Traditioneller Wanderfeldbau in den Tropen


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

10 Seiten


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Gliederung

1.Einleitung

2.Wanderfeldbau

2.1 Bedeutung

2.2 Durchführung

2.3 Funktion

2.4 Probleme

2.5 Auswirkungen

2.6 Entwicklung und Verbreitung

2.7 Lösung

3. Fazit

1.Einleitung

Mich interessiert das Thema „Wanderfeldbau in den Tropen“, da ich so zumindest einen kleinen Einblick in das Leben im Regenwald bekommen kann. Der Regenwald ist ein sehr kompliziertes System und schon die Zerstörung kleinster Flächen kann schwerwiegende Folgen haben. Ich finde es ist interessant zu erfahren, wie Menschen ohne jegliche Infrastruktur oder Strom im Regenwald leben, und das schon seit vielen Jahrhunderten. Ich denke es ist schon schwierig, den unfruchtbaren tropischen Boden effektiv zu nutzen und dann auch noch von den Erträgen zu leben.

Der Wanderfeldbau ist die ursprünglichste Form der landwirtschaftlichen Nutzung in den Tropen und wird schon seit mehreren Jahrhunderten von den Ureinwohnern des Regenwaldes betrieben. Sie haben ihn entwickelt, um nicht nur von, sondern auch mit dem Regenwald leben zu können. Durch ihn können sie den unfruchtbaren tropischen Boden ergiebig nutzen und haben so die Möglichkeit, ihre Lebensgrundlagen zu sichern.

Da wir in diesem Halbjahr schon einmal kurz das Thema shifting cultivation im Zusammenhang mit nachhaltigem Wirtschaften auf gefährdeten Böden angeschnitten haben, ist dieses Thema auch interessant für den Kurs, denn die genauen Vorgänge und Folgen werden hier genauer betrachtet.

2.1 Bedeutung

Die natürliche Vegetation und auch die Bodenstruktur in den Tropen werden hauptsächlich durch das dort herrschende Klima bestimmt. Anders als bei uns sind feuchttropische Böden schlechte Nährstoffspeicher. Der Mensch musste sich also in seiner landwirtschaftlichen Nutzung der Böden den dortigen Rahmenbedingungen anpassen. Die Bewohner des Regenwaldes betreiben heute immer noch die sogenannte Wald-Feld- Wechselwirtschaft, bei der sich Feldnutzung und Waldbrache abwechseln. In traditioneller Weise wird nach einer kurzen Anbauperiode das Feld und oftmals auch die gesamte Siedlung verlegt, weshalb man auch von Wanderfeldbau spricht.

Da es zwischen den verschiedenen Wechselwirtschaftssystemen in den Tropen viele Übergangsformen gibt, bezeichnet man diese auch als „shifting cultivation“.

2.2 Durchführung

Um den Wanderfeldbau betreiben zu können, muss als erstes ein Platz ausgewählt werden, der bestimmten Voraussetzungen gerecht wird. Die Regenwaldvölker suchen sich ihre Anbaugrundstücke so aus, dass sie sicher sein können, fruchtbaren Boden zu erhalten. Sobald der richtige Platz gefunden wurde, werden zuerst einmal alle Früchte und andere nützliche Produkte abgeerntet. Nun muss das Grundstück in einer Größe von ca. ¼ bis ½ ha so verändert werden, dass der Anbau von Feldfrüchten möglich ist.

In der Trockenzeit werden dazu die Sträucher, Lianen und einige Bäume mit Hilfe von Axt, Säge und Haumesser gerodet. Um die Bäume nicht am dicken Ende des Stammes roden zu müssen, werden provisorische Gerüste aufgebaut, so dass die Menschen in einigen Metern Höhe stehen und von dort aus arbeiten können. Die Baumstümpfe und -wurzeln verbleiben im Boden. Außerdem lässt man vereinzelte Bäume stehen, weil sie entweder nützlich sind oder von den Völkern als heilig angesehen werden.

Kurz vor der Regenzeit wird das nun inzwischen getrocknete Laub und Holz verbrannt. Die nur halbverkohlten Stämme und Äste werden weggeräumt ,doch die restliche Asche verbleibt auf der Bodenoberfläche.

Zu Beginn der Regenzeit wird dann mit Hilfe eines Grabstocks der Samen des Getreides, zum Beispiel Mais, zwischen den restlichen Bäumen des ehemaligen Waldstücks verteilt. Die Samen werden dabei ungefähr 5 cm tief in die Erde gestoßen, wodurch die dünne Humusschicht nicht vollständig zerstört wird. Die Erde ist im Oberboden noch humushaltig und porös, was das setzen der Samen erleichtert. Die kreuz- und quer liegenden , verkohlten Stämme dienen zum Schutz der Saat vor Tieren und der Abspülung der Asche durch die starken Regen.

