Die Vereinbarkeit einer dualen Karriere aus der Perspektive semiprofessioneller Fußballspieler. Eine empirische Analyse


Masterarbeit, 2019

158 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Vom Amateur- zum Profifußball
2.1 Begriffsbestimmung
2.1.1 Professionalität & professioneller Fußball
2.1.2 Amateurismus & Amateurfußball
2.1.3 Semiprofessionalität & Semiprofessioneller Fußball
2.2 Der Vertragsstatus eines Fußballspielers
2.3 Struktur des deutschen Fußballliga-Systems
2.4 Definition: Der semiprofessionelle Fußballspieler

3 Die duale Karriere: Eine Kombination aus Hochleistungssport und Berufsqualifikation
3.1 Definition: die duale Karriere
3.1.1 Inklusionsproblematik
3.2 Aktueller Forschungsstand
3.2.1 Sportartenübergreifende Studien bezüglich der Vereinbarkeit einer dualen Karriere
3.2.2 Aktueller Forschungsstand bezüglich der Vereinbarkeit einer dualen Karriere für den semiprofessionellen Fußballspieler
3.3 Status Quo: Die Vereinbarkeit einer dualen Karriere
3.3.1 Initiativen und Konzepte zur Förderung einer dualen Karriere für Hochleistungssportler/innen
3.4 duale Bildungsmöglichkeiten für semi-/professionelle Fußballspieler in Deutschland
3.4.1 Die Basis: Das Nachwuchsleistungszentrum
3.4.2 Studium & berufliche Weiterbildung
3.4.3 Spielergewerkschaft Vereinigung für Vertragsfußballer

4 Zwischenfazit

5 Methodik
5.1 Die Triangulation qualitativer und quantitativer Methoden
5.2 Qualitative Analyse
5.2.1 Wahl der Forschungsmethoden
5.2.2 Das Problemzentrierte Interview
5.2.3 Bestimmung der Interviewpartner
5.2.4 Form und Inhalte der Datenerhebung
5.2.5 Datenaufbereitung
5.2.6 Datenauswertung anhand qualitativer Inhaltsanalyse
5.2.6.1 Bestimmung des Ausgangsmaterials
5.2.6.2 Fragestellung der Analyse
5.2.6.3 Bestimmung der Analysetechnik
5.2.6.4 Definition der Analyseeinheiten
5.2.6.5 Analyseschritte gemäß Ablaufmodell mittels Kategoriensystem
5.2.7 Zusammenstellung der Ergebnisse und Interpretation
5.2.7.1 Hauptkategorie: Schulbildung/ Vereinbarkeit
5.2.7.2 Hauptkategorie: Nachschulische Berufstätigkeit bzw. geplante Maßnahmen
5.2.7.3 Hauptkategorie: Absicherung
5.2.7.4 Hauptkategorie: Bewertung der derzeitigen Lebenssituation
5.2.7.5 Hauptkategorie: Problemfelder der Vereinbarkeit
5.2.7.6 Hauptkategorie: Berufswunsch
5.2.7.7 Hauptkategorie: Bewertung des aktuellen Angebots
5.2.7.8 Hauptkategorie: Wünsche für die Zukunft
5.2.7.9 Hauptkategorie: Relevanz der Thematik
5.2.8 Interpretation der Ergebnisse in Richtung der Fragestellung
5.2.9 Anwendung der inhaltsanalytischen Gütekriterien
5.3 quantitative Analyse
5.3.1 Wahl des Forschungsproblems
5.3.2 Forschungsmethode & Studiendesign
5.3.3 Hypothesenbildung
5.3.4 Grundgesamtheit & Stichprobe
5.3.5 Operationalisierung
5.3.6 Gütekriterien
5.3.7 Datenerhebung
5.3.8 Datenanalyse
5.3.8.1 Vorgehensweise und Modellprämissen der Explorativen Faktorenanalyse
5.3.8.2 Vorgehensweise und Modellprämissen der multiplen Regressionsanalyse
5.3.8.3 Vorgehensweise und Modellprämissen der binären logistischen Regressionsanalyse
5.3.9 Deskriptive Statistik
5.3.10 Induktive Statistik
5.3.10.1 Ergebnisse der explorativen Faktorenanalyse
5.3.10.2 Ergebnisse der multiplen Regressionsanalyse
5.3.10.3 Ergebnisse der binären logistischen Regressionsanalyse
5.3.11 Interpretation der Ergebnisse, Implikationen
5.3.12 Limitationen

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang 1: Leitfaden qualitative Interviews

Anhang 2: Transkribierte Interviews

Anhang 3: Bestimmung der Grundgesamtheit

Anhang 4: Fragebogen

Anhang 5: Vorgehensweise in SPSS

Anhang 6: Mittelwerte und absolute Häufigkeitsverteilung der Likert-skalierten Variablen des Zustimmungsgrades

Anhang 7: Ergebnis der rotierten Komponentenmatrix

Anhang 8: Übersicht: Faktorladungen der Items auf die Dimensionen, Cronbach‘s Alpha-Werte und Benennung der Faktoren

Anhang 9: Ergebnisse der Korrelationsanalyse der gebündelten Variablen

Abstract

Die stetig zunehmende Wirtschaftskraft rund um die Sportart Fußball hat Auswirkungen über die Profiligen Deutschlands hinaus, sodass mittlerweile semiprofessionelle Fußballspieler (SPF) mit dem Verdienst aus der fußballerischen Tätigkeit den Lebensunterhalt bestreiten können. Die finanzielle Verlockung in jungem Alter kann jedoch den Grundstein für ein nachsportliches Dilemma legen, wenn ein zukunftsorientiertes Denken ausbleibt und keine beruflichen Perspektiven anvisiert und geschaffen werden. Das Einkommen kann zwar für den Moment ausreichen, doch langfristig keine finanzielle Unabhängigkeit garantieren, weshalb ein zweites Standbein neben dem Fußball vonnöten ist. Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Fragestellung, inwiefern SPF eine duale Karriere, bestehend aus sportlicher Tätigkeit und der parallelen Herausbildung einer Berufsqualifikation (BQ), vereinbaren. Die empirische Vorgehensweise liegt in einer Methodentriangulation aus einer qualitativen Inhaltsanalyse (QI) nach Philipp Mayring und verschiedenen multivariaten Analyseverfahren. Die QI von drei problemzentrierten Interviews (PZI) mit SPF nach Andreas Witzel ermöglichte die Generierung von Hypothesen. Ein daran orientierter halbstandardisierter Online Fragebogen wurde zufallsgesteuert von 155 SPF vollständig ausgefüllt. Nach einer explorativen Faktorenanalyse konnte der Datensatz daraufhin einer multiplen sowie einer binären logistischen Regressionsanalyse unterzogen werden. Das Ergebnis zeigt auf, dass die Vorbereitung auf eine berufliche Zukunft für die Klientel der SPF als mangelbehaftet bewertet werden muss und die Herausbildung einer dualen Karriere oftmals ausbleibt. Die Hypothesenprüfung ergab, dass die Faktoren Alter, Schulbildungsgrad, Bewertung der Notwendigkeit einer BQ und die persönlichen sportlichen Ziele einen signifikanten Einfluss auf das aktive Interesse an dem derzeitigen dualen Karriereangebot haben. Ebenfalls konnte bestätigt werden, dass ein erhöhtes aktives Interesse die Chance signifikant erhöht, dass ein derzeitiges duales Karriereangebot tatsächlich genutzt wird.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1. Hierarchie des deutschen Fußballliga-Systems mit Zuständigkeit der Verbände. Stand: Dezember 2018; Quelle: Eigene Darstellung nach Informationen des DFB, sowie der Regional- und Landesverbände (Badischer Fußballverband e.V., o.J.; Bayerischer Fußball-Verband e.V., o.J., 2011; Bremer Fußball-Verband e.V., o.J.; Deutscher Fußball-Bund e.V., 2014, 2018c; Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e.V., 2018; Fußball-Regional-Verband "Südwest", o.J.; Fußball-Verband Mittelrhein e.V., o.J.; Fußballverband Niederrhein e.V., o.J.; Hamburger Fußball-Verband e.V., 2018; Hessischer Fussball-Verband e.V., 2018; Moritz, 2012; Niedersächsischer Fußballverband e.V, 2018; Norddeutscher Fußball-Verband e.V., o.J.; Nordostdeutscher Fußballverband e.V., o.J.a, o. J.b, o.J.c; Schneider, K., 2018; Westdeutscher Fußballverband e.V., 2018)

Abb. 2. Schematisches Ablaufmodell der zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse; Quelle: Eigene Darstellung (vgl. Mayring, 2015, S.62).

Abb. 3. Die Grundgesamtheit der semiprofessionellen Fußballspieler in Deutschland (absolute Häufigkeit); Quelle: Eigene Darstellung

Abb. 4. Die Mengenverteilung der an der Befragung teilnehmenden Personen (absolute Häufigkeit); Quelle: Eigene Darstellung

Abb. 5. Absolute Häufigkeitsverteilung des höchsten Schulabschlusses der Stichprobe; Quelle: Eigene Darstellung

Abb. 6. Absolute Häufigkeitsverteilung der derzeitigen Berufstätigkeit; Quelle: Eigene Darstellung

Abb. 7. Übersicht über den Bildungsstand in Verbindung mit der absoluten Verteilung der nachschulischen BQ; Quelle: Eigene Darstellung

Abb. 8. Absolute Häufigkeitsverteilung des Interesses an verschiedenen BQ-Formen; Quelle: Eigene Darstellung

Abb. 9. Absolute Verteilung der Nutzung des Angebots dualer Karrieremöglichkeiten; Quelle: Eigene Darstellung

Tabellenverzeichnis

Tab. 1. Zusammenstellung der aufgestellten Alternativhypothesen; Quelle: Eigene Darstellung

Tab. 2. Prämissen des multiplen Regressionsmodells; Quelle: Eigene Darstellung (vgl. Backhaus et al., 2018, S. 103)

Tab. 3. Prüfschema der Modellprämissen mittels SPSS; Quelle: Eigene Darstellung (vgl. Backhaus et al., 2018, S. 103)

Tab. 4. Nicht standardisierte Regressionskoeffizienten, standardisierte Koeffizienten (Beta) und Signifikanzniveaus der unabhängigen Variablen; Quelle: eigene Darstellung

1 Einleitung

„Ich habe nichts gelernt, keine Ausbildung gemacht, […]. Salopp gesprochen, verblöde ich seit zehn Jahren, halte mich aber über Wasser, weil ich ganz gut kicken kann“ - Profifußballer Nils Petersen sorgte mit seinen Aussagen über die Lebenswelt von Fußballspielern für viel Aufsehen (Wolfsgruber, 2017). Der Status des Fußballprofis gilt, gerade für junge, leidenschaftliche Nachwuchsspieler als der große Lebenstraum: Den Sport zum Beruf machen und dabei allerhand Geld verdienen. In den letzten Jahren haben die Summen für Spielergehälter in den Spitzenligen des deutschen Fußballs neue Dimensionen erreicht, die in keinem Verhältnis zum Gehalt eines durchschnittlich verdienenden Berufstätigen stehen. Die von Petersen angesprochene mangelhafte intellektuelle Entwicklung des Individuums Fußballspieler steht dabei im Schatten des populären Fußballgeschäfts. Talente werden bereits in jungem Kindesalter professionell gefördert und weiterentwickelt. Die professionelle Nachwuchsarbeit im deutschen Fußball ermöglicht den Jungspielern neben der sportlichen Ausbildung den höchstmöglichen Schulabschluss. Mit dem Sprung in den Herrenbereich stehen diese Spieler jedoch bereits vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Fokussieren sie sich ausschließlich auf eine Karriere im Profifußball, oder wählen Sie einen vernunftgeleiteten Weg, indem sie eine BQ beginnen und den Fußball als Nebentätigkeit ausüben? Eine Kombination dieser zwei Möglichkeiten erscheint auf höchster Ebene aufgrund der beiderseitigen Anforderungen in den seltensten Fällen möglich. Das große Ziel vieler Nachwuchsspieler ist und bleibt der Sprung in den Profifußball, die minimale Zielerreichungschance wird hierbei in Kauf genommen. So kommt es, dass viele Fußballspieler Jahr für Jahr ohne BQ immer weiter in die Welt des bezahlten Fußballs eintauchen. Die Professionalisierung des Fußballs hat sich zunehmend ausgebreitet, sodass seit 2008 drei Profiligen existieren. Zusätzlich ist der Trend der Professionalisierung aktueller denn je, denn bereits in der vierten Liga existieren Vereine, die unter professionellen Bedingungen arbeiten. Spieler dieser Leistungsklasse scheinen bereits ausschließlich als Fußballspieler angestellt zu sein. Im Gegensatz zu einem Fußballprofi, wie Nils Petersen es ist, bleibt bei Viertligaspielern anzuzweifeln, dass sie durch das Gehalt aus dem Sport finanziell ausgesorgt haben können. Es stellt sich die Frage, ob diese Spieler tatsächlich nur Fußball spielen und weitere Bildungsmaßnahmen vernachlässigen, oder die fußballerische Tätigkeit mit einer parallel ablaufenden BQ vereinbaren um sich berufliche Perspektive für die nachsportliche Laufbahn aufzubauen. Ist die Möglichkeit einer Vereinbarkeit für SPF gegeben und wie stellt sich die Kombination in der Realität dar? Diesen Fragen werden in der vorliegenden Arbeit auf den Grund gegangen.

Ausgehend von einer definitorischen Abgrenzung relevanter Begriffe werden verschiedene Verbandsstatuten, sowie das Ligasystem betrachtet, um den Weg für die Herausbildung einer Definition des SPF zu ebnen. Der Terminus der dualen Karriere wird definiert und der Status quo dualer Karrieremöglichkeiten aufgezeigt. Nach Abschluss des theoretischen Teils werden qualitative Experteninterviews durchgeführt, die als Grundlage einer quantitativen Erhebung in Form eines Fragebogens dienen soll. Aus den empirisch fundierten Daten werden Hypothesen abgeleitet, geprüft und Forschungsfragen detailliert beantwortet.

