Arten und Eigenschaften der Spinne

Sind Spinnen Insekten?


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

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Spinnen

1.1 Sind Spinnen Insekten?

Entgegen landläufiger Meinung sind Spinnen KEINE Insekten. Spinnen gehören zur Klasse der Arachnida (Spinnentiere), Insekten bilden eine eigene Klasse (Insekta). Beide Klassen (Spinnentiere, Insekten) gehören dem Stamm der Arthropoda (Gliederf üß er) an. Die nachfolgende Tabelle soll die Unterschiede zwischen Insekten und Spinnen deutlich machen :

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1.2 Vergleich zwischen Insekten und Spinnen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Körperbau der Spinne

Der Körper der Spinnentiere gliedert sich in zwei Abschnitte: einen Vorderkörper (Prosoma) und einen Hinterkörper (Opisthosoma).

Das Prosoma trägt stets 6 Paar Extremitäten. Die erste Extremität wird als Chelicere, die folgende als Pedipalpus bezeichnet. Die weiteren 4 Gliedmaßenpaare sind Laufbeine. Die Cheliceren bestehen bei den Spinnen aus einem massiven Grundglied und einem klauenförmigen, beweglichen Scherenfinger, vor dessen Spitze im allgemeinen Giftdrüsen ausmünden.

Die Pedipalpen sind laufbeinähnlich, nur kürzer und haben Tasterfunktion. Bei Männchen befindet sich dort der Bulbus, der als Begattungsorgan dient. Die Laufbeine gliedern sich in 7 Abschnitte (siehe Zeichnung). Damit besitzen Spinnenbeine gegenüber Insektenbeinen ein zusätzliches Glied. Dies hat eine vielseitigere Beweglichkeit der Beine zur Folge: An den Spitzen der Beine finden sich 2 oder 3, meist kammförmige Krallen. Daneben sind die Beine mit zahlreichen Haaren, Borsten und Dornen ausgestattet. Neben Tasthaaren sind besondere ,,Hörhaare" entwickelt. Dies sind beweglich gelagerte, mit einer Nervenzelle verbundene , dünne Haare. Schon leichte Luftbewegungen, selbst Schallwellen genügen zu ihrer Auslenkung und damit zur Erregung der Nervenzellen.

Zwischen den Hüften der Beine liegt als Rest der Bauchsegmente eine einheitliche Bauchplatte. Von diesem ist vorn ein Fortsatz als Unterlippe abgeschnürt. Diese schließt den Mundvorraum nach unten ab. Die Nahrung wird durch Verdauungssäfte vor dem Mund verflüssigt und durch den Vorderdarm aufgesogen. Die Giftdrüsen befinden sich im Prosoma außer- oder innerhalb der Chelizeren, in deren Klauen ihre Ausführungsgänge münden. Die Augen sind als Punktaugen entwickelt. Unsere heimischen Spinnen besitzen 6 oder 8 Augen, die in unterschiedlicher Weise angeordnet und verschieden groß entwickelt sein können.

3. Vorkommen, systematische Stellung und Lebensraum

Die Spinnen besiedeln nahezu alle Lebensräume des Landes, z.T. die Oberflächen der Gewässer und mit einer Art - der Wasserspinne- sogar das nasse Element selbst. Als Vertilger zahlloser Insekten sind sie wichtige Glieder zahlreicher Nahrungsketten. Die meisten der etwa 30 000 Arten bewohnen die Tropen und Subtropen; bei uns kommen etwa 800 Arten vor. Zusammen mit einigen verwandten Tiergruppen, den Skorpionen, Pseudoskorpionen, Weberknechten und Milben, bilden die Spinnen die Tierklasse der Spinnentiere.

