Das Lernen und Verlernen von Angst


Seminararbeit, 2000

19 Seiten, Note: 1,0


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Gliederung

1. Die Natur der Angst

2. Die Emotionstheorie des klassischen Behaviorismus

3. Die klassische Konditionierung
3.1.Konditionierungsprozess
3.2. Reizgeneralisierung / Transfer
3.3. Löschung
3.4. Beispiel

4. Das Lernen von Angst: -Albert
4.1.Versuchsbedingungen
4.2. Versuchsablauf
4.3. Versuchsergebnisse

5. Das Verlernen von Angst: - Peter
5.1. Versuchsbedingungen
5.2. Versuchsablauf
5.3. Versuchsergebnisse

6. Kritik an den Experimenten
6.1. Ethik
6.2. Inhaltliche Kritik
A. Zitat- und Literaturverzeichnis
1. Zitat- und Bildverzeichnis
2. Literaturverzeichnis
B. Anhang
1. Handreichung zum Referat
2. PowerPoint ® TM - Pr ä sentation im Referat

1. Die Natur der Angst

Angst ist eine der mächtigsten Emotionen die wir kennen. Der Ausdruck von Angst in einem menschlichen Gesicht ist, wie wir in unserem Seminar selbst erlebt haben von einer Person am schnellsten und eindeutigstem wahrzunehmen. Verhaltensforscher führen die Angst als menschliche Emotion auf ihre überlebenswichtige Funktion zurück, in der sie die Vorfahren des Menschen mit deutlich eingeschränkten kognitiven Möglichkeiten davor bewahrt hat, ,,unvernünftige", gefährliche Dinge zu tun. Physiologisch wird dies bestätigt, da die Angst im Rahmen der ,,flight or fight- reaction" an die sympathischen Reaktionen des vegetativen Nervensystems gekoppelt ist.

Die körperlichen Reaktionen sind hormonell über das zentrale Nervensystem gesteuert und sind unter anderem durch eine Aktivierung des Herz- Kreislaufsystems ( Blutdruckerhöhung, Beschleunigung des Pulses, Verengung der Blutgefäße in der Haut, Erweiterung der Bronchien), eine Reduktion der Magen-Darmaktivität und diverse andere Symptome (Pupillenerweiterung, Schweißausbruch, Mundtrockenheit, Veränderung des Immunsystems und der Gerinnungsfaktoren im Blut,...) gekennzeichnet.

Der naheliegende Schluß, daß sämtliche Angstreaktionen aus der Evolution des Menschen abzuleiten sind, also genetisch bedingt sind, kann nicht gehalten werden. Man muß heute davon ausgehen, daß viele Angstreaktionen erlernt sind.

Als Grundlagenforschung unter dem lerntheoretischen Ansatz von Angst gelten die Experimente am 9 Monate alten Albert B. von Watson und Rayner im Jahre 1920 und das Experiment von Mary Cover Jones am 2 Jahre und 10 Monate alten Peter im Jahr 1923, die ich im folgenden beschreiben möchte.

2. Die Emotionstheorie des klassischen Behaviorismus

Die Emotionstheorie des klassischen Behaviorismus ist das zugrundeliegende Modell, auf das Watson seine Experimente zur Konditionierung von Emotionen stützt. Der Behaviorismus stellte als Reaktion auf die ,,Introspektionspsychologie" vor 1920 einen völlig neuen erkenntnistheoretischen Ansatz in der Psychologie dar.

Entgegen der ,,Bewußtseinspsychologie", die sich als Wissenschaft von Erlebens- oder Bewußtseinszuständen darauf beschränkte, die subjektiven Erlebensdaten einer Person zu analysieren, versuchten die Behavioristen sich in ihren Erkenntnisprozessen auf die von außen beobachtbaren, also intersubjektiv meßbaren Daten zu beschränken. Bildlich stellte sich dies in dem bekannten ,,black -box- modell" dar, in dem die Vorgänge innerhalb der ,,black - box Mensch" für den Beobachtbar als nicht erfaßbar gelten und sich jegliche Erkenntnisse aus dem meßbaren ,,Input" und ,,Output" herleiten.

,,Als legitimer Forschungsgegenstand der Psychologie betrachtete man nunmehr ausschließlich das intersubjektiv beobachtbare Verhalten und die das Verhalten beeinflussenden beobachtbaren Umweltgegebenheiten. Diese erkenntnistheoretische und methodische Position in der Psychologie wird als Behaviorismus (von ´behavior´ = ´Verhalten´ ) bezeichnet und ihre Vertreter als Behavioristen."1

Vor diesem Hintergrund des klassischen Behaviorismus, definierte Watson Emotionen als intersubjektiv beobachtbare Reaktionsmuster, die durch bestimmte Umweltgegebenheiten (Reize) verläßlich ausgelöst werden:

,,Eine Emotion ist ein erbliches Reaktionsmuster, das tiefgreifende Veränderungen des körperlichen Mechanismus als Ganzem beinhaltet, insbesondere aber der viszeralen (Eingeweide wie Herz, Lunge, Magen ) und der Drüsensysteme. Mit Reaktionsmuster meinen wir, daß die einzelnen Details der Reaktion immer dann mit einiger Konstanz, mit einiger Regelmäßigkeit und in ungefähr derselben Abfolge auftreten, wenn der auslösende Reiz dargeboten wird."2

Durch Experimente und Beobachtungen an Säuglingen, die Watson in Krankenhäusern und Heimen für seine Versuche heranzog, glaubte Watson zumindest drei ungelernte emotionale Reaktionsmuster gefunden zu haben, die durch drei unterschiedliche Gruppen von Reizen ausgelöst werden.

