawattstunden (GWh/a) Strom.

Die Kantone Graubünden und Wallis produzieren fast die Hälfte der Wasserkraftproduktion. Die Schweizer Kraftwerke produzieren im Jahrfür über 1.8 Milliarden Franken Strom.

Der Kanton Solothurn leistet im Vergleich zu den Bergkantonen nur einen kleinen Beitrag zur Stromgewinnung aus Wasserkraft. Solothurn besitzt gerade mal 9 Wasserkraftwerke.

Mit der Energiestrategie 2050 hat der Bund sich zum Ziel gesetzt, die Jahresproduktion bis im Jahr 2035 auf 37'400 GWh und bis im Jahr 2050 auf 38'600 GWh zu steigern. Um solch eine starke Verbesserung gewährleisten zu können, müssen neue Wasserkraftwerke gebaut werden und bestehende erweitert werden. Gegenwärtig werden 22 neue Wasserkraftwerke gebaut und vier Wasserkraftwerke ausgebaut. (http://www.bfe.admin.ch/...lang=de)

Windenergie In der Schweiz werden über 30'000 Haushalte mit Strom aus Windenergie versorgt. Es gibt 55 Windkraftanlagen an 37 Standorten, doch diese decken nur etwa ca. 0.04% des Energieverbrauchs in der Schweiz ab. Der grösste Windpark setzt sich aus 16 Windturbinen zusammen und steht auf dem Mont Crosin im Berner Jura. Diese Windparkanlage besitzt eine Gesamtleistung von 23.6 MW. Weitere Windenergieanlagen stehen in den Kantonen Luzern,

Uri, Wallis, Zürich und eine Anlage in Solothurn. Die Windkraftwerkanlage in Solothurn wurde 1994 in Betrieb genommen. Die kleine Windenergieanlage in Obergrenchenberg stellt jährlich ungefähr 150 kW her, und leistet nur einen kleinen Beitrag zurWindenergiestromversorgung der Schweiz. Im Vergleich zu unseren Nachbarn stellt die Schweiz nur sehr wenig Strom aus Windenergie her. (https://de.wikipedia.org/...Schweiz)

Zum Beispiel in Österreich sind aktuell über 1'260 Windenergieanlagen in Betrieb. Es werden über 1.75 Mio. Haushalte mit Strom versorgt, das sind über46% aller österreichischen Haushalte. (http://www.suisse-eole.ch/...statistik/)

Mit der Energiestrategie 2050 sollen bis im Jahr 2050 jährlich 4'000 GWh produziert werden. Um diese Zahl realisieren zu können müssen viele neue Windenergieanlagen gebautwer- den.(http://www.bfe.admin.ch/...lang=de)

Der Bund konzentriert sich aufStandorte in der Region derAlpen und Voralpen, sowie im westlichen Mittelland und den Jurahöhen. Für im Jahr2020 wird in Linthebene in Glarus ein neuer Windpark geplant, welcher eine Leistung von 20'000 kW aufweisen sollte. (https://de.wikipedia.org/...Schweiz)

Solarenergie Die Energie derSonnenstrahlen bezeichnet man als Solarenergie. Licht und Wärme fallen in Form von Sonnenstrahlen aufdie Erdoberfläche und treffen aufSonnenkollektoren. Photo- voltaik-Anlagen nutzen die Wärme der Sonnenstrahlen und wandeln diese in Strom um. Diese Wärmeerzeugung wird vor allem für Warmwasser und für das Heizen benutzt. (http://www.bfe.admin.ch/...lang=de)

Aktuell gibt es in der Schweiz etwa 60'000 Photovoltaik-Anlagen, mit diesen werden etwa 750 Millionen Franken eingenommen. Der Anteil des Solarstroms am Schweizer Stromverbrauch liegt nur etwa bei 2.9%. (Swissolar. 2017. 1)

Diese Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen durch das Lektorat entfernt.

