Die Entstehung von Nationalparks im 19. Jahrhundert. Ursachen und Folgen


Hausarbeit, 2020

16 Seiten, Note: 1,9

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehung der Nationalparks
2.1 Begriff: Nationalpark
2.2 Historische Einordnung
2.3 Entstehung und Folgen

3 Fazit

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Jüngst sprach Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, davon, dass der Klimawandel eine Schicksalsfrage der Menschheit sei.1 Seit Jahrzehnten wird dabei ein maßgeblicher Effekt diskutiert: der Mensch und dessen Emissionen insbesondere im Kontext von dem Ausstoß von Kohlenstoffdioxid.2 Gerade die jüngst angebrochene vierte industrielle Revolution zeigt dabei, dass maßgeblich zum anthropogenen Klimawandel beigetragen wird:

„So verbrauchen digitale Technologien enorm viel Strom. Solange dieser nicht allein aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, stellt er ein massives Problem für den Klimaschutz dar. Außerdem werden für den Bau digitaler Technologien und Geräte kostbare Ressourcen verbraucht. Eine Reduzierung der technischen Geräte und eine Verlängerung der Zyklen beim Kauf neuer Geräte wäre wünschenswert, ist angesichts der hohen Lukrativität solcher Geräte aber nicht zu erwarten.“3

Nicht nur die Geräte, sondern natürlich auch die Technologien seitens der Software sind dabei als Problem zu bewerten.4 Zunehmend gerät entsprechend die sogenannte Unternehmensverantwortung und natürlich die jedes Einzelnen sowie ganzer Staaten – im Kontext des Umweltschutzes in den Fokus. Ganze Staaten drohen durch den Anstieg der Meere zu verschwinden, ganze Bereiche unbewohnbar zu werden und die allermeisten Pflanzen und Tiere sind zunehmend bedroht.5

Nationalparks sind dabei diejenigen Stätten, in denen ganz abseits etwaiger politischer Verträge jedes Land sowohl für Einkommen seitens des Tourismus als auch für Arten- und Naturschutz seitens des Klimawandels etwas zum Positiven bewirken kann. Vielfach wird beispielsweise von Deutschland auf Kooperationen von Wirtschaft, Nonprofit-Organisationen und staatlichen Beteiligungen gesetzt, um dem Klimawandel durch eine Rettung und Erweiterung bestehender Nationalparks entgegen zu treten.6

So wird deutlich, dass die menschlichen Eingriffe in die Natur und das Klima sicherlich schon immer gegeben waren – sie jedoch signifikant anstiegen, als die erste industrielle Revolution anbrach. Tatsächlich fällt in diesen Zeitraum auch die Entstehung der ersten Nationalparks, sodass die Frage offenkundig scheint, ob das Eine mit dem Anderen zusammenhängt. Ob die damalige Industrialisierung bereits einen Fokus auf die Arten- und Naturrettung gebracht hat bzw. ein Verständnis über die möglichen Probleme schon einst bekannt gewesen sein könnte oder sich dieses erst allmählich entwickelte. Dies führt zu der folgenden Frage: Welche Ursachen und welche Folgen hatte die Entstehung der ersten Nationalparks im Zeitalter der ersten industriellen Revolution?

Die historische Fragestellung ist auch für die Zukunft wichtig. So zeigt sich, dass insofern aus der Geschichte gelernt werden kann, als dass diese dabei hilft, Entscheidungen der Gegenwart und der Zukunft nicht nur neu zu bewerten und besser zu verstehen, sondern sie dann auch besser zu treffen.7 Der Zusammenhang zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft scheint faktisch in jedem Bereich menschlicher Existenz und Forschung von allergrößter Bedeutung, wie auch wiederkehrend in der Literatur reflektiert wird.