Unkonditionierte Reize : Reaktionsmuster: Unkonditionierte Reaktionen (UCS) (UCR)

Laute Ger ä usche, Anhalten des Atems, ,,Auffahren"

Verlust von Halt FURCHT des ganzen K ö rpers, Schreien

Oft Def ä kation und Urinieren, u.a.

Behinderung Steifwerden des ganzen K ö rpers,

der K ö rperbewegungen WUT zeitweiliges Aussetzen der Atmung

R ö tung des Gesichts bis zur Blauf ä rbung u. a.

Streicheln der Haut und Schreien h ö rt auf, Gurgeln,

der Geschlechtsorgane, LIEBE Glucksen, Erektion des Penis, Schaukeln auf den Knien viele andere unbestimmte Reiten, usw. Reaktionen.

Watson ging davon aus, daß die Vielzahl der menschlichen Emotionsreaktionen über Konditionierung aus den drei (angeborenen) Emotionsmustern Furcht, Liebe und Wut entstanden sind. Das bedeutet, daß unter dem Einfluß von Umgebungsfaktoren sogenannte konditionierte Reflexe oder konditionierte emotionale Reaktionen entstehen. Mit dieser Theorie wäre erklärbar, daß wahrscheinlich das gesamte Repertoire an menschlichen Emotionsmustern erlernt ist, über Konditionierung auf die drei angeborenen Emotionsmuster Furcht, Liebe und Wut zurückzuführen sind.

3. Klassische Konditionierung

3.1. Konditionierungsprozess

Mit der Emotionstheorie des klassischen Behaviorismus wird behauptet, daß die meisten Emotionen eines Menschen erlernt sind. Die ,,zuständige" Lerntheorie wird ebenfalls gleich genannt: Watson ging davon aus daß die klassische Konditionierung für den Neuerwerb von Emotionsmustern verantwortlich ist. Die Theorie der klassischen Konditionierung geht zurück auf den russischen Physiologen Iwan Pawlow, der in Tierversuchen den Beweis fand, daß ein neutraler Reiz (NS), der wiederholt in innerem und zeitlichen Zusammenhang mit einem unkonditioniertem Reiz (UCS) dargeboten wird, schließlich ein Konditionierter Reiz (CS) wird und eine konditionierte Reaktion (CR) auslöst. Die konditionierte Reaktion (CR) ist in ihrem Muster und Ablauf der unkonditionierten Reaktion ähnlich, die angeboren, reflexartig und zuverlässig durch den unkonditionierten Reiz ausgelöst wird.

Es handelt sich bei der klassischen Konditionierung um einen Lernvorgang, bei dem eine Reaktion (CR) auf einen Stimulus (CS) erlernt wird. Der konditionierte Reiz war ursprünglich ein neutraler Reiz, der keine meßbare Reaktion des Organismus nach sich zog. Der unkonditionierte Reiz löst zuverlässig eine eindeutige reflexartige Reaktion, die unkonditionierte Reaktion (UCR) aus.

Durch gleichzeitige Darbietung des neutralen Reizes mit dem unkonditionierten Reiz erfolgt nach einigen Wiederholungen ein ,,Bedeutungstransfer", bei dem der ursprünglich neutrale Reiz (NS) eine neue, dem UCS ähnliche Bedeutung erhält und bei alleiniger Darbietung bei dem Organismus eine, der unkonditionierten Reaktion (UCR) ähnliche Reaktion auslöst, die konditionierte Reaktion (CS). Im Modell ist dieser Vorgang in drei Phasen gegliedert, in der ersten Phase wird durch isolierte Darbietung des neutralen Reiz überprüft, ob dieser wirklich neutral ist, also keine meßbare Reaktion nach sich zieht. Ebenso wird durch isolierte Darbietung des unkonditionierten Reiz überprüft ob dieser zuverlässig die reflexartige unkonditionierte Reaktion nach sich zieht.

In der zweiten Phase wird der neutrale Reiz in Verbindung mit dem unkonditionierten Reiz wiederholt dargeboten. In der dritten Phase reicht nun die isolierte Darbietung des neutralen Reizes um eine, der UCR ähnliche Reaktion auszulösen. Der neutrale Reiz ist nun ein konditionierter Reiz und löst eine konditionierte Reaktion aus.