Abbildung 3: Spekulation Stand 2050 (https:/goo.gl/images/vkFRME)

Die Energiestrategie hat zum Ziel bis 2050 zwischen 16.4% und 2wischen0% des Strombedarfs mit Solarenergie zu decken. Das Bundesamt für Statistik meint: “Wenn alle bestehenden Gebäude energetisch optimal saniert würden, könnte mittels Sonnenkollektoren der gesamte Wärmebedarf der Schweizer Haushaltungen gedeckt werden.” (http://www.bfe.admin.ch/...lang=de)

Biogas Biogas wird aus Biomasse hergestellt und besteht aus pflanzlichen Materialien wie Pflanzen und Abfällen besteht. Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Biomasse. Die verholzte Biomasse, welche aus Waldholz, Feldgehölze, Altholz, Restholz, etc. hergestellt werden. Die zweite Art von Biomasse wird aus Hofdüngerwie Gülle und Mist, Ernterückstände, Abfälle aus Lebensmittelindustrie hergestellt und nennt sich übrige Biomasse. Biogas eignet sich für die Strom-und Wärmeerzeugung und als Kraftstofffür den Verkehr. (https://www.bioe.ch/...biogas)

Aktuell werden rund 4.5% derganzen Schweizer Energie durch Biomasse erzeugt. Dies hat aber noch ein grosses Ausschöpfungspotenzial. (https://www.energiestiftung.ch/...bio- masse.html). Bis 2050 soll dies bis ums dreifache erhöht werden. (Steiner Ly, Yvonne. 2018. 1)

Geothermie Erdwärmesonden, Grundwasser-Nutzung oderThermalbädersind Energien, welche innerhalb der Erde gespeichert werden. Anlage- oder Gebäudeeigentümer stehen Fördermittel von Bund, Kanton oder anderen Institutionen zurVerfügung für die effiziente und erneuerbare Energienutzung. (https://www.so.ch/...energiefoerderprogramm/)

Im letzten Jahr wurden 3’800’000 Megawattstunden Energie durch Geothermie produziert. Innerhalb von 13 Jahren stieg der Prozentuale Anteil der Produktion von Geothermie um 177%. Rund 80.9% derganzen geothermischen Energie wird durch Erdwärmesonden erzeugt. https://geothermie-schweiz.ch/geothermie/statistik/

Das Ziel der Energiestrategie ist, dass bis 2050 eine jährliche Energie von 4’400’000 Megawattstunden Energie produziert werden kann. (Energie Schweiz. 1) Weiter ist momentan nur die Wärmegewinnung aus Geothermie möglich. Es sind jedoch Pilotprojekte im Gange, welche die effiziente Stromproduktion in Zukunft ermöglichen sollen. Das stellt eine weitere grosse Unterstützung für die Umsetzung der Energiestrategie 2050 dar. (https://geothermie- schweiz.ch/...potenzial/)

Die Erdwärmesonden sind laut Statistik die wichtigsten Energieträger der Geothermie. Mit grossem Abstand folgt auf Platz 2 das Oberflächennahe Grundwasser. Knapp hinter dem Oberflächennahem Grundwasser folgen dieThermalbäder. (Imhasly, Sabin/Signorelli, Sa- rah/Rybach, Ladialaus. 2015. 28)

Fernwärme Fernwärme wird hauptsächlich in zentralen Anlagen wie Kehricht-, Holzschnitzel-, Verbren- nungs- oder Kläranlage oder einem Heizkraftwerk produziert. (https://www.fernwaerme- schweiz.ch/...Was-ist-Fernwaerme.php) Durch ein Verteilnetz wird die Wärme zu den Einoder Mehrfamilienhäusern, Gewerbebauten oder öffentliche Gebäude geleitet. Das abgekühlte Wasser in der Raumheizung wird durch ein zweites Rohrwieder in die Zentrale zurückgeführt. (AEK Energie AG. 2) Wie oben erwähnt können an einen Wärmeverbund mehrere Liegenschaften angeschlossen werden. Doch solche Wärmeverbunde sind in der Schweiz noch nicht weit verbreitet, daher haben nicht alle Personen die Möglichkeit Fernwärme aus einem zentralen Verbund zu beziehen. Es istjedoch auch möglich, dass Privatpersonen eine kleine Holzschnitzel- bzw. Pellets Anlage in ihrer Liegenschaft einbauen. Auch grössere Bauten wie beispielsweise ein Altersheim, haben die Möglichkeit eine kleinere eigene Heizung (Holzschnitzel oder Pellets) einzubauen. Das ist eine sehr umweltfreundliche (C02 neutral) Art, um Wärme zu erzeugen und in Bezug auf die Energiestrategie 2050 eine sehr wichtige Massnahme, die noch grosses Ausbaupotential besitzt. Fernwärme kann genau wie die Geothermie nurWärme und keine Elektrizität erzeugen. Was ich dank meiner Ausbildung bei derAEK bestätigen kann. Bis zu 290’000 Megawattstunden Fernwärme wird momentan pro Jahr abgegeben. (Energie Wasser Bern EWB. 2018. 4)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Anteil erneuerbare- und nukleare Energie am Gesamtstromverbrauch (Stand 2014)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Anteil erneuerbare Energie am Gesamtstromverbrauch (Spekulation 2050)