2 Entstehung der Nationalparks

Um die Leitfrage zu beantworten, sei zunächst geklärt, was überhaupt ein Nationalpark ist. Dies erfolgt zunächst aus dem gegenwärtigen Blickwinkel heraus, von dessen Konzeption jedoch Analogien in der Vergangenheit gesucht werden können. Dafür wird es nötig, die erste industrielle Revolution zu erfassen und sie historisch einzuordnen, wobei die Ursachen und Folgen sowie etwaige weitere Zusammenhänge zu beschreiben sind. In diesen Kontext kann dann auch die Entwicklung Nationalparks gesetzt werden, wobei zu zeigen ist, inwieweit diese zu den gegenwärtigen Ausprägungen hin verweisen – und inwieweit sich damit die Frage beantworten lässt. Die Ergebnisse finden sich abschließend vorgestellt, diskutiert und zusammengefasst.

2.1 Begriff: Nationalpark

Eine erste begriffliche Annäherung an das Konzept eines Nationalparks lässt sich wie folgt anführen:

„Nationalpark, ein Gebiet, das von einer Nationalregierung für die Erhaltung der natürlichen Umwelt zur Verfügung gestellt wird.“8

Dies mag ein erster Zugang sein und deckt sich sicherlich auch mit dem Gemeinsinn der allermeisten Menschen, nach welchem Nationalparks, wie schon die Komposition aus national und Park zeigt, staatlich abgesteckte Naturflächen seien. Die Problematik hinter einem solchen Zugang offenbart sich jedoch in dem, was staatlich gewünscht ist – denn längst nicht jeder Nationalpark dient in gleicher Weise der Erhaltung der natürlichen Umwelt. Die offenen Fragen beginnen beispielsweise dann, wenn geprüft wird, inwieweit Menschen überhaupt – sei es als Naturschützer oder Touristen – Zugang zu den Regionen erhalten und von welcher Größe bzw. Lage sie sind. Selbst ein Stadtpark könnte als Nationalpark in dieser Definition gelten, wenn er entsprechend verwildert wäre.

Die 1994 von der International Union for Conservation of Nature gegebene Differenzierung hilft dabei ebenfalls nur bedingt weiter. Hierbei werden Nationalparks als große natürliche oder naturnahe Gebiete charakterisiert, die seitens ihrer ökologischen Prozesse zu schützen sind. Gleichzeitig sollen diese Ökosysteme auch einen Zugang für Umwelt-, Kultur-, Religions-, Wissenschafts-, Bildungs-, Freizeit- und Besuchsangebote bieten – ein Umstand, der sich durch die Einwirkung des Menschen kaum mit dem Ziel des Naturerhalts vereinbaren lässt und der deutlich macht, dass zwischen natürlich und naturnah eine große Lücke klafft.9

Dennoch zeigt sich, dass diese Definition internationale Gültigkeit hat. Es wird getrennt zwischen Natur und Kultur sowie Wildnis und Zivilisation.10 Gleichzeitig soll diese Trennung nicht absolut sein, sondern es sollen Zugänge des jeweils anderen möglich werden. Menschliche Eingriffe als Kontrolle der Natur werden demnach beibehalten.11 Dabei zeigt sich, dass diese Vorstellungen durchaus als antiquiert zu betrachten sind. Denn schon in der Mitte des 19. Jahrhundert, als die Park-Bewegung Ruhepole in der Natur im Kontrast zum nervösen städtischen Leben gesucht hat, entwickelte sich diese Sichtweise. Der Botaniker Carl Schröter spricht von einem Nationalpark als Stätte, die von menschlichem Einfluss getrennt ist. Die Parks bilden einen Ort der für den Schutz von Pflanzen und Tierwelt steht. Im Kontrast dazu steht die Grenze zum menschlichen Habitat, dass die Natur zerstört.12

Die Problematik dahinter ist dann, dass die Grenzziehung erschwert wird. So zeigt sich in Argentinien beispielsweise, dass überhaupt kein Gegensatz zwischen Stadtentwicklung und Nationalpark gesehen wurde, sondern Nationalparks in peripheren Regionen eingerichtet, sowie mitunter von Städten oder Stadtteilen umschlossen werden konnten.13 Inwieweit in einem solchen Areal ein natürliches Umfeld möglich ist, etwa im Kontext von Lärm-, Emissions- und Licht-Smog einer Großstadt, bleibt dabei fraglich.