Im Schema sieht das 3 Phasen - Modell der klassischen Konditionierung folgendermaßen aus:

Phase 1:

Überprüfung:

NS no reaction

UCS UCR

Phase II:

(in mehrmaliger Wiederholung)

NS UCS UCR / CS

Phase III:

(NS =) CS CS (=UCR)

3.2. Reizgeneralisierung / Transfer

Im Zusammenhang mit der klassischen Konditionierung wurde die Theorie aufgestellt, daß es bei Konditionierungsprozessen zur sogenannten Reizgeneralisierung, bzw. zum Transfer von Konditioierungsleistung kommen kann. Unter Reizgeneralisierung versteht man den Effekt, daß in einem Konditionierungsprozess nicht nur der spezifische neutrale Reiz eine reaktionsauslösende Bedeutung erhält sondern ebenso Reize eine konditionierte Reaktion auslösen, die in Ihrer Natur dem NS ähnlich sind, z.B. unter einem gemeinsamen Oberbegriff zusammenzufassen sind. Der Lernprozess wird vom Organimus auf ähnliche Reize übertragen, ein Transfer findet statt.

Unter extremen Bedingungen (hohe Reizstärke, lebensbedrohliche Situation) kann die Reizgeneralisierung sehr weit ausgedehnt sein, so daß selbst Reize konditioniert werden die nur in geringem Verwandtschaftsverhältnis zum neutralen Reiz stehen. ( Der Oberbegriff unter dem die Reize zusammengefaßt werden können wird immer abstrakter / unspezifischer.)

3.3. Löschung

Spricht man von Löschung, so meint man im Zusammenhang mit der klassischen Konditionierung das Phänomen, daß Konditionierungseffekt keine unbegrenzte zeitliche Wirkung haben, d.h. die Zuverlässigkeit mit der die Konditionierte Reaktion durch den Konditionierten Reiz ausgelöst wird mit der Zeit ab. Das Ergebnis einer Konditionierung ist über die Zeit hinweg nicht unbeschränkt haltbar, die Tatsache daß Konditionierung nach unterschiedlich langer Zeitdauer vom Organismus wieder verlernt werden wird als ,,Löschung" bezeichnet.

Ob und wann Löschung stattfindet, hängt von vielen Faktoren ab, zum einen von der Intensität der Konditionierung ( Reizqualität bei der Konditionierung, Anzahl der Wiederholungen,... ) und vom Organismus selbst (Lernfähigkeit ), zum anderen, ob die Verknüpfung von NS und UCS auch nach der Konditionierung noch dargeboten wurde, wie oft der Konditionierte Reiz in dem Zeitraum dargeboten wird (,,ob der Organismus in Übung ist die konditionierte Reaktion auszuführen") und ob evtl. unkonditionierte Reize mit dem konditioniertem Reiz verknüpft werden, die der Bedeutung des ursprünglichen unkonditionierten Reiz entgegenstehen.

Werden nach einer Konditionierung Reize mit dem konditioniertem Reiz verbunden, die mit der Bedeutung des CS und damit auch des ursprünglichen unkonditionierten Reiz nicht vereinbar sind, so kann es zu einer Aufhebung oder Umwandlung der Konditionierung kommen, in diesem Fall spricht man strenggenommen nicht mehr von Löschung (Aufhebung im Laufe der Zeit) sondern von Gegenkonditionierung (Aufhebung /Bedeutungsumwandlung durch neue /antagonistische Reizsetzung ).

3.4. Beispiel

Von Iwan Pawlow ist ein Experiment sehr bekannt geworden, bei dem das Läuten einer Glocke einen neutralen Reiz (NS) darstellte, zu Beginn des Experiments also keine meßbare Reaktion bei einem Hund (Versuchsorganismus) zur Folge hatte und das Darbieten von Futter (UCS) zuverlässig die reflexartige Erhöhung der Speichelproduktion (UCS) zur Folge hatte. Die wiederholte Kombination von Glockenläuten und Fütterung führte zur Konditionierung des Reizes ,,Glockenläuten", so daß sich im folgenden alleine auf das Läuten der Glocke eine Erhöhung des Speichelflusses einstellte. Reizgeneralisierung würde bei diesem Experiment bedeuten, daß der Hund nicht nur auf das spezifische Läuten dieser einen Glocke mit Speichelfluß reagiert sondern auch auf das Läuten anderer Glocken (z.B. Kirchenglocken) oder auf laute Geräusche /Lärm etc. .

Löschung kann man sich am Beispiel des Pawlowschen Hundes so vorstellen, daß über einen längeren Zeitraum hinweg kein Läuten der Glocke mehr erfolgt (Die Fütterung des Hundes muß weiter erfolgen, da ein Aussetzen des UCS ,,Futter" über einen längeren Zeitraum für Hund und Experiment ungünstige Folgen nach sich zieht...) und schließlich die ,,Bedeutung" des Reizes Glockengeläut ,,vergessen" wird. Wird das der CS ,,Glockenläuten" weiter dargeboten, jedoch ohne die Verbindung zur Fütterung ist eine Löschung ebenso möglich. Unter Gegenkonditionierung könnte in diesem Fall so funktionieren, daß der Reiz ,,Glockenläuten" wiederholt mit einem negativem Reiz (z.B. Stromschlag) verbunden wird und so das Läuten der Glocke eine neue Bedeutung erhält.

Das Prinzip der klassischen Konditionierung funktionierte in Pawlowls´ Experiment sehr effektiv, so effektiv wie es sich der Autor der folgenden Zeichnung vorgestellt hat, war es aber wohl doch nicht.