2 Vom Amateur- zum Profifußball

Fußballprofi – ein Ausdruck, der als Traum eines jeden fußballbegeisterten Kindes gilt und als einer der lukrativsten Berufe in der Gesellschaft angesehen wird. Auf der anderen Seite spiegelt der Profifußball ein gnadenloses Geschäft wider, in dem Fußballspieler als Wirtschaftsgüter gehandelt werden und bei Nichtabruf der erwarteten Leistungen rapide fallen gelassen werden (vgl. Ortner, 1987, S. 82-83). Spricht man von Fußballprofis, denkt man zunächst eher an die populären Spieler einer Mannschaft der Spitzenklasse. Doch an welchem Punkt endet der professionelle Bereich und ab wann befindet sich ein Fußballverein im semiprofessionellen oder gar im Amateurbereich? Wann spricht man explizit von SPF? Generell unterscheidet man im Sport zwischen Freizeit-, Leistungs-, und Berufssport. Eine vereinfachte Zuteilung von Amateurfußball zu Freizeitsport, von semiprofessionellem Fußball zu Leistungssport und von Profifußball zu Berufssport erscheint unzureichend, da beispielsweise ein Amateurfußballer die Sportart sowohl freizeitmäßig, als auch leistungsbezogen im Verein ausführen kann. Auch aufgrund der hohen wirtschaftlichen Bedeutung des Sports in der Gesellschaft besteht in kommerzieller Hinsicht ein fließender Übergang dieser drei Bereiche (vgl. Ortner, 1987, S. 8). Zu Beginn der Arbeit sollen die Segmente des aktiven Fußballsports klassifiziert werden, um eine hinreichende Abgrenzung zu erarbeiten und eine Definition des SPF herzuleiten. Hierzu werden die bisherige Literatur und verschiedene Verbandstatuten gegenübergestellt, um das Hierarchiesystem der deutschen Fußballligen zu erfassen.

2.1 Begriffsbestimmung

Um dem Ausdruck des SPF eine Definition zu verleihen, werden im folgenden Kapitel begriffsverwandte Termini einbezogen. Bei der Klassifizierung des Fußballniveaus kann zwischen professionellem und Amateurfußball unterschieden werden. Zusätzlich hat sich eine Zwischenkategorie herausgebildet, die von beiden Bereichen Merkmale enthält: der semiprofessionelle Fußball.

2.1.1 Professionalität & professioneller Fußball

Aufgrund einer variablen Einsetzbarkeit herrscht für den Begriff Professionalität keine allgemeingültige Definition: „[...] it is unlikely that the term professional(ism) will be used in one concrete way" (Fox, 1992, S. 2). Für eine Begriffserklärung werden in der Literatur wortverwandte Begriffe herangezogen. In der deutschen Sprache findet der Grundbegriff Profession seinen Ursprung im 16. Jahrhundert und wurde abgeleitet von dem Lateinischen „professio“, was übersetzt Beruf bedeutet (vgl. Pöttinger, 1989, S. 20). Im Lexikon zur Soziologie wird die Profession als „ein für die Gesellschaft relevanter Dienstleistungsberuf mit hohem Prestige und Einkommen […]“ definiert und Professionalisierung als „Spezialisierung und Verwissenschaftlichung von Berufspositionen aufgrund gestiegener Anforderungen […]“ bezeichnet (Fuchs-Heinritz, Klima, Lautmann, Rammstedt & Wienhold, 1994, S. 596). Eine weitere Interpretation des Begriffs bezieht die subjektive Bewertung der Qualität mit ein, indem professionelles Handeln als „[…] gekonnter Umgang mit speziellen Problemen […]“ determiniert wird (vgl. Pfadenhauer, 2005, S. 12). Demnach kann zwischen objektiven und subjektiven Definitionskriterien differenziert werden. Als objektives Kriterium gilt der Status einer Tätigkeit, beispielsweise ein Beruf mit einem hohen Einkommen. Die Art und Weise der Ausführung einer Tätigkeit, ein gekonnter Umgang, ist hingegen ein subjektives Kriterium.

Die Professionalisierung des Sports wird als Entwicklung verstanden, in der aus dem reinen Sporttreiben aufgrund ausweitender Erwerbschancen eine konkrete Verberuflichung entstanden ist (vgl. Pöttinger, 2002, S. 145). Diese Entwicklung wird auch als „Primärprofessionalisierung“ bezeichnet. Die parallel ablaufende Herausbildung neuer Berufsfelder im Umfeld des Profisportlers bzw. der -Sportlerin, beispielsweise die eines Managers/ einer Managerin gilt als „Sekundär- bzw. Umfeldprofessionalisierung“ (vgl. Pöttinger, 1989, S. 26-27).

Der Profisport wird als Geschäftsbetrieb organisiert, was eine fundamentale Abgrenzung zum Amateurfußball darstellt (vgl. Väth, 1994, S. 65). Der Begriff impliziert in erster Linie die Berufssportler/innen, welche eine Sportart hauptberuflich ausüben und deren Ausführung allein dazu dient, den Lebensunterhalt zu finanzieren (vgl. Monheim, 2006, S. 54). Dieses Verständnis ist analog zur Interpretation des Begriffs Professionalismus, der als „organisierte, aktive Betätigung […] vorwiegend zum Zwecke der Existenzsicherung“ verstanden wird (Pöttinger, 1989, S. 24). Eine vereinfachte Gleichsetzung des Profisports mit dem Berufssport erscheint als unzureichend. Beispielsweise gibt es Profisportler/innen der Leichtathletik, die ihr Haupteinkommen nicht durch die Ausführung einer Sportart generieren, sondern bei der deutschen Bundeswehr als Sportsoldat angestellt sind. Ihre hauptberufliche Tätigkeit ist die des Sportsoldaten. Demnach fallen diese Sportler/innen in die Kategorie des Profisports, sind jedoch keine Berufssportler/innen (vgl. Wendeberg, 2011, S. 8-9). Umgekehrt gibt es ebenfalls Akteure/Akteurinnen, die ihre Tätigkeit im Sport als Beruf ausüben, ohne dass sie einer professionellen Leistungsebene zuzuordnen sind (vgl. Fischer, H., 1986, S. 55). Der Grad der Professionalität kann zwischen offenem und verdecktem Professionalismus differenziert werden. Der offene Professionalismus impliziert anerkannte Berufssportarten, während der verdeckte Professionalismus sportliche Tätigkeiten einbezieht, die nicht als Hauptberuf anerkannt werden. Die Sportler/innen, die dem verdeckten Professionalismus zuzuordnen sind, gelten als professionalisierte Amateure, die neben dem Sport eine weitere Tätigkeit ausüben (vgl. Heinemann, 1984, S. 200-201).

Der Begriff Professionalität besitzt keine einheitliche Definition, sondern setzt sich vielmehr aus den Termini Profession, Professionalismus, Professionalisierung und professionelles Handeln zusammen. Zusammenfassend kann der Begriff Profifußball als Bereich bezeichnet werden, in dem aktive Spieler (primärprofessionell) oder Funktionäre (sekundärprofessionell) ihre Tätigkeit ertragsorientiert als Vollzeitberuf ausüben und mit dem generierten Entgelt ihren Lebensunterhalt bestreiten. Für die vorliegende Arbeit sind primär die Rahmenbedingungen der Spielertätigkeit relevant. Professionelle Bedingungen in einem Fußballverein seien demnach gegeben, wenn die Spieler vollberuflich für den Verein tätig sind. Eine tiefergehende hierarchische Abgrenzung des Begriffs Profifußball erfolgt im Kapitel 2.3.

2.1.2 Amateurismus & Amateurfußball

Amateurismus, abgestammt vom Lateinischen „amare“, bedeutet übersetzt „lieben“ (vgl. Kellermann, 2007, S. 13). Nach Bestimmungen der Sportfachverbände ist ein Amateur jemand, „[…] der den Sport aus Liebhaberei (Neigung) ohne materielles Gewinnstreben betreibt“ (Röthig, 2002, S. 146). Ein Amateur übt eine bestimmte Tätigkeit demnach als Hobby aus und strebt mit der Ausführung der Tätigkeit keine monetären Ziele an. Die Tätigkeit kann in Form einer Vereinsmitgliedschaft im Sinne des durch einen Verband organisierten Wettbewerbs ausgeführt oder auch ohne terminierte Wettkämpfe durchgeführt werden, in dem man lediglich der Geselligkeit und Freude am Sport nachgeht, ohne einem Verein anzugehören (vgl. Väth, 1994, S. 54-56). Im „echten Amateursport“ gilt die Ausübung des Sports als Freizeitaktivität. Die Spieler verfolgen in der Regel keine monetären Ziele und erhalten für die Ausübung keine finanzielle Gegenleistung (vgl. Monheim, 2006, S. 68). Entgegen dem Verständnis des echten Amateursports ist die Monetarisierung des Fußballs, im Gegensatz zum Großteil anderer Sportarten, bereits im Amateurbereich angelangt. In erster Linie mithilfe externer Sponsoren werden in niederen Amateurligen finanzielle Mittel bereitgestellt, um aktive Spieler zu entlohnen (vgl. Kellermann, 2007, S. 71). Demnach können im Fußball bereits im Amateurbereich finanzielle Zwecke in geringer Form verfolgt werden. Inwiefern eine Vergütung von Amateurfußballern möglich ist, wird durch Betrachtung der vertraglichen Bestimmungen und Abgrenzungen des Spielerstatus in Kapitel 2.2. spezifiziert.

2.1.3 Semiprofessionalität & Semiprofessioneller Fußball

Semiprofessionalität kann auch als Halbprofessionalität bezeichnet werden, da sich der Wortstamm „semi“ aus dem Lateinischen mit „halb“ übersetzen lässt (vgl. Dr. Klosa, Dr. Scholze-Stubenrecht & Dr. Wermke, 1997, S. 668). Semiprofessionalismus kann als ein Terminus betrachtet werden, der sowohl professionelle als auch nichtprofessionelle Elemente beinhaltet (vgl. Bohler, 2004, S. 57). Übertragen auf die Sportart Fußball kann von einem Übergang vom Amateur- in den Profifußball gesprochen werden, der Elemente beider Bereiche beinhaltet. Fußballspieler des semiprofessionellen Bereichs können als professionalisierte Amateure bezeichnet werden. Dies würde im Wortlaut der zuvor erläuterten Definition des verdeckten Professionalismus entsprechen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Tätigkeit eines Fußballspielers im semiprofessionellen Bereich als Hauptberuf anerkannt wird. Der semiprofessionelle Fußball wird auch als „Vorform des Profifußballs“ bezeichnet (vgl. Kellermann, 2007, S. 41). Vereinfacht gesagt beginnt der semiprofessionelle Fußball dort, wo der professionelle Fußball endet. Dementsprechend kann der Profifußball vom Semiprofessionellen abgegrenzt werden, indem die Hierarchie der deutschen Fußballligen betrachtet wird (s. Kapitel 2.3). Die Abgrenzung zwischen semiprofessionellem und Amateurfußball findet in der Literatur verschiedene Auffassungen. Im semiprofessionellen Bereich finden sich Akteure des Sports mit hoher Expertise wieder, beispielsweise die eines lizensierten Fußballtrainers (vgl. Kellermann, 2007, S. 42). Diese Expertise ist jedoch heutzutage bereits in niederen Amateurligen vorzufinden. In der Vergangenheit wurde die Grenze meist zwischen der Oberliga (5. Spielklasse) und der Verbandsliga (6. Spielklasse) gesetzt (vgl. Väth, 1994, S. 65). Die Ligastruktur im deutschen Fußball wurde in den vergangenen Jahren vielmals reformiert. Aufgrund der zunehmenden Professionalisierung des Leistungssports, der bis in Amateurligen des Fußballs verwurzelt ist, herrscht zwischen Amateurfußball und semiprofessionellem Fußball ein fließender Übergang.

2.2 Der Vertragsstatus eines Fußballspielers

Im Folgenden sollen die Statuten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sowie der Deutschen Fußball-Liga (DFL) betrachtet werden, um die verschiedenen Möglichkeiten des Vertragsstatus eines Fußballspielers zu beleuchten und zu differenzieren.

Der DFB ist als einer von 65 Spitzenverbänden dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Dachorganisation untergeordnet, wohingegen die DFL als Rechtsform des eingetragenen Vereins ordentliches Mitglied des DFB ist (Deutscher Fußball-Bund e.V., 2014; Deutscher Olympischer Sportbund e.V., o.J.f). Der DFB, sowie die DFL unterscheiden den Status des Fußballspielers in zwei Stufen. Der Spielbetrieb wird demnach von Amateuren und Nichtamateuren ausgeführt. Die Nichtamateure gelten als Berufsspieler. Hierzu gehören sowohl Vertrags- als auch Lizenzspieler (Deutscher Fußball-Bund e.V., o.J.b, S. 11).

Nach § 8 Nr. 1 der DFB Spielordnung dürfen Amateurspieler keine Entgelte für ihre Aktivität als Spieler erhalten. Finanzielle Beträge, die von Vereinsseite gezahlt werden, gelten als pauschalisierter Aufwendungsersatz und dürfen, ebenso wie nachweispflichtige Auslagen der Spieler, einen Betrag von monatlich 249,99 Euro nicht überschreiten. Amateurspieler schließen mit dem Verein einen Mitgliedschaftsvertrag, jedoch keinen separaten Spielervertrag. Im Gegensatz zum Amateurspieler schließt der Vertragsspieler nach § 8 Nr. 2 mit seinem Verein einen Vertrag, der über das Mitgliedschaftsverhältnis hinaus festgeschrieben wird. In diesem Vertrag werden unter anderem die Vergütung festgelegt, die der Spieler für seine Tätigkeit erhält. Der Mindestbetrag dieser Vergütung liegt bei 250 Euro. Des Weiteren verpflichtet er sich, steuerrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Abgaben abführen zu lassen und nachweisbar zu machen (Deutscher Fußball-Bund e.V., o.J.b, S. 11–12).