Nach der ersten Ernte pflanzen die Nomaden dann auf dasselbe Feld mehrjährige Knollenund Fruchtgewächse, wie Cassava und Banane. Durch die Regenzeit wachsen diese Kulturpflanzen schnell, doch mit ihnen auch das Unkraut.

Unkräuter sind Lichtpflanzen, was bedeutet, das sie sehr lichtbedürftig sind. Ihr Wachstum wurde vorher durch den Stockwerkbau des Regenwaldes verhindert, da durch ihn nur sehr wenig Licht durch die vielen Sträucher und Bäume bis auf den Boden des Regenwaldes gelangen konnte, und so nicht genügend Licht für das Wachsen des Unkrautes zur Verfügung stand.

Ein Teil der Knollengewächse wird nun geerntet und der Rest bleibt für die nächste Ernteperiode bestehen.

Spätestens nach dem vierten Jahr wird nun das genutzte Waldstück zur Brache liegengelassen, damit ein Sekundärwald nachwachsen kann und das Waldstück nach einigen Jahren wieder für den Wanderfeldbau nutzbar ist. Die Zeit, die das Waldstück brachliegt und nicht genutzt wird, hängt von der Bevölkerungsdichte ab, die die Rotationsgeschwindigkeit beim Wanderfeldbau entscheidend bestimmt. Je größer die Bevölkerungsdichte ist, desto schneller wird die Rotationsgeschwindigkeit.

2.3 Funktion

„Der Wanderfeldbau ist eine Produktionsform, mit der sich bei minimalem Aufwand an Kapital und sonstigen Investitionen in wenig erschlossenen Waldgebieten und in kurzer Zeit die Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln sicherstellen lässt“(Geographische Rundschau , 1/97).

Die Bewohner des Regenwaldes haben durch diese Art der Landwirtschaft die Chance, den tropischen Boden effektiv zu nutzen, um so ihr Überleben zu sichern. Der Brand beim Wanderfeldbau erfüllt einige wichtige Funktionen: Er düngt den Boden durch die Asche, lockert den Boden auf, unterdrückt vorerst den Unkrautwuchs, vernichtet Schädlinge und erhöht den ph-Wert der sonst sehr sauren Böden.

Die Menschen nutzen also das Nährstoffpotential der tropischen Böden , indem sie die in der Biomasse des Regenwaldes gebundenen Nährstoffe durch das Abbrennen der Vegetation freisetzen. Die Nährstoffe liegen dann in Form von Aschedünger vor und können von den Nutzpflanzen als Carbonate oder Phosphate aufgenommen werden.

Dem unfruchtbaren Boden des Regenwaldes werden beim Wanderfeldbau somit kurzfristig Nährelemente zugefügt, die für das Pflanzenwachstum von Bedeutung sind.

2.4 Probleme

Die Vorteile der Brandrodung kommen jedoch nur für kurze Zeit voll zur Geltung. Die kreuz- und quer liegenden Stämme, die die Saat schützen sollten, können die Fortschwemmung der Asche und auch der dünnen Humusschicht durch die häufigen Starkregen nicht mehr lange verhindern. Dies wurde vor der Rodung durch den stockwerkartigen Aufbau des Regenwaldes verhindert. Die Blätter der großen Bäume fingen den Regen auf und so konnte er nicht einfach ungehindert auf den Boden prasseln und somit die sehr dünne, empfindliche Humusschicht zerstören.

Doch auch das Unkraut wird zu einer immer größer werdenden Plage. Es beginnt schon nach kurzer Zeit ungehindert in alle Richtungen zu wuchern und fordert so in der zweiten Ernteperiode einen erheblichen Ertragsrückgang. Außerdem erhöht sich der Arbeitsaufwand für die Wanderfeldbauern mit dem zunehmendem Unkrautwuchs. Das Unkraut muss zusätzlich ständig kontrolliert und gegebenenfalls mit der Hacke entfernt werden. Die natürliche Vegetation drängt ebenfalls nach kurzer Zeit schon in die Kulturfläche hinein.

„In den dauerfeuchten Tropen beschränkt sich deshalb die Anbauphase traditionell auf nur ein Jahr, während zu den wechselfeuchten Tropen hin die Anbauphase auf zwei bis vier Jahre ausgedehnt werden kann“(Geographische Rundschau, Heft 1/97).