Es scheint dann auch nicht zu verwundern, dass im frühen 20. Jahrhundert die Definition eines Nationalparks eher in die Richtung des Wohlbefindens und der Muße der ganzen Bevölkerung gerückt wurde und nicht dem eigentlichen Sinn von Arterhalt und Naturnähe bzw. Wildnis.14 Sicherlich stehen stets Interessen von Umweltschutz und Ökonomie im Hintergrund, die miteinander abgewogen werden müssen, wenn es um die Zuteilung einer Fläche als Nationalpark sowie die Ausgestaltung desselben seitens etwaiger Zugänge von anderen Menschen geht.15 Grundsätzlich liegt in dieser Abwägung jedoch eine sehr weite Definition dessen, was einen Nationalpark ausmachen könnte oder sollte. Der Verweis auf andere Begriffe wie ein Naturschutzgebiet scheint dabei ebenfalls von Bedeutung zu sein, zumal Nationalparks auf internationale Kriterien gestützt werden und diese erfüllen müssen. Naturschutzgebiete sind diesbezüglich jene Flächen, die nicht der wissenschaftlichen Forschung oder Erholung der Bevölkerung dienen, sondern rein dem Naturschutz.16

An diesem Punkt kann eine Abgrenzung gefunden werden: Nationalparks sind demnach auf internationalen Regeln aufbauende Areale, in denen die Natur geschützt wird, aber der Mensch durchaus Zugriffe haben kann – demgegenüber sind die Naturschutzgebiete jene Bereiche, in denen auch die Menschen keinen Zutritt haben oder haben sollten. Die Entwicklung dieser Bereiche kann dann in der Vergangenheit nachvollzogen werden.

2.2 Historische Einordnung

Einleitend wurde bereits darauf verwiesen, dass es eine erste und eine vierte industrielle Revolution gab. Demnach gab es natürlich auch weitere Stufen dazwischen. Zur Vereinfachung der zeitlichen Einordnung einerseits sowie auch der Technologien, die eine Rolle spielten und spielen, andererseits, sei das nachstehende Schaubild herangezogen (vgl. Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die unterschiedlichen industriellen Revolutionen. Quelle: Huber (2018), S. 13.

Deutlich wird, dass die erste industrielle Revolution die fossilen Brennstoffe überhaupt erst in einer größeren Menge nötig machte, wobei deren signifikante Auswirkungen zeitverzögert eintragen und entsprechend erst im 20. Jahrhundert nachgewiesen bzw. in diesem hinreichend betrachtet wurden. Dampf- und Wasserkraft wurden in den einsetzenden Größenordnungen nur durch die Gewinnung von Kohle und den damit verbundenen Bergbau ermöglicht, ehe eine Erweiterung mittels neuer Technologien auch auf das Öl erfolgte. Der zeitliche Rahmen, in denen die Entwicklung der mechanischen Produktionsanlagen einerseits und der zunehmend ansteigende Gebrauch fossiler Energien andererseits, die überhaupt erst zum anthropogenen Klimawandel des letzten und aktuellen Jahrhunderts führten, fällt, ist demnach das ausgehende 18. sowie das beginnende 19. Jahrhundert.

Die fossilen Energien und die Emissionen sind dabei jedoch nicht das einzige relevante Feld jener Zeit. So zeigt sich, dass die erste industrielle Revolution mit einer Urbanisierung einherging: Produktionsanlagen wurden zu regelrechten Städten, die sich darum entwickelten – und die Menschen vom Land zog es in eben jene Städte. Es handelte sich dabei um einen Doppelprozess, nach welchem Städte sowohl gegründet als auch gefüllt wurden.17

In der Folge ergab sich natürlich auch eine Landflucht bzw. eine Abwendung von der natürlichen ruralen Umgebung sowie zugleich ein Verlangen, zumindest im Geiste zu dieser zurückzukehren. Gerade die sozialen Umbrüche jener Zeit des 19. Jahrhunderts, die auch mit infrastrukturellen Veränderungen und starken Migrationsbewegungen korrelierten, sorgten zusammen mit neuen wissenschaftlichen um einen neuen Kampf ums Dasein sowie neue Blickwinkel auf Gesellschaft, Technik, Individuum und Natürlichkeit. Durch die technische Revolution erfolgten demnach auch Revolutionen an anderen Punkten, wenngleich natürlich nicht nur positive Aspekte folgten, sondern im Kontext der sozialen Frage auch gravierende Einschnitte in jener Zeit erkennbar sind.18 So wird in diesem Rahmen auch das urbane Zeitalter benannt, welches immer stärker an Geltung gewann und auch weiterhin eine signifikante Rolle in der Gesellschaft spielen dürfte.19

[...]