Bei einer Vergütung bis zu 450 Euro fällt die Anmeldung des Beschäftigungsverhältnisses über die Minijob-Zentrale. Wird in dem Vertrag ein monatliches Gehalt über 450 Euro festgeschrieben, ist eine Anmeldung bei der Krankenkasse erforderlich. Der Verein ist unabhängig von der Höhe des Entgeltes verpflichtet, den Vertragsspieler bei der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) anzumelden (Deutscher Fußball-Bund e.V., o.J.c). In der Alltagssprache werden Verträge oft in Amateur- und Profivertrag unterschieden. Eine strikte Abgrenzung der beiden Begriffe ist nach Spielordnung des DFB nicht ersichtlich. Vereine, deren Strukturen auf professioneller Basis ausgerichtet sind, dessen Mannschaft jedoch nicht in einer Profiliga antritt, definieren die mit den eigenen Spielern abgeschlossenen Verträge in der heutigen Zeit oft als Profivertrag. Ein aktuelles Beispiel stellt der Verein 1. FC Lokomotive Leipzig dar (1. FC Lokomotive Leipzig e.V., 2018b). Eine Summengrenze zwischen Amateur- und Profivertragsspielern ist in den Statuten des DFB nicht geregelt. Der DFB bietet den Vereinen einen Mustervertrag für Vertragsspieler an. Dieser ist jedoch unverbindlich, sodass die Verträge individuell gestaltet werden können und daher nach Ermessen des Vereins als Profi- oder Amateurvertrag betitelt werden dürfen (Deutscher Fußball-Bund e.V., 2017b).

Der Lizenzspieler unterscheidet sich nach § 8 Nr.3 vom Vertragsspieler in der Form, dass der schriftliche Spielervertrag lediglich mit einem Lizenzverein oder einer Kapitalgesellschaft geschlossen werden kann. Der Bereich der Lizenzvereine umfasst die 36 Mannschaften, die in der jeweiligen Saison der 1. oder 2. Fußball Bundesliga angehören und wird von der DFL geführt. Demnach können Verträge mit Lizenzspielern von Vereinen abgeschlossen werden, die einer der zwei höchsten Ligen zugehörig sind (Deutscher Fußball-Bund e.V., o.J.b, S. 12). Unterschieden werden muss zwischen dem Spielervertrag, der zwischen Spieler und Lizenzverein geschlossen wird und dem Lizenzvertrag, der zwischen dem Spieler und der DFL geschlossen wird und dem Spieler den Status „Lizenzspieler“ erteilt, wodurch er berechtigt ist, in den zwei höchsten Ligen Deutschlands Fußball zu spielen. In einem Lizenzvertrag werden die Rechte und Pflichten des Spielers festgelegt (vgl. DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, 2018a, S. 4). Nach § 53 Nr. 2 der DFB Spielordnung dürfen in einer Lizenzmannschaft bis zu drei Amateure und Vertragsspieler eingesetzt werden (Deutscher Fußball-Bund e.V., o.J.b, S. 69). Spieler ab der 3. Liga gelten grundsätzlich als Vertragsspieler. Ebenfalls ist zu beachten, dass viele Vereine neben der Lizenzspielerabteilung eine weitere zweite Mannschaft aufstellen. 15 Vereine der derzeitigen 1. Bundesliga1 haben eine zweite Mannschaft im Spielbetrieb angemeldet, davon befinden sich 14 Mannschaften in der vierten Liga, eine Weitere in der Oberliga. Die zweiten Mannschaften erhalten in der Regel den Namenszusatz U23 oder U21 und dienen dazu, eigene Talente aus der Jugend an den Profibereich heranzuführen und an sich zu binden. Außerdem können Spieler der Profimannschaft unter bestimmten Bedingungen in der zweiten Mannschaft eingesetzt werden. So können sowohl Lizenzspieler in der zweiten Mannschaft mitspielen und gleichzeitig Spieler der zweiten Mannschaft in der Profiabteilung eingesetzt werden. Derzeit ist keine zweite Mannschaft in der 3. Liga vertreten. Ein Aufstieg bis in die 3. Liga ist möglich, sofern die erste Mannschaft in der 1. oder 2. Bundesliga vertreten ist. Steigt eine erste Mannschaft in die 3. Liga ab, darf die zweite Mannschaft höchstens in der 5. Liga antreten (Deutscher Fußball-Bund e.V., 2018b).

Mit einigen Nachwuchsspielern der Profivereine wird ein Lizenzvertrag abgeschlossen. Voraussetzung ist, dass der Spieler bis zum 31. Dezember der laufenden Spielzeit das 18. Lebensjahr vollendet hat. Nach § 5b der DFL-Spielordnung werden diese Jungspieler als lokal ausgebildete Spieler bezeichnet. Um die Nachwuchsarbeit der Vereine zu fördern, besteht die Auflage, in dem aktuellen Profikader der Lizenzspielerabteilung eine Mindestanzahl von acht lokal ausgebildeten Spielern mit einem Lizenzvertrag auszustatten. Spieler, die eine Ausbildung des lokalen Fußballverbands genossen haben, gelten ebenfalls als lokale Spieler. Mindestens vier der lokal ausgebildeten Spieler müssen jedoch direkt vom Verein ausgebildet sein. Der Abschluss eines Lizenzvertrages bedeutet für einen lokal ausgebildeten Spieler nicht zeitgleich, dass er ausschließlich in der Profimannschaft spielt. Er kann weiterhin in der zweiten Mannschaft eingesetzt werden. Zweite Mannschaften von Fußballclubs bringen Ausnahmen mit sich, wonach Spieler der Viertklassigkeit ebenfalls einen Lizenzspielerstatus besitzen können (DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, 2018a, S. 12).

Die Vergütung der Lizenzspieler wird bekanntermaßen individuell festgelegt und vereinbart. Es liegt jedoch nach § 10 der DFL-Lizenzordnung eine Mindesthöhe der Vergütung vor, die sich an der von der Bundesregierung festgelegten Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung orientiert. Demnach müssen die Lizenzspieler der 1. Bundesliga seit dem 01. Januar 2018 vertraglich mindestens 3250 Euro (West) bzw. 2900 Euro (Ost) als Bruttoeinkommen erhalten. In der 2. Bundesliga liegt der Betrag bei 1950 Euro (West) bzw. 1740 Euro (Ost) (DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, 2018a, S. 17-18; Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 2017). Bei diesen Zahlen handelt es sich um Untergrenzen, sodass aufgezeigt wird, welches Gehalt einem Lizenzspieler minimal zusteht. Dass es im deutschen Profifußball keine Obergrenze gibt, ist bekannt. So soll, der Analyse von Sporting Intelligence nach, das durchschnittliche Gehalt eines Spielers der 1. Bundesliga in der Saison 2018/2019 jährlich bei 1,59 Millionen Euro liegen (vgl. Sporting Intelligence, 2018, S. 72).

2.3 Struktur des deutschen Fußballliga-Systems

Um den Profi- und semiprofessionellen Fußball hierarchisch voneinander abzugrenzen bietet sich die Betrachtung der Ligastruktur in Deutschland an. Das System samt zuständiger Verbände der fünf höchsten Fußballklassen wird in Abb. 1 dargestellt. Auf die jüngsten relevanten Entwicklungen und Reformen im deutschen Fußball wird im Folgenden kurz eingegangen um darauf aufbauend die aktuelle Situation im Viertligafußball samt der Aufstiegsproblematik und den daraus resultierenden Folgen aufzuzeigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1. Hierarchie des deutschen Fußballliga-Systems mit Zuständigkeit der Verbände. Stand: Dezember 2018; Quelle: Eigene Darstellung nach Informationen des DFB, sowie der Regional- und Landesverbände (Badischer Fußballverband e.V., o.J.; Bayerischer Fußball-Verband e.V., o.J., 2011; Bremer Fußball-Verband e.V., o.J.; Deutscher Fußball-Bund e.V., 2014, 2018c; Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e.V., 2018; Fußball-Regional-Verband "Südwest", o.J.; Fußball-Verband Mittelrhein e.V., o.J.; Fußballverband Niederrhein e.V., o.J.; Hamburger Fußball-Verband e.V., 2018; Hessischer Fussball-Verband e.V., 2018; Moritz, 2012; Niedersächsischer Fußballverband e.V, 2018; Norddeutscher Fußball-Verband e.V., o.J.; Nordostdeutscher Fußballverband e.V., o.J.a, o. J.b, o.J.c; Schneider, K., 2018; Westdeutscher Fußballverband e.V., 2018)

Im Vereinssport wird Fußball im Sinne des Wettbewerbs in einem System von verschiedenen Ligen ausgeführt, die hierarchisch aufgebaut sind. Des Weiteren wird zwischen Junioren-/ Juniorinnen-, Männer-, und Frauenfußball unterschieden. Das Forschungsinteresse der vorliegenden Arbeit bezieht sich ausschließlich auf den Männerfußball. Im Jahr 2000 kam es zu einer Strukturreform des DFB, in dem die zwei höchsten Ligen Deutschlands, in der jeweils 18 Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen, ihre Selbstständigkeit erhielten. In diesem Zuge wurde ein neuer Ligaverband gegründet, der den Namen „Die Liga – Fußballverband e.V.“ trägt. Dieser wurde im Jahre 2016 in die „Deutsche Fußball Liga e.V.“ (DFL) umbenannt. Dies bedeutete, dass die 36 Vereine des Profifußballs nunmehr als Mitglieder des neuen Ligaverbandes galten und nicht mehr einzig dem DFB angehörten. Die Aufgabe des Ligaverbandes liegt seit der Saison 2001/2002 hauptsächlich in der Organisation und Durchführung des Spielbetriebs der ersten beiden Bundesligen. Das operative Geschäft wurde auf die neugegründete „Deutsche Fußball Liga GmbH“ übertragen (Deutscher Fußball-Bund e.V., 2014; DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, o.J.). Sechs Jahre nach dem Entschluss der Ausgliederung des Lizenzfußballs in einen neuen Ligaverband wurden die Ideen der Spielklassenstruktur-Kommission einer weiteren dritten Profiliga vom DFB übernommen. So beschloss man im Jahr 2006 auf dem Bundestag des DFB die Einführung einer eingleisigen 3. Liga. Zuvor galt der Bereich hinter den ersten beiden Ligen nicht als Profiliga und wurde in zwei Staffeln gegliedert. Seit der Saison 2008/2009 wird der Fußballsport in der 3. Liga als höchster Liga des DFB ausgeführt (Deutscher Fußball-Bund e.V., 2018c).

Hinter den drei Profiligen liegt die vierte Spielklasse als höchste Liga des offiziellen Nichtprofifußballs. Sie wird als Regionalliga bezeichnet, von den zuständigen Regional- und Landesverbänden geleitet und ist seit der Saison 2012/2013 in fünf Staffeln gegliedert: Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern. Dem DFB untergeordnet sind fünf Regionalverbände, die sich aus 21 Landesverbänden zusammensetzen. Während die Regionalligen Nord, Nordost und West vom Norddeutschen, Nordostdeutschen und Westdeutschen Regionalverband organisiert werden, ist für die Regionalliga Bayern der Bayerische Fußballverband als Landesverband verantwortlich. Die Verantwortung der Regionalliga Südwest liegt in Händen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die sich aus Vertretern von sieben Landes- sowie zwei Regionalverbänden zusammensetzt (Moritz, 2012).

Bis zur Saison 2017/2018 stiegen aus der 3. Liga drei Mannschaften ab, wodurch lediglich drei Mannschaften aus fünf Staffeln der Viertligaebene aufsteigen konnten. Bis dato bedeutete eine Meisterschaft somit nicht automatisch ein Aufstieg in die 3. Liga. Die jeweiligen Erstplatzierten aller fünf Regionalligen sowie der Zweitplatzierte der Regionalliga Südwest mussten nach Auslosung in drei Relegations-Finals, bestehend aus Hin- und Rückspiel, um einen Aufstiegsplatz antreten. Ab der Saison 2018/2019 tritt im Regionalligabereich auf Drängen vieler Vereine und Verbände eine Strukturreform in Kraft, die als eine Übergangslösung für die Spielzeiten 2018/2019 und 2019/2020 gilt. Demnach wird die Zahl der Aufsteiger auf vier Mannschaften erhöht. In der laufenden Spielzeit steigen die Staffelsieger der Regionalliga Südwest, Nordost und Nord direkt auf. Die Meister der Staffeln Bayern und West treten in der Relegation um den vierten Aufstiegsplatz gegeneinander an. In der Spielzeit 2019/2020 steigt neben dem Meister der Südwest-Staffel der Meister der Regionalliga Bayern und West auf, während die Erstplatzierten der Regionalliga Nordost und Nord in der Relegation antreten müssen. Ab der Saison 2020/2021 soll sich die Viertklassigkeit in vier Regionalligen gliedern (Deutscher Fußball-Bund e.V., 2017a). Zum Ende des Jahres 2018 ist jedoch keine finale Entscheidung zu dieser Regelung getroffen worden (Deutscher Fußball-Bund e.V., 2018a).

Aufgrund des erschwerten Aufstiegs in den Profifußball sehen sich Vereine, die der offiziell nichtprofessionellen Viertklassigkeit angehören, dazu veranlasst professionelle Bedingungen zu schaffen um im Hinblick auf den sportlichen Aufstieg wettbewerbsfähig zu sein. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel sind im Viertliga-Bereich stark begrenzt. Je niedriger die Ligazugehörigkeit, desto geringer ist die Finanzkraft der Vereine. Bereits in der dritten Liga kämpfen viele Mannschaften jährlich um das finanzielle Überleben, was zahlreiche Insolvenzverfahren verschiedener Vereine in der Vergangenheit verdeutlichen (Michel, 2013). Mithilfe externer Geldgeber kämpfen einige Vereine nichtprofessioneller Ligen jedoch jährlich aufs Neue um den sportlichen Aufstieg in den Profifußball. In der jüngsten Vergangenheit ist der Trend zu erkennen, dass immer mehr Vereine der vierten Liga auf professionelle Bedingungen umstellen. Ein aktuelles Beispiel stellt die Neuausrichtung des Viertligavereins 1. FC Lokomotive Leipzig dar, der seiner Zielsetzung („Bis 2020 in die 3. Liga“) mittels einer Etaterhöhung auf rund zwei Mio. Euro für die laufende Saison 2018/2019 einen Schritt näherkommen möchte (1. FC Lokomotive Leipzig e.V., 2018a). Auch in der Regionalliga Bayern hat beispielsweise der 1. FC Schweinfurt zur Saison 2017/2018 auf Profibedingungen umgestellt und den Etat auf 1,6 Mio. Euro erhöht (Passauer Neue Presse GmbH, 2017). In der Regionalliga Südwest hingegen scheint die Situation erreicht, dass der Großteil der Staffel aus „Profi-Mannschaften“ besteht, denn nur drei Vereine beschäftigen ihre Spieler nicht als Vollzeitangestellte (Rhein-Neckar-Zeitung GmbH, 2018). Hinzu kommen die zahlreichen Profi-Nachwuchsmannschaften, in denen die jungen Talente für den Profifußball weiter ausgebildet werden sollen und dementsprechend unter vollprofessionellen Bedingungen arbeiten. Andere Regionalligisten verfügen über Amateurbedingungen, sodass diese Spieler den Fußball als Nebentätigkeit neben einem Beruf ausführen. Oftmals ist ein Ungleichgewicht hinsichtlich der finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen erkennbar - das Ergebnis ist eine „zerrissene Fußball-Liga“ mit einem Mix aus Profi- und Amateurmannschaften (Pistorius, 2015).