Kurze systematische Einordnung der wichtigsten Spinnenfamilien:

Ordnung Araneae (Webspinnen)

1. Unterordnung Orthognatha

Mesothelae (Gliederspinnen, 9 Arten)

Theraphosidae (Vogelspinnen, 800 Arten)

Ctenizidae (Falltürspinnen, 700 Arten)

Atypidae (Tapezierspinnen, 20 Arten)

2. Unterordnung Labidognatha

1. Infraoerdnung Ecribellatae

Haplogynae

Scytodidae (Speispinnen, 200 Arten)

Dysderidae (Sechsaugenspinnen, 250 Arten)

Pholcidae (Zitterspinnen, 500 Arten)

Entelegynae

- Dionycha

Clubionidae (Sackspinnen, 2000 Arten)

Thomisidae (Krabbenspinnen, 3000 Arten)

Salticidae (Springspinnen, 4000 Arten)

- Trionycha

Lycosidae (Wolfsspinnen, 2500 Arten)

Oxyopidae (Luchspinnen, 500 Arten)

Theridiidae (Haubennetzspinnen, 2500 Arten)

Linyphiidae (Baldachinspinnen, 3500 Arten)

Agelenidae (Trichterspinnen, 1000 Arten)

Araneidae (Radnetzspinnen, 2500 Arten)

2. Infraordnung Cribellatae

Amaurobiidae (Finsterspinnen, 350 Arten)

Dictynidae (Kräuselspinnen, 500 Arten)

Eresidae (Röhrenspinnen, 100 Arten)

Uloboridae (Kräuselradspinnen, 200 Arten)

Um wenigstens von einigen dieser Spinnenfamilien eine lebendigere Vorstellung zu vermitteln , sollen sie einleitend näher charakterisiert werden.

1. Trichterspinnen

Trichterspinnen sind jedem bekannt: In unseren Häusern begegnet uns am häufigsten die Winkelspinne. Außer durch ihre Körpergröße (10 mm), fällt sie durch ihre langen, ,,haarigen" Beine sowie durch zwei überstehende Spinnwarzen am Hinterleibsende auf.

Im Freien finden wir leicht die etwas kleinere Labyrinthspinne in niedrigem Gras oder Buschwerk. Die flachen Deckennetze der Trichterspinnen überspannen meist Mauerecken. Ihren Namen verdanken diese Spinnen ihrem Netz, das an einem Ende trichterartig in eine beidseitig offene Wohnröhre zusammenläuft.

2. Radnetzspinnen

Die Fähigkeit, kunstvolle Fangnetze zu bauen, ist bei den Radnetzspinnen am eindrucksvollsten verwirklicht. Die Netze der einheimischen Kreuzspinnen repräsentieren sicher den bekanntesten Netztyp der Spinnen überhaupt (siehe Netzbau und Beutefang).

Wie aus der ernormen Artenzahl (2500) ersichtlich ist, stellen die Radnetzspinnen eine der erfolgreichsten Spinnenfamilien dar.

3. Wolfspinne

Wolfspinnen sind vagabundierende Jäger. Am bekanntesten sind die großen Taranteln der Mittelmeerländer. Sie sind für Menschen nicht giftig und leben meistens in Erdröhren. Sie jagen nicht aktiv, sondern sitzen bewegungslos an einer Stelle und warten, bis ein Opfer gewissermaßen in sie hineinläuft.

Unsere einheimischen Wolfspinnen sind meist nur 4-10mm groß und leben frei in niederem Pflanzenwuchs oder zwischen Steinen. Gewisse Arten leben bevorzugt in Wassernähe und können geschickt auf der Wasseroberfläche laufen, wo sie Kaulquappen oder kleine Fische jagen.

Wolfsspinnenweibchen sind für ihre fürsorgliche Brutpflege bekannt. Sie tragen ihren Eikokon am Hinterlaub angeheftet und führen ihn ständig mit sich herum. Auch nachdem die Jungen ausgeschlüpft sind werden sich noch ca. 1 Woche auf dem Rücken der Mutter herumgetragen, bis sie sich allmählich zerstreuen.

4. Krabbenspinnen

Sie sind reine Lauerjäger, die keinerlei Gespinste weben. Sie sitzen unbeweglich auf Blüten oder Blättern, wo sie mit ausgestreckten Vorderbeinen auf anfliegende Insekten warten. Kommt ein Beutetier in Reichweite, so wird es mit den beiden kräftigen Vorderbeinen erfasst und mit einem Giftbiss gelähmt. Die Beute wird lediglich ausgesaugt, so dass eine nahezu unversehrte Hülle zurückbleibt.

Diese Spinnen sind kräftig gefärbt, meist rein- weiß oder gelb, seltener auch grün. Diese Färbung stellt eine gute Tarnung dar, so dass man sie zwischen der Vegetation kaum ausmachen kann.