Abb. 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Theorie der klassischen Konditionierung konnte im Prinzip vom Hund auf den Menschen übertragen werden und findet Anwendung in der Erklärung vielerlei Lernvorgänge:

Abb. 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Das Lernen von Angst - Albert

John Broadus Watson versuchte u.a. in den Experimenten mit dem kleinen Albert im Jahre 1919 den Beweis zu finden, daß sich die Theorie der klassischen Konditionierung auf die Entwicklung von bestimmten Emotionen anwenden läßt. John B. Watson ging davon aus, daß aufbauend auf die emotionalen Grundmuster, Furcht, Liebe und Wut andere emotionale Reaktionen durch Konditionierung erlernt werden. Watson wählte für sein Experiment ein 9 Monate altes Kind, da er der Meinung war, daß die für unsere Emotionen verantwortlichen Konditionierungsprozesse in der frühen Kindheit stattfinden:

,,Es ist besonders leicht, das emotionale Leben [unmittelbar nach der Geburt] zu formen. Ich möchte diesen einfachen Vergleich machen: Derjenige, der Metall bearbeitet, nimmt [die] erhitzte Masse, legt sie auf den Amboß und beginnt, sie entsprechend seiner Vorstellung zu formen. Manchmal benutzt er dazu einen schweren Hammer, manchmal einen leichten; manchmal schlägt er die gefügige Masse mit einem mächtigen Schlag, manchmal gibt er ihr nur eine leichte Berührung. Ebenso unausweichlich beginnen wir mit der Geburt, das emotionale Leben unserer Kinder zu formen. Der Schmied ist dabei im Vorteil. Wenn seine Schläge schwer und ungeschickt waren und er sein Werk verdirbt, kann er das Metall zurück ins Feuer tun und mit dem Prozeß von neuem beginnen. Es gibt aber keine Möglichkeit des Neuanfangs mit dem Kind. Jeder Schlag, sei er richtig oder falsch hinterläßt seine Wirkung."3 Watson betont in seiner Aussage die Verantwortung des Erwachsenen in der emotionalen Entwicklung des Kindes. Gerade vor diesem Hintergrund sind die Experimente am kleinen Albert aus ethischer Sicht durchaus kritisch zu beurteilen, mehr dazu später im Text.

4.1. Versuchsbedingungen

Die Experimente wurden an einem 9 Monate altem Kleinkind durchgeführt, dem kleinen Albert B..

Vorausgegangen waren dem Experiment einige Versuche an einigen hundert Säuglingen und Kleinkindern, aus denen die Gruppe um Watson ihre Erkenntnisse zu den drei angeborenen emotionalen Reaktionsmustern ,,Furcht", ,,Wut" und ,,Liebe" gewann. In dem Experiment mit Albert B. sollte die Konditionierung auf das emotionale Grundmuster ,,Furcht" aufbauen, als Reiz zur Furchtauslösung (UCS) wurde in naher Umgebung zum Säugling mit einem Hammer auf eine Eisenstange geschlagen, so daß ein lauter Ton erklang.

Das Experiment wurde in einem amerikanischem Krankenhaus durchgeführt, wo Alberts Mutter als Amme im Kinderheim angestellt war. Albert B. schien als Versuchskind besonders geeignet, da er in körperlich gutem Zustand war und als ,, im ganzen schwerfällig und unemotional" beschrieben wird, also in Bezug auf emotionale Reaktionen als weitgehend wenig vorbelastet gelten kann. Mit der Studie sollten vier Fragen geklärt werden: ,,

1. Kann man beim Menschen eine Furchtreaktion auf einen ursprünglich neutralen Stimulus konditionieren, wenn man ihn zusammen mit einem unkonditionierten Reiz darbietet?
2. Falls solch eine konditionierte emotionale Reaktion hergestellt werden kann, überträgt sich diese dann auch auf andere Objekte (Reizgeneralisierung, Transfer)?
3. Welche Wirkung hat der Faktor Zeit auf die Aufrechterhaltung der konitionierten Reaktion?
4. Wenn die konditionierte Furchtreaktion mit der Zeit nicht von selbst verschwindet, wie kann man sie dann im Laborexperiment beseitigen ?

Das Experiment lief über eine Zeitraum von etwa 13 Monaten und wurde beendet als die Mutter mit Albert das Krankenhaus verließ, bevor von Watson die Frage 4 geklärt werden konnte. Eine Antwort auf die Frage ob die Konditionierung von Furchtreaktionen rückgängig gemacht werden kann, lieferte die Forschergruppe um Mary Cover Jones drei Jahre später.(siehe Kapitel 5)

4.2. Versuchsablauf

Phase 1:

In der ersten Phase des Experiments wurde bestimmt, welche Reize bei Albert Furcht auslösen.

,,Albert wurde erstmalig mit einer weißen Ratte, einem Kaninchen, einem Hund, einem Affen, mit Masken mit und ohne Haar, Baumwolle, brennendem Zeitungspapier und anderem konfrontiert."