Ein in der Ligaebene bis dato völlig neuartiges Konzept stellte der Regionalligist SV Wacker Burghausen zur Saison 2017/2018 vor. Der Verein, dessen erste Mannschaft bis zur Saison 2017/2018 unter Profibedingungen arbeitete, erkannte, dass dem unzureichenden sportlichen Erfolg hohe finanzielle Mittel gegenüberstanden, die nicht kompensiert werden konnten. Ein Aufstieg in die dritte Liga schien unerreichbar. Aufgrund der Situation gab der Verein bekannt, den Etat der Mannschaft zur neuen Saison um rund 50% zu reduzieren und stellte im gleichen Zuge einen semiprofessionellen Zukunftsplan vor. Dieser beinhaltete, dass den Spielern berufliche Perspektiven geboten werden, die mit dem Fußballspielen vereinbart werden sollen. Hierbei sollen die Spieler die Möglichkeit bekommen, mithilfe des Vereins eine Ausbildung, ein Studium, oder eine berufliche Weiterbildung zu absolvieren (Hettich, 2017). Das Konzept des SV Wacker Burghausen stellt eine Alternative dar, Spielern statt hohen Gehältern eine berufliche Perspektive zu bieten. Betrachtet man die derzeitige Tabellenplatzierung2 scheint das neuartige Modell des Vereins tatsächlich Früchte zu tragen.

Neben der finanziellen Professionalisierung hat sich auch das sportliche Level im Viertligafußball gewandelt. Zurückzuführen ist diese Entwicklung unter anderem auf die Nachwuchsförderung seit der Jahrtausendwende. Im Zuge der verpflichtenden Vorgaben der DFL mussten Profivereine in den Ausbau der Nachwuchsleistungszentren investieren (vgl. Herz, 2015, S. 44). Die Qualitätserhöhung im Jugendfußball sowie der zweiten Mannschaften, lässt die Talentdichte immer schärfer werden, was zur Folge hat, dass nur ein Bruchteil den Sprung in den Profifußball schafft. Jährlich bleiben ein Großteil der gut ausgebildeten Fußballer ohne Vertragsangebot eines Profivereins auf der Strecke. Die Aussortierung aus Profivereinen führt häufig zum Karriereweg über den Viertligafußball, dessen sportliches Level und Spielniveau von der individuellen Klasse der Talente profitieren kann.

Die vierte Liga erscheint als Übergangsliga vom Profi- zum Amateurfußball und kann in zweierlei Hinsicht als semiprofessionelle Liga verstanden werden. Auf der einen Seite sind in der Viertligaebene sowohl professionell aufgestellte, als auch reine Amateurvereine vorzufinden. Auf der anderen Seite können professionell aufgestellte Vereine als semiprofessionell angesehen werden, da sie einer offiziell nichtprofessionellen Liga angehören. Dieser Mix aus professionellen und nichtprofessionellen Merkmalen rechtfertigt den Begriff des Halbprofessionellen.

2.4 Definition: Der semiprofessionelle Fußballspieler

In der vorliegenden Arbeit sollen ausschließlich SPF untersucht werden. Eine einheitliche Definition für den SPF ist in der Literatur nicht vorhanden. Der Terminus wird in der Alltagssprache in verschiedener Hinsicht verwendet und interpretiert. Aus der Zusammenstellung relevanter Informationen aus einer vorangegangenen literaturbasierten Begriffsabgrenzung, der Betrachtung der Spielordnungsbestimmungen des DFB und der DFL, sowie der Analyse der Ligahierarchie im deutschen Fußball ist es jedoch möglich, dem Ausdruck eine Definition zu verleihen.

Der SPF wird in der vorliegenden Arbeit als professionalisierter Amateur definiert, der in einem Viertligaverein, der unter professionellen Bedingungen arbeitet, aktiv ist und die Tätigkeit hauptberuflich ausübt. Er finanziert seinen Lebensunterhalt aus der Tätigkeit als Berufs-, jedoch nicht als Lizenzspieler3. Er gilt als semiprofessionell agierend, da er in einer nichtprofessionellen Liga aktiv ist, jedoch unter professionellen Bedingungen arbeitet. Der schriftliche Vertrag kann, je nach Ausrichtung und Ermessen seines Vereins, als nichtlizensierter Amateur- oder Profivertrag bezeichnet werden.

3 Die duale Karriere: Eine Kombination aus Hochleistungssport und Berufsqualifikation

Die Ausführung einer Sportart in professionellem Maße setzt Eigenschaften voraus, die weit über bloße Hingabe und Passion zum Sport hinausgehen. Neben dem Druck sportliche Erfolge feiern zu müssen führen Spitzensportler/innen ein Leben aus höchster Disziplin, jahrelang bis an das Maximum der körperlichen Leistungsfähigkeit zu trainieren um im Wettkampf auf den Punkt Höchstleistungen abzurufen. Der damit verbundene Zeitaufwand steht in einigen Sportarten oftmals unzureichenden finanziellen Erträgen gegenüber. Ein Teil der Profisportler/innen übt seine/ ihre Sportart als Vollberuf aus und generiert darüber hauptsächlich sein Einkommen. Aufgrund der oftmals kurzlebigen Dauer von Sportkarrieren wird Sportlern/Sportlerinnen geraten, sich ein zweites Standbein aufzubauen um bildungstechnisch für die Zeit nach der aktiven Karriere vorzusorgen. Gleichzeitig kann die sportliche Laufbahn als Spitzensportler/in auch als Chance für eine berufliche Perspektive angesehen werden (Conzelmann, Gabler & Nagel, 2001; Digel, 2001; Lehnertz, 1979). Ein nahtloser Übergang von der Sportkarriere in einen bürgerlichen Beruf gelingt jedoch oft nur den absoluten Spitzensportlern/-Sportlerinnen (vgl. Wagner, 1987, S. 177).

Vielen Sportlern/Sportlerinnen ist die Thematik der nachsportlichen Karriere bewusst:

„Heute holt man Olympisches Gold und wird weltweit gefeiert […], aber übermorgen ist alles vorbei. Für erfolgreiche Sportler/innen stellt sich aber schon während der aktiven Laufbahn die Frage, wie nach dem Karriereende eine langfristige Lebensgrundlage gesichert werden kann. Oftmals lässt sich ja bereits parallel zum Sport eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren“ (Schmidt & Saller, 2013, S. 2).

Vergleicht man diese nüchterne Einschätzung des Beachvolleyball-Olympiasiegers Jonas Reckermann mit dem Bewusstsein von Fußballspielern bezüglich der Notwendigkeit einer Vorbereitung auf eine Karriere nach der aktiven Sportlaufbahn, sind klare Unterschiede erkennbar. Aus einer Bildungstendenzstudie der Spielergewerkschaft Vereinigung der Vertragsfußballer (VDV) des laufenden Jahres, in der Profifußballspieler der höchsten drei Ligen Deutschlands befragt wurden, geht hervor, dass diese Spieler in der heutigen Zeit zwar eine vergleichsweise gute Schulbildung vorweisen, jedoch fast 50% aller Fußballprofis keine BQ besitzen oder derzeit erlernen. Aus der Studie wurde ebenfalls deutlich, dass aufgrund mangelnder Absicherung und Vorsorge die wenigsten Profifußballspieler finanziell ausgesorgt haben (VDV Wirtschaftsdienste GmbH, 2018b).

Im folgenden Kapitel wird der Begriff der dualen Karriere zunächst definiert. Anschließend wird ein aktueller Forschungsstand, sportartenübergreifend und über die Zielgruppe der Arbeit, vorgestellt. Im Laufe der Zeit haben sich vermehrt Angebote entwickelt, die Sportlern/ Sportlerinnen bereits während der Karriere eine BQ ermöglichen sollen. Diese Entwicklung wird aufgezeigt, um letztendlich den aktuellen Stand des Angebots einer dualen Karriere für SPF herauszustellen.

3.1 Definition: die duale Karriere

Abgeleitet vom Wortstamm „duo“ bedeutet dual „zwei enthaltend“ (vgl. Kluge & Seebold, 2011, S. 220). Eine Karriere wird auch mit dem Begriff Laufbahn gleichgesetzt und als „[…] die Abfolge von Ereignissen und Aktivitäten in je unterschiedlichen, institutionalisierten Handlungsfeldern verstanden […]“ (vgl. Nagel, 2002, S. 19). Demnach kann eine duale Karriere als Laufbahn angesehen werden, die zwei Komponenten beinhaltet. In der Literatur werden in erster Linie eine Ausbildung bzw. ein Beruf und die sportliche Laufbahn als Komponenten für den Terminus duale Karriere verwendet, der auch als „Idealfall für Spitzensportler angesehen“ wird (Schmidt & Saller, 2013, S. 10). Die duale Karriere wird vom DOSB „[…] als die Organisation und Planung der beiden Laufbahnen - Spitzensport und schulisch/ berufliche Ausbildung - von der Schule bis zum sicheren Berufseinstieg“ definiert (Deutscher Olympischer Sportbund e.V., o.J.d). In einer anderen Definition wird die Bedeutung der Zuständigkeit mit einbezogen, indem eine duale Karriere „[…] die gemeinsame (gesellschaftliche) Verantwortung von Sportsystemen, Politik, Bildungssystem und weiteren Partnern […]“ bedeutet. Hierbei geht es in erster Linie um die Vereinbarkeit einer „potenzialgerechten Talententfaltung“ und einer „potenzialgerechten Bildungskarriere“ (Baumgarten, 2018, S. 4).

Die Anforderungen der Arbeitgeber für einzelne Berufspositionen sind in der heutigen Zeit enorm hoch. Der Leistungsdruck ist immens, die Konkurrenz um knappe Arbeitsplätze groß. Umso wichtiger ist eine hochwertige Qualifikation für einen gelungenen Einstieg in das Berufsleben. Die Anforderungen an die Hochleistungssportler/innen nach dem permanenten Anstreben neuer Rekorde sowie im gleichen Zuge die Trainingsintensität steigen jedoch gleichzeitig immer weiter an. Dieser Prozess der stetig anwachsenden Erwartungen an die Sportler/innen wird auch als „Totalisation“ bezeichnet (vgl. Heinilä, 1984, S. 23). Aufgrund dieser Entwicklung wird die Vereinbarkeit einer dualen Karriere oftmals angezweifelt. Verschiedenste Institutionen sind um Lösungsansätze bemüht um die Dualität von Beruf und Sport zu koordinieren. Fest steht, dass die Doppelbelastung einer dualen Karriere enorm hoch ist, sodass sich viele Sportler/innen für eine der beiden Komponenten entscheiden. Oftmals bleibt im Hinblick auf die Zukunft die sportliche Karriere auf der Strecke (vgl. Borggrefe, Cachay & Riedl, 2009, S. 8).

3.1.1 Inklusionsproblematik

Die zuvor erwähnte Doppelbelastung aus Sport und Beruf stellt viele Spitzensportler/innen vor Probleme. Der enorme Aufwand, der für die Wettkampfvorbereitung und das alltägliche Training notwendig ist, entspricht einem Vollzeitjob und lässt wenig Platz für die Vorbereitung einer außersportlichen Karriere.

Diese Problematik wird in der Literatur als Inklusionsproblem bezeichnet, wobei der Terminus Inklusion als „[…] die Einbindung der Gesellschaftsmitglieder in die Teilsysteme der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft, die in Form von institutionellen Rollen stattfindet und dem Individuum die Partizipation an der Gesellschaft ermöglicht“ definiert wird (Borggrefe & Cachay, 2011, S. 214). Bezogen auf die Problematik der Vereinbarkeit dualer Karrieren für Spitzensportler/innen wird Inklusion als die simultane Einbindung der Individuen in den Sport sowie in den Beruf verstanden. Vernachlässigen ein Sportler bzw. eine Sportlerin sein/ ihr Training, wird er/ sie auf kurz oder lang nicht konkurrenzfähig sein und den Anschluss an die Spitzenklasse seiner/ ihrer Sportart verlieren. Eine Verringerung des Zeitaufwands ist auf Seiten des Sports nicht möglich. Diese Art der Inklusion wird als „Hyperinklusion“ bezeichnet (vgl. Borggrefe & Cachay, 2011, S. 214). Die ohnehin schon hohe Belastung des Sports wird durch die Inklusion einer Berufsausbildung verstärkt. Diese Problematik zeigt auf, dass die Koordination einer dualen Karriere allein zeitlich schwer möglich ist. Zusätzlich lastet auf Sportlern/ Sportlerinnen ein hoher Erfolgsdruck im Sport, sowie ein Leistungsdruck im Hinblick auf den postsportlichen Berufsweg.