Die Verlegung der Felder bedeutet natürlich auch immer einen großen Arbeitsaufwand für die Bevölkerung. „Betrachtet man den Arbeitskalender als Ganzes so beträgt die reine Säuberungsarbeit schon ein Drittel der gesamten Arbeitszeit“(Weischet,S.16).Dabei ist außerdem zu bedenken, dass das Säubern und Freilegen der Felder nicht der Ertragssteigerung dient, sondern lediglich eine für die weitere Nutzung des Waldstücks notwendige Arbeit ist. Die Waldbrache, die nach der Anbauphase folgt, erfordert 10 -20 Jahre(Geographische Rundschau, Heft 1/97), bis wieder genug Biomasse auf dem gerodeten Boden vorhanden ist. Das bedeutet also, das der Wanderfeldbau sehr flächenaufwendig ist und nur in dünn besiedelten Gebieten mit großen Waldreserven fortbestehen kann. Die Tropen sind das einzige Gebiet, das diese Voraussetzungen erfüllt. In außertropischen Gebieten ist es nur schwer möglich, Wanderfeldbau zu betreiben, da diese Bedingungen wenn überhaupt nur zum Teil erfüllt werden können.

Ein weiteres Problem stellt die geringe Tragfähigkeit dar. Sie beträgt ca. 30 Personen pro km². Sobald die Bevölkerungsdichte ansteigt, fordert das die Erhöhung der

Rotationsgeschwindigkeit und somit die Verkürzung der Brachezeiten für die zuvor genutzten Waldstücke.

Dazu kommt noch, das man um 1 t Getreide zu erzeugen, 300 t Biomasse opfern muss (Geographische Rundschau, Heft 1/97). Der Arbeitsaufwand ist dem der anderen Produktionsformen gleich, doch wenn man den geringen Flächenertrag bedenkt, ist die Arbeitsproduktivität wesentlich niedriger.

2.5 Auswirkungen

2.5.1Um die Auswirkungen und Folgen des Wanderfeldbaus näher zu erläutern, sollte man noch einige Fakten voranstellen.

Der unberührte tropische Regenwald hat seinen eigenen Mineralkreislauf um Biomasse zu produzieren, der auch als direct mineral cycling bezeichnet wird.

Hierbei liegt der größte Teil des gesamten Nährstoffpotentials oberhalb der Erde, und nicht wie bei unseren einheimischen Wäldern im Unterboden. So entsteht im Regenwald ein kurzgeschlossener Nährstoffkreislauf.

Das ist auf die Wurzelpilze, die sogenannten Mycorrhizae,zurückzuführen. Sie liegen im tropischen Regenwald in Form von Geflechten vor, die sich um die Bäume legen und mit ihnen eine Symbiose eingehen. Sie wirken als Nährstoff-Fallen oder nutrient traps, indem sie die Nährstoffe aus den organischen Stoffen, die auf der Bodenoberfläche liegen, entnehmen. Das Wesentliche bei dieser Symbiose ist der gegenseitige Stoffaustausch, durch den die Bäume ihre Nährstoffe erhalten.

Wird nun durch Brandrodung und Abschlagen des Waldes in diesen geschlossenen Kreislauf eingegriffen, so ist zu folgern, dass dieser unterbrochen ist und somit nicht mehr funktionsfähig. Die tieferliegenden Mycorrhizae sterben ab und die an der Oberfläche liegende, verbrannte Humusschicht verhindert den normalerweise sehr schnell verlaufenden Abbau der organischen Stoffe. Die Nährstoff-Fallen sind nun nicht mehr vorhanden und der Mineralabfuhr durch Abschwemmung kann nichts mehr entgegenwirken. Doch der traditionelle Wanderfeldbau hat keinesfalls, wie ihm oft unterstellt wird, eine vollständige Entwaldung zur Folge. Es liegt lediglich eine Walddegradation, also eine Veränderung des Waldes vor, denn die im Boden verbliebenen Baumstümpfe und der Stockausschlag versichern den baldigen Nachwuchs des Waldes. Jedoch kann dann nur noch ein Sekundärwald nachwachsen, der dem Primärwald ähnelt, aber es wird kein Primärwald mehr entstehen können.