Auf das Modell der klassischen Konditionierung bezogen, stellte dies Phase die Überprüfung der neutralen Stimuli und der unkonditionierten Stimuli dar. Auf die beschriebenen Objekte erfolgte durch Albert keine beobachtbare emotionale Reaktion. Damit wurde festgestellt, daß diese Objekte als neutrale Stimuli (NS) gelten dürfen. Die Überprüfung des unkonditionierten Stimuli wurde in dieser Phase durchgeführt, indem ohne einen Zusammenhang zu einem anderen Reiz mit einem Hammer in Nähe des Kindes auf eine über einen Meter lange Eisenstange geschlagen wurde. Auf den lauten Klang der Stange erfolgten zuverlässig Furchtsymptome von Albert, damit wurde festgestellt, daß der durch den Hammer erzeugte Ton als unkonditionierter Stimulus gelten darf.

Der Versuchsleiter schlug mit dem Hammer auf die Stange; ,,Das Kind fuhr heftig hoch, seine Atmung stockte, und die Arme wurden in charakteristischer Weise erhoben. Bei der zweiten Reizung passierte das Gleiche und zusätzlich begannen die Lippen sich zu falten und zu zittern. Bei der dritten Reizung brach das Kind in einen plötzlichen Weinanfall aus."5

Phase 2

In der zweiten Phase, circa 2 Monate nach Beginn des Experiments sollte der neutrale Stimulus (NS) in innerem und zeitlichem Zusammenhang mit dem unkonditionierten Stimulus (UCS) wiederholt dargeboten werden, um eine Konditionierung zu erzielen. Watson und Rayner wählten als neutralen Stimulus eine weiße Ratte aus, die als NS bereits ohne Reaktion in Phase 1 getestet wurde. Verbunden wurde der optische Reiz der Ratte mit dem furchtauslösenden UCS, dem Klang der geschlagenen Eisenstange. Watson und Rayner beschreiben diesen Vorgang und Alberts Reaktion:

,,1. Die weiße Ratte wurde plötzlich aus dem Korb genommen und Albert gezeigt. Albert begann, mit der linken Hand nach der Ratte zu greifen. In dem Augenblick, als seine Hand das Tier berührte, wurde unmittelbar hinter seinem Kopf auf die Stange geschlagen. Das Kind fuhr heftig hoch, fiel nach vorne und vergrub sein Gesicht in der Matratze, weinte jedoch nicht.

2. Gerade als die rechte Hand die Ratte berührte, wurde wieder auf die Stange geschlagen. Wieder fuhr das Kind hoch, fiel nach vorne und begann zu wimmern."6 Die Konditionierung erfolgte eine Woche später noch fünf mal, danach wurde in Phase 3 übergegangen.

Phase 3

In der dritten Phase wurde überprüft, ob die Konditionierung erfolgreich war, also aus den neutralem Stimulus (NS) ,,weiße Ratte" ein konditionierter Stimulus (CS) geworden ist, der für sich allein die konditionierte Reaktion (CR) der Furcht auslöst.

Albert wurde in dieser Phase die Ratte präsentiert ohne daß dazu auf die Eisenstange geschlagen wurde. Albert zeigte deutliche Furchtreaktionen, hinzu kamen Fluchtreaktionen (Albert wendete sich ab und krabbelte auf allen Vieren davon), die ursprünglich in der unkonditionierten Reaktion nicht vorhanden waren. Die Tatsache daß die unkonditionierte Reaktion und die konditionierte Reaktion nicht in allen Einzelheiten identisch sind, steht nicht in Widerspruch zur Theorie der klassischen Konditionierung. Es ist möglich daß in der konditionierten Reaktion nur Anteile der UCR, verwandte oder ähnliche Reaktion enthalten sind.

4.3. Versuchsergebnisse

Die Beschreibung der Phase 3 des Experiments zeigt, daß Watson und Rayner unter Laborbedingungen gelungen ist, eine emotionale Reaktion zu konditionieren. Daraus läßt sich ableiten, daß emotionale Reaktionen von Menschen erlernt sein können und auf eine der drei emotionalen Grundmuster zurückzuführen sind. Diese Erkenntnis lieferte Anregung für die Wissenschaft. Bis heute ist umstritten, wie weit Emotionen konditionierbar sind, grundsätzlich zeichnet sich aber ab, daß nicht alle Emotionen beliebig konditionierbar sind. Die erste Grundfrage des Experiments ist hiermit beantwortet. Die Frage nach der Reizgeneralisierung / Transfer wurde untersucht, indem in Phase drei zusätzlich überprüft wurde, wie Albert auf (ursprünglich neutrale) Reize reagiert, die dem CS ähnlich sind oder gemeinsame Merkmale mit dem CS haben. Auf Reize wie Baumwolle, Hund, Nikolausmaske, Pullover, etc., auf die Albert ursprünglich nicht reagierte, zeigte Albert in Phase drei bei isolierter Darbietung deutliche Furchtreaktionen unterschiedlicher Intensität, die Intensität der Furchtreaktion scheint mit von der Verwandtschaftsbeziehung /Ähnlichkeit des Reizes zum konditioniertem Reiz abzuhängen.

Auf die Frage der Löschung der Konditionierung, bzw. den Einfluß des Faktors Zeit auf den Versuch, mußten Watson und Rayner feststellen, daß selbst nach einer Dauer von 31 Tagen nach der letzten Reizdarbietung, eine in Intensität und Form unverminderte Reaktion auf die erneute Darbietung der weißen Ratte erfolgte. Weitere Aussagen zu dieser Fragestellung konnten nicht getroffen werden, da Alberts Mutter das Experiment abbrach. So mußte auch die Frage nach der Rückgängigmachung der Konditionierung von Watson und Rayner unbeantwortet bleiben.