5. Springspinnen

Es sind durchwegs kleine Tiere (3 - 10 mm) mit relativ kurzen, kräftigen Beinen und abgestutztem Vorderkörper. Springspinnen reagieren deutlich auf optische Reize, sei es auf eine vorbeilaufende Fliege oder auch auf den sich nähernden Finger. Die Spinnen schleichen sich an die Beute an und verfolgen sie, um sie aus kurzer Entfernung anzuspringen.

Man kann den Lebensraum der Spinnen grob in vier Zonen unterteilen:

1. eine Bodenzone, in der die Spinnen zwischen Bodenstreu, im Moos und unter Steinen leben.
2. eine Vegetationszone, in der vor allem Spinnen vorkommen, die Fangnetze anlegen und die hier die Möglichkeit haben, ihrer mehr oder weniger großen Netze zwischen Pflanzenstängeln und niederem Gesträuch anzuleben. Hier lauern viele Jagdspinnen auf Blütenpflanzen ihrer Beute auf.
3. eine Strauchzone, die bis in höhere Höhen (ca. 4,50 m) reicht und in der sich größeren Spinnen- Arten mit großen Netzen aufhalten, die auf große Fluginsekten lauern.
4. eine Baumzone, die über 4,50 m hinausreicht und wohl den größten Spinnen- Arten vorbehalten bleibt.

In diese vier grob unterteilten Lebensräume teilen sich sehr viele Spinnen-Arten auf, die sich zum größten Teil gegenseitig überhaupt nicht stören, da es Gruppen gibt, die nur tagsüber aktiv sind, und Gruppen, die nur nächtlich jagen. Einige Arten bevorzugen z.B. feuchten Boden, andere dagegen ziehen trockene, sonnige Orte vor. Manche Arten erscheinen schon im Frühjahr, andere wiederum erst im Spätsommer oder gar Herbst.

4. Netzbau und Beutefang

Viele Spinne fangen ihre Beute, indem sie regungslos lauern oder sich anpirschen. Hier zu gehören u.a. fast alle Wolfsspinnen, Krabbenspinnen, Springspinnen und Sackspinnen. Die tagaktiven Jäger finden ihre Beute durch ein oft gut entwickeltes Sehvermögen, nachtaktive müssen sich auf ihren Tastsinn verlassen: Wenn die Beute eines der Spinnebeine berührt, greifen sie blitzschnell zu.

Die meisten Spinnen aber stellen spezielle Netze her, um damit Beute zu fangen. Diese Netze könne sehr verschiedene Formen haben: Trichternetze, Haubennetze, Baldachinnetze und Radnetze sind die markantesten und verbreitetsten Typen. Daneben gibt es mehr oder weniger unregelmäßige Fanggespinste.

Für uns sind Spinnenfäden zunächst einmal Netze - klebrige, fusselige Gebilde, die in entlegenen Zimmerecken auf den nächsten Großputz warten.

Aber Spinnen setzen ihre Fäden nicht nur zum Netzbau ein. Einige Arten wickeln z.B. ihre Beute oder ihre Eier in Seidendecken ein.

Und es gibt auch nicht "den" Spinnenfaden und nicht "das" Netz. Jede Art spinnt ihr eigenes Netz und hat ihre speziellen Rezepte für ihre Fäden. Dabei beherrscht jede Spinne meist mehr als zwei Fadenarten. Und die Fäden verändern sich mit dem Alter. Je älter die Spinne, desto dicker der Faden. Außerdem gilt meist die Regel: je größer die Spinne, desto dicker der Faden.

Alle Spinnen haben an ihrem letzten, oft kugeligen, Körperabschnitt 2-8 Spinnwarzen. Diese Warzen haben sich aus den letzten Körpergliedern entwickelt und bilden die Spinndüsen. Sie sind beweglich und können so aus den im Inneren gebildeten Fasern unterschiedliche Fäden formen: Z.B. kann um einen Hauptfaden ein Zweiter (Kräuselfaden) gewickelt werden, zwei Fäden können parallel angeordnet werden oder ein Klebstoff wird mit aufgearbeitet. Alle Spinnfäden bestehen aus langen Eiweißmolekülen. Die werden in mehreren verschiedenen Drüsen hinter den Warzen produziert. Wie bei anderen Polypeptiden auch, ist hierbei nicht nur die Reihenfolge der einzelnen Aminosäuren wichtig. Entscheidend sind die so genannte Sekundär- und die Tertiärstruktur; also die räumliche Anordnung der Aminosäureketten. Darin liegt eines der Geheimnisse der außergewöhnlichen Eigenschaften der Spinnenfäden.