Diese beiden Grafiken visualisieren den Abschnitt "Förderung der erneuerbaren Energien". Zu beachten ist, dass die Werte der "Abbildung 4" von 2014 stammen. Von 2014 bis 2018 hat sich jedoch der Anteil der erneuerbaren- und nuklearen Energie nur minimal verändert. Weiter wird in diesen Grafiken nur die Produktion von Elektrizität durch erneuerbare Energien aufgezeigt und nicht die Produktion von Wärme. "Die Abbildung 5" zeigt wie der Anteil dererneuerbaren Energien im Jahr2050 aussehen sollte. (https://www.windkraft-jour- nal.de/...80034)

Durch unsere Recherchen haben wir herausgefunden, dass bereits jetzt in der Schweiz vermehrt mit erneuerbaren Energien gearbeitet wird, insbesondere bei der Erzeugung von Elektrizität. Diese haben aber noch ein sehr hohes Ausbaupotential, welches bis 2050 umgesetzt werden soll. Unserer Umfrage konnten wir entnehmen, dass viele Privathaushalte noch nicht erneuerbare Energien nutzen. Ebenfalls aus der Umfrage konnten wir ersehen, dass die meisten Personen, welche erneuerbare Energien nutzen, Wärmepumpen oder Erdwärmesonden zur Erzeugung von Wärme zu Hause verwenden.

2.2.3 Erhöhung Energieeffizienz

Gemäss dem Interviewpartner versteht man unter Erhöhung Energieeffizienz den richtigen Umgang mit der Energie. Das spart Geld, unterstützt die Umwelt und reduziert den Import aus dem Ausland, was ein wichtiger Bestandteil der Energiestrategie 2050 darstellt. Der Import von Energien aus dem Ausland soll lediglich in Engpässen genutzt werden. Die Strategie sieht zudem vor in derTechnologie Fortschritte zu machen, umso Energie einzusparen. Das Ziel ist es die die ganze Schweiz, mit einheimischen Energien zu versorgen.

Um die Effizienzziele der Energiestrategie leichter umzusetzen wird vorausgesetzt, dass der Energieverbrauch der Schweiz stark gesenkt werden muss. Der momentane pro Kopf Energiekonsum liegt bei stolzen 6300 Watt. Dieser muss bis zu 2000 Watt gesenkt werden. Diese Vision nennt sich die "2000-Watt Gesellschaft". Damit werden nicht nur die Ziele der Energiestrategie, sondern auch die, der Energiepolitik (max. 1 Tonne C02-Emissionen pro Person pro Jahr) angestrebt. (https://www.local-energy.swiss/...gesellschaft.html - /)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Stand Heute im Vergleich zur Zukunft (https://i1.wp.com/...Grafik1a.gif)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Energiekonzept (https://www.so.ch/...konzept/)

In der obigen Abbildung 6 sieht man im rechten Balken wie die 6300 Watt auf die verschiedenen Lebensbereiche verteilt werden. Mobilität und Wohnen gehören momentan zu den Spitzenreitern im Energieverbrauch. Der linke Balken visualisiertwie derZielwert von 2000 Watt in Zukunft aufgeteilt werden sollte.

Die Abbildung 7 zeigt nochmals wie viel Wattjede Person momentan im 2018 verbraucht. Man sieht auch die starke Steigung in Bezug aufden Energieverbrauch ab dem Jahre 1950. So stark wie die Steigung begonnen hatte zu wachsen, soll diese auch wieder sinken.

Dieser Grafik kann man auch entnehmen, wie viel von diesen 6300 Watt von fossilen (+nuk- lear) und wie viele von erneuerbaren Energien gedeckt werden. Besonders in diesem Diagramm sieht man sehr gut, welch grosse Veränderungen passieren müssen, um die 2000- Watt Gesellschaft umzusetzen und die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen.