Bereits in den 1950er Jahren wurde die Problematik der Vereinbarkeit von Spitzensport und Beruf erkannt. Willi Daume, damaliger Präsident des Deutschen Sportbundes, betonte in einer Bundestagung der Deutschen Olympischen Gesellschaft, dass Athleten/ Athletinnen durch Erfolge in jungen Jahren Gefahr laufen ihre schulische und berufliche Ausbildung zu vernachlässigen und sich lediglich auf den Sport konzentrieren. Der Fokus bei der Herausbildung von Spitzensportlern/ -Sportlerinnen sollte seinen Aussagen nach auf der Gesamtentwicklung der Athleten/ Athletinnen liegen. Er sah den Sportbund hier in der Verantwortung. Im späteren Verlauf wurde auch Daume bewusst, dass im Zuge des Bedeutungszuwachses des Sports die allgemeinen Leistungserwartungen und Anforderungen an die Athleten/ Athletinnen anstiegen und der berufliche Fokus dabei in den Hintergrund geraten musste. Er behielt jedoch die Ansicht, dass auch bei einer erhöhten Förderung der Sportler/innen eine berufliche Entwicklung niemals auf der Strecke bleiben dürfe. Dahingehend vertrat er die Ansicht, dass die freie Zeit neben einem normalen Beruf ausreiche, um zu trainieren und sprach sich daher strikt gegen eine Arbeitsbefreiung aus (vgl. Daume, 1973, S. 153).

Der ehemalige Leistungssportdirektor des Deutschen Sportbundes, Armin Baumert, vertrat hingegen die Ansicht, dass in der Spitze des Sports nur diejenigen erfolgreich sind, die sich ausschließlich auf den Sport konzentrierten und sprach sich somit gegen die doppelte Karriereplanung aus (vgl. Bette & Schimank, 2006, S. 43-44). Im Laufe der Zeit wurde klar, dass die Trainingsintensität mit einer normalen Arbeitstätigkeit nur schwer zu vereinbaren ist. So wurde die Verantwortung der Gesamtentwicklung von Spitzensportlern/-Sportlerinnen der Gesellschaft in Deutschland übertragen. Sofern die Gesellschaft in Deutschland auf der einen Seite Bestleistungen von den Sportlern/ Sportlerinnen erwarte, sollte sie auf der anderen Seite Sportlern/ Sportlerinnen im Gegenzug eine Vereinbarkeit aus Beruf und Sport ermöglichen, um die Zukunft der Athleten/ Athletinnen abzusichern. Man dürfe demnach Spitzensportler/innen nicht ausschließlich bei sportlichen Leistungen unterstützen, sondern solle die außersportliche Entwicklung eines jeden Individuums fördern (vgl. Lehnertz, 1979, S. 39-40).

3.2 Aktueller Forschungsstand

Die Ausübung einer Sportart als Hauptberuf und alleinige Einnahmequelle sichert lediglich in einigen Sportarten ein ausreichendes Einkommen. Vereinzelt ist es möglich, während der aktiven Karriere genügend zu verdienen um den derzeitigen Lebensunterhalt zu bestreiten, wohingegen einige wenige Sportler/innen durch das generierte Einkommen darüber hinaus bei klugem Finanzmanagement ihr restliches Leben in finanzieller Unabhängigkeit leben können. Viele Spitzensportler/innen sind hingegen der Situation ausgesetzt vom Sport allein nicht leben zu können. Um die Sportart auf höchstem Niveau ausführen zu können bedarf es einer Nebentätigkeit oder anderweitiger Unterstützung. Aus einer Studie ging hervor, dass Spitzenathleten/ -Athletinnen für den Sport und die berufliche Nebentätigkeit fast 60 Stunden pro Woche investieren müssen. Im Durchschnitt verdienen sie weniger Geld als die Gesamtbevölkerung, können kaum finanzielle Rücklagen bilden und stehen vor sozialen Risiken wie einer nicht vorhandenen Rentenversicherung (vgl. Breuer, C. & Wicker, 2010, S. 1).

Aufgrund der zwingenden Notwendigkeit sich neben dem Sport ein zweites Standbein aufbauen zu müssen, sind umfassend Initiativen ergriffen und entwickelt worden um eine aussichtsreiche berufliche Zukunft von Hochleistungs- bzw. Spitzensportlern/ -Sportlerinnen zu gewährleisten. Diese Sportler/innen sind sich frühzeitig bewusst, dass sie ohne eine Weiterbildung neben dem Sport nach der aktiven Karriere vor sozialen Problemen stehen werden. Für das Begriffsverständnis eines ‚sozialen Problems‘ wird die Interpretation von Lehnertz herangezogen. Er versteht unter sozialen Problemen im Spitzensport Zustände, in denen sich einzelne Individuen in Lebenssituationen befinden, deren Status keinesfalls den persönlichen Zielen entspricht. Hierbei geht es insbesondere um das Ziel der Chancengleichheit im Beruf, die für ehemalige Spitzensportler/innen als strittig erscheint (vgl. Lehnertz, 1979, S. 9).

In der Forschungsliteratur wurde die Vereinbarkeit einer dualen Karriere in erster Linie über qualitative Studien aus Sicht der Sportler/innen untersucht. Die Ergebnisse einer Auswahl prägnanter Studien werden im Folgenden zusammengefasst.

3.2.1 Sportartenübergreifende Studien bezüglich der Vereinbarkeit einer dualen Karriere

Aus einer Untersuchung aus dem Jahr 1979 ging hervor, dass Spitzensportler/innen in den Siebziger Jahren aussichtsreiche Berufschancen hatten, die unter anderem auf eine gute Berufsberatung zurückzuführen war. Die Sportkarriere förderte nach Aussagen des Autors die berufliche Entwicklung. Andere Instanzen, wie zum Beispiel die deutsche Bundeswehr oder andere des öffentlichen Dienstes, ermöglichten Sportlern/innen beispielsweise durch Dienstbefreiungen die Vereinbarkeit einer dualen Karriere (Lehnertz, 1979).

Anhand einer quantitativen Befragung und Intensivinterwies mit Athleten und Athletinnen, die zwischen 1985 und 1988 einem Bundeskader angehörten, wurden die nachsportlichen Karriereverläufe analysiert und die Förderungsmaßnahmen während ihrer Karriere erfragt. Hierbei wurde die Unterstützung der Vertreter des organisierten Sports als defizitär bewertet. Das Spitzensportfördersystem galt zum Zeitpunkt der aktiven Sportkarriere der Befragten als unvollständig und nicht ausgereift, wohingegen die finanzielle Unterstützung der Stiftung Deutsche Sporthilfe positiv bewertet wurde. In dem Zuge wurde empfohlen die Herausbildung einer Laufbahnberatung zu entwickeln um die berufliche Zukunft der Athleten individuell zu verbessern, da viele Karriereverläufe oft dem Zufall überlassen waren (Hackfort, 1997).

Conzelmann, Gabler und Nagel analysierten die Lebensläufe von Olympioniken/Olympionikinnen, die zwischen 1960 und 1972 an olympischen Spielen teilnahmen und stellten fest, dass aufgrund der immer weiter ansteigenden Anforderungen im Sport eine Vereinbarkeit mit einer beruflichen Karriere als problematisch zu betrachten sei. Auch hier empfahlen die Autoren die Verbesserung einer Laufbahnberatung sowie ein erhöhtes Augenmerk der Olympiastützpunkte auf die berufliche Ausbildung neben dem Sport. Es wurde aufgezeigt, dass die deutsche Bundeswehr und der Bundesgrenzschutz als einzige Systeme die Förderung der Spitzensportler/innen unterstützten, während nennenswerte Bemühungen und Initiativen seitens der Hochschulen ausblieben (Conzelmann et al., 2001).

In einer Studie wurde der Karriereverlauf von 616 Olympiateilnehmern/ -Teilnehmerinnen untersucht um die Vorbereitung und den Verlauf auf das postsportliche Berufsleben zu analysieren. Mithilfe einer quantitativen retrospektiven Längsschnittstudie konnte zwar herausgestellt werden, dass Spitzensportler/innen ein hohes Bildungsniveau aufweisen und der Berufsverlauf als aufwärtsorientiert zu bezeichnen sei. Jedoch wurde zu diesem Zeitpunkt bereits betont, dass sich der Spitzensport im Wandel befinde und aufgrund zunehmender Anforderungen eine Vereinbarkeit problematisch werden könne. Die tertiären Bildungssysteme wurden in der Verantwortung gesehen fundamentale Voraussetzungen einer Vereinbarkeit aus Sport und Beruf zu schaffen (Nagel, 2002).

Die Koordination sportlicher und paralleler beruflicher Ausbildung wird durch den Bundesgrenzschutz gefördert. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit für Athleten/ Athletinnen in Wintersportarten, neben der Sportlaufbahn eine Berufsausbildung zum Polizeivollzugsbeamten/ zur -Beamtin zu absolvieren. Im Rahmen einer quantitativen und qualitativen Befragung wurde dieses Förderungsmodell der dualen Karriere analysiert und von ehemaligen, sowie zum Befragungszeitpunkt aktiven Athleten/ Athletinnen, bewertet. Demnach haben ca. zwei Drittel einen Beruf im Polizeidienst gefunden und die sportlich-berufliche Förderung innerhalb des Modells sehr positiv bewertet. Das Modell des Bundesgrenzschutzes stellt somit ein Beispiel der Ermöglichung einer Vereinbarkeit von Berufsausbildung und Sportlaufbahn dar (Hackfort & Birkner, 2004).

Timmermann wies in einem Hauptreferat darauf hin, dass zwar 43% der deutschen teilnehmenden Athleten bei den olympischen Spielen in Athen Studierende waren, diese Zahl jedoch trügerisch sein könne, da nicht aufgezeigt wird, welcher Anteil einen erfolgreichen Studienabschluss erziele. Timmermanns Studie zeigte den Bedarf einer Neustrukturierung des Themenkomplexes einer dualen Karriere auf. Hierzu gibt er verschiedene Handlungsempfehlungen ab, die in das Management der dualen Karriere mit aufgenommen werden müssen, unter anderem den Aspekt der Optimierung des Zeitmanagements (Timmermann, 2006).

In einer weiteren Studie zur Vereinbarkeit von Spitzensport und Beruf wurden 15 Athleten/ Athletinnen und 21 Vertreter/innen von Arbeitsorganisationen interviewt. Dieses machte deutlich, dass in erster Linie die Hyperinklusion im Sport aufgrund des Zeitproblems eine parallele Arbeitstätigkeit erschwert. Das Zeitproblem löse wiederum ein Finanzierungsproblem aus, da eine Spitzensportkarriere die Ausübung einer Vollzeitstelle nicht zulasse. Zusätzlich kam heraus, dass die Sportler/innen mit dem Angebot der staatlichen Förderangebote nicht zufrieden waren, da diese die beruflichen Interessen der Athleten/ Athletinnen wenig berücksichtigen (Borggrefe, 2013).

Neben der Doppelbelastung aus Beruf und Sport wurde ebenfalls die Vereinbarkeit einer dualen Karriere im Hinblick auf ein Hochschulstudium untersucht. Hierbei wurden Interviews mit Hochschul-, Spitzensportvertretern und Athleten/ Athletinnen durchgeführt. Aus Sicht der Athleten/ Athletinnen war eine Vereinbarkeit des Spitzensports mit dem Studium aufgrund der zentralen Probleme Zeit, Zulassung und Finanzierung nur erschwert möglich. Die Autorengruppe sah hier in erster Linie die Funktionäre des Spitzensports in der Verantwortung entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen um duale Karrieren zu fördern (Borggrefe et al., 2009).

Im Rahmen einer Online-Umfrage wurde die Lebenssituation von insgesamt 3.139 Kaderathleten/-innen untersucht, die von der Deutschen Sporthilfe gefördert werden. Unter anderem wurde hier deutlich, dass der wöchentliche Zeitaufwand, den die Sportler/innen für Training und Wettkämpfe investieren müssen, bei A-, B- und sogar C-Kaderathleten/innen bei knapp über 30 Stunden lag. Über 15% der Befragten erwogen trotz sportlicher Perspektive aufgrund beruflicher Gründe ein vorzeitiges Karriereende. Dennoch kamen laut Umfrage über ein Drittel der Spitzensportler/innen neben dem Sport einer Berufstätigkeit nach. Als Hauptgrund dafür wurde der finanzielle Aspekt genannt. Sport allein reiche nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten (Breuer, C. & Wicker, 2010).

In einer weiteren Studie wurde die Vereinbarkeit einer dualen Karriere in Bezug auf die studentische Spitzensportförderung aus einem Vergleich des US-amerikanischen und des deutschen Systems analysiert. Mittels einer Methodentriangulation konnten im deutschen System große Defizite erkannt werden. Das Ergebnis der neun Experteninterviews, sowie der quantitativen Umfrage der studentischen Spitzensportler/innen ergab, dass die Alternativen zur Vereinbarkeit von Studium und Sport als unbefriedigend zu bewerten sind. Dem System in den USA hingegen wurden deutlich bessere Bedingungen zugeschrieben (Bendrich, 2015).

Der Allgemeine Deutsche Hochschulverband analysiert seit den Olympischen Spielen 1992 die beruflichen Statusgruppen der Olympiateilnehmer/innen. Die Analyse aus dem Jahr 2012 ergab, dass die Quote der Olympiateilnehmer/innen, die während ihrer aktiven Karriere bereits studieren oder ein Studium abgeschlossen haben, bei über 50% lag (Dietz, Merz & Tabor, 2012). Im Jahr 2016 wurde in der Studie festgestellt, dass die Zahl der Akademiker/innen auf 44% gesunken ist. Die Zahl der Auszubildenden ist so gering wie bei keiner Olympiade zuvor, auch die Anzahl der Berufstätigen ist prozentual gesunken (Schneider, A., Frenzel, Merz & Fischer, 2016). Aus diesen Ergebnissen wird deutlich, dass es auf der einen Seite vielen Sportlern/innen gelingt, ein Hochschulstudium mit einer sportlichen Laufbahn parallel zu vereinbaren, die aktuellste Tendenz zeigt jedoch auf, dass die Durchführung einer dualen Karriere eher rückläufig ist.