Am Beispiel eines Radnetzes soll die Entstehung eines Spinnenetzes geschildert werden: Die Spinne lässt zunächst aus ihren Spinnwarzen einen Faden austreten, der vom Wind transportiert wird. Bald bleibt er an einer benachbarten Pflanze haften. Daraufhin zieht die Spinne ihn stramm und befestigt ihn an ihrer Warte. Nun läuft sie an diesem bis zu seiner Mitte, von wo aus sie sich ,,abseilt"; den dabei entstandenen Faden befestigt sie in Bodennähe. Sie zieht auch diesen Faden stramm, so dass die zwei Fäden jetzt die Form eines ,,Y" bilden. Die Spinne ergänzt die drei nunmehr fertigen, ersten Radien des späteren Radnetzes durch weitere. Wenn etwa 4-8 Radien fertig sind, zieht sie zwischen ihnen den Rahmenfaden, der etwa die Größe des späteren Fangbereichs markiert. Danach spannt sie weitere Radien, die von der Nabe bis zum Rahmen wandern. Die so entstandene Fadenspirale ist jedoch noch nicht die endgültige Fangspirale, sondern erst die Hilfsspirale, die der Stabilisierung des halbfertigen Netzes dient. Im letzten Arbeitsgang stellt sie jetzt die Fangspirale her, die mit klebrigen Leimtropfen versehen ist. Hierbei bewegt sie sich ebenfalls in einer Spirale, jetzt aber von außen nach innen, und verzehrt gleichzeitig die zuvor hergestellte Hilfsspirale.

Viele Radnetzspinnen sitzen stets im Netzzentrum. Wenn eine Beute ins Netz fliegt, verrät sie der Spinne durch Erschütterungen ihre Richtung vom Netzzentrum aus. Die Spinne kann daher das Beutetier zielgerichtet aufsuchen, ihren Giftbiss anbringen und das Opfer in Spinnfäden einwickeln. Andere Radnetzspinnen halten sich in einem getarnten Schlupfwinkel, der Retraite, seitlich vom Netz auf. Sie werden durch einen Signalfaden, der zwischen der Nabe und ihrem Schlupfwinkel ausgespannt ist, von den Geschehnissen im Netz unterrichtet.

5. Nahrungsaufnahme

Spinnen haben eine sehr außergewöhnliche Art der Nahrungsaufnahme entwickelt. Nachdem die Beute durch einen Giftbiss überwältigt bzw. mit Seide eingesponnen ist, wird sie außerhalb des Körpers weitgehend vorverdaut. Hierzu erbricht die Spinne etwas Verdauungssaft aus den Darmdivertikeln über die Beute. Nach einigen Sekunden wird dieser Tropfen mit den gelösten Gewebeteilen aufgesaugt und der ganze Prozess wird wiederholt. Die verflüssigte Nahrung wird durch die sehr enge Mundöffnung eingesaugt und gelangt in die flache Schlundtasche. Sie wird mehrmals filtriert und gelangt schließlich in den Mitteldarm, wo die eigentliche Verdauung stattfindet.

6. Sind Spinnen für den Menschen gefährlich?

In Mitteleuropa können nur sehr wenige Spinnen dem Menschen gefährlich werden. Die meisten Spinnen haben weder Lust zu beißen, da der Mensch normalerweise nicht auf ihrem Speiseplan steht, noch würden sie die menschliche Haut durchdringen können, auch wenn sie dies wollten.

Wie zu jeder Regel gibt es auch hier Ausnahmen. Hier einige für den Menschen giftige Exemplare:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Falls doch mal ein Unfall mit einer Spinne passieren sollte ist ein Arzt aufzusuchen und das Tier am besten mitzubringen, damit man es identifizieren kann. Nur so kann mit Genauigkeit festgestellt werden, ob das Tier wirklich gefährlich ist. Selbst bei harmlos scheinenden Bissen ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, damit es nicht zu er Sekundärinfektion, Schwellung oder ähnlichem kommt.