Auf den nächsten Seiten wird ein Teil der Massnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz vorgestellt:

Gebäudeprogramm Der Energieverbrauch der Gebäude in der Schweiz ist aktuell sehr hoch und liegt etwa knapp bei 50%. Für die Elektrizität liegt derVerbrauch etwa bei 14% und für die Herstellung und den Unterhalt etwa bei 6%. Heizungen, Klimatisierung und Warmwasser sind aber die grössten Energieverbraucher der Schweizer Gebäude mit rund 30% Verbrauch. (http://www.bfe.admin.ch/...lang=de

Um die Effizienz der Gebäude für die Energiestrategie 2050 einzuhalten, benutzt der Bund das Wort Rosen.

- Reduktion des Energieverbrauchs der Schweizer Gebäude von 100 TWh auf 55 TWh.
- Optimierung der Bekanntgabe der Gesamteffizienz eines jeden Gebäudes bis 2050.
- Substitution bedeutet ergänzend zurVision der Reduktion. Damit ist gemeint, dass bis 2050 kein Heizöl, Erdgas oder Strom für das Heizen benutzt werden dürfen.
- Mit Erneuerbaren Energien möchte man, dass jede Stadt für ihren Stromverbrauch in jederJahreszeit aufkommen kann und nicht auf Hilfe von aussen angewiesen ist.
- Nachhaltigkeit drückt aus, dass die Gebäude, welche neu gebaut werden in Wechselwirkung zur Umgebung stehen. (Bundesamt für Energie (BFE). 2018. 3)

Nicht nur diese fünf Punkte möchte der Bund realisieren, denn es zählen weitaus mehr Aspekte zum Gebäudeprogramm.

Wenn man beispielsweise auf erneuerbare Energien umsteigt, kann man die C02-Emmissio- nen fast vermeiden oder man kann den Wärmebedarf des eigenen Gebäudes um die Hälfte senken, wenn man energetisch baut. Das Gebäudeprogramm siehtfolgende Punkte vor um seine Ziele zu erreichen.

Der grösste Energieverbrauch der Schweizer Haushalte von rund 70% liegt bei der Wärmedämmung. Wenn man die Wärmedämmung der Fassaden, Dächer, Wände und Böden verbessern würde, könnte man den Energieverbrauch um 50% senken.

Eine weitere Möglichkeit, um die Effizienz der Gebäude zu verbessern wäre die vermehrte Holzfeuerung der Holzöfen. Diese Art des Heizens würde die Erdöl-, Erdgas- und Elektroheizung ersetzen und somit die C02-Emission beträchtlich senken. In der Schweiz wird jährlich nur die Hälfte des nachwachsenden Holzes genutzt, wenn man die restliche Hälfte des Holzes auch verwenden würde, könnte dies einen grossen Beitrag zur Realisierung des Gebäudeprogrammes beitragen.

Auch die Wärmepumpe ist eine weitere Massnahme des Gebäudeprogrammes. Die Wärmepumpe absorbiert die Wärme, welche in der Erde, im Wasser und in der Luft gespeichert wird. Eine solche Pumpe benötigt gerademal ein Viertel der elektrischen Energie einer Elektroheizung oder eines Elektroboilers. Ein weiterer Vorteil der Wärmepumpe ist, dass sie viermal weniger Elektrizität benötigt, als sie Nutzwärme produziert.

DerAnschluss an ein Wärmenetz ist eine weitere Option des Gebäudeprogrammes. Mit dem Wärmenetz werden mehreren Gebäuden WasserzurVerfügung gestellt. Ein weitererAspekt dieses Netzes ist die Gewinnung von Energie aus Kehrichtverbrennungs- oder Industrieanlagen und Biomasse-, Holz- oderGeothermie-Kraftwerken. Diese Energie kann effizient für das Heizen von Gebäuden genutzt werden. Durch die humane Gewinnung von Energie kann

derAusstoss von C02 gesenkt werden. Wie bereits erwähnt in unsererArbeit ist die Solarenergie in der Energiestrategie ein wichtiger Punkt.