Eine Studie der Deutschen Sporthilfe stellte heraus, dass die Bedeutung dualer Karrieren, sowie die finanzielle Unterstützung für Sportler/innen immer weiter zunimmt. Bei einer soliden finanziellen Unterstützung bringen die Athleten/ Athletinnen verbesserte Leistungen. Des Weiteren wurde erkannt, dass der Fokus auf eine berufliche Neuausrichtung oftmals der Grund für die Beendigung einer aktiven Sportkarriere sei. Das nachgewiesene hohe Bildungsniveau der Probanden/ Probandinnen zeigt auf, dass das System der Vereinbarkeit von Schule und Sport in Deutschland positiv zu bewerten ist (Breuer, C., Hallmann & Ilgner, 2015).

Ein neuer Entwicklungsschritt der Ermöglichung einer dualen Karriere stellt die Digitalisierung dar. Anhand digitaler Lehrangebote können Spitzensportler/innen durch ein ausgereiftes Zeitmanagement einen Studienabschluss erlangen. Hierbei können die Sportler/innen ihren Zeitplan selbst aufstellen und eine Vereinbarkeit des täglichen Trainings mit dem „E-Learning“ koordinieren. Der Vorteil der digitalen Lehre zeigte sich in einer Studie auf der Grundlage von acht qualitativen Interviews. Digitale Lehrangebote wurden von den Probanden/ Probandinnen in erster Linie aufgrund der zeitlichen Flexibilität positiv bewertet. Somit fördern digitale Lehrangebote die Vereinbarkeit von Sport und Studium (Schneider, A., Jahn & Heise, 2016).

Anhand des dargelegten Forschungsstandes wird deutlich, dass in Sportarten, die in kommerzieller Hinsicht weniger Aufmerksamkeit erregen und weniger populär sind als andere, ein großer Handlungsbedarf in Bezug auf die Ermöglichung einer beruflichen Karriere für die Zeit nach der aktiven Sportkarriere herrschte. Vorwiegend bezogen sich die Studien auf die Situation von absoluten Spitzensportlern/-Sportlerinnen, beispielsweise die der Olympioniken/-innen. Die beruflichen Ambitionen der Sportler/innen sind groß, daher ist das Sportsystem dazu gezwungen, duale Karrieren zu ermöglichen, da sich die Sportler/innen sonst gegen eine Karriere im Spitzensport entscheiden könnten (vgl. Borggrefe, 2013, S. 14). Das frühzeitige Beenden einer aktiven Karriere aufgrund mangelnder beruflicher Alternativen, auch „Drop-Out“ genannt, muss in erster Linie von den Sportverbänden verhindert werden (Joch, 2012). Die Problematik der Vereinbarkeit dualer Karrieren ist allgegenwärtig und erlangt aufgrund der zunehmenden Erwartungen der Gesellschaft, der Sportverbände sowie der Sportler/innen selbst eine erhöhte Relevanz. Dementsprechend wurden in der jungen Vergangenheit verschiedenste Initiativen ergriffen, die sich dieser Problematik konstruktiv annehmen. Dazu gehört primär die Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen, Eliteschulen und staatlichen Fördereinrichtungen (s. Kapitel 3.3).

3.2.2 Aktueller Forschungsstand bezüglich der Vereinbarkeit einer dualen Karriere für den semiprofessionellen Fußballspieler

Den Sportarten mit weniger medialer, kommerzieller und wirtschaftlicher Bedeutung stehen in Deutschland die wirtschaftsstarken Sportarten gegenüber, allen voran der Fußball. Wie in vielen anderen Ländern hat sich die Sportart Fußball in erster Linie aufgrund der Kommerzialisierung und Globalisierung als feste Wirtschaftsgröße etabliert. Top-Vereine schreiben Rekordumsätze, TV-Geldeinnahmen steigen in Milliardenhöhe, Ablösesummen für Spieler erreichen neue Dimensionen (DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, 2018b). Ein finanzieller Posten, der aufgrund der stetig steigenden Rekordzahlen im gleichen Zuge anwächst, ist das Gehalt eines Fußballspielers. Demnach verdienen Profifußballspieler Summen, die das Einkommen eines durchschnittlichen Arbeitnehmers in vielfacher Form übersteigen. Jährlich werden neue Rekordmarken an festgeschriebenen Jahresgehältern von Profifußballern gesetzt. Zusätzlich erhalten die Fußballspieler, die einen hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad in der Gesellschaft besitzen, mehrfach Angebote für Werbeverträge von Unternehmen, die die Popularität der beliebten Fußballspieler zu Werbezwecken nutzen und diese als Testimonials in den Mittelpunkt ihrer Werbung setzen. Aufgrund dessen spielen alternative berufliche Pläne zunächst keine Rolle, da viele Spieler mit dem Lebensstandard als Fußballprofi keine Notwendigkeit einer Zukunftsplanung außerhalb des Fußballs sehen. Dennoch fällt immer wieder auf, dass nur Wenige tatsächlich mit dem Einkommen als Fußballer für den Rest des Lebens auskommen (Lepold, 2009).

Der Gehälterboom hat Auswirkungen bis in Ligen des Nichtprofifußballs. Demzufolge sind auch Gehälter für Spieler in niederen Ligen, die in Verträgen festgeschrieben sind, in profiähnlichen Dimensionen angekommen. Während das Gehalt hier ausreichen kann, um in Zeiten der aktiven Karriere davon zu leben, ist im Gegensatz zu den Profiligen eine finanzielle Unabhängigkeit nach Karriereende in niederen Ligen nicht anzunehmen. Hier stellt sich die Frage, wie sich diese Fußballspieler auf das Karriereende vorbereiten, das sie in der Regel in einem Alter zwischen dreißig und spätestens vierzig Jahren erwartet. Grundsätzlich stehen SPF vor einer identischen Situation wie Profisportler/innen anderer weniger kommerzieller Sportarten, da eine Vorbereitung auf die postleistungssportliche Zeit in beiden Fällen unverzichtbar erscheint, um existenziellen Problemen zu entgehen. Problematisch ist, dass die deutsche Sporthilfe beispielsweise lediglich Spitzensportler/innen der jeweiligen Disziplinen unterstützt, worunter die Fußballspieler nichtprofessioneller Ligen keineswegs fallen. Demnach stellt sich die Frage, welche Initiativen und Unterstützungsmöglichkeiten für diese Fußballer existieren um eine duale Karriere zu realisieren? Insbesondere im Fußball kann ein absehbares aber durchaus lukratives Auskommen für den Moment der aktiven Zeit verführerisch sein, sodass in dieser Phase ausschließlich die Sportkarriere im Fokus steht und eine mittel- oder langfristige Planung verdrängt. Fußball ist bekannt als sehr kurzlebiges Geschäft, das sogar innerhalb kürzester Zeit, beispielsweise aufgrund einer schwerwiegenden Verletzung, ein Karriereende hervorrufen kann. Wie schützen sich Fußballspieler vor existenziellen Problemen?

Der aktuelle Stand der Forschung zeigt auf, dass die spezifische Klientel der SPF im Hinblick auf die Vereinbarkeit einer dualen Karriere kaum betrachtet und untersucht wurde. Im Jahr 2008, vor Einführung der eingleisigen dritten Liga, haben sich Daumann und Römmelt mit dieser Frage befasst und festgestellt, dass diese Gruppe von Sportlern in der vorherigen Literatur wenig erforscht wurde. So entwickelten sie ein Forschungsdesign und generierten über qualitative Analysen aussagekräftige Ergebnisse, auf die im Folgenden kurz eingegangen wird.

In der Analyse ging es um den Bereich zwischen Profi- und Amateurfußball. SPF galten als Spieler, die von dem Gehalt als Fußballspieler lebten und in der dritten Liga spielten. Die dritte Liga war zu dem Zeitpunkt zweigleisig aufgeteilt und galt offiziell nicht als Profiliga. Im Rahmen der Studie wurden 52 qualitative Interviews durchgeführt, die ein eindeutiges Ergebnis herausstellten. SPF bestritten ihren Lebensunterhalt ausschließlich vom Gehalt als Fußballer. Daraus resultierte, dass diese im Gegensatz zu Sportlern/innen anderer Sportarten, die oftmals sogar in höheren Leistungssphären, beispielsweise in Form einer Bundeskaderzugehörigkeit, aktiv waren, keine Notwendigkeit sahen, sich um alternative Berufswege zu bemühen. Im Rahmen der qualitativen Analyse konnte bestätigt werden, dass sich die Spieler kaum auf die Zeit nach ihrer aktiven Karriere vorbereiteten, weder Eigenverantwortung übernahmen, noch -Initiative ergriffen. Die Thematik der beruflichen Zukunft und der mittel- und langfristigen finanziellen Absicherung hatte wenig Präsenz in den Gedanken der Spieler (Daumann & Römmelt, 2009; Daumann, Römmelt & Hermann, 2011).

Die bereits thematisierte Bildungstendenzstudie wird von der VDV in zeitlichen Abständen von drei Jahren mit professionellen Fußballspielern durchgeführt. So konnte 2018 bereits die dritte Studie durchgeführt werden, die ausschließlich Profispieler der ersten drei Ligen Deutschlands berücksichtigt. Ihre Ergebnisse sind zwar nicht direkt auf die Viertligaspieler übertragbar, es sind jedoch Hinweise dafür, dass sich Fußballspieler mit einer dualen Karriere beschäftigen sollten. Ein Handlungsbedarf wurde dahingehend deutlich, dass im Durchschnitt lediglich jeder vierte Spieler eine abgeschlossene BQ vorweisen konnte. Im Vergleich zu den Ergebnissen aus 2015 ist hier jedoch ein positiver Trend erkennbar, da sowohl der Anteil an abgeschlossenen Berufsausbildungen (um 5,8%), als auch der Anteil an abgeschlossenen Studienabschlüssen (um 4,2%) gestiegen ist (VDV Wirtschaftsdienste GmbH, 2018b).

In einem biografischen Werk beschreibt ein ehemaliger Fußballspieler unter anderem die Probleme bei einer Vereinbarkeit von Fußball auf semiprofessionellem Level mit einer parallelen BQ. Während er merkte, dass sich ein duales Studium mit dem Fußballspielen in der vierten Liga als unvereinbar erwies, schloss er ein staatliches Studium erfolgreich mit dem Abschluss des Masters ab. Aufgrund der fußballerischen Aktivität, sowie einiger Verletzungen dauerte dieses Studium allerdings über zehn Jahre an (vgl. Faqiryar & Sarkowicz, 2018, S. 70-73).

Da sich die Ligastruktur, sowie die Stufen der Professionalisierung des Fußballs in den vergangenen zehn Jahren stark verändert haben, erhält die Thematik der Vereinbarkeit einer dualen Karriere aus Sicht aktiver SPF eine neue Bedeutung. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Professionalisierung ist das Thema gegenwartsnah und verdient in der vorliegenden Arbeit wissenschaftliche Aufmerksamkeit. In der bisherigen Literatur wurde die duale Karriere von Spitzensportlern/-Sportlerinnen vielfach untersucht. Hierbei wurden insbesondere Profi- und Nachwuchsathleten berücksichtigt. Aufgrund der Tatsache, dass für den Großteil der Profifußballspieler keine Notwendigkeit einer dualen Karriere besteht, da sie nach der aktiven Karriere von dem generierten Gehalt in finanzieller Unabhängigkeit zu leben scheinen, wurde die Sportart Fußball wenig in Verbindung mit einer dualen Karriere gesetzt und erforscht. Da für einen SPF eine postsportliche Berufstätigkeit in der Regel unverzichtbar ist, erscheint es als wichtig und interessant zu analysieren, wie sich die Spieler dieser Leistungsebene auf ihr Karriereende vorbereiten.

3.3 Status Quo: Die Vereinbarkeit einer dualen Karriere

Bevor aufgezeigt werden soll, inwiefern SPF in ihrer Vorbereitung auf die postsportliche Zeit unterstützt werden und wie der Status Quo des derzeitigen Angebots aussieht, werden im Folgenden konkret die Initiativen und Konzepte aufgezeigt, die Hochleistungssportlern/-Sportlerinnen aktuell offeriert werden.

3.3.1 Initiativen und Konzepte zur Förderung einer dualen Karriere für Hochleistungssportler/innen

Der DOSB ist das zentrale Steuersystem des Spitzensports und hat sich aus einem Zusammenschluss des Deutschen Sportbundes und des Nationalen Olympischen Komitees im Jahre 2006 gebildet (Deutscher Olympischer Sportbund e.V., o.J.b). Im deutschen Sport steht er als Dachorganisation an höchster Stelle der Hierarchieordnung und hat dementsprechend eine große Verantwortung für die aktiven Hochleistungssportler/innen. Dieser Verantwortung ist sich der DOSB bewusst und entwickelte sich dahingehend die Förderung der Spitzensportler/innen voranzutreiben. Ein Schwerpunkt der Athletenförderung liegt in der Herausbildung dualer Karrieren. Hierzu existiert eine separate Website des DOSB mit dem Titel „duale Karriere im Spitzensport“. Hier können sich Athleten verschiedener Leistungsstufen individuell beraten lassen und sich über die Bausteine der dualen Karriere informieren. Einen wichtigen Bestandteil stellen die Olympiastützpunkte dar, die seit den 1980er Jahren unter anderem die Laufbahnberatung der Athleten umsetzen (vgl. Joch, 2012, S. 202). Die Service-Leistung der Laufbahnberatung wurde verstärkt, aktuell existieren 40 Laufbahnberater-Stellen (Baumgarten, 2018). Neben den derzeitigen 43 „Eliteschulen des Sports“ werden auch nachschulische Fördereinrichtungen aufgezeigt. Hierzu gehören Partnerhochschulen oder Partner in Bund und Ländern (Deutscher Olympischer Sportbund e.V., o.J.c). Beispielsweise kooperiert der Allgemeine Deutsche Hochschulverband derzeit mit 106 „Partnerhochschulen des Spitzensports“ (Baumgarten, 2018).