Ist gerade kein Arzt in der Nähe, sollte die Wunde zur Erstversorgung etwas aufgeschnitten und ausgesaugt werden. Außerdem ist es ratsam zur Verdünnung des Giftes eine Physiologische Kochsalzlösung zu verabreichen.

7. Arachnophobie

Obwohl, wie schon erwähnt, nur wenige Spinnen für den Menschen gefährlich sind, haben sehr viele Leute Angst vor ihnen. Epidemiologische Studien belegen, dass immerhin zwischen 10-13% aller befragten Frauen unter einer derart intensiven Furcht gegenüber einzelnen Tierarten (insbesondere vor krabbelnden und kriechenden Tieren wie Spinnen, Schlangen, Ratten, Würmern usw.) leiden .

1. Woher kommen Spinnen ä ngste ?

Zunächst hat man festgestellt, dass es tatsächlich nur eine bestimmte Gruppe von Tieren gibt, zu denen sich typischerweise Phobien ausbilden. Interessanter Weise sind dies jedoch nicht immer Tiere, die auch objektiv gefährlich sind, wie beispielsweise Raubtiere, sondern eben weitgehend ungefährliche Tiere wie Spinnen oder Mäuse. Allerdings gibt es hier eine Ausnahme: nämlich die Schlangen. Aber auch hier scheint es nicht die tatsächliche Gefährlichkeit der Tiere auszumachen, ob starke Ängste gegenüber den Tieren entwickelt werden. So gibt es beispielsweise in Indien viele gefährliche Schlangen, aber auch nicht nennenswert mehr Phobiker als in Finnland, wo es fast keine Schlangen gibt. Insgesamt zeigt sich, das es tatsächlich mehr einzelne Erscheinungsaspekte der Tiere sind, die zu der leichteren Ausprägung von Ängsten gegenüber diesen Tieren führt.

Aussehen:

Je mehr ein Tier vom Körperschema des Menschen abweicht, desto eher erzeugt es Angst

Pl ö tzliches auftauchen in k ö rperlicher N ä he:

Tiere, die unvermittelt, plötzlich und scheinbar ohne Vorwarnung im eigenen Persönlichkeitsfeld, d.h. nahe am Körper auftreten können, erzeugen auch eher phobische Reaktionen.

Schnelle unvorhersagbare Bewegungs ä nderungen:

Tiere, die in ihren Bewegungsabläufen durch Schnelligkeit und Plötzlichkeit gekennzeichet sind, erzeugen ebenfalls leichte Ängste. Dabei ist es so, dass die Schnelligkeitswahrnehmung immer in Relation zur Körpergröße des Tieres erfolgt! (Bsp.: Eine Kuh ist viel schneller als eine Ameise, objektiv gesehen, aber vom subjektiven Eindruck her ist dies umgekehrt!)

Ekel:

Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch die mit dem Tier assoziierte Ekelkomponente. Viele sagen ja auch, dass sie keine Angst vor z.B. Ratten haben, aber sie ekelig finden. Schleimigkeit und Schmutz spielen hier eine große Rolle. Ein britischer Psychologe meint beispielsweise, dass die Angst vor Ratten und Spinnen auf die Jahre der Pest in Europa zurückzuführen ist, wo beide Tiere gehäuft mit der Pest in das Blickfeld der Menschen gerieten.

Schaut man sich also die einzelnen Merkmale der Tiere an, wird tatsächlich klarer warum es eben Spinnen, Schlangen oder Ratten sind, die am häufigsten irrationale Ängste auslösen. Sie können unvermittelt und ohne Vorwarnung in der Nähe auftauchen, ihr Körperschema ist weit von dem des Menschen entfernt, sie machen schnelle teilweise unvorhersagbare Bewegungen und erzeugen ein Gefühl des Ekels, weil man sie mit Schmutz in Zusammenhang bringt. Diese Aspekte treffen natürlich auf die einzelnen Tiere in unterschiedlichem Ausmaß zu.

2. Warum haben gerade bestimmte Menschen mehr Angst vor Spinnen?

Da gibt es zum einen, die in der Psychologie geläufige Erklärung, dass dies mit einem Trauma, d.h. mit einem besonders schlimmen Erlebnis mit dem Tier zusammenhinge.