Die Solarenergie spielt aber auch bei dem Gebäudeprogramm eine wichtige Rolle. Das Benutzen von Solarkollektoren reduziert die Energiekosten erheblich, da Sonnenenergie kostenlos und unbegrenzt zurVerfügung steht. Mit den Kollektoren können 70% des Warmwasserbedarfs eines Haushaltes in einem Jahr gedeckt werden und bei einem gedämmten Gebäude sogar die Hälfte des Wärmebedarfs eines Haushaltes.

Die Sanierung mit Minergie-Zertifikat ist ein weitererTeil des Gebäudeprogrammes. Das Bauen oder Sanieren auf Minergie Basis hebt sich durch einen sehr geringen Energiebedarf und durch einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien von normalen Gebäuden ab. Durch die hochwertige Gebäudehülle und eine systematische Lufterneuerung bietet diese Bauweise einen hohen Wohn- und Arbeitskomfort, (https://www.dasgebaeudeprogramm.ch/de/)

Zu guter Letzt gibt es die Möglichkeit einer Energieetikette. Mit der Energieetikette sieht man wie es um den eigenen Energieverbrauch der Haushaltsgeräte und Lampen steht. Die Energieetiketten können für Personenwagen, Reifen, Sanitärprodukte und Fernsehgeräte benutzt werden. Man geht davon aus, dass man mit den Energieetiketten 1.2 Milliarden Kilowattstunden an Energie bis ins Jahr2020 einsparen wird. (https://www.energieschweiz.ch/...haus- haltsgeraete)

Verkehr und Akkumulatoren Einer der grössten Energieverbraucher und Nummer eins mit dem höchsten Anteil an C02- Emissionen ist der Verkehr. Auf den Schweizer Strassen und Gleisen fahren über 4.6 Millionen Personenwagen, 0.7 Millionen Motorräder und über 3'200 Eisenbahnfahrzeuge. Auf den Seen und in den Lüften befinden sich etwa 97'500 Schiffe und 3'400 Luftfahrzeuge. Bei den Personenwagen ist dies im Vergleich vor etwa 20 Jahren ein Anstieg von etwa 32%. (https://www.bfs.admin.ch/...fahrzeuge.html)

Mit rund einem Drittel Energieverbrauch und mit einem Anteil an 48% des C02 Ausstosses ist derVerkehr ein grosser Mittäter des aktuellen Energieverbrauches der Schweizer. Diese Zahlen sind das Resultatvon nicht Erneuerbaren Energien wie Benzin, Erdgas und Diesel. Das BundesamtfürVerkehr hat sich zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch von Fahrzeugen bis ins Jahr 2050 um 50% zu senken.

Um dieses Ziel realisieren zu können liegt es nicht nur an der Forschung und Entwicklung des BAV, sondern auch an den Privatpersonen. Denn diese können einen grossen Beitrag leisten im Kampfgegen den Energieverbrauch der Fahrzeuge. Durch das Benutzen von Velos, E-Bikes, E-Skooters oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, wäre ein erster Schritt in eine effiziente Energienutzung gewährleistet. Auch das Aufkommen der Elektro- oder Hybridautos ist eine wirksame Option, um Energie zu sparen.

Das Bundesamt für Verkehr hat viele aktuelle Forschungsprogramme, mit welchen es einen Beitrag zum Sparen von Energie leisten möchte. Es will die Fahrzeuge leichter und kleiner gestalten, effizientere Antriebsstränge gewährleisten und ein angepasstes Mobilitätsverhalten von Einzelpersonen hervorbringen. Auch werden elektrochemische und elektrostatische Energiespeicher entwickelt, um den Verbrauch zu vermindern. Damit sind die Verbesserungen von Zebrabatterien, Super-Caps, Bleiakkumulatoren sowie Lithiumionen- und Polymerbatterien gemeint. (http://www.bfe.admin.ch/...lang=de)

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Details

Titel
Maßnahmen der Energiestrategie 2050. Energiegesetz anhand des Kanton Solothurns
Veranstaltung
Abschlussarbeit
Note
6.0
Autor
Jahr
2019
Seiten
38
Katalognummer
V983261
ISBN (eBook)
9783346365262
Sprache
Deutsch
Schlagworte
maßnahmen, energiestrategie, energiegesetz, kanton, solothurns
Arbeit zitieren
Alexandra Häfliger (Autor:in), 2019, Maßnahmen der Energiestrategie 2050. Energiegesetz anhand des Kanton Solothurns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/983261

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