Der Kaderstatus eines/r Athleten/in spielt eine große Rolle bei der möglichen Unterstützung von Fördereinrichtungen. So wird zwischen A-, B-, C-, DC-, und D-Kader unterschieden. Im A-Kader befinden sich die absoluten Spitzensportler/innen ihrer Disziplin, wohingegen der D-Kader die unterste Kaderleistungsstufe darstellt. Zusätzlich gibt es den Sonderkaderstatus, der Athleten und Athletinnen aufnimmt, die vorübergehend keine sportlichen Leistungen erbringen können (Deutscher Olympischer Sportbund e.V., 2015). Der DOSB bietet für jede der genannten Kaderstufen eine Unterstützung an, die mit zunehmendem Leistungsniveau ansteigt. Ein Konzept, das auf Basis der Fokussierung der Athletenförderung im Jahre 2013 entwickelt wurde, ist das „10-Punkte-Programm des DOSB“. Hier sind die wichtigsten Anforderungen rund um den Spitzensport in Verbindung mit Schule, Studium und Beruf aufgelistet (Deutscher Olympischer Sportbund e.V., 2013).

Der DOSB nennt unter anderem die „Stiftung Deutsche Sporthilfe“ als Karriere-Partner. Die Stiftung wurde im Jahre 1967 im Sinne einer „gezielten Unterstützung aller förderungswürdiger Amateurhochleistungssportler“ gegründet (Lehnertz, 1979, S. 50). Aktuell fördert die Deutsche Sporthilfe auf vier Förderungsstufen Bundeskaderathleten, wobei auch hier die Höchstleistungssportler/innen eine verbesserte Förderung erhalten. Athleten erhalten unter anderem finanzielle Unterstützung, beginnend bei Individualförderungen bis hin zur Eliteförderung von nationalen Förderern wie beispielsweise der Daimler AG (Stiftung Deutsche Sporthilfe, (o.J.)). Ebenfalls eröffnete die Deutsche Sporthilfe im Jahr 2016 die Initiative „Sprungbrett Zukunft“, die eine Kooperation mit über 100 Wirtschaftsunternehmen ermöglicht (Deutscher Olympischer Sportbund e.V., 2016).

Wichtige Förderungseinrichtungen aus Bund und Ländern stellen die deutsche Bundespolizei, die Zollverwaltung, sowie die deutsche Bundeswehr dar. Die deutsche Bundespolizei bietet Sportlern/innen eine Berufsausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst an, wobei ausschließlich Spitzensportler/innen gefördert werden, denen potenzielle Leistungen der Weltspitze prognostiziert werden. Diesen Sportlern/innen wird eine aussichtsreiche berufliche Entwicklung geebnet (Deutscher Olympischer Sportbund e.V., o.J.a). Zusätzlich wurden Bundespolizeischulen errichtet, die in erster Linie Athleten/-innen der olympischen Wintersportarten fördern (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, o.J.). Die deutsche Bundeswehr bietet als eine der zentralen Förderungseinrichtungen 744 Förderplätze an. Eines der drei wichtigsten Ziele der Sportförderung der Bundeswehr stellt die Vereinbarkeit von sportlicher und beruflicher Laufbahn für Hochleistungssportler dar. Die Bundeswehr fördert ebenfalls in erster Linie die Bundeskaderathleten bzw. -Athletinnen der Sportarten (Deutscher Olympischer Sportbund e.V., o.J.e).

Aus den dargestellten Beispielen der Athleten- und Athletinnenförderung in Deutschland geht hervor, dass in der jüngsten Vergangenheit zahl- und hilfreiche Initiativen ergriffen worden sind um Sportler/innen in vielerlei Hinsicht zu unterstützen. Die Verantwortlichen des Sportsystems rückten die Problematik der Unvereinbarkeit einer dualen Karriere in den Fokus und entwickelten viele Modelle, um den Spitzensportlern/ -Sportlerinnen berufliche Perspektiven zu eröffnen. Deutlich wird allerdings, dass die Förderungsmaßnahmen fast ausschließlich den absoluten Elitesportlern/ -Sportlerinnen zugutekommen. Somit profitiert lediglich ein geringer Anteil der Hochleistungssportler/innen, die konstant erfolgreich sind, von den Unterstützungen der verschiedenen Einrichtungen (vgl. Borggrefe, 2013, S. 10). Diese erscheinen aufgrund des hohen Zeitaufwandes primär förderungsbedürftig, da sie Höchstleistungen für das eigene Land erbringen und somit auch eine politische Mission verfolgen, was mit einer ausgeprägten Unterstützung des Landes zurückgezahlt werden soll. Die staatliche Förderung verfolgt vor allem das Ziel einen frühzeitigen Karrierebruch zu verhindern und darüber hinaus eine berufliche Perspektive in Aussicht zu stellen. Zusätzlich muss betont werden, dass die präsentierten „staatlichen Fördermöglichkeiten […] eigentlich nur dann attraktiv sind, wenn die Athleten ihre berufliche Zukunft nach dem Ende der Karriere auch in diesen Bereichen sehen und entsprechend Soldat, Polizist oder Zollbeamter werden wollen“ (Borggrefe, 2013, S. 11).

Diese These kann jedoch aufgrund des mittlerweile breit gefächerten Angebots der Partnerhochschulen und -Unternehmen des Spitzensports entkräftet werden.

3.4 duale Bildungsmöglichkeiten für semi-/professionelle Fußballspieler in Deutschland

„Das sportliche Karriere-Ende wird zumeist dann ‚provoziert‘, wenn die sportliche Leistung […] als nicht weiter förderungswürdig angesehen wird, d.h. der Sportler ist entweder vom Sportsystem (Bundes- oder Landesverband) als aktuell nicht leistungsstark genug oder als perspektivisch nicht leistungsstark genug beurteilt […]“ (Joch, 2012, S. 202).

Überträgt man das Schlagwort Förderungswürdigkeit auf die SPF, könnten diese als ‚förderungsunwürdig‘ gelten, weil sie nicht zur Spitze ihrer Sportart gehören. Es ist bekannt, dass ein Teil der SPF während ihrer aktiven Karriere ausschließlich vom Gehalt als Vertragsspieler leben (Daumann et al., 2011; Daumann, 2011; RP Digital GmbH, 2018). Geht man nun davon aus, dass die SPF zu viel verdienen, um neben dem Sport einer weiteren Tätigkeit nachkommen zu müssen, um den derzeitigen Lebensunterhalt zu bestreiten, zu wenig verdienen, um finanziell ausgesorgt zu haben und die Leistungsklasse, der sie angehören zu niedrig ist um von den oben beschriebenen Förderungsmaßnahmen in Deutschland zu profitieren, stehen SPF vor einem vorprogrammierten nachsportlichen Dilemma. Wie Daumann et. al bereits feststellten, herrscht in den Köpfen der Fußballspieler Sorglosigkeit und Naivität in Bezug auf den beruflichen Werdegang nach der sportlichen Karriere. Hier muss grundsätzlich von einer mangelnden Eigenverantwortung gesprochen werden. Aber auch das Sport- und das Bildungssystem sollten sich für die Entwicklung der Sportler/innen verantwortlich zeigen (vgl. Joch, 2012, S. 203). Im Sportsystem des Fußballs spricht man auch von einem „Verantwortungsvakuum“, da sich die Beteiligten gegenseitig in der Verantwortung sehen, die Zukunft der Fußballspieler abzusichern (Daumann, 2011).

Ausgehend von einer Beschreibung der Ermöglichung einer parallelen Schulbildung neben der fußballerischen Entwicklung wird im folgenden Kapitel auf die nachschulischen Angebote und Maßnahmen für Fußballer eingegangen.

3.4.1 Die Basis: Das Nachwuchsleistungszentrum

Das Fundament für zukünftige sportliche Erfolge stellt sportartenübergreifend die Förderung talentierter Heranwachsender dar. In nahezu jeder Sportart wird die Nachwuchsförderung optimiert und professionalisiert, um Jugendlichen eine ideale sportliche Ausbildung zu ermöglichen und die Qualität im Sport zu erhöhen. Ein zentraler Aspekt der Nachwuchsförderung ist die parallele Förderung aus Schule und Sport um die Gesamtentwicklung der Talente, sowie ihre Perspektiven, zu fördern. Im Jugendalter wird großen Wert auf die Schulbildung gelegt. Im Zuge der bereits thematisierten Auflagen zum Aufbau von Nachwuchsleistungszentren im Fußball werden Nachwuchstalente professionalisiert gefördert und in die Eliteschulen des Sports integriert, um eine Kombination aus Schule und Sport zu ermöglichen (Deutscher Fußball-Bund e.V., o.J.a). Eine schulische Ausbildung ist die Grundlage für alle weiteren beruflichen Schritte. Daher wird insbesondere wert daraufgelegt den Talenten den individuell bestmöglichen Schulabschluss zu ermöglichen. Deutlich wird die verbesserte Vereinbarkeit von Schule und Fußball durch das Ergebnis der Studie der VDV, die aufgezeigt hat, dass über 50% der Fußballprofis den Abschluss des Abiturs vorweisen. Für die Phase der Schulzeit scheint die Vereinbarkeit und Förderung von Bildung und Sport realisiert, auch wenn die Doppelbelastung die jungen Sportler vor große Herausforderungen stellt.

Die Frage, die sich nun stellt, beläuft sich auf die Thematik der nachschulischen Bildung. Bestehen Förderungsmöglichkeiten bestimmter Institutionen für die Klientel der SPF um sich neben dem Fußball eine außersportliche Basis für zukünftige Berufschancen zu schaffen? Wie zuvor thematisiert, fallen SPF nicht in die Leistungsklasse des Spitzensports und profitieren somit nicht von den nationalen Förderkonzepten.

3.4.2 Studium & berufliche Weiterbildung

Das umfassende Angebot der dualen Förderung durch die Nachwuchsleistungszentren der Profivereine beschränkt sich in erster Linie auf die Schulbildung. Ein Teil der Lizenzvereine ermöglicht nachschulische duale Karrieren anhand einer Kooperation mit Unternehmen. Ein Beispiel stellt der Zweitligaverein FC Erzgebirge Aue dar, der Nachwuchstalenten nach der Schulbildung mithilfe lokaler Partner Lehrstellenangebote und Studiengänge anbietet (FC Erzgebirge Aue e.V., o.J.). Der 1. FC Nürnberg weist als Beispiel für einen Erstligaverein in seinem Portfolio verschiedene Ausbildungspartner auf (1. Fußball-Club Nürnberg e.V., o.J.). Zusätzlich besteht die Möglichkeit, junge Talente im eigenen Betrieb mit einer Berufsausbildung neben der fußballerischen Förderung auszustatten, wie es beispielsweise der Bundesligist Borussia Mönchengladbach ermöglichte (azubister GmbH i.L., o.J.). Dies zeigt, dass Spieler durch das Unternehmensnetzwerk der Profivereine auch nachschulische Angebote erhalten können, um eine Grundausbildung neben dem Sport zu erlernen. Jedoch muss bedacht werden, dass die Bindung an einen Fußballverein sehr kurzfristig sein kann. Die berufliche Perspektive in den Lizenzvereinen besteht mittelfristig alternativlos aus dem Sprung in den Profifußball.

Von dualen Karrieremöglichkeiten der Lizenzvereine können SPF in der Regel nicht profitieren.4 SPF, deren Verein keine Lizenzspielerabteilung hat und deren Mannschaft in der vierten Liga aktiv ist, müssen sich um Alternativen einer dualen Karriere bemühen. Grundsätzlich besteht auch in semiprofessionellen Vereinen die Möglichkeit, mithilfe des Vereinsnetzwerks eine Berufsausbildung zu beginnen. Diesbezüglich gibt es bisher jedoch keine Zahlen und Daten. Aufgrund dessen soll die Thematik der berufsfördernden Unterstützung von Vereinsseite als ein Aspekt in die empirische Analyse dieser Arbeit aufgenommen werden.

Eine Möglichkeit, neben dem Fußball eine parallele berufliche Grundlage zu schaffen, ist ein Studium in Kooperation mit der „European Sportsmanagement Academy“ (ESM). Innerhalb von 12 Monaten erlangen Studierende den zertifizierten Titel „Sportmanager“. Das Studium kann als „Classic“ oder „Premium“ Studium absolviert werden. Die Studiengebühren belaufen sich auf einmalige 9588 Euro für das Classic Studium bzw. 21540 Euro für das Premium Studium. (European Sportsmanagement Academy GbR, o.J.). Grundsätzlich kann jede/r Sportinteressierte an der ESM studieren. Die im Vergleich zu einem Studium an einer staatlichen Universität hohen Studienkosten stellen Interessierte ohne erhöhtes Einkommen vor finanzielle Herausforderungen. Die ESM stellt ein Beispiel einer Vielzahl von privaten Einrichtungen dar, die ein Studium mit zertifiziertem Studienabschluss anbieten. Um die Eigenschaften verschiedener privater Hochschulen genauer zu beleuchten, wird eine Auswahl an Studienformaten aufgezeigt.

Die bundesweit größte private Fernschule stellt das „ILS – Institut für Lernsysteme“ (ILS) dar. Das Lehrangebot des Instituts ist breit gefächert. Neben einer Kooperation mit der „Euro FH – University of Applied Sciences“, wodurch Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten werden, existiert ebenfalls das Angebot Schulabschlüsse zu absolvieren, Fremdsprachen zu erlernen oder auch kaufmännische Lehrgänge abzuschließen. Das gesamte Lehrangebot ermöglicht eine individuelle und flexible Dauer, sodass diese staatlich anerkannten Abschlüsse mit einer Nebentätigkeit sehr gut vereinbar sind (ILS - Institut für Lernsysteme GmbH, o.J.).

Die „IST Hochschule für Management“ bietet neben einem Vollzeitstudium ein Teilzeitstudium an. Über ein ausgereiftes Zeitmanagement kann somit auch der „Teilzeitstudierende“ etwaige Studieninhalte flexibel und individuell bearbeiten. Die IST Hochschule wirbt mit geringen Präsenzzeiten und ebenfalls mit neuen Technologien des digitalen Lehrens. Neben acht Bachelorstudiengängen aus verschiedenen Bereichen werden zusätzlich drei Masterstudiengänge, sowie Weiterbildungen angeboten. Die Studiengebühren belaufen sich auf Gesamtbeträge zwischen 12.564 Euro und 13.872 Euro für Bachelorstudiengänge und auf zwischen 10.680 Euro und 11.700 Euro für Masterstudiengänge. Die IST Hochschule wirbt mit vielen ehemaligen Profisportlern/ -Sportlerinnen, die eine universitäre Ausbildung während oder nach der aktiven Karriere bei der IST Hochschule absolvierten (IST-Hochschule für Management GmbH, o.J.)