Sobald die Tragfähigkeit des Wanderfeldbaus überschritten wird, indem die Bevölkerungsdichte zunimmt und die Rotationsgeschwindigkeit daraufhin erhöht wird, können sich die Waldstücke nicht mehr regenerieren und einen Sekundärwald aufbauen. Dadurch wird eine Schädigung des Bodens nicht ausbleiben. Das zu frühe Abbrennen und somit Roden des brachliegenden Waldstückes zerstört die dünne Humusschicht endgültig und bringt bei der nächsten Ernte wesentlich weniger Erträge ein, da sich der Sekundärwald noch nicht vollständig wieder aufbauen konnte. Dies ist ein Kreislauf, aus dem die Wanderfeldbauern nur schlecht wieder entkommen können, denn die Erträge werden immer geringerer ausfallen und somit wird man die Rotationsgeschwindigkeit immer weiter erhöhen müssen, was den Boden jedoch extrem schädigt.

2.6 Entwicklung und Verbreitung

Nach Wolfgang Weischet ist shifting cultivation auch heute noch „die absolut dominierende Wirtschaftsform in den lateinamerikanischen und afrikanischen Tropen“(Die feuchten Tropen,S.91).

Flächenmäßig gesehen trifft diese Behauptung auch zu, wenn man die zum Teil weit ausgedehnten Brachflächen bedenkt, die benötigt werden, um shifting cultivation überhaupt betreiben zu können. Betrachtet man jedoch Personenanzahl und Produktionsumfang ,so verliert diese Behauptung an Kraft. Nur noch ca. 5-10% (Die feuchten Tropen,S.91) der Gesamtbevölkerung betreibt heute noch Wanderfeldbau.

Denn auch der Wanderfeldbau hat sich ebenso wie alle anderen Wirtschaftsweisen in den Tropen mit der Zeit gewandelt oder er wurde sogar von anderen Wirtschaftsformen ganz verdrängt.

Ohne Zweifel ist der Anteil des Wanderfeldbaus an der Landwirtschaft in den Tropen in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen.

Dafür gibt es mehrere zusammenhängende Gründe, wie die Kommerzialisierung der Landwirtschaft, technische Innovationen, der Ausbau der ländlichen Infrastruktur, die nationale und internationale Agrarpolitik und die Fortschritte die in der tropischen Agrarforschung erzielt wurden (Geographische Rundschau,1/97).

Auch das rasche Bevölkerungswachstum ist für diesen Rückgang verantwortlich, da es die Tragfähigkeit von 30 Personen pro km² schnell überstieg.

Der Rückgang des Wanderfeldbaus erfolgte jedoch in den verschiedenen tropischen Regionen auf zum Teil sehr unterschiedliche Weise. In Afrika ist der Hauptgrund für den Wandel des traditionellen Wanderfeldbaus ausschließlich auf den Bevölkerungsdruck zurückzuführen. Er zwingt die Bauern, die Anbauphasen zu verlängern und die Brachephasen zu verkürzen, wodurch der zuvor betriebene Wanderfeldbau schnell in den Trockenfeldbau übergehen kann. In einigen Gebieten ging man vom Wanderfeldbau zum Bewässerungsfeldbau über, wobei die Leitkultur Reis bestehen blieb und dazu noch höhere Erträge erbringen konnte. Selbst in den Gebieten, in denen die Bevölkerungsdichte noch gar nicht zu einer Umstellung der Anbauweise gezwungen hätte, stellten sich viele der Wanderfeldbauern auf Bewässerungsfeldbau um.

Durch die Kommerzialisierung der Landwirstschaft wurden der Bevölkerung viele neue Perspektiven im Anbau ermöglicht. Es wurden neue Baum- und Strauchkulturen gepflanzt, mit denen ebenfalls bessere Erträge zu erzielen waren.

Weiterhin wurden Straßen gebaut und viele Wanderfeldbaugebiete mit Kautschukbäumen übersät. Die Reisproduktion wurde ab sofort ausschließlich mit Bewässerungsfeldbau betrieben.

Der Wanderfeldbau wird heute von vielen Teilen der Bevölkerung in den Tropen nicht mehr ausschließlich zur Selbstversorgung betrieben, das heisst wenn überhaupt dann nur noch neben einer oder mehreren anderen Anbauarten wie dem Bewässerungsfeldbau. Der Wanderfeldbau wird also immer weiter durch intensivere Wirtschaftsweisen abgelöst und durch den steigenden Bevölkerungsdruck zwangsweise umgewandelt.

2.7 Lösung

Wenn man also Weischet und seiner Auffassung, dass shifting cultivation „nicht das Ergebnis menschlicher Unzulänglichkeiten sondern natürlicher Bedingungen ist“( Weischet, S.25), zustimmen würde, so würde es keine Alternative zum traditionellen Wanderfeldbau in den Tropen geben und flächenextensive Ausnutzung , dünne Besiedlungsdichte und wenig Ertrag pro Hektar wären die notwendigen Folgen. Doch da der Wanderfeldbau bei steigender Bevölkerungsdichte schnell an seine Grenzen stößt, musste man sich in einigen Gebieten früher oder später auf eine andere Anbauweisen umstellen. Denn shifting cultivation ist keine zeitgemäße Produktionsform mehr.