Tatsächlich können aber ca. nur 50 % der Tierphobiker über solch ein Erlebnis, meist aus der Kindheit berichten. Diese wurden dann z.B. von einem Hund wirklich mal gebissen oder wurden von der plötzlichen Anwesenheit eine Schlange im Garten sehr erschreckt. Von nicht geringer Bedeutsamkeit scheint allerdings das Vorbild der Eltern zu sein. Untersuchungen haben tatsächlich eine familiäre Häufung von Tierphobien festgestellt. Wenn also die Mutter Angst oder starken Ekel vor Spinnen hat, dann hat man gute Chancen diese auch zu entwickeln. Und was noch interessanter ist, wenn der Vater Angst hat, stehen die Chancen, dass die Kinder auch Angst kriegen noch höher! Irgendwie auch klar. Als Kind kenne ich die Welt noch nicht so gut und um einschätzen zu können, was gefährlich ist, halte ich mich halt an die Reaktionen der Eltern. In der Psychologie heißt das Modelllernen. So ist die Herkunft der Angst also z.T. durch die Tiere selbst bestimmt, durch die eigene (schlechte) Erfahrung oder durch das Mitanschauen einer solchen bzw. von Vorbildern. Was es allerdings genau ist, kann man eben bestenfalls im Einzelfall klären.

3. Wie wird man die Angst wieder los ?

Dazu muss man zunächst sagen, dass sie leider fast nie von allein weggeht und eher die Tendenz hat sich über die Jahre zu verschlimmern. Und dann kann es für die Personen ziemlich unangenehm sein. Meistens wissen die Betroffenen, das die Angst eigentlich unbegründet und völlig übertrieben ist und sie versuchen sie soweit es geht auch zu verbergen. Solange das gefürchtete Tier gut zu vermeiden ist, suchen die meisten Phobiker auch keinen Therapeuten auf. Entschließt man sich doch zu einer Therapie, so ist es wichtig, dass man die Tiere (vor denen man sich fürchtet) kennenlernt, wie sie "wirklich" sind. Die meisten Menschen, die Angst vor einem Tier haben, haben nämlich ziemlich falsche Annahmen und Meinungen zu demselben. So glauben Schlangenphobiker häufig, Schlangen würden sich glitschig (Ekelkomponente!) anfühlen. Das ist einfach falsch. Schlangen sind bestenfalls kalt und dadurch vielleicht etwas ungewohnt beim Anfassen, können aber auch ganz warm sein. Dann wird die objektive Gefährlichkeit der Tiere immer weit überschätzt und auch deren Verhalten falsch gedeutet. Hier setzt die Therapie an. Der Klient lernt die Tiere kennen, ihr Verhalten verstehen und verliert dadurch Schritt für Schritt seine Ängste.

8. Literatur

- Bellmann; Heiko: Spinnen beobachten, bestimmen. Augsburg: 1992
- Foelix, Rainer: Biologie der Spinnen. Stuttgart: 1979
- Hamm, Alfons: Furcht und Phobien. Göttingen: 1997
- Jones, Dick: Der Kosmos Spinnenführer. Stuttgart: 1985
- Schmidt, Günter: Giftige und gefährliche Spinnentiere. Magdeburg: 1993
- Internet: www.gesundinfo.de

www.spinnen.sindcool.de

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Arten und Eigenschaften der Spinne
Untertitel
Sind Spinnen Insekten?
Autor
Jahr
2000
Seiten
14
Katalognummer
V98334
ISBN (eBook)
9783638967853
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spinnen
Arbeit zitieren
Patricia Meyer (Autor:in), 2000, Arten und Eigenschaften der Spinne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98334

Kommentare

  • Gast am 15.4.2008

    ich liebe euch.

    cooooooooooooolll
    ich musste was füür die hausaufgaben finden also der unterschied und so
    und ich habs gefunden
    also vielen dank!!
    ^^

  • Gast am 29.10.2002

    *lob*.

    beeindruckend! ich hab für ne freundin material für eine jahresarbeit gesucht und nirgendwo sonst eine so ausführliche darstellung gefunden. schön übersichtlich und gut verständlich.

  • Gast am 24.5.2002

    Danke.

    Da ich vorher so gut wie nichts über Spinnen wusste, (hab mich aber immer vor geekelt) und aber ein Referat darüber halten sollte. Du hast mir echt geholfen. ich habe schlieslich ein 1 für mein Referat erhalten. Danke,danke,danke,danke!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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