Die Hochschule Wismar hat im Jahr 2004 das Tochterunternehmen „WINGS“ gegründet, um eine moderne Form des Fernstudiums anzubieten. Neben 12 staatlich anerkannten Bachelor- und 13 Masterstudiengängen hebt sich WINGS mit zahlreich zertifizierten Weiterbildungsmöglichkeiten hervor. Darunter fallen einige reine Online-Studiengänge, deren Inhalte von zu Hause aus bearbeitet werden können und deren Prüfungen an zwölf Standorten in Deutschland möglich sind. Der Fokus liegt darauf ein breites Spektrum von Berufsfeldern abzudecken. Die totalen Studiengebühren der Online Bachelorstudiengänge belaufen sich auf 8604 Euro, wobei die Kosten der Präsenz-Bachelorstudiengänge bis zu 19.120 Euro betragen. Die Studiengebühren der Masterstudiengänge liegen zwischen 9.800 und 19.500 Euro (WINGS - Wismar International Graduation Services GmbH, o.J.).

Die „fham Hochschule für angewandtes Management“ ermöglicht neben dem bereits bestehenden Vollzeit- und Teilzeitstudium ein neues Studienformat: „Studium & Leistungssport“. In diesem Format wird insbesondere auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der Leistungssportler/innen Wert gelegt und die Koordination einer beruflichen Qualifikation neben dem Sport ermöglicht. So werden beispielsweise flexibel anpassbare Klausurtermine, auf das Training und den Wettkampf abgestimmte Studienverlaufspläne oder auch individuelles Studiencoaching angeboten. Es kann zwischen einem breiten Studienangebot, bestehend aus 25 Bachelor- und acht Masterstudiengängen, gewählt werden. Insbesondere werden branchenspezifische Studiengänge, wie z.B. „Fußballmanagement“ angeboten. Die Studiendauer liegt bei sechs (Bachelor) bzw. drei Semestern (Master) für ein Vollzeitstudium, das Teilzeitstudium umfasst zwölf (Bachelor) bzw. fünf Semester (Master). Die Studiengebühren belaufen sich auf 15.510 Euro für ein Bachelor- und 7.650 Euro für ein Masterstudium (Hochschule für angewandtes Management GmbH, o.J.).

Eine weitere Form der privaten Hochschule stellt der „Sport Business Campus“ dar, der sich speziell auf berufliche Qualifikationen im Fußball-Business fokussiert. Der Sport Business Campus bietet einen staatlich anerkannten Bachelorstudiengang in Business Administration an, dessen Gebühren sich auf 27.900 Euro belaufen. Auch ein Masterstudiengang in General Management wird mit einer Gesamtgebühr von 24.900 Euro offeriert. Berufliche Weiterbildungen zum Sportbusiness- bzw. Fußballmanager werden ebenfalls angeboten. Die Einzigartigkeit des Studienangebots stellt sich unter anderem in den Studieneinrichtungen heraus. Im Jahr 2014 wurde bei der Spielvereinigung Greuther Fürth der „Kleeblatt Campus“ erschaffen, der ein Studium in Einrichtungen des Stadions ermöglicht. Zusätzlich erschien ein weiterer „VfL-Campus“ im Stadion des Fußballbundesligisten VfL Wolfsburg, sowie der „Arena Campus“, der in verschiedenen Stadien und Arenen der Stadt Düsseldorf das Studieren ermöglicht. Das Studium kann berufsbegleitend, also auch während einer aktiven Sportkarriere, absolviert werden. Bei Betrachtung der Präsenzpflicht wird deutlich, dass pro Monat ein Freitag und Samstag als Präsenztage vorausgesetzt werden. Dies stellt eine zeitliche Herausforderung für Fußballspieler, deren Wettkämpfe hauptsächlich am Wochenende stattfinden, dar. Grundsätzlich kann sich jedoch jeder Sportinteressierte, der die allgemeine Hochschulreife erlangt hat, auf ein Studium bewerben (Sportbusiness Campus GmbH, o.J.).

Die verschiedenen Beispiele an Angeboten von privaten Einrichtungen zeigen auf, dass Angebote einer beruflichen Karriere in Form eines Studiums oder einer beruflichen Weiterbildung mit einer parallelen Sportlaufbahn grundsätzlich existieren und realisierbar sind. Problematisch erscheint jedoch die Finanzierung, da die jeweiligen Angebote hohe Studienbeiträge einfordern. Es ist fraglich, ob SPF diese finanziellen Anforderungen bewältigen können. Im Vergleich zu anderen Sportarten, in denen Kaderathleten von der Unterstützung von über 100 Partnerhochschulen des Spitzensports profitieren können, erhalten Fußballspieler der nichtprofessionellen Profiklasse augenscheinlich keine Unterstützung. Eine neue Möglichkeit der semiprofessionellen Ausrichtung stellt das bereits dargestellte Konzept des SV Wacker Burghausen dar, das Spielern eine berufliche Perspektive bietet anstatt sie mit hohen Gehaltsversprechungen zu locken. Es bleibt abzuwarten, ob das vor einem Jahr eingeführte Konzept als Vorbild für andere Vereine gelten kann.

3.4.3 Spielergewerkschaft Vereinigung für Vertragsfußballer

Eine Einrichtung, die in erster Linie die sozialen und wirtschaftlichen Interessen der Fußballspieler fördert und vertritt, ist die Spielergewerkschaft VDV, die im Jahr 1987 aus einer Initiative von aktiven Profispielern heraus gegründet wurde. Der Spielergewerkschaft sind derzeit mehr als 1.400 Mitglieder beigetreten. Nach § 6 der Satzung des VDV setzt der Beitritt als ordentliches Mitglied voraus, dass die Person als aktiver Fußballspieler für einen Verein spielt und über die Tätigkeit ein entsprechendes Entgelt generiert. Diese ordentlichen aktiven Mitglieder können demnach sowohl Fußballer professioneller Vereine, als auch nichtprofessioneller Vereine sein. Ein Spieler, der seine aktive Karriere als Fußballer beendet hat, gilt als ordentliches passives Mitglied (vgl. VDV Wirtschaftsdienste GmbH, 2010, S. 5).

Die Mitglieder der Spielergewerkschaft müssen Beiträge zahlen, deren Höhe sich auf die jeweilige Spielklasse bezieht, in der das Mitglied aktiv ist. So müssen Fußballspieler der 1. Bundesliga beispielsweise 270 Euro und Mitglieder aus der Regionalliga 90 Euro pro Halbjahr zahlen (VDV Wirtschaftsdienste GmbH, o. J.b).

Die Spielergewerkschaft setzt sich für die Interessen der Mitglieder ein, strebt einen dauerhaften Mitgliederzuwachs an und arbeitet geschlossen an verbesserten Bedingungen für die Lebenssituation der Fußballer. Grundsätzlich definiert sich die VDV selbst als „kollektive Stimme aller Profis für das Wohl aller Profis“ (VDV Wirtschaftsdienste GmbH, o.J.a). Neben Angeboten, die Fußballspielern bei der Vorsorge und der finanziellen Absicherung helfen sollen, bietet die VDV weitere Förderungsmaßnahmen an. So können Fußballspieler, die aktuell keinen gültigen Vertrag mit einem Verein besitzen, jährlich im Sommer am „VDV-Proficamp“ teilnehmen und sich in Testspielen gegen andere Vereine für einen neuen Arbeitsvertrag empfehlen (VDV Wirtschaftsdienste GmbH, 2018c).

Zusätzlich zu den Initiativen während der Fußballkarriere offeriert die VDV ebenfalls Maßnahmen, die die postfußballerische Berufsplanung fördern soll. Mitgliedern der VDV wird eine individuelle Laufbahnberatung in Bezug auf die berufliche Zukunft geboten. Sie erhalten die Möglichkeit, Fernstudienangebote vergünstigt wahrzunehmen, in denen die Klausurtermine individuell anpassbar sind. Ein Kooperationspartner der VDV sind beispielsweise die bereits vorgestellte IST Hochschule und das ILS, die für das Lehrangebot exklusive Rabattierungen anbieten. Ebenfalls besitzt die VDV Sonderkontingente bei der Herausbildung von Fußball-Trainerlizenzen (VDV Wirtschaftsdienste GmbH, 2018a).

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich die VDV in verschiedenen Bereichen für die Interessen von Profifußballern und SPF einsetzt. Die VDV kooperiert mit vielen Partnern, die unter anderem die Vereinbarkeit einer dualen Karriere für Fußballspieler ermöglichen. Die aktuelle Mitgliederzahl liegt bei mehr als 1.400 Personen, worunter neben den aktiven Fußballspielern auch passive ordentliche Mitglieder und Ehrenmitglieder fallen (VDV Wirtschaftsdienste GmbH, o.J.a). Setzt man diese Anzahl an Personen mit der Summe der aktiven Fußballspieler der ersten vier Ligen gleich, in denen 3.809 Spieler5 aktiv sind, wird deutlich, dass lediglich ein geringer Anteil das Angebot der VDV wahrzunehmen scheint. Es erscheint daher interessant im empirischen Teil der Arbeit herauszufinden, inwiefern das Angebot der VDV von SPF genutzt wird.

4 Zwischenfazit

Die Thematik der Vereinbarkeit einer dualen Karriere nimmt stetig an Bedeutung zu, sowohl für die aktiven Sportler/innen, als auch für die Verantwortlichen des Sportsystems. In der jüngsten Vergangenheit sind sportartenübergreifend zahlreiche Initiativen ergriffen worden, um die Berufschancen der Sportler/innen zu optimieren. Von der staatlichen Förderung profitieren können jedoch vorrangig die Elitesportler/innen der jeweiligen Sportart. Eine Klientel, die nicht den sportlichen Anforderungen entspricht, um von den weitreichenden Fördermaßnahmen des DOSB und seinen Partnern zu profitieren, ist die der SPF. Die SPF sind grundsätzlich dazu veranlasst, nach der aktiven Fußballkarriere einen Beruf auszuüben um sozialen Risiken zu entgehen und fortlaufend ein geregeltes Einkommen zu generieren. Die aufgezeigten Möglichkeiten neben dem Fußball eine Berufskarriere zu starten liegen in privaten Einrichtungen, die hohe Studiengebühren einfordern. Es stellt sich zudem die Frage, ob sich SPF für dieses Format des Fernstudiums interessieren, welcher Anteil der Klientel die notwendige Hochschulzugangsberechtigung besitzt und welcher Anteil das Angebot letztendlich tatsächlich nutzt. Des Weiteren eröffnet sich die Frage, inwiefern SPF von Vereinsseite berufsfördernde Unterstützung erhalten. Ebenfalls interessiert, inwieweit die aktiven Spieler die VDV kennen, nutzen und ihr auch beigetreten sind.

Aufgezeigt wurde, dass die Spitzensportler/innen in vielen Sportarten durchschnittlich über 30 Stunden wöchentlich für Training und Wettkampf investieren müssen. Hier stellt sich die Frage, ob SPF einer ähnlich hohen zeitlichen Belastung ausgesetzt sind. Es gilt zu untersuchen, inwiefern die allgemeinen Belastungen und Probleme der Spitzensportler/innen auch für SPF gelten. Wie lässt sich das Fußballspielen auf semiprofessioneller Ebene mit einer parallelen Berufsperspektive vereinbaren und welche Problemfelder haben einen Einfluss auf diese Vereinbarkeit? Ebenfalls ist von Interesse, welcher Anteil der SPF neben dem Fußball einer beruflichen Tätigkeit nachkommt, eine BQ absolviert oder bereits vorweisen kann. Da sich der semiprofessionelle Bereich in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat, besteht im Hinblick auf die Vereinbarkeit einer dualen Karriere im semiprofessionellen Fußball eine Erkenntnislücke.

[...]


1 Stand: Saison 2018/2019

2 Aktuell steht der SV Wacker Burghausen auf dem vierten Tabellenplatz der Regionalliga Bayern. Stand: 01.02.2019

3 Eine Ausnahme stellen Spieler dar, deren Vereine neben der Lizenzspielerabteilung eine zweite Mannschaft zum Spielbetrieb der vierten Liga aufstellen und einige Jungspieler mit Lizenzverträgen ausstatten. Diese Spieler gelten ebenfalls als SPF, da sie ihre Haupttätigkeit als Fußballer in der Regionalliga ausüben.

4 Eine Ausnahme stellen die Spieler der zweiten Mannschaften dar, die im nichtprofessionellen Ligabetrieb spielen, theoretisch jedoch von den Förderungsmaßnahmen des Vereins profitieren könnten.

5 Die Zahl wurde den Informationen der verschiedenen Wettbewerbe über die Website www.transfermarkt.de entnommen. Demnach sind in der Saison 2018/2019 in der 1. Bundesliga 523, in der 2. Bundesliga 502, in der 3. Liga 531 und in allen 5 Regionalligen 2.253 Spieler aktiv. Stand: 01.11.2018

Ende der Leseprobe aus 158 Seiten

Details

Titel
Die Vereinbarkeit einer dualen Karriere aus der Perspektive semiprofessioneller Fußballspieler. Eine empirische Analyse
Hochschule
Universität Bayreuth  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Lehrstuhl Sportwissenschaft II Sport Governance und Event Management
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
158
Katalognummer
V983397
ISBN (eBook)
9783346340849
ISBN (Buch)
9783346340856
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Semiprofessioneller Fußball, professioneller Fußball, Profifußball, Amateurfußball, duale Karriere, duale Karriere im Sport, Vereinbarkeit einer dualen Karriere, Triangulation qualitativer und quantitativer Daten, problemzentriertes Interview, explorative Faktorenanalyse, multiple Regressionsanalyse, binär logistische Regressionsanalyse, Fußball, Ligensystem, Gehalt im Fußball, qualitative Inhaltsanalyse, Mayring, Witzel, nachsportliches Dilemma, Fußball und Beruf, Vertragsfußballer
Arbeit zitieren
Louis Engelbrecht (Autor:in), 2019, Die Vereinbarkeit einer dualen Karriere aus der Perspektive semiprofessioneller Fußballspieler. Eine empirische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/983397

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