Alternativen zum Wanderfeldbau sind zum Beispiel Mischkulturen oder der Bewässerungsfeldbau. Dieser ist besonders lohnend bei dem Anbau von Reiskulturen.

2.8 Der wohl größte Nachteil für die Landwirtschaft in den Tropen ist ohne Zweifel die geringe Fruchtbarkeit des Bodens. Der Anbau von einjährigen Nutzpflanzen kann deshalb nur mit dem flächenaufwendigen Wechsel von kurzen Anbau- und langen Brachephasen, also dem Betreiben von Wanderfeldbau, erfolgen.

Der Wanderfeldbau ist jedoch nur solange ökologisch tragbar, wie es einen Überschuß an Landreserven und eine geringe Bevölkerungsdichte gibt. Deshalb wird er heute als Hauptursache für die Tropenwaldzerstörung angesehen. Doch diese Einschätzung ist meiner Meinung nach unzutreffend, da der Wanderfeldbau bei weitem keinen so großen Anteil an der Landwirtschaft in den Tropen hat, und weil er unter bestimmten Bedingungen eine ökologisch tragbare Wirtschaftsweise ist. Er wird schon seit mehreren Jahrhunderten von den Bewohnern des Regenwaldes betrieben, die ihn entwickelt haben, um im Einklang mit der Natur überleben zu können.

Außerdem wird die Brandrodungstechnik des Wanderfeldbaus sehr oft mit der modernen Agrarkolonisation verwechselt, die jedoch einen viel größeren Teil zur Waldzerstörung beiträgt. Ich denke, der Anteil des Wanderfeldbaus an der Landwirtschaft in den Tropen wird in den nächsten Jahren immer geringer werden, da er nur als Subsistenzwirtschaft betrieben werden kann ,dem Staat keine zusätzlichen Einnahmen einbringt, und zudem noch sehr flächenaufwendig ist. So wird sich das Problem, das entsteht wenn die Bevölkerungsdichte die Tragfähigkeit der shifting cultivation übersteigt, praktisch von selbst lösen. Meiner Meinung nach wird man auch die alternativen Wirtschaftsweisen zum Wanderfeldbau in der nächsten Zeit vermehrt ausschöpfen und das Problem, das viele in dem Betreiben von Wanderfeldbau sehen, wird nicht mehr vorhanden sein.

Ich denke es ist falsch, den Wanderfeldbau als Hauptursache der Tropenwaldzerstörung zu sehen, denn dadurch versucht man nur den eigentlichen Verursacher, nämlich die sich schnell ausbreitende Agrarkolonisation, zu verdecken.

Literaturangaben

- Bender, Hans-Ulrich / Kümmerle ,Ulrich / von der Ruhren ,Norbert / Thierer, Manfred/ Wallert ,Werner: „Landschaftszonen und Raumanalyse“. Stuttgart: Ernst Klett Verlag 1986.

-Büttner,Wilfried / Dr.Ruppert,Helmut: „Entwicklungsräume in den Tropen“. Berlin: Cornelsen 1991.

- Brauns ,Thorsten /Scholz ,Ulrich: „Shifting cultivation - Krebsschaden aller Tropenländer?“

Heft 1/97 , S. 4-11,Verlag: Westermann .

-Manshard,Walther/ M ä ckel,Rüdiger:„Umwelt und Entwicklung in den Tropen“.

Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1995.

-Scholz,Ulrich:„Die feuchten Tropen“.

Braunschweig: Westermann 1998.

-Weischet,Wolfgang:„Die ökologische Benachteiligung der Tropen“. Stuttgart: B.G. Teubner 1977.

-Microsoft Encarta 99 Enzyklop ä die: Suchwort:„Wanderfeldbau“/“Regenwald“

-Internet:

-„www.learn-line.nrw.de“

-„www.uni-kiel.de“- Referat Alexander Huentemann: Shifting cultivation

-„www.greenpeace.de“

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Traditioneller Wanderfeldbau in den Tropen
Autor
Jahr
2000
Seiten
10
Katalognummer
V98327
Dateigröße
347 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Traditioneller, Wanderfeldbau, Tropen
Arbeit zitieren
Ann-Kristin Gerdes (Autor), 2000, Traditioneller Wanderfeldbau in den Tropen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98327

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