5. Das Verlernen von Angst - Peter

Albert wurde nach der erfolgreichen Konditionierung einer umfassenden und intensiven emotionalen Reaktion aus dem Experiment genommen , was nicht nur für ihn persönlich ungünstig war, sondern auch die offene Frage hinterlassen hat, ob solch ein Lernprozess unter Laborbedingungen umkehrbar ist. Die Frage nach der Beseitigung von erlernten Furchtreaktionen, der Gegen,- bzw. Rekonditionierung konnte drei Jahre nach den Versuchen an Albert von Mary Cover Jones beantwortet werden.

5.1. Versuchsbedingungen

Mary Cover Jones konnte das Experiment am kleinen Albert B. dort fortführen, wo es durch den Eingriff von Alberts Mutter beendet wurde. Sie fand einen 2 Jahre und 10 Monate alten Jungen, den kleinen Peter, der über beinahe ideale Voraussetzungen für die Fortführung der Experimente verfügte. Peter zeigte auf Stimuli wie die weiße Ratte, Baumwolle, Fellstück, Hund,... die gleichen Symptome wie Albert sie bei Abbruch der Experimente gezeigt hatte und es war anzunehmen, daß Peter diese Reaktionen ebenfalls über den Prozeß der klassischen Konditionierung in vivo erworben hatte. Peter war körperlich in guter Verfassung, hatte eine durchschnittliche Intelligenz, in Initiativfreudigkeit und Baugeschicklichkeit war er seinen Altersgenossen überlegen. Peter scheint, bis auf seine deutliche Furchtreaktion ein normal entwickelter Junge gewesen zu sein. Er wird als bemerkenswert aktiv, mit leicht zu weckendem Interesse, fähig, sich ausdauernd mit etwas zu beschäftigen, beschrieben. Die Experimente fanden unter ähnlichen Laborbedingungen statt wie in den Experimenten mit Albert B.; auch Peter war an eine solche Umgebung gewöhnt.

5.2. Versuchsablauf

Die Versuche am kleinen Peter erstreckten sich vom vierten Dezember 1922 bis 10. März 1923, wurden von 17. Dezember bis siebten März unterbrochen, da Peter an Scharlach litt und in Quarantäne nicht mit den drei Kindern (Laurel, Mary und Arthur) zusammengebracht werden durfte, die wegen ihrer ausgeprägten Furchtfreiheit als unterstützende Maßnahmen eingesetzt wurden. Um Peters Furchtreaktionen zu ,,entkonditionieren", setzte Mary Cover Jones hauptsächlich auf den (positiven) Reiz ,,Nahrung". Als angstauslösenden Reiz wählte die Forschergruppe das Zeigen eines Kaninchens.

Durch die wiederholte Verbindung des konditionierten Reizes ,,Kaninchen" und des Reizes ,,Nahrung" sollte es im Experiment zu einer Gegenkonditionierung kommen, also zu einer Neubelegung / Konditionierung des Reizes ,,Kaninchen" .Wie in dem Modell der klassischen Konditionierung ging man hier davon aus, daß eine Reizgeneralisierung stattfinden würde und so am Ende des Experiments sich auch die Reaktionen auf die anderen angstauslösenden Reize verändert würden.

Phase 1 /Lagefeststellung

Durch isolierte Darbietung des konditionierten Reizes ,,Kaninchen" wurde festgestellt, daß zuverlässig eine spezifische, eindeutige und meßbare Angstreaktion ausgelöst wurde. Auf eine Überprüfung der Bedeutung /Reaktionsauslösung des Reizes ,,Nahrung" verzichteten die Forscher, sie gingen in ihrem Modell davon aus, daß der Reiz ,,Nahrung" als positiv gilt, also in seiner Wirkung einer angstauslösenden Wirkung entgegensteht und so zur Entkonditionierung geeignet ist.

Phase 2 / Entkonditionierung

In der Therapie der Angst kann schlecht die Wirkung der ,,Ent"- Konditionierung von der Wirkung der sozialen Imitation, bzw. des Modellernens unterschieden werden, da im Versuchsablauf neben dem positiven Reiz der Nahrung auch das Vorbild der drei anderen Kinder angewandt wurde, die einen ,,angstfreien" Umgang mit dem Kaninchen ,,vorlebten". In einem mit Spielsachen (Bauklötze, Perlen,... ) ausgestattetem Laborraum wurde Peter über einige Monat hinweg ein- bis zweimal mit dem Kaninchen konfrontiert. Das Kaninchen wurde schrittweise in unterschiedlicher Entfernung zu Peter dargeboten und Peters Reaktion wurde festgehalten. Eine Zunahme der Toleranz und damit der Fortschritt der Entkonditionierung wurde über folgende Indikatoren festgestellt:

A) Kaninchen irgendwo im Raum verursacht Furchtreaktion.
B) Kaninchen 12 ft entfernt im Käfig wird toleriert.
C) Kaninchen 4 ft entfernt im Käfig wird toleriert.
D) Kaninchen 3 ft entfernt im Käfig wird toleriert.
E) Kaninchen nahe herangerückt im Käfig wird toleriert.
F) Kaninchen ohne Käfig frei im Raum wird toleriert.
G) Kaninchen wird von Peter berührt, wenn Versuchsleiter es hält.
H) Kaninchen wird berührt, wenn es frei im Zimmer ist.
I) Kaninchen wird trotzig abgelehnt, indem es bespuckt, mit Dingen beworfen und imitiert wird.
J) Kaninchen wird auf der Ablage des Kinderstuhls zugelassen.
K) Peter kauert neben dem Kaninchen in wehrloser Stellung.
L) Peter hilft dem Versuchsleiter das Kaninchen in den Käfig zu tragen.
M) Peter hält das Kaninchen auf dem Schoß.
N) Peter bleibt mit dem Kaninchen alleine im Raum.
O) Peter duldet das Kaninchen im Spielstall.
P) Peter liebkost das Kaninchen.
Q) Peter läßt das Kaninchen an seinen Fingern knabbern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Indikatoren gegen die Versuchsdauer aufgezeichnet ergibt folgendes Fortschrittsdiagramm:

Aus dem Fortschrittsdiagramm läßt sich ein deutlicher Anstieg in den Tolerierungsgraden erkennen, so daß Peter seine Furcht am Ende des Experiments so weit überwunden hatte, daß er das Kaninchen nicht nur in seiner Nähe tolerierte sondern sogar zu Liebkosungen bereit war.

An *1 im Diagramm ist ein deutlicher Abfall in den Tolerierungsgraden zu erkennen. Aus den Aufzeichnungen von Mary Cover Jones war hier die Unterbrechung wegen Scharlach und Quarantäne, bei der Rückkehr ist Peter mit seiner Betreuerin von einem großen Hund angegriffen worden, was von den Autoren als Erklärung für den Rückfall in den Tolerierungsgraden verantwortlich gemacht wird. Ab diesem Zeitpunkt (*2) wurde die direkte Konditionierung angewandt, trotzdem ist der erste große Anstieg (*3) auf soziale Imitation am Vorbild eines anderen Kindes zurückzuführen. Die Anstiege bei *4 und *5 sind in Anwesenheit eines von Peter sehr geliebten Assistenten verzeichnet worden. Es ist nicht auszuschließen, daß die Anwesenheit von Dr S., der von Peter wiederholt als sein ,,Papa" bezeichnet worden ist, einen Einfluß auf Peters Angstreaktion hatte. Der deutliche Rückschritt in den Tolerierungsgraden an *7 wird von den Autoren der Studie darauf zurückgeführt, daß Peter am Vortag beim Zurücksetzen in den Stall, von dem Kaninchen gekratzt worden ist. Wie aus der Graphik abzulesen ist, erholte sich Peter von dem Rückfall schnell.

5.3. Versuchsergebnisse

Mary Cover Jones zeigte in dem Experiment mit dem kleinen Peter sehr deutlich, daß erworbene Angstreaktionen abgebaut werden können. Die Antwort auf die Frage, die Watson schuldig bleiben mußte, wie konditioniert Furchtreaktionen im Laborexperiment beseitigt werden können, ist leider hiermit nicht eindeutig geklärt, da verschiedene ,,Behandlungsmethoden" zum Einsatz kamen.

Neben der direkten Konditionierung spielte das Modell der drei angstfreien Kinder eine wichtige Rolle in Peters Therapie, so daß die Wirkung der einen Methode nicht trennscharf von der anderen abgegrenzt werden kann.

Festzuhalten bleibt, daß nach Watsons Beweis über die Erlernbarkeit von Angstreaktionen, Mary Cover Jones den Beweis zur ,,Verlernbarkeit" von Angstreaktionen geliefert hat. Gerade für die Verhaltenstherapie waren dies wegbereitende Erkenntnisse. Wolpe (1958) verwendete die von Mary Cover Jones erkannten Prinzipien schließlich in der von ihm eingeführten Technik der systematischen Desensibilisierung (systematic desensitzation) von Angstreaktionen.

6. Kritik an den Experimenten

Die Erkenntnisse, die aus den Versuchen zur ,,Er- und Verlernbarkeit" von Angstreaktionen gezogen werden konnten, waren bahnbrechend in ihrer Zeit (1919-1928)Aus den verschiedensten Lagern wurde aus den verschiedensten Gründen an den Experimenten, berechtigte und unberechtigte, zum Teil sehr scharfe Kritik geübt.

6.1. Ethik

Objektivität, Reliabilität und Validität gelten in dem empirischen Wissenschaftsverständnis als grundlegende Gütekriterien für experimentelle Untersuchungen.