1 Vgl. Die Bundesregierung (2017): Bundeskanzlerin bei der COP 23. Klimawandel ist Schicksalsfrage. Berlin

2 Vgl. Brüggemann, M., Neverla, I., Hoppe, I. & Walter, S. (2017): Klimawandel in den Medien. In: von Storch, H., Meinke, I. & Claußen, M. (Hrsg.): Hamburger Klimabericht – Wissen über Klima, Klimawandel und Auswirkungen in Hamburg und Norddeutschland. Berlin. S. 243-254., S. 244.

3 Vgl. Noack, A. (2019): Der Einfluss der Digitalisierung auf den Klimawandel. URL: https://digital-magazin.de/einfluss-der-digitalisierung-auf-klimawandel/(Stand: 14.08.2020)

4 Vgl. Leregger, F. (2020): Digitalisierung und Klimawandel im Kontext der Sustainable Development Goals. In: Sihn-Weber, A. & Fischler, F. (Hrsg.): CSR und Klimawandel. Unternehmenspotenziale und Chancen einer nachhaltigen und klimaschonenden Wirtschaftstransformation. Berlin. S. 149-162.

5 Vgl. Kerber, G. (2018): Klimawandel hautnah. Wenn das Meer kommt – Wie Inselbewohner mit den Veränderungen umgehen. Berlin. S. 8.

6 Vgl. Marzahl, L. (2019): Umweltkommunikation im Netzwerk. Perspektiven, Interessen und Strategien im Diskurs um das Wattenmeer. Wiesbaden.), S. 150.

7 Vgl. Hanh, T. N. (2009): Körper und Geist in Harmonie. Die Heilkraft buddhistischer Psychologie. München.

8 British Encyclopedia, zit. nach Kaltmeier, O. (2020): Nationalparks von Nord bis Süd. Eine transnationale Verflechtungsgeschichte von Naturschutz und Kolonialisierung in Argentinien. Bielefeld. S. 131.

9 Vgl. Kaltmeier (2020), S. 131

10 Vgl. United States, National Park Service (1985): The National Parks: Index 1985. Washington, S. 7-8

11 Vgl. Kaltmeier (2020), S. 131

12 Schröter C, (1918) Der schweizerische Nationalpark im Unterengadin, in: Die Naturwissenschaften (6,52), S. 761-765, S. 763

13 Vgl. Kaltmeier (2020), S. 131-132.

14 Vgl. Kaltmeier (2020), S. 206.

15 Vgl. Kaltmeier (2020),

16 Vgl. Akademie für Raumforschung und Landesplanung (1957): Umschaudienst des Forschungsausschusses „Landschaftsgestaltung“ der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Band 7,Ithaca, S.18

17 Vgl. Bleek, S. (1991): Quartierbildung in der Urbanisierung. Das Münchner Westend 1890-1933. München., S. 55.

18 Vgl. Immler, H. (1990): Vom Wert der Natur. Zur ökologischen Reform von Wirtschaft und Gesellschaft. Natur in der ökonomischen Theorie Teil 3. 2. Auflage. Opladen., S. 151

19 Vgl. Schwarz, A. (2005): Einleitung. In: Schwarz, A. (Hg.): Der Park in der Metropole. Urbanes Wachstum und städtische Parks im 19. Jahrhundert. Bielefeld. S. 11-18.S. 11.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Entstehung von Nationalparks im 19. Jahrhundert. Ursachen und Folgen
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,9
Jahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V983421
ISBN (eBook)
9783346340283
ISBN (Buch)
9783346340290
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entstehung, nationalparks, jahrhundert, ursachen, folgen
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Die Entstehung von Nationalparks im 19. Jahrhundert. Ursachen und Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/983421

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