Watsons Experiment am kleinen Albert heute originalgetreu zu wiederholen und damit die Nachvollziehbarkeit seiner Ergebnisse zu überprüfen ist aus ethischen Gründen nicht mehr möglich. Welche Bedeutung eine Traumatisierung in der frühen Kindheit im Leben eines Menschen haben kann, ist spätestens seit S. Freud in der Psychologie bekannt. Einen emotional so stabilen Jungen wie Albert zu so deutlichen Furchtreaktionen zu erziehen, ist wissenschaftlich gesehen sicher ein beeindruckendes Ergebnis, aus ethischer Sicht jedoch nicht zu vertreten. Die Absicht, am Ende der Experimente die konditionierten

Furchtreaktionen unter Laborbedingungen wieder zu beseitigen, ist als Entschuldigung nicht anzuerkennen. Gerade in Watsons Experiment wurde diese Absicht durch das Eingreifen Alberts Mutter zunichte gemacht und Albert ohne Nachsorge entlassen. Diese ethischen Überlegungen sind keine moderne Errungenschaft.

Gerade Watson weist in seinem Vergleich mit dem Schmied, der das Metall bearbeitet, auf die enorme Verantwortung der Erzieher hin. Es ist daher schwer verständlich daß er selbst dieses Experiment ohne Bedenken vollzog.

6.2. Inhaltliche Kritik

Inhaltlich wurde Watsons Experiment kritisiert, da es mehreren Forschern nicht gelang seine Ergebnisse in ähnlichen Experimenten zu wiederholen. (z.B. Bregman, 1934; English 1929 ; Valentine 1956). Im allgemeinen, kann diese Kritik jedoch entkräftet werden, da meist Mängel in der Versuchsanordnung nachzuweisen waren, z.B. daß ein unkonditionierter Reiz keine unkonditionierte Reaktion nach sich zog, und somit eine Konditionierung nicht möglich war.

Der Einwand, daß Watson und Rayner in ihrem Experiment klassisches Konditionieren mit operantem Konditionieren vermischten, mag zwar berechtigt sein, ändert aber an dem Ergebnis der ,,Erlernbarkeit von Angstreaktionen" wenig. Sobald die Versuchsperson durch ihr Verhalten auf den unkonditionierten Reiz ( i.a. Strafe /Belohnung) Einfluß nehmen kann, spricht man von operanter Konditionierung. Aus Watsons Versuchsbeschreibung geht hervor, daß mit dem Hammerschlag auf bestimmtes Verhalten von Albert reagiert wurde, also operant konditioniert wurde.

Sowohl an dem Experiment von Watson und Rayner, als auch an Mary Cover Jones´ Versuch wird kritisiert, daß jeweils nur ein Kind als Versuchsperson vorhanden war und die Ergebnisse als spezifisch und nicht verallgemeinerbar gelten müssen.

Speziell an den Experimenten am kleinen Peter ist die 7 wöchige Unterbrechung bei einer Gesamtdauer des Experiments von 14 Wochen als ungünstig anzusehen.

Ich kritisiere an Jones´ Experiment, daß nicht trennscharf nach den Wirkungen der einzelnen Therapiemethoden gefragt wurde. Es bleibt dem Leser überlassen, die Gewichtung zwischen der sozialen Imitation, der direkten Konditionierung oder den allgemeinen Umweltbedingungen vorzunehmen.

A. Zitat- und Literaturverzeichnis

1. Zitat- und Bildverzeichnis

Abb. 1: OTL Jürgen Drews, Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe, Abteilung VI ,,Flugpsychologie", Fürstenfeldbruck

Abb. 2: OTL Jürgen Drews, Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe, Abteilung VI ,,Flugpsychologie", Fürstenfeldbruck

2. Literaturverzeichnis

Foppa, K. (1965). Lernen, Gedächtnis, Verhalten. Köln : Kiepenheuer & Witsch.

Jones, M.C. (1973a). Eine experimentelle Untersuchung der Furcht: Der Fall Peter. In M. Hofer et F.E.Weinert (Hrsg.) P ä dagogische Psychologie 2 , Lernen und Instruktion (S. 28 - 36 ) Fischer -TB.

Jones, M.C. (1973b). Der Abbau von Furcht bei Kindern. In M. Hofer et F.E.Weinert (Hrsg.) P ä dagogische Psychologie 2 , Lernen und Instruktion (S.37 - 47) Fischer -TB.

Knoll, L. (1997). Lexikon der praktischen Psychologie. Gondrom

Meyer, W.-U., Schützwohl A.,R. Rreisenzein (1993). Die klassisch behavioristische Theorie der Emotionen (S.43 - 87). In Einf ü hrung in die Emotionspsychologie Bd. I. Göttingen: Hans Huber.

Watson, J.B. et Rayner, R. (1920). Conditioned emotional reactions. In Journal of Experimental Psychology, 3, S. 1 -14.

[...]


1 Meyer, W.-U. (1993) ; S. 44

2 Watson, J.B. (1919) ; S. 165

3 Watson, J.B. (1928) ; S. 46 /7

4 Meyer, W.-U. (1993) ; S.58

5 Watson, J.B. & Rayner, R. (1920) ; S. 2

6 Watson, J.B. & Rayner, R. (1920) ; S. 4

7 vgl. Meyer, W. -U. (1993), S. 65

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Titel
Das Lernen und Verlernen von Angst
Note
1,0
Autor
Jahr
2000
Seiten
19
Katalognummer
V98343
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernen, Verlernen, Angst
Arbeit zitieren
Philipp Klein (Autor), 2000, Das Lernen und Verlernen von Angst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98343

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